Emotionen: Lamborghini Aventador im Fahrbericht

Pirelli Partner von #radical14Es ist dieser eine Augenblick, dieser Wimpernschlag, nicht einmal ein Atemzug, in dem du denkst, jetzt hast du ihn unter Kontrolle. Es ist diese eine Sekunde, in der du denkst, nein, du fühlst es innerlich, du bist zufrieden und sicher. Bist dir deiner Reflexe bewusst und die Überzeugung wähnt dich in einem warmen Bad der Sicherheit. Du denkst, du wärst gut genug für dieses Biest. Es ist genau diese eine Sekunde, in der du dich zu sicher fühlst und du dir eingebildet hast, ihr wärt jetzt die besten Freunde. In dieser Sekunde, gerade als du denkst, du hättest sein volles Vertrauen. Das ist der Moment, in dem das Tier zuschlägt und alle deine Lenkradakrobatik hämisch auslacht.

Armageddon-Time im Aventador

Emotionen Lamborghini 02 Aventador Fahrbericht

Knapp 700 PS im Corsa Modus, vollständig von der Leine der elektronischen Sicherheitsnetze gelassen. Hinter dir bricht der 6.5 Liter große V12 aus. Helden werden in diesem Moment gezeugt. Träume vom Weltfrieden zerbröseln in der aggressiven Aura oberhalb von 6.000 Touren. Der Motor brüllt dir direkt und ungefiltert das hohe Lied der Verbrennung in die Sinneshärchen deines Mittelohres. Entfesselte Kräfte übertrumpfen alle deine Visionen vom sportlichen Autofahren. Plötzlich erscheinen die eigenen Lenkradfähigkeiten in einem gänzlich neuen Licht. Wie ein überdimensioniertes Kart hämmert die Puppenfalle durch die Emilia Romagna und du siehst dich in einer Linie mit Namen wie Fangio, Senna und Prost. Gnadenlos und frei von den Kontrollen einer eingreifenden Elektronik wuchtet der ekstatisch kreischende Zwölfzylinder seine Kraft auf beide Achsen, die mehr als 30 Zentimeter breiten Pirelli P Zero auf der Hinterachse kleben auf dem Asphalt wie Kaugummi in einem Flokati. Und dennoch, wenn der auf 7.000 Umdrehungen zustürmende V12 über das schwarze Rund herfällt, kennt er keine Gnade und dass die Kraft auf vier Räder verteilt werden – das ist der schieren Wucht des Antriebsstranges ebenso egal. Du willst quer fahren? Jederzeit. Ohne Netz, doppelten Boden und der Fahrschüler-Bremse ESP wuchtet dich der Aventador zu jeder Sekunde in die Dimension des absoluten Kontrollverlustes. Du hast es in der Hand.

Dein linkes Bein stemmt sich fest gegen die Aluminium-Fußstütze, die Finger der rechten Hand suchen die Nähe zu den filigranen Schaltpaddeln. Deine Hand zuckt – das sequentielle Getriebe serviert mit der Eleganz eines auf einen Amboss nieder schlagenden Hammers binnen 50 Millisekunden den nächsten Gang. Der Aventador sprintet am Rande deiner persönlichen Reaktionsfähigkeiten über die Landstraßen. Fanfaren jubilieren und singen dir das hohe Lied der geilen Enthebung von Naturgesetzen. Es ist Zeit für Orgasmen in der Phonetik des automobilen Alltags. So rüde, so enthemmt, so geil hat dir noch niemand die Lust in die Hirnrinde getrommelt.

Emotionen Lamborghini 01 Aventador Fahrbericht

Hier wird nicht mehr gefahren – hier wird extrem tief geflogen.

Eine Gerade verwandelt sich unter dem tosenden Applaus der zwölf sich in Ekstase schreienden Zylinder zu Momenten zwischen zwei Bremspunkten. Die Landschaft zoomt im Eiltempo in deinen Augenwinkeln vorbei. Du erwartest in jedem Moment, die nächste Anweisung per Funk zu erhalten. Luftraum-Kontrolle? Wir ändern das Flight-Level, bitten um Freigabe.

