Bosch und Daimler geben autonom Gas!

Wenn Bosch und Daimler gemeinsame Sache machen, muss man nicht zwangsläufig den nächsten Diesel-Skandal vorahnen. Ganz im Gegenteil: Die beiden deutschen Industrie-Riesen kooperieren beim automatisierten Fahren und wollen eine Metropole im Silicon Valley unsicher machen. Wobei unsicher eigentlich der falsche Ausdruck ist. Schließlich soll das automatisierte Fahren, also Level 5, ein hohes Maß an Komfort und – ganz genau – Sicherheit bringen. Gleichzeitig spricht die Bosch-Daimler Kooperation aber eine Kampfansage an Waymo und Uber aus. 

„Alfred, zur Bat-Höhle!“

Was Bruce Wayne einst zu seinem Chauffeur sagte, soll auch bald ohne Personal möglich sein. In der zweiten Jahres 2019 forciert man zunächst eine Verknüpfung von verschiedenen Fahrdiensten, wie Car2go, moovel und anderen. Mit ihnen wird ein Testbetrieb simuliert, der zeigen soll, wie vollautomatisierte, fahrerlose Fahrzeuge in ein aktuelles Verkehrsnetz integriert werden können. Das Testgebiet? Eine Metropole in Californien. Wichtig hierbei: Verkehrszenarien, wie sie sich in typischen Stadtgebieten abspielen.

So seh´n Sensoren aus – schalalal…

Und Bruce Wayne? Nun, der steigt demnächst in ein von Bosch und Damiler konzipiertes Fahrzeug und erzählt dem Computer, dass er zu Bat-Höhle möchte. Das soll auch jeder andere Fahrgast können – dafür muss man nun wirklich nicht Batman sein. Dabei spielt Technik-Zulieferer Nvidia eine wichtige Rolle, da jener die künstliche Intelligenz, die hinter dem System steckt, entwickelt. Das Fahrzeug auf Level 5-Niveau soll per Smartphone geordert werden können. Vorstellbar sind verschiedene Szenarien: Etwa die Nutzung eines Car-Sharing-Autos oder eines Taxis. Nur eben mit dem Unterschied, dass man nicht selbst fährt, sondern wie von Geisterhand durch die Gegend kutschiert wird.

Ohne Fleiß kein Preis

Dahinter verbirgt sich natürlich ein riesiger Datenaufwand, der durch die Auswertung unzähliger Sensor-Daten entsteht. Autonome Fahrzeuge erkennen alles um sie herum – im Optimalfall, nicht wahr Tesla? Und aus diesen Daten, die die verschiedenen Sensoren aufnehmen, muss im Millisekunden-Bereich die Informationsverarbeitung stattfinden. Gleichzeitig! Dafür hat Nvidia eine Plattform entwickelt, auf der verschiedene Steuergeräte zu einem Verbund zusammengeschlossen werden. Vorsicht, jetzt wird es zahlenlastig: Die Steuergeräte können binnen Millisekunden hunderte Billionen an Daten erfassen. Die Daten stammen von Radar-, Video, Lidar- und Ultraschallsensoren und deren Zusammenspiel. Und noch mehr Zahlen: Allein die Stereo-Video-Kamera erzeugt 100 GB an Datenmaterial. PRO GEFAHRENEN KILOMETER! Da darf man sich als selbstlenkender Autofahrer anerkennend auf die Schulter klopfen und die Lippen darüber schürzen, mit welchem Daten-Aufwand das eigene Hirn bei der täglichen Fahrt zur Arbeit zurechtkommt. Gut, ok: Wenn man häufiger auf der Autobahn unterwegs ist, wird man feststellen, dass die menschlichen Systeme häufig auf niedrigem Level funktionieren. Aber da ist ein anderes Thema.

Selbst in einem abstrakten Raum soll sich ein autonomes Fahrzeug zurechtfinden.

Wobei: Eigentlich setzen Boch und Daimler genau an diesem Punkt an. Menschen verursachen Fehler. Und um diese auszumerzen, sieht man eine autonome, automobile Zukunft. Letzlich ziehen die Erkenntnisse aus dem Silicon Valley ihre Kreise bis nach Stuttgart und den Rest der Welt. Bleibt nur zu hoffen, dass die Spracheingabe für das autonom angefahrene Ziel besser funktioniert, als Alexa, Google und Siri. Sonst landet man am Ende in Bordeaux anstatt in Porto…

Soulmate: Behind the scenes eines CES-Stars

Als ich am 10. Dezember 2015 den „Soulmate“ zum ersten Mal sehe, wuseln die Verantwortlichen mit dunklen Augenringen um das Fahrzeug herum. Der Termin zum Transport ist nicht zu verschieben, der „Soulmate“ muss pünktlich in Las Vegas eintreffen. Er wird der Star auf dem Stand von BOSCH sein.

Der Blick in die Zukunft, mit EDAG und dem Soulmate

Wie werden wir in der Zukunft Auto fahren? Werden wir überhaupt selbst fahren? Und wenn uns das Auto fährt, womit beschäftigen wir uns dann in der Zwischenzeit? Autonomes Parken? Die Vernetzung des Automobils mit zuhause und unseren smarten Geräten. Das Auto wird auch in 100 Jahren noch ein elementarer Baustein in der Frage der persönlichen Mobilität sein. Umso wichtiger, die richtigen Weichen für die Entwicklung im, am, und um das Fahrzeug herum zu stellen.

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Fortschritt, made in Wiesbaden

Wer einen Blick über den Rand der Hochglanz-Prospekte der Automobil-Hersteller in Richtung Zukunft werfen will, der muss die Augen auf die Zulieferer-Industrie richten. Dort wird entwickelt, was in 10 Jahren im Auto zum Alltag gehört. Die  EDAG Engineering GmbH ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz im hessischen Wiesbaden und hat zusammen mit dem Partner BOSCH eine Vision für das Auto von morgen verwirklicht. Der von EDAG auf den Namen „Soulmate“ getaufte zweisitzige Roadster erlebt seine Premiere auf der CES 2016 in Las Vegas.

