News: Porsche 911 GT3 RS – Leistung rauf, Gewicht runter

Als sportliches Aushängeschild der 911-Familie debütiert der GT3 RS auf dem Genfer Salon (bis 15. März). Die stärkste Saugmotor-Variante des Coupés soll dank 368 kW/500 PS Leistung, Leichtbau und verbesserter Aerodynamik nicht nur auf öffentlichen Straßen, sondern auch auf der Rennstrecke überzeugen. Die Auslieferung des mindestens 181.690 Euro teuren Zweisitzers startet im Mai.

Den Antrieb der Hinterräder übernimmt ein 4,9-Liter-Sechszylinder-Boxer. Dank des um 0,2 Liter vergrößerten Hubraums leistet der Saugmotor 24 PS mehr als in der etwas zivileren GT3-Standardausführung. In Verbindung mit einem Doppelkupplungsgetriebe beschleunigt der Direkteinspritzer mit seinen 460 Nm Drehmoment den RS in 3,3 Sekunden von null auf Tempo 100, 200 km/h liegen nach 10,9 Sekunden an. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 12,7 Litern an.

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Neben dem stärkeren Motor sorgt konsequenter Leichtbau für bessere Fahrleistungen gegenüber dem Standard-GT3. Magnesiumdach, Kohlefaserhauben an Front und Heck sowie Details wie ein Wappenaufkleber anstelle der klassischen Markenplakette drücken das Gewicht um weitere zehn Kilogramm. Für Abtrieb sorgt eine ausgeklügelte Aerodynamik mit tief montiertem Frontspoiler, Kiemen an den Kotflügeln und einem großen Heckspoiler. Vor den hinteren Radkästen finden sich ansonsten nur vom Turbo bekannten Lufteinlässe.

Der Innenraum wurde entkernt, statt einer Rückbank gibt es im RS einen Überrollkäfig, an Stelle von Türgriffen Stoffschlaufen. Sportsitze und ein Lenkrad mit Mittenmarkierung sollen für zusätzliche Rennsportatmosphäre sorgen. Ganz ohne Komfort geht es aber auch nicht zu: Ein Infotainment-System ist ebenso an Bord wie die unverzichtbaren Becherhalter.

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Dass Porsche sich die sportlichste Version für den Schluss aufhebt, ist kein Zufall. Die Stuttgarter verstehen es wie kein anderer Hersteller, ihr Markenflaggschiff über die komplette Bauzeit neu und interessant zu halten. Gestartet ist die aktuelle Generation 2011 mit dem Carrera Coupé, in den Monaten darauf kamen mit Cabrio und Targa weitere Karosserieversionen hinzu, seitdem gibt es immer neue Antriebsversionen. Rechnet man alle Derivate zusammen, kommt man inklusive des RS auf 22. Im Herbst geht das Ganze dann wieder von vorne los: Dann steht das Facelift für den 911 an. Bis alle Varianten überarbeitet und eventuelle weitere Motorversionen vorgestellt sind, dürfte schon die nächste komplett neue Generation vor der Tür stehen.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Stark und schnell statt öko – Honda zeigt sein Renn-Gesicht

„Show your race face“ – „Zeige dein Renn-Gesicht“ prangt prominent auf dem diesjährigen Messestand von Honda in Genf. Für die Japaner markiert der Slogan einen wichtigen Schritt in der Neupositionierung auf dem europäischen Markt. Denn noch zwei Jahre zuvor stand an gleicher Stelle eine grünere Botschaft: „Blue skies for our children“ – „Blauer Himmel für unsere Kinder“. Doch die Öko-Strategie ist nicht wirklich aufgegangen – das Image der einst sportlich renommierten Marke versank im grau-grünen Mittelmaß.

Nun soll neue Sportlichkeit die Wahrnehmung der Marke wieder verbessern. Das soll nicht nur mit dem Wiedereinstieg in die Formel 1 gelingen – für die der Slogan mit dem „Renn-Gesicht“ wirbt – sondern auch mit neuen Pkw-Modellen. Vor allem mit dem nach jahrelanger Pause wieder aufgelegten Civic Type R, der in Genf Premiere gefeiert hat.

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Der Kompaktsportler sollte gleich mit einem Knalleffekt starten. Von Anfang an war das Entwicklungsziel, den schnellsten frontgetriebenen Wagen seines Segments zu bauen, erinnert sich Entwicklungsleiter Hisayuki Yagi. 270 km/h wird der 310 PS starke Type R schnell, Werte, die in dieser Klasse sonst nur Allradmodelle erreichen. Auf dem Nürburgring hat der Honda seine Kampfansage sogleich mit einem neuen Rundenrekord für Autos mit Frontantrieb untermauert. Erreicht werden konnte das Entwicklungsziel aber nur mit neuer, aufwendiger Technik, erläutert Yagi. Als erster Type R verfügt die aktuelle Generation über einen Turbomotor, dazu gibt es ein adaptives Fahrwerk, das die Traktionsnachteile des Frontantriebs ausgleichen soll und eine extrem ausgefeilte Aerodynamik. Ein klassischer Volks-Sportler wie der gut 28.000 Euro teure Vorgänger (148 kW/201 PS) ist die rund 34.000 Euro teure Neuauflage dadurch nicht mehr.

In noch stärkerem Maße gilt die technische und preisliche Aufwärtsentwicklung für den zweiten neu aufgelegten Image-Leuchtturm der Japaner: den NSX. Der wird vom Nippon-Porsche zum Japan-McLaren, steigt vom gehobenen Sportwagensegment in die Klasse der Supersportler auf. Drei Elektromotoren und ein V6-Turbo Liefern zusammen mehr als 550 PS, rund doppelt so viel wie der auf sich allein gestellte Saugmotor des Vorgängers. Auch der Preis dürfte mit rund 150.000 Euro um 100 Prozent zugelegt haben. Warum man nicht einfach ein simples, günstigeres schnelles Auto gebaut hat? NSX-Entwicklungsleiter Ted Klaus erklärt das auch mit der langen Wartezeit auf den Nachfolger des 2005 eingestellten Ur-Modells. Auch die Basis des neuen Modells sei simpel: ein leichtes und verwindungssteifes Chassis. Dazu komme aber nun die im vergangenen Jahrzehnt immer weiter verfeinerte Allradtechnik mit aktiver Drehmomentverteilung zwischen den Rädern. Und die funktioniere dank der E-Motoren so gut, dass der NSX ein einzigartiges Fahrverhalten biete.

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Reine Image-Maschinen sollen die beiden Sportler aber nicht sein. Auch im Volumenprogramm wird wohl ihre Technik künftig einziehen. Wie und wo genau, wollen aber weder Klaus noch Yagi sagen. Klar ist aber, dass die Modellpalette der Japaner in Europa künftig deutlich sportlicher auftreten soll. Der lange Zeit propagierte Hybridantrieb hingegen ist zunächst auf dem Abstellgleis. Als einziges entsprechendes Modell hierzulande dürfte künftig die neue Generation des Kleinwagens Jazz – die ebenfalls in Genf Premiere gefeiert hat – die Spritspartechnik erhalten.

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News: Schräge Ideen aus Genf – Frühling für Fantasten

Der Genfer Salon ist nicht nur der traditionelle Start in den europäischen Autofrühling, sondern alljährlich auch eine Leistungsschau der Ideen. Die kommen nicht unbedingt nur von den Größen der Branche, dafür sind sie auch nicht alle realistisch. An den Decken der Messehallen, wo die Marken der Aussteller aufgereiht sind wie in einem Supermarkt, liest man jede Menge Namen, die man im Autoalltag selten bis gar nicht wahrnimmt.

Hier finden sich diesmal auch zwei große Namen der deutschen Automobilgeschichte. Die Marke Borgward kündigt ihr Comeback an und Quant nichts weniger als eine automobile Revolution. Dahinter stecken allerdings nicht, wie man vermuten könnte, die BMW-Quandts, zu diesen fehlt ihnen deutlich mehr als nur das „d“ im Namen.

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Tatsächlich symbolisiert der Name des liechtensteiner Startups wohl so etwas wie den Quantensprung in der Antriebsentwicklung, den man bei der Nano-Flowecell AG gefunden zu haben meint. Mit 250 Litern ionisiertem Salzwasser will man dort eine Batterie betreiben, die so viel Energie erzeugt, dass der so bestromte Viersitzer in weniger als 3 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigt, eine Höchstgeschwindigkeit von 380 km/h erreicht und fast 1.000 Kilometer weit fahren kann.

Ein Exemplar hat man zugelassen und gefilmt, wie es auf einer Teststrecke Kreise dreht, drei verschiedene Prototypen wurden bislang gebaut. Allesamt sehen sehr hochwertig aus. Weil man etwaigen Kritteleien möglicher Kunden zuvorkommen will, die meinen könnten, ein Fünfmeterauto so ganz ohne Kofferraum wäre eher unpraktisch, hat man flugs zum Genfer Salon ein Gepäckset entwickelt, welches man passgenau auf die Rücksitze schnallen kann. Man sieht, die Techniker des Startups sind um originelle Lösungen nicht verlegen.

