Quer gestellt: Subaru BRZ

Das können nur die Japaner in dieser Perfektion: Autos und Motorrädern kryptische Buchstaben-Kombinationen als Namen geben. Und sie lieben es. Wie sonst ist es zu erklären, dass sie einem durchaus emotionalen Auto einen so fürchterlich technokratisch nüchternen Namen geben: BRZ. Und wenn man dazu noch die hanebüchene Erklärung von Subaru hört, für was die dreilettrige Abkürzung steht, wird einem klar: Es wurden anscheinend erst die Buchstaben und dann die Bedeutung derselben gesucht. Und die lautet: „Boxer engine“, „Rear-wheel drive“ und „Z als letzter und damit ultimativer Buchstabe im Alphabet“.

Doch zum Glück ist am kleinen Sportcoupé nicht alles so schwierig zu erklären wie der Name. Im Gegenteil! Der Subaru BRZ ist ein wunderbar einfach gestricktes Auto ohne Allüren und – für die japanische Marke äußerst ungewöhnlich – ohne Allradantrieb und Turbolader. Doch immerhin dreht weiterhin ein Vierzylinder-Boxer unter der Motorhaube sein Unwesen. Zwei Liter groß, 200 PS stark und von Drehzahlorgien getrieben. 7.800 U/min dürfen es maximal sein, bevor im Cockpit rot blinkend zum Gangwechsel gemahnt wird. Die dabei zur Verfügung stehenden sechs Vorwärtsgänge wollen dann mit Nachdruck eingelegt werden, denn nur so gelingt der bündige Kraftschluss, um in 7,6 Sekunden das maximal zulässige Landstraßentempo zu erreichen.

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Und genau hier ist auch der natürliche Lebensraum des 1,2-Tonnen-Leichtgewichts: Landstraßen! Je kurviger, desto besser. Doch man sollte vor Antritt der Kurvenhatz in der Mittelkonsole die VSC-Sport-Taste drücken, um zu spüren, was speziell die BRZ-Variante mit der Zusatzbezeichnung „Sport“ so sportlich macht: Heckantrieb in Kombination mit einem Sperrdifferenzial. Dieser Tastendruck lockert nämlich die elektronische Spaßbremse und der Subaru darf ein wenig mit dem Heck auskeilen. Nicht zu viel, aber so, dass man genau spürt, wohin die Reise quer gehen könnte, ohne dass das kurveninnere Rad durchdreht. Hat man sich mit der niedrigen Haftgrenze der schmalen 215er Reifen sowie der präzisen elektrischen Lenkung vertraut gemacht und will mehr, muss man nur noch so lange auf den ESP-Off-Schalter drücken, bis zwei gelbe Kontrollanzeigen im Armaturenbrett die dauerhafte Deaktivierung von Stabilitäts- und Traktionskontrolle bestätigen. Dann kann die Offenbarung für alle Fahrdynamik-Junkies beginnen. Gutmütiger lässt sich kaum ein Auto quer stellen.

Hier geht es dann auch nicht um Bestzeiten, hier geht es ausschließlich um Fahrspaß. Vor der Kurve, in der Kurve und aus der Kurve raus. Und der ist nicht einmal teuer. Die getestete Modellversion kann mit exakt 31.000 Euro Basispreis als bezahlbar eingestuft werden und auch der Spritkonsum ist überschaubar: Wenn man das 4,24 m lange Sportcoupé nicht unnötig über die Autobahn prügelt, gibt sich der etwas enttäuschend röchelnde Boxer mit weniger, als 11l Super Plus auf 100 km zufrieden.

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Wer sich aber auf den knackigen Japaner einlässt, sollte sich im Klaren sein, dass er auf den heute gängigen Luxus-Overkill verzichten muss. Komfortblinken? Überflüssig. Assistenzsysteme? ABS, ESP und Traktionskontrolle müssen ausreichen. Navigationssystem? Am besten verzichtet man auf die 860 Euro teure Sonderausstattung und erwirbt ein aktuelles portables Navigationssystem, was nicht nur günstiger ist, sondern auch besser funktioniert. Lifestyle-Faktor? Überhaupt keiner. Nach diesem Flachman drehen sich nur wahre Spritköpfe anerkennend um, denn hinter diesem Volant wird in der Regel ein Fahrdynamik-Connaisseur vermutet, bei dem ein übersteuerndes Heck nur zu einem breiten Grinsen und nicht zu einem Angstschweiss-Ausbruch führt.