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Premiere in der Wüste

Knapp einen Monat vor der offiziellen Premiere erlebe ich die letzten Arbeitsschritte am „Soulmate“ im EDAG-Werk in Fulda. Codegesicherte Türen, verdunkelte Fenster und am Eingang eine Kontrolle auf Digital-Kameras und Smartphones. Was hier entwickelt wird, ist oftmals noch streng geheim. Erst wenn die Benz, BMW und Volkswagen dieser Welt die Ideen in das Serienfahrzeug übernehmen, dürfen diese auch zum Thema gemacht werden. Zuvor? Pssst! Top Secret!

Der Soulmate basiert auf dem Cocoon von EDAG. Die Aufgabe des Cocoon war es noch, die Aufmerksamkeit auf den Leichtbau zu werfen. Mit dem Blickpunkt auf die Verwirklichung von „bionicle“ Design und 3D-Druck hat der Partner BOSCH diesen Zweisitzer nun mit neuem Leben gefüllt.

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Premiere vor der Premiere

Wenige Wochen, bevor der Soulmate in der Wüste Nevadas, zwischen Slot-Maschinen und Starbucks-Kaffee auf der Consumer Electronics Show 2016 zur Hauptattraktion auf dem BOSCH-Stand wird, öffnet sich für mich die mit Codekarten gesicherte Tür. Ein erster Blick auf die Ideen von BOSCH und EDAG. Zwei Globalplayer in der Automotive-Industrie. Wer hier ein Detail verpasst, der wird in 10 Jahren eine Überraschung aus den Prospekten der OEMs erleben. Also aufgepasst. Zusammen mit dem Projektleiter Dr. Cordes nähere ich mich dem von EDAG auf den Namen Soulmate getauften Showcar. Nur nichts kaputt machen, ermahne ich mich still im Hinterkopf. Offene Kabel, gerade wird eines der gebogenen, hochauflösenden Displays ausgewechselt. Man spürt die Anspannung.

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Platz nehmen in der Zukunft

BOSCH hat sich für das Konzeptfahrzeug 11 „Szenarien“ vorgestellt, wie in der Zukunft das Automobil zum „besten Freund“, zum „Soulmate“ wird. Die 11 Ideen sind ein Teil dessen, was in der Zukunft auf uns zukommen wird und nicht zufällig auch Arbeitsbereiche des gesamten BOSCH-Konzerns und nicht nur deren Automotive-Sparte. Drei Ideen haben mich besonders begeistert:

Das Auto als Telefonzelle

Das ist ja wirklich nichts Neues, denken Sie sich. Aber wie wäre es, wenn Ihre Türklingel sie anruft, weil gerade der Paketbote vor der Tür steht? Ein Fingerzeig und zack, Sie haben das Bild von Ihrer Haustür auf einem der großen Displays. Sie können jetzt mit dem Paketboten sprechen und ihm ggfs. die Zwischentür öffnen. Es wäre das Ende von diesen sinnlosen Benachrichtigungszetteln im Briefkasten, auf denen dann so etwas Kluges steht wie: Wir kommen morgen wieder, zur gleichen Zeit. Also dann, wenn Sie wieder im Büro sind. Die Vernetzung von Smartphones, vom smarten Home mit dem smarten Auto. Konvergenz als Keyword für diese Entwicklung.

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Haptische Displays

Eine Neuheit, für die man bei BOSCH bereits einen Award bekommen hat, sind die haptischen Feedback-Displays. Der CES-Besucher konnte sich an Demogeräten einen ersten Eindruck verschaffen. Das Feedback ist anders als bislang gewohnt, es vermittelt den Eindruck einer Textur, einer Fläche und kann damit mehr als nur „gedrückt“ oder „nicht gedrückt“ als Feedback zurückgeben! Spannend! 

Autonomes fahren

Natürlich ist das autonome Fahren ein Teil der „Soulmate“ Vision. Die Idee von BOSCH zeigt die Idee vom „selbst parkenden“ Auto. Oder einem Auto, das alleine die Werkstatt anfährt, um die notwendigen Service-Arbeiten durchführen zu lassen.

Die Premiere in Las Vegas

Bis es jedoch soweit war, haben bei EDAG rund 35 Mitarbeiter an dem Projekt gearbeitet. Es wurde die Idee des „Cocoon“ weiter entwickelt, Jack Wolfskin hat wieder einmal die „Außenhaut“ des „Soulmate“ geliefert. Und auch die anderen Partner am Projekt haben sich reingekniet. Die Anspannung war an diesem Vormittag in Fulda zum Greifen.

Es sind diese Momente im Leben des Auto-Bloggers, in denen man das Gefühl bekommt, jetzt siehst Du, wie die Zukunft entsteht. Nicht in den glänzenden Ausstellungshallen der Automobil-Hersteller, nein. Die Zukunft beginnt wesentlich früher. In abgedunkelten Räumen von Technologie-Unternehmen wie Bosch oder EDAG und es sind Menschen mit Augenringen, die 20 Stunden am Tag schuften, Lötstellen selbst setzen, Prototypen entwickeln und die Welt von morgen mitgestalten.

 

 

 

 

 

CES 2016: Das Auto. Mehr als ein Transportmittel

Dein Auto, dein Freund. Dein Auto, dein Kumpel. Dein Auto, dein Soulmate. So oder ähnlich stellt sich der Automobil-Zulieferer BOSCH das Auto der Zukunft vor. Vom schlichten, sachlichen und stark funktionalen Transportmittel zu einem „Kumpel“, der sich nahtlos in deine Welt einfügt. Ähnliche Entwicklungen kennen wir vom Smartphone, von der einst belächelten „mobilen Yuppi-Telefonbox“ zum wichtigsten Begleiter im Alltag, zum „first screen“ Zuhause. Längst übernimmt das Smartphone weit mehr als nur das simple „Kommunizieren“.  Das BOSCH-Showcar für die CES 2016 in Las Vegas ist eine solche Vision für die Wandlung von einem Nutzgerät  zu einem „Kumpel“. Nur in Automobilform. Einst nur eine Motorkutsche, in der Zukunft vermutlich ein smartphone auf Rädern und eventuell einmal so etwas wie ein Kumpel?