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Dass wiederum die beschriebene Antriebseinheit nachgerade fantastisch ist, sollte eigentlich den Forschungschefs der etablierten Hersteller Schweißperlen auf die Stirn treiben. Allerdings zeigte sich keiner der Herren durch die Nanoflowcell-Idee irgendwie eingeschüchtert. Es könne ja jeder glauben, was er wolle, heißt es seitens Quant auf die Frage, weshalb denn bisher wohl kein etablierter Hersteller auf diese Technik gekommen sei. Glauben müssen wir allerdings auch, dass tatsächlich eine mittels Salzwasser betriebene Batterie den ersten Prototypen in Bewegung setzt. Die Antriebseinheit des angemeldeten Fahrzeugs durfte man nämlich weder sehen noch anfassen. Sie ist wohl ungefähr so groß wie ein Koffer, wenn man der beschreibenden Handbewegung des Sprechers glauben schenken mag.

Konzeptfahrzeuge, die ähnlich futuristisch aussehen wie die Flügeltürer von Quant, gibt es auf dem Genfer Salon immer wieder. Das gleich mehrere davon auf einem sehr teuren Messestand drapiert sind, fällt allerdings schon aus dem Rahmen.

Apropos Rahmen. Über einen solchen haben die Techniker von Edag eine Hülle aus einem allwettertauglichen Material des Outdoorspezialisten Jack Wolfskin gezogen, um zu zeigen, wie leicht man ein Auto bauen kann. Der Rahmen kommt aus dem 3D-Drucker. Sehr eindrucksvoll und zudem schön hinterleuchtet. Über den Antrieb schweigt man sich aus, vielleicht kann man bei Quant weiterhelfen.

Wer tatsächlich Borgward auf die Räder hilft, scheint ebenfalls noch unklar. Fantastisch sind allerdings auch hier die Pläne. Bereits auf der IAA soll ein SUV der Marke gezeigt werden, das schon 2016 in Serie geht. Produziert wird in Deutschland, für China und die BRIC-Staaten, wo man anscheinend auf eine deutsche Marke, die zwischen Volkswagen und Mercedes platziert werden soll – Premium-Light gewissermaßen – dringend wartet.

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Zwei neue Modelle pro Jahr sollen folgen. Schon 2020 will man 800.000 Fahrzeuge jährlich verkaufen, 2025 sollen es 1,6 Millionen sein. Zuwächse, die man sonst eher aus der IT-Branche kennt. Aus dieser Ecke, also von Google oder Apple, ist auf dem Genfer Salon nichts Fahrbares zu sehen. Allerdings scheint man in der Branche vor einem i-Car tatsächlich Respekt zu haben. Mehr als einmal haben wir die Befürchtung gehört, Apple könne tatsächlich ein einfaches Auto für simple Transportbedürfnisse mit Anschluss ans Internet zustande bringen, und damit die Mobilitätsbedürfnisse vieler Menschen erfüllen, die mit hochtechnisierten Lösungen nur wenig anfangen können.

Für uns normale Autofahrer stellen die Hersteller allerdings mehr als genug Technik auf die Stände. Vieles, aber längst nicht alles, davon ist auch tatsächlich sinnvoll. So gesehen, muss die „alte“ Industrie (noch) keine Angst vor fantastischen Ideen haben.

Autor: Günter Weigel/SP-X

News: McLaren 675LT – Leicht und limitiert

Nach seiner Premiere auf dem Genfer Automobilsalon hat McLaren nun den Preis für den Supersportwagen 675LT bekannt gegeben: 309.750 Euro brutto werden für den 496 kW/675 PS starken Boliden fällig. Die Produktion ist auf 500 Exemplare limitiert.

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Der 675LT ist das leistungsstärkste und schnellste Exemplar der Modellfamilie „Super Series“. Er hat ein Trockengewicht von 1.230 Kilogramm, 100 Kilo weniger als das leichteste Modell der Super Series. Mit einem Leistungsgewicht von rund 1,5 PS je Kilogramm dürfte der Doppelturbo zu den schnellsten Fahrzeugen auf der Straße gehören. Mit dem Kürzel „LT“, das für „Longtail“ steht, lässt er Erinnerungen an die McLaren-Rennsporttradition anklingen.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Citycar, Crossover und Elektrotransporter – Fords Wege aus der Krise

Eine ganze Industrie in Feierlaune, Rekordabsätze, sprudelnde Gewinne und zufriedene Aktionäre. Nur die zahlreich zum Genfer Autosalon angereisten Manager mit Ford-Hausausweis können sich nicht so richtig freuen. Der US-Riese kommt in Europa nicht in die Gänge, schreibt dicke Verluste und sucht immer noch nach dem Licht am Ende des firmeneigenen Krisentunnels. „Wir brauchen einfach Geduld“, beruhigt Jim Farley und zwingt sich zu einem entschlossenen Lächeln. Der 52jährige Amerikaner ist so eine Art Feuerwehrmann, der aus Detroit in die Europazentrale nach Köln geschickt wurde. Seit Anfang Januar ist er der Präsident von Ford Europa und so ganz nebenbei auch noch für Afrika und den Mittleren Osten.

Zuvor war Farley für das weltweite Marketing von Ford verantwortlich. Ein lupenreiner Verkaufsprofi also, der dem hinkenden Koloss Beine machen soll. „Wir haben die modernste Modellpalette in der Ford-Geschichte“, sagt er, verweist auf Fiesta, Focus und Co., nennt den gerade mit langer Verspätung endlich erschienenen großen Mondeo, den neuen eleganten S-Max und setzt große Hoffnung in die sportlichen Modelle wie den bärenstarken Allradler Focus RS mit 235 kW/320 PS: „Die Liebe zu leistungsfähigen Autos liegt uns im Blut“, schwärmt er und kündigt an, dass das Angebot an Sportlern mit dem Kürzel RS bis 2020 auf ein glattes Dutzend erhöht wird. Zudem sollen die Ikone Mustang und der in Genf gezeigte 600-PS-Renner GT die beiden Speerspitzen sein. „Eine halbe Millionen User haben den Mustang in Internet schon mal konfiguriert“, berichtet er. Ab Sommer werden das Coupé und das Cabrio verkauft und mit einem Preis von rund 40.000 Euro die mit Abstand günstigste Möglichkeit bieten, sich einen Achtzylinder (5 Liter Hubraum, 313 kW/426 PS) in die Garage zu stellen.

Doch auch Jim Farley ist klar, dass die Klientel für Sportwagen und hochgerüstete Alltagsautos viel zu klein ist, um das taumelnde Ford-Schiff in Richtung der ersehnten schwarzen Zahlen zu steuern. „Wir müssen den aktuellen Trends stärker folgen als bisher“, räumt er ein und stellt eine Liste zusammen, was Ford möglichst bald in Europa anbieten muss: „Am wichtigsten ist ein Crossover“, sagt Farley und meint damit die kompakte Kreuzung aus Kombi, Geländewagen und Freizeitmobil, die derzeit voll im Focus der Kunden steht. „Da sind wir in der Pflicht, ein solches Autos auch für den Weltmarkt zu entwickeln“. Farley gesteht ein, dass sowohl der kleine B-Max als auch das Mini-SUV Ecosport hinter den Erwartungen zurückblieben. „Der B-Max mit seinem genialen Türkonzept ohne B-Säule leidet unter dem Rückgang des Interesses für geräumige Familien-Vans“, berichtet er. Um dem aus Brasilien importierten eckigen Ecosport neues Leben einzuhauchen, verweist der neue Präsident auf ein Facelift, dessen Ergebnis ebenfalls in Genf zu besichtigen ist. Das außen montierte Reserverad an der Hecktür verschwindet, der Innenraum wird edler gestaltet und die Leistung der Motoren verbessert“.

Auf Farleys Prioritätenliste stehen auch noch ein Citycar wie es zum Beispiel VW mit dem Up bietet, ein Mobilitätskonzept für die großen Städte nach Vorbild von Daimlers Car2go oder BMW „Drive now“ und ein kleiner, möglichst abgasfreier City-Transporter, mit dem die Einzelhändler in den kommenden Umweltzonen der Stadtzentren beliefert werden können. „Wir werden uns verstärkt auf den Bereich der Innenstädte konzentrieren, müssen unseren Kunden hier Lösungen anbieten“.

Freimütig und durchaus unbekümmert bezieht der Amerikaner auch Stellung zu Fragen außerhalb seines Einflussbereiches. So plädiert er heftig für ein Verbleiben von England in der EU und für ein schnelles Ende der Eiszeit zwischen den USA und Russland. Denn einer der Gründe für die hohen Ford-Verluste in Europa ist der Verkaufseinbruch in Russland. „Die aus den Sanktionen von EU und USA resultierende Inflation führte dazu, dass die Preise unserer Autos für die Menschen unbezahlbar wurden“, klagt Farley und sieht auch keine Gesundung in diesem Jahr.

