Fahrbericht: Rolls-Royce Wraith

Eine majestätische Affäre – Unterwegs im stärksten Rolls-Royce aller Zeiten

Ich persönlich stehe grundsätzlich auf Sportwagen! Gerne kompakt, flach, laut und je unbequemer, desto besser … „sportlich“ (zu meinem Charakter passend) eben. Von mir aus den klassischen „HotHatch“ oder – wenn es unbedingt sein muss – auch mal ein schneller Kombi vom Schlage eines Audi RS6. So lange das Ganz…

Alternative Antriebe bei Rolls-Royce – Ganz oder gar nicht

Bei Rolls-Royce bleibt der konventionelle Verbrennungsmotor erste Wahl. Auch die im kommenden Sommer präsentierte Neuauflage des Flaggschiffs Phantom wird weiterhin wohl ausschließlich mit Zwölfzylinderbenziner zu haben sein. Dabei hat die BMW-Tochter durchaus Alternativen in der Schublade. „Wir sind auch auf das Thema Elektromobilität vorbereitet. Allerdinge ist die Nachfrage bislang nicht existent“, so Peter Paul Schoppmann, Deutschlandchef von Rolls-Royce. 2011 hatt…

Rolls-Royce Wraith „Inspired by Music“ – Rollende Rocklegenden

Rolls-Royce hat eine Sonderserie von neun individuell gestalteten Wraith aufgelegt, die britischen Musikerlegenden gewidmet sind. Geehrt werden in der „Inspired by Music“-Kleinstserie Berühmtheiten wie Ray Davies (The Kinks), Shirley Bassey, Roger Daltrey (The Who), Status Quo sowie Ronnie Wood (Rolling Stones). Unter anderem zeichnen sich die musikinspirierten Luxuscoupés durch Sonderlackierungen aus. Das Roger Daltrey gewidmete Exemplar fährt zum Beispiel au…

Letzter Rolls-Royce Phantom VII – Krönender Abschluss

Der letzte Rolls-Royce Phantom der siebten Generation hat jetzt die Manufaktur im englischen Goodwood verlassen. Seit der Einführung 2004 sind knapp 7.000 Exemplare der Luxuslimousine gebaut worden. Beim letzten Modell handelt es sich um eine Sonderanfertigung für einen Sammler der Marke. Der Phantom mit langem Radstand (6,09 Meter Gesamtlänge) ist im nautischen Stil gehalten; an Bord gibt es unter andere…

Rolls-Royce Project Cullinan – Das SUV, das keins sein will

Rolls-Royce gestattet erstmals einen Blick auf sein kommendes SUV-Modell. Die Karosserie ist auf den Fotos noch mit Tarnfolie beklebt, erkennbar sind aber der wuchtige Kühlergrill, die typisch horizontalen Leuchten und eine lange Motorhaube. Einen Namen für ihr erstes SUV nennen die Briten noch nicht, bislang läuft es intern unter dem Code "Cullinan", benannt nach dem größten jemals gefundenen Diamant. Da…

Rolls-Royce Dawn Inspired by Fashion – Nix von der Stange

Wer seinen Rolls-Royce Dawn in besonders distinguierter Aufmachung will, kann sich ab November 2016 von der Bespoke-Abteilung des britischen Luxuswagenherstellers über die Möglichkeiten der Sonderedition Inspired by Fashion beraten lassen. Das erweiterte Individualisierungsangebot wurde von einem Team von Modedesignern der Haute-Couture-Szene zusammengestellt. Basis für die Inspired-by-Fashion-Edition ist der Dawn in arktikweißer Außenfarbe und einer schwarz-weißen Innenausstattung. Als auffälligen Kontrast zu…

Video: An epic RollsTrip – THE MOVIE

ACHTUNG: Roadtrip-/Reisedoku mit viel Gelaber und vermeintlich sinnfreien Inhalten. Diesmal keine Drifts, keine 0-100 km/h Szenen, keine Burnouts (ausser beim Kameramann) und keine Kofferraumvoluminas! Bitte nur anschauen, wenn Ihr nachhaltiges Interesse an einem schrägen Roadtrip mit einem geilen Auto habt, total gelangweilt seid, viel zu viel Zeit habt oder/ und über eine ausreichende Menge Alkohol verfügt. 😉

MotorOli & FotoRalph unterwegs zum größten Sportwagentreffen Europas in Velden am Wörthersee im schönen Österreich. Das Ganze in einem glamourösen handgefertigten Coupé aus Goodwood, dem Rolls Royce Wraith.