Von Null auf Einhundert? Eine lächerliche Frage für den Fahrer des Aventador. Am Steuer eines Zwölfzylinder-Lamborghini suchst du nicht die auto-motor-und-sport Messgröße von Null auf Einhundert, du suchst die Antwort auf deine eigene Leidensfähigkeit. Unter 4 Sekunden auf 100 beschleunigen, das machst du nebenbei. Während sich das Zwischenhirn aus der Verarbeitung kognitiver Umwelteinflüsse ausklinkt. Aber du musst wach sein, aufpassen. Nur einen Wimpernschlag zu lange auf dem Gas und du katapultierst dich in Kurvengeschwindigkeiten, die andere, bereits auf der Autobahn ausgefahren, als grob fahrlässig bezeichnen würden. Es ist diese eine Sekunde, der halbe Atemzug, der kurze Moment, in dem du dir zu sicher bist. Du denkst, Du wärst Fangio, Senna oder Prost? Genau dieser Moment kommt kurz vor Deiner Niederlage.

Eine Bodenwelle in der Kurve, zu aggressiver Leistungsabruf, vollständig geöffnete Drosselklappen und plötzlich siehst du das Ende deines eigenen Talents ganz nah vor deinen Augen.

Emotionen Lamborghini 05 Aventador Fahrbericht

Das ist der richtige Augenblick, zurück in den Modus „Strada“ zu wechseln, den eigenen Puls zu überprüfen, zurück zu fahren – von der Schnappatmung auf ruhige und tiefe Atemzüge zu wechseln. Der Gasfuß wechselt in eine Position, in der er nur noch wenig Druck auf das Gaspedal ausübt. So schnell wie der Zauber kam, verschwindet er auch wieder. Binnen Augenblicken wechselt das Getriebe in den siebten Gang und mit der Drehzahl fällt auch dein eigener Puls auf ein weniger ekstatisches Niveau.  In diesem Zustand verzeihst Du den Lamborghini-Leuten dann auch die arg pathetische Entscheidung, den Startknopf unter eine rote Plastikabdeckung zu packen.

Zeit für einen Espresso. Doppio. Während ich mich aus dem Aventador schäle, aus der Bodennähe in den freien Stand des Homo Sapiens wechsel, werden die Emotionen der „letzten Sekunde“ in eine begreifbare Form gewandelt. Die Welt ist nicht untergegangen, trotz Corsa-Modus und Hochmut ist das Armageddon ausgeblieben. Es ist das völlig verschwitzte Hemd, in dem die Geschichte sichtbar wird. Zeit, es zu trocknen. Der Lamborghini Aventador hat für diese Fälle einen 690 Newtonmeter starken Heizkörper im Heck – die verglaste Abdeckung nach oben – das Hemd über die Luftsammler des V12 gelegt.  Strahlend blauer Himmel, eine gnadenlose Sonne, Donnerstagnachmittag bei 36° in der Emilia Romagna und Dein Hemd wird von der Hitze des 12 Zylinder Lambos getrocknet – die Welt ist schön.

 

 

 

Zur Galerie – die Fotos vom Fotoshooting mit dem Lamborghini Aventador – hier lang [klick]

 

Lamborghini Aventador im Fahrbericht

Mit seinem Zwölfzylinder-Motor gehört der Lamborghini Aventador ganz sicher zu den wildesten Stieren die jemals gebaut wurden.  Es ist eine Symphonie zum niederknien wenn man den Motor des Aventador startet. Gestartet wird theatralisch über einen „Fire-Button“ in der Mittelkonsole der wiederum mit einer Klappe gegen unbeabsichtigte Nutzung gesichert wurde.

Aventador Startknopf

Wilder Ritt auf dem Power-Stier

Den Lamborghini Aventador konnte ich bis heute zweimal fahren. Einmal auf der Rennstrecke in der Nähe von Barcelona, allerdings nur zwei Runden die viel zu schnell vorbei waren und einen Tag lang, während dem #iThunder Roadtrip nach Italien.

Während dem #iThunder Roadtrip war der Aventador nur einer von vielen Supersportwagen, aber er war ganz sicher einer, der einen mit offenem Mund hat stehen lassen.  Und da wir den Lamborghini in der Emilia Romagna über die Landstraßen gefahren sind, die auch die Testfahrer von Lamborghini nutzen, bin ich vermutlich der Einzige der den V12 des Aventador als Hemdtrockner missbraucht hat.  Aber so easy wie mich der 700 PS Stier zum schwitzen gebracht hat, so easy hat er das Hemd wieder getrocknet.

