Borgward, Lynk und Wey – China-Konkurrenz für Mercedes und Co.

Bloße Kopisten sind die chinesischen Autohersteller schon länger nicht mehr. Und auch das volumenstarke, aber wenig gewinnträchtige Geschäft mit Brot- und Butter-Autos reicht ihnen nicht länger als Betätigungsfeld. Immer stärker drängen sie in den Premiummarkt. Nicht nur in ihrer Heimat.

Neuester Anwärter auf einen Platz unter den Edelmarken: Wey, das neue Luxus-SUV-Label von Great Wall Motors. Mit dem Kompakt-SUV W01 und dem etwas sportlicher gestalteten Ableger W02 hat die nicht ganz uneitel nach Konzernchef Wey Jianjun benannte Marke gerade ihre beiden ersten Modelle präsentiert. Preislich rangieren sie leicht oberhalb der Konzernschwestern Haval H6, auf dessen Plattform sie basieren. Unterscheiden sollen sich die Volumen- und Premium-Modelle vor allem bei Design, Ausstattung und Antrieb. Strategisch gehen die Chinesen somit einen ähnlichen Weg wie vor ihnen Toyota mit Lexus, Honda mit Acura oder Nissan mit Infiniti.

Der Wey 01 basiert auf Chinas SUV-Bestseller Haval H6

Great Wall ist nicht der einzige chinesische Hersteller, der sich im Premiumsegment etablieren will. Die bekannteste neue Edelmarke chinesischer Herkunft dürfte Borgward sein. Der BAIC-Konzern mit seiner Tochter Foton hat den Namen des einstigen Bremer Traditionsunternehmens gekauft und bietet unter ihm nun aufgemöbelte Varianten von Fahrzeugen der Konzernmarke Senova an. Das Mittelklasse-SUV Borgward BX7 und der kompakte BX5 sollen ab 2018 auch in Europa und Deutschland angeboten werden. Ähnliche Expansionspläne verfolgt auch Lynk&Co., der Premium-Ableger von Volvo-Mutter Geely. Das Kompakt-SUV 01 hat bei der Vorstellung im Herbst mit seinem wettbewerbsfähigen Design bereits für Furore gesorgt. Bevor es nach Europa kommt, startet es zunächst 2017 auf dem Heimatmarkt.

Zunächst startet das SUV in China

Die Mission von Lynk&Co 01, Borgward BX7 und Wey 01 ist dabei klar: Die Vormachtstellung der ausländischen Marken im Premiumsegment brechen. Aktuell halten diese 99 Prozent des Marktes, rund 75 Prozent teilen sich allein die deutschen Platzhirsche Audi, BMW und Mercedes. Insgesamt geht es um immerhin knapp zwei Millionen Autos im Jahr, Tendenz steigend. Während der Premiumanteil am Gesamtmarkt in den USA bei 12 Prozent und in Europa sogar bei 23 Prozent liegt, beträgt die Quote in China erst rund 10 Prozent.

Der Borgward BX7 soll 2018 nach Deutschland kommen

Raum für Wachstum ist in China also genug vorhanden. Europa scheint vor diesem Hintergrund wenn überhaupt aus Image-Gründen als interessanter Markt. Was in der Fremde Erfolg hat, wird von den chinesischen Autofahrern gleich doppelt geschätzt. Klar dürfte jedoch auch sein, dass für die deutschen Premiumhersteller die Goldrauschzeiten in China langsam ihrem Ende entgegengehen. (Holger Holzer/SP-X)

VW Transform 2025+: Der Langzeitplan

Diese Woche war es soweit: Volkswagen kam mit der Transform 2025+ um die Ecke und will damit zeigen, wie es in den nächsten Jahrzehnten mit dem ins Wanken geratenen Konzern weitergehen soll. Volkswagen Markenvorstand Dr. Herbert Diess fährt sogar ganz große Geschütze auf und will ein „neues Volkswagen schaffen“. Wie diese Restrukturierung und Neupositionierung im Detail aussieht, kommt jedoch nicht klar raus. Nachhaltig und mit einem profitablen Wachstum gesegnet stellt sich VW seine Zukunft vor. Die Ambitionen gehen sogar noch weiter: Die Wolfsburger wollen zum Marktführer in Sachen E-Mobilität werden – und zwar bis 2025. Außerdem will man das stärkste digitale Ökosystem der Branche aufbauen. Wir haben einmal zwischen den Zeilen gelesen und geschaut, wo das Geld für die Gratwanderung überhaupt herkommen soll. Read more

China plant E-Auto-Quote – Rund jedes zehnte Auto braucht einen Stecker

Die chinesische Regierung plant eine Elektroauto-Quote. Einen Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge soll ein Kreditpunkt-System für Autohersteller eingeführt werden, das den zu geringen Verkauf elektrischer Modelle bestraft. Der entsprechende Gesetzentwurf liegt bereits vor.

Die Hersteller müssten demnach ab 2018 für acht Prozent ihrer in China verkauften Fahrzeuge Kreditpunkte sammeln. 2019 steigt die Quote auf zehn, 2020 auf zwölf Prozent. Die nötigen Punkte gibt es für Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV). Erreicht ein Hersteller des vorgegebene Ziel nicht, muss er dem Bericht zufolge die Produktion drosseln oder – nach Vorbild des Emissionshandels – Kreditpunkte bei anderen Herstellern kaufen.

Der Gesetzentwurf ist offenbar Teil des chinesischen Planes, Weltmarktführer bei der Elektromobilität zu werden. Die heimischen Marken könnten von dieser Politik profitieren, sind sie doch bei der Elektrifizierung ihrer Modellpalette bereits weit fortgeschritten. BYD etwa war im vergangenen Jahr mit 60.000 Fahrzeugen der weltgrößte Hersteller von E- und Plug-in-Hybrid-Autos. Allein die hierzulande komplett unbekannte Elektro-Limousine Qin fand in China 32.000 Käufer. Die deutschen Hersteller dürften allerdings ernste Schwierigkeiten bekommen, die Vorgaben zu erfüllen. VW etwa müsste zehntausende E- und PHEV-Modelle in China verkaufen. Weltweit hat der Konzern im vergangenen Jahr gerade einmal 47.000 Einheiten an den Kunden gebracht. (Holger Holzer/SP-X)

Neue Automarke Lynk & Co – Geely will die Welt erobern

Bei Smartphones haben wir uns bereits daran gewöhnt, dass immer neue Marken aus China auf den Markt drängen. Auch im Autobereich geben die Chinesen Gas. Jüngstes Beispiel ist die Marke Lynk & Co, mit der der Geely-Konzern auch bald in Europa Fuß fassen will. Dazu setzt man auf ein Kompakt-SUV namens 01.

Das erste Modell der neuen Marke Lynk & Co hört auf den Namen 01
Das erste Modell der neuen Marke Lynk & Co hört auf den Namen 01

Geely ist in Asien eine feste Größe, die weltweit agieren will. Ein wichtiger Schritt dahin war die Übernahme von Volvo im Jahr 2010. Die Kompetenzen des Volvo-Netzwerkes konnte Geely jetzt bei der Entwicklung des ersten Lynk & Co-Modells nutzen. Der 01 setzt auf der für den globalen Einsatz in Schweden entwickelten neuen CMA-Architektur auf, die auch den kommenden Kompaktmodellen von Volvo, wie etwa den für 2018 geplanten XC40, als Unterbau dienen wird.

Lynk & Co hat den 01 in zwei Stylings vorgestellt. Hier ist die City genannte Version zu sehen
Lynk & Co hat den 01 in zwei Stylings vorgestellt. Hier ist die City genannte Version zu sehen

Wie die Modelle von Volvo wird auch das erste Lynk & Co-Modell im Premiumsegment positioniert. Für den äußerlich ein wenig an den Porsche Macan erinnernden Neuling kündigen die Chinesen ein entsprechend edles Interieur an. Die Bilder vom Innenraum zeigen einen modernen, aufgeräumten und wohnlich eingerichteten Arbeitsplatz. Große Displays finden sich im Kombiinstrument und in der Mittelkonsole, Lynk & Co verspricht zudem das weltweit am besten vernetzte Auto. Auch in puncto Sicherheit soll sich der 01 auf Topniveau bewegen. Ob autonome Notbremsung, Abstandstempomat, Tot-Winkel-Warner oder Spurverlassenswarner – die für ein modernes Sicherheitskonzept nötige Technik ist an Bord. Antriebsseitig sind die Aussagen noch etwas vage. Die Chinesen versprechen hocheffiziente und elektrifizierte Verbrennungsmotoren in Kombination mit Doppelkupplungsgetriebe.

Der Arbeitsplatz des 01 versprüht in überzeugender Weise Premium-Flair
Der Arbeitsplatz des 01 versprüht in überzeugender Weise Premium-Flair

Lynk & Co will den in China produzierten 01 bereits 2017 im Heimatmarkt an den Start bringen. Märkte in Europa und Amerika sollen bald folgen. Ein genauer Zeitplan wird allerdings nicht genannt. Der Markteintritt kann aber schnell folgen, denn ein Händlernetz will Lynk & Co nicht aufbauen, sondern die Fahrzeuge übers das Internet vertreiben. Die damit einhergehende geringe Kostenstruktur für den Vertrieb soll sich positiv auf den Kaufpreis auswirken, der besonders konkurrenzfähig sein soll. Und es wird nur einen Preis geben, denn der Kunde soll sich nicht durch ellenlange Preislisten quälen, sondern sich mit einer Standardausstattung zufriedengeben, die nach Ansicht von Lynk & Co alles bietet, was man braucht.

Das erste Modell von Lynk & Co setzt auf der in Schweden entwickelten CMA-Plattform auf, die auch kommenden Volvo-Modellen dienen wird
Das erste Modell von Lynk & Co setzt auf der in Schweden entwickelten CMA-Plattform auf, die auch kommenden Volvo-Modellen dienen wird

(Mario Hommen/SP-X)

Blogpost: 8.000 km für 14 Zentimeter

Es kommt immer auf die Sichtweise an. Wer seinen Standpunkt verändert, verändert seine Sichtweise und plötzlich verändert sich so vieles. Einsichten lassen sich leichter gewinnen, wenn man seinen Standpunkt mal verändert. Wenigstens kurz. Für mich ist der Job des Auto-Bloggers zu so einer Sache geworden. 8.000 km reisen wegen 14 Zentimetern? Lohnt sich das? Es ist eine Frage der Sichtweise. Den Standpunkt verändern.

