Fahrbericht Subaru Outback Diesel

Man kann die Dinge so tun, wie sie jeder tut, oder man geht einen ganz eigenen Weg. SUBARU geht in vielen Dingen einen gänzlich eigenen Weg und gehört nicht zuletzt deswegen zu einem von zwei Automobil-Herstellern, die Boxermotoren verbauen. Und Allradantrieb. Und wenn man eine hochgelegte Kombi-Karosse mit Allradantrieb, Automatik und Boxermotor kombiniert, dann kommt im Falle des Subaru Outback ein Crossover heraus, der andernorts als „Neue Idee“ gefeiert wird, bei SUBARU aber bereits in der vierten Generation erhältlich ist.

Crossover aus einer Zeit, als es die Bezeichnung noch nicht gab

Subaru Crossover Outback

Im Fahrbericht:

Subaru Outback 2.0 D Lineartronic

Ganz der Alte

Unauffällig bis auf die Lufthutze auf der Motorhaube. Während andere Automobilhersteller ihre Crossover-Modelle mit viel Zierde schmücken, sieht der Outback aus, wie man es von einem Subaru erwartet. Sachlich, unauffällig und auf die inneren Werte konzentriert.  Und auch die markige Lufthutze folgt nicht dem Diktat eines automobilen Schminkkoffers, sondern einem technischen Nutzen und dient unter anderem, dem einzigartigen Boxer-Dieselmotor als äußerliches Erkennungszeichen.

Mit seiner Bodenfreiheit von 20 Zentimetern steht er ein wenig hochbeinig in der Landschaft, die markigen Stoßfänger tragen an der Front einen größeren unlackierten Bereich zur Schau und wollen so die Ernsthaftigkeit für Offroad-Touren unterstreichen.

Der Outback fährt in Deutschland in seiner vierten Generation und gehört zu den Lieblingsfahrzeugen von Jägern, Förstern und Menschen mit dem Sinn für ein besonderes technisches Layout.

Der SUBARU Outback 2.0D

Subaru Outback Albumbild

Die vierte Generation

Er bleibt ein Pragmatiker. Auch im Innenraum. Subaru mag sich Mühe gegeben haben die vierte Generation des Outback seiner Preisklasse angemessen auszustatten und zu gestalten, aber es sind mindestens zwanzig gefühlte Jahre die zwischen dem Innenraum einem Passat Alltrack, Audi Allroad und einem Outback liegen. Dafür bringt er diesen Charme einer praktischen Werkzeugkiste mit. Der Outback will nicht posen, er will arbeiten.

Arbeitsplatz

Mit seiner Länge von 4.79 Metern und einem Radstand von 2.74 Metern bietet der Outback gute Voraussetzungen um ein ordentliches Raumangebot bereit zu halten und in der Tat – es sitzt sich nicht nur in der ersten Reihe passabel. Die unmodische Bauform mit dem hohen Dach und den steilen Fenstern sorgt zudem für ein fast vergessenes Raumgefühl. So war das früher einmal in vielen Autos. Bis der Windkanal den Konstrukteuren vorschrieb, wie man den Aufbau zu verkleinern hat. Im Outback fühlt man sich zurück versetzt in die Zeit, als es den Konstrukteuren vor allem darum ging, ein praktisches Autos zu bauen. Bevor dann auch noch das Marketing dazu kam und den Designern von „Sportlichkeit“ und „Lifestyle“ vorschwärmte. Der Outback mag ein optischer Langeweiler sein – aber er ist es auf eine verdammt praktische Art.

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Boxer-Diesel

Ich persönlich liebe außergewöhnliche technische Lösungen. Natürlich hat die Geschichte der Automobil-Entwicklung bis zum heutigen Tag bewiesen: Wenn Du einen Vierzylinder-Motor mit zwei Liter Hubraum brauchst, dann ist die „sinnvollste“, weil effizient im Delta zwischen Kosten, Nutzen und Leistung platzierte; der Vierzylinder-Reihenmotor. Und dennoch – ein Boxermotor hat Vorteil, die kein anderer Motor bietet, man muss nur verrückt genug und vor allem überzeugt von der eigenen Genialität sein um diesen Weg konsequent weiter zu gehen. Und so entstand bei SUBARU der erste Vierzylinder-Boxermotor als Selbstzünder. Rudolf Diesel wäre von dieser technischen Lösung, vom Sieg des Konstrukteurs über den Kosten-Controller, begeistert gewesen und ich bin es auch. Ich liebe diese, mit viel Sympathie vorgetragene Unsinnigkeit, vom niedrigeren Schwerpunkt eines Boxermotors gegenüber eines stehenden Reihenvierzylinders zu schwärmen, während man das Auto mit 20 (zwanzig!) Zentimeter Bodenfreiheit ausrüstet.

