Infiniti QX30 und Simone Amores

Fahrbericht Infiniti QX30 – GLA auf Japanisch

Infiniti QX30 und Simone Amores Bis zur Unendlichkeit und zurück? Mit Infiniti, einer Premium-Tochter von Nissan, vorstellbar, allerdings mit ein paar kleinen Abstrichen. Basierend auf dem Mercedes GLA begann die Nobelmarke des japanischen Herstellers Ende 2015 in England mit der Produktion des kompakten Q30 und des QX30. Dass sich viele Mercedes Gene unter dem Infiniti QX30 verstecken, erkennen allerdings wirklich nur die Kenner. Dies…

News: DS 3 Cabrio BlueHDi 100 – Vive la Elégance

Man sagt den Französinnen eine besonders elegante und graziöse Erscheinung nach. Solche Frauen dürften sich die Designer des DS 3 Cabrios als Traum-Käuferinnen ausgemalt haben. Über die dementsprechend ansprechende Gestaltung des Kleinwagens freuen sich aber auch deutsche Frauen, die Wert auf Individualität beim fahrbaren Untersatz legen. Wie allerdings die grazile Französin mit dem DS 3 Cabrio gewisse Alltagsaufgaben bewältigt, ist nach zwei Wochen Test nicht ganz klar.

Wobei zunächst ein Missverständnis geklärt werden muss: Beim DS 3 Cabrio handelt es sich genau genommen nicht um ein echtes Cabrio, sondern um einen Kleinwagen mit Faltdach, das sich aber auch hinten weit herabsenken lässt. Über dem Kopf ist also der Himmel die Grenze, an den Seiten sind es die Dachholme. Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass die Frisur bleibt, wo sie ist – zumindest bis etwa 100 km/h. Bei einer Offenfahrt im richtigen Cabrio wird die sexy Wallemähne üblicherweise schnell zur inakzeptablen Sturmfrisur.

Schnellfahrt ist ja per se nicht das gängige Einsatzgebiet eines offenen Cabrios, im DS 3 muss man aber selbst für ein kurzes Stück Stadtautobahn nicht den Deckel schließen, zumindest, wenn man die „Ganz-Offen“-Stufe gewählt hat, die das Verdeck samt Kunststoff-Heckscheibe hinter den Rücksitzen auffaltet
Schnellfahrt ist ja per se nicht das gängige Einsatzgebiet eines offenen Cabrios, im DS 3 muss man aber selbst für ein kurzes Stück Stadtautobahn nicht den Deckel schließen, zumindest, wenn man die „Ganz-Offen“-Stufe gewählt hat, die das Verdeck samt Kunststoff-Heckscheibe hinter den Rücksitzen auffaltet

Schnellfahrt ist ja per se nicht das gängige Einsatzgebiet eines offenen Cabrios, im DS 3 muss man aber selbst für ein kurzes Stück Stadtautobahn nicht den Deckel schließen, zumindest, wenn man die „Ganz-Offen“-Stufe gewählt hat, die das Verdeck samt Kunststoff-Heckscheibe hinter den Rücksitzen auffaltet. Erst ab 130 km/h wird es wirklich ungemütlich, in der „halb offen“-Stufe, bei der der letzte Teil des Verdecks samt Heckscheibe senkrecht bleibt, ist es aufgrund der Verwirbelungen schon früher laut und zugig.

Aber auch mit geschlossenem Dach zeigte der Kleinwagen im Test eine Souveränität, die man Vertretern seines Segments nicht unbedingt zutraut. Passt auf den ersten Blick zu dem stylischen Stadtflitzer ein spritziger Benziner besser als ein Dieselaggregat, überzeugte der 73 kW/99 PS starke 1,6-Liter-Selbstzünder (BlueHDi 100, 23.940 Euro) nach einigen Testkilometern auf ganzer Linie.

Weniger sportlich, dafür kraftvoll und elastisch tut das Triebwerk seinen Dienst, so dass man auch auf der Autobahn bei schnellerer Gangart (maximal 190 km/h) manierlich mitschwimmen kann. Hier hätte man sich für das gut abgestimmte Fünfgang-Schaltgetriebe einen sechsten Gang gewünscht, eine solche Schaltbox ist aber nur in Verbindung mit dem größten Diesel erhältlich. Der Verbrauch geht trotzdem absolut in Ordnung: Fünf Liter flossen im Schnitt pro 100 km durch die Leitungen, mit durchaus Sparpotenzial nach unten. Der Hersteller gibt den Normverbrauch mit 3,5 Litern an.

Innen ist das DS 3 Cabrio ebenfalls chic eingerichtet
Innen ist das DS 3 Cabrio ebenfalls chic eingerichtet

Um auf den Französinnen-Chic zurückzukommen: Mit seiner ausdrucksstarken Front mit serienmäßigem LED-Tagfahrlicht, den immer abgedunkelten A-, B- und C-Säulen und hinteren Fenstern und dem sehr eigenwillig zur B-Säule hochgezogenen Karosserieblech zählt das Cabrio des DS3 zu den auffälligen und hübschen Exemplaren unter den Kleinwagen.

Innen sorgten bei unserem Testwagen die ab der zweiten Ausstattungslinie „So Chic“ (u.a. mit Klimaanlage) serienmäßigen Dekoreinsätze in schwarzer Klavierlack-Optik für Glanz. Ein Staubtuch sollte Frau von Welt dann allerdings ins Handschuhfach legen, denn gegen die sich gerne auf Kunststoff-Lackflächen absetzenden Staubkörner kann man kaum anwedeln. Dass nicht alles bleibt, was glänzt, zeigten auch erste Gebrauchsspuren an empfindlichen Stellen oder dem (im Übrigen ebenfalls sehr hübsch designten) Klappschlüssel (serienmäßig mit Funkfernbedienung) unseres doch eigentlich noch jungen Testwagens.

Das Kleinwagen-Cabrio mit Diesel bietet einen hervorragenden Kompromiss zwischen Alltagsbegleiter, Mode-Accessoire und sommerlichem Spaßmobil. Einiger Nachteile sollte man sich aber bewusst sein: Beispielsweise haben wir uns gefragt, ob böse (Männer-)Zungen auch in Frankreich behaupten, Frauen könnten nicht einparken. Wir glauben: nein. Im Gegenteil, die Französinnen müssen ganz besonders gute räumliche Vorstellungskraft haben, wie wäre es sonst zu erklären, dass die Konstrukteure ein explizites Frauenauto bauen, das man auch als versierte (deutsche) Einparkerin beim besten Willen nicht überblicken kann? Weil man mit heruntergelassenem Verdeck nach hinten raus überhaupt nichts mehr sieht, sind aber immerhin hintere Parkpiepser immer serienmäßig.

Konstruktionsbedingt ist der – bei Cabrios wie gewohnt beschränkte – Kofferraum (245 Liter) äußerst schwer zugänglich. Ein schmales Kläppchen hebt sich platzsparend nach oben und macht den Blick auf einen schmalen Schlitz frei, in den frau Einkaufstüten, Köfferchen oder eine schmale Kiste Volvic über eine hohe Kante hineinhebelt. Wo wir gerade bei der Kritik sind, muss noch kurz angemerkt werden, dass der Franzose – anders als gerade erneuerte Kleinwagen – bis auf die optionale Freisprecheinrichtung mit USB-Anschluss (300 Euro) keinerlei Verbindungsmöglichkeiten mit dem Smartphone besitzt.

