Hey Mercedes!

Wissen Sie auf Anhieb, wo ihr Köpfchen für die Sitzheizung im Auto ist? Oder welche Befehle ihr Navigationssystem, in welcher Reihenfolge erwartet, um eine Adresse per Sprache einzugeben?

Genau das ist das Problem. Eigentlich ist Sprachsteuerung nützlich. Es ist die natürlichste Form der Verständigung unter Menschen. Wäre es nicht toll, wenn das eigene Auto so viel Sprache verstehen würde und dann auch noch deren Sinn, wie ein Mensch? Bislang hält sich das Vermögen der nutzbaren Szenerien bei vielen Herstellern in Grenzen. Bis jetzt.

„Hey Mercedes“

Mit diesem Befehl hört die jüngste Generation von Mercedes Comandsystem auf den Fahrer. MBUX feiert auf der CES in Las Vegas gerade Weltpremiere, wir konnten es bereits beim „Wintertest der A-Klasse in Schweden“ testen.

Mit der Premiere der neuen A-Klasse im Frühjahr, wird Mercedes-Benz auch das derzeit fortschrittlichste Sprachbedienungssystem auf den Markt bringen. Die Liste der möglichen Befehle ist zu lange, um sie einzeln abzuarbeiten und zudem würde das nichts helfen, da die Logik des System ständig weiter entwickelt wird. Man kann es sich vorstellen wie ein kleines Kind. Am Anfang ist der Wortschatz beschränkt, mit der Zeit lernt es mehr und mehr hinzu. Wenn man mit ihm redet.

Mit der neuen „MBUX“ (Mercedes-Benz User Experience) wird das Auto in der Lage sein, logische Aussagen wie „Hey Mercedes, mir ist kalt“, „Hey Mercedes fahre mich zum nächsten Italiener“ und ähnliches direkt in Handlungen umzusetzen. Sei es um die Heizung zu erhöhen oder das nächste italienische Restaurant anzufahren. Die Möglichkeiten für die Zukunft sind immens. MBUX steht dabei auch für ein neues digital aufbereitetes Erlebnis beim Thema „Displays“, Nutzung von Daten und der deren Visualisierung im Cockpit. Der grundsätzliche Ansatz, das Auto lernt vom Fahrer und nicht der Fahrer lernt die Bedienung des Autos wird damit über alle Schnittstellen zwischen „Mensch und Auto“ ausgedehnt.

Mit dem neuen Betriebssystem zieht auch ein neues Ökosystem an Apps in die A-Klasse sein. Kannten Sie zum Beispiel schon „What3Words“?

Mit drei Worten zum Ziel

What3Words ist eine GPS basierte App, die jeden Punkt der Erde, eingegrenzt auf 3×3 Meter, in drei Wörter verpackt. „Seine.Büchse.Wundervoll“ – ist zum Beispiel der Eingang zum Büro von mein-auto-blog. Sicher, wir haben eine Straße mit Namen, eine Hausnummer und wenig Potential für Verwechslungen. Was aber wenn Sie „mitten im Nirgendwo“ sind? Oder in einer fremden Großstadt. An einem von 12 Ein- und Ausgängen einer riesigen Shopping-Mall und wollen jemanden sagen, wo sie abgeholt werden sollen. Genau hier spielt „what3words“ die Brücke. Man könnte einen Link von Endgerät zu Endgerät schicken. Mit der Integration von what3words reicht aber auch die Weitergabe von „drei Wörtern“ per Telefon, die man in das Navi der A-Klasse eingibt und fertig ist die Routenkonfiguration. Zugegeben, das ist schon alles sehr nerdig. Aber genau deswegen so wichtig.

Vom Rentner-Auto zur Heimat der Nerds?

Mercedes-Benz ist bei Rentnern besonders beliebt, eine aktuelle Studie sprach von 17.8% der Käufer eines Mercedes sind Rentner. Mit dem neuen voll digitalen Cockpit und dem fortschrittlichsten Sprachbedienungsprogramm am Markt könnte sich das ein Schritt weit ändern. Ideen die aus dem Silicon Valley kommen, nahtlos integriert in das jüngste Modell der Stuttgarter. Beim voll digitalen Cockpit zeigt Mercedes-Benz auf den ersten Blick in den Innenraum, wie ernst man das Thema „Digitalisierung“ spielen will. Die Nutzung von MBUX ist etwas, auf das man sich einlassen muss und natürlich ist das System, erst einmal, nur über die Aufpreisliste erhältlich .

CES 2017 – Ziemlich beste Freunde, der BMW der Zukunft und seine Fahrgäste

Zum fünfzigsten Mal hat die CES in diesen Tagen IT-Freaks und Nerds, die man früher noch Computer-Fans nannte, nach Las Vegas gelockt. Zu Fernsehern, Radios und Lautsprechern haben sich Computer, Smartphones, Tablets, Notebooks und Wearables in allen Variationen gesellt. Nicht nur die Großen wie Panasonic, Sony, Samsung und LG zeigen ihre Neuigkeiten, sondern auch Hersteller von Computerbauteilen wie Intel, Nvidia und AMD sowie unzählige kleine Unternehmen und Start – ups nutzten auch in diesem Jahr die Stadt in der Wüste Nevadas, um sich und ihre Produkte zu präsentieren. Dazu tauchen die Besucher, übrigens nur Fachbesucher und Journalisten, mit Reality Brillen ein in digitale Welten, lassen sich die neuesten Verrücktheiten erklären, kämpfen um Siege jeder Art durch virtuelle Kulissen, erklimmen die Gipfel von Achttausendern oder sinken ab in die Tiefsee. Drohnen in allen Größen schwirren umher, Software und hochsensible Sensoren sorgen dafür, dass sie sich jederzeit überall hin autonom bewegen können. Letzter Schrei sind „Selfie-Drohnen“, die sich automatisch um den Nutzer drehen und Bilder machen von ihm und seinen Aktivitäten. Schöne neue Welt. Doch die reine Unterhaltungsbranche hat längst Konkurrenz bekommen.

2017 stehen bei den Autos die Vernetzung der Technik und die Verbindung mit künstlicher Intelligenz im Vordergrund

Autohersteller haben sich in den letzten Jahren zunehmend auf der CES etabliert und besetzen das Thema Elektronik und Digitalisierung. Immer schneller werdende elektrisch betriebene Supersportwagen wie der neue amerikanisch – chinesische Newcomer Faraday Future mit gigantischen 1050 PS und extra großen Akkus lassen langsam die Frage nach der längerfristigen Versorgung mit Lithium aufkommen. Gab es in den letzten Jahren neue Bediensysteme wie Gestensteuerung oder Touchpanels, die dem staunenden Publikum präsentiert wurden, steht 2017 die Vernetzung der Technik in Verbindung mit künstlicher Intelligenz im Vordergrund der CES. ZF und Kooperationspartner Nvidia wollen Autos sehen, denken und handeln lassen. Lenkrad und Cockpit werden obsolet, trotzdem hält BMW in seiner Studie i Inside Future weiter daran fest. Über das neue HoloActiveTouch genannte Bediensystem werden Informationen vom Bordcomputer oder Navi in die Luft neben das Lenkrad gespiegelt und mittels Gesten bedient. Ein leichtes Vibrieren in den Fingerspitzen bestätigt die Eingabe. Ein Szenario ohne mechanische und haptische Erlebnisse, klinisch und kühl. Wie zum Trost sollen wohl Naturholz, frisches Moos, Wolldecken und ein Bücherregal im Fahrzeuginneren ein wenig analoges Leben bieten. Visionen, die laut BMW jedenfalls nicht vor 2021 wahr werden sollen.

BMW zeigt, was man mit der Freizeit im autonom fahrenden Auto so alles machen kann

Schon jetzt und in der realen Welt kann man auf dem Highway hinter Las Vegas im selbst fahrenden Prototypen eines „Fünfers“ auch schon mal länger die Hände vom Steuer nehmen. Doch was soll der Fahrer mit der künstlich gewonnenen Freizeit tun, wenn seine Aufmerksamkeit nicht mehr gefragt ist. Er kann sich zum Beispiel durch Zeigen auf eine Sehenswürdigkeit auf dem gestochen scharfen und sehr realitätsnahen Display weit reichende Informationen darüber holen, sich an im eigenen Smartphone gespeicherte Termine erinnern lassen und vorher über die Sprachsteuerung via Microsofts Cortana einen Tisch beim nächsten Thailänder reservieren. Noch näher liegt natürlich ein Einkauf. Für den „Service on Route“ verbindet BMW seine Open Mobility Cloud mit Amazon Prime Now und dem Navigationssystem. Aus dem Auto heraus kann man seine Bestellung über den Microsoft-Sprach-Service Bestellung aufgeben und sich zum optimalen Abholpunkt auf der geplanten Strecke dirigieren lassen. Ziemlich beste Freunde, das Auto und sein Fahrgast.

Text: Solveig Grewe Bilder: Solveig Grewe und Jan Gleitsmann

Nissan plant die mobile Zukunft – Das Auto soll menschlich werden

Beim Rundgang über die CES (Consumer Electronic Show) bekommt auch der letzte Zweifler den Eindruck, dass vollvernetzte autonome Fahrzeuge schon bald zum alltäglichen Straßenbild gehören werden. Die Entwicklung nimmt rasant Fahrt auf. Konzeptstudien zeigen futuristische Cockpits unter Glas, Lenkräder ziehen sich zurück ins Armaturenbrett. Sogenannte Hard Keys, also physische Schalter, gehören der Vergangenheit an. Die Bedienung erfolgt per Sprache oder Geste. Zukünftig reicht gar ein Blick auf das Symbol auf dem Display.

Ziel ist es dabei, das Autofahren nicht nur deutlich bequemer zu machen, sondern auch sicherer. „Über 90 Prozent aller Unfälle passieren durch menschliches Versagen“, sagt auch Nissan-Chef Carlos Ghosn. Autonome Fahrzeuge sollen helfen, diese Zahlen massiv zu senken.

Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Mit die größte Herausforderung sieht Nissan in der Übergangszeit, wenn sich autonome Autos die Straße noch mit Millionen konventioneller Fahrzeuge teilen. Dafür hat der japanische Autobauer SAM entwickelt. Das Kürzel steht für Seamless Autonomous Mobility, für nahtlose autonome Mobilität. SAM soll im Fahrbetrieb künstliche Intelligenz mit menschlicher Unterstützung verknüpfen. Durch diese Interaktion von Mensch und Maschine lassen sich laut Nissan vor allem unvorhersehbare Situationen in den Griff bekommen. Der Computer lernt dabei wie ein Fahrschüler. Künstliche Intelligenz gilt in der Branche als eine entscheidende Schlüsseltechnologie für das pilotierte Fahren.

Mit die größte Herausforderung sieht Nissan in der Übergangszeit, wenn sich autonome Autos die Straße noch mit Millionen konventioneller Fahrzeuge teilen

Die höchsten Anforderungen an die Autonomie gibt es in der Stadt, wo nicht nur Autos, sondern auch Fußgänger und Fahrradfahrer die Wege kreuzen. „Menschen zeigen soziales Verhalten, lösen eine Verkehrssituation bisweilen durch Blickkontakt oder Gesten, autonome Fahrzeuge müssen dies auch tun“, sagt Melissa Cefkin, bei Nissan zuständig für die Schnittstelle Auto-Mensch. Auch länderspezifische Unterschiede und kulturell verankerte Verhaltensweisen müssen dem autonomen Auto beigebracht werden. „Denken sie nur an einen Zebrastreifen in Asien, wo Fußgängern selten Vorrecht eingeräumt wird“, so Cefkin.

Carlos Ghosn sieht für autonome Autos nicht nur eine große Zukunft, was Sicherheit und Komfort betrifft, sondern glaubt auch, dass sie den Fahrspaß steigern. Selbst für eingefleischte Selbstfahrer. „Autofahrer können, beispielsweise im Stop&Go-Verkehr, in einem pilotierten Fahrzeug ihre Zeit weitaus besser nutzen, als stupide hinter dem Lenkrad zu sitzen und auf die Straße zu starren. Heute muss ich auch im Stau die Hände am Lenkrad haben, künftig kann ich wählen“, so Ghosn,

2030 werden seiner Meinung nach 15 Prozent aller Neuwagen vollautonom unterwegs sein. Nissan will die Entwicklung dorthin in vier Phasen bewältigen. Schon dieses Jahr wird der Qashqai als erstes Modell in Europa den ProPilot erhalten. Das System ermöglicht die selbstständige einspurige Verkehrsführung auf der Autobahn. Erfahrung hat Nissan damit in Japan gesammelt. Dort steht ProPilto für den Familien-Van Serena in der Preisliste. „Die Bestellrate liegt bei 60 Prozent“, sagt Ghosn.

2018 soll das ProPilot-System auch mehrspurig unterwegs sein können (selbstständige Überholvorgänge), so wie heute bereits in der Mercedes E-Klasse und im Fünfer-BMW. Für 2020 glaubt Nissan, zehn Modelle seiner Palette soweit zu haben, dass sie teilautonom auch in der Stadt fahren können. Wenige Jahre später will man sogar fahrerlose Autos auf der Straße haben. „Bei dem genannten Zeitrahmen handelt es sich um Autos für den Massenmarkt und nicht um wenige Prototypen oder Versuchsfahrzeuge“, sagt der Nissan-Chef, „wir arbeiten von Anfang daran, die richtigen Technologien für unsere gesamte Fahrzeugpalette einsetzbar und für die Mehrzahl unserer Kunden erschwinglich zu machen.“

SAM soll im Fahrbetrieb künstliche Intelligenz mit menschlicher Unterstützung verknüpfen

Deutlich ausbauen will man auch das Angebot an batterieelektrischen Fahrzeugen. Nissan ist hier mit dem Leaf hier bereits Branchenführer. Seit der Einführung 2010 wurden weltweit über 250.000 Exemplare verkauft, so viel wie von keinem anderen Elektroauto. Ende 2017, vermutlich auf der Los Angeles Auto Show, soll die neue Generation des Leaf vorgestellt werden. Markteinführung ist dann 2018. Leaf Nummer zwei erhält ebenfalls das ProPilot-System und wird dann das erste Elektroauto seiner Klasse sein, das teilautonom auf der Autobahn unterwegs sein kann. (Michael Specht/SP-X)

CES 2017: ZF und NVIDIA lassen das Auto denken

Von der Zahnradfabrik zur Denkfabrik

Wenn sich unsere Mobilität ändert, dann müssen es die Big Player auch. War es früher einmal eine hohe Kunst, mit präziser Mechanik für die beständige Kultur des Automobils zu sorgen, verändern sich die Anforderungen in dem gleichen Atemzug, in dem man „Autonomes Fahren“, „always on“ Konnektivität und Elektromobilität ausspricht. Einer der großen Player im Zuliefererbereich ist ZF. Ein Konzern, der sich derzeit mit Hochdruck auf die Veränderungen einstellt. Zu diesem Wandel gehört eine völlig neue Partnerschaft, die man nun in Las Vegas bekannt gegeben hat.

NVIDIA und die „Zahnradfabrik Friedrichshafen“ – Global Player für die Zukunft der Mobilität

Bereits 2018 wird der Zulieferer ZF ein Steuergerät in Serie liefern, dessen Fähigkeiten auf den beachtlichen Rechenleistungen der NVIDIA Prozessor-Struktur des „PX 2 AI“ basiert. Eine „ECU“, ein Steuergerät, das man sich als „Kopf“ der Rechnerarmada in einem modernen Auto vorstellen muss. Eine Hightech-Plattform, die in Echtzeit die Eingangssignale von mehreren Kameras, Lidar, Radar und Ultraschallsensoren verarbeitet und mit den anderen Steuergeräten des Fahrzeuges verknüpft. Ein intelligentes Steuergerät, in der Lage, selbstständig zu lernen.

Mit ZF ProAI bringen ZF und NVIDIA künstliche Intelligenz in die
Transportbranche – und legen damit die Grundlage für eine
schnelle Realisierung autonomer Fahrfunktionen.

ZF präsentiert „Pro Ai“

Künstliche Intelligenz und „Deep Learning“ für Maschinen. Die Grundvorraussetzungen für das autonome Fahren in der nahen Zukunft. Die Partnerschaft mit NVIDIA katapultiert ZF in ein völlig neues Zeitalter. Man kommt endgültig in der digitalen Welt an. Es ist die fruchtbare Kooperation von zwei High-Tech Unternehmen. Das eine produziert Rechenkerne mit der Leistung von Supercomputern und das andere bringt das Know-How und die Erfahrung eines globalen Automobil-Zulieferers mit. Rechnersysteme für Automobile müssen gänzlich andere Ansprüche erfüllen. Gemeinsam präsentiert man mit dem nun vorgestellten „Bordcomputer“ ZF PRO AI die Basis für den nächsten Entwicklungssprung in der Automobil-Industrie.

AI eröffnet enorme Möglichkeiten

Durch Supercomputing und „Deep-learning“-Fähigkeit kann die Entwicklung des autonomen Fahrens drastisch beschleunigt werden. Die NVIDIA DIRVE PX 2 AI-Plattform stellt dafür eine enorme Rechenleistung bereit, die es erlaubt, das komplette 360-Grad-Umfeld um das Fahrzeug herum präzise zu verstehen und daraus Aktivitäten abzuleiten.

ZF liefert ZF ProAI als ins Fahrzeug integriertes System, das über die Cloud aktualisiert und während des gesamten Automobil-Lebenszyklus mit zusätzlichen Funktionen und Fähigkeiten ausgestattet werden kann. Das System ist für V2X-Applikationen ausgelegt, kann also mit anderen Fahrzeugen und mit der umgebenden Infrastruktur kommunizieren. Außerdem kann die  Lernfähigkeit und Vernetzung von ZF ProAI im Sinne einer Schwarmintelligenz ganze Fahrzeugflotten sicherer und effizienter machen.

Die Zukunft von ZF: Vernetzt und intelligent

„Die Elektromobilität und das autonome Fahren verändern die Fahrzeugbranche grundlegend und enorm schnell“

Dr. Stefan Sommer, CEO ZF

SEE – THINK – ACT

Wer mit der wachsenden Geschwindigkeit der Veränderungen in der Automobilbranche nicht mithalten kann, wird schon bald keine Rolle mehr zugeteilt bekommen. Dr. Stefan Sommer, der Vorstandsvorsitzende von ZF weiß um diese Gefahr und hat, zusammen mit seinen Kollegen, die Weichen bei ZF neu gestellt. Der einprägsame Claim „see – think – act“ vereint alles, was die Zukunft an Anforderungen bereit hält. Das autonome Fahren, das elektrifizierte Fahren, das vernetzte Fahren. Unter dem neuen Claim der Friedrichshafener fällt die zukünftige Markenkompetenz des traditionsreichen Zulieferers. Und auch wenn die Akquise von HALDEX auch nicht so klappte, wie man sich das wünschte – mit der Übernahme von TRW hat man sich breiter als je zuvor aufgestellt. SEE, THINK, ACT – das Sehen umschreibt die Sensorik, das Denken die zukünftige Kompetenz im Bereich der leistungsfähigen Steuergeräte und das „Handeln“ bildet die Brücke zur bisherigen Kernkompetenz der „Zahnradfabrik Friedrichshafen“.

Ebenfalls Premiere in Las Vegas gefeiert hat ein System zum Retten von Menschenleben. 

Mit X2SAFE kommt die Vernetzung aller „Verkehrsteilnehmer“ einen Schritt näher. Eine einfach zu implementierende Technologie könnte das Smartphone als Gefahrenquelle im Straßenverkehr zum persönlichen Sicherheits-Assistenten werden lassen. Die Vernetzung aller Teilnehmer, Autos, Fahrradfahrer und Fußgänger über die Cloud bildet die Möglichkeiten der Digitalisierung unter Sicherheitsaspekten ab.

Von der Warnung bis zum aktiven Eingriff
Die Intelligenz des Systems besteht darin, dass der Algorithmus das Verhalten aller Verkehrsteilnehmer in der näheren Umgebung individuell analysieren kann und über eine Reaktion
entscheidet. Hält ein Fußgänger etwa Rotphasen von Ampeln nicht ein oder überquert Straßen an dafür nicht geeigneten Stellen, vermag es dieses Verhalten als besonders „unsicher“ zu bewerten und geht von einem größeren individuellen Gefährdungspotenzial aus. In dem sich nähernden Fahrzeug wäre in diesem Fall eine Warnung des Fahrers möglich. Gleichzeitig würde auch der Fußgänger von seinem Smartphone oder Smartwatch akustisch und optisch alarmiert.

CES 2017: Vision von der letzten Meile

Mercedes-Benz hat gleich zwei Van-Konzepte nach Nevada gebracht. Nevada Anfang Januar? Zeit für die CES in Las Vegas. CES? Stand das mal für Consumer Electronics Show, will selbst der Veranstalter davon nichts mehr wissen. CES steht 2017 für „CES“. Punkt. Und aus der Handelsmesse für Elektronik-Krusch und Unterhaltungselektronik wurde eine Fachmesse für die drei wichtigen Themen der „mobilen Zukunft“. Elektrifizierung, Konnektivität und Autonomes Fahren. Und so nutzen die Automobil-Hersteller die erste Januar-Woche, noch vor der Messe in „Motown“ Detroit, um die Fachwelt auf die Zukunft einzustimmen.

VISION VAN VEGAS – Mercedes revolutioniert die „last mile“

Postbote 2.1

Es sind keine gänzlich neuen Konzepte. Beide Van-Varianten kannte man bereits, aber die CES bietet das richtige Umfeld, um auf das Thema „Van der Zukunft“ noch einmal aufmerksam zu machen.

Teil 1: Vans and Robots

Bereits vor dem ersten offiziellen CES-Tag lud Mercedes die Medienwelt in die urbane Welt eines Shopping-Centers vor den Toren von Las Vegas ein. Genau die richtige Umgebung. Denn auch wenn wir uns alle keine Briefe mehr schreiben, wir bestellen unsere Waren doch immer lieber im Netz. Oder wünschen eine Lieferung nach Hause, just in time. Um die steigenden Transportaufgaben zu meistern, investiert Mercedes-Benz zusammen mit weiteren Partnern eine gesteigerte Portion Hirnschmalz und heraus kommt der Bubentraum von Robot-Fans.

Mutterschiff und ihre Robot-Kids

Die Idee ist so cool wie logisch. Die letzte Meile ist für die Zustellung von Paketen die aufwendigste. Einsteigen, aussteigen, von Tür zu Tür, zurück in den Paketwagen, wieder 500 Meter fahren, einsteigen, aussteigen, klingeln und immer wieder von vorne. Das ist nicht einfach nur ein anstrengender Job, er ist auch jenseits jeder Effizienz angesiedelt. Wenn dann der Empfänger nicht anzutreffen ist, dann killt die Wiederanfahrt auch das letzte Quentchen Effizienz. Die Lösung, die Mercedes-Benz mit Starship Technologies, einem britischen Start-Up, erarbeitet hat – packt die Zukunft beim Schopfe.

Ein umgebauter Mercedes Sprinter dient als „Mutterschiff“ für ein halbes Dutzend Robots. Kleine sechsrädrige Roboter, die kaum größer sind als zwei Kasten Bier. Im Sprinter gemeinsam zu einer logischen und vom Kollegen Computer als ideal berechneten Haltestelle verbracht, schwärmen die Bots aus und erreichen selbstständig ihr Ziel.

Und wer klingelt an der Tür?

Mit der Hilfe von Kameras, GPS und Ultraschallsensoren bewegen sich die Robots mit bis zu 6 km/h auf den Gehwegen. Erkennen Passanten und rote Ampel. Klettern über Bordsteinkanten und werden aktuell auch noch von einem „Controller“ in zentraler Position kontrolliert. Die gesamte Lieferkette orientiert sich an dem Wunsch des Endkunden, möglichst schnell den bestellten Artikel zu erhalten. Via App lassen sich die Lieferadresse festlegen und der Zeitpunkt vereinbaren. Ebenso via App wird der Empfänger darüber informiert, dass sich sein Paket nun im Robot vor seiner Tür befindet.

Drei Stunden nach Bestellung soll die Ware dann beim Kunden eintreffen. Nicht einfach nur „same day“, auch noch individuell abgestimmt. Nach der erfolgreichen Übergabe macht sich der Robot wieder auf den Weg. Er kommuniziert ständig mit seinem Mutterschiff und ist in der Lage, zurück zum Ursprungsort zu fahren oder einen neuen „Meeting-Point“ zu vereinbaren.

Aktuell fahren die Robots bis zu 10 Kilometer. In der nächsten Ausbaustufe sollen sie nicht nur in ihrem Mutterschiff beladen, sondern auch aufgeladen werden. So lassen sich per Algorithmus geplante Auslieferungstouren um kleinere, dezentrale Waren-Hubs aufbauen. Big-Data, Automation und selbstfahrende Robots.

Die Vision von „Vans and Robots“ gibt einen Ausblick auf eine heftige Steigerung der Effizienz im Lieferverkehr und eine „letzte Meile“ , die vom Kollegen Robot abgefahren wird. Die Kosten für diese Automation? Knapp 1$/€/Pfund je Zustellung. Danke – dafür verzichte ich dann wirklich gerne auf den mürrischen Paketfahrer, der oftmals nicht einmal vor der Tür wartet, bis das Klingeln verhallt ist und seine „Benachrichtungskarte“ schon eingeworfen hat, bevor man die Chance hatte, ihm die Tür zu öffnen. Dann doch lieber per App ein Rendevouz mit dem Robot vereinbart ;).

Teil 2: Der Vision VAN in Vegas

„Vision Van in Vegas“: Vernetzung und Drohnen

Die Notwendigkeiten des alltäglichen Güter-Transportes mit den unausweichlichen Faktoren der Digitalisierung verschmelzen lassen. Nicht weniger als die Zukunft der „letzten Meile“ – mit dem Vision VAN präsentiert Mercedes-Benz einen Ausblick in die Welt von DHL, UPS und Co. in ein paar Jahren. Dass Drohnen und Robots dazugehören? So unwahrscheinlich ist das gar nicht.

Als erster Transporter weltweit wird er zum Gesamtkonzept für eine komplett digitale Prozesskette vom Warenverteilzentrum bis zum Empfänger. Er verfügt über einen vollautomatisierten Laderaum, integrierte Drohnen zur autonomen Luftzustellung und eine moderne Joystick-Steuerung. Dank seines 75 kW starken Elektroantriebs mit bis zu 270 km Reichweite erfolgt die Zustellung mit dem Vision Van emissionsfrei und nahezu lautlos. Mit dem Zusammen­spiel einer Cloud-basierten Steuerungssoftware mit optimierter Hardware setzt der Vision Van neue Maßstäbe für die Effizienz, Qualität und Flexibilität von Zustelldienstleistungen auf der letzten Meile.

Ein Musterbeispiel für intelligente Kommunikation

Besonderen Raum im Gesamtkonzept des Vision Van nimmt die Gestaltung der „User Experience“ und des „User Interface“ ein. Die Studie ist ein Beispiel für intelligente Kommunikation zwischen Fahrzeug, Fahrer und Umwelt. Über den Black Panel Kühlergrill mit LED-Matrix und ein ins Heck integriertes LED-Display kommuniziert das Fahrzeug mit anderen Verkehrsteilnehmern. Es warnt sie etwa, wenn das Fahrzeug anhält, abbiegt oder Drohnen von ihm abheben. Es signalisiert dem nachfolgenden Verkehr auch, dass das Fahrzeug überholt werden kann, weil es sich für längere Zeit in einer Parkposition befinden wird.

Im Innenraum setzt sich diese Form von intelligenter Kommunikation fort. Über das Dashboard, einen weit geschwungenen Ring, überzogen mit einer Premiumtextilie, versorgt das Fahrzeug seinen Fahrer mit allen relevanten Informationen – zum Beispiel Geschwindigkeit, Informationen zur Routen­planung und Details zum Drohnenflug. Auch über den Boden im Innenraum spielt der Vision Van Informationen an den Zusteller. Dank eines speziellen Effekts signalisieren LED-Anzeigen im Edelstahlboden, ob sich Fußgänger oder Radfahrer nähern. An der Hinterwand der Fahrerkabine, neben der integrierten Paketausgabe, befindet sich ein Infoterminal. Es dient als Kommunikationsmittel für die autonom funktionierende Systemwelt des Vision Van. Gleichzeitig dient es als zentrale Steuereinheit, um das intelligente Fahrzeug und die automatisierten Systeme und Informationen rund um die einzelnen Aufträge zu vernetzen.

Der Fahrer wird darüber hinaus mittels einer Smartwatch kontinuierlich mit Informationen für die manuelle Zustellung versorgt. Sie zeigt ihm unter anderem die Lieferadresse, Eingabecodes für elektronische Schließsysteme und gegebenenfalls sichere Ablageorte für die jeweilige Sendung an. Auch für den Endkunden ergeben sich neue Möglichkeiten: Er profitiert von der zuver­lässigen Umsetzung neuer Optionen wie der Lieferung am gleichen Tag und der zeitgenauen Zustellung. Gleichzeitig kann er die Zustellung optimal an seine Bedürfnisse anpassen und zum Beispiel deren Termin verschieben, wenn sich seine Tagesplanung ändert.

Willkommen in der Zukunft der Transportwelt.

Faraday Future FF91 – Der Elektro-Supersportwagen für die ganze Familie

Extrem schnell, dabei außergewöhnlich geräumig und dazu auch noch emissionsfrei im Betrieb – der amerikanische-chinesische Elektroauto-Newcomer Faraday Future hat sein erstes Serienauto vorgestellt. Der nun im Rahmen der Elektronikmesse CES in Las Vegas (5. bis 8. Januar) präsentierte FF 91 soll 2018 auf den Markt kommen und vor allem Teslas Model X alt aussehen lassen.

Die Heckleuchten ziehen sich über die gesamte Fahrzeugbreite

Äußerlich präsentiert sich der 5,25 Meter lange FF 91 als Mischung aus SUV und Van, prägendes Stilelement ist neben einer an BMW i-Modelle erinnernden Designsprache das durchgängige Scheinwerferband an der Front. Auch die Heckleuchten ziehen sich über die gesamte Fahrzeugbreite. Innen sollen zwei Liegesessel im Fond zusammen mit einem gigantischen Radstand von 3,20 Metern für Business-Class-Ambiente sorgen, ein abdunkelndes Glasdach schützt die Ruhenden vor Blicken. Zudem sollen alle Insassen von der laut Hersteller bislang schnellsten Internetanbindung im Auto profitieren.

Die Elektromotoren des Allrad-Crossovers leisten zusammen 772 kW/1.050 PS und stellen ein Drehmoment von 1.500 Nm zur Verfügung

Der FF 91 will aber mehr sein als eine Luxuslounge auf Rädern. Der Antrieb etwa würde auch einem Supersportwagen Ehre machen: Die Elektromotoren des Allrad-Crossovers leisten zusammen 772 kW/1.050 PS und stellen ein Drehmoment von 1.500 Nm zur Verfügung. Tempo 100 wird so bereits nach 2,4 Sekunden erreicht. Die nötige Energie kommt aus einem extra großen Akku im Fahrzeugboden, der mit einer Kapazität von 130 kWh auch den größten Tesla-X-Akku um 30 Prozent überbietet. Dank eines schnellen Bordladers soll das Auftanken im Idealfall in einer Stunde erledigt sein, an der Haushaltssteckdose gibt der Hersteller eine Ladedauer von 4,5 Stunden für 50 Prozent der Akkukapazität an.

Auch bei Sicherheits- und Komfortelektronik geht Faraday Future in die Vollen. Der FF 91 verfügt über eine ganze Reihe an Sensoren, deren spektakulärster Teil ein Lidar-System ist, das aus der Motorhaube als drehbarer Zylinder ausfährt und die Umfelderkennung für autonome Fahrfunktionen verbessern soll. Außerdem zählen ein automatischer Parkassistent und ein Gesichtserkennungssystem zu den Highlights. Letzteres soll das Starten des Fahrzeugs ohne Schlüssel ermöglichen.

Der Lidar-Sensor auf der Fronthaube ist bei Bedarf ausfahrbar

Welchen Betrag der erste Kunde investieren muss, um in den Genuss des FF 91 zu kommen, ist noch unklar. Bislang nennt das Unternehmen nur den Preis für die Vorab-Reservierung; 5.000 Dollar werden dafür fällig. Wie viele Autos pro Jahr gebaut werden sollen, ist ebenfalls noch unbekannt. Interessenten sollten wohl nicht allzu euphorisch sein. Auch, weil die Firma zuletzt eher negative Schlagzeilen gemacht hat, etwa mit Gerüchten um Geldknappheit und dem Weggang von Führungskräften. Auch einer der Unternehmensgründer ist wenige Tage vor der Premiere abgesprungen. (Holger Holzer/SP-X)

Chrysler Portal Concept – Randvoll mit Zukunft

Die großen Zukunftsthemen im Autobau sind elektrischer Antrieb, autonomes Fahren sowie die vollständige Vernetzung. Eine neue Chrysler-Studie namens Portal hat gleich alle drei Themen in sich vereint. Es feiert seine Premiere aktuell auf der CES in Las Vegas.

Die Amoled-Displays von Samsung erlauben dreidimensionale Darstellungen

Wie man es von einer Studie erwartet, bietet der Portal nicht nur einen luftigen Innenraum, sondern – wie der Name bereits andeutet – auch ein extravagantes Türenkonzept. Der Einstieg ist dank sich gegenläufig öffnender Schiebetüren und dem Verzicht auf B-Säulen besonders einfach. Der Portal bietet auf drei Reihen sechs Einzelsitze, die sich in der Länge verschieben, umklappen oder gar herausnehmen lassen.

Dank der gegenläufig sich öffnenden Schiebetüren und dem Verzicht auf B-Säulen bietet der Chrysler Portal einen großzügigen Einstieg

Für die gute Raumökonomie mitverantwortlich ist unter anderem ein kompakt bauender, rein elektrischer Frontantrieb. Über Motorleistung und Fahrwerte macht Chrysler keine Angaben. Die platzsparend im Fahrzeugboden untergebrachte 100-kWh-Batterie soll laut Hersteller stattliche 400 Kilometer Reichweite erlauben. Dank Schnellladetechnik lässt sich Strom für 240 Kilometer in gut 20 Minuten in die Akkus leiten.

Vom Zulieferer Magneti Marelli stammt das extrovertierte Leuchtenkonzept des Portal. Neben LED-Scheinwerfern bietet die Chrysler-Studie rundum große LED-Paneele, die dank variabler Leuchtfarben der Umwelt mitteilen, ob das Fahrzeug parkt, autonom fährt oder gerade verriegelt wurde.

Der Sechsitzer Chrysler Portal bietet dank großer Glasflächen einen lichtdurchfluteten Innenraum

In Zusammenarbeit mit dem Elektronikkonzern Panasonic wurde für den Portal zudem eine neue Mensch-Maschine-Schnittstelle entwickelt. Die Technik erlaubt unter anderem eine Identifizierung des Fahrers über Gesichts- und Stimmenerkennung. Unterschiedliche Fahrer können im Portal zudem persönliche Profile für diverse Fahrzeugeinstellungen hinterlegen. Außerdem sollen die Insassen eine Vielzahl von Social-Media-Anwendungen in dem vollvernetzten und mit acht Dockingstationen gerüsteten Fahrzeug nutzen können. Das Anzeige- und Bedienkonzept im Cockpit setzt dabei auf große Amoled-Screens von Samsung. Schließlich kann der Portal auch selbstständig fahren. Hierfür wurde die Chrysler-Studie mit zahlreichen Sensoren, einem Radarsystem und einer 360-Grad-Kamera ausgestattet. (Mario Hommen/SP-X)

Neues BMW-Bedienkonzept – Das Cockpit wird zum Holo-Deck

Künftige BMW-Autos könnten über ein holographisches Bediensystem gesteuert werden. Die entsprechende Technik stellt der Konzern an Bord einer Studie auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas (5. bis 8. Januar) vor. Das sogenannte Holo-Active-Touch-System projiziert die Informationen von Bordcomputer, Navi und Co. mittels mehrerer Spiegel in die Luft neben dem Lenkrad und oberhalb der Mittelkonsole – ähnlich wie bei einem Head-up-Display, allerdings ohne die Glasfläche als Leinwand. Der Fahrer gibt seine Anweisungen wie bei der von BMW bereits angebotenen Gestensteuerung per Hand, eine Kamera übersetzt sie dann in die entsprechenden Befehle. Damit der Fahrer mitbekommt, was er tut, gibt es nach Betätigung einer Schaltfläche eine haptische Rückmeldung – berührungslos per Ultraschall.

Bis die Holo-Technik in Serie geht, dürfte es noch Jahre dauern. BMW will mit der Studie aber bereits einen Eindruck von den Bediensystemen in nahtlos vernetzten und automatisiert fahrenden Automobilen der Zukunft vermitteln. (Holger Holzer/SP-X)

ZF-Sicherheitstechnik X2Safe – Die Cloud, die ums Eck schaut

Der Automobilzulieferer ZF wird Anfang Januar 2017 auf der CES in Las Vegas ein neues Verkehrssicherheitssystem namens X2Safe vorstellen, dass eine Vernetzung und damit die Kommunikation zwischen unterschiedlichsten Verkehrsteilnehmern erlaubt. Damit das System effektiv funktioniert, müssen allerdings möglichst viele Verkehrsteilnehmer, auch Fußgänger und Radfahrer, vernetzt sein. Angesichts der Verbreitung von Smartphones ein keineswegs unrealistisches Szenario.

Den Radfahrer könnte dank der X2Safe-Technik von ZF seine Smartwatch künftig vor einem nahenden Pkw warnen

Bei der cloudbasierten Anwendung X2Safe kommt ein von ZF entwickelter Algorithmus zum Einsatz, der es ermöglichen soll, Daten vieler Verkehrsteilnehmer auszuwerten, Gefahrenpotenziale zu erkennen und im Fall einer drohenden Kollision zu warnen. Während Fußgänger oder Radfahrern durch ihre Smartphone akustisch oder per Vibration vor der Gefahr gewarnt werden, erhalten Autofahrer über Onboard-Systeme entsprechende Hinweise. Bei Autos wäre zudem ein Eingreifen der Technik denkbar, etwa durch ein automatisch eingeleitetes Ausweichmanöver oder eine Vollbremsung.

