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Das doppelte Flottchen: Golf R Variant im Test

Zugegeben, wir sind ein bisschen spät dran mit diesem Test. Gefahren sind wir den Volkswagen Golf R Variant bereits im vergangenen Oktober – was zur Folge hat, dass es bereits den modellgepflegten Nachfolger gibt.

Das Gute daran ist, dass sich mit der Auffrischung der siebten Generation Golf höchstens atmosphärisch ein paar Dinge geändert haben, das große Ganze ist geblieben, wie es war. Und so dürfen die Worte zum Vorgänger auch für den nun 10 PS stärkeren Nachfolger gelten.

Da wären zum einen zwei Zahlen: 300 und 60.615. Dazwischen kommt dann noch: Allrad, Kombi, Doppelkupplung. Der R ist als Variant zweifellos die teuerste Art Golf zu fahren, doch ist es auch die beste?

Fahrbericht: Golf R Variant 2016

300 PS treffen  auf 1620 Liter

Was das Geräusch angeht, zumindest nicht die schlechteste. Es spratzt und brodelt, wenn du ihn richtig forderst, es floppt beim Schalten aus allen Rohren und auf Knopfdruck intensivierst du das Ganze noch, wenn im Auspuff die Klappen aufgehen und die Software im Innenraum plötzlich Rallyemusik einspielt. Plötzlich grollt es von hinten und von vorne weht ein Timbre, das sich tatsächlich nach Fünfzylinder anhört. Wohlgemerkt das alles nur, wenn du richtig draufstehst. Ganz ohne Zwang gibt der Golf auch als R keinen falschen oder verstörenden Ton von sich – was aber auch zeigt, dass die ganze akustische Schönheit mehr Inszenierung der Abteilung Sound-Design ist, als dass sie vom 2.0 Liter-TSI selbst kommt.

Gespaltene Persönlichkeit?

Doch das ist okay, vielleicht sogar egal, denn will man nicht genau das, wenn man einen Golf als R und dann auch noch als Variant kauft? Es ist dieses Zerrissene in der Persönlichkeit, dieses Jekyll und Hyde, dieses Golf-Kombiding auf der einen und Rentier auf der anderen Seite, das uns fasziniert hat.

Denn von außen ist er nicht wirklich auffällig. Höchstens die vier Rohre am Heck verraten ihn für Eingeweihte, doch den meisten wird entgehen, dass hier ein Golf vor ihnen steht, der gerne das Dreifache des Basismodells kostet. Er liegt ein wenig tiefer, saugt ein bisschen mehr Luft ein und spannt seine Felgen über größere Bremsen – mehr nicht. Und beim richtigen Wetter dann – so richtig schön schlechtem, mit nasser Straße, kalt, gerne auch mit Laub und anderen Schmierigkeiten auf dem Belang – hängt er im Winkelwerk den richtig Schnellen der Branche locker am Heck. Und das ohne Angstschweiß hinter dem Volant zu provozieren.

Ganz im Ernst, die Abstimmung des DCC-Fahrwerks ist wirklich fein. Straff und doch mit einer Lebendigkeit, die man VW vor ein paar Jahren noch nicht zugetraut hätte. Auf der Bremse dreht er sich ein und feuert dank der gnadenlosen Allradtraktion ohne Verluste aus jeder Ecke. Es ist ganz sicher nicht so natürlich wie in einem heckgetriebenen Sportwagen und nicht so verrückt wie in einem Megane RS oder einem Mini JCW der ersten Generation, doch die lückenlose Straßenlage des Golf R macht große Freude. Doch wenn du ihn ein bisschen zu seinem Glück zwingst, mit harter Hand fährst, vielleicht sogar ein wenig eckig, dann funktioniert er am besten.

Vor allem macht er dann: Spaß! Die ganze Kompetenz, die Volkswagen in den Golf packt, steckt drin, klar. Doch wenn du richtig wild sein willst, dann ist der R dein kongenialer Partner. In dieser Spreizung gibt es das auf dem Markt einfach nicht. Auf der einen Seite wären da die bis zu 1.620 Liter Laderraum-Volumen, die Kompetenz, die Familie mit Kind und Hund in den Sommerurlaub zu fahren und dabei ganz die edle Kutsche zu mimen, die das Preisschild verrät. Solide verarbeitet, wertige Innenraumwelt, die große und ebenso wertige Welt des guten Klangs und des umfassenden Multimediasystems. Prima Sitzen tut es sich ganz nebenbei. Und auf der anderen Seite, der 300 PS-Turbomotor. Das DSG mit zackigsten Manövern, die Traktion bis zum Abwinken – verpackt in die solide Karosse der Niedersachsen. Ein Spagat so weit – dass er andere Hersteller vor Probleme stellt.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass 60.615 EUR viel Geld sind, doch wem hier wirklich noch etwas fehlt, der sitzt im falschen Auto. Man wird, wenn man sich auf ihn einlässt, noch nicht einmal über die Verbräuche meckern, die meist über der 10-Liter-Marke liegen. Denn beschweren fällt schwer. Performance, Vielseitigkeit und Bedienerfreundlichkeit bei gleichzeitiger Unscheinbarkeit – da steht der Golf R Variant ziemlich allein auf weiter Flur.

Und er steht gut da. Seit seinem Facelift mit neuen LED-Scheinwerfern, Gestik-steuerbarem Infotainment und 10 zusätzlichen PS. Hätte es das gebraucht?

Technische Daten VW Golf Variant R
Grundpreis 43.450 €
Außenmaße Länge x Breite x Höhe 4596 x 1799 x 1467 mm
Kofferraumvolumen VDA 605 bis 1620 L
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 221 kW / 300 PS (380 Nm)
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 5,1 s
Verbrauch 7,0 L/100 km

 

Tuning-Check: RaceChip und die Tuning-App!

Wenn Dir jemand 375 PS in einem Volkswagen Golf verspricht, dann solltest du ihn dir schon genau anschauen, den guten Mann. Nicht, dass er dir etwas Homöopathie in den Tank schüttet und du sollst dann einfach mal an das Leistungsplus glauben.

RACECHIP – Golf R mit 376 PS, Tuning per App

Drum prüfe, wer sich tunen lässt!

mein-auto-blog hatte bereits im November, während der Motorshow in Essen, von der „Tuning-App“ berichtet. Bis zu 30% mehr Leistung – im Handumdrehen. Oder so ähnlich. So verspricht es der Tuner aus dem schwäbischen Göppingen.

RaceChip Chiptuning 001 Fotos Jens Stratmann

375 PS – Power per App

Wer sich noch an die „good old times“ erinnert, der erinnert sich an Weber-Doppelvergaser, an Sportauspuffanlagen, scharfe Nocken und polierte Einlasskanäle. Damals. Ja, da hatte „mein GTI“ noch 1.6 Liter Hubraum und sorgte auf der linken Spur mit seinen 180 km/h Top-Speed für feuchte Hände, bei mir –  und bei den Mitfahrern.