Die Welt ist voller Zufälle. Kurz vor Jim Farleys Auftritt im Genfer Hotel „President Wilson“ trafen sich an gleicher Stelle US-Außenminister John Kerry und sein russischer Widersacher Sergei Lavrov, um wieder einmal über den Ukraine-Konflikt zu vrhandeln. Begegnet ist der neue Europa-Präsident seinem Landsmann nicht, berichtet aber respektvoll. „ Die vielen schwerbewaffneten Sicherheitsleute waren wirklich nicht zu übersehen“.

Autor: Peter Maahn/SP-X

News: Konzept-Fahrzeuge auf dem Genfer Salon – Verrückt entzückt

Sie sehen futuristisch aus, gerne mit Flügeltüren, vielen Bildschirmen, fast keinen Schaltern und Knöpfen, einige können noch nicht einmal fahren – auf jeder Messe der Welt stehen Studien und Konzepte, die Besucher anlocken sollen. Als dreidimensionale Entwürfe entführen sie ihre Betrachter in eine andere Welt. Ihren Weg als Serienmodell auf unsere Straßen finden allerdings längst nicht alle. Und wenn, dann häufig in abgewandelter Form. Auch auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon finden sich Design-Spielereien, die für die Realität zu abgehoben sind.

Traditionell zeigt der Schweizer Fahrzeugentwickler Rinspeed in Genf eine spektakuläre Studie. Dieses Mal bringt er in Zusammenarbeit mit diversen Zulieferern einen automobilen Kumpel mit auf die Messe, den Budii. Der selbstfahrende Prototyp auf Basis des elektrisch angetriebenen BMW i3 will seinem Besitzer mit allerhand Technik das Leben erleichtern.

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Kernstück des Konzepts ist ein beweglicher Roboterarm im Innenraum, der das Lenkrad des Budii, wenn gewünscht, Fahrer oder Beifahrer entgegenstrecken kann. Ist das Mobil autonom unterwegs, verschwindet die Lenksäule in der Mitte oder lässt sich beispielsweise auch als Ablagetisch nutzen.


Der Rinspeed Budii verfügt über ein breites Spektrum an Infotainment-Möglichkeiten. Das System erkennt beispielsweise die Gewohnheiten und Vorlieben des Fahrers und vereinfacht die nötigen Bedienschritte auf dem gewaltigen Touch-Bildschirm in der Mittelkonsole. Auch beim autonomen Fahren denkt sich der Budii seinen Teil und lernt aus „Erfahrungen“ im Verkehr.Er kann sich auch mit anderen Fahrzeugen vernetzen, das Parkticket zahlen oder das Handy aufladen.

Highlight ist ein 70 Zentimeter langes ausfahrbares Teleskop auf dem Dach. Dank Laserscanner und hochauflösender Kamera stellt er das umliegende Terrain dreidimensional dar und passt auch Federung sowie Fahrwerkshöhe automatisch an. Er umfährt zudem Hindernisse, auch autonom.

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Auf Stoff statt Stahl setzt Entwicklungsdienstleister Edag mit seiner extremen Leichtbaustudie Light Cocoon. Die Karosserie des Sportwagens besteht nicht aus Leichtmetall oder Carbon, sondern aus einem besonders leichtem dreilagigen Stoff, den der Outdoor-Spezialist Jack Wolfskin beisteuert. Für Stabilität sorgt eine darunter liegende skelettartige Struktur aus Aluminium, die von einem 3D-Drucker hergestellt werden kann. Der zeltartige Aufbau soll vor Wind und Wetter schützen. Allein die so gefertigte Motorhaube soll 25 Prozent leichter sein als bei konventioneller Konstruktion.

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Blitzlichtgewitter im Straßenverkehr bleibt dem Urviech Mercedes G 500 4×4 hoch 2 wohl verwehrt, zu vage sind die Aussichten auf eine Serienproduktion. Auf der Messe sonnt sich die Geländewagen-Studie in Aufmerksamkeit. Falls sich diese verdunkelt, die Erde kurz vor dem Untergang steht, Geröll, Trümmer und undurchdringliche Hindernisse den Weg ans Ziel erschweren oder Steilhänge und Wasserdurchfahrten den Weg kreuzen – wünscht man sich diesen rustikalen Kämpfer an der Seite.

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Ein Gegenstück zum mächtigen Überwürfel von Mercedes steht auf dem Stand des Designbüros Italdesign Giugiaro. Das schnörkellose und glatte Konzept Gea sieht sich als automobiles Wellness-Büro. Spezielle Lichteinstellungen sollen zur Entspannung beitragen, das Entertainmentprogramm bietet Trainingsvideos, die sich auch im Fahrzeug durchführen lassen sollen. Bequeme Sitze aus feinstem Leder laden zum entspannen ein. Wenn die Augen dann zu schwer werden, kann die schicke Limousine auch selbstständig fahren.

Deutlich seriennäher ist der Lexus LF-SA. Die Studie eines möglichen Kleinwagens von Toyotas Nobeltochter fällt sofort mit seinem übergroßen Kühlergrill auf. Die schmalen Scheinwerfer rücken weit nach außen, sog-artig führt der Blick in die Mitte – auf der überpräsent das Lexus-Logo prangt. Die kleinen Türen wirken in der muskulösen Karosserie fast verloren, die für Konzeptfahrzeuge typischen übergroßen Räder dominieren die Seitenansicht. Dafür wirkt das Heck des knapp 3,50 Meter langen Rabauken wild, kantig und unsortiert. Mit seinen knappen und auffällig scharfen Proportionen will er besonders die Aufmerksamkeit jüngerer Autofahrer auf die Marke lenken.

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Die von sonst geltenden Produktionszwängen befreiten Designstudien werden unser Straßenbild in ihrer hier gezeigten Form natürlich nicht bereichern. Einiges aus dem Kabinett der Eigenheiten schafft es aber sicher in künftige Modelle. Wenn auch nicht morgen oder übermorgen.

Autor: Adele Moser/SP-X

News: Lexus LF-SA – Nobel in die City

Der Platz auf den Straßen der Megacities wird immer geringer – auf Luxus wollen aber einige Kunden nicht verzichten. So spekuliert man offenbar bei Lexus: Die Toyota-Nobelmarke zeigt auf dem Genfer Salon mit dem Konzept LF-SA einen Kleinstwagen, der auf 3,45 Meter Kürze progressives Design und üppigen Komfort bietet.

Fahrer, die sich weiterhin den Luxus des selber fahren leisten wollen, will man laut Lexus mit dem Testballon ansprechen. Gleichzeitig sollen diese in vollem Umfang Netzwerkfähigkeit, Informations- und Unterhaltungsangebot, Komfort oder Materialien nutzen können, die normalerweise nur in größeren Fahrzeugen selbstverständlich sind. Der Stadtwagen ist als 2+2-Sitzer angelegt. Zu einer Chance auf Serienfertigung ist nichts bekannt.

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Mit dem Toyota iQ hatte der Mutterkonzern schon einmal ein ähnliches Konzept eines sehr kleinen Stadtflitzers. Der knapp drei Meter kurze Winzling firmierte als 3+1-Sitzer, tat sich allerdings schwer sein innovatives Raumnutzungskonzept als solches zu kommunizieren, war außerdem relativ teuer und wurde 2014 in Deutschland eingestellt. Noch schlechter lief das Aston-Martin-Derivat des iQ, der ab 38.000 Euro kostende Cygnet, der auf dem Japaner basierte aber eine eigene Optik und einen wertigeren Innenraum vorweisen konnte.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Abt auf dem Genfer Salon – Ein TT als Kanonenkugel

Abt zeigt auf dem Genfer Salon eine veredelte Version des Audi TT: Der VW- und Audi-Tuner bringt den 2,0-Liter-Turbobenziner auf 228 kW/310 PS (Serie: 169 kW/230 PS). Insgesamt 2.755 Euro kostet das Leistungsupdate für den Ingolstädter Sportwagen der neusten Generation. Auf Wunsch betont ein Bodykit, unter anderem mit veränderter Frontschürze und feststehendem Heckflügel, die zusätzliche Dynamik, besonders dramatisch wirkt das Sportcoupé in der Folierung „Gunmetal“. Sportbremsanlage (6.910 Euro inkl. Montage) und Fahrwerksveränderungen sind ebenfalls buchbar.

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Neben dem veredelten TT bringen die Kemptener zwei weitere neue Muskelprotze nach Genf: Mit einem Styling- und Performance-Paket erhält der VW Passat eine Aufwertung. Der serienmäßige 240-PS-Diesel leistet dank eines neuen Steuergeräts dann 206 kW/280 PS, die mit einem Bodykit betont werden. Einen extremen Leistungsschub hingegen erhält der Ende 2014 geliftete Audi RS6: Der ohnehin bereits bärenstarke Nutzwert-Bolide mit ursprünglich 412 kW/560 PS leistet mit neuem Steuergerät und veränderter Abgasanlage 537 kW/730 PS.