Leistungsfragen wurden früher kühl mit „sufficient“ beantwortet, doch heutzutage ist man in dieser Hinsicht offener. Kann man auch, denn der Wraith ist das stärkste jemals gebaute Fahrzeug der Manufaktur. Ein 6,6 Liter V12 Bi-Turbo lässt das Kleidchen der Spirit of Ecstasy ordentlich im Winde wehen und mobilisiert die Kleinigkeit von 632 PS sowie 800 Nm. Wenn er will, kann er seine Insassen in 4,6 Sek. auf Landstrassentempo geleiten – das Ganze in einer Symbiose aus bestimmender Leichtigkeit und vehementer Zurückhaltung, die nur ein Rolls Royce zu bieten hat. Ab Werk wird der über 2,4 Tonnen schwere Leichtigkeitgleiter bei 250 km/h eingebremst. Preise und der Verbrauch werden im Video verarztet.

Wer es geschafft hat, das Video ohne „Vorspulen“ anzuschauen, verdient unseren uneingeschränkten Respekt und darf sich gerne in den Kommentaren mit Lob, übelster Kritik und Anregungen verewigen.

Danke vorab & thanks for watching!

Spofec tunt Rolls-Royce Dawn – Mehr Muskeln für die Morgenröte

Ein Rolls-Royce-Cabriolet ist gewiss kein alltägliches Auto und bedarf auch keiner Tuningmaßnahmen, um sich damit von der Masse abzuheben. Der Novitec-Ableger Spofec hat dennoch für eines der luxuriösesten Cabrios der Welt, dem Rolls-Royce Dawn, ein Individualisierungspaket geschnürt. Unter anderem bietet Spofec für den offenen Viersitzer ein aus mehreren Carbon-Anbauteilen bestehendes Bodykit an. Die neuen Schürzen an Front und Heck, Seitenschwelle…

Mansory-Tuning für Rolls-Royce Dawn – Noch ein bisschen auffälliger

Das Individualisierungs-Programm von Rolls-Royce ist schon gigantisch. Und für fast alles, was die Briten nicht machen können oder wollen, hat Veredler Mansory nun auch das neue Luxus-Cabrio Dawn ins Programm genommen. So gestaltete der Tuner aus dem bayerischen Brand eine komplett neue Front mit größeren Lufteinlässen, verpasste der Karosserie reichlich Sicht-Carbon und zieht dem Heckdeckeln eine Spoilerlippe an.

Im Programm sind auch neue Schweller
Im Programm sind auch neue Schweller

Den Innenraum werten je nach Kundengeschmack gebürstetes Aluminium, Carbon, Klavierlack und reichlich Wurzelholz auf. Dazu gibt es eine kräftige Leistungsspritze für den Zwölfzylinderbenziner, der mit 544 kW/740 PS gegenüber der Serienvariante um 170 PS zulegt. Preise nennt Mansory nicht; das Grundfahrzeug kostet mindestens 330.000 Euro.

Fürs Heck gibt es eine winzige Spoilerlippe
Fürs Heck gibt es eine winzige Spoilerlippe

News: Rolls Royce Black Badge – England sieht schwarz

Tuning ab Werk? Bei Rolls Royce? Das klingt unverschämt, verrückt, fast schon nach Blasphemie. Deshalb ist es auch gar nicht so wild, wie alles auf den ersten Blick aussieht. Der Rolls Royce Ghost, seines Zeichens die „kleine“ Luxuslimousine der Briten und der Wraith, das auf der Limousine aufbauende Coupé, erfahren ein Performance-Programm, das den Charakter der beiden verändern soll. Wohin geht die Reise? Pimp my Ride oder In-House-Optimierung?