Heute ist der Kollege Computer am Steuerpult und Motoren werden immer öfter aufgeladen. Und weil es Kosten spart, sparen die Hersteller gerne auch an den Varianten und setzen lieber einen Motor in verschiedenen Ausführungen ein. So kann ein Motor 100 PS ebenso gesund leisten, wie 130 PS. Ab Werk, versteht sich. Nur der Haken in der Preisliste muss passend gesetzt sein. Wer das verpasst – oder zu einem Gebrauchtwagen greift, für den wird „Chip-Tuning“ interessant.  Was sich so ein wenig nach Hinterhof anhört, wird heute ultra professionell betrieben. Und es ist nicht mehr nur ein Chip, es ist gleich noch die Brücke zum Smartphone, die gewitzte Chip-Tuner hinbekommen.

RaceChip aus Göppingen bietet eine RaceChip-Tuningbox an, die per Bluetooth mit dem Smartphone (Android & iOS) verbunden werden kann. Und dann lässt sich die Leistungssteigerung auf Knopfdruck vom Handy aus aktivieren. Aber nicht nur mehr Power – auch weniger Verbrauch lässt sich realisieren.

Was erst einmal nach einem Widerspruch klingt, konnten die Experten von RaceChip aber im Video dann auflösen und erklären.

Jens von rad-ab.com und ich, wir waren in der letzten Woche bei RaceChip vor Ort und haben mal einen Blick hinter die Kulissen geworfen. Und wer jetzt denkt, da sitzen ein paar Kellerkinder und löten Tuning-Boxen vor sich hin, der wird positiv überrascht. Denn RaceChip ist eine Erfolgsgeschichte.

100 Personen – Hunderte von Fahrzeugen! 

2008 erst gegründet, arbeiten heute fast 100 Personen für das Unternehmen. RaceChip-Boxen werden in die ganze Welt verschickt und nicht nur Volkswagen Golf R und Porsche Macan Fahrer schwören auf das Leistungsplus. Während wir vor Ort waren, wurde gerade ein eher biederer Kompaktwagen aus Japan auf seine Leistungsspritze vorbereitet. Was für einer? Schaut mal in die Liste der verfügbaren Modelle. Ihr werden Euch wundern, was es da alles gibt.

Der von uns gefahrene Volkswagen Golf R mit 300 Basis-PS bekommt nach dem Upgrade mit der „RaceChip Ultimate“ Box ein Leistungsplus von 75/76 PS und 101 Nm Drehmoment. Und bei der Ultimate-Box ist die App für die Bluetooth-Fernbedienung bereits inklusive!

Für einen besseren Eindruck empfehle ich Euch aber jetzt das dazugehörige Video:

Mehr zum Thema?

Video

HGP Golf 7 R 2.0 TSI – Stage 4: 480 PS (0-100 km/h – 3,2 Sek.)

Fahrspass-Update @HGP-Turbo: #MotorOli & #FotoRalph sind einer spontanen Einladung von Dampfturbinendreher Martin Gräf gefolgt und haben sich die Entstehung der neuesten Ausbaustufe des Golf 7 R by HGP zeigen lassen. Im Ergebnis zaubert HGP 480 knallharte PS unter die Haube und feilt mit viel Detailliebe an der Feinabstimmung.

Unter dem Strich stehen dann atemberaubende 3,2 Sek. von 0-100 km/h, die wieder und wieder abgespult worden sind – 0-200 km/h in 10,8 Sek. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei über 300 km/h. Auch die Printmedien haben diese Werte bestätigt und von dem Wagen werdet Ihr sicherlich noch mehr hören.

Auf alle Fälle und wie immer: Viel Gequatsche, wenig Zeit und nur bedingte bis keine Vorplanung 😉

Ein paar Details zum Umbau findet Ihr auch hier sowie bei HGP.

Und lest auch im Blogartikel die Geschichte zur „damaligen“ 426 PS Version.

Update für die ABT-Variante des Golf VII R

Vor 15 oder 20 Jahren waren 400 PS noch absoluten Supersportwägen vorenthalten und auch heute ist eine PS Zahl von 400 noch eine kleine Sensation. ABT hat diese nun Sensation erneut auf die Straße gebracht.  Die bekannte ABT-Variante des Golf VII R besaß bereits 300 PS und 221 kw als er vom Band rollte, doch die Allgäuer wollten mehr aus dem Golf herausholen und verstärkten die PS Zahl nochmals stark. Nun steht der ABT Golf VII R mit 400 PS und 294 kw zur Verfügung.

Das Leistungsupdate des Golf zum Superfahrzeug

Das Leistungsupdate ABT Power S, welches der Golf erhielt, basiert auf dem ABT Steuergerät, welches eine eigens entwickelte Software enthält. Diese verspricht maximale Leistung und höchste Zuverlässigkeit, was der 400-PS-Golf durch zahlreiche Straßentests bewiesen hat. Der CEO Hans-Jürgen Abt äußerte sich wie folgt zum neuen Supergolf:

„Selbst mit dieser enormen Power ist der Golf gut zu fahren und zeigt somit das technische Potenzial der Plattform.“ „Zudem gewährleistet ein ABT Gewindesportfahrwerk, dass der Golf auch bei hohen Geschwindigkeiten äußerst fahrstabil bleibt.“

Geschwindigkeit gut und schön – doch das Auge fährt mit

Natürlich sind bei einer solchen Verbesserung die technischen Daten ein wichtiger Punkt, aber auch das Aussehen spielt bei einem Fahrzeug dieser Klasse eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund hat der ABT veredelte Golf VII R zahlreiche neue und edle Bauteile erhalten, die das optische Erscheinungsbild der Fahrzeuggeschwindigkeit anpasst und ihn noch sportlicher wirken lassen.

Verbaut wurden ein lackierter ABT Frontgrill, passende Scheinwerferblenden, passende Seitenschweller und der ABT Heckklappenaufsatz, der definitiv genauer betrachtet werden sollte. Ebenfalls sehr beeindruckend sind die vier verbauten Auspuffrohre mit 102 Millimeter Durchmesser. Zusätzlich hat das Unternehmen aus dem Allgäu noch deutlich mehr am Golf verändert. Die ABT Schalldämpferanlage wird zusätzlich mit ABT Vorrohr und Sport-Katalysator und den Ausströmöffnungen geliefert.

Das gesamte Golfpaket strahlt vor Kraft und vor Leistung und signalisiert diese auch eindrucksvoll im äußeren Erscheinungsbild. Um das Bild vollständig auszuschmücken, haben die Allgäuer noch ein Ass im Ärmel und legen die brandneuen FR-Design Alufelgen mit zum Paket dazu.

