Audi S3 Limousine S tronic in Daytonagrau-Perleffekt

Fahrbericht: Audi S3 Limousine

Audi möbelt die A3-Baureihe auf und verpasst Dreitürer und Sportback sowie Limousine und Cabriolet ein dickes Technik-Update. Optisch ändert sich dagegen wenig. Aus nostalgischen Gründen habe ich mir die Audi S3 Limousine geschnappt; und weil ich auf den Hobel einfach stehe. Fahrbericht.

Audi S3 Limousine S tronic in Daytonagrau-Perleffekt

Da ich mich nicht lang mit Selbstzündern oder Dreizylindern abgeben mochte, griff ich zu einem neuen alten Bekannten: der Audi S3 Limousine. Abermals musste es das formschöne Stufenheck in Daytonagrau-Perleffekt sein.
Ich hab’ da eine ausgeprägte Schwäche für diese Ausführung.

Audi S3 Limousine S tronic in Daytonagrau-Perleffekt

Erst kürzlich habe ich meine Erinnerungen an die 2013er S3 Limousine Revue passieren lassen – quasi in Vorbereitung auf die aktualisierte Fassung. „Modellaufwertung“ nennen die Ingolstädter die landläufig Facelift genannte Auffrischung einer Modellreihe zur Mitte ihres Lebenszyklus. Wie bei Audi üblich, finden die großen Veränderungen weniger in der Optik ihren Niederschlag als vielmehr in der Technik. Und hier erbt der überarbeitete A3 eine Menge vom TT, A4 oder Q7.

Zaghafte Evolution im Design & großes Technik-Update

Audi S3 Limousine S tronic in Daytonagrau-Perleffekt

Am Exterieur tat sich wenig. Das Blechkleid blieb unangetastet, allein einige Kunststoffanbauteile erfuhren leichte Retuschen. Einerseits macht das die Modellpflege kostentechnisch überschaubar, andererseits erlaubt das Redesign der Stoßfänger unter anderem eine leichte Modifikation des Singleframe-Grills sowie neu geformte Scheinwerfer.
Die Rückleuchten erhielten eine neue Grafik.

2016 Audi A3 S3 Limousine 8VS 2.0 TFSI S tronic quattro Daytonagrau-Perleffekt Heckansicht Wald Mario von Berg

Im Interieur bleibt alles wie gehabt – zum Glück. Denn das ein- und ausfahrbare MMI-Display, das ab sofort zum Serienumfang gehört, hätte ich schwerlich vermisst. Auffälligste Neuerung ist das optionale virtual cockpit. Auch im S3 beeindruckt das volldigitale Kombiinstrument mit schöner Schärfe und knackigem Kontrast. Dabei halte ich das virtual cockpit für eine nette, jedoch vernachlässigbare Spielerei. Ein konventionelles KI tut’s auch.

Interieur der Audi S3 Limousine S tronic

Vorbildlich: Während Mercedes-Benz für A-, CLA- und GLA-Klasse und BMW für den 1er und 2er serienmäßig lediglich Halogen-Scheinwerfer verbauen, setzt Audi im Kompaktsegment auf Xenon-Brenner in der Grundausstattung. Das verstehe ich nicht nur als premium, sondern im Sinne der Sicherheit als sinnvoll und überfällig. Auf Wunsch gibt es LED- oder erstmals auch Matrix-LED-Scheinwerfer. Der Audi S3 ist immer mit LED unterwegs.

Audi S3 Limousine S tronic in Daytonagrau-Perleffekt

Lediglich einen meiner drei Hauptkritikpunkte am S3 hat Audi getilgt. Die Seitenschweller wirken nach wie vor wie ein Fremdkörper und die Schaltpaddles kommen noch immer in billig anmutendem Plastik daher. Hier wäre eine konsequentere Umsetzung des eigenen Premiumanspruchs angebracht.

Dynamikwertung auf der Piste

Mein größter Kritikpunkt dagegen ist erfolgreich ausgemerzt: das Doppelkupplungsgetriebe S tronic. Technisch stehen uns nun sieben statt sechs Gänge zur Verfügung, statt zweier Trocken-  verrichten jetzt Nasskupplungen das Sortieren der Gangstufen. Auf dem Fahrersitz kann es mir jedoch egal sein, wie viele Gänge der Doppelkuppler verwaltet oder ob die Kupplungen in Öl baden. Viel wichtiger ist, ob das neue Getriebe seiner Arbeit geflissentlicher nachgeht als das Vorgänger-DSG.
Und ja, das tut es in der Tat.