Hemd trocknen Die Kraft des Stieres sollte man nie unterschätzen. Aber auch die Magie des Fahrzeuges nicht.  Vermutlich passiert dies nur in der „Terra di Motori“ – denn wenn man mit zwei Lamborghinis im Tiefflug durch die Provinz knallt, dann bleiben die Menschen an der Straße andächtig stehen. Ein Lächeln malt sich in ihr Gesicht und auch wenn man weit jenseits der angedachten Geschwindigkeiten durch die Ortschaften knallt, „only in italia“ werfen einem wildfremde Menschen einen Handkuss zu.

Bella Macchina

Jeder Tankstopp und davon gibt es einige bei der Kraft und dem Durst des 6.5 Liter V12, wird zu einem Happening. Die Menschen bleiben verträumt stehen und man hört aus den Mündern immer den gleichen Kommentar, gemurmelt zwischen Mantra-Artiger Anbetung und Adrenalin-Schwangerer Euphorie:  „Bella Macchina“.  Diese fast kindliche Freude am Auto, die habe ich bislang nur in Italien erlebt. Und es gibt nur drei Hersteller mit denen man genau diese Erfahrung machen kann. Lamborghini, Ferrari und Pagani. Und alle drei Hersteller hatten wir bei unserem Roadtrip nach Italien auf dem Programm. Mit dabei waren damals, die Goldfeder Fabian Mechtel, der Hamburger Jung‘ Ralf und Reiseblogger Camillo. Auch in deren Blogs wird man nachlesen können, welche Faszination der Trip ausgeübt hat.

Über den Lamborghini Aventador schrieb Fabian:

Zu unfassbar seine Ausmaße, zu grotesk seine Kanten, zu grell seine Farbe. Vor allem aber: das Geräusch. Beim Kaltstart etwa, nach dem Du die alberne Abdeckklappe über dem Startknopf hochgefummelt hast und die sechseinhalb Liter nach kurzer italienischer Anlassertheatralik selbstbewusst ins Leben springen. Diskret ist anders. 

asphaltfrage.de

Doch Wörter können das Erlebte wirklich nur unbedarft zusammenfassen, Bilder – selbst die folgenden, schaffen es auch nur bedingt:

Lamborghini Aventador Fahrbericht Aventador geparkt Lamborghini Aventador Heckansicht Lamborghini 12 Zylinder Heck

Wer mehr zum Lamborghini Aventador erfahren möchte, der sollte auf jeden Fall auch die anderen Artikel im Blog dazu gelesen haben:

Soundcheck:

 

Die Technischen Daten des Aventador im kurzen Überblick:

Die wichtigsten Motordaten:

Motor: V-Motor 12 Zylinder
Ventile: 4 pro Zylinder, dohc
Bohrung mal Hub: 95,0 x 76,4 mm
Hubraum: 6498 cm³
Verdichtung: 11.8:1
Leistung: 700 PS (515 kW) bei 8250 U/min
Drehmoment: 690 Nm bei 5500 U/min
Literleistung: 108 PS (79kW) / Liter Hubraum
Kraftübertragung: Allradantrieb
Getriebe: 7-Gang, automatisch
Gangübersetzungen: I. 3,91
II. 2,44
III. 1,81
IV. 1,46
V. 1,19
VI. 0,97
VII. 0,84
Achsübersetzung: 2,86

Das Fahrwerk:

Radaufhängung (vorn/hinten): Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung
Federung (vorn/hinten): mit Schraubenfedern, Stoßdämpfern / mit Schraubenfedern, Stoßdämpfern
Stabilisatoren (vorn/hinten): J / J
Bremsdurchmesser (vorn/hinten): 400/380 mm
Reifen (vorn): 255/35 ZR 19
Reifen (hinten): 335/30 ZR 20
Felgengröße (vorn): 9 J x 19
Felgengröße (hinten): 12 J x 20

Die Größe des Aventador:

Länge: 4780 mm
Breite: 2030 mm
Höhe: 1136 mm
Radstand: 2700 mm
Spurweite (vorn/hinten): 1720 mm / 1700 mm

 