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Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: V-Klasse Concept Car – So geht schöner Reisen

Die neu V-Klasse hat sich bereits zum Edel-Shuttle entwickelt. Mit einem Konzeptauto zeigt Mercedes auf dem Genfer Automobilsalon (bis 15. März), wie die Großraumlimousine in naher Zukunft ausgestattet sein kann: Der Plug-in-Hybrid-Antrieb aus der C-Klasse und hochwertige Ausstattungsdetails machen das schwäbische Büssle zum hochmodernen Luxus-Transporter V-ision e.

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Das Doppelherz aus Benzin- und Elektromotor liefert eine Systemleistung von 245 kW/333 PS (bis zu 600 Nm Drehmoment). Damit katapultiert es das Hybrid-Mobil in 6,1 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h – schneller als die aktuelle Top-Motorisierung der V-Klasse. Maximal sind 206 km/h erreichbar. Als Normverbrauch gibt Mercedes 3,1 Liter pro 100 km an (71 g CO2/km). Bis zu 50 Kilometer kann die Großraumlimousine rein elektrisch fahren, bei einer Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h.

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Das Showcar soll aber auch in Sachen Innenraumausstattung wegweisend sein. So besteht beispielsweise fast die gesamte Dachfläche aus Glas: 2,14 qm groß ist das Panorama-Element, das teils Schiebedach, teils festes Glasdach ist. Die Transparenz kann auf Knopfdruck hell oder dunkel geschaltet werden („Magic Sky Control“), so dass ein unerwünschtes Aufheizen verhindert wird. Eine intelligente Steuerung sorgt beispielsweise dafür, dass das Dach bei Einfahrt in einen Tunnel automatisch geschlossen wird, damit keine Abgase in den Innenraum gelangen.

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Der komplett weiße Innenraum aus Nappa-Leder und Mikrofaserstoff harmoniert besonders schön mit dem Fußboden aus echtem Nussbaumholz. Wie in der S-Klasse sind hinten sogenannte Executive-Sitze montiert, die sich auf Knopfdruck zur Liegefläche ausbreiten, außerdem Sitzheizung, -belüftung und Massagefunktionen vereinen. Die Funktionen können sowohl über Schalter im Fahrzeug als auch über eine App auf dem iPad gesteuert werden. Ausklappbare Tische, iPad-Halterung sorgen für noch mehr Komfort, genauso wie die große Mittelkonsole, die unter anderem eine Kühlbox enthält.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Seat 20V20 – Auf die Zukunft

SUV boomen und es gibt keinen Hinweis auf eine Trendumkehr. Immer mehr Hersteller steigen vor allem in das kompakte und untere Segment ein. So will Seat ab 2016 mit einem eigenen Produkt an den Start gehen. Mit dem 20V20 präsentieren die Spanier in Genf jetzt ein ausdrucksstarkes Concept, das allerdings nicht nur Lust auf den künftigen Geländewagen machen, sondern ebenso einen Hinweis auf die optische Marschrichtung des Labels liefern soll. Da finden sich schneidige Linien und scharfkantige Sicken – der 20V20 ist aber gar nicht mal radikal, sondern von der aktuellen Modellpalette aus betrachtet evolutionär weiterentwickelt und kann abgesehen vom futuristisch gestalteten Innenraum allemal als seriennah durchgehen. Die bulligen Karosserieenden samt Unterfahrschutz sowie viel Bodenfreiheit und selbstverständlich Allrad-Antrieb deuten auf ordentliche Geländetauglichkeit hin, und die Motoren entsprechen weitgehend dem Stand der heutigen Technik.

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Die Rede ist von bis zu 220 kW/300 PS auf Benzinerseite – dieselseitig sind es bis 176 kW/240 PS, das klingt verdächtig nach den derzeitigen Standard-Aggregaten des modularen Querbaukastens, auf welchem das SUV basieren wird. Und der erlaubt freilich auch den Einsatz alternativer Antriebe beispielsweise in Form von Plug-in-Hybriden. Die werden auch nötig sein, um den Flotten-CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2021 massiv zu senken – schließlich muss dann Strafe zahlen, wer 95 g/km überschreitet. Und das können die Hersteller schon aus Image-Gründen nicht wollen. Der 20V20 will seine Effizienz zudem mit Leichtbau untermauern – wie leicht oder schwer der Seat-4×4 in der Serie sein wird, bleibt spannend. Meist scheitern allzu ambitionierte Gewichtsziele schlicht an den Kosten.

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Die Innenarchitektur der Studie wird es kaum in die Massenproduktion schaffen, aber zumindest sind frei konfigurierbare Instrumente ja bereits Standard in diversen Baureihen des Volkswagen-Konzerns, so dass auch bei der Serienversion des Seat-SUV mit ihnen zu rechnen ist. Der 20V20 bietet allerhand Elektronik-Gimmicks, von denen es das eine oder andere Feature vielleicht wirklich mal in die Serie schaffen könnte und auch sollte. Nützlich und sinnvoll wäre zum Beispiel der „Zündschlüssel“, der zugleich Bedienelement ist und auch ein Display hat. Beim 20V20 verfügt er über eine Navigationsfunktion, von der man auch als Fußgänger profitiert. Gleichzeitig merkt er sich den Fahrzeugstandort – mit diesem System darf man auch ruhig seinen Parkplatz vergessen. Endlich mal eine Spielerei mit praktischem Nutzen.

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Autor: Patrick Broich/SP-X

News: Audi R8 – Auch ohne Tradition ein Traditionalist

Bei der zweiten Auflage verfeinert Audi seinen Sportwagen R8, bleibt dem bekannten Konzept aber treu: Das nun auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) debütierende Coupé vertraut weiter auf einen hochdrehenden V10-Mittelmotor und Allradantrieb. Gefeilt wurde an Design, Gewicht und Fahrverhalten. Der Verkauf startet im Sommer zu Preisen ab 165.000 Euro.

Dass es sich beim zweiten R8 um ein komplett neues Auto handelt, kann einem auf den ersten Blick entgehen. Die typische Mittelmotor-Statur mit kurzer Fronthaube und langem Heck bleibt erhalten, im Detail wirkt der Zweisitzer nun aber eine Spur schärfer. Der vergrößerte Kühlergrill, die böse blickenden Scheinwerfer und die stärker ausgeprägten seitlichen Lufteinlässe sorgen für einen Schuss mehr Aggressivität.

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Auch unter der Heckverkleidung bleibt es beim Bewährten. Wo Wettbewerber wie Mercedes-AMG GT und Ferrari 488 GTB mittlerweile aus Effizienzgründen auf kleine Turbo-Triebwerke setzen, arbeitet beim Audi weiterhin ein 5,2 Liter großer Zehnzylinder-Saugmotor. Für weniger Durst soll anstelle eines Laders eine Zylinderabschaltung sorgen, zudem ergänzt erstmals eine Saugrohreinspritzung die bekannte FSI-Gemischbildung direkt im Brennraum.

Der auch aus dem Schwestermodell Lamborghini Huracan bekannte Motor steht in zwei Leistungsvarianten zur Wahl: Im vorläufigen Basismodell kommt er auf 397 kW/540 PS, in der V10 Plus genannten Top-Version auf 449 kW/610 PS. Die maximalen Drehmomente betragen bei 540 beziehungsweise 560 Nm. Schon die schwächere Version spurtet in 3,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, die stärkere ist noch einmal 0,3 Sekunden schneller. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 323 km/h respektive 330 km/h. Als Verbrauchswerte gibt der Hersteller 11,8 und 12,4 Liter an.

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Die Kraftkur für den V10-Motor ist nicht die einzige Veränderung mit Einfluss auf die Fahrdynamik. Im Alu-Spaceframe finden sich nun weitere Karbonelemente, die das Trockengewicht des R8 um 50 auf 1.454 Kilogramm drücken. Neue Verstrebungen sollen die Steifigkeit um 40 Prozent gegenüber dem Vorgänger erhöhen. Die Karosserie bietet zudem weniger Luftwiderstand und vor allem mehr Abtrieb. Und der Allradantrieb hat jetzt mehr Spiel und kommt so dem Spieltrieb des Fahrers entgegen. Statt einer Visco-Kupplung steuert eine elektronisch geregelte Lamellen-Kupplung die Kraftverteilung und tut dies frei von jeder Einschränkung: Die Antriebskraft kann nun bei Bedarf zu 100 Prozent an Vorder- oder Hinterachse geleitet werden.

