Luxus statt Laster – Mercedes-Benz V-Klasse und Marco-Polo aufgefrischt

Die schwäbische Großraumlimousine kommt mit überarbeiteter Frontpartie, größerem Lufteinlass und Rautengitter.

Gerade mal fünf Jahre ist die V-Klasse von Mercedes-Benz auf dem Markt, nun wird der Kleinbus mit Nutzfahrzeughintergrund wie ein richtiger PKW überarbeitet. Die breitere Front der Großraumlimousine wird jetzt von einer durchgehenden, in Chrom gefassten Öffnung unter dem Kühlergrill mit neuer Rautenstruktur geprägt. Das lässt sie etwas rustikaler wirken und erinnert an die aktuellen Pkw Modelle der Schwaben. Die AMG-Linie hebt sich durch den bekannten Diamantgrill mit Chrom-Pins ab.   

Bis zu 4630 Liter Laderaum, wenn man die relativ schweren Sitze ausbaut.

Wellness-Feeling im Fond

Wie gehabt, rollt die V-Klasse in drei Längen von 4,90 bis 5,37 Meter und zwei Radständen (3,20 und 4,43 Meter) auf die Straße. In der beliebtesten mittleren Länge von 5,13 Metern sitzen bis zu sechs Passagiere mit reichlich Platz für Kopf und Knie. Eindeutige Privilegien genießt man in der zweiten Reihe in den aus der S-Klasse bekannten Sitzen mit Liegefunktion. Unsichtbare Finger massieren bei Bedarf gekühlte oder gewärmte Körperpartien gekonnt wie ein Masseur in einer Wellnessoase. Anders als dort kann man aber zwischen drei Massagestärken sowie drei Klimatisierungsstufen wählen.

Auf Knopfdruck lassen sich die bequemen Sessel mit Waden – und Fußauflagen in Liegen verwandeln. (Foto: MB)

Bis zu dreizehn Assistenten an Bord

Derweil sitzt der Fahrer in seinem ansonsten weitestgehend unverändert gebliebenen Cockpit vor den neuen Lüftungdüsen in der von den PKW bekannten Turbinenoptik sowie einem neuen Ziffernblatt im Kombiinstrument. Die ebenfalls neue Polsterung und Ausstattungsfarbe Leder Nappa Tartufo setzt genau wie Leder Lugano und Leder Nappa, jeweils in schwarz und seidenbeige, auf elegante und gediegene Farbtöne. Auf dem Beifahrersitz nehmen bis zu dreizehn Assistenten Platz. Neu dabei sind die Aktiv-Brems-Unterstützung und der Fernlicht-Assistent. 

Das Cockpit zieren wahlweise Ebenholz, Klavierlack , Aluminium oder Karbon-Optik. (Foto: MB)

Mit 239 PS geht es flott zur Sache

Unter der Motorhaube startet die überarbeitete V-Klasse mit Euro6d-Temp konformen und effizienteren Diesel -Vierzylindern in den Leistungsstufen 163, 190 und 239 PS. Alle Selbstzünder verfügen serienmäßig über Hinterradantrieb, sind wahlweise aber auch mit permanentem Allradantrieb 4Matic lieferbar. Der 300d mit 239 PS und einem Drehmoment von 500 Nm entwickelt in Kombination mit dem neuen 9G-Tronic Automatikgetriebe im bergigen Hinterland von Barcelona eine für ein Fahrzeug dieser Klasse beeindruckende Dynamik. Der intern OM 654 genannte Motor puscht die Großraumlimousine binnen 8,5 Sekunden von 0 auf 100, für spontane Überholmanöver packen die Schwaben per Overboost nochmal 30 Nm oben drauf. Trotzdem notiert Mercedes-Benz für den Verbrauch kombiniert moderate 6,8 – 6,5 l/100 km. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 214 km/h. 

Ein moderner Vierzylinder Diesel mit zwei Litern Hubraum löst den bisherigen Selbstzünder mit 2,1 Litern Hubraum ab. (Photo:MB)
Mit Ausnahme der Luxussitze hat auch der Marco Polo die Neuerungen der V-Klasse an Bord.