BOSCH zeigt in Las Vegas den „Best Buddy“ in der Form eines futuristischen Roadsters

Wenn sich zwei der wichtigsten Player in der Welt der Automobil-Zulieferer zusammen tun, um der Zukunft ein Kleid zu verpassen, dann sollte man genauer hinschauen. Was Zulieferer „visionieren“, ist üblicherweise in fünf bis zehn Jahren der automobile Alltag.

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BOSCH – Der Konzern mit den vielen Ideen

Für den Automobilzulieferer EDAG aus Wiesbaden ist der Messe-Auftritt mit einem spektakulären „Konzeptfahrzeug“ nichts ungewöhnliches. In Genf 2015 hat man den Cocoon erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert. Es war ein Auto mit einem völlig neuen Konstruktionsansatz. Bionical-Design, natürlicher Leichtbau, die Umsetzung von 3D-Druck für den Fahrzeugbau. Das Cocoon-Konzept demonstrierte gleich mehrere neue Denkansätze für das Auto der Zukunft. Für den Auftritt von BOSCH auf der CES 2016 geht man nun noch einen Schritt weiter. Aus dem Cocoon wurde ein „Soulmate“ – so bezeichnet man bei EDAG das Showcar von BOSCH.

Für BOSCH ist es wichtig, Konvergenz zu demonstrieren. Der Automobil-Zulieferer aus dem Schwabenland ist eben nicht nur Automobil-Zulieferer, sondern bietet auch Haus-Automation, Sicherheitslösungen und ebenso klassische Hausgeräte an. Das alles lässt sich verbinden. Es wird sich verbinden. Wir – die Endkunden – wir werden genau das einfordern. So logisch heute das smartphone in unseren Alltag integriert ist und oftmals kaum noch zum telefonieren verwendet wird, so logisch ist der nächste Schritt beim Automobil.

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2025: Konvergenz und autonomes Fahren

Das von BOSCH nach Las Vegas zur CES 2016 gebrachte „Showcar“ demonstriert eine Vision für das Auto der Zukunft. Während sich der von EDAG gezeichnete und konstruierte und von den Wiesbadenern als „Soulmate“ bezeichnete Zweisitzer nun als offener Roadster präsentiert, dabei aber nichts von seiner coolen Bionicle-Konzeption verliert, sorgt BOSCH für eine verständliche Vision des Autofahrens in der Zukunft.

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Around-View – im Innenraum

Es sind gleich sieben Displays mit einer Auflösung, die das Gesehene real werden lassen, die im Innenraum dominieren. Neben denen im klassischen Dashboard untergebrachten Widescreen-Displays sind es die Touchscreen-Displays in der Mittelkonsole, die den Zuschauer beeindrucken. Deren haptisches Feedback geht über das hinaus, was man bislang kannte. Es lassen sich Muster und Texturen erfühlen, obwohl das Display eine glatte Oberfläche besitzt! Für diese neuartigen Touchscreens wurde BOSCH bereits im Vorfeld mit dem „CES 2016 Innovation Award“ ausgezeichnet!

Neben den Monitoren im Sichtfeld der Insassen wird die fortschrittliche Gestaltung des Innenraums im Soulmate von den Bosch-Technikern genutzt, um ein „Ambilight“ in das Auto zu integrieren. So lassen sich Blindspots des Fahrzeuges darstellen, das Auto könnte damit Objekte im toten Winkel als flächige Beleuchtungsspots darstellen.

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Autonome Konvergenz

Wieder einmal im Auto unterwegs, wenn der Paketbote klingelt? Öffnen sie die Haustür vom Fahrzeug aus. Während der Fahrt natürlich. Das BOSCH Showcar steht für eine Verbindung von „Home“ und „Mobile“, für eine Konvergenz der Lebensräume und der Technologien. BOSCH ist auf dem Markt der Haus-Alarmtechnik ebenso vertreten wie in der Automobil-Technik, warum also nicht einfach die Welten verknüpfen?

Paket für sie!

Der Paketbote klingelt an der Haustür. Das Fahrzeug wird damit zum „fahrenden Smartphone“ und bietet, damit man sich vollständig auf das Gespräch konzentrieren kann, den autonomen Fahrmodus an. Zuvor prüft es die Fahrsituation. Lässt der Verkehr eine autonome Fahrt zu? Das zu einem „Steuer-Horn“ entwickelte Lenkrad blinkt hierzu im Bereich der Daumenablage mit blauen Touchfeldern. Der Fahrer bestätigt dies und das Auto übernimmt die Kontrolle über die Fahrt. Der Fahrer wiederum bestätigt mit seinem Daumenabdruck am neuartigen Touchscreen seine Identität und nimmt das „Telefonat“ mit seiner Türsprechanlage und dem Paketboten an. Den Paketboten in einen gesicherten Bereich des eigenen Zuhauses hereinlassen, damit er ein Paket abliefert oder auch mitnimmt, das ist nur ein Teil der Vision, die man bei BOSCH hat, wenn man an das „Auto als Kumpel“ für den Alltag denkt. Dass Autos schon sehr bald von alleine einparken werden, es ist nichts mehr, was uns überrascht. Dass uns die Autos in der Zukunft ähnlich nützliche „Kumpels“ sein werden, wie die smartphones heute – nur eine logische Entwicklung.

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Hirnschmalz für die Zukunft

Ein Notbremsassistent, ein Spurhalte-Assistent, alles sinnvolle Systeme für das Auto und vor vielen Jahren noch eine Vision. Es sind die Automobil-Zulieferer, die mit ihren Ideen den Fortschritt im Automobilbau maßgeblich antreiben. Und so muss man auch die Ideen hinter dem BOSCH-Showcar auf der CES 2016 in Las Vegas als Visionen mit hoher Chance auf Erfüllung sehen. Dass wir Fingerprint und Gesten-Steuerung schon bald im Auto als normal ansehen werden, davon darf man überzeugt sein. Dass uns der Alltag des autonomen Fahrens ganz neue Ideen bringen wird, nämlich wie man die Zeit im Auto sinnvoll nutzt, auch davon darf man überzeugt sein. Dass man das Auto schon bald nicht mehr nur als „Transportmittel“ sieht, sondern als „second home“ mit einer Verbindung zum „smart home“ und damit als Brücke zum „smart phone“ – davon ist der Autor nach dem ersten Kontakt mit dem Showcar von BOSCH auch überzeugt.