 [=“notification_warning“ ]Hinweis: „This is a Blogpost“ – Dieser Artikel ist wieder mehr so ein blogpost, eine Sache, die man über die Jahre der Professionalisierung fast vergessen hat. Kein Motor-Journalistisches Machwerk über ein Auto, das bei uns (in Europa) eh keine Rolle spielt.

Peking 2016 003 Eindrücke

China wartet nicht

Auf nach China. 9 Stunden Flug und die Welt verändert sich in beeindruckender Art. 2016 ist die Reise nach China, trotz Visa-Verfahrens, eine gänzlich normale geworden. Ticket, Flugzeug, einsteigen in der Heimat. Aussteigen in der fremden Welt. In dem so wichtigen Markt für unsere heimischen Automobil-Hersteller. Für Mercedes-Benz war China in 2015 zum Beispiel der größte „Einzelmarkt“. Der Chinese kauft also mehr Autos als wir. 2014 war ich zum ersten Mal in Peking, 2015 in Shanghai und trotz dieser sehr kurzen Erfahrungswerte sind die Veränderungen sichtbar. Aus dem Land des unbegrenzten Wachstums wird ein Land der Nachhaltigkeit. Zumindest ist das der Plan. Und man sieht die ersten Bemühungen. Und man sieht an den Automobil-Herstellern, wie man auf eben diesen Markt reagieren muss.

Die teilweise 8-spurigen Stadtautobahnen vom Flughafen Peking in Richtung Innenstadt sind 2016 wie 2014 verstopft. Voller waghalsiger Manöver. 22 Millionen Chinesen leben in der Metropol-Region Peking. Und es scheint, als wären alle zeitgleich unterwegs. Der Chinese an sich ist nicht zimperlich, wenn es um den Spurwechsel geht. Wo acht Spuren nicht ausreichen, werden neue Spuren gefunden. Für den Besucher empfiehlt sich die Rücksitzbank. Wozu es eh keine Alternativen gibt. Denn einen Führerschein muss man für China gesondert machen. Die rabiaten Sitten auf der Straße lassen diese Vorschrift auch mehr als sinnvoll erscheinen. Doch nicht nur der Besucher an sich fährt hinten. Auch der Chinese lässt sich gerne fahren. Sobald es zum Wohlstand des eigenen Autos reicht, sitzt man gerne auch mal hinten. Oder chauffiert Freunde und Familie in Reihe zwei.

Arbeitsplatz, Ruhesessel fürs Schläfchen zwischendurch, rollendes Besprechungszimmer oder einfach nur ein Ort, an dem man gerne von den Umstehenden gesehen werden will. Die Sitzanlage der langen E-Klasse bietet für alle Lebenslagen das Besondere
Arbeitsplatz, Ruhesessel fürs Schläfchen zwischendurch, rollendes Besprechungszimmer oder einfach nur ein Ort, an dem man gerne von den Umstehenden gesehen werden will. Die Sitzanlage der langen E-Klasse bietet für alle Lebenslagen das Besondere.

Weil man sich fahren lässt

Dass auch Automobil-Hersteller wie die Schwaben mit dem Stern Autos fertigen, die man nicht in Esslingen, Ulm und Stuttgart beim freundlichen Mercedes-Händler kaufen kann, ist nichts gänzlich neues. Dennoch immer wieder eine Anmerkung wert. In Peking präsentierte man nun die jüngste Ausbaustufe. Im wörtlichen Sinne. 14 Zentimeter mehr Radstand für die E-Klasse. Damit wächst die Business-Limousine auf eine Länge, die der S-Klasse fast zur Ehre reicht. Aber knapp darunter bleibt. Ob S- oder E-, im Fond des neuen E320L ist das wumpe. Platz diktiert den ersten Eindruck. Und damit sich der edle Eindruck fortsetzt, lässt sich die Mittelarmlehne herunterklappen. Darin, unter anderem, das erste Touchscreen-Display der Stuttgarter. Was nur logisch ist. Touchscreens werden die Bedienschnittstelle der ersten Wahl im Automobil. Anzeige und Commando-Center in einem. Das Comand-System der E-Klasse lässt sich hierüber bedienen, der Fondsitzplatz wird zum Sitzplatz der ersten Wahl. Clever.
Und nach einer Tour in einer offenen Elektro-Rikscha stimmt man als Europäer ein: Es gibt schönere Plätze. Das ist ein Thema für alle Hersteller. Egal, ob BMW, Audi oder VW – wer auf dem Limousinen-Markt der Chinesen mitspielen will, der bietet ein Plus an Radstand. Und man wünscht sich förmlich das autonome Fahren herbei. Wobei – eine Chauffeurs-Limousine, die sich autonom durch das Chaos von Peking bewegt? Eine merkwürdige Vorstellung. Doch genau an diesen Themen arbeitet man.

Für den Drive Pilot der E-Klasse muss man ordentlich Rechenleistung vorhalten. Und in einem Land, in dem es 1.5 Milliarden Points of Interest gibt, in dem die Sprache komplexe Hürden vorhält und der Straßenverkehr voll ist mit Hindernissen, die man in Metropolen wie Frankfurt seit 50 Jahren nicht mehr kennt – wird aus einem schnöden Absatzmarkt eine gänzlich neue Welt für Entwicklungsaufgaben. Mercedes-Benz demonstriert mit den steigenden Absatzzahlen in China, wie man sich nicht nur beim Design auf den „Wohlstands-Chinesen“ eingeschossen hat, sondern auch, wie die eigene Hardware gänzlich neue Erwartungen erfüllt.

Peking 2016 012 Eindrücke

Weil man finden statt suchen will

Das Mercedes Comand System und seine Navigations-Lösung nutzen wir in Deutschland und dem Rest der Welt nach dem immer gleichen Muster: Stadt, Straße, Hausnummer und Abfahrt. Der Chinese hat nicht nur bei der Eingabe von Namen eine andere Herausforderung, da Schriftzeichen bis zu einem Dutzend Bedeutungen haben und daher kontextabhängig verstanden werden müssen – der Chinese sucht auch eher nach einem Point of Interest zum Navigieren. Wobei es sich bei diesen POIs nicht um „Touristische Ziele“ handelt, sondern um Wegpunkte, um Geschäfte, Restaurants – oder was auch immer. Was dazu führt, dass die jüngste Comand-Generation mit 1.5 Milliarden POIs umgehen muss. Damit stellt der chinesische Markt dann auch ganz plötzlich die Benchmark für die Güte der Rechenknechte in den Fahrzeugen dar. Wie anspruchsvoll ein Fahrzeug in der Hardware sein muss, bestimmt nicht mehr Fritz Müller in Untertürkheim, sondern Yu Wang im R&D-Center in Peking. Denn das wird nach dem Besuch in China klar: Dass China bereits 2015 der größte Markt für Mercedes-Benz war, wird uns als Journalisten – als Arbeitnehmer, als Ideengeber, als Käufer, als Fans einer Marke, als Autofahrer – vor Veränderungen stellen. Peking mag heute noch der Smog geplagte Moloch sein, in dem Rikschas, Pferdekarren und Maybachs sich die Straße teilen – aber wir stehen kurz vor dem Wandel. Weg vom gewaltigen Sprung, hin zu einem nachhaltigen Mobilitäts-Szenario. Und dass man in Peking, mal eben, per Gesetz, stinkende Zweitakter verboten hat und Rikschas wie auch Mofas rein elektrisch fahren, sollte uns zeigen, was machbar ist. Ein Denkverbot für eine rein elektrische Business-Limousine mit Stern auf der Haube? Das gibt es nicht mehr.

Die Widerspruch im Alltag auf Chinas Straßen. Der 100.000 € SUV und die Elektro-Rikscha zum sammeln von Wertstoffen. Sie teilen sich einen Verkehrsraum.
Die Widerspruch im Alltag auf Chinas Straßen. Der 100.000 € SUV und davor die Elektro-Rikscha zum Sammeln von Wertstoffen. Sie teilen sich einen Verkehrsraum.

Weil es nicht stinkt

Selbst die Rikschas fahren mit einem Elektroantrieb. Sicher, man will nicht wissen, auf was für einer Akku-Konstruktion man sitzt und wer die Kupferdrähte des E-Motors gewickelt hat, aber Fakt ist: Man sitzt in einer Elektro-Rikscha relativ leise – aber brutal gefährlich. So zumindest der Eindruck als Europäer. Rikscha-Fahrer kümmern sich nicht um Einbahnstraßen, Fußgängerzonen und Ampel-Signale, man fährt, wo man fahren kann. Dass man in Chinas Hauptstadt die Zweitakter aus der Stadt verbannt hat und Mopeds wie Rikschas mit E-Antrieb fahren, hilft. Dennoch spürt man bei Tempo 40 förmlich den Partikel-Dreck in der Luft. Der Umstieg auf Elektromobilität erscheint unvermeidbar. Und Mercedes-Benz beteiligt sich, wie alle anderen Hersteller aus Deutschland, an Automobil-Herstellern aus China. Die offiziellen Dienstleister (Dieter Zetsche bezeichnet sich selbst gerne als den „obersten Dienstleister“ des Unternehmens) drücken die Verbundenheit zum Markt in China mit einer chinesischen Flagge am Revers aus. Was dem Besucher fast mehr auffällt als die Denza-Elektrofahrzeuge auf den Straßen Chinas. Zieht man die Förderungen in China ab, so kostet dieses E-Auto mit seiner Reichweite von knapp 300 km umgerechnet rund 37.000 €. Da relativiert sich der Hype um das Model S und man fragt sich: Warum kann man es in China umsetzen? Weil die Regierung Druck macht? Weil es am Ende eben notwendig wird? China. Ein Land, das man gerne in der Position der Nachrücker in der Industrie-Welt sieht. Das am Ende in vielen Disziplinen aber bereits weiter ist als wir …

Peking 2016 006 Eindrücke

Weil das „Ich“ zählt

Der Kommunismus der frühen Jahre Chinas gerät in Vergessenheit. Aus dem Wir wird ein Ich. Mit dem Wohlstand wächst der Wunsch zur Individualisierung. Auch in China. Ein exzellenter Zeitpunkt, um ein völlig neues Autohaus zu testen. Aus dem „freundlichen Mercedes-Händler“ wird der Mercedes.me Store.