Hier noch einmal alle Daten des ABT Golf VII R auf einen Blick:

  • Motor: 2.0 TSI, 1.984 ccm Hubraum, R4
    Leistungssteigerung: ABT POWER S New Generation
    Leistung: 400 PS/294 kW (Serie: 300 PS/221 kW) / 480 Nm (Serie: 380 Nm)

Oder

  • Motor: 2.0 TSI, 1.984 ccm Hubraum, R4
    Leistungssteigerung: ABT POWER New Generation
    Leistung: 370 PS/272 kW (Serie: 300 PS/221 kW) / 460 Nm (Serie: 380 Nm)

Zusatzausstattungen:

  • ABT SPORTFELGEN FR, ER-C, DR und CR in 8,5 x 18, 8,5 x 19, 8,5 x 20
    und 9,0 x 20 Zoll
  • ABT Gewindesportfahrwerk (Tieferlegung VA ca. 10-40 mm / HA ca. 20-45 mm)
  • ABT Sportstabilisatorenset für Vorder- und Hinterachse
  • ABT Schalldämpferanlage/ Sport-Katalysator mit schwarz verchromten Endrohren 102 mm
  • ABT Frontgrill
  • ABT Scheinwerferblenden
  • ABT Spiegelabdeckungen
  • ABT Heckklappenaufsatz
  • ABT Seitenschweller

Drucksache: Fahrspass im HGP Golf 7 R

Der Frühling steht vor der Türe und es wird höchste Zeit, sich endlich wieder all den heißen Fahrspassgeräten dieser Welt zu widmen. Daher freue ich mich außerordentlich auf autohub.de ab und an meinen kreativen Nonsens zum Thema Fahrspass & Tuning von mir geben zu dürfen, frei nach dem bekannten Motto: „Weil Autos einfach Spass machen“.

Über Anregungen und Feedback freuen wir uns immer und selbstverständlich dürft Ihr gerne Vorschläge zu Fahrspassgeräten jedweder Art machen, die wir uns für Euch ansehen sollen.

Doch nun stellt die Sportsitze senkrecht, zieht die Fahrerhandschuhe über und lest mit Vollgas die folgenden Zeilen von MotorOli… (im Original übrigens von hier):

(H)eili(G)´s (P)lechle, war das ein R-lebnis: Martin Gräf zeigt uns, warum es sich lohnt (mit dem) Golf zu spielen…

@HGP

Take 2 und weiter geht’s: Heute übrigens Premiere in der Konstellation, wie Ihr sie in Zukunft regelmäßig vorfinden werdet, nämlich gemeinsam mit dem FotoRalph. Macht einfach mehr Laune mit dem kahlen Exzentriker an meiner Seite und ist sicherlich eine Bereicherung für die kleine Show mit dem überschaubaren Zuschauerkreis. Wir sind noch nicht ganz „Blog Gear“ und somit muss die Kohle zusammengehalten werden. War immerhin ganz schön teuer für uns, den Clarkson von der BBC weg zubekommen. Na bei uns gibt es immerhin Steaks en Masse. Der Gute hängt aber gerade zusammen mit Charlie Sheen in Vegas ab und erholt sich vom stressigen Moderatorendasein. 😉 Sei´s drum… Wir fangen also klein an und lassen dann stark nach steigern uns peu à peu ins Unermessliche. Jedes Video ist vom Stil her etwas anders und wir freuen uns auf Euer Feedback! Ich kann das nicht oft genug betonen, denn wir machen uns ja für EUCH zum Affen und suchen die coolsten Kisten. Friese uncool, Auto zu wenig Gummi auf dem Asphalt oder passte irgendeinem leitenden Bürohengst unsere präedukative Artikulationsweise nicht? Haut in die Tasten und lasst es raus… Wir sind ja überaus Niveau flexibel und passen unsre feinen Geschichtchen immer ein wenig an.

Jedenfalls  sind wir in der heutigen „on Tour“ Folge dem fernen Ruf von Tunerlegende und Schwaben aus Leidenschaft Martin Gräf aus Ohmden gefolgt. Eingefleischte Fans dürften sofort unruhig auf dem Stühlchen hin und her rutschen, den obersten Knopf vom Hemdchen öffnen und in Schnappatmung verfallen. Anderen ist der Name vielleicht eher (noch) kein Begriff?! Aber spätestens, wenn man das Ganze in den Kontext mit HGP und Turbo bringt, klingelt es auch bei den Leuchten in der letzten Reihe Sturm im Oberstübchen. Diese drei wundersamen Buchstaben stehen nämlich für eine kleine, aber feine Manufaktur, die weit über die Grenzen des Landes hinaus überaus bekannt ist und ihre „Schnecken“ bis in ferne Wüstenstaaten vertreibt. Wir sprechen hier natürlich nicht von gewerblich vermittelten Schönheiten oder sonstigen Akademikerinnen mit Niveau, sondern höchst genüsslich feinen Turbopräparaten nebst „Drumherum“. Muss an dieser Stelle nur erwähnt werden, nicht dass einer weint. Die Spezies sind zwar beide nicht gerade günstig, schlucken nur den besten Sprit und verdrehen vorwiegend Männern den Kopf, aber ein HGP zickt garantiert weniger rum. Doch wir kommen vom Thema ab.

HGP-Turbo

HGP Golf 7 R

Ich würde sogar behaupten, es ist einer der bekanntesten „Golf“ Veredler weltweit. HGP steht nämlich schon seit über 20 Jahren für Turboumbauten und ist spezialisiert auf die Produkte aus dem Volkswagen-Konzern. Zum Kundenkreis zählen übrigens auch einige Wirtschaftsbosse und Berühmtheiten. Die Kisten sind jedenfalls ziemlich exklusiv muss man (für viele leider) sagen, aber was HGP schon immer auszeichnet, ist die hohe Qualität. Egal was die Jungs da einbauen, es funktioniert einfach und das auch im Alltag oder nach vielen Kilometer. Im Interview unten seht Ihr bspw. auch, dass der HGP Dauertester schon ziemlich viel auf der Uhr hat.

