Erste Fahrt im Golf TSI – 3 Zylinder

3-Gang Spar-Menü

Erste Ausfahrt im Golf TSI mit Dreizylinder-Turbobenziner

Nun ist es soweit und manche werden aufschreien. „Wie, nur drei Zylinder in meinem Golf?“, kann das gut gehen oder ist der Zenith des Downsizing-Hype’s überschritten?

Leistungsexperten, die der Meinung sind, dass ein Dreizylinder nur zum Antrieb eines Mofas genüge, kann man direkt den Wind aus den Segeln nehmen. Der neue Golf TSI BlueMotion mit seinem 1.0 Liter Motor liefert 115 PS und beschleunigt in sportiven 9,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h. Das sind fünf PS mehr als der erste Golf GTI 1976 hatte, der in 9,2 Sekunden auf die magische 100 km/h Grenze beschleunigte. Das Ende der Jugend-Beschleunigungsorgie kam schon bei unter 190 km/h Spitze, während der neue Golf TSI BlueMotion am GTi vorbeizieht, bis die Tachnonadel bei 204 km/h erst den Vorwärtsdrang einstellt.

Kein Wunder, sein spezifisches Drehmoment ist auf dem Niveau eines Sportwagens. Der 1.0 TSI unter der Haube ist der erste Großserien-Ottomotor, der ein spezifisches Drehmoment von 200 Nm pro Liter erreicht. Wobei der neue Motor bereits schon ab 1.500 U/min. 175 Nm zur Verfügung stellt. Und das in Kombination mit Verbrauchswerten, die man sonst nur von Dieselmotoren kennt.

Aber wie funktioniert das alles? Wir lassen uns von Dr. Hermann Middendorf die Technik im Motoren-Seminar näher erklären.

Dank eines ultrasteifen Kurbelgehäuses aus leichtem Aluminium-Druckguss (Gewicht: 15 kg) und des kompakten Aufbaus mit drei statt vier Zylindern ist der 1.0 TSI mit 89 kg rund 10 kg leichter als ein vergleichbarer Vierzylinder. Der Kurbeltrieb – Kurbelwelle, Kolben und Pleuel – zeichnet sich durch niedrige bewegte Massen und eine geringe Reibung aus. Die Aluminiumkolben und geschmiedeten Pleuel wurden soweit gewichtsoptimiert, dass der 1.0 TSI ohne eine Ausgleichswelle auskommt. Durch Gewichtserleichterungen in den Hubzapfen wird zudem das Gewicht der Kurbelwelle um sechs Prozent gesenkt. Vier Gegengewichte reduzieren die inneren Kräfte in der Kurbelwelle und damit die Hauptlagerbelastung. Besonders klein dimensionierte wenngleich extrem robuste Haupt- und Pleuellager tragen indes maßgeblich zur niedrigen Reibleistung des neuen Motors bei.

Eines der Highlights ist der in den Zylinderkopf integrierte Abgaskrümmer, der nicht nur Gewicht spart, sondern für die Insassen auch einen praktischen Nutzen hat. Der Abgaskrümmer wurde mit einem eigenen Kühlwassermantel versehen. Das neue Zweikreiskühlsystem wird anhand von Thermostaten geregelt und vermindert nicht nur den Verbrauch durch das Erreichen annähernd perfekter thermischer Werte für die Verbrennung, sondern wirkt sich auch positiv auf den Heizungs-Kreislauf aus.

Vorteil für die Insassen, wärmende Temperaturen des Heiz- und Kühlkreislaufs erreichen früher den Innenraum und wärmen Fahrer und Mitfahrer auf.

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Der neue Golf TSI BlueMotion wird ausschließlich in den zwei Ausstattungsversionen Trendline und Comfortline angeboten. Darüber hinaus steht das Gros der optionalen Features auch für die BlueMotion-Modelle zur Verfügung. Zur Serienausstattung des Golf TSI BlueMotion Trendline gehören im Exterieur die 15-Zoll-Leichtmetallräder des Typs „Lyon“, ein größerer in Wagenfarbe lackierter Heckspoiler sowie der nahezu geschlossene Kühlergrill. Dieser besteht aus einer glattflächigen schwarzen Spange mit integriertem BlueMotion-Schriftzug und einem darunter angeordneten Chromstreifen, der bis in die Scheinwerfer fortgeführt wird. Ebenfalls speziell auf die BlueMotion-Versionen abgestimmt: die schwarzen Kühlluftöffnungen im Stoßfänger, die optimierte Kühlluftführung, das Sportfahrwerk (Karosserie 15 mm tiefer) und die Super-Roll­widerstandsreifen. Wird der Golf TSI BlueMotion mit den optionalen Xenonscheinwerfern bestellt, veredelt parallel ein blauer Streifen zwischen den Scheinwerfern das Kühlergrillschutzgitter.