Pünktlich zur Automobilmesse in Peking hat Mercedes-Benz im hippen Stadtteil Sanlitun den ersten Mercedes.me Store in China (nach Hongkong) eröffnet. Und sich entsprechend angepasst: Es wurde gleich einmal der „größte“ Mercedes.me Store weltweit! Anstatt nach Motoren-Öl riecht es nach Kaffee, anstelle von Schlagschraubergeräuschen aus der Werkstatt gelangt seichte Aufzugsmusik an das Ohr. Zeit für einen weiteren Wandel? Vermutlich. Das Geschäft ändert sich. Selbst noch in einer Auto-Werkstatt mit Vertrieb gelernt, empfinde ich den Mercedes.me Store als wundervolle kleine Welt des neuen, multimedialen, vernetzten Autokosmos. Service am Auto? Heute oft nur noch ein Fall für Bits und Bytes- Geschubse per Diagnose-Tablet. Dass man da über die Vertriebskonzepte der Zukunft nachdenkt, ist nur konsequent. Saubere Autos, saubere Finger. Maximal ein Kaffeefleck auf dem Hemd. Der in Sanlitun eröffnete und 2.400 qm große Mercedes.me Store verknüpft die unterschiedlichen Daimler-Welten. Smart, AMG und Mercedes-Benz – alles unter einem Dach. In einer Umgebung, in der man sich Zeit lassen will. Man fährt nicht in das Autohaus, weil man muss – sondern weil man will. Aus dem schnöden Autohaus-Besuch wird ein Erlebnis, in der man die Marke kennen lernt. Der gewaltige „me-Schriftzug“ vor dem Store ist da nur ein wenig subtiles Sinnbild für den Wandel, den nun auch die Chinesen durchmachen. Ein Volk besteht nun einmal aus vielen „Ich’s“.

Eine der Ideen für die Zukunft? Ein Tag der von 0 bis 13 Uhr geht ... oder so.
Eine der Ideen für die Zukunft? Ein Tag, der von 0 bis 13 Uhr geht … oder so.

Weil man nichts von heute auf morgen verändert

14.5 Milliarden. Auf diese Summe erhöht Mercedes-Benz in 2016 und 2017 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Ein Teilbereich, den die Automobil-Hersteller gerne aus der Öffentlichkeit halten. Doch Mercedes-Benz bot in Peking auch einen Blick hinter die Kulissen. R&D nennen sich die Orte, an denen die automobile Zukunft geformt wird. Research & Development. Mercedes-Benz baut die eigene Präsenz in China weiter aus. Wobei nicht nur die Technik eine Rolle spielt. Der Chinese an sich hat es wenig mit Traditionen und so muss sich auch das Design anpassen. Da können wir jetzt als Deutsche grimmig dreinschauen, wer so viele Autos kauft wie die Chinesen, der bestimmt auch den Weg, den das Design geht. Zumindest bestimmt man es „mit“.

Autonom, vernetzt und lokal emissionsfrei. Die Vision der Zukunft für das Auto ist klar formuliert. Und um diese Ziele zu erreichen, stockt Mercedes-Benz die Zahl der Mitarbeiter vor Ort weiter auf. Während man auf der ganzen Welt daran arbeitet, die googles, Apples, Facebooks und Microsofts in das Auto zu bekommen, spielen in China gänzlich andere Hersteller eine Rolle. Eine Google-Implementation in der E-Klasse? Für den Kunden in China wert- und nutzlos. Tencent mit WeChat (eine Art WhatsApp), Baidu (das Google Chinas) und weitere lokale Anbieter müssen in China integriert werden. Und während man noch denkt, na ja, dann spielt man eben deren Software auf, erinnert man sich an den weiter oben genannten Punkt: 1.5 Milliarden Points of Interest, eine komplexe Sprache und der Wunsch die Bedienung per Sprache (lokal verarbeitet) zu übernehmen. Da wird einem bewusst – die Hardware-Anforderungen sind immens. Plötzlich ist nicht mehr Sindelfingen oder Sunny Vale der Maßstab, sondern Beijing. Es will ja niemand Windows 10 auf einem 386er installieren.

Für die Automobil-Industrie sind das massive Veränderungen. Zurück zum Flughafen geht es wieder auf dem Rücksitz einer S-Klasse. Wobei es auch die lange E-Klasse hätte sein können. Platz und Freiraum in einer Welt, einem Straßenverkehr, in dem sich der „Einzelne“ gerade erst entdeckt. Bis es soweit ist, werden Lücken gesucht und gefunden, wo wir Mittel-Europäer nur mit dem Kopf schütteln.

Peking 2016 002 Eindrücke

Fazit: Horizont-Erweiterung auf chinesisch und die Erkenntnis: China wartet nicht.

Nein. Ich bin nicht wegen den 14 Zentimetern Radstand nach China geflogen. Die E-Klasse mit dem langen Radstand spielt für uns keine Rolle. Doch genau da fängt der Denkfehler an. Denn wenn die Entwicklung so anhält, dann ist es nicht mehr die Frage, welche Rolle die Dinge für uns spielen – sondern welche Rolle wir für China spielen. Der Markt mag sich nicht mehr so explosionsartig entwickeln wie die letzten 10 Jahre – aber er verändert sich zu einem wertigen Markt. Einem Markt, an dem Veränderungen schneller akzeptiert werden. Der Blick zur E-Mobilität zeigt es, aber auch der Rundgang über die Messe: Die ganz merkwürdigen China-Autos werden weniger.

Dass man in China als Gesprächspartner junge Damen unter 30 mit Doktor-Titel bekommt, die einem nach höflichen ersten Gesprächsrunden in Englisch, später auf Deutsch Rede und Antwort stehen, sollte einem auch zu denken geben.

Am Ende waren es 8.000 km für frische Eindrücke aus einem Land, das uns so fern scheint. Aber doch näher ist, als wir denken. Was nicht nur daran liegt, dass dieser Artikel auf Hardware „made in China“ geschrieben wurde …

 

 

tl:dr:

Der Besuch in China tut not, wenngleich die automobilen Themen in diesem Fall – trotz mehr Radstand- kürzer ausfielen. China ist eine Marktmacht, die man sich immer wieder in Erinnerung rufen muss. Neben den reinen wirtschaftlichen Möglichkeiten muss man sich allerdings auch den Willen und die Leistungsbereitschaft der „jungen Generation von Chinesen“ vor Augen führen. Was man daraus lernt? Wenn Du nach China reisen kannst, tue es! Es wird Deinen Horizont erweitern.

Kürzer, journalistischer? Bitte: Interview mit Konzernlenker Dr. Zetsche und Peking, der ganz normale Wahnsinn. Vorstellung neue E-Klasse lang, und smart Brabus in Peking.

 

Blog: Round-Table mit Dr. Z.

Ein Round-Table mit dem Boss. So eine Einladung schlägt man nicht aus. Die Reise zum Automobil-Salon in Peking hielt für mich persönlich ein solches Highlight bereit. Eine Audienz beim Papst würde mich weniger reizen. Dr. Z., der charismatische Auto-Boss, der nicht nur Mercedes-Benz lenkt, sondern ganz nebenbei den gesamten Daimler-Konzern. 284.000 Mitarbeiter, 149 Milliarden Umsatz in 2015. Da hört man gerne zu und stellt sich die Frage: Ja, was kann man so jemanden fragen?

Round-Table Gespräch mit Dr. Zetsche in Peking 2016

Dank dem Engagement von Volkswagen im „Dieselherbst 2015“ drängen sich „zum Glück“ viele Fragen auf: Wie lange wird der Dieselmotor noch Bestand haben? Warum zögert man bei Mercedes-Benz mit den alternativen Antrieben? War es wirklich sinnvoll, sich von TESLA zu trennen und aus einer Partnerschaft eine Mitbewerber-Situation zu formen? Und dann waren da ja noch die KBA-Ergebnisse von der Nachprüfung einer Vielzahl von PKW-Modellen. Bekannt geworden am Freitag, kurz vor Abflug nach Peking. Und auch Mercedes-Benz fand sich in dieser Meldung wieder. Allerdings bestätigte das KBA auch, dass kein anderer Hersteller einer unzulässigen Abschalt-Einrichtung nach dem VW-Vorbild überführt werden konnte. Eigentlich eine Menge Themen. Doch es sollte anders kommen. Die Diesel-Probleme sind kein Thema, alles, was Mercedes-Benz hierzu zu sagen hat, wurde in einer Presse-Meldung veröffentlicht – die Themen des Round-Table sollten sich daher um andere Fragen drehen. Bitte.

Und doch, die Fragen nach dem Diesel

Doch ein Tisch voller Journalisten ist nicht leicht zu bändigen. Und so kam die Frage aus der Auto-Zeitung Chefredaktion nach der Rolle des Dieselmotors, jetzt, nach den Skandalen. Der Daimler- und Mercedes-Boss Zetsche reagierte souverän, wie immer. Nach seinem ausführlichen Statement war klar: Die Investitionen, die man bei Mercedes-Benz jetzt erst in die jüngste Motoren-Generation OM 654 gesteckt hat, die schreibt man nicht einfach ab. Die Rolle des Dieselmotors ist vor allem in Deutschland eine elementare. Zudem sind Wirkungsgrad und Effizienz erneut gestiegen. Für Vielfahrer bleibt der Dieselmotor noch auf absehbare Zeit die richtige Wahl. Dr. Zetsche wurde jedoch nicht müde, die Bestrebungen des Konzerns, neue Technologien zur Marktreife zu bringen, zu betonen. In 2017 wird Mercedes-Benz, nach aktueller Planung, den ersten SUV mit Brennstoffzelle in einer Kleinserie anbieten. Einer reinen Business-Limousine mit E-Antrieb nach TESLA-Vorbild beschied man derzeit jedoch keine Marktchancen. (Anmerkung: Der Autor wundert sich und schweigt … )

Wie wichtig ist China, wo sich aktuell das Wachstum verlangsamt?

Die Antwort auf diese Frage gab Dr. Z. an den für den China-Markt verantwortlichen Vorstand Hubert Troska weiter. Die Antwort ebenso deutlich wie wenig verwunderlich. Denn auch wenn die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten zu Ende gehen, so bleibt China auf unabsehbare Zeit ein Markt, der sich mit gesunden Wachstumszahlen hervortun wird. Hubertus Troska führte weiter aus, mit welcher Zuversicht sich Mercedes-Benz deswegen auf diesem Markt engagiert. Zudem hatte Mercedes-Benz bis 2015 deutlich mehr Potential als die Mitbewerber aus Deutschland. Darüber sprach man am Round-Table nicht, aber de facto hat Mercedes-Benz den „Elfer“, den man ihnen hinlegte, mit Bravour verwandelt.

Die Kopie: Ehre oder Ärgernis?

Ausgerechnet der Kooperationspartner BAIC stellt auf seinem Stand (direkt gegenüber vom Mercedes-Benz Stand) noch immer zwei Modelle aus, die einen an die etwas weniger ernsthaften Zeiten erinnern. Einfache Kopien westlicher Fahrzeuge. Darunter auch ein Auto, dessen Form, kneift man die Augen zusammen, auf unansehnliche Weise an die G-Klasse von Mercedes-Benz erinnert. Für Dieter Zetsche ist die Antwort einfach: „Ein Mercedes ist auch für den Kunden in China nur ein Mercedes, wenn er vom Original produziert wird. Eine Relevanz haben diese Kopien für uns nicht.“

Der Weg zum Mobilitäts-Dienstleister

In einem Land, in dem die Menschen zum Teil nur vom eigenen Automobil träumen können, startet Mercedes-Benz nun auch mit dem Carsharing-Angebot Car2Go. Ein Kollege stellt die Frage, ob dieses Land hierfür bereits reif ist. Auch diese Frage gibt Dr. Zetsche an Hubertus Troska weiter. „400 Smart wurden für Chonqing und Car2Go ausgeliefert und stehen dort im „free flow“- Carsharing zur Verfügung. Diese werden zum Teil auch von Daimler-Mitarbeitern dort, vor Ort, direkt genutzt. Man ist durchaus überzeugt von den Potentialen und einem wachsenden Carsharing-Markt, eben auch in China. Chonqing ist hierfür ein guter Start“.

Dr. Z. – der Sympathie-Sieger

Wer den Daimler und Mercedes-Benz-Boss im persönlichen Gespräch erlebt, der spürt die Ruhe und Souveränität, die von dem erfolgreichen Konzern-Lenker ausgeht. Widerworte? Schwer zu formulieren, denn Dr. Z. pariert auch kritische Fragen mit einer großen Sympathie-Wirkung. Dr. Z. dürfte jedoch mittlerweile, auch wenn er die kritischen Fragen charmant abwehren kann, der Wind zum Thema „Elektromobilität“ harsch und unangenehm ins Gesicht wehen.  Dem Erfolg von Mercedes-Benz in China steht der Mangel an E-Fahrzeugen im Mercedes-Portfolio derzeit noch nicht im Weg. Noch ist Platz – und Zeit – für eine wachsende Plug-In Hybrid-Strategie und vor allem für eine Beschleunigung beim Thema „autonomes Fahren“ und „Konnektivität“. Beides Themen, bei denen ausgerechnet der einst so spießige Daimler mittlerweile mit Karacho vorneweg fährt. Für die Souveränität des Lenkers gibt es also –trotz aller Baustellen – auch sehr gute Gründe.

 

China-Trends – Hauptsache SUV

Einst belächelt, dann beachtet, jetzt gefürchtet. Die chinesischen Autohersteller durchlebten das gleiche Schicksal, das einst ihren asiatischen Nachbarn widerfuhr. Auch die Japaner und dann die Koreaner wurden zunächst nicht wirklich ernst genommen. Spätestens seit dieser Automesse in Peking könnte sich das auch für die einige der großen chinesischen Firmen ändern.

Viele bei uns oft völlig unbekannte Firmen haben durchaus Beachtenswertes vorzuweisen und stellen es selbstbewusst auf die Messebühne. Gefühlte 80 Prozent aller neuen Modelle gehören zu der auch in China allmächtigen Gattung der SUV. Dennoch fördert ein Messerundgang neben Alltäglichem auch manch Überraschendes zu Tage.

Roewe hatte einst Rechte und Emblem der verblichenen englischen Firma Rover übernommen
Roewe hatte einst Rechte und Emblem der verblichenen englischen Firma Rover übernommen

Das kleine SUV V3 EV von Zhonghua etwa ist gerade mal 4,20 Meter lang und rollt normalerweise mit einem 1,5-Liter-Benziner mit 80 kW/110 PS. Neu ist eine Version mit Elektromotor, für die es aber noch keine genauen Daten gibt. Die elektrische Reichweite des Fünftürers soll bei etwa 160 Kilometer liegen.

Auffallend beim Besturn X 6 ist die Gestaltung der Frontpartie inklusive Scheinwerfer und der verdeckte hintere Türgriff. Das schicke SUV ist das zweite Modell dieser Art im Modellprogramm des VW-Partnerkonzerns FAW. Nähere technische Daten sind noch nicht bekannt.

Das 4,42 Meter lange SUV Hawtai E260 wäre in Deutschland wohl kaum verkäuflich - wenn für das Erreichen der Reichweite nicht schneller als 60 km/h gefahren werden darf
Das 4,42 Meter lange SUV Hawtai E260 wäre in Deutschland wohl kaum verkäuflich – wenn für das Erreichen der Reichweite nicht schneller als 60 km/h gefahren werden darf

Die neue Untermarke des bekannten Herstellers Chery heißt Cowin und verschreibt sich mit der modern gestylten Studie eines kommenden SUV dem Thema Vernetzung. Als Namen trägt der Neuling zwei chinesische Schriftzeichen. Technische Details sind auch hier noch nicht bekannt

Das 4,42 Meter lange SUV Hawtai E260 wäre in Deutschland wohl kaum verkäuflich: Zwar trägt es das heute weit verbreitete Outfit solcher Autos und hat einen Elektromotor mit 80 kW/110 PS der pro Batteriefüllung gut 300 Kilometer weit kommen könnte – Voraussetzung ist aber, dass nicht schneller als 60 km/h gefahren wird.

Die neue Untermarke des bekannten Herstellers Chery heißt Cowin und verschreibt sich mit der modern gestylten Studie eines kommenden SUV dem Thema Vernetzung
Die neue Untermarke des bekannten Herstellers Chery heißt Cowin und verschreibt sich mit der modern gestylten Studie eines kommenden SUV dem Thema Vernetzung

Renault Twingo oder Smart Forfour lassen grüßen: Der viertürige, 3,62 Meter kurze Viersitzer e-cool ist ein reines Elektroauto, dessen Reichweite bei gut 200 Kilometern liegen soll. Der Name drückt aus, was der Winzling sein will – nämlich „cool“

Auffallend beim Besturn X 6  ist die Gestaltung der Frontpartie inklusive Scheinwerfer und der verdeckte hintere Türgriff
Auffallend beim Besturn X 6 ist die Gestaltung der Frontpartie inklusive Scheinwerfer und der verdeckte hintere Türgriff

Die fünftürige Coupé-Limousine von Roewe „Vision S“ hat den Schönheitspreis unter allen China-Neuheiten verdient. Roewe hatte einst Rechte und Emblem der verblichenen englischen Firma Rover übernommen. Wie leider üblich sind auch hier noch keine Details bekannt.

(Peter Maahn/SP-X)

Livestream: Mercedes-Benz auf der Auto China 2016

Maßgeschneidert für China

Weltpremiere der E-Klasse Langversion
Asien-Premieren des GLC Coupé und des smart forfour

Mercedes-Benz präsentiert auf der Auto China 2016 in Peking die um 140 Millimeter gestreckte Langversion der neuen E-Klasse. Im Fond der speziell für China entwickelten und in China produzierten Limousine genießen die Passagiere einen großzügig erweiterten Fußraum auf einer Sitzanlage mit vielen Komfortfunktionen. Im Interieur der Limousine ist moderner Luxus mit hochwertigen Materialien stilsicher für den chinesischen Markt neu interpretiert.

Nur ein Jahr nach der Weltpremiere des GLC Coupé Showcars in Shanghai debütiert die Serienversion des GLC Coupé in Asien. Das GLC Coupé ist ein neuer, besonders sportlicher Traumwagen im stetig wachsenden SUV-Portfolio von Mercedes-Benz. Die Kombination aus multifunktionalem SUV und emotionalem Coupé verbindet Intelligenz mit Emotion.

Ebenfalls Asien-Premiere feiern das Mercedes-AMG C 63 Coupé, das den nächsten Schritt auf dem Weg zu noch mehr technischer und optischer Eigenständigkeit darstellt und der neue SLC, der pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum deutlich optimiert antritt.

Neues gibt es auch von smart: Der leistungsgesteigerte smart BRABUS feiert Weltpremiere. Als fortwo, fortwo cabrio und forfour zählen die neuen BRABUS Modelle zu den sportlichsten Fahrzeugen in ihrem Segment.

Automarkt in China – Man wird normal

Der chinesische Automarkt wird in den kommenden Jahren langsamer wachsen. Die Unternehmensberatung PWC rechnet für die nähere Zukunft nur noch mit mittleren bis höheren einstelligen Werten. Die Zeiten, in denen das Wachstum im Schnitt bei mehr als 20 Prozent lag, seien vorbei. Bereits im vergangenen Jahr sei der Markt nur dank staatlicher Unterstützung noch um 6,7 Prozent gewachsen.

Das führt nach Prognose der Unternehmensberater zu intensiverem Wettbewerb und der lang erwarteten Konsolidierung. Zurzeit gibt es in China mehr als 180 Fahrzeugbauer, darunter etliche lokale.

Nicht nur bei den Wachstumsraten nimmt der chinesische Automarkt zunehmend westliche Züge an. So sind zum Beispiel die Gebrauchtwagenverkäufe zwischen 2010 und 2015 im Schnitt um knapp 19 Prozent gewachsen. Noch vor Jahren kam für die meisten chinesischen Autokäufer aus Prestigegründen nur der Erwerb eines Neuwagens infrage. Während die erste Käufergeneration das Auto gern komplett bar zahlte, sehen die Berater zudem einen Wandel hin zu Kreditfinanzierung und Leasing.

Jaguar XF: In China auf die Streckbank

Auf dem Weg zum Global Player startet Jaguar die erste Fahrzeugmontage in China.

Seit der Übernahme durch den indischen Tata-Konzern gedeihen die britischen Marken Jaguar und Land Rover prächtig. Während die Off-Road-Marke schon immer zur Benchmark in ihrem Segment zählte, konnte Jaguar das einengende Adelskostüm abstreifen und tritt „Smart Casual“ gegen die vor allem deutschen Premiummarken an. Um mit den Großen mitzuspielen lancierte man z.B. ein kleineres Modell, den XE, dazu wird aktuell der erste Jaguar SUV namens F-Pace in den Markt eingeführt.

Und weil die erklärten Mitbewerber vom Schlage BMW, Mercedes und Audi in China sehr erfolgreiche Strategien mit auf lokale Bedürfnisse angepasste Modelle fahren, gibt es bald auch den ersten Jaguar aus einer chinesischen Fabrik.

Den Bedürfnissen chinesischen Geschäftsleute und ihrer Vorliebe für das Gefahrenwerden entsprechend hat Jaguar dafür den XF auf die Streckbank geschnallt.  Zusammen mit dem chinesischen Joint-Venture-Partner Chery betreiben die Briten eine Fabrik in Changshu. Dort sind bereits 4.500 Menschen in Lohn und Reis, da sie seit 2014 bereits die Modelle Range Rover Evoque und Land Rover Discovery Sport  zusammenbauen. Der verlängerte Jaguar XF kommt im zweite Halbjahr 2016 hinzu, Premiere feiert er Ende April auf der Automesse in Peking.

Die Chinesen bekommen also „ihren“ XF. Natürlich wissen wir, dass der deutsche Markt nur einen Bruchteil so groß ist wie der im Reich der Mitte, aber dennoch wünschen wir uns – F-Pace hin oder her – weiterhin wieder einen XF Kombi.

Chinesen bevorzugen diese Perspektive aufs Cockpit: Von hinten rechts.
Chinesen bevorzugen diese Perspektive aufs Cockpit: Von hinten rechts.

News: VW Phideon – Der kleine Phaeton für China

Weil in China eine kaufkräftige Mittelschicht heranwächst, denen zwar ein Audi A6 noch zu teuer ist, die aber auch keinen VW Passat oder den ganz ähnlichen Magotan mehr fahren wollen, reagiert Volkswagen nun mit dem Phideon. Die Fünfmeter-Limousine wurde ganz nach den individuellen Wünschen der chinesischen Autofahrer konzipiert und entstand in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Joint-Venture-Partner SAIC-Volkswagen in Shanghai. Auch die Produktion erfolgt in China.

Weil in China eine kaufkräftige Mittelschicht heranwächst, denen zwar ein Audi A6 noch zu teuer ist, die aber auch keinen VW Passat oder den ganz ähnlichen Magotan mehr fahren wollen, reagiert Volkswagen nun mit dem Phideon.
Weil in China eine kaufkräftige Mittelschicht heranwächst, denen zwar ein Audi A6 noch zu teuer ist, die aber auch keinen VW Passat oder den ganz ähnlichen Magotan mehr fahren wollen, reagiert Volkswagen nun mit dem Phideon.

Mehr Chrom, mehr Holz, mehr Dekorelemente und ein auf den Fahrer zugeschnittenes, hochmodernes Cockpit zeichnen den Innenraum des Phideon aus. Zentral im Armaturenbrett tickt auf ausdrücklichen Wunsch der Chinesen wie im Luxussegment eine hochwertige Analoguhr. Zusätzlich bietet die Oberklasse-Limousine grandiose Beinfreiheit im Fond. Kein Wunder bei einem Radstand von gut drei Metern. „Der Phideon erfüllt alle Kriterien einer Chauffeurslimousine“, sagt VW-Designchef Klaus Bischoff.

Mehr und mehr chinesische Autofahrer lieben es mittlerweile jedoch, sich selbst hinter das Lenkrad zu setzen. Was VW dem Phideon unter die Haube gepackt hat, dürfte sie nicht enttäuschen. Das Messemodell ist mit einem Dreitliter-V6-Benziner (300 PS) und Allradantrieb ausgestattet und wird dann sicher den oberen Rand des Preisrahmens von 400.000 RMB erreichen, umgerechnet rund 55.000 Euro. Die Basis soll bei 300.000 RMB (41.000 Euro) starten und wird den Zweiliter-TSI-Benziner sowie Frontantrieb erhalten. Dieselmotoren mögen die Chinesen nicht. Eher schon Plug-in-Antriebe, weil diese steuerlich subventioniert werden und bessere Aussichten auf die Zuteilung eines Kennzeichens in den Großstädten bieten. VW plant eine GTE-Variante des Phideon im nächsten Jahr.

Technisch entstand der Phideon – der Name ist ein Kunstwort und soll phonetisch an Fides, die römische Göttin der Treue erinnern – als erster Volkswagen auf dem modularen Längsbaukasten MLB (der Passat basiert auf dem MQB, der Motor ist hier quer eingebaut) und zeigt zudem die neue Designausrichtung der Marke Volkswagen: eine sehr breitenbetontes Gesicht und extrem saubere Karosseriefalze. Die sogenannte Charakterlinie an der Flanke nimmt hier einen Superlativ ein. Mit dem Rekordwert von nur 114 Grad wurde das äußere Karosserieblech so scharf gebogen, dass unterhalb der Linie eine Schattenfuge entsteht, die fast konkav wirkt und dem Phideon eine hohe Präzision verleiht.

Die Fünfmeter-Limousine wurde ganz nach den individuellen Wünschen der chinesischen Autofahrer konzipiert und entstand in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Joint-Venture-Partner SAIC-Volkswagen in Shanghai.
Die Fünfmeter-Limousine wurde ganz nach den individuellen Wünschen der chinesischen Autofahrer konzipiert und entstand in Zusammenarbeit mit dem langjährigen Joint-Venture-Partner SAIC-Volkswagen in Shanghai.

Jetzt wird sich Volkswagen die Frage gefallen lassen müssen, warum solch eine Oberklasse-Limousine nicht bei uns angeboten wird? Zumal zwischen dem Passat und dem Phaeton noch wunderbar Platz wäre. Offiziell nimmt VW hierzu keine Stellung. Doch soll der Phideon, so ist zu hören, schon bald auch außerhalb Chinas verkauft werden. Gut möglich, dass eines Tages Europa dazugehört.

Autor: Michael Specht/SP-X

News: Qoros 2 SUV Concept – Mokka-Konkurrent aus China

Mit der Studie eines Mini-SUV präsentiert sich der chinesische Hersteller Qoros auf der Auto Show in Shanghai (22. bis 29. April). Der kleine Crossover namens Qoros 2 SUV soll einen Ausblick auf das kommende Design und die künftige Technik der Marke geben. Den Antrieb übernimmt ein nicht näher beschriebener Plug-in-Hybridantrieb mit elektrisch zuschaltbarer Hinterachse. Dazu soll es ein neues automatisches Ladesystem geben, das das manuelle Einstöpseln des Ladekabels unnötig macht. Ob der Nissan-Juke- und Opel-Mokka-Konkurrent in Serie geht, ist noch unklar.

Bislang bietet die ehrgeizige chinesische Marke drei Modelle an, entgegen ursprünglichen Ankündigungen allerdings nicht in Europa. In China haben sich die kompakten Limousinen Qoros 3 Hatch und Qoros 3 Sedan sowie das davon abgeleitete Kompakt-SUV Qoros 3 City SUV im vergangenen Jahr rund 7.000 Mal verkauft. Die neue SUV-Studie basiert nicht auf der Plattform der drei Serienmodelle, sondern nutzt Kleinwagentechnik der Konzernmutter Chery.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Weltweite E-Auto-Neuzulassungen – China macht einen Sprung

Die USA bleiben der weltgrößte E-Auto-Markt. Im vergangenen Jahr wurden dort 119.000 rein elektrische Fahrzeuge sowie Plug-in-Hybridmodelle verkauft. Das entspricht laut dem Informationsdienstleister Inovev einem Plus von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auf Rang zwei liegt Europa mit 93.000 Fahrzeugen und einem Zuwachs von 56 Prozent. Die E-Auto-Neuzulassungen in China summierten sich auf 47.418 Einheiten, was dem dreieinhalbfachen Wert des Vorjahres entspricht.

In den USA und China konzentrieren sich die Verkäufe auf wenige Modelle. In den Vereinigten Staaten entfallen 85 Prozent der Neuzulassungen auf den Marktführer Nissan Leaf sowie den Chevrolet Volt und das Tesla Model S. In China vereinen BYD Qin, Chery QQ3, Zotye E20 und BAIC E150 EV rund 75 Prozent des Marktes auf sich. Der Markt in Europa zeigt sich ein deutlich ausgeglicheneres Bild. Die drei erfolgreichsten Modelle – Nissan Leaf, Mitsubishi Outlander und Renault Zoe – erreichen einen gemeinsamen Anteil von knapp 50 Prozent. Dicht dahinter folgen Volvo V60 Plug-in-Hybrid und Tesla Model S sowie mit etwas Abstand ein Quartett aus BMW i3, VW E-Up, VW Golf GTE und Renault Kangoo Z.E.

Insgesamt wurden in den USA 2014 laut Verband der Automobilindustrie (VDA) 16,4 Millionen Autos aller Antriebsarten verkauft, China kam auf 18,4 Millionen Neuzulassungen. In Europa rollten 13 Millionen Neuwagen auf die Straße.

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News: Neuartiger 1+1-Sitzer aus China – E-Auto für unter 2.000 Euro

Der chinesische Automobilhersteller Shengtianri (etwa: Himmlischer Wagen des Volkes) will noch in diesem Jahr ein E-Auto für Großstädte anbieten, das sich praktisch jeder chinesische Arbeiter leisten kann. Für 2016 ist auch ein Export nach Europa und damit auch nach Deutschland vorgesehen. Hier könnte der Preis nach ersten Berechnungen bei unter 2.000 Euro beginnen.

Der Zidong Dinti (etwa: Selbstfahrer) ist ein 1+1-Sitzer von rund 2,80 Meter Länge, der mittels eines Elektromotors angetrieben wird, der wiederum seine Energie aus einer relativ kleinen Batterie erhält. Der Clou: Ein vollgeladener Akku reicht zwar nur für 30 Kilometer, der Beifahrer kann jedoch über eine fahrradähnliche Pedalerie zum einen das Fahrzeug etwa bei Bergauffahrten direkt unterstützen oder in entspannteren Fahrsituationen durch zusätzliches Treten die Batterie aufladen.

„Je nach der Konstitution der Beifahrerin verfügt der Zidong Dinti damit über eine quasi unbegrenzte Reichweite“, erläutert der norwegische Chefingenieur des Unternehmens, Garke Inplan, die Vorteile des Konzepts. Die Idee sei ihm während eines Tretroller-Wettkampfs in seiner Heimatstadt Trondheim gekommen. Sein chinesischer Arbeitgeber Shengtianri sei von der Idee auf Anhieb begeistert gewesen und sehe darin einen entscheidenden Beitrag zur Lösung der urbanen Mobilitäts- und Umweltprobleme.

Europäische Experten sehen die Zukunft für das Tret-/Elektro-Mobil nicht ganz so rosig, was in erster Linie an kulturellen Unterschieden liegt. So ist der Beifahrerplatz im Zidong Dinti sehr eng gehalten und auf die Größe chinesischer Frauen ausgelegt. In Deutschland dürfte sich das weibliche Geschlecht kaum mit einem ständigen Platz an den Pedalen zufrieden geben. Und da es hierzulande kaum eine genügend große Zahl kleinerer Männer für eine mobile Stromerzeugung gibt, wäre die Zielgruppe wohl nur sehr klein. Entsprechend wären positive Umwelteffekte wohl kaum messbar.

Autor: A.P. Rilgag | sp-x

Impressionen von der Autoshow in Peking – 2014

Peking 2014: Die Neuheiten von Mercedes-Benz

Zwei Weltpremieren und acht Neuheiten für den pulsierenden Automarkt in China. Mercedes-Benz hatte sich für die Autoshow in Peking ein buntes Feuerwerk ausgedacht.

Peking 2014 – Mercedes-Kracher für China

Auch wenn der Mercedes MLC den größten Wirbel verursachte, die C-Klasse mit dem langen Radstand ist erst einmal die wichtigere Neuheit. Denn diese wird auch so verkauft. Während das „SUV Coupe concept“ noch bis 2015 brauchen wird, bis es reif für den Markt ist.

Die C-Klasse in der L-Variante

Die C-Klasse von Mercedes-Benz mit langen Radstand. In China feierte sie ihre Weltpremiere und wird auch dort produziert werden. Das Vorgänger-Modell verkaufte sich mehr als 150.000 mal und gehört zu den wichtigsten Fahrzeugen der Marke Mercedes in China. C wie China. Wie im Rest der Welt auch, ist auch die C-Klasse in einer klassischen Version und einer AMG-Style Version erhältlich. Mercedes nennt die beiden Versionen „Sedan“ und „Sport Sedan“. Der eine trägt den Stern klassisch auf der Motorhaube, der andere packt den AMG-Grill mit großem Stern in die Haube. Übrigens habe ich in China zum ersten Mal einen beleuchteten Mercedes-Stern für den Kühlergrill entdeckt – nicht bei einem Tuner, sondern ganz offiziell bei Mercedes-Benz auf dem Stand:

beleuchteter stern

Die zweite Welt-Premiere in Peking, das Mercedes-Benz SUV Coupe Concept MLC

„Als Coupé sinnlich – als SUV visionär!“, mit diesen knappen Worten skizziert Gorden Wagener, Chefdesigner von Mercedes-Benz, die Physiognomie des Concept Coupé SUV. Das viertürige und allradgetriebene Coupé streckt sich auf eine Länge von knapp fünf Meter und erreicht mit seinen breiten Schultern und den ausmodellierten Radläufen eine Breite von gut zwei Meter. Dabei begnügt es sich mit einer Höhe von rund 1,75 Meter und zeigt die typische, weil flach getreckte Dachlinie eines Sportcoupés. „Das Concept Coupé SUV besticht durch seine extremen Proportionen und interpretiert dabei perfekt unsere Mercedes-typische Coupé-Formensprache. Soweit der Presse-Text der Schwaben für die Premiere des MLC.

Die Rückansicht des MLC soll an die vor kurzem erst vorgestellte Coupé-Version der S-Klasse erinnern, die Front mit dem massiven Kühlergrill, den großen Kühlluft-Öffnungen und den ausgestellten Flaps will als Offroad-Interpretation des AMG-Gesichtes verstanden werden.

Die großen Radkästen werden von feisten 22-Zöllern mit 305er Bereifung ausgefüllt und die flach auslaufende C-Säule will an den dynamischen Formenverlauf von Shooting-Brake und den viertürigen Coupés aus dem eigenen Hause erinnern.

Auf dem Mercedes-Stand in Peking war die Studie den ganzen Tag über von einer großen Menschenmenge umringt. Während andere gerne vom X6 der Schwaben reden, sehe ich den MLC als deutlich elegantere Varianz des SUV-Coupé Themas. Was vom leichten Dachbogen, dem eleganten Heck und den großen Rädern noch übrig bleibt, sobald die Serienproduktion ansteht – bleibt erst einmal offen. Sicher ist: Der MLC wird 2015 in Serie gehen!

Unter der Haube wird sich unter anderem der neue Achzylinder-Turbo vergnügen und als Kraftübertragung steht das neue 9-Gang Automatikgetriebe der Stuttgarter parat. 4matic, der Allradantrieb aus dem Hause Mercedes-Benz wird obligatorisch sein.

Acht neue Modelle für den drittgrößten Pkw-Markt der Welt

Mit insgesamt acht neuen Modellen, darunter der CLA 260 4MATIC, der CLA 45 AMG, das neue S-Klasse Coupé und die S 600 Limousine, setzt Mercedes-Benz seine Produktoffensive in China mit Hochdruck fort. Bis 2015 werden insgesamt rund 20 neue oder gründlich überarbeitete Fahrzeuge auf den Markt kommen, als Höhepunkt der neue GLA, der ab 2015 auch in China vom Band rollen wird.

Canon EOS 6D - Fotos Bjoern Habegger

Peking 2014: Autoshow der Superlative

China – Die Peking Autoshow ist eine Messe der Superlativen. Nicht was die Größe der Hallen angeht, nicht was die Anzahl der Hallen auf dem Messegelände angeht, nicht die pure Fläche der Messe und auch nicht was die Zahl der Autos oder der Neu-Vorstellungen betrifft.

Es ist ganz einfach dieses Land China. Ein Land voller unwirklicher Gegensätze und einer unfassbaren Bevölkerungsanzahl von 1.35 Milliarden Menschen.

Peking gehört zu den Mega-Citys dieser Welt.  Bei dieser enorm großen Zahl an Einwohnern, findet man einfach keinen leeren Quadratmeter mehr. Die inoffizielle Einwohnerzahl Beijings schätzten Experten auf knapp 20 Millionen Menschen.

Während in Europa und den USA schon längst mindestens ein PKW vor nahezu jedem Haushalt parkt, besitzt das Auto in China eine noch sehr junge Geschichte. Der Chinese an sich hat die Lust am Auto, den Sinn der individuellen Mobilität und auch den Spaß am Steuer, gerade erst für sich entdeckt.

Und wenn in dann in Peking die Hallen der 2014er Autoshow geöffnet werden, dann ist selbst bei einem geringen Prozentsatz derer, die sich das Auto hier derzeit leisten können, der Andrang und das Interesse riesengroß. Und die Hallen damit entsprechend voll.

Messestand mercedes-benz peking

 

Peking – Schubsen gehört dazu

Während mein Rundgang über die Peking Automobilshow am eigentlichen Presse-Tag stattfindet, fluteten dennoch mehr Menschen die Hallen der Automobilen Träume, als an einem Ferientag mit halben Preisen auf der größten Automobilmesse – der IAA – in Frankfurt. (Entweder lag es daran, dass die Hälfte der Chinesen die Medienarbeit für sich entdeckt hat – oder schlicht daran, dass man auch für den Presse-Tag reguläre Tickets kaufen konnte.)

Und diese aberwitzig große Interesse am Auto, das merkt der um Distanz bedachte Europäer dann auch am eigenen Leib. Autos fotografieren? Schwer. Es stürmt doch immer noch ein Chinese – oder zwei – zwischen Fotograf und Automobil. Konzentriert – zwischen lauthals in Mobiltelefone schreiende Chinesen – über die Messe laufen und die Neuigkeiten finden? Noch schwerer. Und schubsen gehört dazu.

mercedes cla debut peking

 

Hier im „Reich der Mitte“ erlebt man den Siegeszug des Automobils mit allen Sinnen

China ist mittlerweile der wichtigste Einzelmarkt der Welt. 2014 werden die Hersteller geschätzte 18 Millionen Autos in China verkaufen. Und die Hersteller aus Deutschland haben ihre Händler in der ersten Reihe positioniert. Der Marktanteil der chinesischen Hersteller am Mix der jährlich verkauften Fahrzeuge ist 2013 auf ein Allzeit-Tief von gerade noch 40% gesunken. Die Straßen rund um das Messe-Gelände verstopfen vor allem Volkswagen, Audi, japanische und auch koreanische Modelle. Wer sich die Mobilität leisten kann, der leistet sich gerne ein deutsches Auto. Oder wenigstens ein Modell aus den USA, Japan oder Korea.

mercedes s-klasse coupe s63 4matic

 

China und der Stern aus Stuttgart

Bislang lag Mercedes-Benz bei diesem Wettkampf um den chinesischen Kunden hinter den Premium-Kollegen aus Deutschland. Mit 100 neuen Händlern bis Ende 2015, umfangreichen Schulungsmaßnahmen für die Händler, neuen Modellen und einem Ausbau der Zusammenarbeit mit chinesischen Herstellern will man dies nun endgültig ändern.

 Daimler-Chef Dr. Zetsche |Peking 2014  Foto: Mercedes-Benz
Daimler-Chef Dr. Zetsche | Die C-Klasse in „L-Version“  in  Peking 2014 Foto: Mercedes-Benz

 

Premium auf Chinesisch? Mercedes will die Antwort liefern.

Eine große Rolle beim steigern der Umsätze und Erträge im Reich der Mitte, spielen die neue C-Klasse und die S-Klasse. Beide frisch auf dem Markt, feierte in Peking nun die neue C-Klasse mit langen Radstand ihre Premiere.

Langer Radstand
Der Chinese mag es üppig. Zumindest beim Automobil. Ein langer Radstand ist selbst bei Fahrzeugen im Segment einer C-Klasse völlig üblich. Ganz generell sitzen in China derzeit noch mehr Menschen pro Fahrt im Auto, als dies in Europa oder den USA der Fall ist. Ebenso ist es üblich die Geschäftspartner vom Flughafen abzuholen und einen Markt für Mietwagen gibt es in China – aufgrund des Zwangs zum chinesischen Führerscheins – derzeit nicht. Und so stehen im Stau der Millionenmetropole Peking die langen Versionen des noch länger verkauften Volkswagen Santana,  einträchtig neben den L-Varianten der S-Klasse von Mercedes. Ein langer Radstand ist nicht dem Luxus-Segment vorbehalten.

Den Markt verstehen
Wer erfolgreich Autos verkaufen will, der muss den Markt verstehen. Um dies zu erreichen, hat Mercedes-Benz vor Ort ein Entwicklungs- und Forschungscenter etabliert und sorgt für einen regen Austausch zwischen den Kollegen in Schwaben und China.

