Mit dem BMW i3 im Drift – Quer-Spannung

Von wegen lustlose Öko-Mobile! Wer schon mal mit einem Elektroauto unterwegs war, weiß, dass die Stromer nicht nur für ein grünes Gewissen, sondern auch für eine gehörige Portion Fahrspaß sorgen. Zumindest in Teilbereichen. Anders als beim Verbrenner, der Leistung und Drehmoment in ausreichender Menge erst ab einer gewissen Drehzahl bereitstellt, kann beim Elektromotor quasi die komplette Kraft aus dem Stand weg abgerufen werden. Knackige Kavalierstarts an der Ampel und souveräne Überholmanöver sind selbst mit den kleinsten Stromern kein Problem. Bei den meisten E-Autos ist der Spaßfaktor aber eher Nebeneffekt, hauptsächlich sind sie grundsolide Stadtmobile. Umso überraschter waren wir, als BMW zur Drift-Experience bat – mit einem i3.

Zugegeben, der kleinen Karbon-Kiste trauen wir ja einiges zu, nicht aber, dass sie im Walzerschritt durchs Gelände schunkelt. Genau das aber will Rauno Aaltonen beweisen. Wenn einer den i3 quer kriegt, dann der finnische Rallye-Professor, der das Driften wahrscheinlich noch besser beherrscht als das kleine Einmaleins. Also geht es mit Rauno auf den Weg, zu einer Wald-und-Wiesen-Rallyestrecke, gut zwei Stunden von seiner Heimatstadt Turku an der finnischen Westküste entfernt. Der Abenteuerspielplatz im Niemandsland lockt zahlreiche Motorsport-Fans, die hier ihre in der Regel selbst umgebauten Rallye-Kisten durchs Gelände treiben. Wo sonst lautes Motorengebrüll den Ton angibt, will der Großmeister zeigen, dass man auch mit dem lautlosen BMW i3 Fliegen auf der Seitenscheibe sammeln kann.

Wo sonst lautes Motorengebrüll den Ton angibt, wirbelt der i3 nur leise Staub auf

Selbst ein Profi wie Aaltonen kriegt diesen BMW aber nicht so ohne weiteres quer. Am Untergrund liegt’s nicht, die Schotterpiste bietet die besten Voraussetzungen. Doch der geringen Reibung steht ein äußerst talentiertes Stabilitätssystem entgegen, dass den i3 durch gezielte Bremseingriffe immer wieder auf Kurs bringt und im Zweifelsfall die Motorleistung so weit drosselt, dass an ein Übersteuern gar nicht mehr zu denken ist. Das Problem: Im i3 kann man das ESP nicht ausschalten. Oder besser gesagt, der Kunde kann es nicht.

Selbst ein Profi wie Aaltonen kriegt diesen BMW aber nicht so ohne weiteres quer.

Mit der richtigen Software und ein paar wenigen Tastenklicks überlistet der mitgereiste BMW-Ingenieur aber die Technik und sperrt den elektronischen Wachhund in den Zwinger. Die kleine, gelbe Kontrollleuchte bescheinigt den Erfolg des Hacker-Angriffs, Rauno reibt sich schon die Hände: „Jetzt geht’s los!“ Forsch tritt der Finne das Strompedal durch, und schon beim Anfahren hinterlässt die fehlende Sicherheitstechnik sprichwörtlich Spuren – und zwar im Schotter. 250 Newtonmeter Drehmoment fallen unverhofft über die Hinterräder her, die sich erstmal in den weichen Untergrund wühlen, ehe sie die Kraft in Vorwärtsdrang verwandeln.

Der Kurs ist nicht gerade großzügig, die Passagen im Wald sind unübersichtlich und das Licht-und-Schattenspiel, das die Sonne durch die Bäume zaubert, macht es auch nicht leichter, den richtigen Kurs zu finden. Mit eingeschaltetem ESP war das kein Problem: Rechter Fuß aus Fahrpedal und los. Jedes kleinste Zucken des Hecks hat die Technik auf den Plan gerufen und als führen wir auf bestem Asphalt, haben wir die Strecke quasi auf der Ideallinie umrundet – mit einer Hand am Lenkrad und locker parlierend. Diese Gemütlichkeit ist – zumindest bei uns – inzwischen einer spürbaren Anspannung gewichen. Rauno lenkt nur leicht ein, gibt Gas und das Heck versucht das Auto zu überholen. Im perfektem Drift geht es um die Kurve, der Altmeister beherrscht das Zusammenspiel aus Gasgeben, Bremsen und Gegenlenken im Schlaf. Kaum einen Meter der Strecke legen wir geradeaus zurück, die Frontscheibe hätte man getrost auch überkleben können.