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Innen ist alles „Golf-Like“. In unserem Testmodell sitzen wir auf bequemen Gestühl mit Stoffbespannung, alle Schalter und Bedienelemente sind bekannt. Um das gesparte Geld sinnvoll zu investieren, verstärkt eine optionale Dynaudio Soundanlage die Atmosphäre im Innenraum. Ungestört von der vielleicht unterstellten Unruhe eines Dreizylinders. Die Akustik stand zum Glück mit oben auf der todo-Liste der Ingenieure, so dass wir bei der Testfahrt keine unangenehmen Motorgeräusche feststellen können. Ganz im Gegenteil, der in unserem Fall mit dem Automatikgetriebe „DSG“ ausgestattete Testwagen rollt flott, leise und ruckfrei über die niederländischen Straßen rund um Amsterdam.

Das VW Sparmenü beginnt bei 20.450 Euro für die Version Trendline mit manuellem Getriebe und bei 24.025 Euro für die von uns gefahrene Comfortline-Version mit 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Der Sportsvan steht als Blue Motion Version ab 22.635 Euro in der Liste.

Selbst die Serienausstattung bei Trendline überzeugt uns mit einem 5-Zoll-Touchscreen, elektronischer Parkbremse mit Berganfahrhilfe, sieben Airbags, Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung.

So ist der neue VW Golf TSI BlueMotion eine Vollwertkost, aber zum SparMenü-Preis.

 

 

 

 

Text: Bernd Schweickard, ©-Fotos VW, Bernd Schweickard
VW Golf Blog Bericht Titel

Angefahren: Golf Generation 7

Als vor 38 Jahren der erste Golf vorgestellt wurde, hat sich vermutlich niemand vorstellen können, dass dieser Käfer-Nachfolger zum erfolgreichsten Fahrzeug aller Zeiten wird.  Vor einigen Tagen wurde der „Neue Golf – die siebte Generation“ vorgestellt. Nachdem mein erstes Auto ein VW Golf war, mein zweites auch und ich auch sonst einige Erinnerungen an „die Marke“ innerhalb der Marke Volkswagen habe, war es eine große Freude den „Neuen“ bereits jetzt, bei der Internationalen Präsentation erleben zu können:

Deja Vu auf Sardinien

Perfekt. Vermutlich der Beste Golf aller Zeiten. Klassenbester. Streber. Automobiler Glücksgriff. Vollwertkost für jeden Anspruch. Die größte Hürde im Kompaktwagen-Segment für alle Mitbewerber.

O-Töne vom Presse-Event

Der Golf 7. Das Auto. Der erste Fahrbericht.

Auch wenn es verlockend klingt, ich bekomme für meine Grammatik und Rechtschreibung oft genug „Haue“ ich werde mich daher nicht der Versuchung unterwerfen und einen Fahrbericht so schreiben – wie man das in der Volkswagen-Werbung derzeit penetriert: „Der Golf. Das Auto. The Car.“ Ich will versuchen einfache aber nicht zu kurze Sätze für meinen ersten Eindruck zu dieser neuen Generation zu formen.

Finden Sie den Golf im Bild? Zum Fahrer geneigte Mittelkonsole.
Finden Sie den Golf im Bild? Jetzt mit: „Zum Fahrer geneigte Mittelkonsole.“

Was will er sein?

Nicht mehr oder weniger als die Fortführung einer Erfolgsgeschichte.   Mit dem Frontmotor-Frontantriebs Konzept hat man in Wolfsburg damals alles auf die „Risiko-Karte“ gesetzt. Der Abschied vom Heckmotor-Käfer und die Präsentation des ersten wirklich kompakten Volkswagen war ein mutiger, noch mehr aber, ein notwendiger Schritt.

Heute – 38 Jahre später – kann man vom erfolgreichsten Fahrzeug der gesamten VW-Historie sprechen. Der VW Golf ist zur „Marke“ innerhalb der Marke Volkswagen geworden. Eine Ikone für die Demokratisierung der Automobilität und ein klassenloser Primus im Automobil-Sektor. Aber auch ein Leuchtturm der Langeweile. An der Spitze wagt man keine Experimente mehr. Wer mit dem Erfolgsmodell und Namensgeber einer gesamten Fahrzeug-Kategorie an der Top-Platzierung in den Fertigungs- und Zulassungszahlen nichts verändern will, der darf das Fahrzeug nicht mit jeder Generation neu erfinden.

Und so will auch die siebte Generation als „Evolution der Idee Golf“ gesehen werden und man kann nur entfernt abschätzen, wie schwer es für einen Designer sein muss, an diesen „heiligen Gral der Wolfsburger Familie“ Hand an zu legen.

Kritiker urteilen: „Langweilig!“ – Fans schätzen die „Design-Treue“.

Verarbeitung und Finish - Nicht weniger als grandios!
Verarbeitung und Finish – Nicht weniger als grandios!

 

Was kann er?

Der vermutlich größte Mitbewerber für den neuen Golf kommt aus dem eigenen Konzern. Das Schwestermodell von Audi durfte die neue „Konzern-Plattform MQB“, die keine Plattform mehr ist – sondern ein Baukasten, noch vor dem „Musterschüler“ aus Niedersachsen in die Öffentlichkeit fahren.