Beim Marco Polo Campingfahrzeug, das in Rheda-Wiedenbrück bei Westfalia auf die V-Klasse aufgebaut wird, braucht es für den Spurt von 0 auf 100 km/h 9,5 Sekunden Zeit. Tribut an Gewicht und Ausstelldach. Insgesamt ändert sich in der Ausstattung zum Modelljahr 2019 nicht viel. Es gibt jetzt ein Bluetooth-Element, über das man mit einem Bedienteil oder seinem Handy die Musikanlage des Fahrzeugs ansteuern kann, ohne die Autosysteme aktivieren zu müssen. Der Strom kommt dann aus der Bordbatterie und nicht aus der Starterbatterie. Außerdem verpasste Mercedes-Benz dem oberen Bett Tellerfedern anstelle von Lattenrosten und die Kocher wurden so dimensioniert, dass auch eine Espressomaschine darauf stehen kann.

Mit dem Marco Polo kommt man jetzt schneller zum nächsten Campingplatz.
Im Nobelcamper lässt sich jetzt auch Espresso zubereiten.
(Foto:MB)

Der Listenpreis der neuen V-Klasse startet bei 30.631 Euro. Eine elektrifizierte V-Klasse mit einer Reichweite von 400 Kilometer soll unter der Mercedes-Submarke EQ in naher Zukunft auf den Markt gehen.

Text : Solveig Grewe

Fotos: Solveig Grewe und Hersteller

News: Ford Tourneo Custom Business Edition – Vorfahrt für das Büro

Als mobiles Büro präsentiert sich der Ford Tourneo Custom in der neuen „Business Edition“. Die sechssitzige Großraumlimousine auf Basis des Transporters Transit Custom wurde vom Ausbauspezialisten Westfalia veredelt. Sie verfügt über Ledersitze, die sich zu einer Konferenz-Sitzgruppe kombinieren lassen. Dazu gibt es einen ausziehbaren Tisch, drei 12-V-Steckdosen, zwei zusätzliche USB-Anschlüsse, LED-Innenraumbeleuchtung sowie Kleiderbügel. Für angenehme Temperaturen Bord sorgen Klimaanlage und Standheizung. Zur weiteren Ausstattung zählen 16-Zoll-Leichtmetallräder, Metallic-Lack und Navigationssystem.

Für den Antrieb sorgt ein 2,2-Liter-Diesl mit 114 kW/155 PS, der an ein manuelles Sechsganggetriebe gekoppelt ist und mit 6,5 Litern Kraftstoff auskommen soll. Der Preis für den Business-Van beträgt 58.102 Euro. Die Basisversion der Tourneo Custom kostet aktuell 30.990 Euro.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Fahrbericht Renault Espace 5 dCi 160

Fahren wie Gott in Frankreich, unterwegs im neuen Renault Espace

Die Franzosen haben einen langen Atem. Das zeigt sich bei allem, was sie tun. So ist auch der neue Renault Espace sorgfältig durchdacht und zeigt sich in kurvenreichem Gewand. Schön sollte er sein und funktional. Das versprachen die Franzosen für den nächsten Coup rund um ihre Großraumlimousine. Auf einem Militärflughafen in der Provence wollten sich ein paar Journalisten das Ganze mal genauer anschauen. Eine ganze Armada an neuen Fahrzeugen wartete glitzernd in der Sonne darauf, erkundet zu werden. Kevin Spacey war leider nicht zugegen, aber den braucht man auch nicht unbedingt, wenn man den 4,86 Meter langen Van testen will.

Der erste Eindruck ist gut. Elegantes und flüssiges Design, moderne kurvenreiche Frontpartie, aerodynamische Silhouette. Und trotzdem immer noch Renault. Einen Hauch von SUV Charakter umweht ihn und verleiht ihm die gewisse Sportlichkeit. 160 mm Bodenfreiheit erlaubt ihm diese auch ein Stück weit. Die typischen Scheinwerfer in C-Form zwinkern einladend und auch von hinten kann sich der Renault Espace sehen lassen. Die Rücklichter vermitteln einen starken Gesamteindruck. Ja, auch ein Rücken kann eben entzücken. Besonders der dieses rassigen Franzosen. Ein Blick ins Innere verrät, was das Exterieur schon vermuten lässt: hier gibt es Freiraum en masse. Sieben Sitze, von denen die hinteren fünf auf Knopfdruck gleichzeitig umklappbar sind, laden zum bequemen Reisen ein. Problematisch wird es nur, wenn sich die Kindersicherung einschaltet und man nicht mehr aus dem hinteren Fahrzeugraum aussteigen kann. Da hilft es, einen Reisegefährten zu haben, der einem galant die Tür öffnet.