Die technische Aufrüstung gibt es nicht zum Nulltarif. Mit mindestens 165.000 Euro für die schwächere V10-Version ist der neue R8 knapp 8.000 Euro teurer als das Vorgängermodell mit 386 kW/525 PS. Beim V10 plus liegt der Preisaufschlag sogar bei knapp 12.000 Euro. Wer den Sportwagen günstiger haben möchte, muss auf die neue Einstiegsversion warten, die möglicherweise den bisher angebotenen V8-Saugmotor durch einen turbogeladenen Sechszylinder ersetzt. Noch kostspieliger hingegen dürfte die angekündigte Elektroversion R8 E-Tron mit 340 kW/462 PS werden.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Magna Mila Plus – Leicht und schnittig an die Steckdose

Die Studie eines Hybrid-Sportwagens präsentiert der Zulieferer Magna auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März). Das Konzeptfahrzeug Mila Plus setzt auf Aluminium-Bauweise zur Gewichtsreduzierung und soll samt Batterien lediglich 1.520 Kilogramm auf die Waage bringen. Den Antrieb übernimmt ein Plug-in-Hybridsystem aus Dreizylinder-Benziner und zwei Elektromotoren. Eines der Strom-Triebwerke sitzt an der Vorderachse, das andere wirkt auf die Hinterräder, wodurch ein rein elektrischer Allradantrieb entsteht. Alle drei Motoren zusammen stellen eine Leistung von 200 kW/272 PS und ein Drehmoment von 580 Nm zur Verfügung. So gerüstet sprintet der Zweisitzer in 4,9 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die rein elektrische Reichweite gibt der Zulieferer mit 75 Kilometern an.

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Das Konzeptfahrzeug soll die Kompetenz des österreichischen Unternehmens in unterschiedlichen Bereichen des Automobilbaus zeigen, vor allem beim Leichtbau und bei der Antriebstechnik. Eine Chance auf eine direkte Serienumsetzung gibt es nicht. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Magna in Genf Studien aus der Mila-Serie gezeigt, unter anderem das Erdgas-Coupé Mila Aerolight oder den Öko-Geländewagen Mila Alpin.

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Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Audi-Showcar Prologue Avant – Jetzt mit großer Klappe

Nach dem Coupé-Konzept Prologue stellt Audi auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) eine Kombi-Version des Design- und Technologie-Trägers vor. Die 5,11 Meter lange Studie Prologue Avant hat ein flach abfallendes Kombi-Heck, ähnlich dem des Mercedes CLS Shooting Brake.

Im Audi läuft das Licht im Heck als Band über die volle Breite des Autos. Die LED-Heckleuchten wechseln zwischen zwei- und dreidimensionalen Effekten. Das abfallende Dach mündet in eine Kante, die das ganze Heck umläuft. Eine recht hohe Gürtellinie lässt den Prologue massiv wirken, die Radhäuser werden dezent betont. Die stark akzentuierte Front mit dem großen Kühlergrill wirkt dynamisch. Dank Matrix-Laser-Technik sind die Scheinwerfer schmal, weitere Leuchteinheiten betonen die sportlichen Lufteinlässe.

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Wie schon bei der Coupé-Studie erstreckt sich im Innern die berührungsempfindliche Bildschirm-Fläche quasi über das gesamte Armaturenbrett. Der Fahrer findet Assistenz- und Multimediat-Flächen links und rechts vom Lenkrad, hat zudem noch ein OLED-Display (organische LED) auf der Konsole des Mitteltunnels für Schrifteingabe, Klimatisierung und Infotainment.

Der Beifahrer bedient einen weiteren Bildschirm und auch die Fond-Passagiere, die auf zwei Einzelsitzen untergebracht sind, haben Tablets und ein OLED-Display für Bedienung und Unterhaltung. Eine intelligente Software identifiziert Fahrer und Passagiere anhand ihrer Smartphones, stellt Sitze und Klimatisierung nach ihren Vorlieben ein und macht Vorschläge für Musik und Routenplanung.

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Deutlich näher an der Serie als die futuristische Bedienung ist der Plug-in-Hybrid-Antrieb, er ist nahezu identisch mit dem im Audi Q7 e-tron quattro, der im Sommer auf den Markt kommt. Die Systemleistung von 3,0-Liter-Diesel und Elektromotor ist mit 335 kW/455 PS etwas höher. Eine Achtstufenautomatik leitet die Kräfte des Motors an den permanenten Allradantrieb. Das Showcar sprintet laut Audi in 5,1 Sekunden auf 100 km/h, im Mittel soll der Avant nur 1,6 Liter Diesel auf den ersten 100 Kilometern verbrauchen. Die Batterie, die 14,1 kWh Energie speichert, lässt sich induktiv laden. Luftfederung und Allradlenkung sollen für ausreichend Komfort und Fahrdynamik sorgen.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Honda Jazz – Flexibilität besser verpackt

Auch in der dritten Generation bleibt der Honda Jazz seinem flexiblen Sitzsystem treu. Dazu gibt es mehr Platz, neue Assistenten und Motoren sowie ein aufpoliertes Design. Premiere feiert die Europaversion des Kleinwagens auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März), zum Händler kommt sie im Sommer.

In Japan ist der Fünftürer bereits seit 2013 auf dem Markt, in Deutschland startet er erst im Sommer. Äußerlich ist der Jazz nun nicht mehr so van-artig gebaut wie sein Vorgänger, wirkt flacher und gestreckter. Auch weil die Länge um knapp zehn Zentimeter auf fast vier Meter gewachsen ist, drei Zentimeter des davon entfallen auf den Radstand. Das verspricht noch mehr Platz im Fond – schon bei den Vorgängern die Schokoladenseite des Japaners. Weil der Tank beim Jazz traditionell nicht wie üblich unter der Rückbank untergebracht ist, können deren Sitzflächen wie bei einem Kinosessel hochgeklappt werden, um sperriges Gut im Fußraum zu transportieren. Alternativ lassen sich die Lehnen umlegen, was einen flachen Ladeboden im Kofferraum ergibt. Neu in Generation drei ist zusätzlich eine umklappbare Lehne beim Vordersitz, wodurch auch der Transport besonders langer Gegenstände möglich wird. Doch schon bei voller Bestuhlung zählt der kleine Honda mit einem Gepäckraumvolumen von 354 Litern zu den Lademeistern seiner Klasse.

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Der Innenraum wirkt bei der Neuauflage nun weniger verspielt als beim leicht unübersichtlichen Vorgänger. Dazu gibt es ein neues, internetfähiges Infotainment-System, das auch das Spiegeln des Smartphone-Bildschirms auf dem Touchscreen in der Mittelkonsole erlaubt. Elektronisch aufgerüstet haben die Japaner zudem bei den Assistenten. Immer an Bord ist nun ein City-Notbremssystem, auf Wunsch kommen Kollisionswarner, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung und automatisches Fernlicht dazu.

Beim Antrieb setzt Honda zunächst auf einen für Europa neuen 1,3-Liter-Benziner mit 75 kW/102 PS. Der Vierzylinder ist serienmäßig an ein Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelt, gegen Aufpreis gibt es ein stufenloses Getriebe. Darüber hinaus wird es wohl auch einen 1,6-Liter-Diesel mit 88 kW/120 PS sowie einen Hybrid aus einem 81 kW/110 PS-Benziner und einem 30-PS-Elektromotor geben.

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Preise nennt der Hersteller knapp ein halbes Jahr vor Marktstart noch nicht. Der Vorgänger-Jazz kostet in der Einstiegsversion mit 66 kW/90 PS rund 13.000 Euro. Das ist auch ungefähr das Niveau, auf dem sich direkte Konkurrenten wie Nissan Note, Toyota Yaris oder Kia Venga bewegen.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Aston Martin Vulcan – Zwei Dutzend ohne Zulassung

Aston Martin stellt auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) einen besonders exklusiven Supersportwagen vor. Der Zweisitzer namens Vulcan soll nur 24 Mal gebaut werden und dürfte rund 2,5 Millionen Euro kosten. Eine Straßenzulassung ist da noch nicht einmal inklusive.

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Den Antrieb des Vulcan übernimmt der aus anderen Sportwagen der britischen Marke bekannte V12-Benziner, der in der neuen Variante mit sieben Liter Hubraum auf eine Leistung von mehr als 800 PS kommen soll. Fahrleistungen nennt der Hersteller noch nicht, sie dürften aber im Bereich von drei Sekunden beim Sprint auf Tempo 100 liegen, die Höchstgeschwindigkeit wird wohl mehr als 350 km/h betragen.

Auf öffentlichen Straßen lässt sich das aber nicht ausfahren – auch weil der Supersportler als reines Rennstreckenfahrzeug konzipiert ist. Theoretisch dürfte aber auch eine Straßenzulassung per Einzelabnahme möglich sein. Damit die Kundschaft das Coupé immer im Griff hat, bietet Aston Martin Käufern ein umfangreiches Fahrertraining auf der Rennstrecke an.

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Der Bau besonders exklusiver Kleinserien-Supersportler ohne Straßenzulassung ist nichts Ungewöhnliches. McLaren hat unlängst den P1 GTR auf Basis des P1 vorgestellt, Ferrari bietet seinen LaFerrari auch in der Rennstreckenversion FXX K an.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Nissan Sway – Micra wird schicker

Mit der Kleinwagenstudie Sway gibt Nissan auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) einen Ausblick auf die für 2016 erwartete neue Generation des Micra. Im Gegensatz zum aktuellen Modell orientiert sich die Neuauflage wieder stärker am Geschmack der europäischen Kundschaft. Ein erstes Bild zeigt eine schnittige Front mit Stil-Anleihen an die Erfolgsmodelle Qashqai und Juke. Gebaut wird der Kleinwagen für den europäischen Markt künftig auch nicht mehr in Thailand, sondern bei Renault in Frankreich. Die technische Basis teilt er sich daher mit dem Renault Clio.

Der aktuelle Micra ist als Weltauto konzipiert, das auf 160 Märkten nahezu identisch angeboten wird. Entsprechend kompromisshaft tritt er auf. In Deutschland konnte er auch deshalb nicht an die Erfolge der Vorgängergenerationen anschließen. 2014 fanden sich rund 11.000 Käufer.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Mercedes G 500 4×4² – Der Gigant fürs Grobe

Sie ist kantiger als alle anderen, schon länger auf der Straße und abseits der Straße hat sie mehr drauf als die meisten Konkurrenten: So sticht die Mercedes G-Klasse seit Jahr und Tag aus der Flut der Geländewagen heraus. Demnächst kann man das allerdings auch wörtlich nehmen. Denn auf dem Genfer Salon zeigt Mercedes Anfang nächsten Monats eine neue Version des mittlerweile 36 Jahre alten Dinosauriers, die mit ihren 2,25 Metern Höhe buchstäblich ein überragendes Auto ist.

Verantwortlich sind dafür so genannte Portalachsen, wie man sie bei Mercedes bislang nur aus dem Unimog und dem Wüstenschiff G 6×6 kannte: Bei ihnen stecken die Räder nicht mit der Nabe auf der Mitte der Achse, sondern können dank eines Portalgetriebes deutlich tiefer montiert werden. So wächst die G-Klasse in den Himmel und die Bodenfreiheit steigt von 21 auf 45 Zentimeter. Zugleich geht mit den neuen Achsen die Spurweite um 30 Zentimeter in die Breite, was Mercedes mit neuen Radläufen aus Karbon zusätzlich betont. Egal ob mit der 22-Zoll-Bereifung für die Straße oder den grobstolligen 18-Zöllern für den Offroad-Einsatz sieht die G-Klasse damit im Rückspiegel ziemlich furchterregend aus.

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Zu den neuen Achsen und den zwei Radsätzen gibt es auch Varianz bei der Federung: Um die Performance auf und neben der Straße zu verbessern, bekommt der G 4×4² erstmals Verstelldämpfer aus dem Rallye-Sport, mit denen wahlweise die Bewegung des Aufbaus im Gelände erleichtert und bei der Kurvenhatz fast vollständig vermieden wird: Eben noch bockige Bergziege wird aus dem G-Modell so beinahe das sprichwörtliche Brett.

Auch unter der Haube betreten die Schwaben Neuland: Erstmals diesseits von Affalterbach kommt in dem G-Modell der V8-Motor aus dem AMG-Sportwagen GT zum Einsatz, der bald seinen Weg auch in M- und E-Klasse finden wird. Er leistet 310 kW/422 PS, kommt auf bis zu 610 Nm und ermöglicht selbst im fast drei Tonnen schweren G 500 4×4² eine Spitzengeschwindigkeit weit über 200 km/h.

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In Genf steht der neue G als Showcar und nach der offiziellen Sprachregelung wollen die Schwaben damit jetzt erst einmal die Kundenresonanz ausloten. Doch müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn der Gigant fürs Grobe nicht bald durchs Gebirge stürmen müsste. Denn man muss nur auf seinen großen Bruder schauen um zu wissen, wie verrückt die Truppe um die G-Klasse ist. Auch der 6×6 stand schließlich mal als Studie auf der Messe – und seitdem bislang fast 150 Mal verkauft.

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News: Genfer Autosalon 2015 – Klotzen statt Kleckern

Dass es auf dem Genfer Autosalon teuer und leistungsstark zugeht, ist nichts Ungewöhnliches. Die 2015er-Ausgabe der wichtigsten europäischen Frühjahrsmesse aber fällt in dieser Hinsicht nicht nur im Vergleich mit den noch durch den Öko- und E-Auto-Trend geprägten Auflagen der Vorjahre aus dem Rahmen. Wer als Hersteller keinen Sport- oder gar Supersportwagen vorstellt, hat zumindest ein SUV im Programm.

Vor allem die Neuheitenliste in der obersten PS-Liga ist gut gefüllt. Zu den Stars der Messe dürfte die Neuauflage des Audi R8 zählen, der wieder mit einem mehr als 500 PS starken V10-Benziner und Allradantrieb antritt. Schwestermarke Porsche schickt mit dem 911 GT3 RS seinen ultimativen Saugmotoren-Renner in den Wettbewerb. In direkter Konkurrenz zu den deutschen Coupés läuft der Ferrari 488 GTB auf, der mit kleinem V8-Motor und Turboaufladung zumindest das Rennen in der Effizienzwertung gewinnen will. Dazu kommen Exoten wie der McLaren P1 GTR als rund 1.000 PS starke rennstreckenoptimierte Version des Supersportwagens P1, der Lotus Evora 400 als bislang stärkstes und schnellstes Modell der britischen Puristenmarke und der Aston-Martin-Top-Sportler Vulcan. Komplettiert wird das Supersportwagenprogramm von dem bereits im Januar in Detroit gezeigten Mittelmotor-Sportler Ford GT und dem Hybrid-Renner Honda NSX.

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Beide Marken hatten ihre sportliche Tradition zuvor jahrelang brach liegen lassen. 2015 soll sie wieder aufleben – auch in zivileren Klassen. So zeigt Ford seinen 235 kW/320 PS starken Über-Focus mit dem Zusatzkürzel RS. Honda legt den Civic R-Type wieder auf, erstmals mit Turbomotor und rund 280 PS. Das Wettrüsten in der Kompaktklasse geht damit fröhlich weiter, wie auch die Messepremiere des Audi RS3 mit knapp 370 PS belegt. Hinzu gesellen sich Kraftpakete im Kombikleid wie der VW Golf Variant R, der Seat Leon ST Cupra, der Skoda Octavia RS 230 und der Subaru Levorg. Und Mercedes lässt den CLA Shooting Brake in der 265 kW/360 PS starken AMG-Version von der Leine.

Ein Spritsparer ist keines der sportlichen Modelle, auch wenn viele die Verbrauchswerte ihrer direkten Vorgänger teils deutlich unterbieten. In der zunehmend wichtigen CO2-Flottenbilanz der Hersteller werden die Autos aber allein schon aufgrund ihrer geringen Verkaufszahlen keinen großen Schaden anrichten. Das gilt allerdings nicht für die zweite große Neuheitenklasse: die SUV. Die modischen Modelle werden den Herstellern weiterhin aus den Händen gerissen.

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Audi und Volvo setzen bei ihren Oberklasse-Crossovern Q7 E-Tron und XC90 deshalb auf Plug-in-Hybridantriebe, die mittlere Strecken auch elektrisch und damit ohne direkte Kohlendioxidemissionen zurücklegen können. In den kleineren SUV-Klassen muss man sich aus Kostengründen hingegen auf das Feilen an Details begnügen. Mit neuen Motoren und Spartechniken kommen dann auch kompakte Modelle wie der Nissan-Qashqai-Ableger Renault Kadjar, der ix35-Nachfolger Hyundai Tucson und der Ssangyong Tivoli auf annehmbare Normverbräuche. Noch etwas einfacher dürften es die kleinen SUV haben: In Genf feiern in dieser Boom-Klasse der Mazda CX-3 und der Honda HR-V Premiere.

Doch es gibt auch Neuheiten jenseits von PS-Inflation und SUV-Boom. Und ausgerechnet einer der Hauptvertreter beider Trends – BMW – gibt sich diesmal fast bescheiden. Die Münchner zeigen mit dem 2er Gran Tourer ihr erstes Großfamilienmodell, einen bis zu siebensitzigen Van der gehobenen Kompaktklasse. Allerdings muss der Kunde auf starke Motoren genauso wenig verzichten wie auf Allradantrieb. Wer es bodenständiger mag, findet im VW Touran einen passenden Kandidaten, der dank neuer Plattform mehr Platz bei weniger Gewicht bieten dürfte, ansonsten aber seinen bekannten Tugenden treu bleibt. Soll es noch ein wenig preisgünstiger sein, hat VW dazu die Neuauflage des Hochdachkombis Caddy mitgebracht.