Im i3 steckt enormes Spaßpotenzial

Zurück am Ausgangspunkt springt Rauno aus dem Auto und ruft ein fröhliches „Und jetzt Du!“ zu. Leicht blass geht auf den Fahrersitz, bin froh, dass ich jetzt auch noch das Lenkrad zum Festhalten vor mir habe. Wohlwissend was im gepimpten i3 steckt, rolle ich langsam los und Rauno gibt mir noch ein paar Profi-Tipps. Die aber lösen sich gleich in der ersten Kurve mit einer Drehung um die eigene Hochachse in Staub auf. Spätestens jetzt ist mir klar, warum der Kunde das ESP nicht ausschalten kann.

250 Newtonmeter Drehmoment fallen unverhofft über die Hinterräder her, die sich erstmal in den weichen Untergrund wühlen

Aber mit jedem Meter mehr merke ich auch, das noch viel mehr Spaßpotenzial in der kleinen Öko-Kiste steckt, als man beim flotten Ampelstart erahnen kann. Den richtigen Dreh hab ich mit Raunos Hilfe schnell raus und der BMW nimmt Kehre für Kehre ein bisschen querer. Der i3 macht es einem aber auch einfach: „Hinterradantrieb, sofort abrufbare Kraft und der wegen der Akkus extrem tiefe Schwerpunkt sind die idealen Voraussetzungen zum Driften“, schwärmt Aaltonen und spekuliert, dass der Münchner in der Rallye-Meisterschaft gute Chancen auf einen Titel hätte – wenn ihm nicht alsbald der Strom ausginge. Denn effizient ist die Querfahrerei in keinerlei Hinsicht, und schon nach wenigen Runden beendet die Ladestandsanzeige das Driftvergnügen schon wieder. Was bleibt, ist die endgültige Gewissheit, dass Elektroautos – zumindest mit ausgeschaltetem ESP – mehr können, als man annehmen könnte. Auch wenn diese Erkenntnis im Alltag nicht wirklich weiterhilft. (Michael Gebhardt/SP-X)

BMW i3 – Ab 2018 mit 450 Kilometer Reichweite

Um mit angekündigten, reichweitenstarken Elektroautos wie dem Opel Ampera-e wieder auf Augenhöhe zu fahren, bekommt der BMW i3 2018 ein erneutes Batterie-Update: Dann soll die Reichweite auf 450 Kilometer nach aktuellem europäischem Fahrzyklus steigen, berichtet die Zeitschrift „Auto, Motor und Sport“ unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Seit kurzem bietet BMW für den Elektro-Kleinwagen bereits eine neue Batterie mit 33 kWh an, mit der der i3 eine Normreichweite von 300 Kilometer erreicht. Der etwas größere Opel Ampera-e soll im Frühjahr 2017 auf den Markt kommen und mit seinem 60-kWh-Akku gut 500 Kilometer weit kommen.

Bereits mit dem neuen 33-kWh-Akku, den BMW seit Sommer für 1.200 Euro Aufpreis anbietet, ist es gelungen, die Nachfrage zu steigern, in manchen Märkten um 50 bis 60 Prozent, berichtet die Zeitschrift. Auch die erneute Steigerung der Reichweite ab 2018 wird wieder mit einem stärkeren Akku bei gleicher Größe erreicht, denn für eine deutlich größere Batterie ist im i3 aufgrund der Karbonstruktur des Fahrzeugs kein Platz.