Auf dem Weg in eine schwer einsehbare Kreuzung können die Informationen unterschiedlichster Verkehrsteilnehmer in der Cloud gesammelt werden

Der Vorteil einer solchen Sicherheitstechnik: Schon deutlich vor einer sich anbahnenden Gefahrensituation würden Verkehrsteilnehmer gewarnt. Befinden sich zum Beispiel ein Auto und ein Radfahrer auf dem Weg in eine schwer einsehbare Kreuzung auf Kollisionskurs, kann Safe2X vor der Gefahrensituation warnen, obwohl sich die beiden Verkehrsteilnehmer gar nicht sehen können. Ein erheblicher Teil der Unfälle von Autos mit schwächeren Verkehrsteilnehmern wäre so laut ZF vermeidbar. Je mehr Verkehrsteilnehmer in der Cloud miteinander verbunden sind, desto effektiver funktioniert das System. (Mario Hommen/SP-X)

Honda NeuV – Stromer mit Redebedürfnis

In naher Zukunft sollen Autos nicht nur elektrisch, sondern zudem auch autonom fahren. Einen Entwurf für dieses realitätsnahe Szenario stellt Honda Anfang Januar 2017 auf der CES in Las Vegas mit dem Mini-Kubus NeuV vor. Der Clou: Das Auto verfügt sogar über künstliche Intelligenz.

Wie es sich für ein Stadtmobil der Zukunft gehört, baut der NeuV sehr kompakt. Die Räder sind maximal in die Ecken gerückt und so dürfte der würfelartige Stromer auf kleiner Verkehrsfläche zwei Personen ein großzügiges Platzangebot bieten. Die Fahrgäste sollen sich nicht mehr mit Staus plagen, denn der NeuV wird autonom fahren können. Da der Honda selbstverständlich vernetzt ist, können sich die Passagiere in vielfältiger Weise anderen Aufgaben widmen. Die Studie hat dennoch ein Lenkrad, so dass der Fahrer auf Wunsch auch selbst fahren kann.

Die Honda-Studie ist zudem mit künstlicher Intelligenz gesegnet, die Honda als „emotion engine“ betitelt. Sie soll es dem Fahrzeug ermöglichen, mit Insassen Konversation zu führen und auf deren Gefühle zu reagieren. Damit wollen die Japaner eine emotionalere Bindung zwischen Fahrgast und Fahrzeug herstellen. (Mario Hommen/SP-X)

Mercedes-Benz beschleunigt in die Zukunft

Mit einem 12.3 Zoll Full HD-Display kann man auf der CES, der Consumer Electronics Show in Las Vegas, eigentlich niemanden locken oder gar begeistern. Auch nicht, wenn man zwei davon nebeneinander präsentiert. Doch seit ein paar Jahren wird aus der „Consumer Elektronics“ Show eine Gala für Automobil-Hersteller. Denn die Großen der Branche haben verstanden: Mit den Zukunftsthemen „autonomes Fahren“, Car-2-X und der Rolle von Smartphones muss sich auch die Rolle des in Blech gehüllten Mobilitätsbewahrers verändern. Für Mercedes-Benz stand die CES 2016 unter gleich mehreren bedeutenden Vorzeichen.

  • Neue E-Klasse
  • Brennstoffenzellen im Serien-Automobil
  • Plug-In Hybrid Offensive

Digitales Cockpit

Was dem CES-Veteranen nur ein müdes Lächeln entlockt, ist für den Stuttgarter Hersteller eine kleine Palast-Revolution. Zwei 12.3″ Full-HD-Displays werden der „vorzeitig enttarnten“ neuen E-Klasse ein völlig neues „Look & Feel“ verpassen. Und die als Sneak Peak gedachte Präsentation des Cockpits der neuen E-Klasse war nicht die einzige Premiere für die Stuttgarter in Nevada. Während das Cockpit für einen Ausblick auf das Technik-Feuerwerk der E-Klasse sorgen sollte, verkündete Prof. Weber, der Technik-Vorstand der Stuttgarter, gleich noch eine PHEV-Offensive und ein erstes in Serienfertigung gebautes Brennstoffzellen-Fahrzeug für einen deutschen Premium-Brand. Doch der Reihe nach. Neben den beiden Full-HD Displays  packt Mercedes-Benz logisch erscheinende Technik in die neue E-Klasse. Das Ziel? Dem Fahrer mehr Zeit geben. +2 extra Stunden, innerhalb eines 24-Stunden Tages, so erklärte es Sajid Khan (Head of Digital Vehicle & Mobility, Mercedes-Benz Cars ).

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Mehr Zeit, weniger Ablenkung

Die „digitale Revolution“ macht Inhalte und Informationen immer und überall verfügbar. Doch genau das stellt uns vor das nächste Problem. Welche Informationen sind relevant? Was müssen wir im „jetzt“, gerade im Augenblick, wirklich wissen? Beim Fahren eines Autos kann die Überflutung mit „Daten“ und „Wissen“ schnell zu einer Überreizung führen. Die Lösung führt in der neuen E-Klasse zu einem Konzept, in dem Informationen „Kontext bezogen“ bleiben. Die Benzinpreise im Navigations-Display anzeigen? Klar – ist hilfreich, aber bitte nur die Preise, die zur Kraftstoffsorte des Fahrzeuges passen. Oder freie Parkplätze in Parkhäusern? Klar, hilfreich. Aber nur im Umkreis meines Zieles. Die kommende E-Klasse wird also nicht nur mehr Wege anbieten, auf denen sie mit dem Fahrer interagieren kann – neue Touchbedienfelder, Sprachsteuerung und klassische Tasten – sie wird auch lernen zu verstehen, welche Informationen in welchem Augenblick für den Fahrer sinnvoll und nützlich sind.

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Das Smartphone und das eigene Auto, eine Verbindung im Auftrag des Fahrers. In der neuen E-Klasse wird man per NFC-Schnittstelle des Handys das Fahrzeug öffnen können. Ade Autoschlüssel!

Berühre mich

Mit den Daumen die Vielzahl der Informationen und Einstellungen steuern, über multifunktionale Touchfelder im Lenkrad. Wo sich bislang nur Knöpfe und kleine Walzen befunden haben, wird in der nahen Zukunft – nach der Weltpremiere in Detroit – das Touchfeld Einzug halten. Am Lenkrad. Und das gleich zweimal. Bei den Stuttgartern. Die Touchpoints übernehmen zudem die dezidierte Steuerung der beiden Displays. Das linke Touchfeld ist für das Master-Display zuständig, mit dem rechten Touchfeld bedient man das zweite, mehr zum Beifahrer gerückte  Bedienfeld, dessen Hauptaufgabe die Darstellung von Navigations- und Multimedia-Inhalten ist. Und das machen die beiden Displays im übrigen in einer Brillanz und Klarheit, die altgediente PC-Zocker auf der Messe vom nVidia-Stand zum Daimler-Stand ziehen lassen dürften. Die Technik darunter? Ein nVidia-Chip, der anderswo für Rechenpower sorgen würde, die mehr als ausreichend ist, um zum Mond zu fliegen.

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Fahre mich – autonom und in Serie

Mercedes-Benz ist der erste Automobil-Hersteller, der eine „Lizenz“ zum „autonomen Fahren“ mit einer Serien-Limousine erhielt. Der Schriftzug auf dem Nummernschild? W213! Die interne Baureihenbezeichnung für die neue E-Klasse. Ein erstes „teil-autonomes“ Fahren wird mit der Serienvariante der neuen E-Klasse bereits in Kürze machbar sein. Ein völlig neues Setup an Assistenz-Systemen und Sensoren ermöglicht eine durch den „Kollegen Computer“ kontrollierte Fahrt. In Serie wird es erst einmal eine „teil-autonome“ Variante geben. Eine Erweiterung des bereits bekannten „Staufolge-Assistenten“, der Kombination aus „Fahrspur-Erkennung“ und Abstandsradar. Mit neuen Sensoren, empfindlicher, weitsichtiger und schneller rechnenden Chips, damit diese Informationen auch verarbeitet werden können. Dass die neue E-Klasse jedoch bereits „autonom“ fahren könnte – dafür stehen die Nevada-Nummernschilder. In den kommenden Jahren wird Mercedes-Benz das „autonome Fahren“ hier, wenige Autostunden vom Entwicklungszentrum in Sunnyvale entfernt, weiter erforschen. Für den E-Klasse Kunden bedeutet es jedoch bereits heute: Das „teil-autonome“ Fahren ist garantiert zielführender als das voreilig von TESLA auf den Markt geworfene Feature des „Autopiloten“.

Brennstoffzellen-SUV in Serie, bis Ende 2017

Am Morgen des ersten CES-Messetages hat Prof. Thomas Weber die Serienfertigung eines Brennstoffzellen-SUV angekündigt. Bis Ende 2017 wird Mercedes-Benz einen GLC mit Brennstoffzelle auf den Markt bringen. Zudem arbeitet man an einer neuen Plattform für E-Fahrzeuge, deren Reichweite mindestens 400 km betragen soll. Und neben diesen Zukunftsthemen vergisst man die „Brücke“ dorthin nicht. Die Anzahl der Plug-In Hybrid-Fahrzeuge will Mercedes-Benz auch bis Ende 2017 verdoppeln. Aus fünf Modellen werden zehn Modelle werden.

Mercedes.me

Und wem Las Vegas zu weit und die ganzen Informationen zu komplex waren, der wirft einen Blick auf das neue Webportal „mercedes.me„. Die Schnittstelle zwischen dem digitalen Leben aus der Straße und den eigenen Wünschen und Ideen. Wobei Mercedes-Benz diese Idee nicht auf die virtuelle Welt einschränkt. Für die Zukunft wird es „Mercedes.me“ Stores geben. Darunter versteht man dann jedoch keine klassischen Autohäuser mehr, sondern hippe „Pop-Up-Stores“, ganz im Stil der lockeren Service-Kultur, die man auch hier in Vegas findet …

Willkommen im fahrenden Büro

Das Smartphone ist längst im Auto eingezogen. Nun soll man auch den guten alten Desktop-Rechner am Steuer nicht mehr missen müssen. Zumindest nicht sein gängigstes Software-Paket.

Excel, Word, Outlook und Co. ziehen ins Auto ein. Softwarehersteller Microsoft hat eine entsprechende Kooperation mit dem Elektronikspezialisten Harman geschlossen. Künftig sollen die Pkw-Infotainment-Geräte des Unternehmens über das Bürosoftwarepaket „Office 365“ verfügen und auch Skype-Telefonate möglich machen.

Das IT-Unternehmen will so nach eigenen Angaben für eine erhöhte Produktivität während der Fahrt sorgen, ohne die Fahrsicherheit zu gefährden. Die Programme und Funktionen sind daher teilweise nur bei geparktem Auto oder in autonomen Fahrzeugen nutzbar. Harman zählt zu den größten Lieferanten von Audioanlage für Autos. Zu den Marken des Konzerns zählen unter anderem Bang & Olufsen, Becker, Harman/Kardon, JBL und Mark Levinson.

Renault-Nissan: Zeitplan für autonomes Fahren

Nicht nur bei Premiumherstellern dreht sich aktuell vieles ums autonome Fahren. So überraschte Kia jetzt auf der CES mit durchaus fortschrittlicher Technologie. Aber auch ein anderer Volumenhersteller arbeitet in dieser Richtung und hat dabei einen konkreten Zeitplan.

Die Renault-Nissan-Allianz will in den kommenden vier Jahren mehr als zehn Modelle mit Technologien für automatisiertes Fahren auf den Markt bringen. Im Vergleich zur Premium-Konkurrenz sollen die hierfür nötigen Systeme allerdings günstiger sein.

Bereits in diesem Jahr wird ein System eingeführt, mit dem Pkw auf der Autobahn ohne Spurwechsel autonom unterwegs sein werden. Das „Single Lane Control“ schließt auch den Stopp- and-go-Verkehr mit ein. Ab 2018 folgt dann die „Multiple Lane Control“, das selbstständig Gefahren erkennt, diese bewältigen sowie auch selbstständig die Spur auf der Autobahn wechseln kann. Autonome Technologien für den Stadtverkehr werden mit „Intersection Autonomy“ 2020 erwartet. Damit können Pkw ohne das Eingreifen des Fahrers auch Innenstadtkreuzungen passieren. Wer an diesen autonomen Fahrsysteme nicht interessiert ist, kann sie abbestellen.

Durch den Einsatz autonomer Technologien in massenmarkttauglichen Serienfahrzeugen erhofft sich die Renault-Nissan-Allianz, künftig die Rate der Todesfälle im Straßenverkehr deutlich zu senken. Als Ursache für tödliche Unfälle sieht man zu 90 Prozent Fahrfehler an.

Noch in diesem Jahr werden neue Applikationen für Smartphones und mobile Endgeräte vorgestellt, mit denen die Vernetzung mit dem Pkw auch aus der Ferne möglich wird. Ab 2017 kommt dann mit dem „Alliance Multimedia System“ eine optimierte Smartphone-Integration und kabellose Kartenaktualisierung.

