BMW i3: Großer Akku für den kleinen Stromer

Die Reichweite des BMW i3 wächst mit seinem Alter. Nun gibt es erneut einen ordentlichen Aufschlag.

BMW erhöht die Reichweite des Elektro-Kleinwagens i3 erneut. Ab November ersetzt bei dem Viersitzer ein Akku mit 42,2 kWh die bisher genutzte Version mit 33 kWh. Der um rund 30 Prozent vergrößerte Stromvorrat soll, gemessen nach dem neuen WLTP-Standard, für bis zu 310 Kilometer Fahrt ausreichen. Bisher waren es maximal 255 Kilometer. Als realistische Alltagsreichweite gibt BMW 260 Kilometer an, sowohl für die 125 kW/170 PS starke Standardausführung als auch für das Sportmodell i3s mit 135 kW/184 PS. Gestartet war das zu großen Teilen aus Karbon gebaute E-Mobil 2013 mit einer Akku-Kapazität von 22,6 kWh. Der Preis bleibt trotz der erhöhten Reichweite der gleiche, startet weiterhin bei knapp 38.000 Euro.

 

 

 

Holger Holzer/SP-X

„Der BMW im i3“ (oder wie BMW sagt: Der neue i3)

Bereits vor 7 Jahren hat BMW eine „Submarke“ gegründet. Mag man damals innovativ gefunden haben, ein Zeichen für die Zukunft oder einfach nur eine Absicherung, um den „Brand“, die Marke BMW nicht zu allzu sehr zu schädigen, nur für den Fall, dass die Sache mit der „Elektromobilität“ doch in die Hose geht. Ging sie zum Glück nicht. Zumindest Stand heute. Im Gegenteil, so langsam scheint das Thema so richtig Fahrt aufzunehmen. Auch für ein Auto, das man von Anfang als „Premium-Produkt“ etabliert hat. Premium können auch andere – aber im Kompaktwagen-Segment war man den Mitbewerbern aus Ingolstadt und Stuttgart aber in der Tat erst einmal ein gutes Stück voraus.

Der BMW unter den i3 und das Facelift im Detail

Weltpremiere BMW i3s

Power & Stance

Es gibt Dinge, die ein Auto sportlich werden lassen: Eine gute Gewichtsbalance zum Beispiel. Oder Heckantrieb. Und was macht man, wenn man das schon hat? Richtig. Man legt das Auto noch ein wenig tiefer, packt mehr Leistung unter die Haube und verbreitert die Spur. Genau das hat BMW mit dem BMW i3s getan, der zeitgleich mit dem Facelift des i3 erscheint.

Die Leistung steigt im Peak von 125 auf 135 kW, zugleich darf der e-Motor ein wenig mehr Drehmoment (20 Nm) in Richtung Hinterachse schicken. Die Spur wurde um 4 Zentimeter verbreitert und der i3s liegt 10 Millimeter tiefer als sein Brüderchen ohne „s“ auf der Heckklappe. Damit von der Potenz auch optisch die Kunde verbreitet wird, darf der i3s mit eigener Front- und Heckschürze um die Kundengunst buhlen. Dank seiner schwarzen Radhausverbreiterungen, den 20-Zoll Felgen und der Feinarbeit am Fahrwerk, wirkt der i3s dynamischer als bisher. Eben einfach ein wenig mehr BMW unter der Hülle des Premium-Kompakten aus München.

BMW Connected

Mit dem Facelift zieht nun auch das neue Multimedia-Display mit der aktuellen Infotainment-Software in den Elektro-Flitzer ein. Real-Time-Traffic Informationen und eine mögliche Car-to-Car Kommunikation ermöglichen eine vernetzte Fahrt und holen damit den aktuellen Status der BMW Connected Dienste in den i3 LCi.

11 kW-Ladung und Reichweite wie gehabt

BMW i Wallbox Connect ermöglicht in Verbindung mit dem weltweit einzigartigen BMW Digital Charging Service intelligentes Laden mit optimierter Kosteneffizienz beziehungsweise bevorzugter Nutzung von selbst erzeugtem Solarstrom. Vollständige Transparenz und Möglichkeit zur Erzielung von finanziellen Erlösen durch Einbindung in Smart-GridSysteme. Zusätzliche Möglichkeit zur Steuerung des Ladevorgangs per Smartphone App und Verwaltung über Zugangskarte.