Der Weg des Soulmate

Wer den Weg nach Las Vegas scheut, der wird im März auf dem Automobil-Salon in Genf die Chance haben, den „Soulmate“ und die Ideen von BOSCH und EDAG in Augenschein zu nehmen. Wer auch nicht nach Genf kommt, der wartet auf den nächsten Artikel (12.01.2016) zum „Soulmate“ auf mein-auto-blog. Denn das Showfahrzeug bietet noch ein paar Details, die wir bei einem Blick hinter die Kulissen beleuchten werden.

 

 

 

CES 2016: Bosch macht das vernetzte Auto zum persönlichen Begleiter

  • CES-Veranstalter zeichnet haptischen Touchscreen von Bosch aus
  • Bosch präsentiert neue Lösungen für das automatisierte Fahren und Parken
  • Messestand bietet Innovationen zum Anfassen
  • Im Showcar wird das ganze Dashboard zum Display

Das Internet im Auto ist mehr als eine komfortable Zugabe für den Autofahrer. Es macht das Fahren noch effizienter und sicherer. Das zeigt Bosch auf derCES 2016 in Las Vegas mit einer Reihe vernetzter Funktionen und Assistenzsysteme. Wie sich diese leicht bedienen lassen, um die Ablenkung des Fahrers zu minimieren, ist ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts. Neuestes Beispiel von Bosch ist ein vom CES-Veranstalter preisgekrönter Touchscreen, der mit haptischen Rückmeldungen das Gefühl einer Knopf-Tastatur erzeugt. Live zum Anfassen präsentiert Bosch in Las Vegas zudem eine Vorschau auf das automatisierte Fahren und die smarte Fahrzeugvernetzung.

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Das Auto: der ganz persönliche Begleiter des Fahrers
Einen Ausblick in die automobile Zukunft zeigt Bosch in der North Hall. Hier erleben die Besucher im Bosch-Showcar eine neue Art der Kommunikation zwischen Mensch und Technik. „Die richtige Information zur richtigen Zeit minimiert die Ablenkung des Fahrers“, sagte Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner auf der Pressekonferenz des Unternehmens bei der CES 2016 in Las Vegas. Armaturenbrett und Mittelkonsole sind im Showcar in einem rein elektronischen Display vereint. Dessen Inhalte passen sich beispielsweise an die aktuelle Umgebung des Fahrzeugs an. Kommt ein Fußgänger von rechts, so warnt eine entsprechende Lichtgestaltung. Aber auch der Terminkalender und die persönlichen Vorlieben des Fahrers werden berücksichtigt. Fällt beispielsweise ein Termin aus, zeigt das Auto künftig automatisch die Route zum nächsten Ziel im Kalender an. Ist der Autopilot aktiviert, gewinnt der Fahrer noch mehr freie Zeit und kommt entspannter ans Ziel.

Das vernetzte Auto der Zukunft kann aber noch mehr. Es ist mit dem Smart Home verbunden, so dass sich Funktionen im Haus wie die Heizung oder die Sicherheitstechnik jederzeit steuern lassen. Steht beispielsweise ein Paketbote vor der Tür, genügt ein Fingertipp am automobilen Display, um den Boten kurz einzulassen und den Empfang eines Paketes zu quittieren. So komfortabel, vielseitig und sicher kann die Interaktion mit der Technik sein. Das vernetzte Infotainment navigiert den Fahrer nicht nur durch den Verkehr, vielmehr auch durch den Alltag. Es ermöglicht den Zugriff auf Online-Dienste und Smartphone-Apps – und nicht zuletzt lässt es sich mittels Gesten und Sprache steuern, wie in einer Unterhaltung mit dem Beifahrer. Das Auto wird zum ganz persönlichen Begleiter des Fahrers.

Ein Touchscreen, der so tut, als hätte er mechanische Knöpfe
Bereits im Vorfeld der Messe ist Bosch für einen neuen Touchscreen mit dem CES 2016 Innovation Award in der Kategorie „In-Vehicle Audio/Video“ ausgezeichnet worden. Das Gerät kann unterschiedliche Oberflächenstrukturen erzeugen, so dass sich auf dem Display Elemente erfühlen lassen. Dank dieser haptischen Rückmeldung lassen sich Infotainment-Anwendungen wie Navigation, Radio oder Smartphone-Funktionen einfacher bedienen. So können Fahrer die Bildschirminhalte oftmals steuern, ohne hinzusehen. Ihr Blick bleibt auf der Straße. Auf dem Display stehen raue, glatte oder gemusterte Oberflächen für unterschiedliche Knöpfe und Funktionen, erst bei festerem Druck wird tatsächlich ein Befehl ausgelöst. Das Besondere: Äußerlich unterscheidet sich der Touchscreen nicht von einem normalen Display, doch vermittelt er dem Nutzer das Gefühl, mechanische Knöpfe zu drücken.

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Keine Angst vor Geisterfahrern, der Schutzengel kommt aus der Cloud
Dank Vernetzung werden die Fahrerinformationen aktueller denn je. Besonders wichtig ist dies beispielsweise bei Geisterfahrern. In der Regel gehen die Warnungen der Radiostationen erst nach mehreren Minuten über den Äther, während jede dritte Geisterfahrt schon nach 500 Metern endet. Bosch entwickelt derzeit eine neue cloudbasierte Falschfahrerwarnung, die Autofahrer künftig bereits nach gut zehn Sekunden auf die Gefahr aufmerksam machen soll. Als reines Software-Modul kann sie günstig in Smartphone-Apps wie myDriveAssist von Bosch oder bestehende Infotainment-Systeme integriert werden. Um das Fahren in falscher Richtung zu erkennen, vergleicht die cloudbasierte Funktion die tatsächliche, anonymisierte Fahrzeugbewegung auf Autobahnauffahrten mit erlaubten Bewegungsrichtungen. Bei Abweichungen erhält der Fahrer in Sekundenschnelle einen Hinweis auf seinen Fehler. Zugleich werden entgegenkommende Autos im nahen Umkreis gewarnt. Von 2016 an wird die neue Funktion als Cloud-Dienst verfügbar sein.

