Fahrbericht: Fiat 124 Spider eröffnet Cabrio-Saison 2018

Like ice in the sunshine – Kaum ist der Frühling erwacht, eröffnet Fiat die Cabrio-Saison und packt dafür seine neuen 124 Spider Cabriolets aus. Ziel des fröhlichen Testens: der Starnberger See. Doch die erste Tour des Tages ging in einem limitierten Fiat 500 Abart 695 los. Der Traum aller Kleinwagen-Liebhaberinnen mit dem Hang zum Bleifuß. Das Herz lachte und der Mitfahrer bremste beherzt vom Beifahrersitz mit. Während das Adrenalin noch fröhlich in den Adern pochte, tauchten am Starnberger See auch schon die ersten schnittigen Fiat 124 Spider Cabriolets auf. Noch vom letzten Jahr waren mir die schicken Flitzer gut in Erinnerung geblieben. Doch nun hat der italienische Autohersteller die Baureihen um zwei neue Modelle erweitert, da der erwartete Absatz „noch“ nicht zufriedenstellend war. Mutig, wo doch jeder eigentlich auf die neuesten SUVs aus sind.

Scharf und schärfer – Fiat 124 Spider S-Design und Abarth 124 GT

Mit zwei unterschiedlichen Ausprägungen desselben Fahrzeugkonzeptes versucht Fiat nun das Ruder herumzureissen und die Liebe zu „Oben ohne“ zu bestärken. Dank Hinterradantrieb und leistungsstarken Motoren präsentieren sich beide Cabriolets nun mit interessanten Unterschieden: Der eine mit elegant-sportlicher Note als stilistische Hommage an den 1966 präsentierten historischen Fiat 124 Sport Spider. Der andere tritt betont dynamisch auf mit Fahrleistungen, die im Segment Maßstäbe setzen – so wie es stets die Strategie der Marke Abarth war. Pünktlich zum Start der Cabrio-Saison 2018 schickt Fiat nun also den neuen Fiat 124 Spider S-Design und seinen grimmigen Bruder, den Fiat 124 Spider Abarth 124 GT, ins Rennen.

Basierend auf der Ausstattungsvariante Lusso, zeichnet sich der neue Fiat 124 Spider S-Design durch eine erweiterte Serienausstattung sowie zahlreiche exklusive Exterieurdetails aus. Zur erweiterten Serienausstattung gehören unter anderem LED-Scheinwerfer mit Kurvenlicht-Technologie, Infotainmentsystem Fiat Connect mit 7,0 Zoll Bildschirmdiagonale (17,8 Zentimeter), Soundanlage von Bose®, Lederlenkrad sowie Sportsitze, die mit einer Kombination aus Leder und hochwertiger Ledernachbildung bezogen sind. Was den Motor betrifft, so pocht unter der Motorhaube ein starker 1,4-Liter-Turbo-Benziner, der 103 kW (140 PS) leistet. Ob Vierzylinder-Triebwerk mit Sechsgang-Handschaltung oder Automatikgetriebe: Der italienische Roadster beschleunigt aus dem Stand auf Tempo 100 in 7,5 Sekunden (7,6). 

Aussen Hui, unter der Motorhaube noch mehr Hui

Der Fiat 124 Spider Abarth GT kommt mit etwas mehr Dampf daher. Der Vierzylinder-Turbomotor produziert aus 1,4 Litern Hubraum starke 125 kW (170 PS). Das Triebwerk kann kombiniert werden mit Sechsgang-Handschaltung oder Sechsstufen-Sportautomatik, die auch manuelle Gangwechsel zulässt. Der Abarth 124 GT beschleunigt mit Handschaltung in nur 6,8 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 km/h. Wer ein noch ein bisschen mehr in die Sitze gedrückt werden will, darf sich gern die leistungsstärkere Variante im Programm – den Abarth 124 R-GT – zu Gemüte führen. Das von einem 1,8-Liter-Turbomotor mit rund 220 kW (300 PS) Leistung angetriebene Coupé ist nach den internationalen Regeln der Kategorie FIA R-GT aufgebaut und damit bei allen Rallyes bis zur Weltmeisterschaft startberechtigt. Ebenfalls mit einem Hardtop ausgerüstet wird das Fahrzeug rennfertig ausgeliefert, inklusive Sicherheitszelle, Schalensitzen, Hosenträgergurten und weiteren Komponenten, die im Rallyesport unverzichtbar sind.

Die besondere Lackierung „Alpi Orientali Grau“, die 17-Zoll-Leichtmetallräder von OZ, die Dual-Mode-Abgasanlage „Record Monza“ sowie Frontspoiler und Außenspiegelkappen in Grau sorgen für ein markantes Auftreten. Auf Wunsch ist die Motorhaube mattschwarz lackiert – genau wie bei der Rallyesportikone Fiat 124 Abarth. Für das entspannte Cabrio-Wetter um den Starnberger See genehmigten wir uns einen Fiat 124 Spider S-Design in „Italia Blau“. La dolce Vita in Bayern. So lässt sich leben. Die kurze Tour „oben ohne“ verschaffte mir auch einen sonnengeküssten Teint. Teilweise fiel der Kuss aber etwas kräftiger aus, was sich erst am nächsten Tag bemerkbar machte. So kurz nach den winterlichen Ostertagen packt man nicht unbedingt die Sonnencreme LSF 30 aus. Ein kleiner Fehler, wie sich herausstellte.

Fazit: Der verschönerte Fiat 124 Spider als auch der leistungsstärkere Fiat 124 Spider Abarth versprechen Sportlichkeit und gepflegten Fahrspaß kombiniert mit klassisch-schönem Retro-Design und Funktionalität. Hier bekommt man jede Menge Roadster-Fun für wenig Geld. DasFahrverhalten hat sich zu letztem Jahr nicht verändert: sowohl bei einem flotteren Fahrstil als auch beim entspannten cruisen zeigt sich der Fiat 124 Spider souverän und komfortabel. Einzig die Pedale sind eher was für den schmalen Fuß.

Fahrbericht McLaren 570s Spider: Der Haarfön

Es ist schon eines der beruflichen Highlights, wenn man einen McLaren fahren darf. Natürlich sind die so genannten „Brot-und-Butter-Autos“ – nichts für ungut – das, was das Leben ausmacht. Dennoch sind es Fahrzeuge, wie der McLaren 570s Spider, die einem das automobile Leben versüßen. Die anfänglichen Kopfschmerzen, einen offenen Supersportwagen im britischen November zu fahren, wurden angenehmerweise schnell zerstreut. Fahrbericht der technoiden Bodenrakete. Read more

Abarth 124 Spider – Kleines Herz, große Töne!

Ein klassischer Roadster: Lange Haube, kurzes Heck, spartanische Ausstattung, ein knochentrockenes Fahrwerk und vor allem eines Heckantrieb! Dazu eine knackige Handschaltung und ein Sound, der sofort klarmacht, dass es sich hierbei um ein richtiges Spaßmobil handelt. Nun, der Abart 124 Spider erfüllt nahezu alle dieser Attribute. Nur mit der knackigen Handschaltung ist es nicht weit her: Zwar kommt der kleine Italienische Roadster in Kriegsbemalung serienmäßig mit einer tollen Handschaltbox, doch der Testwagen verfügte über eine Automatik. „FAIL!“, werden viele schreien. Aber ist dem in Zeiten des beliebten DSG und nahezu perfekt arbeitender Automaten wirklich so? Read more

Test: Mercedes-Benz E-Klasse Cabriolet: Und es war Sommer

Es dauert nur Sekunden, dann hämmert die Sonne mit der Gewalt einer grellen Hitze-Lawine auf deinen Schädel. Cabrio fahren – warum genau macht man das nochmal? Warum gelten Cabriolets als so extravagant, edel und teuer? Vermutlich, weil man offen fahren kann, nicht weil man muss. Oder ist es wirklich das Erleben der Umwelt mit allen Sinnen? Warum auch immer, es gibt da nun etwas Neues von Mercedes-Benz! Das Münzmallorca für die Business-Class.

Mercedes-Benz E-Klasse Cabriolet

Sonnenbank der Business-Class

Das klassische viersitzige Cabriolet hat bei den Schwaben eine Tradition, die bemerkenswert erscheint. Dem seligen W124 (1984-1997) wurde bereits eine Cabriolet-Variante zur Seite gestellt. Wenn auch erst Anfang 1992 verfügbar – so präsentiert diese (obere) Mittelklasse bereits damals den wertsteigernden Effekt des „Weglassens“.

2017 präsentiert Mercedes-Benz nun wieder eine echte E-Klasse ohne Dach. Wirklich viersitzig, nicht so ein Alibi-Viersitzer wie der Vorgänger und füllt damit eine Lücke, die man kaum erkennen konnte. Von der C-Klasse bis zur S-Klasse besitzt Mercedes-Benz nun „DREI!!!“ Viersitzer-Cabriolets, hinzu kommen die beiden Roadster SLC und SL, die AMG-Varianten und natürlich nicht zu vergessen, das Patchwork-Kind mit den französischen Wurzeln, das smart Cabriolet (auch elektrisch!).

Nur Touristen fahren oben ohne

20 Sekunden vergehen und man wird als Tourist identifiziert. Ich sage ja immer: „Nur Touristen fahren ein Cabriolet offen“ – wer ein Cabriolet sein eigen nennt, der kann offen fahren – wird es an prall heißen Sommertagen aber nicht tun. Ernsthaft. Sonnenbaden in der Windstille des E-Cabriolets ist gefährlich. Es sollte einen Warn-Hinweis auf der Tür des E-Cabriolets geben. Der Wind flüstert nur behutsam über die Haut, von oben bratzelt dir der Zwergenstern Helios mit seiner über 6.000 C° heißen Plasma-Oberfläche die obere Hautschicht binnen Minuten puterrot. Eincremen gehört zur Pflicht, um im Hochsommer ein offenes Auto zu fahren. Und ausgerechnet die Schwaben, sonst immer Vorreiter bei allen Sicherheitsthemen, überlassen das Eincremen der Haut noch immer der Besatzung. Bei allen technischen Gimmicks, vom speziellen Wischersystem (Magic Vision Control) mit Cabriolet-Funktionen bis hin zur Pre-Safe Konditionierung des Innenraums, fehlt ausgerechnet der Sonnencreme-Spender in der Mittelkonsole.

Flüsterleise mit der Mütze

Das Akustik-Stoffverdeck spannt sich straff über die Karosse, sobald dem Autotester die Pigmentschicht seiner Haut die ersten Warnsignale schickt. Wie gesagt. Nur Touristen fahren im Sommer ein Cabriolet. Besitzer eines neuen E-Klasse Cabriolets freuen sich über das Akustik-Stoffverdeck und die wohlige Klimatisierung des Innenraums, auch dank Sitzlüftung. Dass man bei geschlossenem Dach kaum noch etwas vom Aufriss der Karosserie bemerkt, ist ein besonderes Lob an die Techniker. Flüsterleise bleibt es im Innenraum – und auch knistern, knacken und knarzen verkneift sich die fahrende Sonnenbank.

Sparsam dank Dieselmotor

In Ermangelung eines Elektroantriebes ist ausgerechnet der 1.950 ccm große Diesel der richtige Motor für das E-Klasse Cabriolet. Als E220d mit 194 PS und überzeugenden 400 Nm bildet er die kongeniale Antriebseinheit für das entschleunigte Cruisen – ganz egal, ob das Dach nun offen ist oder nicht. Vom Dieselmotor hört man nichts. Man spürt ihn nur. In Serie kommt diese Kombination mit dem 9-Gang Automatikgetriebe von Mercedes-Benz. Wie bereits beim Coupé und bei der Limousine geschrieben: Es ist die ideale Kombination für die E-Klasse. Ausreichend kräftig. Sparsam. Die modernste Motorenfamilie des Daimlers und tadellos in den Manieren. Zusätzlich bietet Mercedes-Benz das Cabriolet auch als 350d Diesel mit Allradantrieb an, dann 258 PS stark und dank V6-Timbre doch noch einen Zacken wertiger – oder auch als Benziner. Hier bilden E200 und gerade der E300 aber in meinen Augen absolut keine Alternativen. 184 PS stark, bleibt der E200 mit seinen 300 Nm deutlich hinter dem Dieseltriebwerk zurück. Der E300 leistet 245 PS, die man jedoch nicht wirklich fühlt. Und auch er kann nur 370 Nm in die Waagschale werfen, ist aber bei der Laufkultur und dem subtil wahrnehmbaren Motorengeräusch nicht im Vorteil gegenüber dem Vierzylinder-Diesel. Wenn Geld einfach da ist, dann wählt man eh die Status-Motorisierung E400, dann auch wieder mit Allradantrieb und dem 333 PS starken V6-Turbo. Doch – auch hier: Weder haut einen die Beschleunigung vom Hocker, noch ist das Klangbild wirklich sexy. Also zurück auf Anfang, den E220d geordert und die Preis-Differenz von über 14.000 € in erfühlbare Ausstattungsdetails investiert.

Winter-Cabriolet

Air-Scarf an Bord. Sitzheizung an Bord. Ein Innenraum, der dank der ausgeklügelten Luftbremse Air-Cap am oberen Rand der Windschutzscheibe, auch bei Tempo 130, fast Zug- und strömungsfrei bleibt. Es ist faszinierend, wie wenig „offen fahren“ man empfindet. Sicherlich. Beste Rundumsicht und volle UV-Belastung von oben – das E-Klasse Cabriolet ist ganz sicher eine der edelsten Formen, um sich gesellschaftlich anerkannte Hautbräune zuzulegen. Doch viel spannender als im Sommer dürfte eine Ausfahrt in den Herbst hinein sein. Dann wird das E-Cabriolet sich von den Mitbewerbern absetzen. Wohlig temperiert, still, grenzenlos  – dann auch gerne mit dem Touristen-Status – offen fahren. Herbstlaub genießen, den ankommenden Winter riechen – und die Sonne als warmherzige Erlösung empfinden.

Preis-Schmerz-Grenze

54.228,30 € sind es minimal – dafür gibt es das E200 Cabriolet. Den akzeptierten Diesel E220d bekommt man ab 56.049,00 € – und die Differenz von über 14.000 € zum erstrebenswert erscheinenden E400 für 70.281,40 €, die würde ich wirklich lieber in die verlockende Ausstattungsliste stecken. Und es muss dann auch kein AMG-Line sein – Avantgarde reicht. Dafür das 25th Anniversary Paket, das Fahrerassistenz-Paket und das Luftfahrwerk – ups – und schon kostet der „kleine Diesel“ soviel wie das aktuelle Top-Modell.

Cabriolet fahren – kein ganz billiger Spaß. Aber es bleibt ja immer noch das Münz-Mallorca als Alternative für Sonnenbräune-Fetischisten und alle anderen kaufen den praktischen Kombi und sparen sich dann auch den Kampf mit der Sonnencreme.

Fahrbericht: Oben ohne mit dem neuen Fiat 124 Spider

Also als erstes muss ich mal eine Warnung aussprechen. Cabrio fahren ist nicht ungefährlich. Ohne den nötigen Sonnenschutz sieht man schnell aus wie ein gekochter Hummer und unschuldige Kollegen werden einfach mal origamiartig zusammengefaltet. Doch natürlich tut das dem Spaß keinen Abbruch. Die Tour mit dem neuen Fiat 124 Spider sollte in der Stadt der Liebe beginnen. Und auch wenn in letzter Zeit in Paris davon nicht viel zu spüren war, wollten die Italiener wenigstens mit ihrem Temperament und der Liebe für ihre Autos ein Licht in die derzeit dunklen Zeiten vor Ort bringen. Petrus meinte es ebenfalls gut, denn er bescherte uns einen herrlich sonnigen Frühlingstag. Nach einem sehr französischen Lunch, bei dem die Mägen nicht besänftigt werden konnten, stellten wir uns der neuen Schöpfung Fiats. Hier lässt der italienische Autohersteller die guten alten Zeiten wieder aufleben. Das Design von 1966 ist zurück, doch nur äußerlich erinnert der Roadster an vergangene Epochen, denn unter der Haube zeigt er sich von seiner modernsten Seite.