Rolls-Royce-Wraight-Ghost-Genf-2016-Performance-Mein-Auto-Blog (2)

Was haben wir nicht schon alles gesehen: Rapper lassen sich die britischen Nobel-Karossen in den schlimmsten Regenbogenfarben lackieren, verschandeln nicht nur die Optik mit Kutschen-artig großen Chrom-Felgen in 30 Zoll und verbauen die wildesten Schlangenleder- oder Kroko-Interieurs, die man sich nur vorstellen kann. Das will Rolls Royce natürlich nicht – ganz im Gegenteil – und hüllt seine beiden Derivate ausschließlich in eine einzige Farbe: Frei nach Henry Ford kann der Kunde jede Farbe wählen, solange es Schwarz ist. Die Lackierung zieht sich nicht nur über die gesamte Karosserie, sondern schmückt auch den Kühler und die legendäre Kühlerfigur, die „Spirit of Extasy“. Dabei betonen die Briten, dass der verwendete Farbton das tiefste und dunkelstes Schwarz sei, das man für ein Serienauto bekommen könne.

Innen muss man sich allerdings doch fragen, was mit der vornehmen Zurückhaltung der Briten geschehen ist. Man kann – natürlich – jeden Quadratmillimeter mit perfektem Leder beziehen lassen. Aber die gezeigten Farbkombinationen lassen die Frage aufkommen, ob nicht vielleicht doch ein Sprechgesangskünstler in die Design-Abteilung gewechselt ist. Die Kombination von grellem Blau mit einem Anthrazit oder eine Art Himbeer-Violett wollen nicht recht zum vornehmen Anspruch passen.

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Ähnlich klingt das Vorhaben, wenn die Briten über die Optimierungen des V12-Biturbo-Motors sprechen. Bei der Limousine wuchs die Leistung auf 612 PS und 840 Nm, während das Coupé bei seinen 632 Pferdestärken bleibt. Der Zweitürer legte beim Drehmoment zu und bietet nun ebenso 840 Nm, anstatt der bisherigen 770. So weit so gut, doch dabei belässt es Rolls Royce nicht. So wollen die Entwickler auch die Gasannahme verändert haben, sodass nur noch ein leichter Druck auf das rechte Pedal reicht, um die Drehzahlleiter bis zum Ende zu erklimmen. Da bleibt nur zu hoffen, dass das britische Understatement erhalten bleibt und die schweren Fahrzeuge nicht zu zappeligen Fußballer-Autos mutieren.

News: Rolls-Royce Dawn – Let’s talk about Sex, Baby!

“Let’s talk about Sex, Baby!“ Normalerweise schlägt Richard Carter andere Töne an, wenn er über einen Rolls-Royce spricht. Doch wenn der Pressesprecher der vornehmen BMW-Tochter seinen Blick über den neuen Rolls-Royce Dawn schweifen lässt, gehen bisweilen ein wenig die Gäule mit ihm durch. Denn für die Briten ist die offene Alternative zum Wraith, die ihre Publikumspremiere nächste Woche auf der IAA in Frankfurt feiert und kurz nach dem Jahreswechsel zu Preisen ab 330.000 Euro auf die Prachtboulevards dieser Welt entlassen wird, nicht weniger als das leidenschaftlichste Auto, das Rolls-Royce je auf die Räder gestellt hat.

Nicht umsonst habe Designchef Giles Taylor 80 Prozent aller Karosserieteile neu formen dürfen und dem Dawn dabei eine für Rolls-Royce fast schon laszive Lässigkeit ins Blech geschrieben, sagt Carter, während er über die weiter ausgestellten Kotflügel streicht, die hohe Gürtellinie und den sanften Abgang betont und die Bürgerlichen in ihrer Unwissenheit darüber aufklärt, dass auch der riesige Kühler ein wenig schnittiger im Wind steht Diese lustvoll-leidenschaftliche Grundstimmung schlägt sogar durch bis in die Nomenklatur: Statt weiter in der düsteren Mythologie der Schlossgespenster zu stöbern, würdigt der Dawn deshalb den magischen Moment der Morgenröte.

Unter dem Blech ist der Dawn natürlich trotzdem ein Wraith, wie man ihn kennt.
Unter dem Blech ist der Dawn natürlich trotzdem ein Wraith, wie man ihn kennt.