Der Autobahnpilot kommt ab 2020 und macht die Straßen sicherer
Noch mehr Sicherheit im Straßenverkehr bringt das hochautomatisierte Fahren. Auf Autobahnen wird dies ab 2020 möglich. Nach einer Prognose der Bosch-Unfallforschung kann die zunehmende Automatisierung die Unfallzahlen deutlich senken – allein in Deutschland um bis zu ein Drittel. Welche Systeme und Sensoren für automatisierte Fahrten nötig sind, zeigt Bosch auf der CES 2016 anhand eines weiteren Fahrzeugmodells in der Sands Expo. Zudem erfahren die Besucher, wie etwa der Autobahnpilot arbeitet – ein hoch automatisiertes System, das auf Highways komplett die Aufgaben und die Verantwortung des Fahrers übernimmt. Praxistests dieser Technik im öffentlichen Straßenverkehr laufen bereits. Bosch erprobt das automatisierte Fahren auf Autobahnen nicht nur in Deutschland und den USA, sondern seit Kurzem auch in Japan.

sourceimage (3)Damit das Auto künftig auch um die Kurve sehen und mögliche Gefahrenstellen erkennen kann, liefern Daten aus dem Internet eine aktuelle Vorausschau auf Stauenden, Bau- und Unfallstellen. Daraus entsteht ein vernetzter elektronischer Fahrzeughorizont – der „Connected Horizon“. Das Auto ist dadurch noch vorausschauender unterwegs – Sicherheit und Effizienz steigen weiter.

Nicht der Fahrer, sondern das Auto sucht den Parkplatz
Nach jeder Fahrt folgt das Parken. Dazu entwickelt Bosch eine neue Funktion, das Automated Valet Parking. Eine Lösung, die Autofahrern im Parkhaus nicht nur die Suche nach einem Parkplatz abnimmt, vielmehr das Auto gleich selbstständig parken lässt. Es genügt, das Fahrzeug vor der Einfahrt eines Parkhauses abzustellen. Per Smartphone-App gibt der Fahrer ihm dann den Befehl, sich selber einen Stellplatz zu suchen. Genauso kommt das Auto auf Wunsch auch wieder vorgefahren. Möglich wird das vollautomatisierte Parken mit einer intelligenten Parkhaus-Infrastruktur und der Bord-Sensorik des Fahrzeugs – sowie der Vernetzung von beidem. Belegungssensoren melden zum Beispiel genau und aktuell, wo welche Stellplätze frei sind, damit sich das Auto dorthin bewegt. Auch für das vollautomatische Parken entwickelt Bosch neben der Funktion alle nötigen Komponenten im eigenen Haus.

Photos

Bildergalerie: Impressionen vom 62. Motorpressekolloquium

Fotos in der Galerie: Stefan Beckmann Titelbild: Stefan Beckmann

Erste Fahrt: Das Bosch-Auto der Zukunft fährt autonom

62. Motorpressekolloquium – Neue Technologien für das Auto der Zukunft

Die Marke Bosch steht generell für Innovationen in vielen Bereichen der automotiven Branche. Ob Antriebstechnologie, Elektrifizierung und Internet im Auto, ob autonomes Fahren oder Fahrsicherheitssysteme. Mit der weiter wachsenden Elektromobilität will Bosch Diesel und Benziner noch effizienter machen. Das automatisierte Fahren kann nach Meinung des Unternehmens die Unfallzahlen um bis zu einem Drittel senken. Das vernetzte Fahren führt zu einem wachsenden Servicegeschäft. Hierzu testet Bosch in mehreren Feldversuchen und auf dem eigenen Gelände bei Boxberg – Windischbuch.

Testgelände von Bosch auf dem Boxberg
Testgelände von Bosch auf dem Boxberg

Im Zusammenspiel mit der Elektromobilität wird der Verbrenner noch effizienter. So möchte Bosch in den kommenden fünf Jahren mit motorischen Maßnahmen den Verbrauch des Diesel noch um bis zu zehn Prozent und den des Benziner gar um nahezu 20 Prozent senken. Die Entwicklungen und Tests laufen unter anderem mit dem Porsche 918 Spyder, dem Panamera S E-Hybrid und dem Cayenne S E-Hybrid. Die Zielsetzung beim „Spyder“ war, Performance und Effizienz in einer einzigartigen Kombination zu bringen. Hierzu wurde das komplette Auto um den Hybridantrieb herum konstruiert. Bosch steuerte den Elektromotor bei, der an der Vorderachse 210 Nm und an der Hinterachse 375 Nm vom Start weg bietet. In Zusammenarbeit mit dem Porsche Verbrenner schieben dann eine Gesamt-Systemleistung von 652 kW (887 PS) und ein maximales Drehmoment von bis zu 1280 Nm das Fahrzeug nach vorn. Fahrspaß: 2,6 Sekunden von Null auf 100 km/h. Effizienz: 3,1 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer. Der liegt noch unter dem der meisten heutigen Kleinwagen.