Zwar sind die meisten i3-Kunden laut BMW mit der bisherigen Reichweite zufrieden, aber bei Neukunden habe man „die emotionale Komponente“ dieser Limitation unterschätzt. Das Karbonkonzept, bei dem die Karosserie nahezu unveränderlich ist, sei nichts für den Einstieg in den Massenmarkt der Elektromobilität, räumte man laut „Auto Motor und Sport“ beim Münchner Autobauer ein. Trotzdem sei das Konzept eines Elektroautos, das sich von konventionell angetriebenen Fahrzeugen stark unterscheidet, richtig gewesen.

Für große E-Auto-Stückzahlen müssen in näherer Zukunft konventionelle Modelle herhalten. So soll der neue X3 ab 2019 nach Angaben der Zeitschrift auch mit rein elektrischem Antrieb zu kaufen sein. Außerdem wird es einen elektrischen Mini geben. Ein neuer BMW i mit größerer Karbonkarosserie könnte demnach 2021 auf den Markt kommen, dann mit autonomen Fahrfunktionen.
(Hanne Schweitzer/SP-X)

Renault Zoe R400 – Rüsselsheim aufgepasst

Erst kürzlich haben die Bayern von BMW den i3 mit einer Reichweite von 300 km vorgestellt – ein Schritt in die richtige Richtung. Aber erst mit dem Opel Ampera-E kann man auf den Gedanken kommen, ein E-Fahrzeuge als vollwertiges Substitut für einen Verbrenner anzusehen. Warum? Er bietet 400 km Reichweite und ist damit weitaus flexibler in seinem Einsatzbereich, als die bisherigen Stromer. Mittlerweile haben die Rüsselsheimer sogar auf 500 km hoch-korrigiert – was man so hört. Dementsprechend wollen die Franzosen natürlich mitziehen und präsentieren in Paris nun den Renault Zoe R400 mit 400 km Reichweite. Opel darf sich also auf einen deutsch-französischen Schlagabtausch gefasst machen. Read more

BMW i3 – Theoretisch 300 Kilometer

Rund zweieinhalb Jahre nach dem Marktstart des Elektro-Kleinwagens i3 weitet BMW nun das Angebot aus: Ab Sommer gibt es eine Version mit größerer Batteriekapazität und damit größerer Reichweite von bis zu 300 Kilometern. Der bisherige i3 mit bis zu 190 Kilometern Reichweite bleibt im Programm. Besitzer älterer i3 können ihren Akku austauschen lassen. Zu Preisen ist noch nichts bekannt, der Standard-i3 kostet derzeit ab 34.950 Euro.

Statt 22 kWh hat die neue Batterie 33 kWh Gesamtenergie. Erreicht wird dies durch eine höhere Speicherdichte der Lithium-Ionen-Zellen, so dass die Zellkapazität auf 94 Amperestunden (Ah) steigt (zuvor: 60 Ah). Die maximale Reichweite liegt nun unter Laborbedingungen bei 300 statt 190 Kilometer. Selbst im Alltagseinsatz, bei widrigen Wetterbedingungen und Nutzung von starken Verbrauchern wie Klimaanlage und Heizung sollen laut BMW realistisch bis zu 200 Kilometer Reichweite möglich sein.

Ähnlich wie der i3 hatte bereits sein schärfster Konkurrent, der Nissan Leaf vor einem halben Jahr ein Batterie-Update bekommen. Der 80 kW/109 PS starke Japaner fährt mit einer 30 kWh statt 24 kWh großen Batterie maximal statt 200 nun 250 Kilometer weit.

Mit dem Modellausbau erweitert sich auch die Optionsliste
Mit dem Modellausbau erweitert sich auch die Optionsliste

Trotz des leicht angestiegenen Fahrzeuggewichts (1.245 Kilogramm) sind die Fahrleistungen des 125 kW/170 starken Hybrid-Synchron-Elektromotors beim BMW nahezu unverändert: Die neue Variante ist mit 7,3 Sekunden von null auf 100 km/h eine Zehntelsekunde langsamer als das bisherige Modell. Durch eine überarbeitete Motorsteuerung und weiter optimierte Reifen sinkt der Stromverbrauch des neuen i3, BMW gibt ihn mit 12,6 kWh/100 km an (bisher: 12,9 kWh/100 km).