Unter dem Blech ist der Dawn natürlich trotzdem ein Wraith, wie man ihn kennt. Er nutzt die gleiche Plattform mit dem gegenüber dem Ghost zu Gunsten der Fahrdynamik um 18 Zentimeter gestutzten Radstand, er fährt serienmäßig mit der sattelitengestütztem Achtgangautomatik und auch in seinem Bug säuselt der 6,6 Liter große V12-Motor, dem zwei Turbos immerhin 570 PS und 780 Nm einblasen. Das sollte reichen, damit sich selbst die geschätzten 2,7 Tonnen Leergewicht wunderbar leicht anfühlen und man die Frisur mit einem gepflegten Gasstoß bisweilen ein bisschen auffrischen kann.

Zwar feiert Rolls-Royce den Dawn als „the most sexy car alive“ und wenn man sich das große Cabrio auf einer Küstenstraße wie dem Highway Number One oder der Croisette vorstellt, läuft einem tatsächlich ein Schauer über den Rücken. Doch wo andere Strandschönheiten auf möglichst knappe Textilien setzen, gehen die Briten genau den anderen Weg: Ihr Stoffverdeck ist das wahrscheinlich größte, das in der Automobilindustrie aktuell montiert wird. Wenn es sich mit majestätischer Ruhe unter den hölzernen Deckel hinter den Sesseln im Fond bemüht hat, sitzt man auch auf dem geräumigsten Sonnendeck der PS-Welt. Selbst der große Bruder Phantom bietet als Drophead Coupé nicht so feudale Verhältnisse.

Rolls-Royce feiert den Dawn als „the most sexy car alive“
Rolls-Royce feiert den Dawn als „the most sexy car alive“

Und das ist nicht der einzige Superlativ, mit dem Rolls-Royce die Sonnenanbeter im Smoking lockt. Zugleich versprechen die Briten den Besserverdienern das leiseste Cabrio der Welt. Die Mechanik noch einmal optimiert, die Hydraulikpumpe weit weg vom Innenraum montiert und das Gelege aus Leder, Stoff und Dämmmaterial noch ein paar Schichten dicker – so fährt man im geschlossenen Dawn genauso leise wie im Wraith und bekommt von der Welt da draußen absolut nichts mit.

Die Kunden werden das wohlmeinend zur Kenntnis nehmen. Aber sie werden nicht oft in die Verlegenheit kommen, es tatsächlich auszuprobieren. Und auch der 22 Sekunden währenden Geduldsprobe für das geräuschlose Hydraulik-Ballett werden sie sich nur selten aussetzen. Denn wer es erst einmal hinter das Steuer eines Rolls-Royce geschafft hat, dem scheint immer und überall die Sonne. Und falls sich der Himmel über dem Paradies doch einmal verfinstern sollte, dann hat der gemeine Rolls-Royce-Kunde im Schnitt ein Dutzend weiterer Fahrzeuge in der Garage stehen, von denen eines ganz sicher auch ein festes Dach hat.

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

News: Rolls-Royce-Tuning – Böse Emily

Ein schwarzer Anzug, große, auffällige Räder und über 700 PS – das sind die Eckdaten des Rolls-Royce Ghost Series II, wenn Tuner Spofec mit ihm fertig ist. Dann heißt der Luxusliner Spofec Black One.

Nicht nur die Karosserie ist schwarz lackiert, sondern auch alle Teile, die serienmäßig eigentlich verchromt sind. Lediglich die Kühlerfigur Spirit of Ecstasy – die auch Emily genannt wird – glänzt weiterhin. Dazu erhält der Ghost noch aerodynamische Komponenten wie eine neue Heckschürze sowie eine neue Frontschürze. Seitenschweller sind für das Modell mit kurzem oder langem Radstand erhältlich.

Weil Räder bekanntlich Autos machen, hat Spofec dem Rolls-Royce 22 Zoll große Leichtmetallfelgen montiert, die in jedem Farbton erhältlich sind. Speziell für diese Edition hat der Tuner allerdings eine mattgoldene Lackierung entwickelt. Gegenüber dem Serienmodell wird der Black One zudem noch um vier Zentimeter tiefergelegt.

Doch nicht nur am Blechkleid wurde Hand angelegt. Zusätzlich kann der exklusive Brite auch mit einer Leistungssteigerung geordert werden. Ab Werk leistet der stärkste Ghost bereits 442 kW/601 PS, nach der Tuning-Kur kommt er auf 521 kW/709 PS und ein Drehmoment von 974 Newtonmetern. Genug um den Black One in nur 4,4 Sekunden Tempo 100 zu beschleunigen.

