smart forjeremy

Manchmal schweige ich zu Autos. Nicht oft, aber es kommt vor.  So zum Beispiel, wenn ich das Gefühl habe, ich verstehe davon nichts. Das passiert zum Beispiel bei „merkwürdigen“ Design-Studien, oder wenn es um Lifestyle-Fahrzeuge geht, die vor allem nur noch eines sind: Lifestyle.

smart forjeremy

Der auf der Autoshow in L.A. vorgestellte „Flügel-Smart“ war so ein Fall.  Jeremy? Damit konnte ich erst einmal gar nichts anfangen. Jeremy kenne ich nur einen: Den Jeremy Clarkson von TopGear und ich war mir sehr sicher, dieser Jeremy will ganz bestimmt keinen smart und er will den auch ganz bestimmt nicht auf der L.A. Autoshow bekommen.

Wer ist Jeremy?

Zum Glück habe ich in meinen Kontakten auch chromjuwelen-Fans mit sehr liberalen Einstellung zu abgedrehten Automodellen. 🙂 Bevor also noch die Medienwelle über die Online-Seiten schwappte, wurde ich darüber aufgeklärt, um welchen Jeremy es geht. Jeremy Scott.

Nun – das hat mir auch wieder ü-b-e-r-h-a-u-p-t nicht geholfen. Also google angeworfen und heraus gefunden: Jeremy Scott ist ein „Künstler“ um genauer zu sein, ein US-Pop-Designer. Nun kann man natürlich sagen, das ist in etwa ähnlich wertvoll wie ein Diät-BigMac, aber in den USA funktioniert Lifestyle nun einmal so.

Jeremy Scott durfte sich also aus „Marketing-Gründen“ an einem smart austoben und noch bevor ich in den Gedanken den Satz zu Ende gesprochen hatte: “ Das hat Hayeks Erbe nicht verdient“ – bekam ich auch schon die ersten Fotos des „Designer-Schmuckstücks“ zu Gesicht.

smart forjeremy, 2012

Was soll ich sagen? Vermutlich ist es diplomatisch, wenn ich einfach gar nichts sagen. Ich habe keine Ahnung von Kunst. Lifestyle und Pop-Kultur finde ich lächerlich unwichtig. Ich mag Autos. Doch deren Sinn ist es imho: Bestmöglich Leistung und Qualität in ein, dem Nutzen folgenden, besonders attraktiven Äußere zu präsentieren. Der „smart forjeremy“ ist jedoch einfach nur ein Elektro-Smart der, sobald das Scheinwerferlicht ausgeht, den Automobilen Suizid einfordern wird.  Armes Kerlchen.

Aber ich mag die Marke smart grundsätzlich – ich bin lange genug selbst einen smart gefahren und da ich von Lifestyle nun einmal keine Ahnung habe, habe ich einfach erst einmal nichts zu diesem vierrädrigen Fauxpas geschrieben.

Nun hat allerdings „Deutschlands meister Autojournalist“ auf spiegel-online einen Beitrag veröffentlicht und es war mir eine Wohltat, diesen sehr differenzierten Artikel zu lesen. Auch wenn ich von der Arbeit des Thomas Geiger üblicherweise nicht angetan bin – sein Text-Output ist einfach zu gewaltig um das noch anerkennen zu können – so kann ich mir in diesem Fall förmlich vorstellen, wie er genüsslich auf dem Rückflug von L.A. – einfach mal etwas geschrieben hat, was von seinem „Standard-Tagwerk“ abweicht. Das wiederum finde ich gut – wenn auch albern, weil es wieder einmal unter diesem dämlichen Synonym veröffentlicht wurde.

 

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger