Fiat Tipo Kombi – Für einen Tausender mehr

Zu Preisen ab 15.990 Euro ist die neue Kombivariante des kompakten Fiat Tipo ab sofort bestellbar. Der Aufschlag gegenüber dem bereits seit Juni erhältlichen Fünftürer beträgt damit 1.000 Euro. Als Gegenwert gibt es unter anderem einen 550 Liter großen Kofferraum mit variablem Ladeboden und eine Dachreling. Motorenangebot und Ausstattung entsprechen dem Fünftürer: Zur Wahl stehen zwei Benziner- und zwei Diesel-Pärchen…

News: Gebrauchtwagen-Check Ford Focus – Alles gut

In der heiß umkämpften Kompaktklasse setzt der Ford Focus zur Differenzierung seit Jahren auf Sportlichkeit. Auch das seit 2011 gebaute Modell kann damit glänzen, ohne es an Komfort mangeln zu lassen. Strahlend ist auch die TÜV-Bilanz des Golf-Konkurrenten, der eigentlich nur bei Kleinigkeiten patzt.

Karosserie und Innenraum: Eine ausgesprochene Schönheit war der Focus noch nie. Die dritte Generation wirkt ebenfalls etwas blass, zumindest bis sie im Sommer 2014 beim Facelift das aktuelle Markengesicht mit Haifischmaul erhielt. Mit 4,36 Metern Länge überragt der Fünftürer den Golf um eine gute Handbreit, ohne dies in einen Platzvorteil ummünzen zu können. Die angedeutete Coupéform mit dem abfallenden Dach schränkt zudem die Rundumsicht ein. Besser schaut man beim geräumigen Kombi Turnier sowie der in Deutschland eher seltenen Stufenhecklimousine heraus. Eine Schwachstelle bei allen drei Modellen ist zudem die Bedienung: Im Cockpit sorgen unzählige Knöpfe und Schalter für Verwirrung und einen unruhigen optischen Eindruck. Ein Stahldach-Cabrio oder einen Dreitürer gibt es anders als in der Vorgängergeneration beim aktuellen Focus nicht.

Das Cockpit ist ein wenig überfrachtet
Das Cockpit ist ein wenig überfrachtet

Motoren: In die Automobilgeschichte wird der Ford Focus III als erstes Kompaktauto mit einem Dreizylinderturbobenziner eingehen. Der „Ecoboost“ genannte 1,0-Liter-Motor kam im Frühjahr 2012 und überzeugte auf Anhieb mit geringem Verbrauch und munterem Charakter. Zwei Leistungsstufen mit 74 kW/100 PS und 92 kW/125 PS stehen zur Wahl. Die stärkere, aber kaum durstigere Ausführung reicht in allen Lebenslagen. Wer es flotter mag, wählt den 1,6-Liter-Turbo mit 110 kW/150 PS oder 134 kW/184 PS, der 2014 durch einen 1,5-Liter-Turbo mit gleichen Leistungswerten ersetzt wurde. Als ST mit dem 184 kW/250 PS starken 2,0-Liter-Turbo wird der Focus dann endgültig zum Sportler. Für einfachere Ansprüche gibt es noch den 1,6-Liter-Saugbenziner in verschiedenen Leistungsstufen zwischen 63 kW/85 PS und 92 kW/125 PS. Letzteren wählen Automatikfreunde, denn er ist mit einem Doppelkupplungsgetriebe zu haben. Wer beim Benziner nicht selbst schalten will, muss ansonsten die erst seit 2014 angebotenen 1,5-Liter-Turbos wählen, für die es optional ein Wandlergetriebe gibt. Etwas umfassender ist die Automatik-Auswahl naturgemäß bei den Dieseln, wo es insgesamt fünf Varianten gibt. Empfehlenswert ist das Schaltenlassen vor allem beim 2,0-Liter-Diesel mit bis zu 120 kW/163 PS (seit kurzem auch mit 136 kW/184 PS im ST). Der besonders beliebte Leistungsbereich zwischen 70 kW/95 PS und 85 kW/115 PS wird von 1,6-Liter-Motoren abgedeckt, deren sparsamster der 77 kW/105 PS starke Econetic 88 g ist, der in der Theorie mit 3,4 Litern auskommt und in der Praxis kaum durstiger ist. Seit 2014 werden die 1,6-Liter-Diesel durch noch genügsamere 1,5-Liter-Motoren ersetzt (70 kW/95 PS bis 88 kW/120 PS). Kompletter Exot ist die Elektroversion mit 107 kW/146 PS:

Ausstattung und Sicherheit: Eine große Auswahl an Assistenzsystemen zählt zu den Stärken des Focus. So gibt es seit dem Start vor vier Jahren den seinerzeit noch seltenen Notbremsassistenten, Spurhalte- und Spurwechselhelfer, Fernlichtautomatik, Müdigkeitswarner und einen Tempolimit-Assistenten. Das meiste davon findet sich in zwei fair eingepreisten Paketen, so dass die Technik auch auf dem Gebrauchtmarkt nicht allzu schwer zu finden sein dürfte. In der Basisversion „Ambiente“ war der Focus hingegen eher mau bestückt, ordentlich ist erst das nächsthöhere Niveau „Trend“ ausgestattet, wobei auch hier eine Klimaanlage extra bestellt werden musste. Keine Lücken gibt es erst ab der nächsthöheren Stufen „Business“ oder „Titanium“ hieß. Immer an Bord sind jedoch sechs Airbags und der Schleuderschutz ESP. Beim EuroNCAP-Crashtest langte es 2011 für fünf von fünf Sternen.

In der Motorpalette findet sich auch ein sparsamer Dreizylinder
In der Motorpalette findet sich auch ein sparsamer Dreizylinder

Qualität: Machten die beiden Vorgängergenerationen des Focus in Sachen Langlebigkeit noch einen eher gemischten Eindruck, schlägt sich das aktuelle Modell bislang sehr gut. Die Prüfer haben kaum etwas auszusetzen, lediglich im Kapitel Ölverlust ist der Ford nur durchschnittlich. Ärger kann er trotzdem machen. So kommt es wie beim Vorgänger immer mal wieder zu Schäden am Turbolader des 1,6-Liter-Diesels oder an der Nockenwelle der 1,6-Liter-Einstiegsbenziner. Auch das Start-Stopp-System, das den Motor bei roter Ampel zum Spritsparen deaktiviert, funktioniert nicht immer wie es sollte. Ärger kann auch eine eigentlich intelligente Besonderheit des Focus mache: die Türkantenschoner, die beim Öffnen der Tür herausfahren können beim Schließen draußen hängen bleiben.

Fazit: Was so viele Menschen kaufen, kann nicht komplett schlecht sein. Der Focus ist sogar richtig gut. Vor allem, wenn man auch agiles Fahrverhalten besonderen Wert legt. Schwächen bei Bedienung, Verarbeitungsdetails und – je nach Geschmack – Design kann man da hinnehmen. Die Auswahl ist gut und breit, rund 9.000 Euro sollten mindestens im Budget sein.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Ford Focus – Besser als der Golf – in einer Hinsicht

Eigentlich sollte an dieser Stelle etwas über den neuen Angriff des gelifteten Ford Focus auf den Dauerbestseller VW Golf stehen. Allerdings wäre das Unsinn: Denn zumindest global gesehen hat der Kölner Kompakte seinen Wolfsburger Widersacher bei den Neuzulassungen schon längst hinter sich gelassen. Ausgerechnet in Deutschland will das mit der Marktführerschaft bislang aber nicht klappen. Warum das so ist, zeigt auch die neueste Auflage.

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen Der Focus ist ein gutes Auto, seit dem Facelift sogar ein sehr gutes. Die kalte Präzision, die ausgereifte Perfektion und die klassenlose Eleganz seines Hauptwettbewerbers –und damit die Punkte, die die deutschen Käufer offenbar besonders ansprechen – gehen ihm allerdings weiterhin ab. Ein Stück weit ist das genetisch begründet. Während der Golf als deutsches Auto die Welt erobern will, ist der Focus ein Weltauto, das auch Deutschland erobern soll. Zwar wurde der Ford weitestgehend in Köln entwickelt, aber eben so, dass er auch in Knoxville, Tennessee oder Kanton, China funktioniert.