Gesamt Systemleistung 652 kW (887 PS) und ein maximales Drehmoment von bis zu 1280 Nm
Gesamt Systemleistung 652 kW (887 PS) und ein maximales Drehmoment von bis zu 1280 Nm

Bei den eher großvolumigen Fahrzeugen wie dem Panamera und dem Cayenne konnte man den Verbrauch auf das Niveau eines Kleinwagens senken. Durch die Plug-In-Hybrid-Technologie des Bosch Elektromotors IMG-300, der für zusätzlichen elektrischen Vortrieb sorgt, senkten die Entwickler den Verbrauch beider Fahrzeuge. So dreht der Cayenne S E-Hybrid (306 kW / 416 PS) mit einem Durchschnittsverbrauch von 3,4 l/100 km und der Panamera (ebenfalls 306 kW / 416 PS) mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3,1 l/100 km seine Testrunden. Das Drehmoment des Elektromotors von 310 Nm (70 kW/95 PS) sorgt außerdem noch für zusätzliche Leistung.

Die klare Philosophie von Bosch bezüglich des automatisierten Fahrens heißt „Vision Zero“, so Dr. Dirk Hoheisel (Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH). Ziel für Bosch ist es, die Zahl der Unfallverletzten und -toten auf Null zu reduzieren. Der Weg zum automatisierten Fahren führt jedoch nur über die bereits zahlreichen auf dem Markt befindlichen Fahrerassistenzsysteme. Bosch lieferte erstmals im letzten Jahr über 50 Millionen Umfeldsensoren für diese Systeme aus und der Absatz von Radar- und Videosensoren steigt im Vergleich zu den letzten Jahren stetig. In diesem Jahr wird das Unternehmen weitere Systeme in Serie bringen. Vom Stau- und Ausweichassistenten bis hin zum ferngesteuerten Parken. Letzteres wird es ermöglichen, das Fahrzeug vor dem Parkhaus abzustellen und es durch Vernetzung selbstständig auf einen freien Parkplatz im Gebäude fahren zu lassen. Will man es abholen, fährt das Auto dann auch wieder selbstständig auf den Stellplatz vor dem Gebäude. Zukunftsvision. Schon eher, nämlich im Jahr 2020, soll der Highway-Pilot Realität werden, der das automatische Fahren auf der Autobahn ermöglichen soll. Hierdurch würde der Übergang vom teil- zum hochautomatisierten Fahren geschaffen werden, prognostizierte Dr. Hoheisel. Der Fahrer würde zum Passagier werden. So könne sowohl Komfort als auch Sicherheit gesteigert werden. Um hier weiter voranzugehen, arbeiten bei Bosch 2.000 Menschen an der Weiterentwicklung der Fahrerassistenzsysteme weltweit. Zusätzlich holte man sich Knowhow durch den Erwerb von ZF Lenksystemen (jetzt Robert Bosch Automotive Steering) ins Haus. Die Probefahrten laufen sowohl mit Tesla Fahrzeugen in den USA als auch auf dem Boxberg mit dem neuen Tesla S und einem BMW-Fahrzeug. Der Fahrzeugumbau für ein Fahrzeug erforderte 50 neue Bosch-Komponenten, 1.300 Meter Kabel und 1.400 Arbeitsstunden.

Tesla S als Erprobungsfahrzeug für das autonome Fahren
Tesla S als Erprobungsfahrzeug für das autonome Fahren

Eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung der Mobilität ist das Internet. Die sogenannten Echtzeit-Informationen liefern heute schon Daten zur Verkehrslage, über Unfälle und Wanderbaustellen oder das Ende eines Staus hinter einer Kurve. Wer mit seinem Wagen „online“ ist, kann z.B. bei einem Elektroauto freie Ladesäulen finden, buchen und bezahlen. Die „Vernetzung“ sieht man im Hause Bosch als einen weiteren Baustein bzw. Schlüssel zum Erfolg des elektrifizierten und automatisierten Fahrens. Es lassen sich auch aus Übertragung der Daten aus den Steuergeräten präventive Wartungstermine und Tipps für weniger Verbrauch ableiten. Flottenmanagements von Leasinggesellschaften und Versicherungen werden durch diese Dienstleistungen unterstützt. Das Bosch-Mobilitätsportal „Drivelog“ bietet dem Autofahrer solchen Service auch direkt. Benötigt wird ein Smartphone und ein Stecker zum Auslesen der Steuergeräte-Daten. Das Stuttgarter Unternehmen möchte für seine Dienstleistungen bis Jahresende ca. 200.000 Fahrzeuge vernetzen.

Aber nicht nur Fahrzeuge untereinander sollen vernetzt werden. Jetzt schon laufen Prototypen, die das Vernetzen zwischen Auto und dem Smart Home realisieren sollen. Idee hierzu : die Heizung zuhause bekommt über das Navigationsgerät die Anweisung, die Wohnung vor der Ankunft rechtzeitig vorzuwärmen. Hier würde sich der Kreis schließen, denn Bosch möchte Technik fürs Leben bieten, sowohl für das Haus als auch für das Auto, so Dr. Rolf Bulander (Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH und Vorsitzender des Unternehmensbereichs Mobility Solutions).

Maserati mit einem Diesel Common Rail System
Maserati mit einem Diesel Common Rail System

Fazit:

All diese Technologien begeistern und lassen das Autofahrerherz höher schlagen. Doch vor der endgültigen Umsetzung dieser Innovationen stehen sowohl der Gesetzgeber als auch der Kunde selbst. So muss vorab geklärt werden, wem die „ausgelesenen“ Daten des Steuergerätes gehören und an wen sie weiter gegeben werden können. Für die Realisierung des autonomen Fahrens stehen Änderungen der „Wiener Konventionen“ an, die besagen, dass der Fahrer immer Herr des Fahrzeuges sein muss. Eine Konvention, die immerhin schon seit 1968 Bestand hat.

Fotos im Artikel: Stefan Beckmann Titelbild: Stefan Beckmann

News: Bosch prognostiziert mehr als doppelte Reichweite

Bosch will die Leistungsfähigkeit von Hochvoltspeichern für die Elektromobilität mehr als verdoppeln. Dr. Joachim Fetzer, Mitglied des Bereichsvorstands Gasoline Systems mit der Zuständigkeit Elektromobilität bei der Robert Bosch GmbH, sieht für die kommenden Jahren das Potenzial, die Energiedichte heutiger Akkus von circa 115 Wattstunden pro Kilogramm (Wh/kg) auf bis zu 280 Wh/kg zu entwickeln. An der nächsten Generation der Lithiumionen-Batterie forscht Bosch zusammen mit den japanischen Unternehmen GS Yuasa und Mitsubishi Corporation im Joint Venture Lithium Energy and Power.