IMG_5147_2

Ziel erfasst

Hinter dem Steuer wird es futuristisch. Das Head-Up-Display fährt sich beim Anlassen des Motors aus wie bei einem Kampfjet mit Zielanzeige. Das Armaturenbrett ist voller Displays, wovon das Touchdisplay in der Mitte den größten Raum in Anspruch nimmt. Das sogenannte Command & Controll Center ist einem Tablet nachempfunden und lässt sich auch so bedienen. Schön „touchy“ swiped man durch die Navigation und kann so bis zu vier Apps gleichzeitig öffnen. Diese machen teilweise merkwürdige Geräusche, wie zum Beispiel der Radarwarner. Ein wenig gewöhnungsbedürftig ist auch die Menüführung, bei der nicht immer ganz klar ist, wie man eigentlich wieder zu seinem Ausgangspunkt zurückkommt. Mit etwas Übung ist das aber dann schnell gelernt. Das Multisense-System hält ganze 10 Parameter für den Fahrer bereit. Fünf, die auf den Fahrkomfort abzielen und fünf, die auf den Fahrerkomfort ausgerichtet sind. Also ein Rund-um-Wohlfühl-Paket für den Fahrer. Wenn er will, sogar mit Massage-Funktion sowohl im Fahrer- als auch Beifahrersitz.

Renault verspricht mit seinem neuen System mehr Stabilität und Sicherheit beim Fahren. Hier zeigt die Ambibeleuchtung immer an, in welchem Modus man sich gerade befindet. Im Sportmodus, in einem kräftigen Rot gehalten, wird die Federung sofort gestrafft und die Gänge schalten automatisch viel später hoch als beispielsweise im Comfort Modus (in einem entspannten Blau gehalten). Um die Fahrdynamik ebenfalls zu erhöhen, hat der Renault Espace 5 im Verhältnis zu seinem Vorgänger stolze 250 Kilogramm abgespeckt. Zudem haben die Franzosen ihm die Gearshift-Technik aus der Formel 1 verpasst, in der Renault schon seit vielen Jahren Erfolge feiert. Im Renault Espace zeigt sich sich mit dem wie ein Golfschläger geformten Schaltknauf, der schon durch ein Fingertippen in den nächsten Gang schaltet. Ein wenig zu einfach. Da ist ein hartes Reinknüppeln des Ganges einfach nicht mehr drin. Aber das wäre beim dem eleganten Renault Espace auch überflüssig. Er möchte lieber gestreichelt und entspannt durch die Strassen Frankreichs gefahren werden.

IMG_5108_2

Individuelles Cruisen

Das lässt sich gut mit dem dCi 160 Diesel bewerkstelligen. Schöne 160 PS erlauben es, den Großen gemütlich über die schönen Landstraßen und Alleen zu navigieren. Die ganzen obligatorischen Assistenzsysteme helfen dabei, wobei es hier und da ein wenig Anpassungsbedarf gäbe. Wie beispielsweise beim Spurhalteassistenten, der sich anhört, als würde einen die Soundanlage gleich wütend aus der Tür anspringen. Der Verkehrszeichenassistent scheint dagegen im Entspannungsmodus zu sein und reagiert äußerst spät auf neue Verkehrszeichen. Trotzdem bietet der neue Renault Espace 5 dank der Multisense-Technologie jede Menge Individualisierungsmöglichkeiten bezüglich des Fahrverhaltens, sodass jeder Fahrer auf seine Kosten kommt. Mit 4 Control, die aktive Lenkung aller Räder, wird für noch mehr Stabilität und Komfort beim Fahren gesorgt. Diese Technologie kommt auch schon im aktuellen Porsche 991 zum Tragen. Mit der passenden Multisense-Einstellung zeigt sich auch gleich, was für eine wunderbare Kombination das ist: der Wendekreis verringert sich wesentlich, was perfekt für den Stadtverkehr ist und das bei der Fahrzeuggröße. Hut ab!

Schon ab 34.000 Euro gibt es den flotten Franzosen zu kaufen. Wer ein bisschen mehr französische chicness will, sollte sich mal die Initialen Paris Version genauer anschauen. Hier wird es richtig edel. Die Speziallackierung glänzt je nach Lichteinfall entweder lila oder schwarz und die Speichen der exklusiven Felgen auf 19-Zoll Reifen erinnern an den Eiffelturm. Oh lala! Auch im Interieur geht die Dekadenz weiter. Weiches Nappaleder schmiegt sich an die Fahrinsassen und das Bose Soundsystem lässt entspannte Musik erklingen. Wer die Sonne Frankreichs hereinlassen will, sollte sich das optionale Sonnendach gönnen. Automatisch lässt es sich bis zur Hälfte des Daches öffnen, um die warme Sommerbrise hereinzulassen.