Apropos günstig: Zu den wenigen dezidiert vernünftigen Autos in Genf zählt auch der Opel Karl. Der Kleinstwagen ist so etwas wie der preiswerte Bruder des City-Flitzers Adam, bietet deutlich mehr Platz und ist im Ausgleich etwas weniger hübsch, ohne ein Mauerblümchen zu sein. Im funkelnden Scheinwerferlicht des Genfer Salons reicht das in diesem Jahr aber trotzdem höchstens für eine Nebenrolle.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Range Rover Evoque Facelift – Aufgefrischter Bestseller

Vier Jahre nach der Markteinführung kommt der Range Rover Evoque im August in einer überarbeiteten Version auf den Markt. Das Facelift des Kompakt-SUV stellen die Briten auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) vor. Neben ein paar optischen Details bekommen Coupé und Fünftürer technische Updates und einen neuen Dieselmotor.

So erhält der neue Vollaluminium-Diesel der Ingenium-Motorenfamilie Einzug in das Kompakt-SUV. Das Triebwerk ist in zwei Leistungsstufen erhältlich: mit 110 kW/150 PS soll der Evoque 4,2 Liter pro 100 km verbrauchen (109 g CO2/km), in der Variante mit 132 kW/180 PS sind es 4,8 Liter Normverbrauch (125 g CO2/km). Rund 18 Prozent weniger Verbrauch als bei der Vorgängergeneration gibt der Hersteller an, zudem bringt das Aggregat je nach Ausführung 20 bis 30 Kilo weniger auf die Waage. In einer Spritsparversion gibt es den kleineren Diesel künftig mit Frontantrieb. Darüber hinaus weiterhin erhältlich ist der bekannte 177 kW/240 PS starke Benziner.

Unterschiede bei Stoßfänger, Kühlergrill und Scheinwerfer markieren unter anderem die überarbeitete Version. Als erstes Modell von Jaguar-Land Rover verfügt das Kompakt SUV künftig über optionale adaptive Voll-LED-Scheinwerfer. Innen wurde die Instrumententafel aufgefrischt, außerdem erhält das Modelljahr 2016 neue Sitze mit optionaler Massagefunktion.

Ein neu konzipiertes Infotainment-System mit Ach-Zoll-Touchscreen, über den Smartphone-Apps bedient werden können, ist in den unteren Ausstattungslinien serienmäßig. Mit höherer Ausstattung ist zum Beispiel ein Festplatten-Navi an Bord. Als neue Option kann man eine per Fußbewegung unter dem Heck bedienbare elektrische Heckklappe oder auch der Spurhalteassistent hinzubuchen. Spurverlassenswarner und Notfall-Bremsassistent sind serienmäßig. Ob sich preislich etwas ändert, ist noch nicht bekannt. Derzeit kostet der Evoque mindestens 33.500 Euro.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

Mansory Lamborghini Huracan: Mehr Pferde für den Kampfstier

Der bayerische Tuner Mansory ist bekannt für radikale Leistungssteigerungen und auffälliges Optiktuning. Entsprechend bearbeitet schickt er den Lamborghini Huracan in einer Breitbau-Ausbaustufe auf den Genfer Autosalon (5. bis 15. März).

Der jüngste Stier aus Sant’Agata Bolognese soll sich nach der Behandlung des Veredlers deutlich vom Serienfahrzeug unterscheiden. So wurden die Tagfahrleuchten eigens für ihn entwickelt. Front-, Heckschürze und Seitenschweller sowie die Rückspiegel sind aus Karbon gefertigt.

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Durch den Einsatz des leichten Werkstoffes ist der Kampfstier leichter geworden, was sich positiv auf die Beschleunigungswerte und den Kraftstoffverbrauch auswirken soll. Zusätzlich sorgt ein Heckflügel in Kombination mit dem Diffusor für mehr Anpressdruck an der Hinterachse.

Den optimierten Huracan will der Tuner in mehreren Leistungsstufen anbieten. Nach Genf kommt der schwächste Stier namens MH1. Durch unterschiedliche Eingriffe, beispielsweise im Motor- und Getriebemanagement, leistet sein 5,2-Liter-V10-Motor 625 kW/850 PS statt der serienmäßigen 449 kW/610 PS. Für den Sprint auf Tempo 100 nimmt der Huracan MH1 sich nur 2,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 330 km/h.

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Zum Preis oder den weiteren Ausbaustufen gibt der Tuner noch keine weiteren Informationen. Das Basismodell des Lamborghini Huracan, der als Nachfolger des Gallardo seit Frühjahr 2014 erhältlich ist, kostet mindestens 202.000 Euro.

Autor: Adele Moser/SP-X

Neuer Mercedes-Maybach Pullman: Die Krönung in Stretch

Mit den Luxus-Versionen Mercedes-Maybach bauten die Stuttgarter vergangenes Jahr ihr Angebot in der S-Klasse weiter aus, nun feiert die extralange Limousine Pullman auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) Premiere.

Im neuesten Modell der Stuttgarter Sub-Marke befinden sich hinter der elektrisch absenk- und verdunkelbarer Trennwand vier Einzelsitze in einer Vis-a-vis-Sitzordnung. Wer in Fahrtrichtung reist, nimmt auf Executive-Sitzen Platz, die unzählige Verstellmöglichkeiten von Lehnen, Sitzflächen und Fußstützen bieten. Zwei weitere Passagiere können bei Bedarf auf den ausklappbaren Sitzen entgegen der Fahrtrichtung mitreisen. Auf Wunsch kann das Flaggschiff auch ohne Zusatzsitze geliefert werden.

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Mit einer Länge von 6,50 Metern ist der Mercedes-Maybach Pullman noch einmal um einen Meter länger als die Mercedes-Maybach S-Klasse. Der Radstand des neuen Luxusmodells überragt mit 4,42 Meter die Länge einer Mercedes B-Klasse (4,39 Meter). Der Pullman ist mit 1,60 Metern zudem mehr als 10 Zentimeter höher als eine Mercedes S-Klasse.

Auch leistungsmäßig gibt sich der Luxusliner keine Blöße: Angetrieben wird das Topmodell von einem V12-Biturbo, der aus sechs Litern Hubraum 390 kW/530 PS holt (830 Nm Drehmoment).

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Für den Einsatz als Staatskarosse ist das Interieur noch einmal verfeinert worden. Der Innenraum ist vollständig mit Leder verkleidet. Neben dem Dachhimmel sind unter anderem auch Türrahmen und Sitzkonsolen mit der edlen Tierhaut bezogen. Am Dachhimmel informieren drei Analoginstrumente die Fondpassagiere über Außentemperatur, Geschwindigkeit und Uhrzeit.

Die ersten Besteller erhalten ihre Fahrzeuge Anfang kommenden Jahres. Mindestens eine halbe Million müssen sie dafür investieren. Der Ende 2014 präsentierte Mercedes-Maybach S600 verfügt über den gleichen Antrieb, kostet jedoch rund 188.000 Euro. Der S500 startet ab 134.050 Euro, angetrieben wird dieser Stuttgarter allerdings von einem Achtzylinder-Biturbo-Aggregat, der aus 4,7 Litern Hubraum 335 kW/455 PS schöpft.

Autor: Adele Moser/SP-X

McLaren P1 GTR: Track only

Die Serienversion des für die Rennstrecke ausgelegten 1.000 PS starken McLaren P1 GTR feiert auf dem diesjährigen Genfer Automobilsalon (5. bis 15. März) Premiere. Kaufen kann die Extremversion ohne Straßenzulassung aber nur, wer schon das rund eine Million Euro teure Standardauto besitzt.

Die leichte und nur 3,2 mm dicke Windschutzscheibe der McLaren P1 Straßenversion wurde beibehalten, während die Seitenfenster nun aus speziellen Polycarbonat aus dem Motorsport gefestigt sind und über ein sogenanntes „Ticket-Fenster“ auf der Fahrerseite verfügen. Die Glas-Paneelen im Dach und in der Motorraumabdeckung wurden durch Karbonfaserpaneelen ersetzt. Durch diese Maßnahmen konnte insgesamt 50 Kilogramm Gewicht gegenüber der Straßenversion eingespart werden.

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Auffällig ist die Optik: Am Heck der Rennstreckenversion befindet sich, im Gegensatz zum Straßensportler, ein festmontierter Heckflügel. Gemeinsam mit den aerodynamischen Klappen vor den Vorderrädern, trägt der zur Erhöhung des Abtriebs bei. Die großen Doppelauspuffrohre aus einer Titan-Legierung sparen weitere 6,5 Kilogramm gegenüber der mit 1.500 Kilogramm bereits sehr leichten Straßenversion ein.

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Auch der Antriebsstrang wurde für die Anforderungen auf der Rennstrecke überarbeitet. Dazu ersetzen die Techniker Kernelemente durch für den Motorsport entwickelte Teile, die für dauerhafte Hochgeschwindigkeitsnutzung besser geeignet sind. Darüber hinaus fielen Bauteile innerhalb des Antriebsstranges des McLaren P1, die speziell für die Nutzung auf öffentlichen Straßen bestimmt waren, zur Gewichtseinsparung weg.