Auch Kia hat bereits konkrete Pläne zum autonomen Fahren. Auf der Technikmesse CES in Las Vegas hat der Hersteller den Autobahnassistenten vorgestellt, der zuvor auf Wüstenetappen in Nevada getestet wurde. Bis 2030 will Kia vollständig autonom fahrende Autos auf die Straße bringen, bis spätestens 2020 werden diverse teilautonome Systeme eingeführt.

Faraday Future – Wenn man keine Ahnung hat, sollte man einfach mal …

Sie wissen wie der Satz weitergeht. 

Doch mein-auto-blog meint nicht Faraday Future, sondern die vielen Kommentare von „Oldschool“ Medien und noch älteren Auto-Journalisten. Das Leben mag an dem ein oder anderen vorbeirauschen, die Entwicklungen die man sieht, versteht man nicht. Oder man kommentiert das offensichtliche, ohne die Idee zu verstehen. Hinter die Details blicken? Es scheint für manchen Beobachter der Automotive-Szene schwer geworden zu sein.

CES 2016 – FARADAY FUTURE

Wenn Benzindämpfe den Blick vernebeln

Faraday Future hat auf der CES in Las Vegas einen 1.000 PS Supersportwagen vorgestellt. Natürlich elektrisch. Was sonst. Das Design könnte aus einem neuen Batman-Film oder einer alten Star-Wars Triologie stammen. Viel PR-Trommelwirbel vor der Messe, viel PR-Wind während der Messe. Faraday Future tritt an, die Mobilität der Zukunft zu verändern. So, oder so ähnlich durfte man die bis zur CES mit dem Ruch des geheimnisvollen umwirbelten PR-Meldungen verstehen. FARADAY FUTURE ist ein Projekt, eine Vision des chinesischen Milliardärs Jia Yueting. Und weil die eigenen Milliarden scheinbar nur den ersten Anschub der PR-Maschine bewirken sollten, hat man sich erfolgreich um Fördergelder des Staates Nevada bemüht, denn dort will FARADAY FUTURE die eigene Wirkungsstätte errichten.

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„HOSEN RUNTER“ auf der CES

Auf der CES 2016 mussten FARADAY FUTURE nun die Hosen herunterlassen. Was ist deren Idee? Was ist die Zukunft der Mobilität? Elektro? Vermutlich! Ein Sportwagen? Sicher nicht. Doch genau das zeigt das Unternehmen in einer PR-Schlacht um das BATMOBIL „FFZERO1“. Und die Kritiker sehen sich bestätigt. Bashing ist angesagt. „Immer druff“ auf den Visionär mit dem Fördergeld-Anspruch.

Nichts verstanden

Wer auch immer die Idee von Faraday Future auf einen Sportwagen reduziert, hat sich von einer erfolgreichen PR-Maschine in die Irre führen lassen. Und es sind nicht wenige arrivierte Auto-Journalisten, die sich blenden lassen vom BATMOBIL des Chinesen. Sie verstehen die Idee, die Vision nicht, die man bei FARADAY Future hat.

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NICHTS völlig Neues!

Dabei ist die Idee nicht einmal völlig neu, aber jetzt, jetzt ist die Zeit, genau diese Lösungen zu verwirklichen. Denn was Faraday Future präsentiert, ist der modulare Aufbau einer Elektro-Baukastenlösung. Eine Bodengruppe, die alle E-Systeme für ein Auto vereinbart und auf deren Plattform man nur noch das „Greenhouse“ aufsetzt.

„Greenhouse-Multiplikation“

Es ist die Idee einer leicht austauschbaren Karosse, mit der immer gleichen Plattform aus E-Motoren, Steuerungssystemen und Batterien. Man kann es sich wie ein „Duplo“ Auto vorstellen. Die Räder, die Plattform bleibt gleich, darüber kommt an schönen Tagen das Cabriolet, für die Urlaubsreise der Kombi, für die Fahrt in die Berge ein schönes Coupé oder eben eine sachliche Limousine für die Fahrt zum Büro.

Neu ist die Idee nicht, aber jetzt ist die Zeit für die E-Mobilität reif. Jetzt stimmen die vielen Faktoren, die notwendig sind, um neue Ideen auf die Straße zu bringen. Und eventuell sprechen wir in 30 Jahren nicht mehr vom Innovationsgeist der „klassischen“ Automobil-Hersteller, sondern von einem Milliardär aus China, der nichts anderes gemacht hat, als eine „logische“ Idee in die Serie zu bringen. Denn selbst wenn es nicht darauf hinausläuft, dass wir in der Zukunft drei „Greenhouse-Varianten“ einer Fahrzeug-Karosse zu Hause in der Garage stehen haben, die nur darauf warten, die Fahr-Lafette zu erhalten – ist diese Form der modularen E-Plattform ein Weg, um den notwendigen Variantenreichtum zu schaffen, der einer attraktiven E-Mobilitätslösung derzeit fehlt!

Wer das nicht versteht, der muss weiter am Vergaser schrauben … 

 

Volkswagen auf der CES 2016

Zum Auftakt der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas hat Volkswagen vorgeführt, wie der Konzern den Dieselskandal schnell hinter sich lassen und in die Zukunft starten will. Die ist für „the new Volkswagen“ vor allem eins: vollständig vernetzt.

Der Zeitpunkt hätte nicht unglücklicher sein können: VW hatte sich – für viel Geld – die Eröffnungs-Keynote der diesjährigen Consumer Electronic Show (CES) in Las Vegas gesichert, und ausgerechnet am Tag vor der großen Rede lief die Meldung über die Ticker, dass die US-Regierung den Konzern wegen der Diesel-Thematik verklagt hat. Bevor VW-Markenvorstand Herbert Diess also in die Zukunft blicken konnte, wurde die Abgasthematik wieder einmal in den Mittelpunkt gerückt, inklusive einer erneuten Entschuldigung bei den US-Kunden und dem zeitlich etwas vagen Ausblick, dass man das Problem „im Jahr 2016“ lösen werde.

Bei einem Skandal dieses Ausmaßes von einer guten Seite zu sprechen, mag euphemistisch wirken, doch: Die Diesel-Gate-Affäre hat auch zu einem der größten Erneuerungsprozesse geführt, den die Autobranche je gesehen hat. Nach zehn Minuten sachlicher Abhandlung des Geschehenen richtet Diess den Blick nach vorne und spricht von nicht weniger als „the new Volkswagen“. Eine Rundumerneuerung hat sich der Konzern und seinen Marken verordnet, bei der kein Stein auf dem anderen bleiben soll und die sich natürlich auch in den zukünftigen Produkten der Marke widerspiegeln wird.

Die Strategie, die nach der Neuerfindung des Automobils klingt, ist bei genauer Betrachtung freilich nicht viel anderes, als bei den Mitbewerbern und lässt sich auf vier Stichpunkte reduzieren: Elektro-Antrieb, maximale Sicherheit, autonomes Fahren und volle Vernetzung. An diesen Faktoren werden sich zukünftige Automodelle messen lassen müssen, wobei auf der größten Multimedia-Messe der Welt die Connectivity im Vordergrund steht. Viele Smartphone-Funktionen, die wir täglich nutzen, kommen an Bord und das Auto, so Diess, soll zum „wichtigsten Teil im Internet“ werden; sowohl mit seinen Insassen, anderen Verkehrsteilnehmern aber auch der eigenen Wohnung oder dem Büro wird es zukünftig in ständiger Verbindung stehen.

Wie die Zukunft konkret aussehen soll, demonstriert VW auf der CES mit zwei Studien. Fast schon serienreif ist der e-Golf Touch, ein Weiterentwicklung des Vorjahres-Showcars Golf R Touch, in dem die Marke erstmals ein Infotainmentsystem mit Gestensteuerung präsentierte. Das 9,2 Zoll große Display aus dem rein elektrisch betriebenen Golf wird bis auf wenige Details noch in diesem Jahr als Top-Modell in Serie gehen – und auf herkömmliche Tasten gänzlich verzichten, nur ein Dreh-Drück-Schalter ist geblieben. Alles,  was nicht per Sprache – ähnlich Apples Siri reagiert der VW zukünftig auf den Befehl „Hallo Volkswagen“ – oder Handbewegung bedient werden kann, erreicht man über Sensorfelder. Außerdem bietet das neue System zwei Funktionskacheln auf dem hochauflösenden Bildschirm, die sich mit individuellen Inhalten belegen lassen, zum Beispiel der Radiobedienung oder der Telefonfunktion.

Dass sich allerlei Mobiltelefone über Apple CarPlay, Android Auto oder MirrorLink anbinden lassen, ist fast schon Standard. Im e-Golf Touch können sie allerdings auch vorne wie hinten kabellos per Induktion geladen werden. Das Showcar ist außerdem schon mit einem neuen USB-Anschluss des Typ C ausgestattet, der zukünftig zum  branchenweiten Standard werden soll und sowohl Daten deutlich schneller übertragen kann, als auch spürbar kürzere Ladezeiten erlaubt. Eine andere Form von Vernetzung ist die elektronische Sprachverstärkung, über die mittels Freisprechmikrofon vorne und Lautsprecher im Fond die Kommunikation zwischen der ersten und zweiten Reihe im e-Golf Touch verbessert werden soll.

Letzteres ist in der zweiten CES-Studie wohl kaum nötig, denn die Fondgäste im 4,60 Meter langen Elektrobus Budd-e (sprich: Buddy) werden sich vor allem mit dem Infotainmentsystem beschäftigen. Jeder Fahrgast kann zu Hause in einer App zum Beispiel seine Lieblingsmusik auswählen, im Auto werden diese Playlisten dann zusammengeführt und über einen 34 Zoll großen Bildschirm im loungeartigen Fond angesteuert. Der Fahrer dagegen sitzt in einem futuristischen Cockpit mit überdimensionalen Displays, die er noch deutlich freier gestalten kann, als mit dem System aus dem e-Golf Touch möglich ist. Auch alles, was hinter dem Fahrer passiert, erscheint auf einem Display, klassische Außenspiegel hat der VW-Bus nicht mehr.

Die antiquierten Lenkstockhebel für Blinker und Scheibenwischer wirken da schon fast deplatziert, doch vielleicht lässt sich das auch bald per Sprache steuern: Die Türen gehen in der Studie jedenfalls schon per mündlichem Befehl auf. Mit Blick auf die zukünftige Rund-um-Vernetzung lässt sich der Budd-e unter anderem mit dem heimischen Kühlschrank oder der Türklingel koppeln. So kann man während der Fahrt kontrollieren, ob noch etwas zum Essen im Haus ist oder im Falle einer Verspätung dem wartenden Besuch schon mal die Tür öffnen. Außerdem vernetzt sich der Budd-e mit der Post: Parkt er auf offener Straße, können Ihn Paketdienste als Briefkasten nutzen und mit einem speziellen Zugangscode eine große Schublade in der Heckschürze öffnen, in der die Bestellung abgelegt werden kann.

Und ja, fahren kann der Budd-e auch: Damit er vom Fleck kommt, sorgen zwei E-Motoren (100 kW/136 PS vorne, 125 kW/170 PS hinten) für Vortrieb, ein 92,4-Kilowattstunden-Akku stellt den Strom bereit. Das soll für 533 Kilometer Reichweite genügen und nach VW-Vorstellung lässt sich der Energiespeicher in nur 15 Minuten zu 80 Prozent wieder aufladen. Die technische Grundlage für den Budd-e ist der neue modulare Elektrifizierungsbaukasten (MEB) der zukünftig Karosserie- und Interieurdesign, Package und Antriebscharakteristik der E-Autos von VW bestimmt. Bis ein Fahrzeug à la Budd-e auf den Markt kommen wird, dauert es noch ein wenig, doch spätestens Ende des Jahrzehnts will Volkswagen die Vision Realität werden lassen. Sollte das Projekt „New Volkswagen“ tatsächlich so zügig und reibungslos umgesetzt werden, hätte der Diesel-Skandal tatsächlich eine gute Seite gehabt.

CES 2016: VW Budd-e

VW verspricht den Durchbruch des Elektroautos gegen Ende des Jahrzehnts. Wie der gelingen soll, zeigt nun eine Studie auf der Elektronikmesse CES.

Ausgerechnet mit dem Rückgriff auf einen Klassiker der Markengeschichte wirbt VW für seine Vision künftiger Mobilität. Auf der Elektronikmesse CES feiert die Studie Budd-e Premiere, ein Kleinbus im Geiste der legendären Bulli – allerdings mit Elektroantrieb. Und zwar einem besonders zukunftsträchtigen.