Der Golf 7 R

Heute geht es aber um den jüngsten Spross aus dem Hause, der auf der Basis des aktuellen Golf 7 R aufbaut. Ein wenig Geschichte darf an dieser Stelle nicht fehlen: Den Golf  gibt es seit 2003 als „R“, denn in diesem Jahr legte die Volkswagen Tochter R-GmbH (bzw. damals noch Volkswagen Individual GmbH) mit dem Golf (4) R32 die Basis für alles, was über GTI und 2,8er hinaus geht und noch mehr Spass bereiten soll. 241 PS gepaart mit dem hauseigenen Allradsystem 4Motion sorgten für erquickte Gesichter und (noch viel wichtiger) spitze Nippel… Ohren bei den Fans. Ein V6 klingt einfach wie er klingt und das konnte nach Belieben mit Abgasanlagen aus dem Zubehör verfeinert werden. Im 5er sind dann ein paar PS dazu gekommen (somit waren es 250 PS), aber vom Prinzip her blieb es beim Konzept wie oben. Der sich in die Herzen gebrannte und mittlerweile legendäre 3,2 Liter V6 mit diesem herrlichen Sound musste allerdings schon im  Nachfolger Golf 6 einem aufgeladenen 2,0 TFSI Triebwerk mit nur noch 4 Töpfen weichen. Downsizing aufgrund von EU-Abgasregularien und im Resultat sparsamere Motoren war der Hauptgrund für diese Kur. Suboptimaler Nebeneffekt: Eine durch die Bauart bedingte vollkommen andersartige Klangkulisse… Wie erklärt man das plastisch: Ein Chorknape mag zwar hoch singen können wie ein Eunuche, aber bekommt eben keinen satten dumpfen Bass im Stile eines Brad Roberts, Chad Kroeger oder Barry White hin. Ok, es gibt zwar noch mehr Leistung (265 PS/ 272PS) und immerhin Turbofeeling, aber irgendwie nagelt die Kiste mit dem Triebwerk jetzt genauso wie Dieter Bohlen(s Nähmaschine) in Höchstform.

HGP Golf 7 R

Es ist aber, wie es ist und evolotorisch bedingt, sind wir jetzt bei 300 nagelnden PS Serie im 7er Golf R angelangt. Auf der IAA 2013 vorgestellt und schon einige Zeit im Showroom beim freundlichen Händler um die Ecke erhältlich, mobilisiert er aus dem bekannten Vierzylinder-Direkteinspritzer in der neuesten Generation vorgenannte Leistung, die für durchaus spaßigen Vortrieb sorgt. 4,9 Sek. verstreichen mit der DSG-Version, bis man die 100 km/h erreicht hat – bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt. Verbrauch im Praxis fernen „NFTZsss“-EU-Drittelmix ist mit 6,9 L/100 km angegeben – Super Plus wohlgemerkt. Kann natürlich auch nach oben hin abweichen im Spassfall.

Einen Vergleich mit zwei direkten Konkurrenten und einigen Daten findet Ihr hier.

Unbestritten macht der Golf R schon ab Werk Spass und offen gesagt finde, ich die Kiste überaus cool. Ein R ist und bleibt eben besonders, denn mit ihm kann man einfach alles irgendwie. Er hat Platz, sieht sportlich aus, trägt nicht zu dick auf und die Qualität ist innen wie außen erste Sahne. Haptik und Bedienung ebenso. Der Allradantrieb wird auch immer schlauer und macht es wie ich: Wird er nicht gebraucht, klinkt er sich aus und lässt „die da vorne“ mal machen. Das schont einen selbst und spart Energie – als wäre man die Hinterachse. Dank der elektronischen Differenzialsperre XDS werden auch schnelle Landstrassentempi durchaus zu einem Vergnügen, da die Kraft in sehr engen Kurven punktuell gezielt immer den Weg von Motor zum Asphalt findet und sich seltenst in Luft auflöst. ESP kann man begrüßenswerter Weise gänzlich abschalten und über die adaptiven Dämpfer per Knopfdruck die Karosse von Komfort, Normal, Sport in die auf alle Fälle spassig zu bevorzugenden R Modus versetzen, in dem alle Systeme auf „Rrrrrr“ getaktet werden. Alles ist dann in einem Höchstmaß straff und sensibel. Gaspedal, DSG Schaltzeit, Lenkung und natürlich das Fahrwerk wollen dann gekonnt wohl dosiert losgelassen werden.

Und wie ist das beim HGP?

HGP Golf 7 R

Martin Gräf bedient sich dieser Spassbasis und verfeinert das Ganze um ausgewählte Komponenten, die nach umfangreicher Entwicklung in akribischer Handarbeit an jedes Fahrzeug individuell angepasst werden. Am Ende stehen 426 PS auf dem Papier, das der Leistungsprüfstand ausspuckt. Klingt erstmal ganz nett – zugegeben. Doch Kenner beeindruckt das noch nicht direkt, denn HGP ist für Leistungen weit über 400 PS bekannt. Da kann ein Golf schonmal mehr als 700 PS bekommen, was dann aber auch mit 70.000 € (plus Golf natürlich) zu Buche schlägt. Ja, wäre mir auch zu viel, aber wenn man mal vor Ort war und sieht, in welch klinischer Reinheit und Perfektion bei HGP gearbeitet wird und was dafür alles an Entwicklungs-, Test- und Abstimmungsaufwand nötig ist – mal ganz abgesehen von dem ganzen TÜV und Bürokratiekram – , der versteht die Hintergründe besser. Daher kostet es eben,, was es kostet und die Marke ist per se schon exklusiv(er). Bei einer teuren Schweizer Uhr ist das in etwa ebenso. Ich bin heute aber nicht als Kunde, sondern als Tester hier und daher tangieren mich Preise eher peripher, wenngleich das Thema doch in einer Überraschung für mich enden sollte Doch dazu später mehr.

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Der „7er“ steht da so vor der Halle zwischen einigen Kunden und Entwicklungsfahrzeugen und gefällt schon auf den ersten Blick. HGP-turbo.de steht auf der Tür. Die Aufkleber haben mittlerweile schon Kultstatus und passen richtig gut. Ich freue mich ansonsten natürlich immer über R, S, RS, GT-R, GTI und all die schönen Abkürzungen, die einfach nur „Nimm mich und hab Spass mit mir“ schreien. HGP und R in Kombo ist somit eine doppelt erquickende Erfüllung, denn da geht garantiert was. Sieht von außen ganz normal aus, bis auf die schwarzen O.Z Ultraleggera HLT in 19“. Darunter schimmert eine HGP Bremszange. „Sind Ceramic Bremsen“, ruft mir Martin noch zu. Aber ansonsten sieht alles gewohnt R und gut aus. Keine aufdringlichen Tuningmaßnahmen oder Krawallostyle. Dezent, edel und sportlich zugleich. So muss ein R dastehen, finde ich. Innen natürlich „volle Hütte“ und soweit alles Serie. Das passt auch so, denn da leistet VW wirklich überaus gute Arbeit. Macht ab Werk schon richtig was her. Muss man einfach sagen!