Leergewicht (Hersteller): 1575 kg

Fahrleistungen:

0-100 km/h (Herstellerangabe): 2,9 s
Höchstgeschwindigkeit: 350 km/h

 

Lamborghini Aventador Fahrbericht

Es ist dieser eine Augenblick, in dem Du denkst, jetzt hast du ihn unter Kontrolle. Es ist diese eine Sekunde in der Du denkst, deine Reflexe wären schnell genug für das Biest. Es ist diese eine Sekunde in der du dich zu sicher fühlst und du dir eingebildet hast, ihr wärt jetzt die besten Freunde. In dieser Sekunde, gerade als Du denkst du hättest sein volles Vertrauen.  Das ist der Moment in dem das Tier zuschlägt und alle deine Lenkradartistik hämisch auslacht.

Lamborghini Aventador in der Seitenansicht

Knapp 700 PS im Corsa Modus, von der Leine der elektronischen Sicherheitsnetze gelassen, ausgebrochen aus einem 6.5 Liter großen V12. Der Motor brüllt direkt hinter den Sinneshärchen deines Mittelohres und die entfesselte Kraft übertrumpft alle deine Visionen vom sportlichen Auto fahren. Plötzlich erscheinen die eigenen Lenkradfähigkeiten in einem gänzlich neuen Licht. Wie ein überdimensioniertes Kart hämmert der Mittelmotor Sportwagen durch die Emilia Romana und Du siehst dich in einer Linie mit Namen wie Fangio, Senna und Prost. Gnadenlos und frei von den Kontrollen einer eingreifenden Elektronik wuchtet der ekstatisch kreischende Zwölfzylinder seine Kraft auf beide Achsen, die mehr als 3o Zentimeter breiten Pirelli P Zero auf der Hinterachse kleben auf dem Asphalt wie Kaugummi in einem Flokati. Und dennoch, wenn der auf 7.000 Umdrehungen zustürmende V12 über das schwarze Rund herfällt, kennt er keine Gnade und das die Kraft auf vier Räder verteilt werden – das ist der schieren Wucht des Antriebsstranges ebenso egal.

 

Dein linkes Bein stemmt sich fest gegen die Aluminium-Fußstütze, die Finger der rechten Hand suchen die Nähe zu den filigranen Schaltpaddel. Deine Hand zuckt – das sequentielle Getriebe serviert mit der Eleganz eines auf einen Amboss nieder schlagenden Hammers, binnen 50 Millisekunden,  den nächsten Gang. Der Aventador sprintet am Rande deiner persönlichen Reaktionsfähigkeiten über die Landstraßen. Fanfaren jubilieren und singen dir das hohe Lied der geilen Enthebung von Naturgesetzen.

Hier wird nicht mehr gefahren – hier wird extrem tief geflogen.

Eine Gerade verwandelt sich unter dem tosenden Applaus der zwölf, sich in Ekstase schreienden Zylinder zu Momenten zwischen zwei Bremspunkten. Die Landschaft zoomt im Eiltempo in Deinen Augenwinkeln vorbei.

Von Null auf Einhundert? Eine lächerliche Frage für den Fahrer des Aventador. Am Steuer eines Zwölfzylinder-Lamborghini suchst Du die Antwort auf Deine eigenen Leidensfähigkeit. Unter 4 Sekunden auf 100 beschleunigen, das machst Du nebenbei.  Aber du musst wach sein, aufpassen. Nur einen Wimpernschlag zu lange auf dem Gas und du katapultierst dich in Kurvengeschwindigkeiten die andere, bereits auf der Autobahn ausgefahren, als grob fahrlässig bezeichnen würden.

Eine Bodenwellen in der Kurve, zu aggressiver Leistungsabruf, vollständig geöffnete Drosselklappen und plötzlich siehst Du das Ende deines eigenen Talents ganz nah vor deinen Augen.

Lamborghini 12 Zylinder Heck

Es ist der richtige Augenblick zurück in den Modus „Strada“ zu wechseln, den eigenen Puls zu überprüfen, zurück von Schnappatmung auf ruhige und tiefe Atemzüge zu wechseln.  Der Gasfuß wechselt in eine Position in der er nur noch wenig Druck auf das Gaspedal ausübt. So schnell wie der Zauber kam, verschwindet er auch wieder. Binnen Augenblicken wechselt das Getriebe in den siebten Gang und mit der Drehzahl fällt auch dein eigener Puls auf ein weniger ekstatisches Niveau.  In diesem Zustand verzeihst Du den Lamborghini-Leuten dann auch die arg pathetische Entscheidung den Startknopf unter eine rote Plastikabdeckung zu packen.

