Elektroauto-Ziele – GM scheitert am Billigsprit

Die niedrigen Kraftstoffpreise haben die Elektroauto-Pläne von General Motors scheitern lassen. Konzernchefin Mary Barra ist laut „Detroit News“ von dem Ziel abgerückt, bis 2017 eine halbe Million elektrifizierte Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Bis Ende 2015 lag die tatsächliche Zahl bei lediglich knapp 200.000 Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb. Die Modelle konnten ihre potentiellen Kostenvorteile gegenüber konventionell motorisierten Autos aufgrund des billig verfügbaren Benzins nicht ausspielen.

Trotzdem setzt der Konzern weiter auf E- und Hybridmobile; im Herbst soll die Plug-in-Hybridversion der Oberklasselimousine Cadillac CT6 auf den Markt kommen, für das Jahresende wird das Elektroauto Chevrolet Bolt erwartet. Vor allem letztgenanntes Modell soll dank großer Reichweite und ziviler Preise für eine E-Auto-Boom in den USA sorgen.

News: Opel Ampera-e – Wieder unter Strom

Opel bringt 2017 ein neues Elektroauto auf den Markt. Ampera-e werde das neue Modell heißen, verkündete Mary Barra, Chefin des Mutterkonzerns GM, bei ihrem Deutschlandbesuch. Der Fünfsitzer werde eine größere Reichweite als die meisten anderen Elektroautos haben und zu einem erschwinglichen Pries angeboten werden, verspricht Opel.

Mehr Details verraten die Rüsselsheimer noch nicht. Basis für den Ampera-e ist allerdings das 4,17 Meter kurze E-Auto Bolt der Schwestermarke Chevrolet, von dem diverse Daten bereits bekannt sind: 320 Kilometer weit fährt der 1,6 Tonnen schwere Bolt mit einer Akkuladung, die E-Maschine kommt auf 200 PS und 360 Nm.

Der Fünfsitzer werde eine größere Reichweite als die meisten anderen Elektroautos haben und zu einem erschwinglichen Pries angeboten werden, verspricht Opel
Der Fünfsitzer werde eine größere Reichweite als die meisten anderen Elektroautos haben und zu einem erschwinglichen Pries angeboten werden, verspricht Opel

Mit seiner optischen Mischung aus Kleinwagen und Van positioniert sich der Ampera-e zwischen BMW i3 und VW E-Golf. 478 Liter Kofferraum beim Chevrolet Bolt lassen auf viel Platz auch im Rüsselsheimer Pendant hoffen, das hohe Dach auf reichlich Kopffreiheit. Die Batterien sind extra flach im Fahrzeugboden installiert. Das Design des Fünfsitzers entspricht dem aktuellen Aussehen der Rüsselsheimer Modelle, Kunststoff-Anbauteile und modellierte Linien im Blech betonen einen Crossover-Charakter. Wie es sich für ein modernes Auto gehört, soll der Ampera-e bei seinem Debüt auch über aktuelle Vernetzungsoptionen verfügen.

Von 2011 bis 2014 hatte Opel mit dem Ampera bereits ein Elektroauto im Modellprogramm, mit etwas anderem Konzept. Das Kompaktauto hatte neben der Batterie einen kleinen Vierzylinderbenziner als Range-Extender an Bord, der bei niedrigem Akkustand für Stromnachschub sorgte. Der Viersitzer, der baugleich mit dem Chevrolet Volt war, kostete zuletzt rund 38.000 Euro, verkaufte sich aber hierzulande schlecht – 2014 wurden 117 Exemplare neu zugelassen.

Fahrbericht Corvette Cabrio C6

Ich hatte heute (wir schreiben das Jahr 2006), das Vergnügen eine Corvette C6 über 300km zu bewegen.

[Ich entschuldige mich vorab,
300km sind eigentlich nicht fair
gegenüber einem Außenseiter,
aber mehr war damals nicht möglich.]

Zum Fahrzeug:
Corvette C6 Cabrio, Automatik,  2005er Modell.
6l V8 – 404PS und eine Menge Gadgets on Board.

Nun das Schlimmste vorneweg:  Dieses Automatikgetriebe. Eine US – amerikanische Katastrophe. Im Normalmodus vermutlich Gewerkschaftsmitglied und im Sportmodus komplett auf LSD.

Ich hoffe, es liegt nur daran, dass es noch das alte Modell ist.
Die 2006er Modelle  werden jetzt mit einer 6-Gang Automatik ausgeliefert, das von mir gefahrene Modell hatte jedoch eine völlig unbrauchbare 4-Gang Automatik.