HGP Golf 7 R

Und los. Wir haben ja nicht ewig Zeit und müssen noch einiges produzieren. Nach vorsichtigem Warmfahren und entspanntem dahin cruisen ein erster Eindruck: Fährt und nagelt zunächst mal ganz 2.0 TFSI-mässig normal. Nicht laut, aggressiv oder aufdringlich. Alles dufte. Schärft man die optionalen Fahrprogramme allerdings und bewegt seinen rechten Fuß gen Bodenblech, dann bricht ein Orkan herein. Das ist ungefähr so, wie wenn man gechillt im Paradies sitzt und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lässt, genüsslich vor sich hin döst. Doch plötzlich zieht ein Orkan mit einem Gewitter auf und entlädt sich in Echtzeit, dass man vor Schreck die Augen weit aufreißt, um zu verstehen, was da passiert. Diese mickrige 2 Liter Maschine macht dank HGP Modifikationen so einen Druck, dass einem das Toupé in den Nacken rutsch, wenn man nicht genügend Haftcreme aufgetragen hat. Die Kiste geht ohne Übertreibung aus dem Nichts ab, als hätte man einem schlafenden Löwen eine Reißzwecke in den Hintern gerammt. Dabei röhrt und rotzt der Auspuff auf einmal in einer ganz anderen Tonlage, die uns überaus erpicht und ein Lächeln ins Gesicht zaubert. 3,82 Sek. stehen auf dem GPS bis 100 km/h. Dank Launch-Control und Allrad auch mühelos reproduzierbar. ALTER SCHWEDE! Das sind Fahrleistungen auf Porsche 911 (997) GT 3 RS Niveau. Oder man stelle sich einen Ferrari California Fahrer vor, dem man damit gehörig auf die Nerven gehen kann. Sicher sind diese Beschleunigungswerte auch ein Stückweit Stammtischzahlen, aber alles unter 4 Sekunden ist schon eine echte Hausnummer. Nicht weniger beeindruckend sind die Fahrleistungen jenseits der 100, denn bis 200 sind es aus dem Stand lediglich 13,2 Sek. – nochmal: „dreizehnzwei“!

HGP Golf 7 R

Alles aus dem Serienmotor, mit Seriengetriebe wohlgemerkt. Und was passiert da genau: Nun, HGP nimmt sich den Serienlader (1,15 bar Ladedruck) vor und tauscht u.a. das Verdichterrad gegen eine vollkommen neu entworfene vergrößerte Version aus, damit die extremen Drücke ohne Strömungsabriss gemeistert werden können. Einher geht die vergrößerte Turbinenseite, mit der problemlos der Ladedruck auf nunmehr haltbare 1,85 bar gesteigert werden kann. Positiver Nebeneffekt aus der Kur: Der volle Ladedruck liegt schon ab 2600 U/min. an. Das max. Drehmoment  wird auf beachtliche 560 Nm gesteigert, die kurz nach 3000 U/min. bereits auf die Kurbelwelle drücken. Nachdem die Beatmung auch Verbrennung nach sich ziehen muss, verändert HGP prophylaktisch gleich noch die Hochdruckpumpe und stattet diese mit einem dezent größeren Kolbendurchmesser aus. So ist gewährleistet, dass die Serienversion das auch alles gebacken bekommt, wenn mit 220 bar Super Plus „gefeuert“ wird und der Motor immer ausreichend Kraftstoff verfügbar hat. Die notwendige Luft zur fulminanten Verbrennung zieht sich der HGP über einen K&N-Luftfiltereinsatz mit optimierter Luftzuführung. Ausgeatmet wird am Ende durch eine 4-flutige Edelstahlabgasanlage mit Klappensteuerung und geändertem Katalysator. In unserem Fall war der Wagen mit DSG ausgestattet, was ebenso eine eigens dafür entwickelte Softwareoptimierung nebst Überarbeitung der DSG Kupplung erfährt, damit das DSG auch sauber mitkommt und die Gänge entsprechend schnell sortiert. Konkret wird die Serienversion mit mehr Kupplungslamellen versehen, damit die beachtlichen 560 Nm Drehmoment auch morgen noch sauber übertragen werden können bzw. sich die Kupplung beim Start mit LaunchControl nicht in Rauch auflöst. Die Technik liegt im Detail.

HGP Golf 7 R

Ein wenig am Turbo schrauben ist heutzutage keine Kunst (mehr), aber hier geht es doch um deutlich mehr als nur „fett Power“. Die 426 PS in Kombination mit den weiteren Optimierungen an den Komponenten führen zu diesen aberwitzigen Fahrwerten. Die Summe macht es also. Dabei ist der HGP nicht nur aufgrund seines 4Motion-Allradantriebes geradeaus schnell, sondern vor allem in Kurven. Denn die 19“ Räder kleben mit den Pirelli P Zero in 235/35 ZR 19 wundersam auf dem Asphalt und geben über ein KW DDC Fahrwerk die Impulse der Straße ungefiltert und perfekt an den versierten Fahrer weiter.

HGP Golf 7 R

Was wollt Ihr hören?

Der HGP ist eine Eierlegendwollmichsau und ich spare mir die sinnfreien Metaphern wie „Wolf im Schafspelz“ oder dergleichen. Mit diesem Auto kann man problemlos lange Strecken entspannt meistern, aber auch räubern, was das Zeug hält. Mit Gepäck, Beifahrer und von mir aus Hund in die Ferien? Kein Problem! Wenn am Weg eine Rennstrecke liegen sollte, kann man spontan unnützes Gepäck in der Box parken und „mal eben“ einige schnelle Runden in den Asphalt brennen. Dabei ist es fast egal, welche Witterung vorherrscht, denn selbst mit vollständig deaktiviertem ESP bei Regen ist der eher untersteuernd ausgelegte Wagen problemlos fahrbar. Man muss ihn schon ziemlich mit Lastwechseln provozieren, bis er mal sein Heck zeigt. Mit entsprechenden Winterreifen auf Schnee garantiere ich aber Winterfahrfreude pur, getreu dem Motto „Fährste (mindestens ein wenig) quer, siehste mehr“.

Kommen wir zur noch offenen und alles umwebenden Frage: „Was kost der Kit?“

Ich will es kurz machen, da hier die Überraschung Einzug hält. Nein, wir sind nicht im 5stelligen Bereich 😉 Wir liegen bei annehmbaren 8.700 € für die Leistungssteigerung (Luftfilter, Laderänderungen, Hochdruckpumpe, Auspuff, DSG Softwareanpassung, verstärkte DSG Kupplung mit mehr Lamellen und V/Max Aufhebung) des Serien Golf R in der DSG Version – inklusive Einbau und natürlich vom TÜV abgenommen. Laut HGP kann alles weitere Serie bleiben. Selbst die Serien R Bremse muss nicht geändert werden.

Am Ende stehen 426 PS bei 6.400 U/min. und ein maximales Drehmoment von 560 Nm bei 3.300 U/Min. mit echter nach GPS gemessener Höchstgeschwindigkeit von 291,51 km/h. Also sagen wir mal 292 km/h läuft der Hobel. Kann man lassen, würde ich sagen.