In der zentralen Entwicklung arbeitet Bosch an Post-Lithiumionen-Batterien. Ein Beispiel dafür ist die Lithium-Schwefel-Technologie. Die verspricht eine höhere Energiedichte und -kapazität. Die Lithium-Schwefel-Batterie wird nach Schätzungen von Bosch frühestens Mitte der nächsten Dekade serienreif sein.

 

 

(ampnet/Sm)

Bosch-System schaltet den Motor bei voller Fahrt aus

Mit Start/Stopp-Segeln ermöglicht Bosch auch beim Verbrennungsmotor emissionsfreies, geräuschloses und widerstandsarmes Fahren über weite Strecken. Die innovative Technik schaltet den Verbrenner während der Fahrt ab, wodurch dieser keinen Kraftstoff mehr verbraucht. Der Motor geht aus, sobald das Fahrzeug durch bloßes Rollen seine Geschwindigkeit halten kann – beispielsweise bei einem leichten Gefälle. Tippt der Fahrer Gas oder Bremse an, startet der Motor wieder.
Tests von Bosch haben gezeigt, dass in etwa 30 Prozent aller Fahrzeiten die Motorkraft gar nicht benötigt wird. Das Fahrzeug kann also auf rund einem Drittel aller Strecken segeln. Im neuen europäischen Fahrzyklus werden diese Phasen zwar nicht berücksichtigt – im realen Verkehr sparen Autofahrer durch die Funktion jedoch bis zu zehn Prozent Sprit. „Das Start/Stopp-Segeln ist günstig, kann mit allen Verbrennungsmotoren kombiniert werden und reduziert den Verbrauch deutlich“, sagt Dr. Rolf Bulander, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH.

  • 30 Prozent geräusch- und emissionsfreie Segelphasen
  • Funktion kann mit allen Verbrennungsmotoren kombiniert werden
  • Wirtschaftliches System reduziert CO2-Emissionen im Realverkehr
  • Dr. Rolf Bulander: „Start/Stopp-Segeln wird so normal werden wie die Klimaanlage.“

Die Innovation basiert zu großen Teilen auf einer Erweiterung der Software auf Basis vorhandener Sensorinformationen. Darüber hinaus ist der Start/Stopp-Starter für höhere Beanspruchung und einen schnelleren Neustart angelegt. Der Aufwand für zusätzliche Komponenten ist vergleichsweise gering und das System lässt sich in so gut wie jedes Fahrzeug der Welt integrieren. Egal ob es sich um einen Diesel in Europa, einen Benziner in Nordamerika oder ein Erdgas-Fahrzeug in Asien handelt, Nutznießer sind die Autofahrer genauso wie die Umwelt. Denn ein reduzierter Kraftstoffverbrauch bedeutet gleichzeitig auch reduzierte CO2-Emissionen. In Deutschland wurden 2012 rund drei Millionen Neufahrzeuge gekauft. Laut Statistik beträgt die durchschnittliche jährliche Fahrleistung rund 11 500 Kilometer. Würde nun jedes neue Auto durch die Segeltechnik auch nur zehn Gramm CO2 pro Kilometer weniger emittieren, summiert sich die Ersparnis pro Jahr theoretisch auf über 30 000 Tonnen CO2.
Segeln wird zum Standard werden
In einigen Autos ist schon heute ein Segeln „light“ mittels Doppelkupplungsgetriebe möglich. Dieses schaltet selbstständig in den Leerlauf, sobald der Fahrer vom Gas geht. So rollt das Auto zwar, verbraucht aber trotzdem wegen des Leerlaufbetriebs weiter Kraftstoff. Bosch setzt mit seinen weltweit erfolgreichen Start/Stopp-Systemen traditionell auf einen komplett abgeschalteten Motor. Die erste Generation schaltet den Motor nur bei Fahrzeugstillstand aus. Beim erweiterten Start/Stopp-System wird der Motor bereits während des Ausrollens abgestellt, etwa vor einer roten Ampel. Fahrzeuge mit Start/Stopp-Segeln dagegen schalten den Verbrenner während der Fahrt ab, sobald der Fuß nicht auf Gas oder Bremse steht. Das spart noch mehr Sprit. Und da der Motor abgekoppelt ist, kann das Fahrzeug noch länger gleiten als beispielsweise mit der Schubabschaltung.

„Start/Stopp-Segeln wird aus Sicht von Bosch bald genauso normal werden wie die Klimaanlage“, sagt Bulander.

Bosch setzt bei vielen seiner innovativen Produkte auf die Spritspar-Funktion. Ein Beispiel hierfür ist die elektronische Kupplung eClutch. Diese ermöglicht die Segelfunktion komfortabel auch bei Fahrzeugen mit Handschaltern. Denn die eClutch kuppelt selbstständig aus und der Motor wird abgeschaltet, sobald eine Segelphase möglich ist. Auch beim neuen Einstiegshybrid von Bosch, dem Boost Recuperation System, ist die Segelfunktion ein zusätzlicher Baustein, um noch mehr Kraftstoff zu sparen. Der 48-Volt-Hybrid mit leistungsverstärktem Generator und kompakter Lithium-Ionen-Batterie spart allein durch die Elektrifizierung schon 15 Prozent Kraftstoff. Im realen Betrieb mit Segeln bei abgeschaltetem Motor sind zusätzliche zehn Prozent Reduzierung möglich – also insgesamt bis zu 25 Prozent Kraftstoffersparnis. Auch wegen der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, bei jedem Verbrennungs- und Hybridfahrzeug, wurde die neu entwickelte, spritsparende Start/Stopp-Segelfunktion von Bosch beim „Dinner for Winner“ der Fachzeitschrift Automobil Produktion als „Most Innovative Technology“ in der Kategorie „Green“ ausgezeichnet.