Im Automatikmodus schaltet die S tronic gewohnt flott die Schaltstufen rauf und runter, untermalt Gangwechsel mit künstlichem Geboller aus dem Sound-Synthesizer. Optimal läuft das zwar noch immer nicht, aber Verbesserungen im Schaltverhalten sind spürbar. Und der zusätzliche siebente Gang hält den Sprit-Durst im Zaum.

Wirklich nachhaltige Optimierung erfuhr das DKG im manuellen Schaltmodus. Zwar grätscht die Elektronik immerfort rein, wenn Du hochdrehst und lässt Dich nicht in den Begrenzer jagen, aber die Reaktionsschnelligkeit bei der Umsetzung von Schaltwünschen ist endlich auf landstraßentauglichem Niveau. Per Zupfer an der Schaltwippe wird unter Zug die nächste Schaltstufe rasend schnell eingeklinkt, um den Vortrieb beinahe ohne Zeitverlust fortzusetzen. Auch das Runterschalten Gang für Gang beim Anbremsen vor der Kurve haben die Ingolstädter deutlich optimiert. Endlich kommt im manuellen Modus der Fahrspaß auf, den ich beim Vorgänger mit seiner 6-Gang-S tronic noch vermisste.

Das infantile Endrohr-Geblubber dagegen ist in seiner Künstlichkeit und dünnen Plärrigkeit nicht wirklich überzeugend. Witzigerweise zeigen die Top-Diesel von Audi,  wie gut künstlich generierter Sound klingen kann. Im S3 klingt’s synthetisch, dünn, fühlt sich fremd an.
Und noch so eine Spielerei: Der neue A3 darf optional auch dynamisch blinken.

Audi S3 Limousine 2016 – Fazit

Audi S3 Limousine S tronic in Daytonagrau-Perleffekt

Die neue Audi S3 Limousine hat sich im Wesentlichen kaum verändert. Ein wenig mehr Leistung (vernachlässigbar), neues Licht-Design (Geschmackssache) und ein neues Getriebe (spürbare Verbesserung) sowie großflächige Technik-Updates kennzeichnen die Überarbeitung des Audi A3 8V.

Wie üblich, wurde an Details gefeilt. Lobenswert sind das serienmäßige Xenon-Licht sowie MMI-Display. Auf virtual cockpit, dynamische Blinker und Retorten-Sound kann ich persönlich verzichten.

2016 Audi S3 Limousine schwarz weiss

Wer sich für einen Audi S3 interessiert, sollte sich dessen bewusst sein, dass sich der S3 – ganz Gentleman – keine groben Schnitzer oder Patzer erlaubt. In gewohnter Audi-Manier wird mit der Audi S3 Limousine eine beinahe bis zur Perfektion gereifte Sport-Limousine feilgeboten.

Symptomatisch ist, dass selbst die deutlich verbesserte S tronic zwar dem Fahrspaß dienlich ist, es jedoch nicht schafft, gesteigerte Emotionalität aufkommen zu lassen. Auch nach der Modellpflege bleibt der Audi S3 der sachlich kühle, technoide wie souveräne Nadelstreifen-Sportler. Das muss man mögen.

Audi S3 Limousine S tronic in Daytonagrau-Perleffekt

Text: MvB
Fotos: MvB
SW-Foto: Tom Schwede

Erste Fahrten: Die neue Audi A3 / S3 Familie

Das Erfolgsmodell der Ingolstädter geht bereits mit seiner 4. Generation ins 20 jährige Dienstjubiläum und verkaufte sich bis 2015 ganze eine Millionen Mal. Nicht nur die Verkaufszahlen machen ihn zum Bestseller der Marke. Sein Portfolio an Karosserie-, Motoren- und Antriebsangeboten machten ihn bislang für seine Kundschaft so attraktiv. Nun will Audi, wie auch schon einige andere Mitbewerber, die Messlatte im C-Segment mit Features aus der Oberklasse erweitern. Den zukünftigen Audi-Fahrer erwartet außer neuen Fahrerassistenzsystemen und Motoren, das bei Audi bereits bekannte Virtual Cockpit und Scheinwerfer mit Matrix LED Technik. Der A3 und S3 stellen sich dem Markt darüber hinaus mit einem neuen Design und das mit einem Einstandspreis von € 23.300.