Aventador geparkt

Ich bin nicht alleine unterwegs, im Rückspiegel sehe ich einen gelben Gallardo näher kommen und Sekunden nachdem ich den roten Aventador geparkt habe und mich aus dem Innenraum geschält habe, kommen auch die Kollegen im güldenen Bentley Cabriolet. Zeit die Lenkräder zu tauschen – doch zuvor muss ich mein völlig verschwitztes Hemd trocknen. Der Aventador hat für diese Fälle einen 690 Newtonmeter starken Heizkörper im Heck – die verglaste Abdeckung nach oben – das Hemd über die Luftsammler des V12 gelegt.  Strahlend blauer Himmel, eine gnadenlose Sonne, Donnerstag-Nachmittag bei 36° in der Emilia Romagna und Dein Hemd wird von der Hitze des 12 Zylinder Lambos getrocknet – die Welt ist schön.

Lamborghini Aventador Heckansicht

Zur Galerie – die Fotos vom Fotoshooting mit dem Lamborghini Aventador – hier lang [klick]

 

Hemd wird vom Zwölfzylinder getrocknet

Es gibt Momente im Leben, die erfordern besondere Entscheidungen und neue Ideen – zum Beispiel dann, wenn Dein Hemd nach einer Probefahrt so durchgeschwitzt ist, das Du denkst Du würdest einen nassen Schwamm auf Deiner Haut spazieren tragen.

Nach der Fahrt im Aventador ging es mir so – die Sonne über der Emilia Romagna war gnadenlos, das Thermometer zeigte weit über 30° im Schatten an. Und der Zwölfzylinder-Lamborghini tat sein übriges. Also – Haube auf, Hemd ausgebreitet und binnen weniger Minuten, es waren vermutlich wirklich nicht mehr als zwei, war das Hemd wieder trocken.

Lamborghini Aventador als Hemdtrockner:

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Mehr über den Roadtrip #iThunder unter diesem Link

Fahrbericht Lamborghini Aventador

Schwer die richtigen Superlative zu finden. Eine Fahrt in einem Lamborghini Aventador ist an sich ein unvergeßliches Erlebnis. Eine Fahrt mit dem Lamborghini Aventador auf der Rennstrecke toppt es noch einmal. Aber mit dem 700PS 12 Zylinder Stier auf der Rennstrecke hinter einem Profi-Rennfahrer hinterher zu fliegen ist ein echter Overkill für die eigenen Synapsen. Derartig beeindruckt von einem „Auto“, war ich zuvor noch nicht. Auto – eigentlich unverschämt einen so profanen Begriff für diesen Italienischen Kampfstier zu verwenden.

Meine Testfahrt habe ich auf meinem Autoblog verewigt.

Turbo das Automagazin

Bullshit TV oder wie „Turbo“ die Fakten verdreht!

„Dein Lambo gegen meinen Golf“ – was sich wie immer erst einmal nach einer guter Show anhört – bleibt bei einer Redaktion ohne Rückgrat am Ende eine schlechte Show.  So jetzt auch bei „Turbo – Das Automagazin„.

Auch 2012 legt TURBO – Das Automagazin wieder großen Wert auf den Unterhaltungs- und Abenteuerfaktor Auto:

Tim Schrick, Sidney Hoffmann, Jean-Pierre Krämer und Smudo bieten dem Zuschauer mit jeder Menge Know-How, Witz und Charme alles Wissenswerte aus der Welt der Automobile.

Tim, Sidney und Gast-Tester Smudo lassen bei rasanten Vergleichstests die Reifen qualmen und nehmen die neuesten Modelle der Branche genaustens unter die Lupe.

Selbstdarstellung des Magazins auf seiner Webseite.

Nur mit der Wahrheit – da hat man wohl ein Problem! – Oder?