Von daher kann der Subaru BRZ mit seinem technischen Zwillingsbruder, dem Toyota GT86, durchaus als eine der angenehmsten Überraschungen des abgelaufenen Autojahres 2012 gelten, denn dieser kompakte Sportwagen will keine eierlegende Crossover-Wollmilchsau sein, sondern im klassischen Sinne ein echtes Coupé: Flach, leicht, Motor vorne, Antrieb hinten und dennoch überraschend alltagstauglich.

Mehr als nur Small Talk: Subaru BRZ.

Wenn ich mit einem Auto fahre, dann unterscheidet sich der Sinn und Zweck häufig von dem, was die Allgemeinheit mit ihrem Auto anstellt. Ich fahre nicht immer um vom Startpunkt zum Ziel zu kommen, ich fahre oftmals einfach nur um zu fahren. Auto fahren ist für mich so etwas wie ein Dialog zwischen mir, dem Auto und der Straße.

Manchmal entwickeln sich wunderbare Gespräche daraus. Oftmals hat dieser Dialog die Lebensfreude einer Karnevalfeier am Zuckerhut. Manchmal sind die Gespräche zwischen dem Auto, der Straße und mir, aber auch nur so aufregend wie eine Ethik-Stunde in der Grundschule. Ich kann nicht immer vorhersehen wie sich diese Gespräche zwischen dem Auto und mir entwickeln – natürlich gibt es Erwartungen. Manchmal auch Befürchtungen, aber am Ende bleibt es immer eine Überraschung.

Richtig Spaß machen die Ausfahrten, bei denen man sich wundervoll versteht. Wenn das Auto und die Straße die gleiche Sprache sprechen, wenn ich verstehe was mir beide sagen wollen, wenn ich die richtigen Antworten für unsere Diskussion besitze. Dieses Gefühl kann man auch mit der Geburt einer Freundschaft vergleichen.

Vom Small-Talk zum Karneval in Brasilien

Es gibt Autos mit denen komme ich über das Niveau eines gezwungen Small-Talks nicht hinaus. Und es gibt Autos, in denen finde ich einen Seelen-Verwandten. Einen Freund, einen ehrlichen Gesprächspartner. Offen. Dialogfreudig. Clever. Schlagfertig. Witzig.

Der Subaru BRZ scheint von dieser Sorte Auto zu sein. Während meiner ersten Ausfahrt mit dem neuen Subaru Forester hatte ich auch die Chance, ein paar Minuten mit dem BRZ zu verbringen.  Nun unterscheidet sich der BRZ vermutlich kaum von seinem Zwilling mit Toyota Logo, dem GT86. Ich unterstelle daher einfach mal, dass ich auch mit dem GT86 in einen erfrischenden Dialog starten könnte.

Grundsätzlich stammen der BRZ und ich aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen und auch wenn ich so überhaupt nicht auf den nüchternen Innenraum eines SUBARU stehe, der pragmatische Ansatz hat Vorteile. Es ist ein Gespräch völlig frei von Einflüssen möglich. Konzentration auf die Inhalte. Auf Argumente und Sichtweisen. Ähnlich unnötiger Worthülsen, spart man sich im BRZ die Rede um den heißen Brei herum und kommt direkt zum Punkt. Und plötzlich versteht man sich. Zig Tausend Kilometer zwischen den Geburtsorten, zwei völlig unterschiedliche Kulturen und dennoch, selten zuvor fühlte ich mich so verstanden.

Der BRZ spricht meine Sprache, wir einigen uns auf einen Dialog ohne falsche Höflichkeiten, ehrlich und direkt – kein ESP und doppeltes Netz. Ich fordere den Japaner mit seinem launischen Boxermotor heraus, er kontert mit Kompetenz und bleibt frei von Heimtücke.

Unsere Bühne ist das Fahrsicherheitszentrum in Lüneburg, wir springen über kleine Kuppen, fahren quer in die nächste Haarnadel und lassen im dritten Gang fröhlich den Hintern in Richtung Kurvenrand tanzen. Es ist kein einfacher Dialog mehr, es ist ein verschmelzen.

Und manchmal –

– manchmal startet auch eine Liebe, mit einem einfachen Gespräch.

 

 

 

Das Foto stammt mit gnädigster Erlaubnis vom Herrenfahrer Mechthild. Foto: Tobias Heil, no homo freund von Mechthild

Subaru BRZ gegen Honda S2000

Der BRZ ist die Subaru-Variante des Toyota GT86 und beide sind für mich so etwas wie der langersehnte Sonnenschein am Ende eines langen trüben Downsizing- und Öko-Trips. Endlich wieder sportliche und handliche Autos mit Heckantrieb.