Das Konzeptfahrzeug soll für nichts weniger stehen als für eine neue Ära der erschwinglichen Langstrecken-Elektromobilität. Die Kleinbus-Studie basiert dafür als erstes Modell auf dem neuen Modularen Elektrifizierungsbaukasten (MEB) des Konzerns. Wenn die Architektur Ende des Jahrzehnts in Serie geht, soll sie rein elektrische Reichweiten auf dem Niveau heutiger Benziner ermöglichen. Das Aufladen der Akkus – wahlweise per Kabel oder induktiv – soll in rund 30 Minuten möglich sein. Für VW bedeutet das den „Durchbruch des Elektroautos“.

Ein Gutteil der mit 533 Kilometern angegebenen Reichweite der Studie geht auf das Konto des besonders großen Akkus. Mit 92,4 kWh speichert er fast viermal so viel Energie wie die aktuelle E-Version des Golf. Verbraucht wird der Strom von zwei Elektromotoren, je einem pro Achse. Die vordere E-Maschine kommt auf 100 kW/136 PS, die hintere auf 125 kW/170 PS. Die Höchstgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 180 km/h an, der Sprint auf Tempo 100 dauert rund 6,9 Sekunden.

Garniert ist die E-Auto-Studie, wie es der Trend, verlangt mit zahlreichen Vernetzungs-Features. Dazu zählen ein neues Bediensystem mit Gestensteuerung, Rückspiegel-Kameras und ein Online-Anschluss, der auch die Steuerung von Smart-Home-Funktionen erlaubt. So lässt sich etwa vom Steuer aus die Klimaanlage daheim regeln.

Noch unklar ist der Preis eines entsprechenden Serienmodells. Nach heutigen Preisen würde allein der riesige Akku so viel kosten wie ein sehr gut ausgestatteter Golf. Optimistische Experten rechnen mit einem weiteren Sinken der Batterie-Preise zum Ende des Jahrzehnts. Als Schallmauer gelten 150 Dollar pro Kilowattstunde. Selbst das entspräche beim Budd-e noch einem reinen Batteriepreis von rund 12.000 Euro.

Ob der Kleinbus in dieser Form in Serie geht, ist noch unklar. Dass der VW-Konzern aber bis Ende des Jahrzehnts neue E-Mobile auf den Markt bringen will, ist sicher. Ab 2018 wird Audis Elektro-SUV erwartet, Porsche hat bereits einen Sportwagen angekündigt. Auch die Marke VW wird da nicht abseits stehen.

Weltpremiere 002 ces Volkswagen Budd-E 2016

 

 

CES 2016: Livestream von der VW Keynote

Volkswagen auf der CES 2016: Im Mittelpunkt stehen Vernetzung und Langstrecken-Elektromobilität

Dr. Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen Pkw, hält am Vorabend der Messe (5. Januar 20:30 Uhr Ortszeit Las Vegas / 6. Januar 05:30 Uhr MEZ) die Keynote. Im Fokus des Auftritts stehen die neuesten Entwicklungen in der Elektromobilität sowie die Connectivity der nächsten Generation.

Mit einer völlig neuen Fahrzeugstudie veranschaulicht Volkswagen auf der CES, wie sehr sich das Auto in den kommenden Jahren verändern wird. Die Weltpremiere steht vor allem für den Aufbruch in eine neue Ära der erschwinglichen Langstrecken-Elektromobilität. Darüber hinaus zeigen innovative Funktionen, welcher Kundennutzen bei Volkswagen durch die fortschreitende Vernetzung des Autos in näherer Zukunft erreicht werden kann. Zudem werden neue Anzeige- und Bedienkonzepte in Las Vegas ihre Premiere feiern. So wird Volkswagen einen konkreten Ausblick auf die kurz vor Markteinführung stehende Weiterentwicklung des Fahrzeug-Infotainment geben. Damit finden Innovationen aus dem Konzeptauto Golf R Touch, den Weg in die breite Produktpalette von Volkswagen.

CES 2016: Mercedes.me

Morgen früh startet das Autoblogger-Jahr 2016 ganz offiziell. Die Koffer sind gepackt, es geht wieder über den Teich. Im Westen der USA lockt die Wüste, in der Wüste die Sünde. Las Vegas. Üblicherweise immer getreu dem Motto: „what happens in vegas, stays in vegas“ – lockt das Zocker-Paradies zum Start des neuen Jahres mit der CES.

Consumer Electronics Show 2016

It’s all about me: Mercedes.me

Zum Glück zählt für die CES und die für alle die „großen“ und „kleinen“ News die man dort findet, das alte Vegas-Motto nicht. Es wäre ja eine Schande wenn man später für sich behalten müsste, was man dort gesehen und erlebt hat.

mein-auto-blog fliegt morgen in die USA

Und wir freuen uns auf den ersten freien Blick auf das Instrumenten-Panel der neuen E-Klasse. Enthüllen werden die Stuttgarter die neue Limousine erst in Detroit auf der NAIAS, aber die CES wird viele Details der neuen E-Klasse zum Thema Connectivity und Control zeigen.

  • Hochauflösende Displays
  • Smartphone-Integration mit Wireless-Charging und Antennenkopplung
  • Berührungssensitive Touch-Steuerung
  • Neue Visualisierungen und so weiter und so weiter

Mercedes-Benz macht sich als Konzern bereit die Digitalisierung unserer Gesellschaft in das Automobil zu transferieren – Zeit wird es auch. Das Schlagwort der Stuttgarter für die Konvergenz zwischen Soft- und Hardware, zwischen dem Fahrzeug und dem Nutzer nennt sich „Mercedes me“. Wer die spannenden Themen nicht verpassen will, der folgt uns auf Facebook, Twitter und instagram – ab morgen geht es los ..

 

CES 2016: Bosch macht das vernetzte Auto zum persönlichen Begleiter

  • CES-Veranstalter zeichnet haptischen Touchscreen von Bosch aus
  • Bosch präsentiert neue Lösungen für das automatisierte Fahren und Parken
  • Messestand bietet Innovationen zum Anfassen
  • Im Showcar wird das ganze Dashboard zum Display

Das Internet im Auto ist mehr als eine komfortable Zugabe für den Autofahrer. Es macht das Fahren noch effizienter und sicherer. Das zeigt Bosch auf derCES 2016 in Las Vegas mit einer Reihe vernetzter Funktionen und Assistenzsysteme. Wie sich diese leicht bedienen lassen, um die Ablenkung des Fahrers zu minimieren, ist ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts. Neuestes Beispiel von Bosch ist ein vom CES-Veranstalter preisgekrönter Touchscreen, der mit haptischen Rückmeldungen das Gefühl einer Knopf-Tastatur erzeugt. Live zum Anfassen präsentiert Bosch in Las Vegas zudem eine Vorschau auf das automatisierte Fahren und die smarte Fahrzeugvernetzung.

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Das Auto: der ganz persönliche Begleiter des Fahrers
Einen Ausblick in die automobile Zukunft zeigt Bosch in der North Hall. Hier erleben die Besucher im Bosch-Showcar eine neue Art der Kommunikation zwischen Mensch und Technik. „Die richtige Information zur richtigen Zeit minimiert die Ablenkung des Fahrers“, sagte Bosch-Chef Dr. Volkmar Denner auf der Pressekonferenz des Unternehmens bei der CES 2016 in Las Vegas. Armaturenbrett und Mittelkonsole sind im Showcar in einem rein elektronischen Display vereint. Dessen Inhalte passen sich beispielsweise an die aktuelle Umgebung des Fahrzeugs an. Kommt ein Fußgänger von rechts, so warnt eine entsprechende Lichtgestaltung. Aber auch der Terminkalender und die persönlichen Vorlieben des Fahrers werden berücksichtigt. Fällt beispielsweise ein Termin aus, zeigt das Auto künftig automatisch die Route zum nächsten Ziel im Kalender an. Ist der Autopilot aktiviert, gewinnt der Fahrer noch mehr freie Zeit und kommt entspannter ans Ziel.

Das vernetzte Auto der Zukunft kann aber noch mehr. Es ist mit dem Smart Home verbunden, so dass sich Funktionen im Haus wie die Heizung oder die Sicherheitstechnik jederzeit steuern lassen. Steht beispielsweise ein Paketbote vor der Tür, genügt ein Fingertipp am automobilen Display, um den Boten kurz einzulassen und den Empfang eines Paketes zu quittieren. So komfortabel, vielseitig und sicher kann die Interaktion mit der Technik sein. Das vernetzte Infotainment navigiert den Fahrer nicht nur durch den Verkehr, vielmehr auch durch den Alltag. Es ermöglicht den Zugriff auf Online-Dienste und Smartphone-Apps – und nicht zuletzt lässt es sich mittels Gesten und Sprache steuern, wie in einer Unterhaltung mit dem Beifahrer. Das Auto wird zum ganz persönlichen Begleiter des Fahrers.

Ein Touchscreen, der so tut, als hätte er mechanische Knöpfe
Bereits im Vorfeld der Messe ist Bosch für einen neuen Touchscreen mit dem CES 2016 Innovation Award in der Kategorie „In-Vehicle Audio/Video“ ausgezeichnet worden. Das Gerät kann unterschiedliche Oberflächenstrukturen erzeugen, so dass sich auf dem Display Elemente erfühlen lassen. Dank dieser haptischen Rückmeldung lassen sich Infotainment-Anwendungen wie Navigation, Radio oder Smartphone-Funktionen einfacher bedienen. So können Fahrer die Bildschirminhalte oftmals steuern, ohne hinzusehen. Ihr Blick bleibt auf der Straße. Auf dem Display stehen raue, glatte oder gemusterte Oberflächen für unterschiedliche Knöpfe und Funktionen, erst bei festerem Druck wird tatsächlich ein Befehl ausgelöst. Das Besondere: Äußerlich unterscheidet sich der Touchscreen nicht von einem normalen Display, doch vermittelt er dem Nutzer das Gefühl, mechanische Knöpfe zu drücken.

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Keine Angst vor Geisterfahrern, der Schutzengel kommt aus der Cloud
Dank Vernetzung werden die Fahrerinformationen aktueller denn je. Besonders wichtig ist dies beispielsweise bei Geisterfahrern. In der Regel gehen die Warnungen der Radiostationen erst nach mehreren Minuten über den Äther, während jede dritte Geisterfahrt schon nach 500 Metern endet. Bosch entwickelt derzeit eine neue cloudbasierte Falschfahrerwarnung, die Autofahrer künftig bereits nach gut zehn Sekunden auf die Gefahr aufmerksam machen soll. Als reines Software-Modul kann sie günstig in Smartphone-Apps wie myDriveAssist von Bosch oder bestehende Infotainment-Systeme integriert werden. Um das Fahren in falscher Richtung zu erkennen, vergleicht die cloudbasierte Funktion die tatsächliche, anonymisierte Fahrzeugbewegung auf Autobahnauffahrten mit erlaubten Bewegungsrichtungen. Bei Abweichungen erhält der Fahrer in Sekundenschnelle einen Hinweis auf seinen Fehler. Zugleich werden entgegenkommende Autos im nahen Umkreis gewarnt. Von 2016 an wird die neue Funktion als Cloud-Dienst verfügbar sein.

Der Autobahnpilot kommt ab 2020 und macht die Straßen sicherer
Noch mehr Sicherheit im Straßenverkehr bringt das hochautomatisierte Fahren. Auf Autobahnen wird dies ab 2020 möglich. Nach einer Prognose der Bosch-Unfallforschung kann die zunehmende Automatisierung die Unfallzahlen deutlich senken – allein in Deutschland um bis zu ein Drittel. Welche Systeme und Sensoren für automatisierte Fahrten nötig sind, zeigt Bosch auf der CES 2016 anhand eines weiteren Fahrzeugmodells in der Sands Expo. Zudem erfahren die Besucher, wie etwa der Autobahnpilot arbeitet – ein hoch automatisiertes System, das auf Highways komplett die Aufgaben und die Verantwortung des Fahrers übernimmt. Praxistests dieser Technik im öffentlichen Straßenverkehr laufen bereits. Bosch erprobt das automatisierte Fahren auf Autobahnen nicht nur in Deutschland und den USA, sondern seit Kurzem auch in Japan.

sourceimage (3)Damit das Auto künftig auch um die Kurve sehen und mögliche Gefahrenstellen erkennen kann, liefern Daten aus dem Internet eine aktuelle Vorausschau auf Stauenden, Bau- und Unfallstellen. Daraus entsteht ein vernetzter elektronischer Fahrzeughorizont – der „Connected Horizon“. Das Auto ist dadurch noch vorausschauender unterwegs – Sicherheit und Effizienz steigen weiter.

Nicht der Fahrer, sondern das Auto sucht den Parkplatz
Nach jeder Fahrt folgt das Parken. Dazu entwickelt Bosch eine neue Funktion, das Automated Valet Parking. Eine Lösung, die Autofahrern im Parkhaus nicht nur die Suche nach einem Parkplatz abnimmt, vielmehr das Auto gleich selbstständig parken lässt. Es genügt, das Fahrzeug vor der Einfahrt eines Parkhauses abzustellen. Per Smartphone-App gibt der Fahrer ihm dann den Befehl, sich selber einen Stellplatz zu suchen. Genauso kommt das Auto auf Wunsch auch wieder vorgefahren. Möglich wird das vollautomatisierte Parken mit einer intelligenten Parkhaus-Infrastruktur und der Bord-Sensorik des Fahrzeugs – sowie der Vernetzung von beidem. Belegungssensoren melden zum Beispiel genau und aktuell, wo welche Stellplätze frei sind, damit sich das Auto dorthin bewegt. Auch für das vollautomatische Parken entwickelt Bosch neben der Funktion alle nötigen Komponenten im eigenen Haus.

