Jaguar F-Pace 25d AWD – Das Empire sized down

Während dem Volkswagen-Konzern sein Diesel-Problem ein ums andere Mal um die Ohren fliegt und Volvo ankündigt, in Zukunft komplett auf Selbstzünder zu verzichten, gehen die Briten einen anderen Weg. Im Jaguar F-Pace 25d zeigt die britische Nobelmarke einen 2.0 Liter Diesel mit 240 PS, der die Lücke zwischen dem 180 PS Diesel und dem 3.0 V6-Diesel mit 300 PS schließe…

News: Jaguar F-Type SVR – Die Raubkatze im Detail

Das Bessere ist des Guten Feind, das war schon immer so. Und da der Mensch immer mehr möchte, frei nach dem Motto „höher, schneller, weiter“, setzt Jaguar auch noch eins drauf und krönt die Spitze der F-Type-Varianten mit dem SVR. Alle Details, alle Leistungsdaten und die wichtigesten Features des sportlichen Coupés liegen nicht mehr im Verborgenen und wollen preisgegeben werden. Die Details zeigen die nächsten Zeilen. Read more

News: Jaguar F-Pace – Auf den Pfoten des F-Type

Mit dem F-Pace steigt Jaguar Anfang 2016 ins boomende SUV-Segment ein. Der Mittelklasse-Allrader soll aber nicht nur ein weiteres Modell in einem wachsenden Markt sein, sondern mit besonderer Sportlichkeit eigene Akzente setzen. Premiere feiert der F-Pace auf der IAA (17. bis 27. September).

Als Plattform nutzt das SUV die Aluminium-Architektur, die auch die anderen neuen Modelle der Marke nutzen. Beim Fahrwerk stand Jaguar zufolge vor allem der Sportwagen F-Type Pate, von dem auch das Allradsystem mit Torque-Vectoring-Funktion stammt.

Das Motorenangebot reicht von Vierzylindern mit rund 200 PS bis zum rund 500 PS starken V8. Konkurrenz machen will der F-Pace so vor allem Porsche Macan und Audi Q5. Die Preise dürften bei rund 53.000 Euro starten.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Fahrbericht Jaguar F-Type Coupé: Zwischen Bond und Boulevard

Le-Mans-Siege, Sportwagenweltmeisterschaften, sportliche Hochleistungslimousinen wie der S-Type und Sport-Ikonen wie der E-Type, kaum ein anderer Automobilhersteller war während der drei Jahrzehnte nach dem Krieg so konsequent von einer sportlichen DNA geprägt wie Jaguar. Mit dem Produktionsende des E-Type 1974 verloren die Briten viel von ihren dynamischen Glanzgraden. Doch spätestens seit 2013 ist die Welt im Reich der Raubkatzen wieder in Ordnung. Mit dem F-Type präsentierte Jaguar nicht nur den legitimen Nachfolger des F-Type. Er darf sich auch Puristen als „real Sportscar“ andienen. Vor allem, seit auch die Coupé-Version verfügbar ist.

„Fährt den nicht James Bond?“ – Die Frage des unbedarften Nachbarn an der Zapfsäule darf der F-Type-Fahrer auf Zeit als Kompliment auffassen, während sich das 72-Liter-Reservoire im Heck nach gut 550 flotten Kilometer mit Kraftstoff füllt. „Nein“, erhält der Unkundige eine knappe Lektion in britischer Sportwagen-Kunde, „Bond fährt Aston Martin, das hier ist der neue Jaguar F-Type.“ – Die Szene darf der sportive Zweisitzer aus dem Hause Jaguar durchaus als Kompliment verstehen. Der 4,47 Meter lange Zweitürer ist ein echter Hingucker. Das Design mit seiner langen Haube und der sanft abfallenden Dachlinie zitiert erfolgreich den legendären E-Type. Freilich ohne jedes Retroelement.