Die optional erhältliche BMW i Wallbox ermöglicht einen Ladevorgang mit bis zu 11 kW. Die reale Reichweite des unverändert 33 kWh großen Akkus gibt BMW mit rund 200 Kilometern an, in einem mehr als realistischen Szenario. BMW kommuniziert damit selbst deutlich realistischere Werte, als es die NEFZ-Prüfung (290 – 300 km) oder auch die WLTP-Prüfung (235 – 255 km) erahnen lassen.

Unverändert behält BMW auch eine i3-Variante mit Range-Extender im Programm. Hier kommt zum E-Motor ein 38 PS starker Zweizylinder-Benziner hinzu, damit erkauft man sich ein wenig Ladesteckdosen-Unabhängigkeit, verliert aber den geeky-Charakter des Elektromobils.

Offizielle Weltpremiere des i3s und des i3 LCi wird auf der IAA im September sein, auf den Markt kommt er ab November 2018.

#Das Autohub-Video zum neuen BMW i3, i3s – #stayHabby

Die Zukunft fährt elektrisch, autonom und vernetzt

Im Gespräch: BMW-Chef Harald Krüger, Vorstandsvorsitzender BMW AG

Die Zukunft fährt elektrisch, autonom und vernetzt

Es gibt Menschen, mit denen kommt man nicht so einfach ins Gespräch. Harald Krüger ist so einer: Seit Mai 2015 herrscht der Vorstandsvorsitzende der BMW AG über die Marken BMW, Mini, Rolls Royce, BMW Motorrad und BMW i. Jede Menge Verantwortung, viele Chancen, große Gefahren pflastern seinen Weg. Doch bei allem Druck, dem Top-Manager wie Krüger ausgesetzt sind: Die Tätigkeit als BMW-Boss hat ihre Sonnenseiten. Harald Krüger verrät uns im persönlichen Gespräch am Rande des Concorso d’Eleganza 2017 mehr darüber und über die Zukunftspläne der BMW Group. Tenor: Elektrisch, autonom und vernetzt fährt die Zukunft, doch so schnell geht es nicht ganz ohne Verbrennungsmotoren.

Tradition, Nostalgie und Zukunftsvisionen am Comer See

Cernobbio am Westufer des norditalienischen Comer See, eine halbe Autostunde oberhalb von Mailand: Einmal im Jahr strömen Auto- und Motorradfans aus aller Welt hierher. In Villen d’Este, Erba und Visconti wartet das Schaulaufen unglaublich wertvoller Old- und Youngtimer auf die Freunde edlen Blechs. Nostalgie trifft am Comer See auf die Zukunft, denn Studien zeigen stets, wo’s in den nächsten Jahren lang geht. Das weltberühmte Auktionshaus Sotheby’s versteigert Kostbarkeiten auf vier und zwei Rädern, die für Millionen von Euro den Besitzer wechseln.

BMW als Patron des Concorso

Seit 1929 zelebriert der Concorso d’Eleganza Automobile und Motorräder in einer Art und Weise, die seinem Namen voll gerecht wird. Seit 2009 ist BMW Patron des dreitägigen Events. Klingt nach Mafia, heißt aber konkret: Die Bayern sind hier nicht nur Sponsor, sondern auch für die reibungslose  Organisation verantwortlich. 2017 macht sich BMW-Vorstandsvorsitzender Harald Krüger erstmals selbst ein Bild vom Concorso – und lädt uns zum hochexklusiven Gespräch in der Villa d’Este.