Für beide Batterieversionen wird es weiterhin eine Modellvariante mit Range Extender geben. Der Zweizylinder-Benziner (Aufpreis derzeit: 4.500 Euro) hält während der Fahrt den Ladezustand der Batterie konstant und sorgt so für 150 Kilometer zusätzliche Reichweite.

Besitzer älterer i3 können ihr Fahrzeug mit der neuen Batterie ausrüsten. Die von den Kunden eingetauschten Batterien mit 22 kWh starten in ein zweites Leben und werden für den Aufbau von stationären Stromspeichern verwendet.

Selbst im Alltagseinsatz, bei widrigen Wetterbedingungen und Nutzung von starken Verbrauchern wie Klimaanlage und Heizung sollen laut BMW realistisch bis zu 200 Kilometer Reichweite möglich sein
Selbst im Alltagseinsatz, bei widrigen Wetterbedingungen und Nutzung von starken Verbrauchern wie Klimaanlage und Heizung sollen laut BMW realistisch bis zu 200 Kilometer Reichweite möglich sein

Mit der neuen Batterie ändert sich auch die Ladetechnik: Damit sich die Ladezeiten angesichts der höheren Batteriekapazität nicht zu sehr erhöhen, hat BMW die Ladeelektronik des E-Autos angepasst. Der neue i3 (94 Ah) verarbeitet dreiphasige Ladeströme mit 11 kW. Bisher konnte der i3 (60 Ah) mit einphasigem Wechselstrom bei 7,4 kW geladen werden. An einer AC-Schnellladesäule (Wechselstrom) lädt der neue i3 so in unter drei Stunden. An der Haushaltssteckdose mit 2,8 kW braucht er dafür unter zehn Stunden (vorher: rund acht Stunden). An einer DS-Schnellladestation mit 50 kW (Gleichstrom) sind die Batteriezellen in weniger als 40 Minuten wieder zu mindestens 80 Prozent gefüllt. Beim i3 (60 Ah) ist dieser Wert in 25 Minuten erreicht.

Von außen erkennen kann man das neue Modell nur, wenn es in der nur für diese Antriebsvariante verfügbaren neuen Lackierung Protonic Blue vorfährt, die bisher dem Hybrid-Sportwagen BMW i8 vorbehalten war. Mit dem Modellausbau erweitert sich auch die Optionsliste, zudem bietet BMW eine neue Generation ihrer Wallbox an, die beim Kunden in der heimischen Garage montiert wird.

Die E-Prämie der Bundesregierung – Die Hintergründe

Seit heute um 11 Uhr ist es raus: Die Bundesregierung bezuschusst den Kauf von E-Fahrzeugen – sowohl Plug-In-Hybride wie auch voll elektrische Fahrzeuge. Dafür trafen sich die Minister mit Vertretern von Volkswagen, Mercedes und BMW und entschieden die Details. Etwa eine Milliarde Euro steht bereit, um den Verkauf von E-Fahrzeugen bis 2020 auf ein Prozent der Zulassungen zu treiben. Getragen werden die Kosten paritätisch von der Automobil-Industrie und vom Bund. Read more

News: BMW i3 Mister Porter – „Wenn´s schee mocht?!“

BMW zeigt auf dem Autosalon in Genf in diesem Jahr nicht nur den Hybrid-Sportwagen i8 in einem exklusiven Trimm, sondern auch die kleinere i-Variante als Limited Edition. Der BMW i3 Mr Porter stellt eine Kooperation des Internet-Luxusportals mit dem bayerischen Autobauer dar, die auf die Tugenden eines Gentleman abzielt. Wie sich das ausgestaltet, sieht man entweder bei uns oder in Genf. Read more

News: BMW i3 mit Vielflieger-Meilen kaufen – Nur für Über-Flieger

Beim Kauf des BMW i3 kann man künftig Bonusmeilen der Lufthansa anrechnen lassen. Das Elektroauto ist nun Bestandteil des Vielflieger-Programms „Miles and More“. Zweimal Malle und zurück reicht dafür aber nicht: Elf Millionen Meilen werden für das inklusive diverser Extras 45.740 Euro teure E-Auto fällig. Gut 500-mal müsste man dafür beispielsweise Business Class in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires und zurück geflogen sein. Wer nur Eco bucht, müsste je nach Buchungsklasse etwa doppelt so oft hin und her fliegen.