Eine Hommage an die Klassiker vom Schlage des Opel Manta, Ford Cabrio und der E30 BMW Coupe. Mensch, das waren einfach unterhaltsame Autos. Fahraktiv, handlich und für viele Menschen in finanzieller Reichweite.

2 Liter Hubraum – 4 Zylinder – 200PS und Heckantrieb.

Nichts was man nicht kennen würde, eigentlich ein ganz simples Rezept. Es ist eine schöne Nachricht, endlich gibt es so sportliche Coupés wieder und ausgerechnet Toyota und Subaru bringen diese Sporty-Coupés heraus. Aber, das Rezept ist an sich recht alt und es gab da doch mal ein Auto von Honda, das den aktuellen Volks-Sportlern sehr nah kommt.

Der HONDA S2000. 2 Liter Vierzylinder und Heckantrieb. Und noch nicht einmal ein Dach 😉

Was also passiert, lässt man diese beiden Modellen gegeneinander antreten? 400m Dragrace – die Kandidaten: Honda S2000 und Subaru BRZ – seht selbst:

 

Erstaunt? Nur bedingt 😉 … ich freue mich auf meine erste Fahrt im GT86/BRZ … abwarten..

Toyota GT86 – Der Antrieb im Detail!

Neben einem sportlichen Design und einem gut ausbalancierten Fahrwerk, spielen noch immer der Motor und das Getriebe eines Autos die Hauptrollen, wenn es um den Gesamteindruck geht.

Beim neuen Volks-Sportler der Marken Toyota und Subaru, spielt daher natürlich auch der Motor eine Hauptrolle. Während das Grundkonzept des 4-Zylinder Boxermotors von Subaru kommt, wurde das Gesamtpaket des Antriebs in Zusammenarbeit von Toyota und Subaru, noch ein Mal überarbeitet und verfeinert.

Benzin-Direkteinspritzung

100PS per Liter Hubraum und die Drehfreude eines Sportmotors
100PS per Liter Hubraum und die Drehfreude eines Sportmotors

Die Benzin-Direkteinspritzung mit der Bezeichnung D-4S stammt von Toyota und wurde darauf abgestimmt, den mit einem identischen Bohrungs- und Hub-Verhältnis konstruierten 2 Liter-Motor die reine Lust an der Drehzahl anzugewöhnen. Das Ergebnis ist ein sportlicher Saugmotor der Drehzahlen bis zu 7.400 Umdrehungen erreicht und zugleich mit einem Verhältnis von 12,5:1 hoch verdichtet ist.

Ein sportlicher Saugmotor war das Ziel, ein ebenso leichter, sportlicher und auch intelligent konstruierter Boxermotor ist das Ergebnis.

Nur ein Boxermotor ist in der Lage, mit einem besonders niedrigen Schwerpunkt das Gesamtgewicht des Fahrzeuges möglichst nah an die Straße zu bekommen. Eine clever verlegte Auspuffanlage ermöglichte eine weitere Absenkung des Motor-Schwerpunktes und ein zweigeteilter Katalysator sorgt für die notwendige Freiheit in der Gestaltung der Auspuffanlage.

Literleistung wie im Motorsport

Die Leistung von 200PS wird bei 7.000 Umdrehungen erreicht und mit dem Drehmoment von 205 Nm zwischen 6.400 und 6.600 Umdrehungen wird deutlich, das hier ein sportlicher Saugmotor entstanden ist. Eine Literleistung von 100PS pro Liter Hubraum ist bis vor einige Zeit noch eine Domäne von reinen Rennmotoren gewesen.

Die Leistung des Sportmotors wird entweder über ein manuelles 6-Gang-Getriebe in Richtung Hinterachse geschickt, oder über ein sportlich abgestimmtes 6-Gang Automatik-Getriebe.  Das Automatik-Getriebe kann über Schaltpaddel am Lenkrad bedient werden und ist in der Lage binnen 0,2 Sekunden zwischen den Gängen hin- und her zu schalten. Mit einem fein dosierten Zwischengasstoß, schaltet das Getriebe in perfekter Manier die Gänge herunter und sorgt für Fahrstabilität und geschmeidigen sportlichen Komfort.

Der Schalthebel des manuellen 6-Gang Getriebes wurde indes bewusst auf eine sportlich knackige Handhabung hin optimiert. Kurze Schaltwege und eine präzise Führung des mit einem griffigen Schalthebel ausgeführten Bedienapperates war oberstes Entwicklungsziel für die Getriebe-Profis von Toyota, Subaru und dem Getriebe-Lieferanten Aisin.