Ein Marathon, kein Sprint

Besonders erfreut zeigt sich Krüger über die jüngste Entwicklung des kompakten Elektro-Autos i3. Neben über 50 Prozent Plus im ersten Quartal 2017 sei es vor allem diesem Modell zu verdanken, dass sich bei BMW der Anteil elektrifizierter Autos (also einschließlich Plug-In-Hybride) deutlich erhöht habe. Krüger zuversichtlich: „We are ramping up!“ („Wir sind am Hochfahren!“). Hintergrund: Für 2017 erwarte er den Verkauf von etwa 100.000 dieser Fahrzeuge. Das wäre dann genauso viel, wie zusammen genommen in den drei Jahren zuvor. Dennoch legt Harald Krüger für die Elektroautos und Plug-In-Hybride großen Wert darauf: „Das ist ein Marathon, kein Sprint.“

Lautloses Heimkommen mit dem i3

Unverkrampft offen schildert der BMW-Chef seine persönlichen Erfahrungen mit Elektroautos. Im Hause Krüger habe die fast lautlose Mobilität so einige Überraschungen mit sich gebracht: „Meine Frau hörte mich anfangs nicht, wenn ich mit dem i3 heimkam.“ Er fahre etwa jedes zweite Wochenende den erfolgreichen, rein elektrischen Kompakt-BMW. Krügers persönlichen Erfahrungen nach könne man von der Elektromobilität nur regelrecht schwärmen: „Das ist hochemotionales Fahren. Die Menschen unterschätzen völlig, wie schnell man mit einem Elektroauto aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen kann.“ Plug-in-Hybride machen dem Vorstandsvorsitzenden ebenfalls Spaß. Sein häufigstes Dienstauto: Ein 7er Plug-In-Hybrid: „Ich lebe nur rund 16 km von BMW entfernt. Deshalb kann ich praktisch jeden Tag rein elektrisch ins Büro und wieder nach Hause fahren.“ Der geborene Breisgauer ist aus all diesen Gründen von der Elektromobilität voll überzeugt, und zwar „zu 110 Prozent für BMW und über alle Marken hinweg.“

Elektrisch auch auf zwei Rädern

Dass diese Aussage die Sparte von BMW Motorrad mit einschließt, sah man 2017 am Comer See anhand der überraschenden Studie „Concept Link“: Eine Mischung aus Roller und Motorrad mit rein elektrischem Antrieb, dazu vollvernetzt und eine interessante Alternative zum Auto, um den dichten städtischen Verkehr zu überlisten. Für Bequemlichkeit ist sogar ein Rückwärtsgang zum Rangieren an Bord. BMW möchte auf diese Weise wohl immer mehr Nicht-Biker aufs Zweirad locken. Den aktuellen Elektro-Roller BMW C Evolution kann man dank 11 kW Nennleistung (bei 48 PS Spitzenleistung) mit dem A2-Führerschein für 16jährige fahren – oder mit dem alten 3er, sofern er von vor dem 1. April 1980 stammt.

Weiter in Diesel investieren

Bei aller Elektro-Euphorie: Der Diesel bleibt laut Harald Krüger noch länger im Programm. Er sei entscheidend, um die CO2-Ziele für 2020 erfüllen zu können. Krüger: „Wir wollen 2025 15 bis 25 Prozent elektrifizierte Autos sehen. Das heißt: Auch dann sind 75 Prozent immer noch Verbrennungsmotoren. Deshalb werden wir weiter in Diesel investieren.“ Ob das allerdings bis 2030 anhalten wird oder darüber hinaus, könne heute niemand wissen. Ebenso bei der Brennstoffzelle: „Niemand kann sagen, wieviele dieser Autos man 2025 verkaufen kann. Klare Antwort deshalb: Diesel und Benziner werden im Portfolio bleiben.“

Kooperation mit Toyota: Von Brennstoffzelle bis Sportwagen

Brennstoffzellen gehören zusammen mit Wasserstoff-Antrieb zu den Feldern, auf denen BMW derzeit mit Toyota kooperiert: „Das ist eine gute Partnerschaft. Da weiß man nie, ob sich das weiterhin aufs Bestehende beschränken wird.“ Entscheidend sei, dass beide Partner eine Win-Win-Basis erkennen. Die liegt für BMW und Toyota offenbar auch beim Sportwagen-Projekt vor, aus dem Ende dieses Jahres die beiden Sportwagen BMW Z5 und Toyota Supra auf einer gemeinsamen technischen Plattform hervorgehen werden. Aufgrund seiner persönlichen Eindrücke vom Z5 klingt Harald Krüger auch hier beinahe euphorisch: „Das funktioniert von beiden Seiten her sehr gut. Das erste Auto, das ich fahren konnte, fühlte sich fantastisch an.“