Allerdings kann man die Zahlungsweise Meilen und Euro auch kombinieren. Ob sich das lohnt, ist allerdings eine andere Frage: Für 100.000 Meilen – das ist die Grenze, bei der man im „Miles-and-More“-Programm den begehrten „Senator“-Status erreicht – kostet der i3 laut dem Rechner im Internetshop immer noch 45.324 Euro. Um 100.000 Meilen zu erreichen, muss man allerdings schon ziemlich viel unterwegs sein, muss grob gerechnet beispielsweise ein Jahr lang geschäftlich einmal die Woche nach London fliegen – Business Class, versteht sich.

Wer wirklich sehr viel unterwegs ist, gerne teure Buchungsklassen wählt und seine Bonusmeilen über Jahre aufgespart hat, der kann den Preis drücken. Allerdings dürfte derjenige das Elektroauto wohl auch bar zahlen können.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Ein Jahr im BMW i3 – Gegen den Strom

Laut ist out. Nie wieder ein Auto mit Verbrennungsmotor. Das war meine Devise vor über einem Jahr. Der Grund: Es gibt bessere Antriebe, einen elektrischen zum Beispiel. Vor allem, wenn man fast ausschließlich in einer Großstadt wie Hamburg unterwegs ist.

Bei den Marketing-Strategen laufe ich unter dem Namen „Early Adopter“ oder „First Mover“. Das sind Kunden, die sich ein Produkt zulegen, bevor es die Masse tut. Der BMW i3 ist so ein Produkt. Ein Elektroauto mit Karbon-Karosserie, ein Öko-Statement, extravagant gestylt, rostfrei, ultramodern in der Konzeption. BMW meint sogar, es sei ein größerer Sprung als von der Kutsche zum Automobil.

Kein Benzin, kein Diesel, kein Altöl, kein Keilriemen, kein Auspuff, nichts schmutzt, nichts stinkt, nichts lärmt. Die zukünftige Mobilität, leise, sauber, nachhaltig und cool. Alles schön und gut, doch leider noch unverschämt teuer. Schon der Basispreis des i3 liegt bei 34.950 Euro. Doch dabei bleibt es bei so einem Auto nicht. Niemand kauft hier ein mager ausgestattetes Grundmodell. Mit einigen Extras sind, wie in meinem Fall, schnell 45.000 Euro zusammen. Es wundert also nicht, warum in Deutschland so wenig i3 unterwegs sind.

Alles schön und gut, doch leider noch unverschämt teuer. Schon der Basispreis des i3 liegt bei 35.900 Euro.
Alles schön und gut, doch leider noch unverschämt teuer. Schon der Basispreis des i3 liegt bei 35.900 Euro.

Auf der anderen Seite: Man genießt die Exklusivität. Anders fahren als die anderen. Mit Strom gegen den Strom. Seit März 2014 leistet der BMW i3 mir gute Dienste, einen Sommer lang, einen Winter lang und wieder einen Sommer lang. Jüngst übersprang der Kilometerzähler die Marke von 18.000. Wenige i3-Besitzer dürften ähnlich ausgeprägte Erfahrungen mit dem Hightech-Stromer haben. Die guten vorweg: Kein Kompaktwagen hat mir jemals mehr Fahrspaß bereitet. Die fast lautlose und gleichmäßige Beschleunigung sind der pure Genuss. Ebenso die Ruhe, die der i3 trotz seiner sportlichen Fahrleistungen ausstrahlt. Hinzu kommen ein guter Sitzkomfort, eine klasse Übersicht, der bequeme Ein- und Ausstieg (zumindest vorne), ein reduziertes, ultramodernes Cockpit und das großzügige Raumgefühl, weil keine Mittelkonsole Fahrer und Beifahrer trennt. Bereits nach einigen Wochen konnte ich mir nicht mehr vorstellen, jemals wieder ein konventionelles Auto bewegen zu wollen. Selbst wenn es 500 PS haben sollte.