Die neuen A3 und S3 im ersten Fahrbericht

Aufrüsten, um neu Maßstäbe zu setzen

Rein von seinen Abmessungen im C-Segment beheimatet, macht die 4. Generation des A3 mittlerweile große Schritte Richtung Mittelklasse in puncto Ausstattung, Komfort und Fahrspaß. Alle Neuerungen sind im Dreitürer, Sportback, Limousine und Cabriolet verfügbar und ziehen sich sowohl über alle Benzin- und Dieselmotorisierungen, als auch über den elektrisch fahrenden A3 Sportback e-tron und den Gas-Angetrieben A3 Sportback g-tron. Die Veränderungen am Design sollen den A3 eindeutig aus dem Einheitsbrei des C-Segments abheben. Lufteinlässe und Kühlergrill wurden größer und lassen den Wagen sehr breit und betont kräftig auf der Straße stehen. Die schmaleren Scheinwerfer enden in einer Sicke, die sich über das gesamte Fahrzeug hinzieht. Die Karosserie trägt mehr Aluminium, um Gewichtsersparnisse vorzunehmen, was sich ganz klar auf die Verbrauchswerte auswirken soll. Die gesamte Palette der A3 Familie stand im Schnelldurchlauf am letzten Freitag vor den Toren Münchens zum Test parat.

Audi A3 2.0 TFSI - Durchzug mit 190 PS
Audi A3 2.0 TFSI – Durchzug mit 190 PS

Virtual Cockpit für Alle

Einmal eingestiegen sticht uns das große Display (12,3 Zoll), des bereits ab dem Basismodell erhältliche virtual Cockpit in der Mitte des Armaturenbretts ins Auge. Für einen kurzen Moment kommt uns nach dem Umschalten des Bordcomputers eine Informationsflut entgegen, die sich aber generell individuell einteilen lässt. Nach ersten Modifikationen, die wir nach unseren Bedürfnissen eingestellt haben, wirkt das Arbeitsfeld im A3 dennoch nie überladen. Die Vernetzung hält auch im neuen A3 Einzug. Dies gewährleistet eine fest installierte SIM Karte, die für 3 Monate bzw. 3 Jahre freigeschaltet werden kann. Nach der jeweiligen Laufzeit steht eine weitere Freischaltung für 3 Jahre für einen Optionspreis von € 350 zu buchen. Passagiere auf den Vordersitzen, als auch im Fond genießen Sitzkomfort mit ordentlicher Beinfreiheit. Selbst ein Reisen mit ausreichend Gepäck ist im A3 gewährleistet. Dies unterstreicht  das Kofferraumvolumen des Dreitürers mit 365 Liter bei voller Bestuhlung.