Das Serienmodell mit 420 KW/570 PS, erreicht nach der Leistungsspritze 504 kW/685 PS. Das Drehmoment steigt von 780 Newtonmeter auf 958 Newtonmeter.

Alle Komponenten sind einzeln bestellbar. So kostet beispielsweise die Leistungssteigerung 2.900 Euro. Die Frontstoßstange gibt es für 4.700 Euro. Für den kompletten Umbau werden 40.000 Euro fällig. Für Rolls-Royce-Fahrer, denen ihr fahrbarer Untersatz schon ab Werk mehr als 270.00 Euro wert war, dürfte das überschaubar sein.

Autor: Adele Moser/SP-X

News: Chauffeur-Lehrgang „White Gloves“ von Rolls-Royce

„Was nutzt einem die beste Limousine der Welt, wenn ein schlechter Fahrer am Steuer sitzt?“ Viel mehr als diese Frage muss Andi McCann nicht stellen, um seinen Job zu rechtfertigen. Denn der adrette Brite in den Vierzigern ist Chef-Instruktor bei Rolls-Royce und sorgt als vermutlich vornehmster Fahrlehrer der Welt dafür, dass die erhabene Fahrt im Fond eines Phantom oder Ghost nicht zum Fiasko wird, nur weil vorne ein Laie am Lenker sitzt. Das ganze Jahr über jettet der Mann dafür um die Welt, instruiert Hotelpersonal in Hongkong, trainiert Privatfahrer in Panama oder unterweist das Personal junger Milliardäre in Peking in der Kunst der vornehmen Fahrzeugbeherrschung.

Damit steht er in einer gewissen Tradition. Wenn man McCann Glauben schenkt, wurde das werksseitige Fahrertraining von keinem geringeren als Firmengründer Sir Frederick Henry Royce erfunden. „Allerdings ging es damals vor allem um die Fahrzeugbedienung“, räumt McCann ein. Denn Royce hatte schnell erkannt, dass ein Auto nur so gut ist, wie seine Fahrer und deshalb früh in deren Ausbildung investiert. „Auch dieser Entdeckung verdankt Rolls-Royce den Ruf unerschütterlicher Zuverlässigkeit.“

Während Motorschmierung und Reifendruck heute von der Elektronik überwacht werden, selbst ein Phantom über so etwas profanes wie die Wartungsintervall-Anzeige verfügt und sich die technischen Dienste des Fahrers auf gelegentliches Tanken und den erbitterten Kampf gegen jedes noch so kleine Staubkorn auf dem Lack beschränken, konzentriert sich McCann bei seinen Kursen auf ganz andere Qualitäten. Und dabei geht es ihm weniger um die Fahrzeugbeherrschung. Zwar hat der Profi-Sportler für andere Marken auch schon Rennfahrer trainiert und weiß sehr wohl, wie ein Auto im Grenzbereich zu bewegen ist. Aber Spurwechsel mit quietschenden Reifen, Vollbremsungen und Kurven im Drift wird man bei dem nur auf Einladung zu absolvierenden Fahrertraining von Rolls-Royce nicht erleben. Sondern McCann lehrt die Hohe Schule des Autofahrens und adelt Fahrer zu Chauffeuren – nicht umsonst nennen die Briten diese Ausbildung das „White gloves“-Programm.

Natürlich beginnt er seine Lektionen mit ein paar Anmerkungen zur Etikette, spricht über Pünktlichkeit, ein unaufdringliches Parfüm und die passende Uniform. Aber mit den Hinweisen zur adäquaten Kleidung ist es nicht getan. „Ein dunkler Anzug macht aus einem Taxikutscher noch keinen Privat-Chauffeur, selbst wenn er noch so gut geschnitten ist“, sagt McCann. Erst wenn ein guter Fahrer „sharp und effortless“ ist, dann ist er auch ein guter Chauffeur: „Akkurat, präzise, und trotzdem so unauffällig wie ein guter Geist, der eigentlich gar nicht da ist.“