Aber: Der i3 ist längst nicht perfekt. Seine Achillesferse – wie bei jedem Elektroauto – bleibt der Akku. Im Carbon-BMW stecken hunderte von Lithium-Ionen-Zellen mit einer Gesamtkapazität von 22 kWh. Genutzt werden davon 18,8 kWh. Das soll verhindern, dass man die Batterie ganz leer fährt. Sonst würden die Zellen leiden. BMW verspricht unter Alltagsbedingungen eine Reichweite von 130 bis 160 Kilometer, im Fahrmodus „EcoPro“ weitere 20 und mit „EcoPro+“ (reduzierte Leistung, maximales Tempo 90 km/h) nochmals 20 Kilometer. Als Bestwert werden somit 190 Kilometer angegeben. In der Realität ist dieser Wert illusorisch. Wer ihn schaffen will, muss über Landstraßen mit Tempo 50 schleichen, viel ausrollen und so behutsam beschleunigen, dass selbst Sonntagsausflügler genervt sind. Die Wirklichkeit sieht so aus: Im Alltag schafft man 130 Kilometer – bei warmen Wetter.

Gespannt war ich auf den Winter. Akkus mögen keine Kälte. Im meinem Freundeskreis wurden bereits Witze gemacht. Was haben ein Käfer-Fahrer und ein BMW-i3-Besitzer gemeinsam? Sie frieren. Nun, ganz so ist es nicht. Der Käfer-Fahrer friert, weil seine Heizung einfach grottenschlecht ist. Der i3-Fahrer dagegen friert nur, wenn oder weil er Strom sparen muss, um beispielsweise den Weg nach Hause zu schaffen. Warme Luft für den Innenraum muss im i3 eine Zusatzheizung erzeugen – mit Strom aus der Batterie. Sobald die Heizung läuft, zeigt das Display nur noch eine Reichweite von 90 Kilometern an, fast 25 Prozent weniger.

Aber: Der i3 ist längst nicht perfekt. Seine Achillesferse – wie bei jedem Elektroauto – bleibt der Akku.
Aber: Der i3 ist längst nicht perfekt. Seine Achillesferse – wie bei jedem Elektroauto – bleibt der Akku.

Wer also Strom sparen will, muss frösteln – oder eine dicke Jacke anziehen, eine Decke über die Beine legen und Handschuhe tragen. Letzteres weil BMW die Lenkradheizung vergessen hat. Der Ring ist im Winter eiskalt. Vermutlich wird dieses Extra zur ersten Modellpflege nachgereicht. Auch die Freude über die „Vorkonditionierung“ hält sich in Grenzen. Gut gemeint: Hängt der i3 am Ladekabel kann er bequem über die App „i Remote“ per Handy klimatisiert werden. Das funktioniert auch zuverlässig. Im Winter heizt das System das i3-Zimmer zur eingestellten Abfahrtszeit – Start 15 Minuten vorher – auf 22 Grad Celsius auf. Die Scheiben sind enteist und das Cockpit ist kuschelig warm. Doch leider wird hier die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Strom fürs Vorheizen kommt nicht etwa aus dem Netz sondern aus der Batterie. Wie das? Sieben bis zehn Kilometer Reichweite sind schon vor Fahrtantritt futsch. Bei BMW heißt es dazu, dass die Vorwärmung nur mit der sogenannten Power-Wallbox funktioniert. „Über die gewöhnliche Haussteckdose fließt zu wenig Strom“, sagt i-Chefentwickler Ulrich Kranz.

Raum für Nachbesserung hat beim i3 auch das selbsternannte 360-Grad-Mobilitätskonzept. Wer eine längere Tour beabsichtigt, kann zwar über seine Sixt Goldkarte, die BMW i in Kooperation mit dem Autovermieter ausgibt, beispielsweise einen Fünfer-Touring für die Fahrt von Hamburg nach München zu etwas günstigeren Konditionen mieten. Mehr aber auch nicht. Wie es besser geht, zeigt Volkswagen. Besitzer eines Elektro-Golf haben 30 Tage im Jahr Anspruch auf einen konventionellen Wagen – kostenlos.