IMG_5139_2

Fazit

Tres jolie, wie die alten Franzosen zu sagen pflegen. Der Renault Espace hat alles, was man in einer Großraumlimousine sucht. Und das Beste: Hier bekommt man(n) mehr als ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Andere Vans in dem Segment sind entweder teurer oder kleiner. Da hat Renault eine sehr gute Kombination geschaffen, die nicht nur jeden Familienvater begeistern dürfte. Hier bekommt man ein Fahrzeug mit dem gewissen „mehr“ und das Extra an Sportlichkeit als Tüpfelchen auf dem i noch dazu. Voila!

Fahrbericht/Fotos: Simone Amores

Weitere Impressionen:

V-Klasse – Vom Nutzfahrzeug zum Lustfahrzeug

Die V-Klasse war zu ihrer Präsentation 1996 als Kleintransporter und Kleinbus geplant und wurde auch so vertrieben. Seine Handwerkerversion nannte man Vito und wurde von der Mercedes-Benz Nutzfahrzeug-Sparte angeboten.  Die zweite Generation des Viano / Vito gab es av 2003 auch mit einem verlängerten Radstand. Praktisch waren Viano und Vito also bereits. Doch die Konstruktion als Kleinbus und Transporter war dem „V“ immer anzumerken. Damit ist nun Schluss.

Die neue V-Klasse wird weniger Nutzfahrzeug sein, mehr Lustfahrzeug. 

Der Mercedes unter den Großraum-Limousinen – so das vollmundige Versprechen aus Stuttgart. Bei einem ersten „Workshop“ hat Mercedes bereits einige Details der neuen V-Klasse verraten. Das Cockpit wird sich deutlich mehr in Richtung PKW orientieren. Dazu auch die passenden Wertanmutung. Man soll sich wohl fühlen in der V-Klasse.

Haptik und Qualität

„Was macht die neue V-Klasse zu einem echten Mercedes?“

Allein schon das Cockpit hat absoluten Pkw-Charakter. Typisch Mercedes ist das Gesamtkonzept aus Skulpturhaftem, dem emotionalen Kontrastspiel aus Sinnlichkeit und Klarheit sowie der intelligenten Raumnutzung. Runde Formen fließen wie organische Wellen in klare Linien. Hochwertige Materialien und Farben in warmer und kühler Optik gehen harmonisch ineinander über. Durch diese Designsprache vermittelt die V-Klasse ein edles und angenehm großzügiges Raumgefühl – ohne über­dimensioniert oder riesig zu wirken. Im Gegenteil: Sie vermittelt ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Die V-Klasse ist eine stilvolle Limousine für anspruchsvolle Familien und Individualisten. Oder anders gesagt: Der geräumigste Pkw von Mercedes-Benz.  >> So Hartmut Sinkwitz, Leiter Interieur-Design bei Mercedes-Benz Cars

Mercedes-Benz V-Klasse 05 Wertigkeit Cockpit

Die ersten Fotos vom neuen Cockpit der V-Klasse zeigen den angedachten Ansatz und worauf sich zukünftige V-Klasse Piloten freuen dürfen.  Vor allem das Nachtdesign mit der Ambiente-Beleuchtung aus den Limousinen, wirkt edel und um Welten besser als das bisherige Cockpit.

Die Mercedes V-Klasse wurde oft und gerne als Shuttle oder Taxi eingesetzt. In der Zukunft werden die Passagiere dann einen ganz neuen Ansatz an Raum und Qualität eines Mercedes-Taxi stellen dürfen. Das neben den neuen Materialien und der gehobenen Ausstattung die Sicherheit nicht vernachlässigt wird, war zu erwarten.

Die neue V-Klasse bekommt ähnliche Assistenzsysteme wie die neue C-Klasse.

