SUV-Hochburgen – In Bayern fährt man hochbeinig

SUV haben längst auch die Städte erobert. Besonders beliebt sind die soften Geländewagen-Nachkommen aber auf dem Land. Und zwar vor allem im Süden.

Im ländlichen Bayern ist die SUV-Dichte besonders hoch. Unter den zehn Landkreisen mit dem höchsten Crossover-Anteil am Pkw-Bestand sind gleich fünf aus dem Freistaat, wie das Vergleichsportal „Check24“ bei einer Auswertung der Kfz-Versicherungsverträge seiner Nutzer ermittelt hat. Deutschlandweite Nummer eins ist demnach der Landkreis Miesbach mit einer SUV-Quote von 14,3 Prozent, gefolgt von Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (13,5 Prozent) und dem bayerischen Starnberg (13,5 Prozent). Außerdem finden sich die bayerischen Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Bad Tölz und Lindau in den Top Ten. Unter den Städten mit den höchsten SUV-Quoten liegt München mit 9,8 Prozent auf Rang zwei hinter Düsseldorf (9,9 Prozent). Auf dem dritten Rang ist Mühlheim an der Ruhr (9,6 Prozent). Der deutschlandweite Durchschnittswert liegt bei 9 Prozent.

BMW 2er Active Tourer Facelift: Behutsam weiterentwickelt

Wie war das noch mit der Mutter der Porzellankiste? Ach ja, sie will mit Vorsicht behandelt werden. So ähnlich scheinen es die Münchner mit der Modellpflege des BMW 2er Active Tourer und seinem gestreckten Bruder, dem BMW 2er Gran Tourer, verstanden zu haben. Man muss nämlich genau hinsehen, um die Unterschiede zum Vorgänger ausfindig zu machen. Ein paar neue Lackfarben hier, neue Felgen da und fertig ist das Facelift? Ist es wirklich so einfach oder steckt mehr hinter der Modellpflege?

Über 380.000 Exemplare des gar nicht typischen BMW sollen seit seinem Marktstart im Jahr 2014 verkauft worden sein. Ein Van von BMW? Da war der Aufschrei seinerzeit groß, doch die Verkaufszahlen geben den Bayern Recht. Wobei nicht alles eitel Sonnenschein beim BMW 2er Active Tourer ist: Die Hauptlager der Dreizylinder-Motoren machten schlapp, sodass ein Motorschaden das Resultat war – oftmals sogar schon nach geringer Laufleistung. Die Besserwisser, die nur die seidigen Reihensechszylindermotoren als wahren Antrieb für einen BMW sehen, werden sich bestätigt fühlen. Nun steht aber das Facelift auf dem Plan und möchte es besser machen. „Schau´n mer mal!“, würde der Bayer sagen.

Optik – Sehr dezente Retuschen

Schau mir in die Nieren, Kleines: Die Optik des 2er Active Tourer wurde nur dezent verfeinert.

Die Münchner sagen zwar, dass der 2er Active Tourer eine neue Frontpartie erhalten hat, doch hier muss man zweimal hinschauen, um sie zu erkennen. So ziert den Bug nun ein breiter, durchgehender Lufteinlass im unteren Bereich. Außerdem trägt der Van nun eine präsentere Niere und soll so einen sportlichen, aber für einen Van eleganten Auftritt beherrschen. Nun, er ist und bleibt ein Kompaktvan…

Die neuen LED-Scheinwerfer ziert nun eine hexagonale Grafik.

Neu ist zudem das Leuchtendesign für die optionalen LED- und adaptiven LED-Scheinwerfer, die mit einem blendfreien Fernlicht aufwarten. Die Doppelrundscheinwerfer sind nun hexagonal ausgeführt und damit etwas präsenter. Außerdem schließt BMW mit dieser Gestaltung zu den restlichen Modellen des Portfolios auf. Ach ja, noch etwas: Die Nebelscheinwerfer wurden ebenfalls neu gestaltet und sind in LED-Technik ausgeführt. Nicht verblüfft? Ok, ich auch nicht.

Gleiches gilt für das Heck des bayerischen Raumschiffs, das eine neue Heckschürze spendiert bekommen hat, die die Breite betonen soll. Vergrößerte Endrohre – bei den Dreizylindermotoren nur mit einem Endrohr – sollen den dynamischen Charakter des 2er Active Tourer weiter hervorheben. Bei den Vierzylindern dürfen immerhin aus zwei Flöten die Abgase herausprusten, sodass man tatsächlich von Dynamik sprechen kann. Noch eins drauf setzt der Active Tourer mit dem optionalen M Sportpaket und wirkt mit dem Facelift noch etwas bulliger und breiter.