Schwulstes Auto des Jahres 2017?

Seit 2005 wird diese Auszeichung von Ledorga vergeben, einer französischen Organisation homosexueller Autofreunde. Für den European Gay Car Award fragt Ledorga seine Mitglieder nach ihrer Meinung und siehe da: Der neue Fiat 124 Spider ist wohl das schwulste Auto des Jahres 2017. Doch das ist absolut nicht als negativ zu betrachten. Ganz im Gegenteil. Zeugt das Fahrzeug offensichtlich von gutem Stil, Style und Sexyness. Seine sportliche Ausdrucksstärke hat wohl einen starken visuellen Eindruck hinterlassen. Klar. Hier geht es ja auch um sehen und gesehen werden. Und das kann der Fiat 124 Spider. Er ist wirklich eine Augenweide. Die klassische Front erinnert an seine Anfänge im Jahre 1966. Eine schlanke Linienführung zaubert eine schöne Silhouette und die langgezogene Motorhaube prägt den sportlichen Charakter. Wahrlich verführerisch, auch beim Interieur geht es direkt weiter. Schöne Details um das teils digitalisierte, teils analoge Armaturenbrett, ergeben eine Mischung aus Klassik und Moderne.

Hochwertiges Leder schmiegt sich sowohl ans Lenkrad als auch an den Schaltknauf. Exklusive Ledersitze mit Kontrastnähten mit niedriger Sitzposition und stabilem Seitenhalt füllen das Fahrzeuginnere. Schön sind sie, doch leider nichts für längere Autofahrten. Der Popo-Meter schlägt hier schnell Alarm. Doch wer es ein wenig härter mag, ist gut aufgehoben. Der Kofferraum ist ebenfalls nichts für längere Touren. Mit einem Volumen von nur 140 Liter war er mit zwei Handkoffern und einem Rucksack kaum noch zu schließen. Ebenfalls gibt es im Innenraum so gut wie keine Ablagen. Flaschen- oder Becherhalter? Fehlanzeige. Einzig ein Mini-Handschufach in der hinteren Mittelkonsole bietet ein wenig Stauraum. Ansonsten steht, pardon, sitzt man da mit seiner Flasche, seinem Handy oder was man sonst so verstauen möchte, allein. Eine Reduktion auf das Wesentliche ist hier erforderlich. Oder man nimmt sich einen Lieferdienst, der einem alles stets hinterher fährt.

Ein 7“-Touchscreen-Display mit integriertem DAB-Radio, die obligatorische Bose-Soundanlage mit in den Kopfstützen integrierten Lautsprechern, W-LAN- und Bluetooth®-Verbindung inklusive USB-Anschlüssen und AUX-IN sorgen neben der Straßenführung für die musikalische Unterstützung bei unserer Tour von Paris nach Deauville. Entlang der Seine. Oben ohne, versteht sich. Mein Mitfahrer hat hier allerdings das Nachsehen. Mit seinen 1,93 Meter ist er für den neuen Fiat 124 Spider leider nicht geschaffen. Ein Origami-Meister hätte ihn nicht besser zusammenfalten können und so kamen neben den Schmerzen im Allerwertesten auch noch welche in den Knien dazu. Besonders hinterm Steuer und noch mehr bei geschlossenem Verdeck. Zum Glück war es auf dem Beifahrersitz für ihn ein wenig bequemer. Ich mit meinen 1,72 Metern passte allerdings hervorragend in das Gefährt. Ein Wagen, wie für mich gemacht, wenn man von der Sonnenbrand-Gefahr mal absieht. Denn das typische Verdeck aus Stoff, das aus dem Fiat 124 Spider nicht wegzudenken ist, war natürlich stets offen. Inklusive klassischer manueller Handhabung. Wer nach dem Knöpfchen sucht, um ihn zu öffnen: Fehlanzeige. Selbst ist der Fahrer. Ein Zug am Hebel und Zack: das Verdeck fällt nach hinten zusammen. Und das schneller als bei einem elektrischen Dach, der nur bei einer bestimmten Maximal-Geschwindigkeit zu schließen oder öffnen ist und dann gefühlt mehrere Stunden braucht. Mit ein wenig Kraftaufwand muss das Dach dann noch eingerastet werden, damit es hält. Wer genug Kraft hat, kann dies auch während der Fahrt machen, anzuraten ist das aber nicht, besonders, wenn man allein unterwegs ist.

Faszinierendes Aufbrausen?

Sobald alle Auto-Schreiberlinge ihren Sitzplatz gefunden hatten, ging unser sonniger Roadtrip auch endlich los. Eine knackige Schaltung lässt den Fiat 124 Spider schnell auf Touren kommen. Er wird von seinem bereits bekannten, wie beim Vorbild längs eingebauten, 1.4 MultiAir Turbobenziner mit 140 PS angetrieben. Geprägt von seinem schlanken Leergewicht von nur 1.125 Kilo schafft er die 0 auf 100 km/h locker in 7,5 Sekunden. Seine Power spüren wir durch die kurzen Schaltwege recht schnell. Doch plötzlich eine Stimme aus dem Off: „You are over the speedlimit“. Diese bekommen wir tatsächlich recht oft zu hören. Hey, der Fiat 124 Spider will spielen, der muss gescheucht werden. Sein 6-Gang-Getriebe und die 140 PS schreien: Fahrspaß, wohohoho! Dass der Fuß da manchmal ein wenig schwerer auf dem Gaspedal liegt, ist quasi programmiert. Das muss man uns einfach mal nachsehen und auch wenn meine Frisur mal eben umstrukturiert wurde, war langsameres Fahren einfach keine Option. Basta! Schuld war das fehlende Windschott, ohne das es im kleinen Flitzer ganz schönen Durchzug gibt. Wer sich also nicht in 50er-Jahre-Manier das Kopftuch aufs Haupt legen möchte, sollte sich schnellstmöglich eins besorgen. Wir „klauten“ uns nach der ersten Etappe kurzerhand eins aus einem der anderen Fahrzeuge und fortan herrschte wohlige Ruhe. Erstaunlich, wenn man sich die Größe des Schotts betrachtet. Aber, hey, es kommt ja bekanntlich nicht auf die Größe an.

Entlang der Seine in einem Cabrio. Klingt das nicht großartig? Das könnte der Anfang einer wunderbaren Freundschaft sein. Oder eines Kitschromanes. Verliebt bin ich allemal. Die romantischen Kurven der Normandie nimmt der Roadster dank der elektrischen Dual Drive Servolenkung und der gleichmäßigen Gewichtsverteilung souverän. Das sanfte Fahrwerk kuschelt sich förmlich auf die Strasse, was der Dynamik nur förderlich ist. Einen Verbrauch von 6,4 Litern gibt der Hersteller an. Wer aber ein bisschen mehr Spaß auf der Strasse haben möchte, ist hier natürlich schnell drüber. Ein wenig verwirrend mutet das Armaturenbrett an, wenn man die Information zum Verbrauch sucht. Die analoge Geschwindigkeitsanzeige ist ganz rechts zu finden und nicht wie gewohnt in der Mitte. Da ist nämlich der analoge Drehzahlmesser positioniert. Ganz links dann die digitale Anzeige, die sowohl Verbrauch wie auch alle anderen wichtigen Infos liefert, die der geneigte Fahrer so braucht.

Die Navigation wird natürlich auf dem großzügigen Display dargestellt. Hier muss man hin und wieder genauer hinschauen, denn nicht immer ist klar, an welcher Abzweigung man nun runter muss. Auch wenn die Dame aus dem Off dabei eigentlich recht hilfreich ist, wenn sie uns mal nicht auf die zu hohe Geschwindigkeit hinweist. Nach ein paar Verirrungen erreichten wir Deauville sogar vor allen anderen, die sich der schönen Umgebung rund um die Normandie ergeben hatten. Teilweise ein wenig zu sehr, wie man uns später berichtete. Mit einem seligen Lächeln gaben wir unseren Kleinen am Hoteleingang ab, in freudiger Erwartung, ihn am nächsten Tag erneut fahren zu dürfen. Denn nach einer erholsamen Nacht dürften auch der Rücken beziehungsweise die Knie wieder gnädiger gestimmt sein.

Fazit: Hallo, Cabrio-Gemeinschaft, ihr bekommt hier einen würdigen Vertreter eurer Zunft. Der neue Fiat 124 Spider verspricht Sportlichkeit und gepflegten Fahrspaß kombiniert mit klassisch-schönem Retro-Design und Funktionalität. Und das Versprechen hält er auch. Eine echte moderne Schönheit, die an die Eleganz vergangener Zeiten erinnert. Schon ab 23.990 Euro ist der Roadster zu haben. Wer das nötige Kleingeld noch nicht aufbringen kann, sollte sich zumindest eine Probefahrt sichern. Jetzt nämlich, zu Beginn des Frühlings/Sommers, ist die perfekte Jahreszeit für die Tour oben ohne. Meint ihr nicht auch?

Fahrbericht: Simone Amores
Fotos: Simone Amores & Fiat

Vier gewinnt: Die BMW 4er Serie 2017

Vier neue Felgen, zwei neue Farben und ein wenig Kosmetik. Die Überarbeitung, die BMW der 4er Serie angedeihen lässt, ist überschaubar. Sehr überschaubar. Nicht BMW-Nerds werden sich schwer tun mit den Differenzierungen. Umso wichtiger ist es, die ab März 2017 verfügbaren Modelle einmal zu fahren. mein-auto-blog war dafür zwischen München und Berchtesgaden unterwegs und hat das BMW 430i Cabriolet und das BMW 440i Coupé zur ersten Sommertour gebeten. Theoretisch. Denn ein kurzfristiger Wintereinbruch hätte die launige Bergtour fast einfrieren lassen.

Vier gewinnt – Wie BMW die Vierer-Serie frisch hält

BMW 430i Cabriolet und BMW 440i Coupé im ersten Test

Zitat:

Die neue BMW 4er Reihe präsentiert sich mit weiter gesteigerter Präsenz, Wertigkeit und Dynamik.

Nun, auf eilig montierten Winterreifen lässt sich gerade der letzte Punkt leider gar nicht erfahren. Grummelnd und quietschend beschweren sich die Wintergummis über den Versuch, dem „Vierer“ die gesteigerte Dynamik aus dem Pelz zu wringen. Und an der Präsenz und Wertigkeit, hat es ja vorher schon nicht gemangelt. Mehr als 400.000 verkaufte Fahrzeuge (Stand 12/2016) dokumentieren den Erfolg der Baureihe und der Idee, Premium-Konzepte noch ein wenig mehr Premium-style-a-like zu platzieren. BMW 4er Coupé, Cabriolet und auch das Gran Coupé stehen eng verwandt zum beliebten „Dreier“, wurden aber bewusst wertiger und lifestyliger positioniert. Ein Blick in die Preisliste demonstriert dann, was man mit „wertiger“ meint.

Mit 40.000 € gelingt einem gerade einmal der Einstieg in die „Premium-Klasse“ des Vierers. Der gefahrene 430i mit Knick-Klapp-Falt-Blechdach und das 440i Coupé kosten wenigstens 53,850 € (430i Cabriolet Automatic), bzw. 54,950 €. Wobei die eigene Vorliebe da schnell bei gleichen Budget das Cabriolet gegen den Reihensechser eintauschen würde. Denn wenn etwas prägend in Erinnerung bleibt, dann ist es diese sämige Kraftentfaltung, begleitet von dem einzigartigen Summen eines Reihensechsers. Da können die Anstrengungen der Bayerischen Motorenwerkler noch so toll sein, ein Vierzylinder bleibt eben ein Vierzylinder. Selbst dann, wenn er mit viel Techniker-Hirnschmalz und flotten Anglizismen zum „EfficientDynamics“ Triebwerk mit TwinPower Turbo Technologie wird,  und mit – eigentlich – gar nicht so mageren 252 PS antritt.

Gar keine Schuld nimmt das von BMW auf Steptronic getaufte Automatikgetriebe von ZF auf sich. Acht Gänge wurden nie attraktiver, gefühlvoller und überzeugender serviert. Treffsicher liegt der richtige Gang an. Wobei, auch hier, zu einem Vierer gehört – verbrennt er das Benzin und zündet nicht selbst, wie es heute eigentlich die Mehrzahl aller auf deutschen Straßen fahrenden BMW tut – nun einmal ein Sechszylinder. Darüber lässt sich auch nicht viel diskutieren. Der direkte Umstieg vom 430i Blechdach-Cabriolet in das 440i Coupé verdeutlicht dies. Und es ist mit allen Sinnen erfahrbar. 326 PS sind die eine Seite der Argumentation, Turbinen gleiche Drehfreude und 450 Nm im breiten Band von 1.380 bis 5.000 U/min die andere Seite der glanzvollen Medaille.

Vier gute Argumente für das neue Modelljahr

Während man bei der ersten Testfahrt vom weiter überarbeiteten Fahrwerk nicht wirklich etwas berichten kann – zu unvorteilhaft die Winterbereifung auf trockener Straße – fällt vor allem das weiter verfeinerte Cockpit positiv auf. Ein wenig mehr Liebe hier, ein paar doppelte Ziernähte dort. Und vor allem das neue Instrumentenpanel mit Multifunktionsdisplay. Zudem bekam das Infotainment-System den letzten Stand der BMW-Technik und präsentiert sich nun mit adaptierbaren Kacheln und flott aufbauenden Live-Inhalten. So kann das „Connected Drive“ Erlebnis verstanden werden.

Die neuen Vierer sind seit März beim BMW-Händler verfügbar.

Verdeckpflege bei Cabrios – Vorsicht bei Stoffdächern

Angesichts der fast schon sommerlichen Witterung wird es Zeit, das Cabriolet aus dem Winterschlaf zu holen. Für den Start in die neue Saison sollte man den Offen-Flitzer allerdings noch einer gründlichen Wäsche unterziehen. Dabei ist ein gewisses Feingefühl gefragt.

Idealerweise meidet man Waschstraßen. Textildächern setzen nämlich die harten Bürsten zu. Einige Waschstraßen bieten zwar spezielle Cabrio-Programme mit einem sanften Waschmodus an, diese erzielen in Hinblick auf hartnäckigem Schmutz aber oft nur unbefriedigende Ergebnisse.

Als beste Alternative empfiehlt sich deshalb die Handwäsche. Zunächst sollte man dabei groben Schmutz mit einer Bürste entfernen und anschließend mit einem Staubsauber den feineren Dreck aus Falten oder Ritzen holen. Falls man hartnäckige Flecken entfernen muss, sollte man Autoshampoo benutzen. Nach kurzer Einwirkzeit wird der Reiniger mit klarem Wasser abgespült. Wer das mit einem Hochdruckreiniger machen will, muss vorsichtig sein. Der harte Strahl sollte möglichst nicht direkt auf das Verdeck gerichtet sein, da dies dem Stoff schaden könnte. Nach der Reinigung sorgt ein Imprägnierer für dauerhafte Sauberkeit. Einige Produkte sollen zudem das Ausbleichen der Stoffpelle verhindern. Bei Bedarf wird das Spray zur Mitte und zum Ende der Saison abermals aufgetragen.