CES-Vision: Autos werden aufmerksam, höflich und hilfsbereit

Besonders den Autoleuten wird sie in Erinnerung bleiben, diese Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas, die morgen zu Ende gehen wird. Denn inmitten dieser Ansammlung von gigantischen Bildschirmen mit riesiger Auflösung, Waschmaschinen, Dienstleistungen, der 10 000sten Handyhülle und den vielen hundert Butzen chinesischer Komponentenhersteller haben dieses Jahr Automobilhersteller den Akzent gesetzt, allen voran Mercedes-Benz mit seiner Vision eines Autos, das nicht erst in ferner Zukunft Realität werden kann.

Soweit hat sich die Welt des Automobils heute schon geändert, dass die klassischen strategischen Messen wie die kommende Woche in Detroit beginnende North American International Auto Show (NAIAS) zu einem großen Schaufenster fürs Heute werden, in denen Studien nur noch die Aufgabe haben, beim Publikum die Reaktion auf das Design zu testen. Las Vegas liegt eben dichter am Silicon Valley, der Region südlich von San Franzisco, die immer noch Quelle der prägenden Innovationen ist.

Aus eben diesem Silicon Valley, genauer gesagt aus dem Forschungs- und Entwicklungszentrum von Mercedes-Benz in Palo Alto stammen viele der Ideen und deren technologischen Umsetzungen, die den Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion ausmachen. Diese flache Flunder mit ihrem extrem langen Radstand und den übergroßen Rädern sagt zwar auch etwas über das mögliche Automobildesign in der Zukunft aus, wichtiger sind allerdings das Gesamtkonzept und seine vielen Fähigkeiten. Hier stand eine Vision auf der Messe, eine positive, die verblüffend mehr und überraschend andere Qualitäten ins automobile Spiel bringt.

Mit dem F 015 setzt Mercedes-Benz einen Fixpunkt für die Diskussion über die Rolle des Automobils in der Zukunft. Wir reden nicht mehr nur über Technik, sondern über den positiven Einfluss, den die neuen Technologien auf unsere Gesellschaft nehmen können, selbst in Megacitys und trotz des ständig wachsenden Bestands an Automobilen auf der Welt.

Doch noch gibt es Denkblockaden. Ist nicht die Mobilität ein unverzichtbares Element unserer Freiheit? Bis heute berufen sich Autohersteller und Autofahrer gleichermaßen auf diesen Glaubenssatz, der einst in der Provokation des ADAC gipfelte: Freie Fahrt für freie Bürger. Damals ging es ums Tempolimit, heute werden andere Szenarien als Spaßbremsen und bedrohlich empfunden: das autonome oder pilotierte Fahren. Sollen uns jetzt Roboter wie der F 015 die Freude am Fahren nehmen und damit unsere persönliche Freiheit beschneiden?

Alexander Mankowski, der Zukunftsforscher bei Daimler, sieht das anders und das nicht nur pflichtgemäß mit Blick auf seinen Arbeitgeber. Mankowski sieht im autonomen Fahren sogar die Möglichkeit, die persönliche Freiheit zu erweitern. Sein Argument: Der Mensch, der im Auto von A nach B will, gewinnt bei seiner Fahrt die Freiheit, andere Dinge zu tun als nur das Auto zu fahren.

Vom automatischen Fahren haben schon Generationen von Ingenieuren geträumt, zum Beispiel der ehemalige Entwicklungsvorstand von Volkswagen, Prof. Ernst Fiala, der schon in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts Personenwagen zukünftig auf der Autobahn einem in die Fahrbahn eingelassenen Draht folgen sah. Auch die Europäische Gemeinschaft wollte schon seit 1987 das Fahren automatisieren. Im Rahmen des Prometheus-Programms fuhr man schließlich von München ins dänische Odense und zurück, 1758 Kilometer automatisch. Der Fahrer musste nur alle neun Kilometer eingreifen.

Heute muss er nicht mehr eingreifen und sitzt nur noch scheinbar gelangweilt daneben, wenn ein Audi A7 rund 500 Meilen vom Silicon Valley nach Las Vegas selbstständig fährt, ein BMW sich im US-Bundesstatt Californien autonom bewegt, oder der Ford Fusion mit LiDAR-Technologie und ein Mercedes-Benz auf den Spuren von Berta Benz automatisch fährt. Die Technik beherrschen viele, selbst Google hat sich ja schon mit einer unsäglich hässlichen Auto-Kugel beteiligt, und die Zulieferer laufen beim Wettbewerb um die besten Technologien fürs autonome Fahren gerade zu großer Form auf.

Alle bedeutenden Hersteller nehmen teil an dem Wettbewerb. Jeder will am schnellsten am Ziel sein. Dabei geht es vielleicht schon gar nicht mehr um Vorsprung durch Technik. Zukunftsforscher Alexander Mankowski steht nicht neben dem F 015, weil auch Mercedes-Benz die Technik beherrscht, sondern weil mit diesem Fahrzeug deutlich wird, dass es selbst und seine Nachkommen unsere Welt so dramatisch verändern werden wie einst die Erfindung des Automobils.

Sein Chef Dieter Zetsche lässt sich mit dem Satz zitieren: „Wer nur an die Technik denkt, hat noch nicht erkannt, wie das autonome Fahren unsere Gesellschaft verändern wird. Das Auto wächst über seine Rolle als Transportmittel hinaus und wird endgültig zum mobilen Lebensraum.“ So mancher Wettbewerber, der auf der CES nur Technologie präsentiert, wird das als Ohrfeige verstehen, aber Daimler hat Respekt für den Mut verdient, über die Konsequenzen einer Technik für das Miteinander nachzudenken.

Nachdenken und Vorausdenken ist seine Sache. Alexander Mankowski nimmt den Ball vom Chef und die Vorlage des F 015 gern auf. Die Frage, ob sich nun der Mensch dem Auto der Zukunft anpassen muss, antwortet er gelassen, das Auto müsse sich in das Netz der menschlichen Kommunikation einbinden und nach außen kommunizieren. Das Auto müsse sich gegenüber seiner Umwelt so verhalten wie ein vorbildlicher Mensch: aufmerksam, höflich und hilfsbereit. Der F 015 bietet dafür schon zahlreiche Beispiele, beginnend mit dem einfachsten: fährt er autonom, zeigen die LED im Frontbereich Blau, sitzt ein Fahrer an seinem Steuer, sind sie weiß.

Das Spektrum der Höflichkeiten und der Hilfsangebote reicht aber weit darüber hinaus. Seine LED zeigen dem Fußgänger, dass er erkannt worden ist. Sie warnen auch den nachfolgendem Verkehr vor ihm. Und hat der F 015 den Eindruck, der Fußgänger brauche Unterstützung, dann zeichnet er ihm auch schon einmal per Laser einen virtuellen Zebrastreifen auf den Asphalt, wo er die Straße ungefährdet überqueren kann.

So und mit vielen anderen Verhaltensweisen und Freundschaftsgesten wird das autonome Fahrzeug sicher Beliebtheitspreise gewinnen. Aber darüber hinaus geht es je um das Wohlgefühl der Menschen in ihrem Auto. Mercedes-Benz spricht vom Lounge-Charakter und meint damit die vier drehbaren Einzelsitze, die Materialien, die Innenraumgröße und die Möglichkeit, von jedem Platz aus das Infotainmentsystem zu fordern. Der Innenraum wird zum Aufenthaltsraum, zum rollenden Wohnzimmer oder zum Büro unterwegs – was immer gerade angesagt ist.

Zeit ist Luxus. Hier kann man die Zeit, die für die Fahrt von A nach B benötigt wird, sinnvoll einsetzen oder das Miteinander pflegen. Die neue Privatsphäre unterwegs ohne nervige Staus oder Langeweile auf der Langstrecke – das wird auch Auswirkungen auf die Lebensqualität nehmen, was sich wiederum positiv im Miteinander und in der Gesellschaft auswirken sollte.

Viele autonome Autos würden nicht etwa viele Probleme bringen, sondern viele lösen. Heute spricht man in der Stadtplanung von „shared space“, von der Nutzung des Verkehrsraums durch alle Verkehrsteilnehmer. In sieben Gemeinden in Belgien, Dänemark, Deutschland, England und den Niederlanden gibt es bereits solche Zonen, in denen alle miteinander rücksichtsvoll verkehren. Nicht auszudenken, wenn diese Modelle dank der autonomen Fahrzeuge überall möglich wären. Autostraßen, Radwege, Fußwege, große Beschilderung, Festbeleuchtung bei Nacht – in Zukunft häufig überflüssig.

Mankowski bringt einen weiteren Vorteil auf einen einfachen Nenner: Daten statt Infrastruktur. Selbst in Ländern mit schwacher Infrastruktur könne ein autonomes Fahrzeug vorankommen, wenn die Daten vorhanden sind. Und selbst auf den deutschen Pracht-Autobahnen könnten Beschilderungen, Leitplanken und was sonst noch so an begleitender Infrastruktur einbetoniert wird, eingespart werden. Das gilt sogar für Parkplätze. Man braucht weniger davon in der City, weil der Wagen sich seinen Platz weiter weg selbst sucht und erst bei Bedarf wieder vor die Tür rollt.

Mankowski sieht für die Zukunft drei Fahrzeugkategorie: große wie den F 015 mit seinen 5,22 Metern Außenlänge, dem Radstand von 3,61 Metern, der sogar den des aktuellen Maybach noch übertrifft und seinen riesigen Rädern, daneben auch kleine, voll autonom fahrende Fahrzeuge für den innerstädtischen Transport von Menschen und kleine Auslieferfahrzeuge, außerdem noch Sportwagen, möglichst puristische für diejenigen, die das Nordschleifengefühl brauchen.

Ob die dritte Kategorie noch ihre Chancen bekommt, wird sich zeigen. Für heute gilt erst einmal: Der F 015 hat für die Diskussion über die Stadt der Zukunft eine wesentliche Grundlage geschaffen. Das Beispiel dieses Forschungsautos zeigt, womit Städte- und Verkehrsplaner für die Zukunft rechnen können. Damit fällt für die Entwicklung weiterer Zukunftsszenarien eine Unbekannte weg. Es darf realistischer und sachgerechter als bisher an der Stadt der Zukunft gebaut werden. Wer das nicht glaubt, kann ja Alexander Mankowski fragen.

Nach der Vorstellung des Neuen im Convention-Center des Cosmopolitan Hotels in Las Vegas rollt der F 015 durch die Stadt zum Ausstellungsgelände. Die Sicherheitsleute hatte alle Hände voll zu tun, das Publikum vom F 015 abzuhalten. Die Zuschauer in Las Vegas haben aber im F 015 sicher nicht einen wasserstoffbetriebenen Plug in-Hybrid gesehen, sondern angesichts der Benzinpreise von rund 50 Euro-Cent pro Liter eher von einem noch bulligeren bulligen Achtzylinder geträumt.

Und dennoch werden vermutlich gerade die Amerikaner zu denen gehören, die sich von der Philosophie Luxury in Motion früh anstecken lassen werden. Es kann in Großräumen wie Los Angeles weder der Freiheit des Einzelnen dienen, noch dem Familienfrieden förderlich sein oder die Lebensqualität anheben, wenn man morgens wie abends zwei Stunden über die Highways kriecht.

Mankowski zählt viele Metropolen auf, in denen Staus das tägliche Leben mit dem Auto negativ beeinflussen und in denen auch die Mittel vorhanden wären, sich Luxury in Motion zu gönnen. Für ihn hat mit dem F 015 die Zukunft schon begonnen, auch in Europa, wo die Kommission die Vision Zero aufrecht erhält, deren Ziel der unfallfreie Verkehr ist.

Der Mercedes-Benz F 015 Luxury in Motion wird zum Fanal. Nun müssen Politiker und Planer rasch den Weg frei machen. Denn mit dieser CES wird klar: Der Fortschritt steht der Politik längst auf den Füßen.

Die Zukunft des Automobils, made in Stuttgart

Keynotes vom Daimler-Chef sind einfach gut. Wenn es unterhaltsam, sympathisch und locker zugehen soll, dann stellt die Daimler AG ihren höchsten Repräsentanten auf die Bühne. Und in Las Vegas durfte Dr. Z, wie er in den Staaten noch immer gerne genannt wird, nicht viel weniger präsentieren als die Stuttgarter Variante der automobilen Zukunft.

Die Zukunft des Automobils, oder?