Fahrbericht Jaguar 02 F-Type coupe

Auch der Innenraum verkneift sich Retrospektives. Alu statt Leder, Ergonomie statt Nostalgie und vor allem eine Verarbeitungsqualität, die auch in Ingolstadt oder München gereift sein könnte, umfangen die beiden Passagiere solide wohltuend und ein wenig opulent. Hier dokumentiert der F-Type, dass sein Entwicklungsziel vielleicht nicht in letzter Konsequenz der Kurvenhatz auf der Nordschleife des Nürburgrings gegolten hat, sondern dass Komfort auf der Langstrecke ebenfalls zum Portfolio der Alltagseigenschaften zählen durfte. Wobei die präzise Lenkung und standfeste Bremsen Kurvenqualitäten unterstreichen, die sich ohne Wenn und Aber das Prädikat „sportiv“ ans Revers heften dürfen. Die Raubkatze folgt mit einer Konsequenz und Dynamik ihrer Spur, die den legalen Rahmen des Straßenverkehrs nicht nur ausschöpft, sondern sogar deutlich erweitert.
Jaguar bietet den F-Type in den beiden Karosserievarianten Cabriolet und Coupé in drei identischen Leistungsstufen an. Der V6 mit drei Liter Hubraum und Kompressoraufladung leistet in der Basis 250 kW / 340 PS, als „S“ 280 kW / 380 PS. Darüber thront der F-Type „R“ mit einem Fünfliter-V8 der, ebenfalls mit Aufladung, 404 kW / 550 entwickelt. Die Übertragung der Antriebskraft verwaltet eine Achtstufenautomatik, die auch die Option des manuellen Gangwechsels ermöglicht.

Fahrbericht Jaguar 01 F-Type coupe

Der Basismotor reicht vollkommen aus, um den F-Type so agil zu bewegen, wie es seinem äußeren Auftritt angemessen ist. Dank einer Karosserie aus Leichtmetall kommt das Coupé trotz umfangreicher Komfortausstattung auf ordentliche 1577 Kilo Leergewicht. Der Kompressor-V6 reißt die Fuhre aus dem Stand in 5,3 Sekunden auf Tempo 100 und stellt weiteren Vortrieb erst bei 260 km/h ein. Gegen die Leistungsentwicklung ist ebenso wenig etwas zu sagen wie gegen die Drehfreude der Vierventilers mit Direkteinspritzung und variabler Nockenwellenverstellung. Wenn es Anlass zur Kritik gibt, dann vielleicht am Sound beim vollen Ausbeschleunigen. Da käme mehr Bass und weniger Blech dem Hörgenuss wesentlich weiter entgegen.

Natürlich bereitet der F-Type einen Mordsspaß, wenn er über entlegene Seitensträßchen der Eifel räubern darf, doch wächst die echte Freundschaft mit jedem Kilometer über die lange Autobahnetappe. Hier zeigt sich, dass die Fahrwerksentwickler einen richtig guten Job abgeliefert haben. Die rund um an Dreieckslenkern aus Aluminium aufgehängten Räder rollen so sanft und geschmeidig ab, dass in diesem Fall der abgedroschene Vergleich mit den sanften Katzenpfoten trotzdem passt.

Natürlich ist ein Sportwagen keine Familienkutsche. Aber 407 Liter maximales Gepäckraumvolumen zicken weder beim Wochenendeinkauf noch beim Reisegepäck für Zwei. Gewöhnungsbedürftig ist vor allem die eher bescheidene Übersichtlichkeit der Karosserie. Beim rückwärtigen Rangieren geht eine Kamera zur Hand. Nach vorne bricht der Blickkontakt zur Front kurz hinter den Scheibenwischern ab. Das kann für die stilbildende Länge des Vorderwagens bei mangelnder Obacht Gefahren mit sich bringen.
Vor die Haltung der exotischen Raumkatze hat Jaguar keinesfalls exotische Preise gestellt. 67 500 Euro werden für das Einstiegsmodell aufgerufen. In dieser Preisklasse spendiert Porsche gerade einen Cayman S mit 325 kW / 325 PS ab 64 118 Euro. Angesichts der geschmeidigen Serienausstattung kann sich der Jaguar regelrecht als Schnäppchen rühmen. Doch in einem Punkt hat Jaguar viel vom Wettbewerb aus Stuttgart, München oder Ingolstadt gelernt. In der Preisliste lässt sich durch so manche Seite blättern mit zahlreichen Optionen, einen F-Type noch nützlicher, sportlicher oder komfortabel zu dressieren. Je nach Gusto des Dompteurs.