Die neue Heckschürze mit integrierten Abgasrohren kündet vom Facelift.

Typisch Facelift: Neue Außenfarben. Wird das „Juraco Beige“ wohl eher einer älteren Klientel gerecht, kann man das neue, mutige „Sunset Orange“ wohl öfter auf den offiziellen Fotos denn auf den zugelassenen Autos zu sehen bekommen. Ebenfalls ein klassisches Mittel für eine Modellpflege sind neue Leichtmetallräder, die im Format 17 bis 19 Zoll zur Wahl stehen.

Innenraum – Bekanntes mit leichter Auffrischung

Feinere Materialien, neue Infotainment-Generationen und neue Polster zeugen vom Facelift.

Was direkt auffällt, sind die neuen, hochwertigeren Materialien im Innenraum sowie die neuen Sitzbezüge im BMW 2er Active Tourer und Gran Tourer. Sie sind nun mit einer Mischung aus „Stoff Sensatec“ und Leder bezogen und hinterlassen einen angenehmen Eindruck. Verändert wurde ebenfalls der Schaltknauf der Steptronic, der nun als rein elektronischer Gangwahlhebel ausgeführt ist. Machen wir an dieser Stelle direkt einen kleinen Abstecher in die Technik-Schublade: Erhältlich ist der geliftete BMW 2er Active Tourer mit drei Getrieben. Zur Wahl stehen eine Sechsgang-Handschaltung, eine 7-Gang Steptronic sowie eine 8-Gang-Steptronic. Ist letztere einzig den Modellen 220d und 225i xDrive vorbehalten, versteckt sich hinter der 7-Gang Steptronic ein Doppelkupplungsgetriebe.

Neuer, elektronischer Wahlhebel für die Steptronic-Getriebe.

Aber zurück zum Interieur: Für die zweite Lebenshälfte kommt nun das iDrive-System der neuesten Generation zum Zuge, dessen optionale Navigationssysteme mit 6,5 und 8,8 Zoll Bildschirmdiagonale ausgerüstet sind. Die Bedienung erfolgt nicht nur mit dem iDrive-Controller mit Touchfunktoin, sondern auch über den Touchscreen und eine Sprachsteuerung. Zudem ist der 2er Active Tourer hoch vernetzt und bietet die BMW ConnectedDrive Services – natürlich nur gegen deutliche Aufpreise. Wer es sich leisten möchte, fährt mit Real Time Traffic Informationen oder der Time-to-Leave-Funktion auf dem Zahn der Zeit. Zudem lassen sich Destinationen über eine App, das Web oder den Kalender teilen. Natürlich steht die mittlerweile übliche Smartphone-Integration über Apple CarPlay ebenfalls zur Verfügung. Je nach entsprechendem mobilem Endgerät kann dieses induktiv geladen werden. Und wie es sich für einen BMW gehört, bietet auch der 2er Active Tourer zahlreiche Assistenten. Darunter etwa die Active Cruise Control mit adaptiver Geschwindigkeitsregelung oder einen Stauassistenten.

Motoren – Der 2er Active Tourer bleibt dem Dreizylinder treu

Die neuen Dieselmotoren verfügen nun unter anderem über TwinTurbo-Lader.

Ja, die Dreizylinder-Motoren hatten ihre Probleme. Doch mit der nun verbauten neuesten Generation sollen diese der Vergangenheit angehören. So wurden alle Benzinmotoren mit umfangreichen Modifikationen versehen, darunter etwa eine neue Kurbelwelle, ein optimiertes Wärmemanagement, der Ventiltrieb sowie die Aufladung. Als Dreizylinder-Modelle stehen der 216i mit 109 PS und der 218i mit 140 PS parat, die jeweils über die bekannten 1.5 Liter Hubraum verfügen. Die Vierzylinder starten mit dem 220i mit 192 PS, einem 2.0 Liter Vierzylinder, und finden ihren Meister im 225i xDrive mit nachdrücklichen 231 PS. Eine Besonderheit stellt nach wie vor der Plug-In Hybrid 225xe iPerformance dar. Seine elektrische Reichweite beträgt 45 km, die Systemleistung liegt bei 224 PS, während der kombinierte Verbrauch auf 100 km lediglich 2,3 bis 2,5 Liter betragen soll.