BMW Concept 8 Series nimmt BMW-Design vorweg

Die Weltpremiere eines seriennahen neuen Luxus-Coupés von BMW beim Concorso d’Eleganza nahm Krüger zum Anlass, um über das Luxus-Segment überhaupt mehr zu verraten: „Es ist eines meiner strategischen Ziele, im Top-Luxus-Segment zu wachsen. Und der BMW Concept 8 Series passt da exakt hinein“. Das mondäne Nostalgie-Event am Comer See hat sich dank zahlreicher Concept Cars und Bikes während der letzten Jahre zum Barometer für die baldige Modellpolitik entwickelt. Harald Krüger weiter zu BMWs jüngster Konzeptstudie: „Der 8er ist ein sehr dynamisch designtes großes Sport-Coupé. Er verkörpert die Balance aus Luxus und Sportlichkeit. Die positiven Reaktionen hier und im Internet bestätigen den offensiven Schritt ins Luxussegment, den wir mit ihm gehen werden.“ Das gelte auch für den künftigen X7. Er werde ab Ende 2018 BMWs SUV-Palette nach oben erweitern. Zusätzliche Modelle würden im Top-Luxus-Segment noch folgen: Unter anderem laut Krüger ein All-Terrain-Fahrzeug von Rolls Royce.

iNext baut 2021 auf neuer Architektur auf

Ab 2021 wird sich laut BMW-Chef Krüger der iNext als nächster Meilenstein der Marke durch eine neue Architektur auszeichnen, die von vornherein auf die drei Antriebsformen Elektromotor, Plug-In-Hybrid und Verbrennungsmotoren ausgelegt ist. Mit dem iNext mache die Marke BMW einen großen Sprung in Sachen Elektroantrieb, aber auch beim Autonomen Fahren und der Konnektivität. Zuvor wird es Schlag auf Schlag gehen: 2018 kommt der i8 Roadster als Plug-In-Hybrid, 2019 der Elektro-Mini und 2020 der Elektro-X3. Wer jetzt immer noch nicht genug an Neuheiten hat, der muss sich Harald Krügers vielversprechende Worte zur kommenden großen deutschen Automesse auf der Zunge zergehen lassen: „Haben Sie Geduld bis zur IAA in Frankfurt, da wird es noch etwas mehr zu sehen geben.“

Fazit: Elektroantrieb ist das Gebot der Stunde, wenn man BMW-Chef Harald Kürger aufmerksam zuhört. Aber: Der Diesel ist weiterhin wichtig, unter anderem wegen der CO2-Ziele 2020. Wie lange das anhält, kann man heute ebenso wenig wissen, wie den Startpunkt autonomen Fahrens in Serie oder die wesentliche Ausbreitung der Brennstoffzelle samt nötiger Infrastruktur. Viele Fragezeichen, denen Harald Krüger gerne Ausrufezeichen entgegensetzt – wie zuletzt beim Concorso d’Eleganza 2017 mit dem neuen 8er und seinem Großangriff in der Top-Luxus-Klasse.

News: BMW i3 Mister Porter – „Wenn´s schee mocht?!“

BMW zeigt auf dem Autosalon in Genf in diesem Jahr nicht nur den Hybrid-Sportwagen i8 in einem exklusiven Trimm, sondern auch die kleinere i-Variante als Limited Edition. Der BMW i3 Mr Porter stellt eine Kooperation des Internet-Luxusportals mit dem bayerischen Autobauer dar, die auf die Tugenden eines Gentleman abzielt. Wie sich das ausgestaltet, sieht man entweder bei uns oder in Genf. Read more

BMW i3 Superbowl-Clip

Superbowl-Werbung? Nicht nur Mercedes-Benz wird da dieses Jahr wieder einen lustigen Clip bringen, auch BMW hat da eine Idee – und einen Clip. Und wir bekommen ihn schon jetzt zu sehen.

BMW Super Bowl – Neumodische Ideen

Internet? Was ist das? Und wofür soll das eigentlich gut sein? Eine gute Frage, 1994. Live im US-TV auf dem Sender NBC. Lustig ist der Original-Clip, das @ wurde dort zu einem a im Kreis geändert und die beiden Moderatoren waren ein wenig hilflos – eine eMail-Adresse?Wofür sollte das gut sein? Wer würde schon eine eMail schreiben wollen?