Angetrieben wird der P1 GTR von einem 3,8-Liter-V8-Benziner und einem Elektromotor, die zusammen rund 1.000 PS entwickeln. Im Standardmodell leistet die Kombination aus 3,8-Liter-V8 und Elektromotor 674 kW/916 PS. Den Preis für den Supersportler nennen die Briten noch nicht, vermutlich werden wohl knapp 2,5 Millionen Euro dafür fällig.

Autor: Adele Moser/SP-X

Citroen Berlingo: Franzose im dritten Frühling

Citroen stellt auf dem Genfer Salon (5. bis 15. März) den überarbeiteten Berlingo vor. Das als Hochdachkombi-Pkw und als Lieferwagen erhältliche Modell erhält neue Design-Elemente, mehr Technik-Optionen und saubere Motoren. Die Markteinführung erfolgt im Juli, die Listenpreise dürften weiterhin bei rund 17.500 Euro starten.

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Auffälligste Änderung ist eine neue Frontschürze, die bei der Pkw-Variante zudem nun in vier unterschiedlichen Varianten zu haben ist: von kunstoffhaft-robust bis kernig im Offroad-Stil. Innen gibt es neue Sitzbezüge und ein neues Bediensystem per Touchscreen. Zur technischen Aufrüstung zählen darüber hinaus ein City-Notbremsassistent und eine Rückfahrkamera.

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Die Dieselmotoren wurden überarbeitet und erfüllen nun die Abgasnorm Euro 6. Das Angebot umfasst bei Pkw und Nutzfahrzeug drei Diesel mit Leistungswerten von 55 kW/75 PS, 74 kW/100 PS und 88 kW/120 PS. Sparmeister ist die mittlere Variante, die mit dem optionalen Start-Stopp-System nur 4,1 Liter Kraftstoff verbrauchen soll. Für den Lieferwagen bleiben zudem die bekannten Euro-5-Diesel zunächst im Programm.

Der Berlingo zählt zu den Begründern des Hochdach-Kombi-Segments. Die aktuelle Generation wird seit 2008 gebaut, 2012 gab es ein erstes Lifting. Die erneut überarbeitete Version tritt unter anderem gegen die ebenfalls frisch renovierten Konkurrenten Fiat Doblo und VW Caddy an. Zudem dürfte auch der Konzernzwilling Peugeot Partner im Sommer eine Überarbeitung erhalten.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Genfer Autosalon 2015: Grell und ein bisschen grün

Die Zeit der ökologisch grundierten Zurückhaltung ist für die Automobilindustrie vorbei. Statt Elektroauto und Plug-in-Hybrid feiert die Branche nun wieder das Hochamt der Leistung. Was sich schon zum Jahresstart auf der Detroit Auto Show angekündigt hat, setzt sich zur Frühjahrs-Show in Genf Anfang März fort: 2015 steht im Zeichen von Sportwagen und Hochleistungslimousinen. Ganz ohne Spritsparbemühungen kommen diese aber auch nicht mehr aus.

In diesem Jahr wetteifern auf dem Autosalon gleich ein Dutzend Boliden mit zusammen rund 6.000 PS um die Leistungskrone in ihrem jeweiligen Segment. Alle Neuen sind natürlich stärker als ihre Vorgänger, aber in der Regel gleichzeitig deutlich weniger durstig. Dabei spielen vor allem zwei Technik-Trends eine Rolle: Elektrifizierung und Downsizing.

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Für letzteren Ansatz steht auch einer der Stars der Messe: der Ferrari 488 GTB. Das neue Coupé der Italiener bricht dafür ein kleines Tabu. Erstmals gibt es bei der dynamischen Speerspitze in der Modellpalette keinen großvolumigen Saugmotor mehr, sondern ein relativ kleines 3,9-Liter-Triebwerk, das den fehlenden Hubraum mit Turboaufladung kompensiert. Trotz 492 kW/670 PS Leistung soll der Normverbrauch lediglich 11,4 Liter betragen. Der Vorgänger 458 Italia mit 4,5 Litern Hubraum benötigte bei 100 PS weniger noch fast zwei Liter mehr. Mit fast dem gleichen aufgeladenen Hubraum (3,8 Liter) wie der neue Ferrari wartet übrigens auch einer der schärfsten Konkurrenten des Italieners auf: McLarens „Super Series“-Modelle, deren neuestes Derivat 675LT (496 kW/675 PS) ebenfalls in Genf Premiere feiert.

Der Saugmotor- und Hubraum-Verzicht aus Effizienzgründen ist in den zivilen Pkw-Segmenten schon längst Mode. Und auch bei Sportautos nicht mehr wegzudenken. Mercedes und BMW etwa bieten in ihren AMG- und M-Modellen mittlerweile fast ausschließlich mit vergleichsweise hubraumarmen Turbos an. Und in den unteren Klassen geht schon seit Jahren nichts mehr ohne Aufladung. So fahren in Genf auch die neuen kleinen und kompakten Sportmodelle Opel Corsa OPC, Ford Focus RS, Honda Civic Type R und Seat Leon Cupra ST ganz selbstverständlich mit aufgeladenen Vierzylindern vor. Als leichte Variation gibt es auch noch den Audi RS3, der weiterhin vom klassischen Fünfzylinder-Turbo angetrieben wird, der aus den anderen Modellen der Marke bereits verschwunden ist.

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Doch die Turboaufladung ist bei Sportwagenpuristen nicht unbedingt beliebt: Sie ziehen die lineare Kraftentfaltung und den drehzahlgierigen Charakter der Saugmotoren den Turbos vor, die ihre Kraft im direkten Vergleich eher früh, explosiv und manchmal eben auch im unpassenden Moment an die Räder schicken. So gesehen ist der Ford GT, der in Genf Europapremiere feiert, auch ein kleines Wagnis. Der Wiedergänger der 60er-Jahre-Rennwagenlegende und erste Ford-Supersportler seit Jahren verzichtet auf den traditionellen Achtzylinder und vertraut stattdessen dem V6-Turbo, ein Motorenkonzept, das Ford seinen amerikanischen Kunden auch in seinen Volumenmodellen zunehmend schmackhaft machen will. Das aufregende Coupé – und einziger Mittelmotorsportler der USA – ist daher in erster Linie Image- und Technologieträger, nicht Umsatzbringer.

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Die Alternative zum Turbo heißt Hybrid. Die Elektro-Unterstützung hat zuletzt bei den superteuren Extremsportlern Porsche 918 und Ferrari La Ferrari für Zusatz-Punch und gezügelten Durst gesorgt und feiert bei Honda nun auch im Supersportwagen-Segment Premiere. Die Japaner zeigen in der Schweiz erstmals die Europaversion des neuen NSX, mit dem sie nach Jahren der Zurückhaltung die Rückkehr in die oberste Leistungsliga feiern. Das expressiv gestaltete Coupé verfügt über eine Kombination von V6-Benziner und drei E-Motoren mit rund 550 PS Leistung. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten des Hightech-Antriebs war offenbar so komplex, dass die Markteinführung immer weiter verschoben wurde. Nun steht diese kurz bevor, welche Fahrleistungen und Verbräuche die Technik möglich macht, sagt der Hersteller aber noch nicht.

Trotz Hybrid- und Turbobooms gibt es in Genf aber auch noch die Vertreter der reinen Lehre zu sehen. Allen voran die Neuauflage des Audi R8, der wieder auf einen aggressiv hochdrehenden V10-Sauger setzt – ohne Turbo und ohne Elektrounterstützung. So hat es schon Tochter Lamborghini Mitte 2014 beim technisch verwandten Huracan getan, und so halten es die Italiener auch beim in Genf gezeigten Aventador Super Veloce, der extra leichten Variante des Zwölfzylinder-Supersportlers. Und auch Porsche wiedersteht im neuen Cayman GT4 dem Turbo-Druck. Das kleine Coupé wird auch in seiner stärksten Ausführung von einem frei saugenden Sechszylinder-Boxer (283 kW/385 PS) angetrieben.

Insgesamt steckt die Autoindustrie mit ihren Sportwagen aber ein wenig in der Zwickmühle. Denn trotz immer effizienterer Antriebe bleiben die Verbräuche unterm Strich hoch. Zumindest den großen Herstellern könnten zu zahlreiche Verkäufe künftig die CO2-Flottenbilanz verhageln. Kleinere Hersteller wie Ferrari und Co. fallen zwar nicht unter die Grenzwertregeln, aber auch sie müssen um gesellschaftliche Akzeptanz und ihre selbstgesteckten CO2-Ziele kämpfen. Auf Sportwagen verzichten können beide Gruppen aber auch nicht. Zwar gehen weltweit die Verkäufe in diesem Segment zurück, aber die Margen bleiben genauso hoch wie die Strahlkraft auf die übrige Modellpalette. Wie wichtig die Boliden fürs Image sind, zeigen in Genf nicht zuletzt die Comeback-Modelle von Ford und Honda.

Autor: Holger Holzer/SP-X