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Der perfekte Auftritt beginnt– das sollte doch selbstverständlich sein – mit einer rechtzeitigen Ankunft: „Drei Minuten vor der Zeit ist gerade noch pünktlich.“ Dann fühlen sich die Fahrgäste nicht gehetzt, und müssen sich trotzdem keine Gedanken darüber machen, wo denn der Wagen bleibt. Aber ein guter Chauffeur hat sich und sein Auto davor schon perfekt auf die Fahrt vorbereitet, sagt McCann: Man kennt die Route, hat im Idealfall bereits mit dem Doorman des Hotels gesprochen und den Fond für die Passagiere hergerichtet: „In den Cupholdern oder im Barfach steht das bevorzugte Getränk der Gäste, es herrscht die ideale Wohlfühltemperatur. Und natürlich stehen die Klimaausströmer und die Temperaturskalen im Cockpit in perfekter Symmetrie.“

Mit dem Zustieg der Gäste beginnen die wichtigsten Sekunden der Fahrt, sagt McCann. „Denn es ist der erste Eindruck, der über Wohl und Wehe entscheidet.“ In nur wenigen Augenblicken müsse der Chauffeur die Stimmung ausloten, mit einem kleinen bisschen Smalltalk ein Vertrauensverhältnis aufbauen und seine Passagiere mit den wichtigsten Informationen zu Fahrzeit, Wetter oder Tagesprogramm versorgen. „Während dieser 30 bis 60 Sekunden hält man direkten Blickkontakt über den Spiegel“, doziert der PS-Profi. „Und wenn dann aus dem Fond keine Erwiderung mehr kommt, dreht man demonstrativ den Rückspiegel zur Decke und garantiert den Passagieren so buchstäblich mit einem Blick ihre Privatsphäre.“

Aber ein guter Chauffeur kümmert sich nicht nur um Gäste und Getränke und hat sich auf alle möglichen Gesprächsthemen vorbereitet. Selbst an das Gepäck hat er zu denken: Er lädt es immer unter den Augen des Besitzers ein, versichert sich, dass wirklich alles an Bord ist und hat zur Not auch einen kleinen Lappen griffbereit, sagt McCann. Zwar werde ein Rolls-Royce-Chauffeur die Koffer seiner Kundschaft aus Angst vor Straßenschmutz nie über den Asphalt rollen, selbst wenn sie noch so schwer sind. Doch falls er trotzdem Dreck an den Rollen entdeckt, wird er ihn mit diesem Lappen abwischen, bevor er hässliche Spuren in der Eingangshalle der Kundschaft oder schlimmer noch im Kofferraum der Limousine hinterlässt.

Neben einem kleinen Seidentuch hat der Chauffeur von Welt immer auch ein zweites Accessoire zur Hand, zumindest wenn Damen an Bord sind, sagt McCann: „Einen Regenschirm.“ Nicht wegen des Blicks zu den Wolken. Sondern wegen des Blicks auf die Waden. Denn es braucht schon ein bisschen Geschick und die Hilfe eines Gentlemans, wenn frau vor allem ohne freizügige Einblicke ladylike aus Fond eines Phantom steigen möchte. McCann öffnet in solchen Fällen nicht nur gleichzeitig beide Coachdoors, sondern auch noch einen großen Regenschirm und schafft so einen blickdichten „Kokon der Intimität“, den Hollywoodstars in Highheels und Partydress genauso zu schätzen wissen wie Hoheiten in herrschaftlichen Gewändern. “Nur die Paparazzi verfluchen mich dafür jedes Mal aufs Neue, “ lacht der Luxusfahrlehrer.

Vorausschauendes Fahren, eine granitene Gelassenheit und immer die perfekte Balance zwischen absoluter Diskretion und unaufdringlicher Führsorge – dabei lässt es McCann bei seinen „White Gloves“-Kursen aber nicht bewenden. Der vornehmste Fahrlehrer der Welt schaut seinen Schützlingen sogar unter die Füße und predigt ihnen die Wahl der richtigen Schuhe: „Natürlich mit dünnen Ledersohlen.“ Denn wer auf Gummi fährt, hat man nicht nur zu wenig Gefühl im Fuß, kann Gas und Bremse nicht fein genug dosieren und so nicht mit dem gebotenen Sanftmut durch den Verkehr schwimmen. Vor allem könnte eine Gummi-Sohle auf den Pedalen quietschen, schimpft der Instruktor. „Und weil in einem Rolls-Royce nicht einmal mehr die Uhr tickt hat in so einem Fahrzeug auch sonst gefälligst absolute Ruhe zu herrschen.“

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X