Den Start in die Dieselwelt des Active Tourer unternimmt man mit dem 216d mit 116 PS, der auf 1.5 Liter Hubraum aus drei Brennräumen zurückgreift. Sein Verbrauch soll bei zurückhaltenden 4,3 Litern im Drittelmix liegen. Der 218d, der auch mit xDrive erhältlich ist, holt seine Kraft – ausreichende 150 PS – aus 2.0 Litern und vier Brennkammern. Topdiesel ist der 220d, ebenfalls optional mit xDrive erhältlich, mit 190 PS und 2.0 Litern Hubraum. Dieser greift, wie nun alle anderen Diesel auch, auf einen Dieselpartikelfilter, NoX-Speicherkat und ein SCR-System zurück. Unter Letzterem versteht man eine Harnstoffeinspritzung, die Stickoxide im Abgas verringert. Darüber hinaus sollen TwinTurbo-Lader für ein besseres Ansprechverhalten der Selbstzünder sorgen. Bei all den Maßnahmen kann man also annehmen, dass die Bayern die motorischen Schwierigkeiten in den Griff bekommen haben. Die ewig Gestrigen werden aber wohl weiterhin auf die Reihensechszylinder schwören werden und dem Fortschritt abschwören.

BMW X3 – Münchner Alleskönner

Sie haben es 2003 vorgemacht, die Münchner. Der erste BMW X3 begründete das Segment der Mittelklasse-SUV, pardon, SAV muss es natürlich heißen. Der BMW X3 möchte nämlich kein gewöhnliches Sports Utility Vehicle sein, sondern ein Sport Activity Vehicle. Die gepflegt dynamische Gangart ist das Metier des Bajuwaren, der seit seinem Marktstart mit dieser Attitüde überzeugen konnte und so auf stolze 1,5 Millionen verkaufte Exemplare in zwei Generationen kommt. Nun legen die Münchner die dritte Generation auf und wollen damit den nächsten Teil der Erfolgsgeschichte starten. Ihr Rezept: Eine markantere Formensprache, kräftige, aber gleichzeitig effiziente Aggregate sowie eine luxuriöse Ausstattung und gute Fahreigenschaften auf jedem Terrain – X-Drive sei Dank. Read more

Hellseher: BMW M4 DTM Champion Edition

Als ob sie es gewusst hätten, haben die Bayern zum erneuten Titelgewinn von Marco Wittmann in der DTM ein Sondermodell des BMW M4 aufgelegt. Der BMW M4 DMT Champion Edition ist extra zu Ehren seines DTM-Gewinns aufgelegt worden. Dabei hat Wittmann erst vor kurzem am Hockenheimring gewonnen. Hat BMW da etwas in die Kristallkugel geschaut? Read more

BMW Concept X2 – Nischenbesetzung

Die Bayern zeigen mal wieder etwas Neues: Diesmal – oh Wunder – ein Kompakt-SUV. Klar, schließlich boomt das Segment, wie kein zweites. Und da diese Nische scheinbar noch nicht gut genug besetzt ist, zeigt BMW auf dem Pariser Autosalon das BMW Concept X2. Es will mit eigenständigem Design gefallen und soll sich von den anderen X-Modellen differenzieren. Das Mittel: Anleihen an die Coupé Historie von BMW, womit  im Ergebnis ein sportliches, urbanes und kompaktes Konzept entstand. Hier kommen die Details. Read more

BMW eDrive Technologie made in Dingolfing

Zwischen Regensburg, Passau und Freising liegt die kleine, verschlafene Stadt Dingolfing. Neben ihrem Dasein als Kreisstadt des niederbayerischen Landkreises Dingolfing-Landau dient sie auch als Sitz des BMW Group Werks für Elektromotoren und Hochvoltspeicher. Damit stehen die Dingolfinger stets unter Strom und produzieren mit langjähriger Erfahrung und speziell qualifizierten Mitarbeiten Hochvoltspeicher für BMW Active E, BMW 3er ActiveHybrid, BMW 5er ActiveHybrid und BMW 7er ActiveHybrid.

Mit der Markteinführung der ersten Plug-in-Hybrid Modelle der BMW Kernbaureihen erreicht die Fertigung von BMW eDrive Komponenten eine neue Dimension. Die im Heck eingebauten Elektromotoren und alle Hochvoltspeicher für diese Fahrzeuge stammen aus Dingolfing. Insgesamt hat die BMW Group am Standort in den zurückliegenden Jahren mehr als 100 Millionen Euro in den Schwerpunkt Elektromobilität investiert und so dessen Zukunftsfähigkeit und die dortigen Arbeitsplätze gestärkt. Eine gute Investition, finden auch die Dingolfinger, denn hier werden auch hochqualifizierte Mitarbeiter gesucht und gefördert. Die Zahl der Mitarbeiter in der Komponenten-Fertigung für Plug-in Hybrid Fahrzeuge soll mittelfristig von derzeit rund 100 auf mehr als 200 wachsen.