Intelligent Drive

Ab hier folgt die Presse-Meldung von Mercedes-Benz:

Die neue Großraumlimousine ist serienmäßig mit dem ATTENTION ASSIST, der vor Unaufmerksamkeit und Müdigkeit warnen kann, und dem Seitenwind-Assistent ausgestattet. Mit einer im Vergleich zu anderen Pkw-Modellen relativ großen und langgezogenen Seitenfläche bietet die Großraumlimousine Angriffsfläche für stark böigen Wind. Die bis zu acht Personen in der neuen V-Klasse schützt der Seitenwind-Assistent vor solchen Einflüssen. Er unter­stützt den Fahrer und kann die Windeinwirkungen durch einen Bremseingriff an Vorder- und Hinterrad auf der windzugewandten Seite kompensieren.
Zusätzlich stehen auf Wunsch weitere Assistenzsysteme zur Verfügung. Die meisten von ihnen sind wie der Seitenwind-Assistent, erstmals in diesem Segment erhältlich.
Einparken leicht gemacht: der Aktive Park-Assistent
Mit der V-Klasse wird das Einparken einer Großraumlimousine zu einer leichten und entspannten Angelegenheit. Der Aktive Park-Assistent ermöglicht automatisches Einparken mit aktiven Lenk- und Bremseingriffen in Längs- und Querparklücken. Er ist eine Weiterentwicklung der PARKTRONIK mit Park­führung. Darüber hinaus kann das System das Fahrzeug aus Längsparklücken auch mit automatischen Lenk- und Bremseingriffen selbstständig wieder aus­parken, wenn es zuvor automatisch eingeparkt wurde. Dies verleiht der V-Klasse eine herausgehobene Position im Segment.
Alles im Blick, alles im Griff: die 360°-Kamera
Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der V-Klasse in ihrem Segment ist die 360°-Kamera. Sie schaltet sich auf Wunsch beim Einlegen des Rückwärtsgangs automatisch ein. Mit Hilfe von vier vernetzten Nahbereichskameras stellt sie die V-Klasse im Zentraldisplay aus der Vogelperspektive dar und ermöglicht so einen realistischen Rundumblick beim Parken und Rangieren. Dadurch werden sogar Hindernisse sichtbar, die sich unterhalb der Fensterlinie der V-Klasse befinden und vom Fahrer nicht erkannt werden können. Dies hilft zum Beispiel beim Heranfahren an Randsteine. Eine Kamera ist mittig an der Front im Kühlergrill angebracht, je eine Kamera befindet sich in den Außen­spiegeln und eine weitere im Entriegelungsgriff der Heckklappe. Der aus den Kamerabildern errechnete virtuelle Aussichtspunkt deckt einen Bereich von ca. 3 Meter vor und hinter dem Fahrzeug ab sowie jeweils ca. 2,5 Meter seitlich.
Zusätzlich zur Vogelperspektive kann das Display verschiedene Ansichten anzeigen, darunter Informationen der PARKTRONIC, zusätzliche Hilfs- und Lenklinien, die das Rangieren erleichtern, sowie den Schwenkbereich des Fahrzeugs bei Lenkeinschlag. Außerdem gibt es in Kombination mit einer Anhängervorrichtung im Rückwärtsgang eine entsprechende Ansicht, die das Rangieren des Kugelkopfs an die Deichsel erleichtert.
Für noch mehr Überblick: der Totwinkel-Assistent
Der radarbasierte Totwinkel-Assistent kann dank zweier Nahbereichssensoren im hinteren Stoßfänger Fahrzeuge im toten Winkel des Fahrers erkennen – etwa beim Spurwechsel oder Überholen. In solchen Situationen warnt er den Fahrer akustisch und optisch. Der Warnbereich („Toter Winkel“) erstreckt sich ungefähr ab der B-Säule ca. 3,5 Meter seitlich rechts und links von der V-Klasse und 3 Meter über das Fahrzeugheck hinaus. Das System ist ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h aktiv.
Schutz vor Auffahrunfällen: der COLLISION PREVENTION ASSIST
Als weitere Neuheit im Segment bietet die V-Klasse eine radargestützte Kollisionswarnung mit adaptivem Bremsassistenten, was die Gefahr von Auffahrunfällen verringert. Ab einer Geschwindigkeit von 7 km/h überwacht die Sensorik des COLLISION PREVENTION ASSIST den Verkehrsraum vor dem Fahrzeug, bis zu einer Geschwindigkeit von 70 km/h die Entfernung zu einem stehenden Hindernis in Fahrtrichtung und bis zu 200 km/h den Abstand und die Annäherungsgeschwindigkeit zu vorausfahrenden Fahrzeugen.