Nach der Reinigung des geschlossenen Verdecks muss dieses noch trocknen. Wird das Textildach im feuchten Zustand geöffnet, kann dies Scheuerstellen oder Stockflecken provozieren. Bei regelmäßiger Pflege und Reinigung sollte bei modernen Cabrios das Dach problemlos zehn und mehr Jahre halten. (Mario Hommen/SP-X)

Opel Cascada Supreme – Sondermodell für den Frühling

Zum Frühlingsbeginn will Opel den Cascada stärker positionieren und bringt ein Sondermodell namens „Supreme“ auf den Markt. Die Änderungen am viersitzigen Cabrio sind rein optischer Natur. So kann der Kunde zwischen den drei Lackfarben „Lava Rot“, „Schnee Weiß“ und „Onyx Schwarz“ wählen. Dazu gibt es eine schwarze Grillspange, schwarze Außenspiegel und 20-Zoll-Räder in hochglanzschwarzer Bicolor-Optik.

Hochglanzschwarze Felgen sind serienmäßig montiert

Den Innenraum verschönert Opel mit roten Ziernähten an den Türen, dem beheizbaren Lederlenkrad und den serienmäßigen Ledersitzen.

Das Cascada-Paket kann ab den Modell „Innovation“ bestellt werden und kostet 2.500 Euro Aufpreis. (Max Friedhoff/SP-X)

Mercedes-AMG GT Roadster – Klappt auch offen

Die Mercedes-AMG-GT-Familie wächst weiter. Nach den unterschiedlich leistungsstarken Coupés GT, GT S, GT R, sowie der Rennversion GT3, kommen nun die Versionen GT und GT C als Roadster auf die Straße. Die beiden offenen Zweisitzer sind so etwas wie Jubiläumsmodelle, denn zwei runde Geburtstage gibt es bei der schwäbischen Marke zu feiern. Zum einen wurde genau vor 60 Jahren der legendäre 300 SL Roadster (W198) auf dem Genfer Automobilsalon vorgestellt und AMG selbst feiert 2017 seinen 50. Jahrestag. Das dann offizielle Jubi-Modell nennt sich allerdings Edition 50. Die Preise starten bei 129.180 Euro für den GT Roadster mit 350 kW/476 PS, für den stärkeren GT C Roadster mit 410 kW/557 PS muss man mindestens 160.650 Euro auf den Tisch des Händlers legen. Der Aufpreis zur geschlossenen Version beträgt rund 12.000 Euro.

Ein auffälliges Detail der Front des GT Roadster ist der Panamericana-Kühlergrill

Eigentlich sind die beiden Oben-ohne-Flitzer ja gar keine Roadster in engeren Sinne, denn nach einer solchen Definition ist ein Roadster ein extrem leichter, zweisitziger Sportwagen ohne klappbares Verdeck, bei dem der Fahrspaß zu Lasten des Komforts optimiert wurde. Mit mindestens 1.670 Kilogramm Leergewicht kann von Leichtbau beim Frischluft-GT sicherlich nicht die Rede sein, das dreilagige, in den drei Farben beige, rot und schwarz erhältliche Stoffverdeck öffnet und schließt komfortabel auf Knopfdruck in elf Sekunden und das bis zu einem Tempo von 50 km/h. Und die umfangreichen und teilweise auch sehr kostspieligen Sonderausstattungsoptionen, die wir in der 52-seitigen Preisliste finden, machen die Open-Air-Affalterbacher zudem zu äußerst komfortablen Racern. Die beiden offenen GTs sind also auch nur einfach Cabriolets.

Der rennsportliche Sound kommt aus den beiden verchromten, parallelogrammförmigen Endrohren des Auspuffs

Das Auge fällt sofort auf den markanten Panamericana-Kühlergrill, den wir ja schon vom GT3-Kundensport-Rennwagen kennen. Die 15 verchromten, senkrecht gestellten Streben sehen toll aus, zwei Elektromotoren öffnen und verschließen zudem die Lufteinlässe in der Frontschürze. Der GT C katapultiert sich und seine Begleiter in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 316 km/h. Kein Wunder, muss eine Pferdestärke doch nur knapp drei Kilo GT beschleunigen.

Die 15 verchromten, senkrecht gestellten Streben des Kühlergrills sehen toll aus, zwei Elektromotoren öffnen und verschließen zudem die Lufteinlässe in der Frontschürze

Zum Anlassen des Vierliter-Doppelturbo-Triebwerks wird der Startknopf in der Mittelkonsole gedrückt. Mit einem gewaltigen V8-Bollern werden die beiden Insassen des Zweisitzers begrüßt und vielleicht auch der eine oder andere Nachbar geweckt. Der rennsportliche Sound kommt aus den beiden verchromten, parallelogrammförmigen Endrohren des Auspuffs. Schon macht sich bei uns gasfußzuckendes Ganzkörpergänsehautgefühl breit. Aber wo steckt eigentlich der Gangwählhebel? Der wurde ergonomisch so unsinnig weit hinten zwischen den Sitzen positioniert, dass man nach kurzem Stutzen fast schon lachen muss, denn an der eigentlich gedachten Stelle findet man nun zwei ziemlich große Cupholder – der zahlungskräftigen und –willigen US-Kundschaft sei Dank.

Angesichts der mindestens 1.670 Kilogramm Leergewicht kann von Leichtbau beim Frischluft-GT sicherlich nicht die Rede sein

Wir starten also nicht nur vor Freude breitgrinsend den Boliden. Dank des Front-Mittelmotors mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe in Transaxle-Bauweise ist die Gewichtsverteilung schön ausgeglichen, nahezu perfekte 47 zu 53 (vorn/hinten). Das sorgt vor allem in schnell gefahrenen Kurven für extrem viel Fahrspaß, da auch die hervorragend ausgeformten Sportledersitze einen immer schön in Position halten. Und auch bei äußerst schnell gefahrenen, kurvenreichen Strecken zeigt das heckgetriebene GT C Cabrio keinerlei Schwächen, denn nur hier gibt es die aktive Hinterachslenkung, die beim normalen GT Cabrio auch nicht für Geld und gute Worte zu haben ist. Dank des serienmäßigen und sauber schaltenden Getriebes mit klangoptimierender Zwischengasfunktion, sowie zahlreichen, aber aufpreispflichtigen Fahrerassistenzsystemen ( von 535 bis 1.047 Euro), sowie Rückfahrkamera (476 Euro), Parkhilfe (833 Euro) & Co. kann man sich mit voller Freude auf die nahezu perfekte, elektromechanische Sport-Parameterlenkung konzentrieren.

Viel Platz für Kleinkram bietet der Innenraum des GT Roadsters nicht

Trotz aller Sportlichkeit können der PS-Giganten aber auch im Alltag bewegt werden. Der Kofferraum ist zwar mit 165 Litern selbstredend viel zu klein für längere Reisen, aber für den Wochenendtrip zu zweit mit jeweils einer kleinen Tasche sollte es schon reichen. (Wolfgang Wieland/SP-X)

In schnell gefahrenen Kurven halten die hervorragend ausgeformten Sportledersitze die Insassen immer schön in Position
Viel Platz für Kleinkram bietet der Innenraum des GT Roadsters nicht

Kommt das Mercedes SUV-Cabriolet?

Der Stuttgarter Autobauer hat derzeit einen Lauf. Und neben der Führungsrolle bei den Premium-Herstellern spielt man auch beim Tempo der Produktneuheiten ganz vorne mit. Ein Modell nach dem anderen hauen die Schwaben raus. Doch eines fehlt noch in der Palette: Das SUV-Cabriolet.

Mercedes-Benz GLC Cabriolet

Was bis vor kurzem noch völlig absurd in den Ohren von Auto-Fans klang, ist spätestens seit dem Range Rover Evoque Cabriolet eine „fast normale“ Angelegenheit. Ein SUV mit Klappdach. Neben dem SLC, dem C-Cabriolet, dem E-Cabriolet, dem S-Cabriolet, dem SL und nun, ganz frisch, dem AMG GT Roadster, fehlt nur noch der SUV-Zweig.

Was meint ihr? SUV-Cabriolet? Ja, oder nein?

Unser Computer-Künstler hat dem aktuellen Mercedes GLC mal das Dach abgeschnitten und ihn zum zweitürigen Cabriolet verwandelt. Jetzt, wo man das sieht, sieht es gar nicht mehr so abwegig aus, oder?

Jaguar E-Type wird zum Eagle Spyder GT – Radikal verteuert

Ein Jaguar E-Type ist auch heute noch ein Augenschmaus. Fahrtechnisch bietet die 60er-Jahre-Ikone aus heutiger Sicht allerdings viel Optimierungspotenzial. Das hat auch der englische Restaurator Eagle entdeckt, der alte E-Types restauriert oder auch radikal umbaut und dabei auf einen modernen Stand der Technik bringt. Das jüngste Modernisierungs-Projekt aus dem Hause Eagle heißt Spyder GT.

Vielleicht eine Frage des Geschmacks, doch durch den Eagle-Umbau macht der E-Type durchaus mehr her

Als Basis für den Spyder GT diente ein historisches E-Type Cabriolet, das durch den Umbau das Prädikat Originalzustand definitiv verloren hat. Bereits optisch ist das erkennbar, denn Eagle hat die Karosserie deutlich umgearbeitet. So entfallen zum Beispiel die großen Chromstoßstangen, was dem Fahrzeug zusammen mit einer Verbreiterung der Spur knackigere Proportionen verleiht. Am Heck fallen zudem zwei mittig montierte, kanonenrohrartige Auspuffrohre ins Auge.

Eagle hat dem Jaguar E-Type ein modernes Sportfahrwerk verpasst

Darüber hinaus wurde das Fahrwerk umfangreich modernisiert. Neben der komplett neuen Radaufhängung mit Dreieckslenkern und Öhlins-Dämpfern gibt es eine neue Bremsanlage von AP Racing. Die Speichenräder mit 16 Zoll Durchmesser wurden mit modernen Sportreifen bestückt; vorne gibt’s 225er-Pneus, hinten 235er.

Liebe zum Detail: Auf dem Zentralverschluss der Speichenräder steht neben Jaguar E-Type auch der neue Name Spyder GT

Auch beim Motor hat Eagle Hand angelegt. Unter anderem sorgen eine Hubraumerweiterung des Reihensechsers auf 4,7 Liter und neue Vergaser für eine Leistungssteigerung von 198 kW/269 PS auf 246 kW/335 PS und 460 Newtonmeter. Ein neues Getriebe mit fünf statt den vormals vier Stufen leitet die Kraft an die mit Sperrdifferenzial bewaffnete Hinterachse. Der nur knapp über eine Tonne leichte Zweisitzer soll damit den Standardsprint auf 100 km/h in gut 5 Sekunden hinter sich bringen und sogar 275 km/h Topspeed erlauben. Das Original braucht sieben Sekunden und schafft maximal 241 km/h.

Der englische Restaurator hat das Jaguar E-Type Cabrio radikal umgebaut

Wer Interesse an einen Spyder GT hat, muss Eagle dafür netto mindestens 695.000 Pfund überweisen, was über 800.000 Euro entspricht. Mit Mehrwertsteuer errechnen sich für deutschen Kunden rund 950.000 Euro. Und wer ein paar Spezialwünsche hat, kann die Kosten problemlos noch weiter nach oben trieben. (Mario Hommen/SP-X)

Auch den Innenraum hat Eagle deutlich aufgemöbelt
Das Triebwerk wurde von Eagle stark umgearbeitet und bietet so deutlich mehr Leistung

Was ist das für 1 Cabrio? Mercedes-Maybach S650 Cabriolet

Bitte! Etwas mehr Contenance! Aber die Frage in der Überschrift scheint berechtigt: Was ist das für ein Cabriolet? Ein S-Klasse Cabriolet? Mit etwas mehr Pomp? Das könnte man so unterschreiben, doch die Realität sieht etwas anders aus. Wie auch bei der Limousine, haben die Macher hinter den Stuttgarter Kulissen Potential für die ausgestorbene Marke Maybach auch beim offenen Luxus-Gleiter gesehen und machen daraus das Mercedes-Maybach S650 Cabriolet. Natürlich gibt es hier nur die feinsten Zutaten in Hülle und Fülle. Das kann man über die zukünftigen Besitzer wohl kaum sagen: Nur 300 Exemplare werden vom Luxus-Cabrio gebaut. Wir schauen einmal auf die Details.

Von außen sehr nah am S-Klasse Cabrio

Exklusive Premiere des Mercedes-Maybach S 650 Cabriolets am Vorabend der LAAS 2016: Exclusive Premiere of the Mercedes-Maybach S 650 Cabriolets at the eve of the LAAS 2016
Sinnliche Klarheit auch beim Mercedes-Maybach S650 Cabriolet

Was darf es sein? Das Beste! Eine Einstellung, die zu kaum einer anderen Marke so gut passt, wie zu Maybach. Entsprechend luxuriös und gediegen geht es in den Fahrzeugen zu. Doch das kann auch schon die Basis, das S-Klasse Cabriolet sehr gut. Beim Mercedes-Maybach S650 Cabriolet wird die „Sinnliche Klarheit“ aufgegriffen und mit fadenscheinig dekadenten Zutaten nochmals gepusht. So findet sich am Maybach ein neuer Stoßfänger, der von reichlich Chrom am gesamten Fahrzeug, Maybach-Emblemen an den Kotflügeln und 20-Zoll-Leichtmetallfelgen ergänzt wird. Den krönenden Abschluss bildet die Abdeckung des Verdeckkastens, die ein entsprechendes Marken-Signet trägt. Wohl eine Frage der Zeit, bis Tuner diese Ideen nachahmen.

Innen ist alles im Fluss

Im Interieur setzen die Schwaben beim Mercedes-Maybach S650 Cabriolet auf maritimes Flair – genauer: auf Yacht-Look. Hier ist nahezu jeder Quadrat-Zentimeter mit feinstem Leder ausgeschlagen und soll den Fluss der Linien in den Fokus setzen. Das zeigt sich besonders an den Sitzen, in die ein perforierter Wasserfall eingesteppt ist. Eingerahmt wird dies von einem Keder im Stil eines Budapester-Schuhs. Seine Abrundung findet das mehr als nur noble Ambiente in entsprechenden Zierteilen, die in ihrer Farbgebung und Maserung an die gewählte Leder-Ausstattung angepasst werden. Und hier zeigt sich, dass man Stil nicht kaufen kann, schließlich ist bei den Farbkombinationen von Pastellgelb/Schwarz bis Porzellan/Sattelbraun Vieles erhältlich.

Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet, Interior, Fluss der Linien, Rautensteppung ;Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,0 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 272 g/km Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet, interior , flowing lines, outer diamond quilting; Fuel consumption combined: 12,0 l/100 km; Combined CO2 emissions: 272 g/km
Wasserfall-artige Steppungen sollen alles im Fluss halten

Im Grundpreis von 300.000 Euro Netto sind aber noch ein paar nette Gimmicks enthalten. Dazu zählt etwa das exklusive Reisetaschen-Set, das in derselben Leder-Farbkombination gestaltet wird, wie die Innenausstattung. Zudem gibt es ein Car-Cover, das nicht nur eine hübsche Rautensteppung aufweist, sondern dieselbe Farbe trägt, wie das Stoffverdeck des Mercedes-Maybach S650 Cabriolet. Nicht auszudenken, wenn dieses Zubehör-Produkt beispielsweise schlicht schwarz wäre…

Auf 300 Exemplare limitiert: Neues Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet: Ultimative Open-Air-Exklusivität
Leder soweit das Auge reicht

Die Freude am Überfluss

Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet Studioaufnahme Exterior, exklusives Reisetaschen-Set "THE AFFINITY" ;Kraftstoffverbrauch kombiniert: 12,0 l/100 km; CO2-Emissionen kombiniert: 272 g/km Mercedes-Maybach S 650 Cabriolet studio shot, exclusive travel luggage set "THE AFFINITY"; Fuel consumption combined: 12,0 l/100 km; Combined CO2 emissions: 272 g/km
Das Reisetaschen-Set ist inklusive

Kommen wird zum Highlight des Maybach – dem Aggregat. Der V12 leistet 630 PS und ist damit kein Kind von Traurigkeit. Das zeigen allein schon die Fahrleistungen. Auf 100 km/h geht es in 4,1 Sekunden, Schluss mit lustig ist es bei politisch korrekten 250 km/h. Hier wird der Gang zum Haus- und Hof-Veredler sicherlich mehr versprechen. Aber das zeichnet das Mercedes-Maybach S650 Cabriolet gar nicht aus, sondern viel mehr sein Drehmoment. 1.000 ist nicht etwa die Kubik-Zentimeter-Angabe für zwei Brennräume des 6.0 Liter V12. Nein! Der V12 liefert 1.000 Nm direkt an die Hinterräder! Gedrosselt, versteht sich. Mehr würde die 7G-Tronic nicht verkraften. Und so kann man locker-flockig über die Flaniermeilen dieser Welt cruisen, mit dem Wissen, dass jeden Moment Kraft im Überfluss bereitsteht. Ein Attribut, das gut zu einem Maybach passt.