Geplant war eigentlich eine unterhaltsame Sendung, ausgefüllt mit einem Vergleich zwischen einem „Golf“ und einem Lamborghini Superleggera.  Der Lambo wurde direkt vom Werk gestellt – der Golf kam vom HGP-Tuner und dürfte mit dem heftigsten Leistungskit angetreten sein, dass man einem Golf verpassen kann.

Unglaubliche 745 PS.  Der Dramatik wegen spricht man vom „biederen“ Golf und dem „reinrassigen“ Sportwagen. Am Ende gewinnt der Lamborghini Gallardo Superleggera das gestellte Duell – aber wie so oft im TV ist das leider nur die halbe Wahrheit.

Fernseh-Schmuh!

Wie mir aus sehr glaubwürdiger Quelle (es waren doch einige Zeugen vor Ort!) berichtet wurde – sind die Fakten in der „Turbo-Sendung“ keine Fakten, sondern schlichter Schmuh! Beschiss. Verarschung. TV-Unterhaltung auf Unterschichten-Niveau! 

Anstelle der 8,8 Sekunden von 50 auf 200 km/h ging der HGP-Turbo Golf in 8 (ACHT!) Sekunden auf 200! Ratlose Gesichter vor Ort – denn damit hatte die Reaktion wohl nicht gerechnet!

Anstelle die Geschichte den Zuschauern so zu präsentieren, wie diese passiert ist – hat man Angst vor der Reaktion aus Sant’Agata Bolognese. Denn: (O-Ton) „Mit diesem Ergebnis in der eigenen TV-Sendung, bekommt man wohl keinen Lamborghini mehr aus Italien gestellt“.

Ganz ehrlich: Ich verstehe diese Angst. Wer will es sich schon mit Lambo verderben? Ich selbst konnte den Aventador bereits fahren und das letzte was ich tun würde ist, mir eine Chance auf eine solche Wiederholung verderben zu wollen. Doch – sorry – liebe TV-Redaktion von „Sport 1 – Turbo – Das Automagazin„! Das hättet Ihr Euch vor dem Event überlegen müssen!

Deutlich schneller als ein Lamborghini
Um den Sieg im TV betrogen!

Fakten zu verdrehen, nur weil man überrascht ist – wie heftig schnell dieser leistungsgesteigerte Golf wirklich ist – spiegelt nur wieder, wie wenig ihr Euch wirklich für  Eure TV-Zuschauer  interessiert.  Falsche Messwerte im TV zu verbreiten ist schlichtweg Betrug!

Der „Auto-Tv-Bullshit“ Award ist Euch damit sicher!

 

 

Drag-Race zwischen Nissan GT-R und Lamborghini Aventador

Leistung und noch ein wenig mehr Leistung.

Der aktuelle Lamborghini Aventador ist mit seinem 6.5l V12 Motor und heftigen 700PS ganz sicher nicht untermotorisiert. Und ganz nebenbei, dank Allradantrieb schafft der Aventador den Sprint von 0 auf 100 in 2.9 Sekunden.

Das müsste reichen um alles andere kalt zu stellen, oder?

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Lamborghini Aventador im Fahrbericht

Mit seinem700PS starken Mittelmotor V12 ist der italienische Aventador aus dem Hause Lamborghini ein echter Kraftprotz. Leistung im Überfluss und für den möglichst schlupffreien Vortrieb wurde der kantige Sportwagen mit einem Allradantrieb ausgerüstet.

Das Äußere des wilden Stier besticht durch Kanten und Jet-Fighter-Look. In der Mitte des Fahrzeuges sitzt nicht etwa der Fahrer, sondern der Motor und wer die Hauptrolle bei den Testfahrten übernimmt, steht auch bereits zu Beginn fest: Der Motor und sein Antriebspackage – der Fahrer spielt im besten Fall eine Nebenrolle.

Meine eigene Testfahrt mit dem 700PS Aventador habe ich in meinem Blog veröffentlicht.

Lamborghini Aventador

In einigen Teilen Spaniens wird die blutige Tradition des Stierkampfes noch immer ausgeübt. Es ist das ungleiche Spiel zwischen dem Menschen und einem Tier, dessen Zukunft in vielen Fällen bereits besiegelt ist.