Droht Kollisionsgefahr mit fahrenden oder anhaltenden Fahrzeugen, warnt der COLLISION PREVENTION ASSIST den Fahrer optisch und zusätzlich akustisch und berechnet die erforderliche Bremskraft, um günstigstenfalls einen Aufprall noch zu vermeiden. Der Bremsvorgang wird in dem Augenblick eingeleitet, in dem der Fahrer der V-Klasse deutlich bremst.
Mit Abstand am sichersten: dank DISTRONIC PLUS
Mit dem Abstandsregeltempomat DISTRONIC PLUS debütiert mit der V-Klasse ein radargestütztes Assistenzsystem im Segment, das den Fahrer bei hohem Verkehrsaufkommen entlastet und gleichzeitig hilft, Auffahrunfälle zu ver­meiden. Dazu regelt das System die Geschwindigkeit bei freier Fahrspur in einem Bereich von 0 bis 200 km/h auf eine vom Fahrer vorgewählte Geschwin­digkeit. Erkennt die Radarsensorik mit rund 200 Metern Reichweite ein lang­sameres Fahrzeug verringert DISTRONIC PLUS die Geschwindigkeit und folgt dem vorausfahrenden Fahrzeug mit dem voreingestellten Wunschabstand. Der Abstandsregeltempomat beschleunigt die V-Klasse wieder auf das Wunsch­tempo, wenn der Fahrer in eine freie Fahrspur wechselt oder im Wunsch­abstand dem vorausfahrenden Fahrzeug folgt, das seine Geschwindigkeit erhöht.
Vor allem im Stop-and-go-Verkehr entlastet DISTRONIC PLUS den Fahrer der V-Klasse. Erkennt das System, dass ein Auffahrunfall droht, warnt es den Fahrer sowohl optisch als auch akustisch und berechnet den notwendigen Bremsdruck für den adaptiven Bremsassistenten, um die V-Klasse rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Diese Bremskraftunterstützung steht zur Verfügung, sobald der Fahrer auf das Bremspedal tritt.
Der Abstandsregeltempomat DISTRONIC PLUS kann die V-Klasse mit bis zu einer Verzögerung von 4 m/s² und – falls erforderlich – bis zum Stillstand abbremsen. Das System fährt danach wieder geregelt an, wenn der Fahrer entweder den Tempomathebel heranzieht oder das Fahrpedal kurz betätigt. Da DISTRONIC PLUS als Komfortsystem nur mit moderaten Verzögerungen
bremst und auch nur begrenzt beschleunigt, wird der Fahrer optisch und akustisch gewarnt und zum Eingreifen aufgefordert, wenn höhere Verzöge­rungswerte erforderlich sind. Bei einer daraufhin initiierten Bremsaktivität unterstützt der Adaptive Bremsassistent BAS den Fahrer.
Schutz vor unbemerktem Verlassen der Fahrspur: der Spurhalte-Assistent
Der kamerabasierte Spurhalte-Assistent kann erkennen, wenn das Fahrzeug unbeabsichtigt die Spur zu verlassen droht und warnt den Fahrer durch Lenk­radvibrationen. Dafür wertet das System die Bilder einer hinter der Front­scheibe platzierten Kamera aus, die Fahrbahn-Begrenzungslinien erfasst. Aus diesen Daten und den registrierten Aktivitäten des Fahrers leitet der Spurhalte-Assistent ab, ob die Spur ungewollt oder absichtlich verlassen wird. Das System arbeitet in einem Geschwindigkeitsbereich von 60 bis 200 km/h.
Entlastung mit Falschfahr-Warnfunktion: der Verkehrszeichen-Assistent
Ein weiterer Beitrag von Mercedes-Benz zur Unfallvermeidung ist der Verkehrszeichen-Assistent, der in Verbindung mit COMAND Online erhältlich ist. Das System erkennt Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote und kann vor Einfahrverboten warnen. Die Kamera an der Innenseite der Frontscheibe erfasst dazu die entsprechenden Verkehrsschilder, darunter auch an Schilderbrücken oder in Baustellen. Die Bilddaten werden mit den Informa­tionen des Navigationssystems abgeglichen und können sowohl im Kombi­instrument als auch in der Kartenansicht des COMAND Displays angezeigt werden.
Erkennt die Kamera keine Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen oder wurde ein Tempolimit aufgehoben, werden auf Basis der Navigationsdaten die gesetzlichen Geschwindigkeitsbegrenzungen angezeigt. Bei Einfahrverboten mit entsprechender Beschilderung warnt das System durch die Falschfahr-Warnfunktion optisch und akustisch – ein wirksamer Beitrag, um schwere Unfälle durch „Geisterfahrer“ zu vermeiden.