Audi R8 Spyder – Raus aus dem Alltag

Es ist einer dieser Tag: Die Tropfen prasseln gegen die Scheibe, die Wolken wollen und wollen nicht aufreißen und die Sonne durchdringen lassen und die Heizung läuft mittlerweile auch schon auf Stufe vier. Es ist Herbst, die Laune weitestgehend dem Wetter entsprechend und das Stimmungshoch durch den späten Sommer längst verfolgen. Vor allem dann, wenn vor einem der Alltag mit seiner Langeweile wartet: Rechnungen, Amtsgänge und am Samstagabend Günther Jauch – nix für ungut, Günni! Wie schön wäre jetzt eine Fahrt mit einem Cabrio im Warmen? Mit viel PS und einem Sound, der einem den Herbst-Blues aus der Hirnrinde bläst.

Hannover, 10 Uhr: Regen. Hannover, 13 Uhr: Regen. Hannover, 19 Uhr: Regen. Der Tag will und will nicht vorbeiziehen und die Ansicht sich vor allem nicht verändern. Grau in Grau, einfach zum Einschlafen. Und so kommt es schließlich auch, dass ich wegnicke, mitten bei der Arbeit. Aber das Nickerchen hat auch sein Gutes: Ich träume etwas Fantastisches, das mir die miese Stimmung geradezu mit einem Beil abhackt.

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Wie man den Audi R8 Spyder am besten genießt: Bei Sonne und ohne Dach.

Herbst-Blues? Da hilft nur V10-Musik

In meinem Traum befinde ich mich plötzlich in einem Straßencafé und vor mir ein Audi R8 Spyder – ein Traum in Blau. Per Fernbedienung lasse ich das Dach im langgezogenen Spyder-Heck verschwinden und bestaune die Mittelmotor-Formensprache. Die kurze Nase geht in einen prägnanten Alu-Scheibenrahmen über und leitet den Blick in Richtung des Hecks. Hier schlummert ein kleiner Rebell, der mit Hubraum-Kastration, Aufladung und Knaben-Chor-Tönen nichts zu tun haben will. Seine reichlich vorhandene Hitze führt er über zehn, teils mit Alu und Carbon verkleidete, Luftauslässe ab. Am Heck schließlich eine kleine Abrisskante, die mit dem etwas unpassenden Leitwerk des V10 Plus in geschlossener Variante nichts gemein hat. Emotion pur – und das in einem Ingolstädter, der sonst eher im grauen Einreiher daherkommt, also im Brioni-Feinzwirn.

Ich schwinge mich hinter das Volant, starte das Aggregat am roten Startknopf, der sich unmittelbar unterhalb des Pralltopfs befindet, und bekomme prompt stramm stehende Nackenhaare. Was im Traum alles möglich ist… Der Anlasser des Audi R8 Spyder orgelt kurz und erweckt die zehn Brennräume zum lautstarken Leben. Die 5,2 Liter Hubraum füllen sich explosionsartig mit feinem SuperPlus und reißen mich fast auf meinem Power-Nap. Noch schlimmer wird es, als ich die Taste für die Auspuffklappensteuerung finde: Hier brüllt das frei atmende Aggregat aggressiv durch die vier Endrohre und bettelt geradezu danach, die Sporen verabreicht zu bekommen.

Das lasse ich mir natürlich nicht zwei Mal sagen, gönne dem Sportler aber seine Aufwärmphase. Vorbei an einigen Straßencafés erntet man mit dem offenen Ingolstädter viele hochgestreckte Daumen und fast schon Beifall – mein Traum wird mich kaum ins neidische Deutschland geführt haben. Das Ortsausgangsschild nähert sich und damit endet auch die Aufwärmphase: Feuer frei!

Gesegnet mit vielen Fähigkeiten, sticht besonders ein Talent heraus: Der Sound!

Ich wecke die Automatik mit zweifachem Zupfen an der linken Schaltwippe und aktiviere den manuellen Modus des Doppelkupplungsgetriebes. Dabei bellt der Zehnzylinder das Lied der Drehzahl und zeigt sich bereit loszulegen. Also los: Das Gaspedal auf Anschlag mit dem Bodenblech und die Freudentränen rinnen horizontal in Richtung Kopfstütze. Der Schub des Audi R8 Spyder reißt den Boliden aus dem Stand in 3,6 Sekunden auf Tempo 100 und anschließend weiter bis auf 316 km/h Höchstgeschwindigkeit. Doch anständig, wie man es im Traum eben ist, zügle ich mich und probiere diese Geschwindigkeitsbereiche nicht aus.

Was viel mehr Spaß bereitet, sind die immer wiederkehrenden Tunnel auf meiner Strecke, die mir mein Traum beschert. Und so schalte ich vor jeder Durchfahrt mindestens zwei Gänge herunter, bis der – je nach Wunsch – mittige Drehzahlmesser 5.000 Umdrehungen anzeigt. Und erneut: Vollgas! Das Klangspektakel riecht von brutal bollernd bei niedrigen Drehzahlen, über auffordernd rau im mittleren Bereich bis hin zu infernalisch kreischend bei 8.200 Umdrehungen kurz vor dem hart einsetzenden Drehzahlbegrenzer. Ein Spiel, das ich immer und immer wieder durchspiele, bis ich plötzlich jäh geweckt werde.

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Die Keramik-Stopper haben mit den 1,8 Tonnen wenig Mühe.

„Aufwachen! Wir fahren weiter!“ Was? Wie? Wo? Eisenbahn? Nein, Audi R8 Spyder! Der Traum war nur eine kleine Verschnaufpause zum Mittag und die Fahrt Realität. Mein Copilot weckt mich nachdrücklich, schließlich fährt man nicht alle Tag einen solchen Boliden. Zumal er so etwas wie ein Relikt aus den guten Tagen des Motorenbaus darstellt, als man noch der alten Weisheit „Hubraum ist durch nichts zu ersetzten, als durch noch mehr Hubraum“ gehorchte. Heute stapelt man tief – auch im Hause Audi – beraubt die Brennräume ihres Volumens, jagt Zylinder in die ewigen Jagdgründe des Verbrauchs und erzieht selbst Sportwagen das Start-Stopp-Schweigen an der Ampel an. Ja, alles richtig: Wir haben nur eine Welt, sie ist nur von unseren Kindern geerbt und die Rohstoffe sind knapp – zumal blutig umkämpft. Warum aber streichen die Ingolstädter, vor diesem Hintergrund, den Audi R8 e-tron?

Bevorzugtes Terrain des Audi R8 Spyder: Die winklige Serpentinen-Piste

Sei´s drum, würde der Bayer jetzt sagen. Also schwingen wir uns wieder ins Carbon-Monocoque des Cabrios, lüften die Stoff-Mütze und geben uns wieder dem Sog des V10 hin. Was auffällt, ist das stark reduzierte Cockpit, das geradezu Rennsport-artig wirkt. Ein großer Bildschirm in der Mitte des Armaturenbretts fehlt ebenso wie eine Flut an Tasten und Knöpfchen. Was der Optik gut tut, schadet ein wenig der Bedienung. Wäre nur die Klimaautomatik in der Fahrzeugmitte untergebracht, würde die Steuerung des Infotainments, das über die digitalen Instrumente realisiert wird, recht schwierig von der Hand gehen. Zum Glück gibt es aber den MMI-Controller samt zugehöriger Menü-Tasten in der Mittelkonsole, der die Bedienung zum Kinderspiel macht.

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Also: Roten Startknopf gedrückt, und Feuer frei. Dieses Mal geht es über eine Serpentinen-Straße ins Gebirge und wieder herunter – das wahre Zuhause des Audi R8 Spyder. In extrem engen Kehren spürt man zwar etwas das nicht eben geringe Gewicht von rund 1,8 Tonnen, das vom recht großen Wendekreis ergänzt wird, doch sonst hat der Spyder hier seinen Spielplatz gefunden. Die Lenkung gibt sich satt und direkt, ermöglicht es, Kurven sauber anzupeilen und zu durcheilen. Der permanente, hecklastig ausgelegte Allradantrieb verkeilt das Cabriolet pattex-artig mit dem Asphalt und gibt dem Fahrer damit viel Sicherheit. Soviel sogar, dass der Finger schon mal auf den Race-Modus-Taster rutscht, um dem Spiel etwas mehr Adrenalin einzuverleiben. Und siehe da, er kann auch giftig werden.

Behände in Kurven gelegt, schiebt der Audi R8 Spyder über die Vorderräder nach außen und gibt sich fromm. Wehe aber, man meint es zu gut mit der Geschwindigkeit und wirft ihn mit Überdruss ins Geschlängel: Das Heck keilt freudig aus, untermalt vom gelben Blinken der Regelsysteme sowie vom brachialen Trompeten der Auspuffanlage. Soll es zurück auf Kurs gehen, legt man das Gas wieder an und lässt den quattro-Antrieb die Fuhre wieder gerade ziehen. Ein Heidenspass, der aber gekonnt sein will.

Fazit – Potential zum Daily Driver

audi-r8-spyder-v10-cabrio-2016-mein-auto-blog-9Ja, ein Lambo oder Porsche Turbo S sind schneller. Ja, ein SL 63 ist komfortabler. Nein, keiner verbindet die Tugenden eines reinen Sportwagens so gut mit brauchbarem Flanier-Komfort wie der Audi R8 Spyder. Er drückt einen in die Sitze, dass es eine Pracht ist, seziert Kurven bei Bedarf wie auf Schienen, haut einem auf dem Boulevard aber nicht die Bandscheiben um die Ohren. Damit ist er zwar viel zu schade als Shopping-Begleiter beim Einkauf durch die Nobel-Boutiquen von St. Tropez oder ähnlichen Orten, könnte aber so enden. 179.000 sind kein Pappenstiel – zumal das der Basispreis ist. Hier sind Nettigkeiten, wie etwas das Bang&Olufsen Soundsystem, das zwei Boxen in den Kopfstützen mitbringt, noch nicht in begriffen. Aber eine Tatsache vereitelt das Potential zum Shopping-Racer: In den Kofferraum passen allerhöchstens ein Helm und ein Rennoverall hinein. Ganz gleich, wo er letztendlich enden wird – ich versuche wieder zu träumen. Hier zählt der Basispreis nicht, sondern nur das immer wiederkehrende Soundspektakel des V10 im Heck und die durch ihn hervorgerufene Beschleunigungsorgie. Gut Nacht!

Fotos: Florian Roser

Spofec tunt Rolls-Royce Dawn – Mehr Muskeln für die Morgenröte

Ein Rolls-Royce-Cabriolet ist gewiss kein alltägliches Auto und bedarf auch keiner Tuningmaßnahmen, um sich damit von der Masse abzuheben. Der Novitec-Ableger Spofec hat dennoch für eines der luxuriösesten Cabrios der Welt, dem Rolls-Royce Dawn, ein Individualisierungspaket geschnürt.

Die Selbstmördertüren sind hingegen serienmäßig beim Dawn dabei
Die Selbstmördertüren sind hingegen serienmäßig beim Dawn dabei

Unter anderem bietet Spofec für den offenen Viersitzer ein aus mehreren Carbon-Anbauteilen bestehendes Bodykit an. Die neuen Schürzen an Front und Heck, Seitenschweller und ein Spoiler verleihen dem Dawn sichtbar mehr Muskeln, ohne die Aura des Briten ernsthaft zu verunstalten. Auch Fahrwerkstieferlegung und die 22-Zoll-Räder stehen dem Luxusliner gut.

Das Tuningpaket von Spofec steht dem Dawn erstaunlich gut
Das Tuningpaket von Spofec steht dem Dawn erstaunlich gut

Das Muskeldesign ist nicht nur Show, denn Spofec entlockt dem Motor auch mehr Leistung. Dank einer neuen Steuerungssoftware soll das V12-Triebwerk statt 420 kW/571 PS und 780 Newtonmeter üppige 505 kW/686 PS und 980 Newtonmeter Drehmoment leisten. Die Kraftkur verkürzt laut Tuner die Sprintzeit um drei Zehntel auf 4,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit wird hingegen weiterhin bei 250 km/h abgeregelt.

Unter anderem hat Spofec dem Dawn neue Schürzen an Heck und Front verpasst. Außerdem steht das Auto auf 22-Zoll-Rädern
Unter anderem hat Spofec dem Dawn neue Schürzen an Heck und Front verpasst. Außerdem steht das Auto auf 22-Zoll-Rädern

Die Mehrleistung kann der Dawn-Fahrer auf Wunsch auch akustisch in Szene setzen, wenn er denn eine Sportauspuffanlage mit elektronischem Soundmanagement ordert. Hier lässt sich per Fernbedienung über die Abgasklappenstellung ein diskreter oder kerniger Klang einstellen. Auch kompetentere Stopper hat Spofec für den Dawn im Programm. Die Keramikbremsen mit 405er-Scheiben vorne sollen unter anderem helfen, Gewicht zu sparen. Um bis zu 38 Kilogramm lässt sich der dicke Brummer abspecken.

Neben den optischen Änderungen bietet Spofec auch eine Leistungssteigerung auf 686 PS für den Rolls-Royce Dawn
Neben den optischen Änderungen bietet Spofec auch eine Leistungssteigerung auf 686 PS für den Rolls-Royce Dawn

Wer das volle Programm ordert, muss an Spofec einige zehntausend Euro überweisen, was angesichts von 330.000 Euro Basispreis allerdings kaum mehr ins Gewicht fallen dürfte. (Mario Hommen/SP-X)

Zurück in die Zukunft: Der Fiat 124 Spider

Wir denken zurück an die goldenen Tage, als Fiat noch viel Amore, Stil und sogar Sportsgeist verkaufte. Damals durfte ein flottes Cabriolet im Portfolio natürlich nicht fehlen und so kam es, dass die Italiener 1966 den Fiat 124 Spider auf den Markt brachten. Bis 1985 wurde der hübsche Roadster in verschiedenen Ausbaustufen gebaut. Seinerzeit reichten 90 PS noch für flotte Fahrleistungen, doch das ist mittlerweile vorbei. Außerdem ließen die Italiener den Urahn 1985 auslaufen, ohne ihm einen würdigen Nachfolger zu spendieren. Fiat wurde sonderte sportliche Modelle immer weiter aus, bis das Label Abarth wiederbelebt wurde.  Das hat nun ein Ende: Der neue Fiat 124 Spider will da ansetzen, wo das alte Modell aufgehört hat und neben dem typischen „dolce vita“-Feeling auch den puristischen Fahrspaß nicht zu kurz kommen lassen. Und das klappt bestens – sogar ohne die Abarth-Plakette.