Pressemeldung

Mein Auto: Ab sofort individuelle Fahrzeugdaten auf adac.de

Fahre ich sparsam? Was kostet mich mein Wagen pro Kilometer? Wann muss ich zur Inspektion? Muss mein Auto wegen eines Hersteller-Rückrufs in die Werkstatt? Antworten auf solche Fragen bekommen die 18,8 Millionen ADAC Mitglieder ab September 2013 übersichtlich gebündelt auf der Internetseite des Clubs unter adac.de/meinAuto. Das Besondere an dem neuen Info-Service rund ums Auto: Durch eine Kooperation mit dem Autofahrerportal drivelog.de der Bosch-Tochter Mobility Media GmbH können ADAC Mitglieder jetzt auch selbst ihre Fahrzeug- und Fahrdaten verwalten – und damit ihr Fahrzeug und die tatsächlichen Kosten noch besser kennen lernen.

„Mit Drivelog haben wir einen kompetenten Partner gefunden, um die Serviceleistungen für unsere Mitglieder im Internet auszuweiten“, kommentiert ADAC Marketingleiter André Zarth die Zusammenarbeit. Neben den wichtigsten Daten und Informationen rund um ihr Auto profitieren Clubmitglieder auch von besonders attraktiven Angeboten von Werkstätten und Servicepartnern oder ausgewählten Inhalten wie einem digitalen Serviceheft oder einem Kosten-Monitor.

Kein Auto ohne BOSCH?

Mit dem Namen „BOSCH“ dürfte jeder Autofahrer etwas anfangen können. Aber neben den üblichen Dingen die mir zum Hersteller „BOSCH“ zuerst in den Sinn kommen, wie Zündkerzen oder Scheibenwischer – ist das tatsächliche Feld der Entwicklungen und Techniken ein deutlich größeres.

BOSCH – In jedem Auto?

Um ein wenig mehr über die Marke BOSCH und die Menschen dahinter zu erfahren zu können, lud BOSCH in der vergangenen Woche zu einem „Round-Table“ mit Bloggern ein. Da ich mich selbst – immer mal wieder – als Automotive-Blogger oder Motor-Blogger bezeichne, nahm ich die Möglichkeit für einen Blick hinter die Kulissen gerne an.

kein auto ohne bosch

Zitat:

Bosch entwickelt sich beständig weiter und will im Internet der Dinge (3.0) mit dabei sein.

BOSCH Kommunikation

Das erklärt auch sehr schnell, weshalb man bei BOSCH auch so interessiert und aufgeschlossen gegenüber der neuen Medienwelt aus Bloggern und Blogs ist.  Für mich persönlich ist das eine sehr schöne und absolut zu lobende Entwicklung und es macht große Freude wenn man als kleines „Onlinemedien-Licht“ derart viel Wertschätzung erhält.

Das Gespräch bei BOSCH war dann auch geprägt von einer sehr offenen und freundlichen Kommunikationskultur.

3 Dinge haben mich an diesem Tag näher interessiert:

  • In-Car Entertainment
  • Hybrid-Entwicklung
  • Forschung

Im Bereich In-Car Entertainment war es eine für mich sehr wertvolle Information, dass man bei BOSCH eine art „Car PC“ mit Touchscreen entwickelt hat. Das gesamte System hat eine mehr als standesgemäße Rechnerleistung und ist offen für die Zukunft. Dank einer Software-Struktur basierend auf Linux ist das gesamte System deutlich umfangreicher, leistungsfähiger und zukunftssicherer, als bisher bekannte In-Car Entertainment-Lösungen.

Welcher Automobil-Hersteller das neuartige System in Serie verbaut? Cadillac. Und wie es der Zufall so will, bin ich den neuen Cadillac ATS just in diesen Tagen gefahren und konnte dieses neue und von BOSCH entwickelte im Cadillac unter dem Namen „CUE“ laufende System näher anschauen.

Zu diesem System wird es später noch einen eigenen Artikel geben – einen ersten Blick kann man in meinem Cadillac ATS Bericht darauf werfen.

bosch axle split hybrid technik

Das man im Citroën DS5 Hybrid einen „split axle hybrid“ fährt, der von BOSCH entwickelt wurde – war mir auch nicht bekannt. Bei BOSCH sprach man häufig und gerne über den Peugeot 3008 Hybrid4 – aber der teilt sich die Technik ja bekanntlich mit dem Citroën DS5 Hybrid. Und da ich den französischen Hybriden von Citroën bereits testen konnte, habe ich hier auch meinen Artikel darüber verlinkt.

Das im Prinzip die vollständige Technik, basierend auf einem Elektromotor, dem Inverter (Spannungswandler) und der Hybrid-Steuerungstechnik von BOSCH kommt, war mir neu. Es zeigt aber zusammen mit dem Punkt der Forschung eines ganz schön:

Automobil-Hersteller brauchen Zulieferer-Unternehmen wie BOSCH besonders dringend. Denn nur so ist man in der Lage, die moderne Technik zu Marktfähigen Stückzahlen entwickeln zu können. Im Falle von BOSCH ist das wiederum besonders erfreulich, da man im Hause BOSCH viel auf die eigene Qualität setzt. Mit einem Blick in das „Hybrid-Haus“ konnte ich mich davon überzeugen.

Dort findet man Fahrzeuge von Automobil-Hersteller die nur noch als „Organspender“ taugen und in der Zukunft mit Experimenteller-Technik ausgerüstet werden.

Denn nur so – mit einer eigenen, extrem starken Forschungsabteilung, bleibt man an der Weltmarktspitze.  Ob sich „Robert Bosch, der Ältere“ das alles bereits damals hätte vorstellen können?

Ich persönlich auf jeden Fall nicht – umso mehr hat mich dieser erste Blick hinter die Kulissen gefreut!

…Bosch hat den Tag mit der Videocamera begleitet – nice 😉

..vor Ort waren noch deutlich mehr Blogger, zum Beispiel: Fabian, Nicole und Robert,  „Lots of Ways“ und natürlich hat BOSCH auch einen Blog 😉

Gestern verpasst?

Gestern verpasst?