BMWW Batterietechnik 019 Wissen Elektro Batterie Garching

Innovation und Zukunftsfähigkeit sollen in dem Werk das Aushängeschild sein. Ein markenübergreifender Knowhow-Transfer entspricht dem ganzheitlichen Konzept, das die BMW Group bei der Elektromobilität verfolgt. Ganz besonders auf ‚Inhouse‘-Entwicklungen wie die für das Fahrerlebnis entscheidenden Komponenten der elektrifizierten Antriebe sind die Dingolfinger stolz. Neben den Elektromotoren und den Hochvoltspeichern gilt dies auch für die Leistungselektronik und das Bordnetz – als Basis für das intelligente Energiemanagement. Mit der Entscheidung für eine eigenständige Entwicklung und Fertigung von eDrive Technologie hat sich die BMW Group eine im Wettbewerbsvergleich einzigartige Systemkompetenz gesichert. In einer neu errichteten Halle steht eine Fläche von rund 6 000 Quadratmetern für die zentrale Produktion von eDrive Komponenten im Produktionsnetzwerk zur Verfügung. Dabei kennzeichnet auch Flexibilität das Portfolio der eDrive Komponenten in dem Werk. Die Kombination aus Standardisierung und Flexibilität ermöglicht es, die Anforderungen aktueller und künftiger Fahrzeuge mit rein elektrischem beziehungsweise Plug-in-Hybrid Antrieb abzudecken.

Damit steht fest, dass Elektromotoren aus Dingolfing für spezifische Technologien und innovative Fertigung für ein charakteristische Elektrofahrerlebnis stehen.

News: BMW i3 Mister Porter – „Wenn´s schee mocht?!“

BMW zeigt auf dem Autosalon in Genf in diesem Jahr nicht nur den Hybrid-Sportwagen i8 in einem exklusiven Trimm, sondern auch die kleinere i-Variante als Limited Edition. Der BMW i3 Mr Porter stellt eine Kooperation des Internet-Luxusportals mit dem bayerischen Autobauer dar, die auf die Tugenden eines Gentleman abzielt. Wie sich das ausgestaltet, sieht man entweder bei uns oder in Genf. Read more

Endlich: Erster Test des neuen Ford Mustang!

München – Erster Test

Lange hat es gedauert. Gefühlte 100 Motorshows und Automobil-Messen hat uns Ford hingehalten. Uns „das Pony“ immer wieder schmackhaft gemacht. Ausgehungert sind wir. Wollen endlich die pure V8-Gewalt aus den USA. Jetzt präsentieren die Ford-Boys endlich „das Pony“ für Europa. Und sie knallen es uns mit einem Sonderpreis um die Ohren: 40.000 € für ein V8-Coupé mit manueller Sechsgangschaltung und Heckantrieb. Wer da noch nach den US-Importpreisen von Mustang V6-Coupés schielt, der kauft auch Gammelfleisch beim Discounter.Warum das so ist, das erklären wir in unserem Fahrbericht!

Endlich!

Erste Testfahrt im Ford Mustang

Ford Mustang 201503 fahrberanstaltung fotos hersteller

Und der Haifisch, der hat Zähne

Der Mustang ist lebendiges US-Kulturgut. Die erste Fahrt erlebt man idealerweise im V8-Fastback. Im Kopf spielt sich der Film „Bullitt“ oder „Gone in 60 seconds“ ab. Die lange Motorhaube zittert der „german Autobahn“ entgegen. Lange Haube, hoher Kühlergrill. Dazu von der Seite die obligatorische Haifisch-Schnauze des Mustangs. Beim Design haben die Ford-Leute kraftvoll in die Schublade Heritage gelangt und es tatsächlich geschafft, den typischen Mustang-Look in den Crashtest und Fußgänger-Schutz der Neuzeit zu transferieren. OP mehr als gelungen, der Mustang macht uns aber bereits seit gut 2 Jahren auf jeder neuen Autoshow mehr an!