So verwundert es jedoch auch nicht, dass der VW Golf im ersten Eindruck vor allem eines ist: „Verflixt ähnlich wie der Audi A3“ 😉 – Längerer Radstand. Verkürzte Überhänge. Geräumiger Innenraum und eine ausgewogene Fahrdynamik.

Entgegen dem Trend zu ständig sportlicher abgestimmten Kompaktwagen nimmt man in Volkswagen bewusst den Weg des komfortablen „Daily-Drivers“ ohne Anspruch an die letzte Rille an Fahrdynamik. Zumal für den sportlichen GTI (dann wohl ohne nachträglichne Federspanner)  und ein R-Modell Platz bleiben muss.

Er beeindruckt mit sattem Feeling auf der Straße, sattem Türgeräusch beim schließen und einer bis zur Ekstase in die Spitze der Perfektion getriebenen Verarbeitung.

Ein perfektes Entertainment- und Navi-System begleitet die Fahrer der zukünftigen Top-Modelle und neben Ergonomischen Sitzplatz-Wundertüten freut man sich in der Kompaktwagenklasse über die volle Bandbreiter der Fahrer-Assistenzsysteme.

VW Golf schönes Foto

 

Was kann er nicht?

Den demokratisierten Luxus der ersten Sitzplatzreihe in den Fond übertragen. Ernüchterndes Hartplastik nicht nur im direkten Blickfeld der Fond-Passagiere, nein auch an der wichtigen Türverkleidung und eben nicht erst ab Schienbeinhöhe, sondern dort wo man seinen Arm auflegt. Das ist eine herbe Enttäuschung und gehört dort ganz sicher nicht hin! Hier hat im Haptik-Controlcenter jemand geschlafen – oder wurde überrumpelt vom übereifrigen Controller.

VW Golf Rückansicht

Fazit zum Volkswagen Golf 7:

Es ist ein Golf. Zum Glück. Er gefällt mir. Ich mag den Golf. Ich bin aus der Generation Golf.

🙂 Okay, anstelle des „Steno-Werbe-Style“, will ich auf eine Frage von Thomas eingehen:

Wenn mich etwas an den Testberichten meiner lieben Kollegen interessiert, dann genau die Unterschiede (die Golf-Wettbewerber von Mercedes und Audi sind sie meist alle schon gefahren) und der ganz objektive Grund wieso sie sich für den Golf (oder eben nicht) entschieden.
Los, ich bin gespannt! 🙂 / Thomas Gigold

Ich denke es recht simpel – wenn auch ein wenig schmerzlich für die Werbeprofis im Konzern, aber einen Golf und auch diese siebte Generation, fährt man – weil man sich im Grunde nicht für das Auto interessiert – aber einen hohen Anspruch an Funktionalität, Sicherheit, Komfort, Zuverlässigkeit und wertige Verarbeitung besitzt.

Der Golf ist wieder einmal der Streber in seiner Klasse. Und wie ich aus meiner Schulzeit gelernt habe, waren Streber selten von allen geliebt, am Ende der schulischen Laufbahn hat man sich aber dennoch oft beneidet!

Zur VW Golf – Generation 7 – Galerie

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VW Golf 005 Generation 7

VW Golf – Die siebte Generation!

Da ist er also, der neue Golf und – Überraschung – es ist wieder ein Golf geworden. Kräftige C-Säule, Steilheck und dank neuer Plattform mit verkürzten Überhängen.

Ich oute mich jetzt mal als „Golf-Fan“ – mein erstes Auto war ein Einser Golf, 1.6 Liter, 110PS – der erste GTI – der Ur-GTI. Das war eine prägende Zeit und ich bin dem Golf lange treu geblieben. Vermutlich prägt das erste Auto in gleicher Art, wie die erste Freundin, der erste Kuss – die erste Sechs in Mathe usw.

Es gab ein paar Golf-Generationen die ich ausgelassen habe – es gab da diese Zeit, da litt nicht nur der Golf GTI unter seinem Wohlstands-Speck. Auch das restliche Design war verquollen – eine echte Erleichterung also nun die Fotos vom neuen Golf zu sehen. Dem Golf der siebten Generation.

Die siebte Generation schafft erfolgreich seine Diät und wiegt nun im Schnitt 100kg weniger als sein Vorgänger. Das war zu hoffen und zu erwarten, basiert doch der neue Golf auch auf dem modularen Querbaukasten des Volkswagen-Konzerns, auf dem bereits vor ein paar Monaten der Audi A3 – das Schwestermodell des neuen Golf erschien.

Mut zur Kante

Mit den kürzeren Überhängen wechselt nun auch die Formensprache des Golf. Er zeigt wieder mehr Kante. Die Formen bleiben großflächig klar, im teutonischen Stil der Marke treu ergeben – völlig unverspielt – klare Linien, aber deutlich weniger Bögen und weiche Kurven. Zurück zu einer maskulinen Sprache.

Er gefällt mir richtig gut.  Punkt.

 

 

Details zum neuen Golf, technische Daten und mehr Bilder, folgen die kommenden Stunden/Tage!