Heutzutage ist es fast undenkbar, dass ein Erfolgsmodell keinen würdigen Nachfolger bekommt. Doch Mitte der 1980er Jahre endete die Ära der schönen italienischen Cabriolets jäh. Zwar gab es Mitte der 1990er Jahr den Fiat Barchetta, der sogar recht erfolgreich war, aber so recht passte er nicht ins Schema des 124. Das hat sich mit der Einführung des neuen Fiat 124 Spider geändert, die am 18. Juni stattfand. Welch Segen! Schließlich will der kleine Italiener nicht nur mit seinem Äußeren, sondern auch mit seinen Fahreigenschaften punkten. Werfen wir aber zunächst einen Blick auf das Blechkleid des neuen Roadsters.

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Kurvige Landstraßen sind sein Revier: Der neue Fiat 124 Spider

Design – Vorsichtiger Retro-Chic

Frisch und modern flirtet der 124 Spider mit der Außenwelt, versäumt es aber nicht, auf etwas Retro-Charme zurückzugreifen. Warum auch nicht, schließlich funktioniert das beim Fiat 500 bestens. Doch ganz so nah am der Historie ist der Roadster dann doch nicht gebaut, sondern setzt gekonnt auf Ähnlichkeiten zum Klassiker. Diese zeigen sich etwa an der Front, die mit ihren mandelförmigen Scheinwerfern die Strahler des Urmodells nachahmen will. Auch die separierten Blinker passen in dieses Bild und rahmen den sechseckigen Kühlergrill ein, der ebenfalls eine Reminiszenz an den Ur-124 darstellt. Hinzu gesellt sich das Fiat-Wappen, das von einem historischen Logo herrührt und eine selbstbewusste Größe zeigt.

Erinnerungen weckt auch die Seitenlinie des neuen Italieners: Zwar kann man dem neuen Fiat 124 Spider klassische Roadster-Proportionen – eine lange Hauben-Partie und ein kurzes Heck – zuschreiben, doch finden sich auch hier Stilelemente des Oldies. Beispielsweise erinnert der elegante Hüftschwung, ausgehend vom Türgriff bis hin zu den Rückleuchten, an das Ur-Modell. Schade nur, dass er – je nach Farbe – etwas untergeht. Am Heck nennt Fiat als Parallele die waagerecht angebrachten Rückleuchten, doch das scheint etwas weit hergeholt.

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Klassischer Hüftschwung als Reminiszenz an das Ur-Modell

Schön ist aber dennoch die Eigenständigkeit des Roadsters, schließlich hat er nicht ausschließlich italienische Gene in sich. Als Basis dient der aktuelle Mazda MX5 – und das tut dem Fiat 124 Spider richtig gut, was die gekonnten Proportionen und das Konzept anbelangt. So bietet der offene Zweisitzer etwa einen brauchbaren Kofferraum, in dem man gerne zwei Wasserkisten transportieren kann. Außerdem passt die Sitzposition: Sowohl Groß, wie auch Klein finden auf den Stühlen angenehm Platz. Leider ist das Lenkrad nicht in der Weite, sondern nur in der Höhe einstellbar, doch das lässt sich recht schnell verschmerzen.

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Innen zeigt sich die Verwandschaft zum Mazda MX5

Innenraum – Wie ein Lederhandschuh

So nimmt man also auf gut geschnittenen Ledersitzen Platz, die zur Lusso-Ausstattung – also der höheren der beiden aktuellen Ausstattungsvarianten – gehören , Platz. Die Sessel bieten einen guten Kompromiss aus sportlichem Halt – der für meinen Geschmack noch etwas ausgeprägter sein dürfte – und Komfort. Und auch sonst liegen alle Bedienelemente gut erreichbar: Der Schaltknauf fällt fast von selbst in die Hand und auch das Infotainment, das vom japanischen Plattformspender stammt, lässt sich nach kurzer Eingewöhnung blind bedienen. Schade nur, dass der Lautstärke-Regler auch auf der Mittelkonsole und nicht am Armaturenbrett sitzt, da man hier intuitiv gerne mal daneben greift. Doch die Eingewöhnung ist kurz und als Alternative steht noch das leicht bedienbare Multifunktionslenkrad bereit. Ansonsten haben die Italiener nicht viel gegenüber dem MX5 geändert. Die Materialien sollen feiner sein und das Ambiente mehr „Emozione“ bieten. Davon merkt man nicht sehr viel, da auch der Mazda eine sehr ordentliche Basis stellt. Allerdings fehlt es an Ablagen für den alltäglichen Krimskrams. Das Handy? Bleibt dank Bluetooth-Verbindung besser in der Hosentasche. Ansonsten fliegt es aus dem Fach in der Mittelkonsole und damit um Innenraum umher. Neben diesem Fach bietet der Fiat noch ein paar Ablagen in der Mittelkonsolen, doch diese sind recht klein und nicht unbedingt praktisch zu erreichen. Auf ein Handschuhfach verzichtet der Fiat 124 Spider gänzlich.

Von der praktischen Seite zeigt sich der 124 aber bei der Dachkonstruktion. Nein, das Stoffverdeck bietet keinen elektrischen Antrieb – und das ist auch gut so, pflegte einst ein charismatischer Politiker zu sagen. Zum Öffnen heißt es schlicht und ergreifend: Hebel ziehen und die leichte Konstruktion einfach nach hinten werfen. Dann mit einem sanften Ruck arretieren – fertig. Der Schließvorgang gehen genauso leicht von der Hand und ist in „Windeseile“ erledigt. Zum Öffnen oder Schließen benötigt man etwa fünf bis sieben Sekunden – je nach Dringlichkeit. Das soll mal ein elektrisches Verdeck nachmachen, zumal es ein paar Kilo mehr auf die Waage bringt.

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Kurvige Landstraßen sind das Zuhause des Fiat 124 Spider

Fahreindrücke – Born to drive

Um sein Gewicht muss sich der 124 Spider aber keine Sorgen machen. Etwas über 1.100 kg wirft er ins Spiel. Damit haben die 140 PS natürlich leichtes Spiel und treiben den Roadster zügig voran. Zusammen mit dem agilitätssteigernden Heckantrieb ergeben sich damit flotte Fahrleistungen. Aus dem Stand auf Tempo 100 benötigt der Zweisitzer gerade einmal 7,5 Sekunden und lässt es erst bei 217 km/h bewenden. Doch diese Stammtischwerte sind nicht das, was den Italiener ausmacht.

Da das Windschott recht klein geriet, weht der Wind bei zügigem Tempo durchaus vehement ins Fahrzeuginnere. Gut so! So fühlt man sich viel näher mit der Natur und dem Fahrerlebnis verbunden und ist nicht so stark vom Geschehen entkoppelt, wie man es von anderen Fahrzeugen kennt. Und um möglichst viel davon zu genießen, empfehle ich Zwischenspurts auf winkligen Landstraßen. Der 1.4 Liter Turbo drückt seine 240 Nm bei rund 2.200 Umdrehungen in der Minute auf die Hinterachse und macht Überholvorgänge auf der Landstraße zum echten Vergnügen. Dabei röhrt der Fiat 124 Spider angenehm und vernehmlich aus seinen beiden Endrohren. Meiner Meinung nach dürfte es ruhig etwa ungestümer sein – aber Schwamm drüber. Die Lösung dafür ist ein beherzter Griff zum Schaltknauf des Sechsgang-Getriebes. Trocken und sauber rücken die Gänge in ihre Gassen und benötigen dafür nur kurze Wege. Genau so wünscht man sich eine Schaltung.

Besonders, da der 1.4er bei Laune gehalten werden will. Mit 30 km/h im dritten Gang eine Bergstraße im Rheingau erklimmen? Das wird schwierig. Also schnell einen Gang runterschalten und das Aggregat bis rund 5.000 Touren drehen lassen, bevor man das nächste Zahnrad bemüht. Unterwegs seziert man nahezu telepathisch die nächste Kurve, da die Lenkung eins mit dem Fahrer und seinem Popometer wird. Sauber zieht der Fiat 124 Spider seines Weges und bietet angenehme Rückstellkräfte gepaart mit einem sauberen Feedback. Dabei nervt der Italiener nicht mit Nervosität, sondern bietet genau die richtige Dosis an Präzision, die man sich wünscht. Hinzu kommt der Heckantrieb: Beherzt mit Vollgas in die Kurve – und zack – rückt das Heck für eine Millisekunde nach außen, bevor die Elektronik sanft eingreift. Ein herrliches Vergnügen.

Preise – gut verdaulich

Herrlich ist auch, dass dieser Fahrspaß recht erschwinglich erscheint. 23.990 Euro verlangt Fiat für die bereits ordentlich ausgestattete Basis. Sie bietet Nettigkeiten, wie eine Klimaanlage, ein MP3-fähiges Radio, 16-Zoll-Leichtmetallräder oder eine Geschwindigkeitsregelanlage. Die „Lusso“-Variante kostet 26.490 Euro und hält eine Lederausstattung, eine Klimaautomatik, 17-Zoll-Alufelgen und eine aufgewertete Optik parat. Das empfehlenswerte Infotainment addiert nochmals 1.000 Euro hinzu. So ist man mit rund 27.500 Euro dabei. Klingt nach viel, besonders, da Mazda den MX5 mit dem 131 PS starken 1.5 Liter Aggregat ab 22.590 Euro anbietet. Doch dieser Saugmotor wirkt weniger sportlich. Der Fiat 124 indes bietet mit dem Turbo – wenn er seinen vollen Schub abgibt – einen nachdrücklicheren Vorwärtsdrankg. Damit relativiert sich der moderate Aufpreis für den Italiener und zeigt, dass Fiat ein wirklich guter Roadster gelungen ist.

Fotos: Marc Frauendorf

Auf 30 Stück limitiert: Alfa Romeo 4C Speciale

Was verbindet man mit Alfa Romeo? Hübsche Autos, „la dolce vita“, Liegenbleiber und Technik, die nicht gerade up to date ist. Fahrzeuge, wie ein Alfa 147 oder 156 mögen zwar schön anzusehen sein, aber Langläufer oder Pannenzwerge sind sie nicht. So geriet der Ruf der italienischen Traditionsmarke immer mehr ins Wanken und musste aufgemöbelt werden. Da Alfa schon immer sportlichen Fahrzeuge baute, lag wenig näher, als ein sportlicher Zweisitzer – und was für einer. Der 4C begeisterte die Autowelt und brachte den Italiener tosenden Beifall. Nur leider können nicht mehr als 3.500 Stück im Jahr gebaut werden, von denen zudem lediglich 1.000 Stück für Europa vorgesehen sind. Noch limitierter ist da nur das aktuelle Sondermodell, der Alfa Romeo 4C Speciale. Read more

Der Porsche 356 SC von Janis Joplin hat ein neues Zuhause

„All my friends drive Porsches“  und das tat auch die Königin des Rock and Rolls der 1960er Jahre, Janis Joplin. Sie besaß einen knall bunten Porsche 356 SC – ein auffälliges Cabriolet – der nun versteigert wurde. Satte 1,76 Millionen US-Dollar brachte der kultige Flitzer ein, was etwas mehr ist, als der damalige Neupreis für den Zuffenhausener.

Die Sechzigerjahre: Woodstock, Marihuana und Janis Joplin, die über den Highway brettert. Wer hat nicht dieses Bild im Hinterkopf, wenn er an diese Dekade denkt. Dazu die, im amerikanischen Fall, kalifornische Sonne und eine „bloß keinen Stress“-Einstellung. Mit dieser Attitüde bretterte auch die wilde Joplin mit ihrem farbenfrohen Porsche 356 SC am Pazifik entlang, eine sanfte Brise im dunkelblonden Haar.

Damals bezahlte die Rock-Königin allerdings ein Quäntchen weniger für das Porsche Cabrio, als bei der aktuellsten Versteigerung erzielt wurde. Bescheidene 3.500 Dollar kostete ihr Cabrio seinerzeit. Zusätzlich bezahlte sie 500 Dollar extra an den Roadie Dave Richards, der den Porsche 356 SC in allen Regenbogenfarben gestaltete. Das Gesamtkunstwerk soll die Geschichte des Universums auf dem Blech des Cabriolets über den Highway tragen. Insgesamt wundert es auch wenig, dass Joplins Porsche kein Showcar war, das nur die Garage gesehen hat, sondern gerne von ihr genutzt wurde. So verpasste sie keine Chance für einen wilden Trip und wurde gerne in ihrem Porsche 356 SC von ihren Fans bejubelt. Die Bekanntheit ihres Zuffenhauseners sorgte auch dafür, dass er ihr sogar gestohlen wurde. Umso glücklicher war die Rock-Röhre, als sie wiedervereint wurden und bis zu Joplins Tod im Jahr 1970 ein glückliches Paar waren.

Insgesamt wurde der bunte Porsche 356 drei Mal umlackiert und hatte während seines Autolebens zig Nachbesitzer. Lange 20 Jahre stand er sogar nur im Museum herum, doch dafür ist der Porsche mit der bewegten Geschichte zu schade. Er soll wieder die Straßen der Welt sehen und das Universum auf seinem Blechkleid durch die Welt tragen. Hoffentlich versauert er beim neuen Besitzer nicht als Wertanlage, sondern darf den kalifornischen Asphalt bezwingen.

Pop Art für den guten Zweck – ein Bentley wird bunt

Dieses Cabrio ist eine Art poppiger Bentley Continental – wobei Art absolut ins Schwarze trifft. Die britischen Fahrzeughersteller haben keinen anderen als den Papst der Pop Art – Sir Peter Blake – gebeten einen Bentley Continental V8 S nach allen Regeln seiner Kunst zu gestalten. Was es damit auf sich hat? Sir Peter gehört zu den wichtigsten Künstlern des Genres und gestaltete seinerzeit das Albumcovers der Beatles-Platte „Sgt. Pepper´s Lonely Hearts Club“. Am offenen Bentley konnte er sich nun ebenfalls austoben. Read more

Weltpremiere: Mercedes-Benz C-Klasse Cabriolet

Unbegrenzte Öffnungszeiten – Das C-Klasse Cabriolet

Mit unbegrenzten Öffnungszeiten startet Mercedes-Benz die Cabrio-Saison 2016 bereits auf dem Genfer Autosalon im März. Bei der Erweiterung der Cabriolet-Palette auf Basis der C-Klasse, kombinieren die Stuttgarter modernen Luxus mit vielen hochwertigen Details ohne ihren jugendlichen Touch zu verlieren. Mit einigen optionalen Möglichkeiten bieten sie den interessierten Kunden eine breite Palette an Individualisierunglösungen an. Auf Wunsch kann das Cabrio mit dem automatischen Windschottsystem AIRCAP und der Kopfraumheizung AIRSCARF ausgerüstet werden. Das sorgt für außergewöhnlichen Komfort und erlaubt das Offenfahren an 365 Tagen im Jahr.

Mit effizienten Motoren zwischen 156 bis 367 PS sowie ein dynamisches Fahrwerk dürften auch sportlichere Fahrer auf ihre Kosten kommen. Eine Spur breiter und flacher sorgt das neue C-Klasse Cabrio von Mercedes-Benz auch für die nötige sportliche Nuance in der Erscheinung. Ein toller Hingucker.

„Unser neues C-Klasse Cabriolet ist der Einstieg in die Welt der Premium-Cabriolets bei Mercedes-Benz. In Charakter und Design sportlich und jugendlich geprägt, bietet es puren Open-Air-Fahrspaß rund ums Jahr“, sagt Prof. Dr. Thomas Weber, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und verantwortlich für Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars Entwicklung.

Eine markante Frontpartie mit Diamantgrill, LED High Performance-Scheinwerfer, eine lange Motorhaube und die hohe Bordkante unterstreichen das sportlich dynamische Erscheinungsbild. Ein straff gespanntes Stoffverdeck mit Glasscheibe geht harmonisch in das individuell gestaltete Heck über, das durch seine Breite und elegant-anmutige LED-Rückleuchten sportlich wirkt. Der Kofferraum mit einem Volumen von bis 360 Liter reicht für den Alltag aus. Selbst im geöffneten Zustand des Daches schafft der Sportler immer noch 285 Liter und bietet damit beste Voraussetzungen für die große Reise zu Zweit, oder eine ausgedehnte Shoppingtour.