Und das, obwohl ich wirklich ein Fan von Automatikgetrieben bin. Was aber diese 4-Gang Box praktiziert hatte, war einfach gruselig. Die Schaltvorgänge unter Last  viel zu hart und zu nervös. Ist man einigermaßen flott unterwegs ist, verdarb die Box durch ständiges Hoch- und Runterschalten auch in unpassenden Augenblicken den Charakter des ganzen Autos.

Innenraum:
Noch mehr Kritik: Was man hier an billigem Plastik geboten bekommt, muss echt erwähnt werden. (Wurde eigentlich Lada von Chevrolet gekauft?) Und dann auch noch schlecht verarbeitet. (Oder sind die Daewoo-Mechaniker im Austausch am US-Fließband?)
Links in der Tür klappert das Lautsprechergitter, in der Mitte die Mittelkonsole und rechts das Handschuhfach.

Verarbeitung allgemein:
Spaltmaß-Fetischisten sollten sich ein anderes Spielzeug suchen.
(Manche Spaltmaße sind so groß, dass man U-Boote darin versenken kann !)

Spielzeug ist dann auch das Thema:
Der Motor. Geil.
Super Elastizität. Drehfreude. Drehmoment. Schöner satter Klang.
Perfekt.

Die Faszination Corvette geht eindeutig vom Motor aus.
6l auf 8 Zylinder verteilt  sind defintiv eine feine Sache.

Dieser wunderbare simple Motor versöhnt mit allem, was man sonst an der Vette aussetzen könnte.  Die ersten Kilometer freut man sich auf jede Stop-and-Go Phase, nur damit das Brabbeln des Motors ungestört die Gehörgänge verwöhnen kann.

Super nervig:
*Piep* Egal was man im Bordcomputer oder in der Mittelkonsole drückt, jeder Schalter wird mit einem *piep* bestätigt.
(Es könnte natürlich sein, dass die Bedienelemente ständig fluchen, weil sie in so übles Plastik gezwängt wurden. Und da Amerika zwar ein freies Land tapferer Männer ist, aber nicht öffentlich geflucht werden darf – daher das Piepen?)

Mehr spielen:
Staus können nicht nur wegen dem schönen sonoren Leerlaufklang des Achtzylinders Spaß machen, nein auch der Spieltrieb wird perfekt befriedigt. Egal, ob HUD einstellen, Reifendruck abrufen  oder das Verdeck auf- und zu machen. Es gibt eine Menge Knöpfe und viel zu entdecken.

Fahrverhalten:
Für Starrachse und Blattfedern:  Beeindruckend!
Die Corvette baut sehr viel Vertrauen auf und bleibt stets klar in ihren Reaktionen. Sie steht natürlich auch nicht auf Mofa-Reifen, sondern hat die Gummis von der Breite eines wohlgenährten Elefantenhintern. Damit ist die rote Vette naturgemäß auf holperigen Straßen nervös, aber dafür umso ruhiger und stabiler, je glatter die Teerbahn ist.
Die Bremsen sind absolut ausreichend, nur ein leichtes Quieken ist zeitweise zu vernehmen. Ob das davon kam, dass die Vette länger stand oder ich zu zimperlich war, das kann ich so heute nicht feststellen.

Kommen wir zu den wichtigsten Alltagstest’s für ein US-Car:
Die Durchfahrt im McDrive gelingt auf Anhieb, die Corvette ist breit, aber übersichtlich. Die Lenkung im Stand auch für 16-jährige zu bedienen.
Negativ: Die Cupholder fassen maximal „eine große Cola“ – keine Supersize-Becher. Aber eventuell gibt es in Amiland andere Cupholder.
Stellt man das Fahrwerk anschließend auf Komfort, sollte man jedoch keine Burger während der Fahrt essen. Das Geschaukel treibt auch den letzten Ketchup-Rest auf die Hose.
(Die verstellbaren Dämpfer kann man sich also getrost sparen!) Auch als Cabrio ist und bleibt die Corvette eher ein Cruiser – übertriebene Sänfte erwartet deswegen trotzdem niemand.

Die BOSE-Soundanlage überzeugt mit fetten Bässen und kräftigen Höhen, auch Lieder, die nicht von Elvis Presley oder den FatBoys stammen, werden anstandslos vom CD-Player abgespielt.

Kofferaum:
Angeblich vorhanden. Ich hab nur eine Ablage für Jacken gefunden.

Mein Fazit:
Geiler Motor.
Gruselige Verarbeitung.
Übles 4-Gang Getriebe.
70.000€ – nicht wert … leider…