Reifen selbst einlagern: 10 Tipps: So kommen die Sommerreifen gut über den Winter

Reifen selbst einlagern – Was man dabei zu beachten hat, erklärt unser Artikel. Damit gehen Sie auf Nummer sicher und sparen Geld.
Reifen selbst einlagern: So kommen die Sommerreifen gut über den Winter
Reifen selbst einlagern

Wenn es anfängt, draußen ungemütlich zu werden und der erste Frost absehbar ist, wird es Zeit, die Sommerräder abzumontieren und die Winterreifen aufzuziehen. Doch kann man seine Reifen auch selbst einlagern – Nicht jeder kann oder will seine Sommerreifen beim Händler oder in der Werkstatt einlagern. Wer genug Platz hat, kann die Sommerreifen problemlos bei sich zu Hause lagern, wenn die folgenden Tipps beachtet werden.

Der beste Ort für die Reifenlagerung

Der ideale Platz für Reifen sollte trocken, kühl und abgedunkelt sein. Denn UV-Strahlen lassen die Gummierung der Reifen spröde werden. Die Temperaturen sollten nicht unter den Gefrierpunkt sinken. Ist eine Heizungsanlage in der Nähe, sollte darauf geachtet werden, dass die Umgebungstemperatur nicht über 20 °C steigt. Autoreifen ohne Felgen lagern am besten auf dem Boden stehend. Gut zu wissen: Reifen ohne Felgen einmal im Monat wenden – auf diese Weise werden Unwuchten vermieden. Kompletträder mit Felgen können liegend übereinander gestapelt werden. Es bietet sich an, jeweils ein Stück Karton zwischen die einzelnen Reifen zu legen. Das schont das Material. Für besonders hochwertige Sommerreifen ist die Anschaffung eines Felgenbaums empfehlenswert. Eine Alternative stellt die Lagerung der Reifen an einer speziellen Wandhalterung dar. Bei der Auswahl ist darauf zu achten, dass Metallhalterungen keine spitzen Enden haben oder so positioniert sind, dass Reifen oder Felgenhorn keinen Schaden nehmen. Schmier- und Lösungsmittel sollten nicht in der Nähe der Reifen stehen.

Die Autoreifen für die Einlagerung vorbereiten

Ist der Platz vorbereitet und die Reifen sind bereits abmontiert, erfolgt vor der Einlagerung eine Überprüfung auf Schäden und eingedrungene Fremdkörper. Mit einem spitzen Schraubenzieher lassen sich kleine Steine problemlos entfernen. Sind Objekte tiefer in das Profil eingedrungen, sollte der Fachmann um Rat gefragt werden. Kritisch sind tiefe Risse im Profilgrund. Auch Risse an der Reifenschulter oder der Seitenwand sowie Beulen an der Flanke können gefährlich werden. Hier empfiehlt sich in der Regel der Austausch.

Reifen selbst einlagern: Die Reifen und Felgen reinigen

Im nächsten Schritt erfolgt die Reinigung. Damit die Gummierung über die Wintermonate keinen Schaden nimmt, sollten keine Öle oder Lösungsmittel im verwendeten Reinigungsmittel enthalten sein. Wasser mit Seife oder Spülmittel haben sich in der Praxis bewährt. Erfolgt die Reinigung der Reifen an einer Waschstraße, sollte nicht die Rundstrahldüse verwendet werden. Bei der Flachstrahldüse empfiehlt sich ein Mindestabstand von 20 cm zum Reifen. Danach kann eine Schicht Hartwachs aufgetragen werden. So lösen sich Schmutz und Bremsabrieb bei der ersten Autowäsche im Frühjahr leichter. Gründlich gesäubert werden müssen auch Leichtmetallfelgen. Bremsstaub und Schmutz können sich in die Felge fressen und über die Wintermonate das Material angreifen. Nach wenigen Jahren ist die Felge damit unbrauchbar. Es lohnt sich daher, in einen Felgenreiniger zu investieren.

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Reifen selbst einlagern

Reifen selbst einlagern: Die Profiltiefe der Reifen kontrollieren

Der Gesetzgeber hat festgelegt, dass ein Reifen mindestens noch 1,6 mm Profiltiefe haben muss. Wenn dieser Wert unterschritten wird und die Polizei das Fahrzeug kontrolliert, droht ein Bußgeld von mindestens 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg. Der Richtwert für die Profiltiefe von Sommerreifen beträgt 3 mm. Darunter kann es zu Einbußen bei der Wasserableitung kommen. Damit steigt das Risiko für Aquaplaning. Vor der Einlagerung kann die Profiltiefe mit einem Profiltiefemesser aus dem Autozubehörhandel gemessen werden. Ist der nicht zur Hand, eignet sich eine Münze. So funktioniert es:

– Münze zwischen Reifenmitte und Profilblöcke sowie den Reifenrand halten. Verschiedene Positionen sind wichtig, da die Lauffläche sich unterschiedlich stark abnutzt.

– Verschwindet der Rand der Münze vollständig zwischen den Profilblöcken, ist noch eine für Sommerreifen ausreichende Profiltiefe vorhanden und die Autoreifen können problemlos eingelagert werden.

– Ist der Münzrand sichtbar, ist es Zeit die Reifen auszutauschen. Einlagern lohnt sich in diesem Fall nicht mehr.

Zu alte Reifen entsorgen

Auch wenn die Profiltiefe noch in Ordnung ist, sollten zu alte Reifen nicht mehr ins Winterquartier. Auf der Reifenflanke befindet sich die sogenannte DOT-Nummer. Die Abkürzung steht für “Department of Transport”. Die ersten beiden Zahlen geben Aufschluss über die Produktionswoche, die letzten beiden über das Kalenderjahr. “3617” bedeutet, dass der Reifen in der 36. Kalenderwoche im Jahr 2017 hergestellt wurde. Der ADAC rät, Reifen spätestens nach acht, längstens zehn Jahren auszutauschen. Noch sicherer unterwegs ist, wer die Reifen nach sechs Jahren wechselt.

Reifen vor der Einlagerung beschriften

Belastung und Abrieb unterscheiden sich je nach Position, an der ein Reifen am Auto montiert es. Bevor die Einlagerung ins Winterquartier erfolgt, muss unbedingt die Position am Fahrzeug markiert werden. Vor allem bei laufrichtungsgebundenen Reifen ist das entscheidend. Nach dem Waschen und Trocknen erfolgt auf der Seitenfläche die Beschriftung. Kürzel wie “VL” für “vorne links” und “HR” für “hinten rechts” sind empfehlenswert.

Reifen selbst einlagern: Den Luftdruck erhöhen

An der Tankstelle wird vor der Einlagerung der Luftdruck erhöht, und zwar um 0,5 bis 1 bar über der Herstellerempfehlung. Reifen verlieren über die Monate der Lagerung hinweg automatisch Luft. Die Erhöhung des Luftdrucks vor dem Einlagern garantiert, dass der Reifen auch im Frühjahr noch ausreichend Luft hat.

Reifen immer sorgfältig prüfen

Die Überprüfung der Sommerreifen muss vor der Einlagerung stets gewissenhaft erfolgen. Mit der richtigen Pflege sind die Autoreifen startklar für das nächste Frühjahr. Im Zweifelsfall und der eigenen Sicherheit zuliebe sollte ein Fachmann um Rat gefragt werden – denn manchmal lohnt sich die Einlagerung nicht mehr.

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