Heckschwenk: Kann er

Die erste wichtige Fahrveranstaltung für den Ford Mustang und das auf deutschem Boden. Kein Flug nach Barcelona, dafür tauschen wir den Sonnenschein mit freier Autobahn und Regen mit der Chance zum Driften durch Oberbayern. Der Mustang ist mit seiner neuen Hinterachse – die Starrachse musste einer aufwendigen Einzelradaufhängung mit Integrallenkern weichen – optimal gerüstet für den Ausflug ins winklige Eck rund um den Tegernsee. Fiese Frostaufbrüche? Egal. Nur zu feucht sollte es nicht werden, denn dann hält die 275 Pirelli P-Zero nichts mehr in der Spur. Und ich rede hier nicht von „Kupplung schnalzen“ lassen, einfach durchbeschleunigen im dritten Gang. Bei 4.250 Umdrehungen (Revolutions per Minute) schüttelt der 5.0 V8 mit seinen dann anliegenden 530 Nm die Haftung einfach von der Hinterachse und zuckt, grummelt, faucht und bollert im feinstem V8-Timbre quer in Fahrtrichtung.

Wer sich dem Proll-Faktor von rauchenden Reifen ergeben will, dem hat Ford mit der Line-Lock Funktion via Bordcomputer eine pubertäre Spielhilfe an die Hand gegeben. Ohne die Hinterradbremse und die Radlager der Hinterachse zu grillen, lässt sich so per Bremsdruck nur die Vorderachse sperren und die Hinterachse bis zu 15 Sekunden in beißend grauen Reifenqualm hüllen. Ford spricht vom „Anwärmen“ der Hinterachse – mal schauen, was die örtlichen Wachtmeister sagen …

Ford Mustang 201501 fahrberanstaltung fotos hersteller

V8 oder EcoBoost

Blasphemie – ein Turbo-Vierzylinder im „Mustang“. Mein erster Gedanke. Mein zweiter Gedanke: Hm, ohne den schweren V8 auf der Vorderachse könnte selbst ein US-Pony zum Fahrspaß-Bringer werden. Zumal der 2.3 Liter EcoBoost Vierzylinder mit 317 PS und 432 Nm nicht wirklich als „lendenschwach“ betitelt werden kann. Er bietet – vor allem beim Drehmoment – deutlich mehr als der in den USA angebotene 3.7 Liter V6-Benziner.

Zweiter Blick in die technischen Daten:Der V8 Mustang wiegt nur 65 Kilogramm mehr als der Vierzylinder-Kollege. Das erklärt den Fahreindruck des V8. Ford hat es geschafft, den V8 nicht allzu weit über die Vorderachse hinaus wandern zu lassen. Das hilft bei den Achslastverteilungen. Die 255er Reifen auf der Vorderachse und die wirklich gelungene Abstimmung des Fahrwerks lassen den Mustang fast schon handlich wirken. Sportlich allemal. Dank Sperr-Differential an der Hinterachse lassen sich fast beliebige Driftwinkel zaubern und halten.

Neben dem V8 aus den USA zaubert einem das manuelle Sechsgang-Getriebe ein Grinsen in das Gesicht. Ford hat sich beim Fahrwerk und dessen Auslegung am europäischen Sportwagen-Firmament orientiert, das bringt Fahrfreude. Und das Schaltgetriebe wurde auch mit einem Seitenblick auf die Besten konstruiert, knackig, direkt, zackig zu schalten. Das passt!

Der Mustang fährt sich so, wie man das als Europäer immer erträumt hat. Und das nicht nur geradeaus. Die Lenkung lässt sich, dem Spieltrieb seiner Entwickler sei Dank, in drei Stufen in der Wirkung einstellen. Unnötig, ja. Aber wenn man nur wenige Stunden mit einem neuen Auto hat, dann probiert man tatsächlich alle drei Stufen aus.

Ford Mustang 201502 fahrberanstaltung fotos hersteller

Im Gelände-Modus

Gleich vier Stufen gibt es im „Fahrdynamik-Modus“. Normal, Sport+, Gelände und Winter. Gelände? Ja 😉 – irgendwer bei Ford Europa hatte bei der Bedienung des „Bing-Translators“ wenig Glück und übersetzte die „Track“ Einstellung, also den Rennstrecken-Modus, in Gelände. Wir haben bei der ersten Testrunde eher einen Bogen um Offroad-Strecken gemacht. Trotzdem gern genutzt, die  „Track-Einstellung“.

Doch Vorsicht. Der Track-Modus lässt bereits einiges an Heckschwenks und Driftwinkeln zu. Wer jetzt, auf regennasser Straße, noch das ESP vollständig deaktiviert, der sollte wissen, wie man „übersteuern“ kontrolliert. Das Pony tritt nämlich zackig und effektvoll aus!