Turbos @HGP
Veredelte Turbolader warten bei HGP auf den Einbau

Der Testwagen lag bei 57.700 € und  dessen Preis setzte sich wie folgt zusammen:

  • 39.900 € Testwagenpreis ohne Tuning
  • 8.700 € Leistungssteigerung wie oben beschrieben im Paket
  • 2.500 € Fahrwerk KW DDC
  • 3.600 € HGP Ceramic Bremse (370mm/ 8 Kolben)
  • 3.000 € 19″ Radsatz O.Z. Ultraleggera HLT

Zum Preis muss man sagen: Ja, is auch Kohle… Aber rechnen wir mal anders. Einen  vernünftigen gebrauchten Golf 7 R bekommt man für ca. 30.000 € beispielsweise. Addiert man die 8.700 € hinzu, komme ich auf in Summe relativ attraktive 38.700 € für ein „3,8 Sek.Auto“, was auch hält was es verspricht. Da gibt es nicht viele Alternativen, die all das können und vor allem steht da nicht HGP drauf.

Heiligs Blechle sag ich nochmal… Was kommt da noch alles auf uns zu?

Wir fahren auf alle Fälle öfters bei Martin vor, denn wir hatten trotz begrenzter Zeit einen riesen Spass! Dann mit mehr Zeit und noch mehr Fahrspass, versprochen!

HGP Golf 7 R

MotorOli im Gespräch mit HGP-Boss Gräf

Interview mit HGP Geschäftsführer Martin Gräf:

Viele kennen zwar die Marke HGP, aber im Film seht Ihr auch das Gesicht dazu. Martin Gräf zieht mit seiner Frau Ute seit 1989 die Fäden der legendären Manufaktur.

Nachfolgend ein kurzes Interview, welches mir Martin persönlich gegeben hat (MG= Martin/ MO =Oli).

MO: Danke für Deine Zeit und den Input. Ein wie immer cooles Produkt habt Ihr da gezaubert. Was mich persönlich und sicher auch die Fans interessiert, ist die Frage: Seit wann gibt es HGP überhaupt bzw. wie bist Du auf die Idee gekommen, Dich näher mit Turboladern zu befassen – und was war überhaupt Dein erstes Auto?

MG: Gerne lieber Oli, hat mir auch großen Spass gemacht mit Euch. HGP gibt es seit 1989. Wie so vieles, ist der Grundstein eher zufällig gelegt worden – wobei es ja bekanntlich keine Zufälle gibt – und resultierte damals aus meiner Schrauberleidenschaft heraus. Als gelernter Werkzeugmacher hatte ich schon immer mit Saugmotoren zu tun und habe ständig daran rumgebastelt. Nockenwellen, größere Zylinder usw. Das war alles ein relativ großer Aufwand und hatte wenig Leistungseffekt. Leider sind hin und wieder auch Motoren regelrecht in die Luft geflogen, weil wir natürlich immer mehr Leistung haben wollten und das beim Sauger ja überwiegend über die Drehzahl machbar ist. Turbolader waren damals noch wenig verbreitet.

Ich hatte damals übrigens einen Ford Escort RS 1600 mit um die 115 PS hatte der, glaub ich, und irgendwann ist mir aus einem verunfallten Ford Escort Turbo ein Turbolader mit Krümmer in die Hände gefallen. Da habe ich einfach mal probiert und ein wenig gebastelt. Als Resultat hatte ich dann plötzlich rund 200 PS bei moderater Drehzahl statt Hochdrehzahl mit eher überschaubarer Leistungsausbeute.

200 PS waren damals eine echte Hausnummer und relativ gesehen, viel einfacher realisierbar über den Turbolader. Darauf habe ich mich seitdem konzentriert und den Einbau immer weiter optimiert und perfektioniert. Irgendwann wollten die Leute das auch haben. Der Grundstein von HGP war damit quasi gelegt.

MO: Cool, ein Ford stand also am Anfang. Und welches war dann das erste von HGP veredelte Fahrzeug?

MG: Nun, wir haben zunächst im kleinen Kreis, privat sozusagen, die Motoren umgebaut und da waren einige VW Produkte dabei. Die Motoren haben mir persönlich aus technischer Sicht schon sehr gefallen, daher habe ich mich (überwiegend) auf Volkswagen Produkte konzentriert und irgendwie sind wir dabei geblieben.

Das erste von HGP veredelte Fahrzeug war ein Scirocco 2 16V. Der hatte in der Serie ohne Kat um die 130-140 PS. Nach unserem Turboladerumbau waren es dann ca. 260 PS.

MO: 260 PS in der Zeit damals liegen schon auf Porscheniveau. Kann ich mir gut vorstellen, wie sich die armen Kunden aus Zuffenhausen gefühlt haben, wenn sie die linke Spur für einen Scirocco räumen mussten. Das geht so manchem Porsche Fahrer ja heute noch so – vor allem, wenn der 3,6 Bi-Turbo auftaucht und seine 745 PS von der Leine lässt. Da drängt sich die Frage auf: Welches Auto fährst Du privat?

MG: (lacht) Ja, das mag wohl sein, dass unsere Fahrzeuge oft unterschätzt werden. Wir verzichten ja bewusst auf Spoiler und Verbreiterungen. Understatement ist den allermeisten Kunden das Wichtigste und sieht offen gesagt auch besser aus. Einige unserer Kunden haben selbst noch einen Porsche in der Garage und sind immer wieder beeindruckt von der Leistung unserer Fahrzeuge.

Was ich privat fahre? Natürlich HGP. Ich entwickle permanent weiter und teste meistens selbst, denn nur so bekomme ich das perfekte Gefühl für unsere Produkte. Gerade in der heutigen Zeit der modernen Hochdruckmotoren mit viel Software und der Technik „drumherum“ (Anmerkung: MG meint DSG Abstimmungen, intelligente Allradantriebe und Launchcontrol u.a.) ist das unumgänglich. Daher fahre ich gezwungenermaßen und gerne immer ein anderes Fahrzeug aus unserem Fuhrpark.

Aber das am häufigsten genutzte Fahrzeug, unser „Daily Driver“ mit dem ich Anhänger ziehe oder auch die Kinder in die Schule fahre, ist ein Passat Variant R36. Hier hatten wir eine Einladerversion mit 502 PS verbaut. Dieser Wagen war eine Zeit lang als Dauertester zu Versuchszwecken unterwegs und ist seitdem bei uns geblieben. Der fährt und fährt und fährt, warum auch nicht (lacht). Hat mittlerweile über 250.000 KM auf der Uhr und ein Ende ist nicht absehbar.

MO: Warum ist HGP schon immer eher Manufaktur denn Großunternehmen mit Expansionskurs?

MG: Nun ganz einfach, wir legen Wert auf höchste Qualität und konzentrieren uns auf einen Bereich, statt überall ein bisschen was abzudecken. In diesem Bereich, in dieser Nische, bündeln wir all unsere Erfahrung und bauen stetig darauf auf. Das geht nur, wenn man diesen Fokus beibehält. Von allem ein bisschen und hier und da war nie unser Ding. Lieber eine Sache richtig und gut, als vieles halbherzig und mit wenig Herzblut. Auch ist das nach wie vor wie ein Hobby für mich selbst und ich denke HGP ist nicht mehr HGP, wenn es plötzlich als riesiges Unternehmen mit etlichen Produkterweiterungen geführt werden würde. Das läuft dann schnell aus dem Ruder und wird organisatorisch anstrengend. Mir ist wichtig, dass ich selbst an der Front entwickeln und Ideen vorantreiben kann, als mich mit irgendwelchen Anteilseignern oder sonstigen Dritten abstimmen zu müssen.