Hier arbeiten Experten an so scheinbar banalen Frage wie:
– Warum parkt der Chinese immer rückwärts ein?
– Was tun wir, damit sich der Chinese in Zukunft in seinem Auto anschnallt?
– Wie bekommt man das warme Tee-Wasser ins Fahrzeug?
– Und wie viele Handys lädt man in China im Fahrzeug?

Der Chinese parkt in Lücken die Quer zum Verkehr verlaufen, nicht vorwärts ein. Wer Fahrzeuge baut die man leicht rückwärts einparken kann, dank Assistenzsystemen und guter Rundumsicht, liegt in der Gunst vorne. Mercedes-Benz baut sichere Fahrzeuge, dem Chinesen ist dies bewusst, doch die Funktion des Gurtes schätzt er als überbewertet ein. So baumeln an den Schlüsselbunden der Chauffeure nicht selten so genannte Dummy-Gurtpeitschen die in das Gurtschloss gesteckt werden, damit das Piepsen der Gurt-Warner aufhört. Für den ängstlichen Fahrgast aus Europa haben findige Tüftler das doppelte Gurtschloss erfunden. Damit lässt sich der Gurt bei Bedarf verwenden, ohne den Dummy aus dem Schloss entfernen zu müssen.
Warmes Wasser, ein wichtiges Detail im Alltag der Chinesen. Tee spielt eine wichtige Rolle in der chinesischen Kultur und das auch beim Auto fahren, oder eben beim warten im Stau. Ebenso wird nach der Antwort auf die Frage; wie man den Spagat zwischen Cup-Holdern für den US-Markt, hier müssen nicht selten ganze Gallonen Softdrink im Cockpit platziert werden – und dem Gesundheitsbedürfnis der asiatischen Lebensweisen, bei dem Wasser in ganz kleinen Flaschen verpackt wird, geforscht.

Und während in Europa der Trend zum Zweithandy geht, besitzt man in China bereits üblicherweise drei Handys und mehr. Die benötigen dann auch eben so viele Ladebuchsen im Auto. Die richtigen Lösungen für die eigenen Fahrzeuge zu finden, eine Aufgabe die viele Talente erfordert. Der Blick auf die Details ist eines davon.

Denn so subtil und auch banal sich die Fragestellungen anhören – so wichtig sind die richtigen Antworten für den Erfolg einer Marke, im Reich der Mitte.

 

4 Milliarden Invest

Mercedes-Benz investiert bis Ende 2015 4 Milliarde Euro in China. Damit werden unter anderem Kapazitäten geschaffen, um weitere Modellreihen direkt in China zu produzieren und die erste Mercedes-Benz Motorenfabrik außerhalb Deutschlands aufzubauen . Ab dem ersten Quartal 2015 wird Mercedes-Benz zudem den GLK in China fertigen lassen. Aktuell macht der chinesische Markt 15% des Umsatzes der Premium-Marke mit dem Stern aus. Und von einer Krise ist nichts mehr zu spüren – im Gegenteil, für die aktuelle S-Klasse werden teilweise Preise oberhalb der Liste erzielt und auch die restlichen Modelle sind selbstbewusst eingepreist. So wird der nun in China vorgestellte CLA in der Version als CLA 260 4matic (211 PS, bei uns ein CLA 250 4matic) zum Basispreis von 378.000 RNB angeboten, umgerechnet 47.250 € und damit deutlich teurer als bei uns. Und das in einem Land, in dem die Arbeitskraft so billig ist, dass es sich eher rentiert einen Bediensteten an die Eingangstür zu stellen, als eine elektrische Tür zu verbauen. Ein Land in dem Reinigungskräfte auf der Messe mit weniger als 1 € per Tag nach Hause gehen.

 

Low Cost – Low Budget?

Es gibt Firmen die sich die Mobilität von „jedermann“ auf die Fahne geschrieben haben. Bei Mercedes-Benz sieht man die eigene Zielgruppe – in China – anderswo.

Ein klares Statement daher auch von Dr. Zetsche zum Thema „Low Budget Car“: „NEIN.“

Denn es macht schlicht keinen Sinn. Mercedes-Benz glaubt an den Erfolg der eigenen Marke im Segment der Premium-Hersteller. Und bei den noch offenen Wachstums-Chancen des 1.35 Milliarden Menschen Landes ist es wichtiger die eigene Marke richtig zu positionieren. Mercedes-Benz arbeitet intensiv mit chinesischen Partnern zusammen. Das neue Werk in Shenzen ist größer als die Werke in Untertürkheim und Sindelfingen zusammen. Und selbst gut ausgebildete Mitarbeitet sind in China kein Problem mehr.

Es scheint als läge das Wohl einer wichtigen deutschen Premium-Marke im fernen Osten und die Aussichten auf eine massive Steigerung der Absätze im Reich der Mitte waren nie besser als heute.

Daimler-Boss Zetsche hat mit dem erfolgreichen Modellwechsel der beiden wichtigsten Modellreihen S-Klasse  und C-Klasse, der strategischen Partnerschaft mit BAIC und einem neuen Chef für den China-Markt,  die Weichen neu gestellt. Das selbst gesteckt Ziel, bis 2020 die Führungsrolle im Premium-Markt zu übernehmen, kann nur erreicht werden, wenn der Erfolg auf dem wichtigsten Einzelmarkt der Welt stimmt. Und „build in china, for china“ scheint als Teil der Strategie für Mercedes-Benz aufzugehen.

Und nachdem ich selbst erfahren habe, wie der Chinese an sich auf die Marke Mercedes-Benz abfährt, habe auch ich kaum noch Zweifel daran, dass man bei Mercedes-Benz die Weichen für den Erfolg in China richtig gestellt hat.

 

Peking Autoshow 2014:

Chinesischer Automobilhersteller Qoros glänzt im Crashtest

Bislang konnten Fahrzeuge aus dem Reich der Mitte nicht mit Crashtest-Ergebnissen glänzen, die auch nur annähernd den Standard im Automobilbau entsprachen. Der Neuling Qoros setzt jedoch eine erste Duftmarke.

Der neue Qoros 3 hat im EURO-NCAP-Crashtest fünf von fünf Sternen erhalten!

euro ncap qoros 3

 

Der Qoros ist damit der erste internationale Automobilhersteller aus China, der einen NCAP-Crashtest mit fünf Sternen bestanden hat.

In allen vier Bereichen hat der Qoros 3 beste Ergebnisse erreicht und gehört zu den Besten Fahrzeugen die jemals getestet wurden und für 2013 sogar zum aktuellen Punkte-Spitzenreiter. Insassenschutz, der Schutz von Fußgängern und die Wirkung der Assistenzsysteme wurden während des Tests geprüft.

„Die Sicherheit unserer Fahrzeuge war von Anfang an, eines der wichtigsten Entwicklungsziele“, so Volker Steinwäscher, der stellvertretende Vorsitzende von Qoros.

Mit diesem Ergebnis ist eine wichtige Hürde für die Akzeptanz von chinesischen Fahrzeugen auf dem Europäischen Markt genommen, es bleibt abzuwarten, wie die Qualität der Fahrzeuge durch die zukünftigen Käufer beurteilt wird und zu welchem Preis die Fahrzeuge am Ende in Europa vermarktet werden. Davon hängt die Antwort auf die Frage ab: „Wie gefährlich können chinesische Autobauer werden?“

 

 

Bentley Flying Spur: Leichter gleiten

Ralf Bernert war mit dem frischen Bentley Flying Spur unterwegs. In Peking und an der Großen Mauer.

Zurück aus Peking – den Smog aus dem Anzug gepustet, der Gasfuß hat die Ruhe genossen und die Chinesen sind wieder unter sich. Vorerst jedenfalls.

 

Der Blick aus dem 18. Stock des Pangu 7-Stars Hotels direkt neben dem Olympia-Stadion ist wenig erfreulich. Peking, die Hauptstadt im Land des Lächelns, hat einen Vorhang vor die Sonne geschoben. Wir erinnern uns: Smog – also eine Mischung aus Staub, Schwefeldioxid, Ruß und Nebel – hatte Mitte der 80er Jahre für Fahrverbote in Deutschland gesorgt. Nichts fuhr mehr und die Autofahrer mussten laufen. In Peking ist das anders. Man denkt noch über Maßnahmen nach und dreht den Zündschlüssel weiterhin herum.

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Der 9. Mai 2013. Die Sonne scheint, aber man sieht sie nicht. Peking hat schlechte Laune und die Menschen auf den Straßen verstecken sich entweder in ihren Autos hinter dunklen Folien oder sie tragen als Fußgänger einen Mundschutz. Ich sitze im Fond des neuen Bentley Flying Spur und lasse den Kollegen Roland Löwisch ans Steuer. Soll er doch die 625 PS bis zum ersten Halt außerhalb von Peking chauffieren. Ich werde in der Zwischenzeit kontrollieren, ob die bei der gestrigen Präsentation geäußerten Infos über die neue Luxuslimousine aus Crewe auch stimmen.

Ken Scott, Leiter des Projektes Flying Spur, versprach, dass die Limousine erheblich leiser sei, als der Vorgänger. Die Ohren gespitzt und zugehört. Volle Bestätigung. Dank einer neuen Auspuffanlage, besserer Dämmplatten am Unterboden und doppelter Fensterdichtungen werden Außengeräusche kaum noch nach innen geführt. Auch die Reifen laufen so leise vor sich hin, als habe man ihnen Samtschuhe angelegt.

An der hinteren Mittelkonsole steckt ein Handschmeichler mit multiplen Talenten. Der Controler steuert das Klima, die Sitzheizung, das Navi und zeigt dabei noch das Tempo und die Außentemperatur an. Wenn der Chauffeur mal wieder zu schnell unterwegs ist, reicht ein kurzer Zwischenruf nach vorn oder man aktiviert die Sitzheizung, das wärmt und sorgt für Entspannung im Gasfuß.

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Kevin Rose, Vertriebsvorstand bei Bentley stellt ein paar Zahlen vor: Seit 2005 wurden fast 20.000 Flying Spur verkauft. Weltweit sorgten 173 Händler für einen Umsatz von fast 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2012. In diesem Jahr sollen weitere 40 Händler hinzukommen. Im Wachstumsmarkt China wurden im letzten Jahr mehr als die Hälfte aller Continental Flying Spur verkauft. Der Wachstumsmarkt China ist auch deshalb interessant, weil man hier besonders viele junge Vermögende findet, die sich für Luxus-Automobile interessieren.