2015 sitzen die beiden wieder zusammen. Im BMW i3 und sie tuen sich mal wieder ein wenig schwer mit den Veränderungen.

Schöne Dialoge, gute Geschichte, gute Werbung! 

Das Auto kann es besser als der Mensch

Ein paar Hemmungen sind schon da, hat es doch der routinierte Autofahrer im Gespür: Das wird zu knapp. Bleibt der Lenkwinkel so und der BMW i3 fährt weiter um die Ecke, ratscht es ihm gleich die Seite auf. Im Außenspiegel kommt die Backsteinmauer der teuren Karbon-Außenhaut des Elektroautos bedenklich nahe, der Fuß bleibt aber weiter auf dem Gaspedal, das Lenkrad eingeschlagen. Kurz vor dem Knirsch kommt der Cut: Der i3 stoppt. Aber nicht, weil der Fahrer es so wollte.

Die neuen Sensoren des E-Fahrzeugs haben eine drohende Kollision angezeigt, deshalb bremste der i3 wenige Zentimeter vor der Backsteinmauer – im Versuch eine Plastikattrappe – ab, die Seite des Autos verschandelt hätte. Vier Laserscanner am Forschungsfahrzeug, zwei seitlich, je einer vorne und hinten, erfassen die Umgebung und erkennen Hindernisse rund um das Fahrzeug.

Parkrempler, Stoßstangenkratzer, Einparkdellen adé. Das könnte sogar in mehrfacher Hinsicht finanzielle Vorteile bieten: „Heute geben Sie bei Ihrer Versicherung die Motorleistung an, in Zukunft welche Fahrerassistenzsysteme im Fahrzeug sind“ glaubt Moritz Werling, Projektleiter in der BMW-Forschung.

Die Vermeidung typisch menschlicher Fahrfehler ist allerdings nur ein positiver Nebeneffekt: Denn dank der neuen Sensoren, die BMW auf der CES in Las Vegas (bis 9. Januar) vorstellt, kann das Forschungsfahrzeug i3 auch automatisch einparken. Dabei müssen sich die Entwickler nicht auf das GPS-Signal verlassen, das in Parkhäusern zu ungenau ist. Kombiniert mit einem digitalen Lageplan des Parkhauses, steuert das System das Fahrzeug selbstständig durch die Etagen.

Der Fahrer, der längst ausgestiegen ist und dem die lästige Parkplatzsuche erspart bleibt, aktiviert den „Remote Valet Parking Assistant“ über seine Smartwatch per Knopfdruck oder Sprachbefehl: „BMW Park yourself“ spricht er in die intelligente Uhr, also „park dich selbst ein“, aber schließlich ist man hier in Las Vegas. Es dauert einen Moment, bis der Befehl verarbeitet und über den BMW-Server an das vernetzte Fahrzeug geschickt ist. Dann rollt der i3 ohne Fahrer langsam in Richtung des nächsten freien Parkplatzes.

Dabei vermisst er seine Umgebung ständig und ändert auch mal den Kurs. Das bekommt man vor allem mit, wenn man hinten sitzt und dem nicht vorhandenen Fahrer über die imaginäre Schulter schaut. Das Lenkrad dreht sich von allein, korrigiert, noch etwas weiter rechts, der i3 zieht vor und zurück, bleibt stehen, berechnet neu, bis er alles in allem doch sehr souverän in der Parklücke steht.

Per Knopfdruck oder „BMW Pick me up“, also „hol mich ab“, bestellt der Fahrer sein Auto zum Ausgang. Künftige Parkhäuser könnten hierfür spezielle Abholbereiche einrichten und profitieren umgekehrt davon, dass die Autos ohne Fahrer enger geparkt werden können. Am automatisierten Parken, nicht nur in Parkhäusern, experimentieren verschiedene Autohersteller. Volvo-Forschungsfahrzeuge lassen sich beispielsweise über eine App auf dem Smartphone dirigieren. Mit Uhr und Sprachbefehl konnte aber bisher nur einer sein Auto rufen: Michael Knight sein Auto K.I.T.T. aus der 80er-Jahre-Serie Knight Rider.