Subaru Outback Boxer diesel motor

Dazu kommt die Laufruhe des Boxermotors – beim Diesel konterkariert durch heftiges nageln und systemisch bedingten Schwingungen. Dennoch bietet der Zweiliter-Boxermotor des Subaru eine Faszination, die andere Motoren eben nicht bieten. Aber um es ehrlich zu beschreiben: Es ist eine theoretische Faszination. Weder ist der Subaru Diesel-Boxer der ruhigste, der spontanste, noch der sparsamste Motor seiner Leistungsklasse. Aber er ist der einzige Boxer-Dieselmotor.

So erklärt SUBARU die Vorteile des Boxermotors:

Leistungsdaten:

PS

150

bei 3600 U/min

Drehmoment

350

ab 1.600 U/min

Hubraum

1.998

ccm³

Subaru Outback Emblem Heck

Gefahren

Niedriger Schwerpunkt hin, Allradantrieb her – der Outback eiert auf seinen Yokohama Geolander-Crossover Reifen über die Landstraßen.  Die Reifen vermitteln viel zu wenig Feedback für die Lenkung und das grobe Profil walkt freudig vor sich hin. So kann man die Vorteile eines niedrigen Schwerpunktes sowie eines permanenten und symmetrischen Allradantriebes nur erahnen.  Man fühlt nichts von der aufwendigen technischen Lösung. Der Outback forciert eine ruhige, eine entspannte Fahrweise. Üblicherweise auch eine Folge des stufenlosen Getriebes – doch in der Verbindung mit dem kraftvollen Subaru-Diesel ist das CVT zum ersten Mal nicht die dümmste Getriebe-Variante die ich kenne.

Während man bei stufenlosen Automatikgetriebe üblicherweise vom Gummiband-Effekt des Antriebs schwärmt und über das Nerven aufreibende Gejaule des Motors während der Beschleunigung jammert.  Zeigt sich das CVT im Outback mit dem 2.0D von einer ganz neuen Seite. Die CVT-Automatik ist wirklich darum bemüht, den Diesel immer unter 2.000 Umdrehungen zu halten und auf der anderen Seite simuliert es eine klassische Schaltbox mit sechs Stufen, sobald man per Gasfuß nach mehr Elan und Kraft fragt.

Während die Lenkung unter den unpräzisen Crossover-Reifen leidet, erfreut der Rest des Outback mit uneingeschränkter Langstrecken-Tauglichkeit. Der Geradeauslauf ist tadellos und auf der Autobahn, in Geschwindigkeitsbereichen zwischen 120 und 160 läuft der große Outback souverän über die Bahn. Der Diesel grummelt vor sich hin und die stufenlose Automatik passt unmerklich die Übersetzung an, je nachdem wie viel Kraft (Berg auf oder Berg ab) gerade vom Boxer gefordert wird. Perfekt. Die Federung versucht die Kompromiss zwischen Stabilität für den Aufbau und sensiblem ansprechen auf schlechten Straßen. Und ganz egal wie schroff der Innenraum wirken mag, im Alltag vermittelt der Outback ein fast vergessenes Gefühl von Solidität. Der will nicht die große Show abziehen und mögen andere schneller auf High-Performance SUV-Reifen durch die Kurven pfeifen, er biegt zu jederzeit vom geteerten Weg ab und ist vorbereitet.

Ja – mit jedem Kilometer im Outback wird man sich sicherer, wenn nach der nächsten Kurve plötzlich die Zivilisation aufhört – dann bin ich vorbereitet.

Ich mag keine Softtouch-Oberflächen haben, kein 10 Zoll Display mit hoch aufgelöster Anzeige und auf Landstraßen bleibe ich lieber im Hintergrund – aber ich bin vorbereitet auf alles was da kommen mag.

Zitat: Subaru Outback – Irgendwann während der Testfahrt.

 

So erklärt Subaru die Vorteile des Subaru „symmatrical all wheel drive“:

Subaru Outback Boxer diesel Hutze Motorhaube

Realistische Verbrauchswerte nach der „Drei-Typen-Methode„:

Alltagsfahrer, ohne Sparfuß

7.9

Öko-Experte mit einem grünen Zeh

6.3

Außendienstler mit Vollgas-Lust

9.8

Alle Angaben in Liter auf 100 Kilometer | Diesel

Subaru Outback Diesel Boxer Emblem

Vorteile – Nachteile – Fazit … auf der nächsten Seite geht es weiter.

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Bjoern
Autos und Motorsport - meine Leidenschaft seit über 20 Jahren. Für mich müssen Autos einfach Spaß machen und wenn ich heute Neuwagen teste, dann habe ich meine eigenen Kriterien die ein Fahrzeug erfüllen muss. Ob mich ein Auto so richtig begeistert hat, könnt ihr hier im Blog herausfinden. Dazu kommen Nachrichten aus der Welt des Automobils und des Motorsports. http://about.me/bhabegger

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