Starke Motoren-Auswahl

Der A3 präsentiert sich mit jeweils drei Benziner- und Diesel Motorisierungen. Dabei folgt der oberbayrische Autobauer weiter seiner Rightsizing-Philosophie – Aufladung ersetzt Hubraum. Kombiniert werden der TFSI 1.0 Liter Dreizylinder (85 kW/115 PS) 1.4 TFSI (110 kW / 150 PS) und 2.0 TFSI (140 kW / 190 PS) sowohl mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe (vollsynchronisiert), als auch einem „s tronic“ 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe. Mit dem 1.0 Liter Benziner kommt erstmals eine Drei-Zylinder-Maschine im A3 zum Einsatz. Bei den Dieselaggregaten (1.6 TDI 81 kW / 110 PS – 2.0 TDI 110 kW / 150 PS – 2.0 TDI 135 kW / 184 PS) ziehen Audi die Kombination von 6-Gang-Schalt- und 6-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe vor. Für die beiden 2.0 Liter TFSI- und TDI Motoren stehen außerdem jeweils eine Variante mit der bekannten „quattro“ Allradtechnologie bereit. Gerade die Antriebe mit Doppelkupplungsgetriebe, die wir ausschließlich testen durften, machen sich bei den ersten Fahrten positiv bemerkbar. Direkt ansprechend und sportlich agil führen sie uns quer durch das Münchner Umland. Das 1.0 Liter Aggregat überrascht durch seinen sehr guten Anzug mit knorrigen Sound. Das Aggregat des S3 steht dabei Konkurrenzlos außen vor, denn mit den 228 kW-(310 PS) geleisteten Pferdestärken und „s tronic“ Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe treibt es uns ein fortwährendes Lächeln ins Gesicht und bereitet Motorsportfeeling pur. Das sportlich abgestimmte Fahrwerk des A3 verbunden mit der elektromechanischen Servolenkung gibt uns ein permanent positives Gefühl, auch bei schnelleren Kurvenfahrten nicht auszubrechen. Die uns präsentierten Tiefst-Verbrauchswerte von 4,5 Liter beim A3 und dem 1.0 TFSI Motor (85 kW/115 PS) sind an dem Tag der Veranstaltung leider nicht zu prüfen.

Fahrerassistenzsysteme aus Oberklasse 

Beim Thema Sicherheit liegen die Ingolstädter Autobauer voll im Trend. Kunden, die den Down-Size Trend mit gestalten, möchten die Ingenieure aus Bayern nutzen. Die in den Oberklassen bekannten Fahrerassistenzsysteme werden nun auch im neuen A3 / S3 angeboten. Als absolute Neuheit im Segment beansprucht Audi seinen Stauassistenten, der mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage mit Start&Go-Funktion zusammenarbeitet. Kombiniert mit dem Antrieb „s tronic“ fährt das Fahrzeug nach kurzem Stilstand im Stau automatisiert wieder an. Darüber hinaus soll es sogar Lenkarbeiten im zäh fließenden Verkehr bis 65 km/h übernehmen. Der optional verfügbare Notfallassistent bremst den A3 bis zum Stillstand ein, sollte nach erfolgter Warnung keine Lenkaktivität des Fahrers stattfinden.

Der A3 erstmals mit Dreizylinder Aggregat und Fahrerassistenzsystemen
Der A3 erstmals mit Dreizylinder Aggregat und Fahrerassistenzsystemen

Ausstattung und Preise

Drei Ausstattungslinien beim A3 erwarten seine Käufer ab Juli diesen Jahres. Audi bietet hier außer langen Ausstattungslisten auch Platz für Zusatzpakete. Startet die A3 Limousine mit dem Basispaket, dem Benziner 1.4 TFSI (110 kW/150 PS) bei € 26.800 und endet mit dem Topmodell Diesel A3 „design“ (2.0 TDI quattro, 110 kW/150 PS) bei € 33.950, gelten für das Cabriolet ganz andere Dimensionen. Für die Basis des Fahrzeuges mit elektrisch ein- und auszufahrendem Stoffdach (1.4 TFSI, 110 kW/150 PS) muss der Audi Kunde € 32.700 auf den Tisch legen. Das Topmodell 2.0 TDI „quattro design“(110 kW/150 PS) ist für einen Endpreis von € 39.850 zu haben. Möchte man sich das Motorsportgefühl – immerhinn 228 kW / 310 PS nicht entgehen lassen, so liegen die Grundpreise des S3 bei € 41.000, S3 Sportback bei € 41.900, S3 Limousine bei € 42.800 und die offene Variante S3 Cabriolet bei € 50.700.

Fazit: Auch im 20. Jahr mit neuen Standards ! 

Der A3 / S3 mit all` seinen Karosserie- und Antriebsvarianten bietet auch im 20. Jahr seines Lebenszyklus` jede Menge Fahrkomfort und Fahrvergnügen. Die Messlatte setzt er ein weiteres Mal nach oben mit seinen sonst in der Oberklasse angebotenen Fahrerassistenzsystemen.

Karosserie- und Technologie Auswahl großgeschrieben
Karosserie- und Technologie Auswahl großgeschrieben

Bei der Karosserie- und Technologie-Auswahl kann jeder seinen A3 oder S3 beim Neuwagenkauf finden.  

Text und Bild: Stefan Beckmann