Die Preise für das Mercedes C-Klasse Cabrio werden bei ca. 40.000 Euro beginnen.

Mercedes-Benz C 220d 4MATIC Cabriolet, Edition 1, Exterieur: designo selenitgrau magno, AMG Line; Interior: schwarz/nussbraun, Kraftstoffverbrauch (l/100 km) innerorts/außerorts/kombiniert: 5,4/3,9/4,5 CO2-Emissionen kombiniert: 116 g/km Exterior: designo selenite grey, AMG Line; interior: black/nut brown Fuel consumption (l/100 km) urban/ex urban/combined: 5.4/3.9/4.5 combined CO2 emissions: 116 g/km
Mercedes-Benz C 220d 4MATIC Cabriolet, Edition 1,

Mercedes-Benz C 220d 4MATIC Cabriolet, Edition 1, Exterieur: designo selenitgrau magno, AMG Line; Interior: schwarz/nussbraun, Kraftstoffverbrauch (l/100 km) innerorts/außerorts/kombiniert: 5,4/3,9/4,5 CO2-Emissionen kombiniert: 116 g/km Exterior: designo selenite grey, AMG Line; interior: black/nut brown Fuel consumption (l/100 km) urban/ex urban/combined: 5.4/3.9/4.5 combined CO2 emissions: 116 g/km
Mercedes-Benz C 220d 4MATIC Cabriolet, Edition 1,

Mercedes-Benz C 220d 4MATIC Cabriolet, Edition 1, Exterieur: designo selenitgrau magno, AMG Line; Interior: schwarz/nussbraun, Kraftstoffverbrauch (l/100 km) innerorts/außerorts/kombiniert: 5,4/3,9/4,5 CO2-Emissionen kombiniert: 116 g/km Exterior: designo selenite grey, AMG Line; interior: black/nut brown Fuel consumption (l/100 km) urban/ex urban/combined: 5.4/3.9/4.5 combined CO2 emissions: 116 g/km
Mercedes-Benz C 220d 4MATIC Cabriolet, Edition 1,

News: Mini Cabrio – Endlich auch offen neu

Oben ohne macht der Mini zweifelsohne am meisten Freude. Nun startet auch die aktuelle Generation des Kleinwagens als Cabrio. Die Preisliste für den ab 5. März erhältlichen, offenen Mini beginnt bei 21.900 Euro – damit ist das Basis-Cabriolet genau so teuer wie der Clubman.

Der Sonnenschein fällt in das bekannte Cockpit mit den typisch-runden Instrumenten, Kippschaltern und neuerdings einem Head-up-Display. Erleichtert wird die spontane Frischluftfahrt durch ein erstmalig komplett elektrisch betriebenes Verdeck, das bei nicht mehr als 30 km/h binnen 18 Sekunden öffnet und schließt. Alternativ kann bei jedem Tempo eine Schiebedachfunktion genutzt werden.

Wie seine Brüder mit festem Dach wirkt auch das neue Oben-ohne-Modell erwachsener. Gegenüber dem direkten Vorgänger hat das Cabrio noch einmal fast zehn Zentimeter in der Länge hinzugewonnen und ist um 4,4 Zentimeter in die Breite gegangen. In der ersten Reihe sitzen die Passagiere jetzt etwas lockerer, im Fond nimmt weiterhin niemand freiwillig Platz. Deutlich gewachsen ist das Gepäckabteil, das mit 215 Liter bei geschlossenem Dach nun ein Viertel mehr schluckt als bisher und dank einer verbesserten Easy-Load-Funktion etwas leichter bepackt werden kann.

Auch im Cabrio stehen fünf Turbotriebwerke bereit. Die drei Benziner reichen vom 75 kW/102 PS starken One, über den 100 kW/136-PS-Cooper bis hin zum einzigen Vierzylinder im Cooper S mit 141 kW/192 PS. Auch bei den Dieseln gibt es einen Drei- und einen Vierzylinder, mit 85 /kW/116 PS (Cooper D) sowie 125 kW/170 Pferdestärken (Cooper SD). Letzterer fährt als einziger serienmäßig mit Sechsgang-Automatik vor, bis auf den One können alle anderen optional damit ausgestattet werden.

Dass auch der offene Mini noch einmal in Sachen Fahrdynamik zulegen konnte, liegt wie bei den anderen Baureihen der aktuellen Generation am vergrößerten Radstand, der breiteren Spur und überarbeiteten Achsen. Für das entspannte Cruisen reicht der Mini One vollkommen aus. Will man aber richtig Spaß haben, ist der Cooper S die erste Wahl. Dank Zwangsbeatmung fallen die vollen 280 Newtonmeter schon bei 1.250 Umdrehungen über die Vorderräder her, die nach kurzem Kratzen am Asphalt das 1,3 Tonnen schwere Cabrio nach vorne Schnellen lassen. Nach 7,2 Sekunden fällt die Hundertermarke.

Der Spaß beginnt im Sportmodus sogar schon vor der maximalen Querbeschleunigung, nämlich beim Anfahren der Kehre: Beim Runterschalten gibt die Elektronik keck Zwischengas und lupft man das Gas, frotzelt der Mini lustvoll aus den Endrohren. Das allerdings animiert nicht gerade dazu, den Normverbrauch von gut sechs Litern einzufahren. Wer Sprit sparen will, greift aber ohnehin besser zum Diesel, der sich im Idealfall mit 3,8 Litern zufrieden geben soll.

Wer beim Tanken spart, kann vielleicht bei der Bestellung die eine oder andere Option mehr ankreuzen. Die Rückfahrkamera sollte in jedem Cabrio an Bord sein: Das geöffnete Verdeck schränkt die Sicht nach hinten ziemlich stark ein, das stört beim Fahren, und ist beim Parken erst recht hinderlich. Auf das Windschott kann hingegen getrost verzichtet werden, selbst bei flotter Fahrt weht den Passagieren nur ein laues Lüftchen um die Nase.

Erste Fahrt im smart fortwo cabrio – Der Allwetterspaß

Es ist ein offenes Geheimnis: Der Platz in einem smart fortwo bleibt auch in seiner dritten Generation begrenzt. Dafür ist er unschlagbar handlich. Rechtzeitig zum kommenden Sommer rollt jetzt das Cabrio auf den Markt. Da aber nicht jeder Sommer zum Jahrhundertsommer gerät, bietet smart mit drei frei wählbaren Varianten des Dachs Fahrvergnügen bei jeder Witterung. Wir haben dem Stadtfloh mal auf den Zahn, pardon,auf den Stoff gefühlt. 

In Valencia kann es im Januar trotz Sonne ordentlich kühl sein. Sei es drum. Wir sind hier, um das neue smart fortwo cabrio zu fahren. Auf Knopfdruck zieht sich das schwarze Dach des kultigen Zweisitzers in weiß rotem Blechkleid zurück. Die ersten Sonnenstrahlen auf winterblasser Haut wecken den Wunsch nach mehr. Wir warten also ab, bis sich die Stoffhaut vollends hinter die Sitze abgesenkt hat. Für richtiges Cabriofeeling müssen wir dazu nur die seitlichen Dachholme aus den Verankerungen lösen. Geht im Handumdrehen, die Fingernägel bleiben dabei ungeschoren. Die lästige Suche nach einer Unterbringung in dem knapp geschnittenen Cabrio erübrigt sich. Die Heckklappe ist als Aufnahme-Platz präpariert. Smart heißt eben nicht nur munter, sondern auch clever.

Offen, halboffen oder geschlossen zeigt sich das Dach für alle Wetterlagen tauglich.
Offen, halboffen oder geschlossen zeigt sich das Dach für alle Wetterlagen tauglich.

Gezielte Verstärkungen sorgen für Sicherheit in allen Lebenslagen 

Mehr als fünfzehn Jahre ist es her, seit  die kleinsten Seriencabrios der Welt im Jahr 2000 die europäischen Straßen unter ihre Räder nahmen. Mit dem ersten Modellwechsel 2006 bekam die Sache Schwung und das Dach einen vollautomatischen Antrieb. Die neue, dritte Generation ändert an den Basics nichts. Der smart behält seine typischen Silhouette ohne Überhänge. Nur im direkten Vergleich erkennt man, dass die B-Säule etwas schmaler als bei der geschlossenen Variante ausfällt. Ansonsten gibt äußerlich kaum Unterschiede. An entscheidenden, aber unsichtbaren Stellen wurde das Cabrio dagegen gezielt verstärkt. Kreuzstreben und zwei Torsionsschottwände unter dem Fahrzeug vorne und hinten sowie ein innen liegendes Stahlrohr in den A Säulen aus Stahl sollen für  Sicherheit in allen Lebenslagen sorgen.

Die Optik: unverkennbar smart.
Die Optik: unverkennbar smart.

Zwölf Sekunden entscheiden über Licht oder Schatten

Auf der Suche nach einem  morgendlichen Latte Macciato haben wir uns tief in die verwinkelten Gassen der spanischen Hafenstadt gewagt. Kopfschüttelnd verfolgen uns einige Passanten mit ihren Blicken, als wir flott um die Ecke biegen und prompt vor einem mehr als zwei Mann hohem Portal aus poliertem  Alabaster zum Stehen kommen.  Die freundliche Stimme aus dem Navi scheint zu triumphieren, nachdem sie  uns unbeirrbar bis hierhin dirigiert hat. Es scheint , als seien nicht nur die Adresse des Cafes, sondern auch die smart-Maße von 2,69 Meter Länge, 1,66 Meter Höhe und 1,55 Meter Höhe als Eckpunkte für alles Fahrbare bei der Wegbeschreibung hinterlegt. Trotzdem die Pause nur ganz kurz sein soll, fahren wir das Dach besser zu.  Diesmal via Funk über den Fahrzeugschlüssel.  In 12 Sekunden ist alles erledigt. Genauso viel Zeit, wie wir für die Bestellung brauchen

Der smart fortwo kennt keine Parkplatzprobleme.
Der smart fortwo kennt keine Parkplatzprobleme.

Bis zu Tempo 155 km/h lässt sich das Dach öffnen oder schließen

Beim Latte sind wir sind uns einig. Smart fortwo cabrio Fahren macht Spass. Wenn man sich im Inneren mit Klamotten, Smartphones, Kameras und Handtasche erst einmal eingerichtet hat. Zur Not bleibt immer noch Platz im Fußraum des Beifahrers. In Fahrt gekommen, lässt sich der Zweisitzer mit dem 90 PS Dreizylinder und dem Doppelkupplungsgetriebe inzwischen auch fast ruckfrei durch den Großstadtverkehr treiben. Sein Wendekreis von gerade mal 6.95 Metern macht ihn zum Champion bei der Parkplatzsuche. Für die, die sich in Sachen Frischluftbedarf nie entscheiden können:  Bis zur Höchstgeschwindigkeit von 155 km/h lässt sich das Dach öffnen oder schließen. Das smart fortwo Cabrio gibt es mit dem 90 PS-Motor und dem Doppelkupplungsgetriebe zum Preis ab 16 550 Euro.

smart fortwo cabrio
Schon klassisch: die Silhouette des smart fortwo ohne Überhänge.
smart fortwo cabrio
Spielt die Sonne nicht mehr mit, lässt sich das Stoffdach auf Knopfdruck in 12 Sekunden schließen.

Der Fahrzeugschein für das smart fortwo cabrio 

Verkaufsstart:  Sofort
Basispreis:  Ab 16 550 €
Motorleistung: 90PS
Antrieb und Getriebe:  6-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung:  11,7 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  4,2 l/100 km
Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  2.69, 1.66, 1.55, 1812 mm

 

 

S65 AMG Cabrio: Eure Armut kotzt mich an!

Die S-Klasse ist das natürliche Oberhaupt im Stamme der Stuttgarter Automobile. Das Cabriolet ist die natürliche Krönung der Schöpfung im Automobilbau.  Ein AMG krönt jede Baureihe. Und nach dem V8 kommt darüber nur der V12. Wer das nun alles kombiniert, das S mit dem Cabriolet. Das AMG mit dem S-Cabriolet. Und dazu einen V12 packt, der erhält:

Das einzig wahre Statement zum Thema: Wie gut geht es mir heute?

Mercedes-Benz präsentiert das S-Klasse Cabriolet in der AMG-Variante mit 630 PS Starken V12-Bi-Turbo!

Der aus der S65 Limousine bekannte V12 arbeitet nun auch im neuen S-Klasse Cabriolet. Als S65 AMG drücken 1.000 Nm die Frischluft-Laune mit aller Macht gen Horizont. Ab April wird es den Viersitzer zu einem Preis – ach, wen interessiert da der Preis, dachte man sich auch in Stuttgart (Affalterbach) und lies den Preis zur Premiere einfach mal weg!

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250.000 Euro?

mein-auto-blog tippt einfach mal auf eine Viertel-Millionen Euro für den Traum aus Nappa für vier, Ladedruck und Oben-Ohne-Wellness.

Kurz noch die Fakten: 4.1 Sekunden für den Sprint auf 100 – hier dürfte der Grip entscheidend sein. Und wer sich die Option „freie Fahrt“ nicht gönnt, wird bei 250 gegen die imaginäre Wand rauschen. Ach so, der Verbrauch soll bei rund 12 Litern liegen, je 100 km. Aber hey, wen interessiert das bei diesem Kaufpreis überhaupt noch?

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V12-Konzert-Open-Air

Meeresrauschen und der Duft nach Salz stehen, soweit unsere Informationen, nicht auf der Optionsliste. Dafür wird man dann aber die 1.000 Nm nutzen können und im Wimpernschlag einer Autobahn-Etappe das Meer an Ort und Stelle besuchen. Cannes, Nizza, St. Petersburg und überall dort, wo sich der Geld-Adel trifft. Mit dem neuen S-Klasse Cabriolet in der finalen „Powerhouse-Ausbaustufe“ krönt sich Daimler, jetzt so kurz vor Weihnachten, noch einmal selbst.

Wir werden erste Fotos vom neuen S65 AMG aus den USA mitbringen! (Im Januar startet die NAIAS in DETROIT)

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Sunshine Star: Erste Skizze des neuen S-Klasse Cabriolets

Er wird noch in diesem Jahr seine Premiere feiern, der ungekrönte König der mondänen Küstenstädte, Monacos und Beverly Hills. Das neue Cabriolet der S-Klasse. 40 Jahre nach dem Maybach-Cabriolet wird es wieder ein viersitziges Luxus-Cabriolet von Mercedes-Benz geben! 

Mit dem S-Klasse Cabrio bringt Mercedes-Benz das sechste Derivat der S-Klassen-Baureihe und zugleich die edelste Variante. Natürlich wird es den Luxus-Liner mit V8-Turbo und V12-Triebwerken geben. AMG-Modelle? Natürlich. Man darf, wie beim S-Coupé, die S63 und S65-Varianten erwarten.

Erlkönig: Mercedes S-Klasse Cabrio

Auch für einen Erlkönig scheint nicht immer die Sonne, noch nicht einmal, wenn sich unter der psychodelischen Beklebung das neue Luxus-Cabrio der Stuttgarter versteckt.

S-Klasse Cabrio, Erlkönig

Im letzten Jahr kam die neue S-Klasse auf den Markt. Die Testfahrten, damals in Kanada, überzeugten in vielen Bereichen. Optisch wirkte die frische S-Klasse um Jahre jünger und auch noch kleiner, als man das bislang erwartet hatte. Neben der Optik war es vor allem der Fahrkomfort, der zu überzeugen wusste. Das neue Magic Body Control Fahrwerk hätte man auch mit einem deutschen Namen betiteln können, seiner Funktion tut die englische Begrifflichkeit jedoch keinen Abbruch. Mit dem ersten „sehenden Fahrwerk“ in Serie, zog eine neue Dimension des Federungskomforts in die Oberklasse ein.