MO: Das klingt plausibel und ich könnte mir HGP in der Tat auch nicht anders vorstellen. Was ist neben dem Schrauben eigentlich Deine größte Leidenschaft? Ich sehe bei Dir immer einige Geländemaschinen stehen. Nicht nur die neuesten, sondern auch eine schöne alte Yamaha.

MG: Das stimmt, musst Du unbedingt mal fahren. Ich bin seit meiner Jugend leidenschaftlicher MotoCrosser und das habe ich mir bis heute erhalten. Natürlich lässt man es jetzt etwas ruhiger angehen, denn Knochenbrüche kann ich so gar nicht gebrauchen. Aber Spass habe ich daran genauso wie früher und fahre, seitdem die ersten 4 Takt Enduros aufgekommen sind. Ich habe das aber nie professionell betrieben, sondern immer als Ausgleich nebenbei. In dem Bereich hat sich logischerweise viel getan, doch die alte Yamaha ist mir ans Herz gewachsen und wie neu. Die wird wohl auch nie wegegeben.

MO: Fahre ich gerne mal, logo. Sehen auch überaus cool aus, die Teile. Spontan fällt mir noch was ein, da ich ja selbst betroffen wäre: Warum macht HGP eigentlich kein Dieseltuning?

MG: Dieseltuning machen wir auch. aber nur vereinzelt und auf Anfrage für Fahrzeuge aus dem VW Konzern. In Sachen Software stimmen wir natürlich alles auf das jeweilige Fahrzeug ab. Ist nicht Hauptgeschäft, aber grundsätzlich möglich.

MO: Ich hab mal einen Mazda MX5 mit HGP Turbo gesehen – wie kam es dazu?

MG: Da hab ich sogar noch Lader hier. Wir haben in den 90er Jahren auch mit hochdrehenden Japanern bspw. Honda-Motoren gearbeitet und speziell beim Mazda MX5 ist es relativ einfach, einen Turbolader zu verbauen. Die Motoren eignen sich ideal, da diese für Normal Benzin ausgelegt waren und mit besserem Sprit plus Lader bei Standardverdichtung keinerlei größere Änderungen benötigten. Salopp gesagt: Niederdruck-Lader dran, besseren Sprit tanken und fertig. Die Leistung belief sich dann auf 180-200 PS, aber die Fahrbarkeit des relativ leichten MX5 mit Heckantrieb und ohne Fahrhilfen bedurfte dann schon einer versierteren Hand, speziell bei Nässe. Spass machen die aber allemal, natürlich auch mit Heckantrieb.

Unser Fokus liegt aber, wie oben schon erwähnt, auf den Motoren des Volkswagen Konzerns und da konkret auf dem neuen 2.0 Liter TFSI, der ja in verschiedenen Varianten bei Skoda, Seat, Audi und eben VW zum Einsatz kommt. Da kann man viel abdecken und eine Vielzahl an Kunden bedienen. Die Ära der V6 Motoren ist seitens VW derzeit leider erst mal passé.

MO: HGP bleibt also seiner Linie treu und muss sich den Vorgaben des Konzerns gezwungenermaßen ein wenig unterordnen. Ich denke da wehmütig an die R32 Versionen und speziell an die „Bombe“, den Golf R36 Bi-Turbo, der ja letztes Jahr mit seiner Leistung von 745 PS für extremen Wirbel gesorgt hat. Müssen wir in Zukunft auf sowas verzichten?

MG: (grinst) Na, Du siehst ja, dass wir in der Werkstatt noch einige R36 Motoren liegen haben und vom Golf 6 R gibt es ja auch noch genügend auf dem Markt. Unser Fokus liegt aber in der Tat auf den aktuellen 2 Liter Motoren. (Pause)

Aber es ist sicherlich möglich, dass in Zukunft mal wieder eine – Du hast es Bombe genannt – kommen wird (grinst nochmals).

MO: Dann sagst Du uns aber sofort Bescheid 🙂 Und vielen Dank für das Interview!

MG: Gerne doch.

movingmyway – Kann man Fahrspaß mieten?

Kann man Fahrspaß mieten?

Bevor ich mich für die Zusammenarbeit mit Europcar entschieden habe, musste ich mir diese Frage beantworten. Als Motor-Journalist und Auto-Blogger fragt man sich eigentlich die ganze Zeit: Was ist Fahrspaß? Was macht Fahrspaß aus? Und wann empfinde ich persönlich eine Form von Fahrspaß?

In den letzten 4 Jahren konnte ich fast alle Autos fahren, die ich schon immer auf einer „Wunsch-Liste“ hatte und ich habe stundenlang meinen Spaß gehabt. Manchmal tagelang. Und auch wenn ich erst darüber nachdenken musste – am Ende war doch klar: Fahrspaß kann man auch mieten.

Du kannst Fahrspaß mieten – Du kannst ihn aber auch gewinnen!

Wer sich den ganz persönlichen Fahrspaß mieten will, der besucht die Euorpcar-Webseite, sucht sich die Prestige-Flotte und mietet sich seinen ganz besonderen Traumwagen.  Jetzt für den Sommer könnte das zum Beispiel ein Cabrio sein. In der Europcar-Prestige Flotte tummeln sich jede Menge Cabrios. Viersitzer, Zweisitzer, Roadster – alles dabei und alle warten auf Sonnenanbeter die nach Fahrspaß suchen.

Gewinne den Fahrspaß!

Zeig Europcar und der Facebook-Community wie „Fahrspaß“ bei Dir aussieht und gewinne 1 Woche in einem Traumwagen. Zur Auswahl stehen vier geniale Fahrzeuge. Der Golf GTI als Klassiker unter den sportlichen Kompakten. Wer es eine Nummer heftiger mag, der wählt den Golf R mit 300 PS. Ein Kompakter der es ordentlich unter der Haube hat. Das ist Dir nicht genug? Dein Traumwagen ist noch eine Nummer heftiger? Wie wäre es mit dem Jaguar F-Type? Der britische Sportwagen ist dein Traum? Dann solltest Du ganz dringend bei diesem Gewinnspiel mitmachen!

Du stehst gar nicht auf sportliche Autos? Du magst es kernig und lieber abseits der Trampelpfade anderer? Hah! Dann gibt es für dich auch noch den Land Rover Defender zu gewinnen!