Über die Feinheiten des Fahrwerks und des Torsen-Hinterachsdifferentials schreiben wir im nächsten Teil unserer “ Der Toyota-GT 86 im Detail“ Serie.

 

Bereits online:

Erscheint noch:
  • Die Technischen Daten im Überblick

 

Das Design des GT86 im Detail

In keinem Toyota-Modell sitzt man derzeit niedriger als im Toyota GT86.

Wenige Zentimeter über dem Asphalt findet man sich wieder in einem knapp geschnittenen 4-Sitzigen Sport-Coupé im klassischen Look. Lange Haube vorne, kurzer Überhang hinten und der Fahrer rückt weit in Richtung Hinterachse.

Fast möchte man dem GT86 bereits heute, noch bevor die ersten Serien-Modelle in Kunden Hand über unsere Straßen fahren, eine zeitlose aber funktionale Eleganz bescheinigen. Ästhetik ganz im Zeichen der angestrebten Fahrfreude.  In der Seitenlinie spannt sich der Dachbogen kraftvoll und befreit vom Ballast unnötiger Design-Experimente von der lang gestreckten Motorhaube bis zu den, in der Gestalt von kraftvoll ausgeprägten Radhäusern, sportlich geformten Hüften.

Die Höhe des GT86 beträgt mit 1,28m genau die Hälfte des Radstandes von 2,57m und trägt so zur authentischen Formensprache eines sportlichen Coupés bei.

Toyota Designer haben sich bei der Gestaltung des GT 86 inspirieren lassen vom legendären Toyota 200GT – aber anstelle einer Kopie hat man den Geist des 2000GT gespürt und Elemente einfließen lassen, die nur behutsam die Brücke in die Vergangenheit schlagen.

Die Kotflügel der Vorderachse spannen sich leicht gewölbt über Konturen der flachen Motorhaube, die Scheinwerfer mit ihren Xenon-Augen und dem unverspielten LED-Tagfahrlicht prägen die Front mit dem klaren Anspruch an sportliche Mobilität. Der GT86 wurde auch an der Front angenehm frei von aerodynamischen Übertreibungen in Form von Spoilern und riesigen Schürzen gestaltet.

Ziel der Designer war es, einen Sportwagen zu gestalten, dessen Aerodynamik im Gleichgewicht mit dem Abtrieb des Fahrzeuges bleibt. Niedrige Luftwiderstände zur Vermeidung eines nicht notwendigen Abtriebs sorgen für die Balance aus sportlichem Handling, Grip und Motor-Effizienz.  Mit einem Luftwiderstand von cw=0.27 ist der neue GT86 einer der Aerodynamisch effizientesten Sportler in seinem Segment!

Im Cockpit des GT86 spielt der Fahrer die uneingeschränkte Hauptrolle. Dies wird durch ein zum Fahrer hin orientiertes Cockpit bekräftigt. Die Perfektion des Sportwagen-Designs endet nicht bei den neuen Logos des GT86 oder den Türgriffen, sondern setzt sich im Innenraum fort. Ein Schwerpunkt der Entwickler lag auf einer Fahrer-Orientierten Ergonomie im Innenraum. Sitzplatz, Lenkrad, Armaturen – die richtige Position spielt eine für das Erlebnis der Fahrzeug-Dynamik eminent wichtige Rolle.

Zentral im Blickfeld, der Drehzahlmesser mit integrierter Warnleuchte für den Drehzahl-Begrenzer bei 7.400 Umdrehungen. 36,5 Zentimeter entsprechen dem Durchmesser des kleinsten, je in einem Toyota verbauten Lenkrades.  Sitz-Position und Ergonomie haben die Entwickler des GT86 dort optimiert, wo man die Perfektion des sportlichen Automobils am Besten überprüfen kann: Auf der Nordschleife des legendären Nürburgrings.

Wer auf eigener Achse an die Rennstrecke anreist, der wird sich über die Möglichkeit der intelligenten Raumaufteilung im GT86 freuen. Denn die Rückenlehne der Rücksitze lässt sich nach vorne klappen und der Laderaum bietet dann, trotz flacher Heckform genug Platz für einen weiteren Reifensatz oder Rennsport-Zubehör.

Folgende Beiträge gehören zu dieser Serie:

Erscheint noch:
  • Die Motoren-Technik des GT86 im Detail
  • Leistungsgewicht und Fahrwerkslösungen des GT86 im Detail
  • Technische Daten des GT86 im Detail