Leder: Hat er

Die Ausstattung der Mustangs ist vollständig. Allerdings wirkt das verwendete Leder, ebenso wie die verchromten Taster und Rändelrädchen, billig. Gut. 421 PS, V8, Heckantrieb, volle Hütte – da wollen wir über diese Kleinigkeiten nicht meckern. Das würde auch bedeuten, man hätte den Mustang nicht verstanden. Er will nicht die Premium-Mitbewerber durch Premium-Verarbeitung ausstechen, er will tief in die Seelen der Downsizing geschundenen Großserien-Käufer krabbeln. Sein V8 Brabbeln ist ehrlich, echt. Und selbst mit dem 2.3 Liter Vierzylinder-Turbo macht der Mustang Laune. So richtig Laune.

Durst: Geht

Wer den V8 an der kurzen Leine hält, der galoppiert mit weniger als 9 Litern durch die Landschaft. Die sparsame Tour gelingt mit dem 2.3 Liter Turbo natürlich noch ein wenig besser. 8 Liter im NEFZ gibt FORD für den EcoBoost an. Kann man schaffen. Muss man nicht. Der 2.3 Liter ist ein toller Motor, aber im Mustang wird man auf deutschen Straßen vermutlich zu 2/3 den V8 antreffen. Wenn man mal einen Mustang trifft.

Performance-Paket vs. Import V6

Der Ford Mustang regt die Gemüter an und in den Foren des Internets wird heiß über die Preise diskutiert. Dabei zeigt sich: Nichts kann so billig sein, als dass nicht noch jemand mit einem billigeren Preis kontern will. Der Import-Preis eines US-Modells mit V6 liegt netto bei knapp über 20.000 US-Dollar. Dazu kommen Fracht, Steuern und Gebühren und am Ende hat man die US-Brot und Butter-Version. Dazu muss man sagen: Die hat die gleiche sexy Hülle, ist aber weit entfernt von dem, was wir hier gefahren sind. Die von deutschen Ford-Händlern verkauften „Ponys“ kommen alle in Serie mit dem für die USA optionalen „Ford Performance Paket“ und das macht Sinn. Verstärkte Bremsen, steifere Fahrwerksbuchsen und eine sportlichere Fahrwerksabstimmung erlauben den direkten Wettbewerb mit den deutschen Premium-Gegnern. Der V8-Mustang in deutscher Spezifikation ist kein Vergleich zum lendenschwachen US-V6-Pony.

Ford Mustang 2015 13 pressefotos hersteller

Fazit:

Ford Mustang: So fühlt sich nur das Pony an!

40.000 € sind eine Kampfansage, nur 3.000 Stück für Europa aber auch. Wer sich heute für einen Mustang aus dem Verkaufsraum des Ford-Händlers entscheidet – ausgestellt werden die „Ponys“ im übrigen nur in „Ford-Stores“ (bestellt werden können die Kult-Kisten aber überall dort, wo es auch neue Fiestas und Transits gibt) –  wer sich also heute für einen neuen Mustang entscheidet, der wird warten müssen. Mindestens 6 Monate, denn die erste Schiffsladung der US-Kult-Coupés (und Cabrios) ist bereits ausverkauft.

Und der neue Ford Mustang ist eine klare Kaufempfehlung. Noch einmal V8, noch einmal purer Sound. Die V6-Importmodelle sollte man meiden wie das Gammelfleisch beim Discounter. Dann doch lieber den 2.3 Liter EcoBoost Turbo inklusive Performance-Paket.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Ford Mustang GT Fastback

5.0 V8 Performance – 6-Gang manuell

Bauart Achtzylinder, V-Motor, Voll-Aluminium
Hubraum 4.951 ccm³
Leistung 421 PS / 6.500 U/min
Kraft 530 Nm / 4.250 U/min
Getriebe 6-Gang manuell
Antriebsachse Hinterachse, Sperr-Differential

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.784, 1.916, 1.394
Radstand 2.720
Leergewicht 1.720
 Wendekreis 12,2 m
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 4,9 sec
Normverbrauch 13.5 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Kosten“]

Basispreis 40.000 €
Testwagenpreis
Versicherung HP 19 / VK 28 / TK 27
KFZ-Steuer
Rabatt-Chance gering
Wiederverkaufswert hoch

KFZ-Versicherungsrechner

[/toggle]

Premium – Galerie – Ford Mustang