Das alles soll aber nicht davon ablenken, dass der Fünfsitzer eine echte Alternative zu Standard-Kleinwagen ist und mit seinem großen Faltdach in dieser Klasse ein echtes Alleinstellungsmerkmal hat. Mit einem Preis von 23.940 Euro (Basispreis DS 3 Cabrio: 18.440 Euro) dürfte unser Testwagen eher über dem Budget einer üblichen Kleinwagenkäuferin liegen. Aber die modebewusste Frau ist es ja gewohnt, teure Accessoires zu shoppen.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Hyundai Tucson – Größer – teurer – eleganter

An den Tucson als Nachfolger des ix35 knüpft Hyundai große Hoffnungen. Etwas größer und entsprechend geräumiger, innen viel komfortabler und außen deutlich eleganter aber unter dem Strich auch ein bisschen teurer, soll er zu Preisen ab 22.400 Euro seine Position im dynamischsten Segment des Marktes mindestens festigen, eigentlich sogar ausbauen.

Dabei setzten die Koreaner nicht nur auf einen neuen, nun ja zumindest neu entdeckten Namen, sondern vor allem auf eine völlig neue Plattform. So wird der wie vormals der ix35 in tschechischen Nosovice gebaute Tucson 7 Zentimeter länger, hat 3 Zentimeter mehr Radstand und geht 3 Zentimeter in die Breite. Das schafft innen mehr Platz und das mit 513 Litern größte Gepäckabteil in der Klasse.

Mindestens so deutlich wie beim Design wird der Generationswechsel beim Ambiente, bei der Ausstattung und mehr noch bei der Fahrkultur. Denn dass Hyundai schmucke Interieurs kann und bei Details wie etwa den Displays nicht spart, weiß man mittlerweile. Doch dass man plötzlich wie auf Wolken gebettet über Kopfsteinpflaster gleitet und die Motoren wie in Watte gepackt erscheinen, das ist in dieser Klasse neu bei den Koreanern.

Denn dass Hyundai schmucke Interieurs kann und bei Details wie etwa den Displays nicht spart, weiß man mittlerweile.
Denn dass Hyundai schmucke Interieurs kann und bei Details wie etwa den Displays nicht spart, weiß man mittlerweile.

Umso widersinniger sind allerdings die beiden Fahrmodi, zwischen denen man mit einem Knopfdruck auf der Mittelkonsole wechseln kann. Denn weil es keine adaptiven Dämpfer gibt, wirken sie ohnehin nur auf die Lenkung, die Gaspedalkennlinie und die Automatik. Und weil die Spreizung viel zu klein ist und der Tucson auch im Dynamic-Modus nicht zum Kurvenräuber wird, hätten sich die Koreaner diesen Aufwand einfach sparen können.

Es ist schließlich nicht so, als hätte man beim Tucson sonst keine Wahl. Im Gegenteil: Mit drei Dieseln von 85 kW/115 bis 136 kW/185 PS und zwei Benzinern mit 97 kW/132 und 129 kW/175 PS, mit Front- oder Allradantrieb und Schaltung, Doppelkupplung oder Automatik bieten die Koreaner schließlich eine breite Antriebspalette.

Mindestens so deutlich wie beim Design wird der Generationswechsel beim Ambiente, bei der Ausstattung und mehr noch bei der Fahrkultur.
Mindestens so deutlich wie beim Design wird der Generationswechsel beim Ambiente, bei der Ausstattung und mehr noch bei der Fahrkultur.

Die allermeisten Komponenten und Kombinationen davon kennt man schon von ix35, selbst wenn Hyundai die Triebwerke noch einmal optimiert und dabei den Verbrauch ein bisschen gesenkt hat. Wirklich neu ist zumindest in dieser Baureihe der 1,6-Liter-Turbo, der mit seinen 129 kW/175 PS an die Spitze der Benziner rückt. Der Vierzylinder aus i30 und Veloster ist für kräftigen Durchzug optimiert und macht mit seinen 265 Nm im 1,5-Tonner eine sehr ordentliche Figur. Immerhin beschleunigt er den Geländewagen in 9,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h und schafft im Ernstfall 202 km/h.

Autor: Dirk Schwarz/SP-X