Und Sympathie tat not, zumindest, wenn man Benzin im Blut hat. Was Dr. Z auf seiner CES-Keynote präsentierte, treibt Motorkulturisten die Angstperlen und Fragezeichen auf die Stirn.  Da will man uns das Lenkrad wegnehmen und schon in fünf Jahren soll es Alltag sein, in Vorbereitung auf das vollautonome Fahren auf der Autobahn das Lenkrad an den Kollegen Computer zu übergeben. Was für hart gesottene Automobilisten nach Hochverrat klingt, erscheint auf den zweiten Blick aber einfach nur logisch. Die Dinge werden sich verändern, das bleibt nicht aus. Schaut man sich die letzten 100 Jahre des Autos an, dann stehen wir in den nächsten 20 Jahren vermutlich vor der größten Veränderung, die man dem Autofahrer zumuten kann. Denn aus dem „Selbstfahrer“ wird der „vom Computer Chauffierte“. Und wenn es darum geht, die Zukunft neu zu denken, dann könnte man beim Erfinder des Automobils durchaus einen Moment lang zuhören und kurz reflektieren. Auch wenn ich – so muss ich gestehen – das Design des F 015 so wenig attraktiv finde wie auf einer Modenschau Leggings in Übergrößen. Aber gut. Manchmal ist der eigene Horizont eventuell so simpel auf kurze Ziele fokussiert, dass man sich verständlicherweise schwer tun mit Visionen. Aber genau das soll der F015 sein, eine Vision.

Das Auto der Zukunft, wie man es sich beim Erfinder des Automobils vorstellt

5.23 Meter lang. Das ist Oberklassen-Größe. Ja, es ist sogar S-Klassen-Größe! Über 2 Meter breit, das ist heutzutage schon fast normal. Mit vier Lounge-Sesseln für eine chillige Fahrt zu viert ausgerüstet. Die beiden vorderen Sitze lassen sich um 180° drehen. Sodass aus dem profanen Transportmittel die Kommunikations-Hütte, die neue Heimat auf vier Rädern wird. Mercedes packt dabei tief in die Wunschliste der CES-Jünger. Mit simplen Monitoren oder gar einer eigenen Tablet-Generation hält man sich erst gar nicht auf. Mercedes stellt einen Raum mit virtuellen Grenzen vor. Die innere Hülle des Innenraums ist zugleich eine Projektionsfläche und mit Gesten steuert man durch Menüs. Es erinnert durchaus ein wenig an Minority-Report, wenn Prof. Dr. Weber mit Gesten der Hand während des Gesprächs die dargestellten Inhalte ändert. Im Stau den immer gleichen Blechwurm durch die Fensterscheiben beobachten? Oder doch lieber einen japanischen Zen-Garten als Raum für die eigene Arbeit wählen?

im gespräch weber ces 2015

Das Auto der Zukunft wird für den Nutzer mehr sein als Erfüllungsgehilfe für den Transport von A nach B. Zugleich wird es genau diese Aufgabe übernehmen. Wenn es der Fahrer denn will.

Schon auf dem Messestand der CES in Las Vegas ist es ein merkwürdiges Gefühl, als Fahrer den eigenen Stuhl um 180° zu drehen und das Lenkrad im Rücken zu haben. Wie sich das im Straßenverkehr einen Milliarden-Metropole anfühlt und ob es wirklich richtig sein wird, dort mit mehr als 5-Meter langen Limousinen zu fahren – warten wir es ab!

Forschungsfahrzeug F 015

Das Design mag man mögen oder auch nicht. Es ist nur eine Hülle für die Vision. Und Hüllen sind austauschbar. Viele Ideen, viele Facts zum „Show-Car“ sind unterhaltsam, lustig oder einfach zum Stirn runzeln. So lange man sich lieber 100 Oktan durch die Venen pumpen will. Man muss sich selbst bremsen, innehalten, reflektieren. Neu denken. Wie damals. Heute nutzen wir auch keine Kutschen mehr. Wir haben keine schnelleren Pferde bekommen. Innovative Vordenker haben systemische Prozesse angetriggert, deren Veränderungen für Zuschauer zu langfristig sind. Prof. Dr. Weber bestätigt im Gespräch, wie wichtig der PR-Vorstoß von Google und deren Google-Car war. Mit der plakativen PR hat Google eine Aufmerksamkeit erzeugt, die von einem einzelnen Automobil-Hersteller vermutlich nicht hätte erzeugt werden können. Von einem Vorstand für Forschung wird so etwas natürlich begrüßt. Da lassen sich neue Ideen doch gleich viel freier diskutieren.

Mit dem silbernen Alu-Wal, der am gleichen Abend sogar noch eine Runde über den Las Vegas – Strip schwimmen durfte, will Mercedes-Benz eben genau diese drei Schritte auf einmal zeigen. Nicht die Schritte an sich, nein, gleich das Ergebnis. Für Petrolheads ist das ein Problem.

Im Gespräch mit Prof. Dr. Weber wurde dann auch klargestellt, so ein Auto der Zukunft, das fährt elektrisch und das auch über 1.000 km weit. Da haben wir lokal keine Emissionen mehr. Das muss das Ziel sein. Der Weg dorthin? Ein langer, ein komplizierter. Ein Weg, der nur schwer vorher mit unumstößlicher Sicherheit vorhergesagt werden kann. Das Forschungsfahrzeug F015 ist auf der CES ein Knaller. Der Stand von Mercedes-Benz ständig übervölkert. Eben weil man, anders als bei BMW oder VW, nicht einfach nur einen kleinen, einen halben Schritt präsentiert. Nein – für die Nerds in der Wüste von Nevada hat man die große Stuttgarter Keule ausgepackt.

Virtueller Zebrastreifen – Ein Versuch der Erklärung

Als Mercedes-Benz im letzten Jahr eine S-Klasse völlig autonom die original-Route von Bertha-Benz nachfahren ließ, da traf man auf Probleme, die einem vorher nicht bewusst waren. Als Mitglied der Gattung Petrolhead und dazu zähle ich mich , wäre man auf dieses Problem auch nicht gekommen. Vermutlich.

Aber: An einem Zebra-Streifen erkannte die autonom fahrende S-Klasse einen Menschen. Also blieb das Fahrzeug, den Logiken und Programmierungen des Systems folgend, stehen. Die alte Dame aber, die kannte diese Erfahrung scheinbar nicht mehr. Ein Auto, das nicht mal eben „noch schnell“ über den Zebrastreifen dübelt? Oder es war ihr unangenehm. Mag ja sein, sie konnte nur schlecht laufen und wollte den Autofahrer nicht länger als notwendig aufhalten. Auf jeden Fall blieb die Dame am Zebrastreifen stehen. Die autonom fahrende S-Klasse aber auch. Was nun? Schauen wir uns die Raum-Konzepte für die automobile Zukunft an, dann bekommen die Insassen von dieser Situation eventuell erst einmal nichts mit. In den Monitoren schaut man sich seinen social stream an, man führt einen Google-Hangout oder nutzt Apples Face-Time und mal eben Handzeichen geben ist dann nicht vorgesehen. Wenn das Auto selbst fährt, dann kommen also auf einmal ganz neue Probleme auf. Verändert man im System des Automobils nur einen Stein, dann rollt unter Umständen ein ganzer Hang an neuen Themen auf einen zu.

Und dann stellt man sich die Frage, wie löst man das? Der F015 will per Laser-Projektor und LED-Technik im Kühlergrill die Kommunikation übernehmen. Ein virtuell auf den Asphalt gezeichneter Zebrastreifen zeigt den Fußgängern an:Ok, ich habe dich gesehen. Ein Wischen der LED-Beleuchtung im Kühlergrill übernimmt die freundliche Geste des Fahrer, die in diesem Fall eigentlich weitergeholfen hätte.

Die Idee klingt albern. Ja – aber sie zeigt eine Lösung auf. Das muss am Ende nicht der Königsweg sein, aber für die Show bei den IT-Nerds am Strip war es perfekt vorgedacht.

1.100 km Reichweite ohne Benzin

Ein Plug-In Hybrid mit Brennstoffzelle. Da stellt sich erst einmal die Frage: Wofür braucht ein Elektroauto eine Brennstoffzelle? Am Stecker laden und dennoch Wasserstoff bunkern? Im Falle des F015 spricht Mercedes von zwei 100 kW starken Elektromotoren, die den Antrieb an der Hinterachse übernehmen. Die Batterie-Kapazität hat Mercedes-Benz im Forschungsfahrzeug F015 mit 29 kWh festgelegt und nimmt hierfür die bestehenden Systeme aus dem smart ED. Rein batterieelektrisch soll der F015 so eine Reichweite von rund 200 km ermöglichen. Und sobald die per Stecker aufgeladene Power erschöpft ist, springt die von Daimler entwickelte Brennstoffzelle ein. Mit einer Dauerleistung von 120 kW produziert diese exakt so viel Leistung, wie die E-Motoren auf Dauer nutzen. Die je 100 kW und rund 200 Nm stellt sich Mercedes als Maximalleistung vor. Abrufbar bei Überholvorgängen oder starker Beschleunigung. Da die Akkus – Stand smart ED heute -jedoch maximal 80 kW leisten, springt die Brennstoffzelle bei starker Beschleunigung und maximalem Leistungsabruf als Zusatz-Kraftquelle ein. Der Drucktank für den benötigten Wasserstoff umfasst 5.4 Liter. Nach aktuellen NEFZ-Normen sollen so insgesamt 1.100 Kilometer Reichweite möglich sein. Ohne Emissionen.

Mit diesem System realisiert Mercedes-Benz ein Plug-In Elektrofahrzeug mit einer Brennstoffzelle als „Range-Extender“. Was zuerst ein wenig komisch klingt: Elektroauto mit Wasserstoff und Strom-Stecker, leuchtet am Ende als clevere Kombination von Zukunftstechnologien ein.

Mercedes-Benz CES092 zukunft des automobils f015
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Und so bleibt nach einem langen Abend in Vegas die Erkenntnis: 

Ganz egal, wie wenig einem das Design der Alu-Presswurst alias F015 gefällt, Mercedes-Benz hat in diesem Forschungsfahrzeug nicht einen Schritt weiter gedacht, sondern drei. Und das muss man erst einmal verarbeiten. Auch wenn die News ganz locker rüber kamen…

Links aus dem Artikel:

  • http://autohub.de/keynote-dr-zetsche-live-von-der-ces-2015/
  • https://asphaltfrage.wordpress.com/2015/01/06/was-genau-mercedes-benz-f-015/
  • http://www.basicthinking.de/blog/2012/05/22/the-leap-gestensteuerung-lasst-tom-cruise-in-minority-report-alt-aussehen/
  • http://autohub.de/das-google-auto-jetzt-wird-es-ernst-52490/
  • http://youtu.be/cdgQpa1pUUE
  • http://autohub.de/kutsche-ohne-kutscher-mercedes-benz-autonomes-fahren/
  • http://autohub.de/fahrbericht-smart-ed-electric-drive-new-york/
  • http://teymurvisuals.com/

Keynote Dr. Zetsche live von der CES 2015

Wir werden wir in der Zukunft fahren? Welche Veränderungen kommen auf uns zu? Wie wird man in der Zukunft die Zeit im Auto sinnvoller nutzen können?

Mercedes-Benz – CES 2015

Auf der CES in Las Vegas wird Daimler-Chef Dr. Zetsche eine Keynote zur Zukunft des Automobils halten. Im Rahmen der Präsentation wird Mercedes-Benz das eigene Forschungsfahrzeug zum Thema „Mobilität in der Zukunft“ vorstellen. Einen ersten Eindruck vom Forschungsfahrzeug haben wir bereits vor Wochen veröffentlicht:

Wird erst auf der CES im Januar 2015 in Las Vegas präsentiert
Wird erst auf der CES im Januar 2015 in Las Vegas präsentiert

Die Frage für die Zukunft des Automobils lautet nicht: Wird es alleine fahren können? Sondern, wann wird es alleine fahren können? Das man bereits heute autonom unterwegs sein kann, habe ich im November vergangenen Jahres in den USA an Board eines S500-Forschungsfahrzeuges selbst erlebt.

Und welche Veränderungen ergeben sich im Innenraum für die Zukunft? Müssen wir dann noch fix hinter einem Lenkrad sitzen? Oder lassen wir uns im Büro auf Rädern, einer Lounge oder unserem Wohnzimmer durch die Gegend fahren? Auch auf diese Fragen gab es bereits im November einen ersten Eindruck hier im Blog (klick).

Eine ausführlichere Antwort auf diese Fragen will Mercedes-Benz mit dem Konzeptfahrzeug in Las Vegas präsentieren. Die Keynote des Vorsitzenden des Vorstandes, Dr. Zetsche, kann man live verfolgen:

Live geht der Stream am Dienstag in der früh, morgens um 5.00h 🙂 – für alle die da noch kein Lust auf „Automobile Zukunft“ haben, wird es die Keynote später auch auf Abruf geben.