Wie teuer letztlich das Abenteuer i3 ein Jahr nach Kauf kommt, liefert die Abschlussbilanz nach 16 Monaten. Mein Durchschnittsverbrauch laut Bordcomputer: 11,9 kWh/100 km. Strom einschließlich Ladeverlust: 15 kWh/100 km. Fahrstrecke: 18.000 Kilometer. Das ergibt bei derzeitigen 27 Cent/kWh Stromkosten von 729 Euro. Günstiger lässt sich individuelle Mobilität schwerlich umsetzen, schon gar nicht mit einem 170-PS-Auto, egal ob Diesel, Benziner oder Erdgas. Bisherige Werkstatt/Service-Kosten: null Euro. Denn der i3-E-Motor läuft so gut wie verschleißfrei. Ölwechsel entfällt. Zudem muss man nur sehr selten die Fußbremse betätigen, weil das Auto wunderbar über die Rekuperation des Elektromotors verzögert werden kann. Heißt: Beläge und Bremsscheiben halten deutlich länger.

Der einzige Elektroschock ist der Restwert. BMW beziffert ihn auf rund 28.000 Euro. Das wäre ein Minus von 40 Prozent. Somit ist klar: Ich werde weiter stromern. Auch aus Überzeugung, weil ich glaube, dass dies, trotz der Akku-Nachteile, die künftige Art der automobilen Fortbewegung ist.

Autor: Michael Specht/SP-X

IAA 2013 – Die automobilste Show der Welt

Vom 12. bis 22. September ist Frankfurt wieder der Nabel der Automobil-Welt. Wenn die Tore der IAA für die Besucher geöffnet werden, dann pocht das Herz des Automobil-Fortschrittes in Frankfurt am Main.

IAA 2013

In den kommenden vier Wochen werde ich die zu erwartenden Highlights der größten Automobil-Ausstellung der Welt präsentieren und Euch Tipps und Hinweise für den Besuch in Frankfurt geben.

Das normale Tagesticket für den einmaligen Besuch der IAA kostet 13 € – wer aber das IAA-Geschenkticket auswählt, der bekommt zwei Tage für 18 €. Ein klarer Tipp für jeden der nicht nur an einem Tag auf der IAA sein will, sondern sich die Zeit nimmt, die riesige Messe in Ruhe und an zwei Tagen zu besuchen.

Jetzt für nur 18 Euro mit dem IAA-Geschenkticket überraschen!

Bestellen Sie jetzt das perfekte Geschenk für Autoliebhaber: 
zwei Tage auf der IAA – der automobilsten Show der Welt.  

Auch wenn nicht alles Neuheiten bekannt sind, so kann ich bereits heute eine kleine Liste an sicheren, möglichen und wahrscheinlichen Premieren zusammen stellen.

Auf jeden Fall vor Ort wird die Serienvariante des Mercedes GLA sein, der A-Klasse im SUV-Kleid und auch ein Mercedes mit nur zwei Türen – die Coupe-Version der neuen S-Klasse. Als Studie vermute ich auch ein großes Cabrio von Mercedes. Ganz sicher vor Ort ist der BMW i3 und das neue BMW 4er Coupé. Ganz sicher vor Ort wird der neue Stern am Sportwagen-Himmel sein: Der neue Porsche 918 Spyder und eventuell auch der Macan, aber hier bin ich mir nicht sicher. Audi will den neuen Quattro zeigen und das A3 Cabrio.   Skoda wird den neuen Yeti zeigen, Nissan den neuen Qashqai und Peugeot den 308.  Bei Mazda wird der Mazda 3 der Star am Stand sein und bei Skoda der Octavia RS und der Rapid Spaceback.  Bei Lamborghini steht der Nachfolger für den Gallardo in den Startlöchern. Auch hier vermute ich die Präsentation in Frankfurt.

Aber eines ist ganz sicher: Alle wichtigen Neuheiten der Frankfurter Automobilmesse werden in meinem Blog zu finden sein!

Öffnungszeiten

Fachbesuchertage:
Donnerstag, 12. September und Freitag, 13. September 2013

Publikumstage:
Samstag, 14. September – Sonntag, 22. September 2013

Öffnungszeiten:
09.00 – 19.00 Uhr

Anschrift:

Veranstaltungsort:
Messegelände, Ludwig-Erhard-Anlage 1, 60327 Frankfurt am Main