Damals war bereits klar – die neue S-Klasse Limousine wird nicht alleine bleiben. Sechs Varianten soll es geben, so sprach man damals.

S-Klasse Limousine, S-Klasse Coupe, S-Klasse Cabrio

Das Coupé überzeugte bei den Testfahrten in Florenz. Nun zeigt sich das S-Klasse Cabrio in der letzten Tarnstufe vor der Weltpremiere. Weltpremiere für das neue Cabrio dürfte bereits im Herbst auf der L.A. Autoshow sein.

Auch das S-Klasse Cabrio wird man im Stammwerk in Sindelfingen produzieren, das sind gute Nachrichten für den Standort. Made in Germany, bei einem Fahrzeug aus dem Luxus-Segment besonders wichtig.

Wie man auf den Bildern bereits erkennt, wir das S-Klasse Cabriolet ein Stoffverdeck erhalten und trägt viele Design-Merkmale vom Coupé. Man erkennt den Heckabschluss des Coupés wieder, die Nase kommt einem bekannt vor und dazwischen ein enorm langer Radstand. Das ganze Cabriolet dürfte im geöffneten Zustand extremst elegant aussehen.

Bei den Motoren wird sich das Cabriolet am Coupé orientieren. V8 und V12-Versionen und natürlich aufgeladene AMG-Varianten.

Die restlichen drei Varianten

Limousine, Coupé, Cabrio – drei Versionen. Fehlen noch drei um auf die anfänglich kolportieren 6 Varianten zu kommen. Bei der Limousine gibt es bereits zwei Radstand-Versionen, ergibt Limousine kurz und lang. Fehlen noch zwei. Eine Extra lange Version die den Maybach ersetzt soll dazu gehören und glaubt man den Informationen im Internet, dann wäre noch eine „noch längere“ Version geplant. Eine Pullmann-Variante mit drei Sitzreihen?

Hm?

Kann sein, muss aber nicht.

Wie wäre es mit einem viertürigen Coupé auf Basis der Limousine? Oder eine Shooting-Brake-Version? Sicherlich im Luxus-Segment absolut einzigartig.

 

 

 

 

Erlkönigfotos: SB-Medien | Stefan Baldauf

 

Das neue Audi A3 Cabriolet – IAA 2013

Pressemeldung

Sportlich, elegant und vielseitig – Audi präsentiert das neue A3 Cabriolet. Der kompakte Viersitzer besticht schon auf den ersten Blick durch seine fließende Linienführung und das Stoffverdeck. Auch technisch setzt er sich an die Spitze seiner Klasse – mit konsequentem Leichtbau, neuen Motoren, vielseitiger Vernetzung und leistungsfähigen Assistenzsystemen.

Das Außendesign
Im Vergleich zum Vorgängermodell ist das neue Audi A3 Cabriolet gewachsen – in der Länge von 4,24 auf 4,42 Meter, im Radstand von 2,58 auf 2,60 Meter und in der Breite von 1,77 auf 1,79 Meter. Nur in der Höhe (1,41 Meter) ergibt sich ein Minus von 15 Millimeter – der offene Viersitzer steht damit eleganter und sportlicher auf der Straße. Das Gepäckraumvolumen wächst um 60 Liter und der Kofferraum ist besser zu beladen. In den Radhäusern finden große Räder bis 19 Zoll Platz.

Der Singleframe-Kühlergrill prägt die Front des Audi A3 Cabriolet. Die flachen Scheinwerfer geben ihm einen entschiedenen Blick; sie betonen die Horizontale ebenso wie die Lufteinlässe des Stoßfängers. Auf Wunsch liefert Audi die Scheinwerfer mit LED-Technologie, die einmalig im Kompaktsegment über gleitende Leuchtweitenregulierung verfügt.

Bei den harmonischen Proportionen des Zweitürers spielt der hintere Überhang eine wichtige Rolle. Der Rahmen der Frontscheibe ist aus Aluminium gefertigt – um das gesamte Auto verläuft eine Zierleiste in Aluminiumoptik. Auf den Flanken entsteht durch die straff gezogene Tornadolinie und die gespannten Blechflächen ein faszinierendes Wechselspiel von Licht und Schatten.

Das Verdeck
Das neue A3 Cabriolet gibt es mit einem Stoffverdeck, das sich über eine leichte Magnesium-Stahl-Kinematik spannt und sich perfekt ins Design einfügt. Auf Tastendruck öffnet und schließt es sich elektrohydraulisch in weniger als 18 Sekunden, auch während der Fahrt bis 50 km/h Geschwindigkeit. Im geöffneten Zustand ruht das Verdeck, in drei Lagen gefaltet, in einer Wanne, die den 287 Liter fassenden Gepäck-raum kaum einschränkt.

Das vollautomatische Verdeck verfügt über eine Glas-Heckscheibe und ist serienmäßig in Schwarz erhältlich. Alternativ steht ein vollautomatisches Akustikverdeck mit einem dickeren Innenschaum bereit, es senkt das ohnehin niedrige Geräuschniveau im Innenraum des A3 Cabriolet weiter ab. Wahlweise ist das Akustikverdeck in den drei Außenfarben Schwarz, Grau und Braun sowie den Innenhimmelfarben schwarz und mondsilber erhältlich. Das Windschott ist in der Ausstattungslinie Ambiente Serie, eine Kopfraumheizung an den vorderen Sitzen Option. Im Fall eines Überschlags schützt ein aktives Überrollschutzsystem die Passagiere. Es besteht aus zwei federvorgespannten Platten, die in der Karosserie versenkt sind.

Die Karosserie
Bei der Basisversion beträgt das Leergewicht lediglich 1.365 Kilogramm – das neue Audi A3 Cabriolet ist trotz seiner Größe und mehr Komfort rund 50 Kilogramm leichter als sein Vorgängermodell. Mitsamt den speziellen Verstärkungen, die für hohe Torsionssteifigkeit sorgen, wiegt die Rohkarosserie 30 Kilogramm weniger als bisher; die Motorhaube besteht aus Aluminium. Auch im Innenraum und bei den Motoren herrscht das strikte Diktat des Leichtbaus. Audi, Pionier auf diesem Technikfeld, setzt damit in der Kompaktklasse einen souveränen Bestwert. Bei der Karosserie kann der Kunde aus 16 Lackierungen auswählen.

Das Interieur
Elegant gezogene Linien und klare Flächen prägen auch das Innenraumdesign des neuen Audi A3 Cabriolet. Die Instrumententafel ist schlank und niedrig, ihre Front leicht geschwungen, die Mittelkonsole neigt sich zum Fahrer hin. Die großen, runden Luftausströmer im Jet-Design, das Bedienfeld der Klimaanlage und die dreidimensionalen Dekorleisten bringen die Anmutung der Oberklasse ins Interieur. Zum optionalen Lichtpaket gehört ein erstmalig erhältlicher, berührungssensitiver Schalter für die Leseleuchten.

Wie in jedem Audi ist die Verarbeitungsqualität kompromisslos hoch und die Bedienung einfach, selbsterklärend und komfortabel. Vier Erwachsene finden ausreichend Platz, die Lehnen der beiden Rücksitze lassen sich umklappen und geben dann eine breite Durchlade frei. Lenkrad und Sitze sind neu entwickelt, die Taste für die ebenfalls neue elektromechanische Parkbremse ist auf der Konsole des Mitteltunnels platziert.

Die Ausstattungslinien tragen die Bezeichnungen Attraction, Ambition und Ambiente. Das S line-Sportpaket für die Linie Ambition taucht den Innenraum ganz in schwarz. Bei den Materialien stehen Stoffbezüge, Leder und Alcantara/Leder zur Wahl. Die Audi design selection lassobraun vermittelt einen exklusiven Look.

Die Assistenzsysteme
Noch souveräner gestaltet sich das Fahren im neuen Audi A3 Cabriolet mit den hoch-entwickelten Assistenzsystemen. Das Fahrerinformationssystem mit Effizienzprogramm und Pausenempfehlung gehört bei den Linien Ambition und Ambiente bereits zum Serienumfang. Die Options-Palette umfasst die adaptive cruise control, den Audi side assist, den Audi active lane assist, die kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung, den Parkassistent mit selektiver Anzeige und das Sicherheitssystem Audi pre sense in unterschiedlichen Ausbaustufen.

Höchst attraktiv ist auch das Angebot an Infotainment-Bausteinen, an der Spitze stehen das Bang & Olufsen Soundsystem und die MMI Navigation plus. Der superschlanke Sieben-Zoll-Monitor fährt elektrisch aus der Instrumententafel aus. Im Bedienterminal ist der Dreh-/Drück-Steller mit dem MMI touch zum Touchwheel zusammengefasst – das berührungssensitive Feld zur Eingabe von Buchstaben und Zahlen bildet die Oberseite des Bedienrades.

Der Begriff Audi connect steht für die Vernetzung des Fahrers mit der Umwelt. Im neuen Audi A3 Cabriolet stellt diese Funktion – eine Ergänzung der MMI Navigation plus – die Verbindung zum Internet her; und zwar, wo immer möglich, mit dem schnellen Übertragungsstandard LTE (ab November erhältlich). Der integrierte WLAN-Hotspot erlaubt es den Beifahrern, mit ihren mobilen Endgeräten zu surfen und zu mailen.

Für den Fahrer holt das System die maßgeschneiderten Internet-Services von Audi connect ins Auto – von der Navigation mit Google Earth und Google Street View über die Verkehrsinformationen online bis hin zu Angeboten wie Facebook und Twitter. Der jüngste Dienst von Audi connect sind die Parkplatzinformationen, die freie Plätze in Parkhäusern und Tiefgaragen sowie auf Parkplätzen anzeigen.

Der Antrieb
Die drei neu entwickelten Motoren, mit denen das Audi A3 Cabriolet an den Start geht, prägen den sportlichen Charakter wesentlich mit. Die beiden TFSI schöpfen aus 1,4 und 1,8 Liter Hubraum 103 kW (140 PS) beziehungsweise 132 kW (180 PS). Der 2.0 TDI mobilisiert 110 kW (150 PS). Weitere Aggregate werden folgen – vom 1.6 TDI mit 81 kW (110 PS) bis zum 2.0 TFSI, der das Audi S3 Cabriolet mit 221 kW (300 PS) antreibt. Alle Motoren im neuen Audi A3 Cabriolet bringen die Technologien Direkteinspritzung, Turboaufladung und Start-Stop-System zusammen.

Im Mittel verbrauchen die drei Start-Motorisierungen zwölf Prozent weniger Kraftstoff als die Aggregate im Vorgängermodell – bei verbesserten Fahrleistungen. Der 1.4 TFSI etwa beschleunigt das neue Audi A3 Cabriolet in 9,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h, begnügt sich jedoch auf 100 Kilometer im Mittel mit 5,0 Liter Kraftstoff (114 Gramm CO2 pro Kilometer). Zu dieser Effizienz trägt auch die Technologie Audi cylinder on demand (COD) bei, die bei niedriger Last zwei Zylinder deaktiviert.

Auch bei der Kraftübertragung liegt das neue Audi A3 Cabriolet auf dem jüngsten Stand der Technik. Der 1.8 TFSI ist zum Marktstart mit der Siebengang S tronic gekoppelt; sie bietet im Zusammenspiel mit dem Fahrdynamiksystem Audi drive select eine Freilauffunktion, die den Verbrauch weiter senkt. Der 1.4 TFSI und der 2.0 TDI kooperieren mit einem manuellen Sechsganggetriebe. Der Allradantrieb quattro – ein weiteres Novum und Alleinstellungsmerkmal im kompakten Cabriolet – folgt.

Das Fahrwerk
Sportliches Handling, souveräne Fahrsicherheit und hoher Komfort – das Fahrwerk des neuen Audi A3 Cabriolet überzeugt mit aufwendiger Technik. Die Bauteile der McPherson-Vorderachse bestehen teilweise aus Aluminium; die Vierlenker-Hinterachse verarbeitet die Längs- und Querkräfte separat. Die Servolenkung nutzt einen effizienten elektromechanischen Antrieb.

Die Stabilisierungskontrolle ESC bringt die elektronische Quersperre mit; sie macht schnelle Kurvenfahrten noch flüssiger und sicherer. Die Bremsen sind stark und standfest. Das Räderformat reicht von 16 bis 19 Zoll, das Reifenprogramm bis zum Format 235/35. Ein sportliches Fahrwerk steht in zwei Versionen zur Wahl; das Sportfahrwerk ist um 15 Millimeter abgesenkt, das S line Sportfahrwerk um 25 Millimeter.

Zu den Highend-Optionen beim neuen Audi A3 Cabriolet gehört das Fahrdynamiksystem Audi drive select (Serie bei der Linie Ambition). Mit ihm kann der Fahrer die Arbeitsweise des Motormanagements, der Servolenkung, der S tronic und der Klimaanlage in mehre-ren Modi variieren. Die Regelung erstreckt sich auch auf optionale Systeme wie die adaptive Dämpferregelung Audi magnetic ride, die adaptive cruise control, das adaptive light und die Progressivlenkung, deren Übersetzung beim Einlenken zunehmend direkter wird.

Das neue Audi A3 Cabriolet fährt im ungarischen Werk Győr vom Band, das Audi für ein Investment von mehr als 900 Millionen Euro erweitert hat. Der Verkauf startet in Deutschland im Herbst, die Auslieferung beginnt im ersten Quartal 2014. Der Grundpreis für den 1.4 TFSI (103 kW mit der Technologie cylinder on demand) beträgt 31.700 Euro. Viele sportliche und komfortable Optionen runden die Serienausstattung ab, zu ihnen zählen etwa der Komfortschlüssel oder die S-Sportsitze mit integrierten Kopfstützen und Rautensteppung im Schulterbereich.

Das Audi S3 Cabriolet (vorläufige Daten)
In der Topversion S3, die kurz nach dem Marktstart folgt, wartet das kompakte Cabriolet mit besonders sportlichen Fahrleistungen auf. Der 2.0 TFSI leistet 221 kW (300 PS) und stemmt 380 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle. Der Sprint von 0 auf 100 km/h ist mit der Sechsgang S tronic in 5,4 Sekunden erledigt. Im Schnitt kommt der Vierzylinder-Turbo mit 7,1 Liter Kraftstoff aus.

Der quattro-Antriebsstrang operiert mit einer hydraulischen Lamellenkupplung mit elektronischer Regelung. Die Karosserie liegt 25 Millimeter tiefer, hinter den 18-Zoll-Rädern sind 17 Zoll große Bremsen montiert. Im Zusammenspiel mit Audi magnetic ride sind auch 19-Zoll-Räder erhältlich. Die Progressivlenkung ist Serie.

Angetestet: Der Opel Cascada 1.6 SIDI Turbo im Kurz-Fahrbericht

In Monaco stellte Opel das auf den Astra J basierende Mittelklasse-Cabriolet Cascada vor. Die Rüsselsheimer trotzen den Negativ-Schlagzeilen und führen ihre Modelloffensive stoisch fort. Mit dem Cascada könnte Opel nach dem ADAM ein weiteres Kunststück gelingen. Denn es wird als Premium-Cabriolet der Mittelklasse vermarktet – zum Preis eines Cabrios des Kompaktsegments.

Dieser Kunstgriff erlaubt Opel die Bedienung einer bis dato unbesetzten Nische. Denn Konkurrenzmodelle in ähnlicher Preislage sind deutlich kleiner und Mittelklasse-Cabriolets, die zumeist von sogenannten Premium-Herstellern feilgeboten werden, sind deutlich teurer.