Vielleicht war das der Grund für das etwas krude Design bei der Markteinführung Mitte 2011. Das Lifting verschönert nun zumindest die Vorderseite, wo ein großer Haifischmaul-Kühler ein wenig an die Design-Sportwagen von Aston Martin denken lässt. Am weiterhin unübersichtlich gestalteten und verbauten Heck gibt es bei der Limousine aber immer noch die seltsamen Heckleuchten in Entenfuß-Optik. Ebenfalls verbessert, aber ebenfalls nicht konsequent, präsentiert sich der Innenraum, wo die unpraktische und unübersichtliche Knöpfchen-Flut endlich gewichen ist. Vor allem der neue Touchscreen ist in dieser Hinsicht ein Gewinn. Unterteilt in vier Flächen sind dort die Bedienmenüs für Audiosystem, Navigation, Klimaanlage und Bordcomputer hinterlegt. Das sieht gut aus und funktioniert intuitiv – warum allerdings die Tasten „Home“ und „Einstellungen“ so winzig sind, dass man sie kaum mit dem kleinen Finger treffen kann, bleibt ein Rätsel.

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Vielleicht, weil Ford davon ausgeht, dass man für die Bedienung in erster Linie die neue Sprachsteuerung nutzt. Das klappt beim Focus tatsächlich auch besser als bei den meisten Wettbewerbern, bis zur Perfektion ist es aber noch ein gutes Stück Weg, denn die Gespräche mit der freundlichen Computerstimme dauern gefühlt ewig, zumindest wenn es um kompliziertere Inhalte geht als die Heizungstemperatur zu regulieren. Dann verfällt das digitale Gegenüber gerne ins Faseln, so dass man irgendwann doch genervt auf den Touchscreen drückt und Reiseziel oder Telefonnummer per Hand eingibt.

Aber selbst Pedanten dürften versöhnt sein, wenn sie sich hinter das Steuer setzen. Dort wird nämlich klar, dass es gar keine zigtausend Messreihen zur Fahrergröße braucht, wie sie VW bei der Entwicklung des Golf durchgeführt hat. Der Focus passt auch so. Generell ist es einer der Vorzüge des Kölners, dass er dem Fahrer ganz unaufgeregt das Gefühlt gibt, der Herr über das Fahrzeug zu sein. Die Lenkung ist direkt und präzise, das Fahrwerk straff und verbindlich, der Motor souverän und zurückhaltend. Immer noch zählt der Focus so zu den dynamischsten Modellen seiner Klasse, ohne dabei mit Fahrwerkshärte oder zu spitzem Fahrverhalten zu nerven.

Für den Antrieb sorgt im Testwagen der letzte verbliebene Zweiliter-Diesel der Baureihe (mit Ausnahme des Sportmodells ST), die übrigen sind mittlerweile durch den neueren 1,5-Liter-Selbstzünder ersetzt. Zum alten Eisen zählt der große Motor mit 110 kW/150 PS aber nicht, kombiniert er doch gute Fahrleistungen und kräftigen Durchzug mit ordentlicher Laufruhe und vertretbarem Verbrauch. Knapp 5,5 Liter genehmigt sich der Vierzylinder, wenn man ihn frühzeitig über das knackige Sechsganggetriebe zum Langsamdrehen zwingt. Das ist kein Problem, denn auch im Tourenkeller liegen dann immer noch üppige 370 Nm an.

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Mindestens 25.710 Euro verlangt Ford für den kräftigen Diesel-Focus. Weil die Ausstattung auch in der Basis schon üppig ist, ein fairer Preis. An Bord sind Notwendigkeiten wie Klimaanlage und Radio, aber auch Luxus wie Navigationssystem und Lederlenkrad. Für weitere 1.150 Euro gibt es zusätzlich im Paket diverse Assistenzsysteme wie Tot-Winkel-Warner und Verkehrszeichenerkennung.

Ob das Paket aus Sportlichkeit, fairem Preis und kleineren Lässigkeiten beim Feinschliff reicht, um dem Golf auch in Deutschland und Europa gefährlich zu werden, bleibt jedoch fraglich. Dem einzelnen Autokäufer kann das letztlich aber egal sein. Der Focus ist spätestens seit dem Facelift ein richtig guter Kompaktwagen. Nicht nur auf chinesischen und amerikanischen, sondern auch auf deutschen Straßen.

Autor: Holger Holzer/SP-X