 

Also mitmachen ist angesagt:

Zum: #movingmyway-Gewinnspiel

Und so geht es:

1.) Du machst ein Foto davon, wie für Dich Fahrspaß aussieht. Ein Foto im Auto, unterwegs, von Dir, mit Freunden, ganz egal, einfach nur Deine Vorstellung von Fahrspaß.

2.) Dieses Foto lädst Du hoch, entweder auf Facebook, auf Twitter oder auf Instagram und versiehst es mit den richtigen Hashtags: #movingmyway #europcar #deinwunschauto (Okay, also drei! Hashtags und der letzte ist DEIN WUNSCHAUTO. Denk daran, Du kannst den #golfgti, den #golfr, den #defender oder den #ftype gewinnen!

3.) Bis zum 27.8.2014 musst Du auf Dein Foto mehr als 25 Likes erhalten, nur dann kann Dein Bild am Gewinnspiel teilnehmen. Am besten funktioniert das natürlich bei instagram! Aber die anderen Kanäle gelten natürlich auch!  Und natürlich müssen die Fotos alle öffentlich gepostet sein. Private instagram-Kanäle und Twitter-Accounts funktionieren nicht.

 

Europcar auf instagram

Es ist natürlich sinnvoll den instagram-Kanal von Europcar im Auge zu behalten. Diesen findest Du unter folgender Adresse:

http://instagram.com/europcar_de

 

Und was ist mit autohub.de?

Als Kooperationspartner von Europcar darf ich leider nicht am Gewinnspiel teilnehmen, aber ich zeige trotzdem auf meinem instagram-Kanal, was ich unter Fahrspaß verstehe. Es macht also Sinn, wenn Du auch meinem instagram-Kanal folgst und eventuell kannst du ja auch eine Inspiration aus meinen Bildern holen? Und dann packst Du Deine Vorstellung von Fahrspaß in ein eigenes Foto, nimmst am Gewinnspiel teil und .. ? Ja, eventuell gewinnst Du ja die 1 Woche Fahrspaß!

Ich drücke Dir auf jeden Fall die Daumen! Viel Erfolg! 

 

Und wenn es nicht klappt? Dann bleibt ja immer noch ein Fun Car aus der Prestige-Flotte zum mieten übrig 😉  – Besuche doch mal Europcar auf Facebook. Oder Folge Europcar auf Twitter.  Es gibt Europcar sogar auf google+.

 

 

 

 

 

In Kooperation mit Europcar Autovermietung - Das ist Werbung in Zusammenarbeit mit Europcar.

Erlkönig: Volkswagens Eilfrachter – Der Golf R Variant

Volkswagen arbeitet derzeit an einem sportlichen Golf Kombi mit 300 PS und Allradantrieb. Heute haben wir bei Testfahrten am Nürburgring den neuen Golf R Variant erwischt. Mit diesem Modell bietet Volkswagen eine starke Konkurrenz zum Skoda Octavia Kombi RS.

Zur Zeit gibt es den Volkswagen Golf Variant zwar mit R-Line Paket, welches sich aber deutlich von dem von uns fotografierten Prototypen unterscheidet. Der Golf R Variant bekommt die gleiche Stoßstange wie das normale Golf R Modell und zeigt auf unseren Bildern bereits die Felgen des Golf R. Durch die Leistung und den Allradantrieb erhält der Golf R Variant ein strafferes Fahrwerk.

Der aktuelle Prototyp zeigt zwar noch nicht die typischen vier R-Endrohre, sondern hat rechts und links zwei große ovale Endrohre. Erwarten können wir den neuen Volkswagen Golf R Variant für Anfang 2015.

 

Golf R – das neue Flaggschiff

Nach dem neue Golf GTI, dem Golf GTD, dem Golf Variant und dem Golf TDI BlueMotion präsentiert Volkswagen heute sein neues Flaggschiff der Baureihe:

Den neuen Golf R.

Angetrieben wird der Sportwagen von einem 300-PS-TSI (221 kW), der 30 PS stärker aber bis zu 18 Prozent sparsamer als der Vorgänger sein soll. Wie alle drei Golf R zuvor, bringt auch das neue Modell die Kraft des Turbomotors über einen permanenten Allradantrieb auf die Straße. In diesem Fall ist es die neueste Version des 4MOTION-Systems mit einer Haldexkupplung der fünften Generation.

Für mehr Dynamik sorgen zudem ein neu ausgelegtes Sportfahrwerk (20 mm abgesenkt), die neue Progressivlenkung und das – für den Einsatz auf der Rennstrecke – erstmals komplett deaktivierbare „ESC Sport“. Zu den optionalen Highlights gehört indes die weiterentwickelte adaptive Fahrwerksregelung DCC samt Fahrprofilauswahl mit neuem Race-Modus.

Nach nur 5,1 Sekunden ist der manuell geschaltete Golf R 100 km/h schnell (Vorgänger: 5,7 s); mit automatischem Doppelkupplungsgetriebe (DSG) legt der Sportwagen den klassischen Sprint sogar in 4,9 Sekunden zurück. Die elektronisch begrenzte Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h. Trotz der sportlichen Fahrleistungen und einer um 30 PS gesteigerten Leistung konnte der Verbrauch des Golf R gegenüber dem Vorgänger von 8,5 auf nun 7,1 l/100 km gesenkt werden. Die CO2-Emissionen verbesserten sich damit analog von 199 auf 165 g/km.

Noch sparsamer ist der generell mit einem Start-Stopp-System und Rekuperationsfunktion ausgerüstete Golf R unterwegs, wenn er per optionalem 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) geschaltet wird. In diesem Fall liegt der Normverbrauch bei 6,9 l/100 km (159 g/km CO2). Im Vergleich zum Vorgänger mit DSG (8,4 l/100 km) ergibt sich eine Einsparung von 1,5 l/100 km, respektive eine Verbesserung um besagte 18 Prozent.

Ausgestattet ist der neue Golf R mit einer ganzen Palette individualisierter und exklusiver Features. Neben eigens designten Stoßfängern, Seitenschwellern und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sind es Details wie die serienmäßigen Bi-Xenonscheinwerfer mit einem neu konzipierten LED-Tagfahrlicht (im Doppel-U-Design), die dunkelroten LED-Rückleuchten oder die zweiflutige Abgasanlage mit vier verchromten Endrohren, die den Golf R auch optisch anschärfen. Im Interieur setzt sich das Golf Flaggschiff mit Sportsitzen im Materialmix „Stoff-Alcantara“, einem Dreispeichen-Ledersportlenkrad, einer Ambientebeleuchtung, Klimaautomatik und einem Radio-CD-System mit Touchscreen in Szene.

VW Golf R 01 Neuvorstellung VW Motorsport 2013

Auf den Markt kommt der stärkste und sparsamste Golf R aller Zeiten als Zwei- und Viertürer im vierten Quartal diesen Jahres.

Der Preis in Deutschland: ab 38.325 Euro.