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Freilich hofft Opel, dass der Cascada kein Nischen-Dasein fristen wird. Er ist ein weiterer Hoffnungsträger, der gute Chancen hat, erfolgreich zu sein. Konzipiert ist der Opel Cascada als vollwertiger Viersitzer und Ganzjahres-Cabrio. Er möchte nicht zum Zweitwagen degradiert werden. So verwundert auch die schiere Größe des Wagens nicht. Mit 4,70 Meter streckt er sich auf das Niveau eines Audi A5 Cabrio oder eines E-Klasse Cabrio. So musste auch ein neuer Name her. Dass die Nomenklatur in ihrer Etymologie nicht ganz glücklich ausfällt, hatte ich bereits geschrieben. Aber immerhin gibt das semantische Feld der ‚Chance‘ berechtigten Anlass zur Hoffnung.

Nicht zuletzt definiert sich ein Cabriolet über das Design. Es suggeriert Lebensfreude und Genuss, also möchte es bitte auch nach Genuss aussehen. Mir persönlich ist die Front jedoch zu nah am Astra, vermittelt damit mehr den Geschmack von Brot-und-Butter, denn Genuss.

Opel-Cascada-1.6-SIDI-Turbo-Cockpit-Tacho-Innenraum-Interieur

Die mit Bedacht gesetzten Konturierungen der Motorhaube gefallen mir – allein die mittlere Falz, die sich bis zum Opel-Emblem durchzieht, ist schließlich zu viel des Guten. Und gerade diese Kante ist es, die sich von vorn bis hinten durchzieht und auch am Heck präsent ist.

Ohne Frage aber ist das Heck das optische Highlight des Exterieurs. Die breiten Rückleuchten, die lange Chromspange mit dem in der Mitte thronenden Opel-Logo, darüber der elegant geschwungene Bürzel – tatsächlich: Opel kann auch elegant.

Stilecht verfügt das Opel-Cabrio über ein Stoffverdeck. Es verschwindet auf Wunsch bei bis zu 50 km/h im Heck; und das innerhalb von 17 Sekunden. Ist das Dach verfrachtet, offenbart sich dem Betrachter eine homogen gezeichnete Seitenlinie – lang und gestreckt, mit nach hinten leicht ansteigender Gürtellinie. Das Besondere: ist der Cascada geschlossen, sieht er beinahe noch besser aus. Im Gegensatz zu vielen anderen Soft-Top-Cabrios sieht der Opel nicht verbaut oder gedrungen aus. Geschlossen wird der Cascada zum anmutigen Stoffdach-Coupé. Das macht er ungemein geschickt.

Vorn sind die Platzverhältnisse luftig. Das Sitze sind körpergerecht und langstreckentauglich ausgeformt und bestechen optisch durch eine gefällige Steppung. Sie bieten zwar nicht den optimalen Seitenhalt, aber wozu auch? Das Auto ist auf Bequemlichkeit getrimmt; so auch das Gestühl. Im Fond finden Passagiere für Cabrio-Verhältnisse ein brauchbares Platzangebot vor, bei geöffnetem Verdeck haben auch Mitfahrer jenseits der 1,80 Meter genügend Raum.

Opel verspricht mit dem Cascada Premium-Qualität. Und zumindest für die zur Verfügung gestellten Test-Fahrzeuge in umfangreicher Ausstattung trifft dies auch zu. Das Stoffverdeck ist zusätzlich gedämmt und sorgt im geschlossenen Zustand für flüsterleises Cruisen. Der belederte Armaturenträger versprüht luxuriösen Charme. Die lila-farbenen Kontrastnähte sind ungewöhnlich, passen farblich allerdings sehr gut zum hellbraunen, wärmereflektierenden Nappa-Leder. Die Sitze sind beheizt und belüftet, die Vordersitze lassen sich für die Fond-Passagiere elektrisch vor- und zurückfahren. Ob ich das brauche, sei dahingestellt; aber Opel setzt damit eine Duftmarke, unterstreicht den Anspruch, den die Rüsselsheimer mit dem Cascada verfolgen.

Opel-Cascada-1.6-SIDI-Turbo-Vorderansicht-Seite-Seelapen-Berge-Xenon-Scheinwerfer

Nach Hilfe möchte rufen, wer erstmals die Mittelkonsole erblickt. Keine gefühlten, sondern tatsächliche 50 Tasten, Schalter, Dreh-Drück-Rädchen hat Opel dort platziert. Abgesehen vom Irrwitz dieser schieren Fülle ist auch die Schalteranordnung nicht immer logisch und sinnvoll. Warum etwa die Fahrmodi „Sport“, „Tour“ und „Eco“ so weit auseinander liegen, ist mir schleierhaft. Darüber hinaus sind die Abkürzungen oftmals nicht ohne weiteres zu deuten. Auch das Multifunktionslenkrad dürfte für meinen Geschmack mit weniger Tasten auskommen.

Das neue Triebwerk – 1.6 SIDI Turbo – das im Bug des Cascada sein Werk verrichtet, sorgt neben der Turboaufladung auch mit einer Direkteinspritzung für 125 kW/170 PS Leistung und ein maximales Drehmoment von 260 Nm (280 Nm mit Overboost), das nach Angaben von Opel bereits bei 1.650 Umdrehungen anliegen soll. In der Fahrpraxis bestätigte sich diese Angabe nicht. Zwar verlautbarte Opel, mit dem Cascada 1.6 SIDI Turbo einen Cruiser auf die Straßen schicken zu vollen, allerdings darf auch ein solcher etwas nachdrücklicher zu Werke gehen, als es der 1.6er Turbo letztlich macht.

Opel-Cascada-1.6-SIDI-Turbo-Cockpit-Tacho-Innenraum-Interieur

Neben der Anfahrschwäche schiebt der Cascada erst nach Erklimmen der 2.500er Marke spürbar nach vorn. Wer den Opel jedoch drehzahllastig bewegt, wird keine große Freude haben. Jenseits der 4.000 Touren wirkt der Cascada überanstrengt und zugeschnürt, wird heiser und vermittelt dem Fahrer, dass er das nicht möchte. Gleiten und Cruisen – das ist sein Metier. Straßenkreuzer möchte er spielen; und so verfügt der Cascada auch über den Wendekreis eines Straßenkreuzers, der es mir gelegentlich schwer machte, innerstädtisch scharfe Kurven zu passieren. Mehrfach war es notwendig, zurück zu setzen.

Aber für das, wofür er gemacht ist, vermittelt der Opel Cascada, die Idealbesetzung zu sein. Ausdrücklich als Cruiser und Gleiter beworben, ist es genau das, was mit dem Rüsselsheimer am meisten Freude bereitet. Leicht kurvige Straßenverläufe, außerhalb geschlossener Ortschaften fühlt sich der Cascada mit 100 km/h auf dem Tacho spürbar am wohlsten. Der Motor werkelt völlig im Verborgenen. Er ist weder zu hören noch zu spüren. Hier kommt zur Gänze und in voller Tragweite das idealisierte Bild des Cabrio-Erlebnisses zum Tragen: das Verdeck versenkt, die Scheiben ringsum heruntergefahren und mit alpinem Wind im Haar Doppel-S-Kurven geschwind folgen; entlang steiler Felswände auf der einen und atemberaubender Meer-Panoramen auf der anderen Straßenseite. Mit geschlossenem Verdeck wird es im Innenraum noch deutlich leiser. Egal, ob 140 auf der Autobahn oder gemütliche 100 auf der Landstraße – hier kommt niemand aus der Ruhe – weder Fahrzeug noch Fahrer.

Opel-Cascada-1.6-SIDI-Turbo-Heckansicht-LED-Rueckleuchte

Nur, wem der Schalk im Nacken sitzt, mehr als nötig im 6-Gang-Schaltgetriebe rührt und sich mit gen Begrenzer orgelnder Drehzahl der nächsten Kurve nähert – derjenige wird mit dem lustlosen Getöse des neuen Opel-Triebwerks beschallt. Aber wie gesagt, das ist des Cascadas Sache nicht.

Fahrdynamisch lassen sich mittels der Einstell-Möglichkeiten in der Mittelkonsole unterschiedliche Fahrmodi auswählen. Etwas nervig ist der Umstand, dass standardmäßig der Eco-Mode mit jedem neuen Motorstart aktiviert ist. Aufgrund der kurvigen Straßenverhältnisse war ich meist im Sport-Modus unterwegs. Da im Testwagen keine adaptiven Dämpfer verbaut waren, blieb der Cascada stets komfortables Reisemobil, das nichtsdestoweniger einen Hauch Sportlichkeit vermittelte. Eine Variation der Gaspedalkennlinie mag vorliegen, war jedoch subjektiv nicht spürbar. Doch eine merkliche Veränderung wurde in der Lenkung erfahrbar. War sie im Tour-Modus noch eher behäbig und weich, wurde sie mit Druck auf die Sport-Taste spürbar direkter und sprach fein auf Lenkbefehle an. Gerade auf den kurvig-bergigen Passstraßen nördlich von Nizza und Monaco zeigte die Lenkung, was sie kann. Trotz des enormen Wendekreises ließ sich der Cascada überraschend zackig durch die teils furchtbar engen Kurven zirkeln.

Opel-Cascada-1.6-SIDI-Turbo-Innenraum-Interieur-Fond

Sehr hilfreich bei dynamischer Fahrweise und den engen Kurven im Hinterland Nizzas war die feine HiPerStrut-Vorderachskonstruktion, die ursprünglich für den Opel Insignia OPC entwickelt wurde. Nicht ganz so sportlich abgestimmt, ließ die Vorderachse jedoch keinen Zweifel über ihre Daseinsberechtigung aufkommen. Der frontgetriebene Cascada ließ sich meist mühelos durch enge Kurven ziehen, blieb treu in der vom Lenkwinkel vorgegebenen Spur. Die Kontrollleuchte des ESP bekam ich nicht zu sehen, ganz gleich, wie sehr ich mich dem Grenzbereich auch nähern mochte. Wirklich sehr beachtlich für dieses große, schwere und Behäbigkeit vermittelnde Auto.

Zum Schluss bleibt also, Opel zu diesem gelungenen Mittelklasse-Cabriolet zu gratulieren. Das Design – insbesondere die Heckpartie und die offene wie geschlossene Silhouette – wirkt stimmig und empfinde ich als sehr gelungen. Als Landstraßen-Cruiser und Reiseauto ist der Cascada konzipiert; und genau dieses Gefühl vermittelt er auch. Dazu passt der neue 1.6 SIDI Turbo-Motor, der nicht durch seine Sportlichkeit oder sein Durchzugsvermögen glänzt, dafür umso mehr durch seine Laufruhe und Souveränität. Das erstklassig gedämmte Stoffverdeck sorgt für Ruhe, wenn der Fahrer sich von der Umgebung abkapseln möchte. Nicht so recht zum Cruiser-Charakter mag die im Sport-Modus sehr gut gelungene Lenkung sowie die HiPerStrut-Vorderachse passen. Missen möchte ich allerdings beides nicht. Sie machen den Cascada keineswegs zum Sportler, helfen aber den Dynamik-Fähigkeiten ungemein. Die Innenraumverarbeitung ist gut. In Topausstattung lässt der Opel tatsächlich etwas wie „Premium“ aufkommen. Die optionalen Ausstattungsmöglichkeiten sind vielfältig und vermutlich für zahlreiche Bedürfnisse angemessen.

Frei von Kritik ist aber auch der Opel Cascada nicht. Die verhunzte Mittelkonsolen-Konstruktion bedarf dringlich einer Entschlackungskur. Logisch angeordnete Schalter wären auch schön. Zudem ist der neue 1.6 SIDI Turbo für meinen Geschmack – trotz aller Cruiser-Beteuerungen – zu lethargisch und zugeknöpft. „Nachdruck“ wäre also ein weiterer Punkt auf meinem Wunschzettel. Auch fällt das Gewicht mit mindestens 1.733 kg für den 1.6 SIDI Turbo viel zu hoch aus. Inakzeptabel ist der Wendekreis.

Dem selbst verordneten Premium-Anspruch wird Opel mit dem Cascada weitgehend gerecht. Zu bedenken bleibt aber, das ‚Premium‘ nichts als ein beliebtes Marketing-Schlagwort ist, das über Qualität nichts auszusagen vermag. So hinterließ der Opel Cascada in puncto Qualität und Innenraumverarbeitung zwar einen wertigen Eindruck, aber dennoch fielen vereinzelt Details relativierend auf. So sticht etwa der Hartplastik-Rahmen der Mittelkonsole unangenehm heraus, haben die Klavierlack-Zierleisten teilweise leichtes Spiel.

Dennoch: Der Opel Cascada 1.6 SIDI Turbo ist ein gelungenes Mittelklasse-Cabriolet, das gekonnt eine bisher unbesetzte Nische bedient.

Weitere lesenswerte Artikel zum Opel Cascada 1.6 SIDI Turbo findet ihr hier:

| autoaid | automobil-blog |

Auch auf der Hersteller-Webseite gibt es nähere Informationen.

 

technische Daten Opel Cascada 1.6 SIDI Turbo
Motor-Bauart Reihen-4-Zylinder-Ottomotor | Direkteinspritzung & Turboaufladung
Hubraum 1.598 cm³
max. Leistung 125 kW / 170 PS bei 6.000 U/min
max. Drehmoment 260 Nm bei 1.650–3.200 U/min (280 Nm mit Overboost)
Antriebsart Frontantrieb
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe
Beschleunigung, 0–100 km/h 9,6 s
Höchstgeschwindigkeit 222 km/h
Länge / Breite / Höhe 4696 mm / 2020 mm / 1443 mm
Leergewicht 1.733 kg
max. Zuladung 407 kg
Kofferraum-Volumen 280 l offen / 380 l geschlossen
Verbrauch innerorts/außerorts 8,0 l/5,3 l Super
Verbrauch gesamt 6,3 l Super
CO2-Emissionen 148 g/km
Grundpreis Cascada 1.6 SIDI Turbo 28.245,- €
Testwagenpreis ca. 40.000,- €

 

Volkswagen Golf Cabrio – R-Modell

Zum offen fahren braucht es selten viel PS – wer dennoch mit mehr Leistung unterwegs sein will, als es erst einmal sinnvoll erscheint, für den hat Volkswagen das Golf Cabriolet in der R-Version vorgestellt. (Zusammen mit dem Beetle Cabrio).

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The Car Addict Autoblog: Comment on ... 2013 Volkswagen Golf R Convertible

The Car Addict Autoblog: Comment on … 2013 Volkswagen Golf R Convertiblehttp://www.the-car-addict.com/2013/02/comment-on-2013-volkswagen-golf-r.htmlFor one, the price includes the 19% German VAT. That’ll reduce the pre-tax price to 36.4k Euros. Secondly, cars in Europe are just more expensive than they are in the US.…
Fahrbericht Golf R Cabriolet 1903: Seite 1-2

Fahrbericht Golf R Cabriolet 1903: Seite 1-2http://www.radical-mag.com/erfahrungen/fahrbericht-golf-r-cabriolet-1903/seite_1-2«BRROOONG». So in etwa klingt es, wenn die scharfen R-Modelle aus dem VW-Konzern mit ihren DSG-Getrieben unter Volllast die nächste Getriebestufe einlegen.
Ausfahrt im VW Golf R Cabriolet - Weisser Rauch am Strand | passion:driving

Ausfahrt im VW Golf R Cabriolet – Weisser Rauch am Strand | passion:drivinghttp://passiondriving.de/2013/02/26/ausfahrt-im-vw-golf-r-cabrio-weisser-rauch-am-strand/Das VW Golf R Cabriolet ist das stärkste VW-Cabrio aller Zeiten und es kommt ohne Allrad und ohne Sperre. Kann das gut gehen? Das klärt der Fahrbericht.