In diesem ritualisierten Schaukampf reizt der in Landes-Folklore auftretende Matador den Stier zu immer neuen Attacken auf das Muleta, das rote Tuch. Am Ende des Schaukampfes stirbt der erschöpfte Stier durch den tiefen Stich mit einem langen Degen. Das blutige Ritual endet mit dem Tod des Tieres  und das Publikum spendet dem Matador Anerkennung und Applaus.

Für meinen ganz persönlichen Stierkampf bin ich – wie passend – in dieses wunderschöne Land mit dieser sehr fragwürdigen Stierkampf-Kultur gekommen.

Mein Stier:

Der Lamborghini Aventador

Der italienische Sportwagen-Spezialist und die heutige Volkswagen-Konzerntocher Lamborghini hat dem hauseigenen Supersportwagen den Namen eines „besonders tapferen“ Kampfstieres gegeben. Wie passend, dieses Fahrzeug gerade auf einer spanischen Rennstrecke zu erfahren. Die Übersetzung Aventador ist ebenso gleichzusetzen mit dem Ausruf: „jemanden in den Hintern zu treten“. Wieder Bingo.

Auf der ehemaligen GP-Rennstrecke von Valencia (nicht zu verwechseln mit der neuen F1 Strecke im Hafen) steht er bereit: Der Stier.

Die Bestie in Stealthfighter-Optik.

Lamborghini Aventador - Der tapfere Stier
Lamborghini Aventador – Der tapfere Stier

Die spanische Sommer-Hitzer flimmert über den heißen Asphalt und der Kampfstier räuspert sich im Leerlauf warm und wartet nur darauf, den Lamborghini-Novizen mit einem kräftigen Tritt in den Allerwertesten zu verunsichern.

6.5 Liter Hubraum verteilt auf 12 Zylinder – Downsizing sieht anders aus. Aber hier soll auch nicht tief gestapelt werden, hier soll die Physik in ihren Grenzen gedehnt und die Fahrer-Synapsen auf alle Zeit versaut werden.

700PS warten dreckig röchelnd darauf, aus dem Leerlauf befreit zu werden. Doch wer den Stier reizt, der sollte sich bewusst sein – nicht jeder Matador kommt ungeschoren aus der Arena. Ein Stier ist und bleibt ein gewaltiges Tier. Kraftvoll. Explosiv. Unberechenbar und mit der animalischen Lust für die endgültige Entscheidung gesegnet.

Die massige Erscheinung des Lamborghini Aventador steht im absurden Widerspruch zur Cockpit-Ergonomie. Fast erscheint es, als hätten die Entwickler in Sant’Agata Bolognese dem Motor mehr Platz zugestanden als dem Piloten. Zwei Mann Besatzung sind in diesem allradangetriebenen Boden-Boden Marschflugkörper per Schalensitze der Marke „belederter Schraubstock“ zu verstauen – mit Helm auf dem Kopf erinnert die Sitzhaltung für breitgewachsene Mittel-Europäer jedoch eher an die Motorradausfahrt von Kermit dem Frosch.

Tür zu. Die Knie angewinkelt auf Höhe der in Voll-Aluminium ausgeführten Schaltpaddel.  Zaghaft und mit enormen Respekt vor dem 12-Ender im Fahrerrücken wird das Gaspedal sensibel gestreichelt, was den Drehzahlmesser dazu veranlasst zu zucken – das automatisierte Getriebe jedoch versteht die so zimperlich ausgeführte Anforderung nach Vortrieb nicht und bleibt im Leerlauf.

Derweil enteilt der als Begleitung geplante und voraus fahrende Instruktor im Gallardo Super Trofeo. Nervöses Händeschwitzen. Pulsschlag steigt. Der Gasfuss zuckt stärker.  Im Rücken – auf Höhe der Ohren – zündet eine Gasgemischladung nach der anderen in den 12 Explosionskammern.  Der besonders tapfere Stier-Bändiger fährt nicht an, er hüpft förmlich auf Landstraßen-Geschwindigkeit.

Jetzt nicht nervös werden. Mehr Gas, ein kleiner Zug am rechten Paddel, das Getriebe knallt ansatzlos die zweite Gangstufe durch das Getriebegehäuse.  Im zweiten Gang sollte – dank Allradantrieb – die Leistung in Form von 700 wilden Hengsten in Vortrieb umsetzbar sein. Jetzt oder nie schreit das Kleinhiern dem Gasfuß zu – Befehl – Ausführung und noch bevor der Wiederhall des Gaswunsches verklungen ist, explodiert der 6.5 Liter große V12 förmlich. Der behelmte Fahrerkopf knallt dumpf an die Kopfstützen.