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Der Flying Spur wird mit 625 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment ausgeliefert. Das langt für Tempo 322 und katapultiert die Sportlimousine in 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Damit ist dieser Bentley der Schnellste seiner Art. Wer ihn auf der Autobahn überholen will, muss schon einen sehr flachen Zweisitzer aus der Garage holen. Unter den Limousinen ist er der Schnellste. Eine genaue Betrachtung der Fahreigenschaften ließ sich in China nicht bewerkstelligen. Tempolimits werden hier sehr ernst genommen, die Strafen sind hart und das allgemeine Gewusel auf der Autobahn taugt höchstens als Test für die Lenkung und die Bremsen. Ständig wacht das Auge auf plötzlich auftretende, extrem langsam fahrende LKW, deren technischer Zustand als mehr als nur beunruhigend gelten darf. Diese Hindernisse tuckern dann mit Tempo 20 von einer Spur zur nächsten. Genau dann greift die Lenkung, das Fahrwerk und die Bremsen. Alles gut, Blutdruck auf normal, auf Landstraßen kann der Brite hier und da zeigen, wie er mit Kurven – ob offen oder geschlossen – umgeht.

Die Masse von 2,5 Tonnen lässt sich nicht so leicht ins Wanken bringen, die Landschaft da draußen wird wie an einer Schnur vorbei gezogen, kurze Tritte aufs Gaspedal lassen die Sportlimousine nach vorn springen. Dies alles ist nicht spektakulär, aber man kann erahnen, was man in Crewe konstruiert hat. Ein Viertürer mit reichlich Kraft und sportlichen Talenten, dazu eine Ausstattung auf dem Level eines modernen Grand Hotels.

Bingo, jetzt fehlen nur noch schöne Kurven und ein paar lange Geraden ohne Limit und Fotografen im Gebüsch.

DSG-Problem von Volkswagen

Wie groß sind die Probleme von Volkswagen in China wirklich und wie groß sind die Probleme der Wolfsburger mit den Doppelkupplungsgetrieben in Deutschland?

Glaubt man einer Umfrage des Community-Magazins Motor-Talk.de, dann hat VW enorme Probleme mit den kleinen Doppelkupplungsgetrieben. Volkswagen besitzt verschiedene Doppelkupplungsgetriebe, klein bezieht sich hierbei auf die maximale Drehmomentstärke die dieses Getriebe verkraftet. Betroffen ist das intern DQ200 genannte Getriebe mit sieben Gängen, welches erst 2008 debütierte und für eine Antriebsleistung bis 250 Nm ausgelegt wurde. Gegenüber den „größeren“ DSK-Getrieben gibt es noch einen wichtigen Unterschied: Dieses DQ200 ist das erste Doppelkupplungsgetriebe von VW, dass mit trockenen Kupplungen arbeitet.

Das Problem-DSG

In China gab es vermehrt Probleme mit klemmenden Kupplungen die ein anfahren behinderten und ruckelnden Schaltvorgänge, die als Beeinträchtigung des Fahrkomforts empfunden werden. Anfänglich hatte sich Volkswagen anscheinend nicht genug um diese Probleme gekümmert, so dass sich die Regierung von China gezwungen sah, einzugreifen.

Nachdem sich in China die Regierung eingeschaltet und damit gedroht hatte, einen Rückruf per Staats-Anweisung durchzuführen, entschlossen sich die Verantwortlichen von VW zu einem „freiwilligen“ Rückruf und einer zusätzlichen Ausdehnung der Garantien. So steht VW jetzt für 10 Jahre und bis zu 160.000 KM als Garantiegeber für die Getriebe ein.

Schaut man sich neben der Umfrage von motor-talk.de noch den englischen Wikipedia-eintrag zum DSG-Getriebe an, so gab es auch in den USA und in Schweden Probleme mit den DSG-Getrieben. Im Falle der Schweden ging es vor allem um die Verwendung als Taxi.

Wie ich auch vertrauenswürdiger Quelle erfahren habe, ist auch bei deutschen Taxi-Fahrern das DSG-Getriebe in Verruf geraten. So hat eine nicht repräsentative Umfrage ergeben, dass 30% aller DSG-Besitzer bereits einmal oder mehrfach wegen Problemen mit dem Getriebe in der Werkstatt waren.  Teilweise sprechen Taxi-Fahrern von einer Haltbarkeit die unter 50.000 Kilometern liegt. Wäre dies wahr, so hätte der Volkswagen-Konzern ein echtes Qualitätsproblem.

Qualitätsprobleme

Nach dem Steuerketten-Disaster und den bei Frost platzenden Motoren in Polo und Lupo, wäre diese Panne beim DSG die dritte große Ernüchterung in einem Konzern, der sich gerne als Technologie-Führer sieht.

Ich selbst werde mit VW noch einmal über diese Probleme sprechen und auch bei Fuhrpark-Managern und Taxi-Fahrern nachhören. Sobald ich weitere News zu diesem Thema habe, werdet ihr dies in meinem Blog nachlesen können.

In der Zwischenzeit freue ich mich auf eMails von Euch – wer fährt selbst einen VW mit DSG und ist zufrieden, oder hatte bereits Probleme. Schreibt mir eine eMail an: bjoern.habegger@gmail.com

 

 

 

VW-Santana-8[2]

Santana – 30 Jahre später

Volkswagen hat den neuen „Santana präsentiert.

Nun werden einige sagen: „Santana? Das war doch mal dieser Passat-Stufenheck Ableger, oder?“ Ja – und ganz nebenbei mit 4 Millionen verkauften Exemplaren eines der erfolgreichsten Fahrzeuge – in China.

30 Jahre nach dem Start löst also nun der VW Konzern in China den erfolgreichen, aber völlig veralteten Santana ab.

Der neue bekommt den Namen des Vorgängers, basiert aber auf einer neuen technischen Plattform – aber noch nicht auf der Basis: MQB – dem Modularen Quer Baukasten (gerade erst vorgestellt mit dem neuen Audi A3 und dem VW Golf!) . Ich gehe bei den aktuellen Geschwindigkeiten mit denen sich der chinesische Markt entwickelt, jedoch nicht davon aus, dass es weitere 30 Jahre dauert, bis man bei VW mit dem MQB nach China geht.

Der Rapid für China

Mit dem neuen Santana bringt VW eine relativ große Limousine nach China, die trotzdem auf der gleichen Plattform aufbaut wie der aktuelle VW Polo, oder dem neuen Vorzeige-Tscheche, dem Rapid.  Das die relativ kleine VW-Plattform PQ25 nicht nur für „Kleinwagen“ geeignet ist, hat der Skoda Rapid bereits bewiesen. Der neue Santana ist in der gleichen Größe unterwegs (4 Meter 47) und kann vom gleichen cleveren VW-Baukasten profitieren.

Allerdings wird VW den neuen Santana in China erst einmal nur mit klassischen Saugmotoren anbieten die jedoch auf der Motoren-Baureihe EA211 basieren und bei uns auch aufgeladen und sogar mit Zylinderabschaltung erhältlich sind.

Der Markt in China ist für Volkswagen besonders wichtig, umso bedeutender ist der aktuelle Modellwechsel für den Hersteller aus Niedersachsen. Dieser Tatsache dürfte die besondere Anerkennung geschuldet sein, den neuen SANTANA in Wolfsburg zu präsentieren, obwohl der Wagen weder bei uns auf den Markt kommen wird, noch in Europa gefertigt wird.

Der neue Santana wird im VW-Werk in Shanghai produziert. Der Marktpreis für den neuen Santana liegt in China im übrigen zwischen   9.800 € und 14.900 €.

 

Ein Audi A4 Klon

China Messe Highlights

Während in Frankfurt die Internationale Automobil-Ausstellung noch bis zum kommenden Sonntag ihre Pforten geöffnet hält, findet auch im chinesischen Chengdu auch eine Automobil-Ausstellung statt. Und während in Frankfurt die Originale der renommierten Hersteller die Blicke der Besucher auf sich ziehen, kann man im Nordwesten von China ein paar Modelle finden, deren Ursprung einem irgendwie bekannt vorkommen. Read more

What a day, Norbert!

Es muss einer der glücklichsten Tage des Norbert Haug sein.

Das Formel 1 Rennen in China endet mit dem ersten Sieg des MercedesGP Teams. Mit dem ersten Sieg von Nico Rosberg und einem astreinen 3-fach Erfolg für Mercedes-Benz Motoren in der Formel 1.

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Michael Schumacher erklärt sein Lenkrad

Formel 1 in China, Schumi erklärt sein Lenkrad

Morgen am Sonntag den 15.April startet in Shanghai der Große Preis von China.

Die Formel 1 macht Station auf dem Shanghai International Circuit und bereits heute fand, wie üblich am Samstag vor dem Rennen, das Qualifying für die Startaufstellung statt.

Von der Pole-Position wird der Mercedes AMG Petronas Pilot Nico Rosberg starten, neben ihm der Siebenfache Weltmeister Michael Schumacher – Zeit um einen kleinen Blick über die Schultern von Michael Schumacher zu werfen.

Michael Schumacher erklärt uns und Ihnen sein Lenkrad – ein echtes High-Tech Teil mit unglaublich vielen Knöpfen:

Bochum 2025 – Ein Stadtrundgang

Es ist ein milder Sonntagmorgen an einem leider leicht bewölkten Frühlingstag im Jahr 2025.

Ich begrüße alle Teilnehmer des „Vintage Bochum Memorial Spazierganges“ und natürlich die Schulklasse aus dem befreundeten „Guangzhou (Neue Demokratische Republik China)“, deren Spenden es überhaupt erst möglich gemacht haben dieses Kulturprojekt zur Erinnerung an die ehemalige Ruhr-Metropole zu verwirklichen.

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Neue Montagehalle in Changchun China

Big in China

Mit mehr als 30.000 verkauften Audis in nur einem Monat, war der Februar für Audi in der Volksrepublik China ein sehr erfolgreicher.

Wie Audi am heutigen Montag gemeldet hat, bedeutet dies einen Anstieg von 66% gegenüber dem Februar 2011. Besonders erfolgreich sind die „Langen“ Varianten des Audi A4 und Audi A6 die auf dem Deutschen Markt gänzlich unbekannt sind. Der Chinese an sich mag es jedoch gerne ein wenig größer.

Audi hat in der VR China bereits 230 Händler.  Bis Ende des Jahres 2013 will Audi bereits mehr als 400 Händler in China beliefern.