Der Jaguar F-Type ist als Coupé ein zeitlos schöner Sportwagen mit hohem Potential zum Klassiker. Er ist aufregend genug, um eine Dauerbeziehung zu rechtfertigen und vernünftig genug, um jeden Tag mit ihm zu verbringen. Und würde sich Mr. Bond tatsächlich für einen F-Type statt für einen Aston Martin entscheiden, könnte er mindestens 50 Prozent sparen und hätte bis an sein Lebensende seine Martinis frei. Gleichgültig, ob geschüttelt oder gerührt.

 

 

 

 

 

Text: (ampnet/tl); Fotos: Jaguar
Jaguar F-Type 003 Paris Neu

Jaguars F-Type

Als ich vor ein paar Wochen bei Jaguar im Testcenter am Nürburgring sein durfte, war der F-Type noch gut versteckt.

New F-Type

Jetzt wurde der neue F-Type auf dem Pariser Automobil-Salon vorgestellt und ja, die ersten Bilder scheinen zu halten was versprochen wurde. Zahlreiche Studien und nicht zuletzt ein glanzvoller Name – da muss ein neuer Jaguar doch einiges abliefern.

Die Original-Pressemeldung von Jaguar gibt es auf der autofahrer-zeitung.de – meine persönliche Meinung hier:

 „Rattenscharf und extrem leckerst“

Die Proportionen stimmen, der Wagen baut mit langem Radstand bei überschaubarer Gesamtlänge nicht auf eine Revival-Idee des Original E-Types auf, sondern spricht eine ganz neue – sportliche Formensprache. Die vier Auspuff-Endrohre hätte man weniger prominent platzieren können – das restliche Heck spricht ein wenig italienisch. Dafür fast schon „typisch neuer Jaguar“ die Front.

Keine Aston Martin Kopie mehr – das dürfte die wichtigste Information für echte Jaguar-Fans sein, zurück zu einer eigenen Formensprache.

Frustrierend das Leergewicht des neuen F-Type: Mit knapp unter 1.600 kg bringt der überschaubare Zweisitzer dann doch mehr Gewicht auf die Wage, als erhofft. Kompensation des Wohlstands- und Sicherheits-Speckgürtels liefern die Motoren.

Der Kompressor-V6 startet bei 340PS, bietet eine gepimpte Version mit 380PS und ordentlich noch eins oben drauf, setzt der V8 Kompressor mit 495PS.

Nicht nur beim Design und den Leistungs-Stufen hat man sich bei Jaguar ein Vorbild im schwäbischen Zuffenhausen gesucht – auch der Preis von 73.400€ will als „Alternative“ zu einem Roadster mit Mittelmotor verstanden werden.

Wobei man hier dann doch noch einmal deutlich über das avisierte Ziel von „unter 70k“ hinaus geschossen ist.

Wie groß am Ende die Ausstattungs bereinigte Differenz ausfällt, bleibt einer späteren Begutachtung vorbehalten.

Fakt:

Der neue F-Type sieht richtig gut aus und Jaguar verabschiedet sich endgültig vom „Alt-Jaguar-Gedächtnis-Look“ und dem vermeintlichen Versuch, die Modelle von Aston Martin zu kopieren.

Ob der neue F-Type ein Erfolg wird, hängt aber nicht nur vom Design ab, sondern auch von der Leistungsfähigkeit auf den Kurven-Passagen dieser Welt und hier bleiben für mich, nach der Information über das massive „Übergewicht“ (+200kg gegenüber Porsche Boxster S) – auch in Anbetracht des überschaubaren Leistungsplus –  echte Fragezeichen!