Fuck!

Während die Augen nicht wissen, ob sie dem enteilenden Instruktor im Voraus-Fahrzeug folgen sollen, dem Streckenverlauf oder doch lieber dem lustvollen Schauspiel der Cockpit-Instrumente – durchströmt bereits das angeforderte Adrenalin den Körper. Bremsen. Einlenken. Gas

noch binnen der Sekunde in der, im durch zweitklassige Sportwagen dressierten Fahrerhirn, die Frage aufkommt, ob es wirklich sinnvoll sein kann, mit derart viel Nachdruck den Nerv des Stieres mit dem Abruf der vollen Leistung heraus zu fordern, zieht der über 4 Räder angetriebene Aventador die Kurve zu einer Geraden glatt.

Die Pirelli P Zero Bereifung formt leichte Wellen in den heißen Asphalt, während 700PS dafür sorgen, dass im Hirn des Fahrers die gewohnten Abläufe zur Lebenserhaltung durcheinander kommen. Atmen. Einatmen. Ausatmen. Wiederholen.

Kurvenlinien? Apex suchen?

Keine Zeit – der italienische Stier beamt den Fahrer, untermalt von akustischer Weltuntergangsmelodie, von Biegung zu Biegung. Kurven werden zu extrem kurzweiligen Lenkrad-Übungen. Die Vollendung der Automobilen-Lust befindet sich hinter der rechten Hälfte des Lenkrades und befehligt das Getriebe. Auf die lange Start- und Zielgerade einbiegend, verliert der Gasfuß jeden Kontakt zum Verstand und hämmert – bereit für das Automobile-Armaggedon – das rechte Pedal in das Bodenblech.  2ter-3ter-4ter-5ter Gang – Ohne Rücksicht auf die Halswirbel des Fahrers werden die Fahrstufen mit der Sensibilität eines Presslufthammers eingelegt. Wer in dieser Phase nicht daran denkt, den Körper zur Atmung zu zwingen, sollte hoffen – bis zum Ende des Schauspiels (das könnten 350 km/h sein) genug Sauerstoff gebunkert zu haben.

Am Ende der langen Gerade liegen 253 km/h an – Anker werfen. Vollverzahnung der P Zero mit dem Asphalt. Reifengummi verwandelt sich in schwarzen Klebstoff. Volle Verzögerung bedeutet aber auch, dem Asphalt jede Falte heraus zu ziehen. Straffung der Oberfläche und mit anschließender Wellenbildung am Ende des Bremsvorgangs werden befürchtet.

Nach 2 Runden ist die kurze Affäre mit dem Aventador vorbei.

Eine Beziehung, die so explosiv begann wird beendet durch den Zeitdruck um das Event herum – das Erlebnis im Zusammenspiel mit dem Stier soll auch anderen ermöglicht werden.

Atemlos steige ich aus dem Kampfstier. Vor Erregung und Adrenalin zuckt mein rechtes Bein. Schweißnass der Rücken. Glückshormone tanzen innerlich einen Tango,  lustvolles Kribbeln auf dem Level der ersten Liebesnacht  mit der Traumfrau  macht sich breit im Körper.

Zwei Dinge stehen fest nach dieser Erfahrung:

  1. Ein Lamborghini Aventador wäre als Lustfahrzeug eine Liga weitab jeglicher konventioneller Beziehungen, für Blümchensex ist ein Kampfstier nicht zu haben.
  2. Und wären alle Kampfstiere so tapfer und kraftvoll wie der Aventador – der Stierkampf wäre in Spanien bereits seit langer Zeit, in Ermangelung von Matadoren, ausgestorben.

 

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[toggle title=“Disclosure:“]Die Kosten für Reise und Übernachtung wurden von Pirelli übernommen. Mein Testurteil ist jedoch unverkäuflich und wurde daher ohne Einfluss und Kontrolle des Herstellers erstellt!
Dennoch: Danke an Pirelli  für die Einladung.[/toggle]

Text/Foto: Bjoern Habegger | auto-bloggerei.de | 2012 |