Doch sowohl der 360-Grad-Kollisionsvermeider als auch der automatische Einparker bleiben zunächst Zukunftsmusik. Frühestens in fünf Jahren – wenn auch die ersten hochautomatisiert fahrenden Autos angekündigt sind – glauben die Münchner an einen Marktstart. Sind doch zum Beispiel die rechtlichen Voraussetzungen dafür, dass ein Auto ohne Fahrer fährt, noch gar nicht geschaffen. Aber es ist eben auch eine Sache der Kosten: Denn Aufpreis zahlen wollen die meisten Kunden eher für Komfort-Extras, nicht für mehr Sicherheit. Der praktische 360-Grad-Dellenvermeider dürfte damit wohl erst im Paket mit dem automatischen Einparker kommen.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

Grün, grüner, BMW i3

Green Car of the Year – 2015

Neben den protzigen Karren zeigen die Autohersteller auf der LA Motor Show auch ihre grüne Seite. Denn auf der Autoshow wird nicht nur das abgefahrenste Gefährt prämiert, sondern es wird auch einer der wichtigsten US-amerikanischen Preise für umweltfreundliche Fahrzeuge verliehen. Den Ritterschlag erhielt dieses Mal der BMW i3 und ist damit das „Green Car of the Year 2015®“. Ausgestattet mit einer kohlefaserverstärkten Fahrgastzelle und einem Fahrgestell aus Aluminium läutet das innovative Elektroauto in Leichtbauweise ein neues Zeitalter ein. Unter den Finalisten waren auch zwei weitere Vertreter aus Deutschland : der Audi A3 TDI und der Volkswagen Golf. Die internationalen Gäste bestanden aus dem Chevrolet Impala Bi-Fuel und dem Honda Fit.

Green-Car-Of-The-Year-2015Der Green Car of the Year-Preis gilt als einer der bedeutendsten Auszeichnungen für umweltfreundliche Fahrzeuge und wird in diesem Jahr zum zehnten Mal vom Green Car Journal vergeben. Das 1992 gegründete US-amerikanische Auto-Fachmedium berichtet über Auto, Energie und Umwelt. Ron Cogan, Herausgeber und Verleger des Green Car Journal und von CarsOfChange.com, spricht vom BMW i3 als Meilenstein in der Riege der umweltfreundlichen Fahrzeuge, welches gezielt auf eine optimale Umweltbilanz und Null-Emissionen hin konzipiert sei. Damit kombiniere der BMW i3 die Vorteile eines Elektroautos mit großer Funktionalität, dank Range Extender ließe sich die Reichweite sogar verdoppeln.

Das BMW i3 ist das erste vollelektrische Fahrzeug, das diesen Preis erhält und somit die langjährige Arbeit an einem nachhaltigen und zukunftsweisenden Konzept würdigt. Die damit entwickelten Technologien, Materialien und Konstruktionsmethoden eröffnen auch in anderen Segmenten, wie zum Beispiel für Großserienfahrzeuge, neue Möglichkeiten. Der i3 ist als batteriebetriebenes Fahrzeug konstruiert, das durch den optional mit Benzin betriebenen Range Extender erweitert werden kann. Dies ermöglicht eine Verlängerung der Reichweite, insbesondere, um die nächste Ladestation zu erreichen.

Die Auszeichnung „Green Car of the Year®“ ist sowohl für BMW als auch für das Green Car Journal ein wichtiges Instrument, um Fortschritte in der Umwelttechnologie im Automobilbereich aufzuzeigen. Damit gilt der bayrische Autohersteller als Vorreiter beim Umweltschutz. Der BMW i3 ist für knapp 35.000 Euro (ohne Range Extender) in Deutschland erhältlich.

Reichweite-Schock bei Elektroautos im Winter

Der Blog Hyyperlic greift einen Autobild-Artikel von heute auf, in dem über die eingebrochene Reichweite von Elektroautos im Winter berichtet wird.

Lisa (die Blog-Autorin) überschreibt die Aufbereitung der Autobild-Testwerte mit „Schock“ – doch ist das wirklich ein Schock? Ich habe die Autobild von heute (Freitag 3. Januar 2014) noch nicht, werde aber natürlich dort nachlesen, welche wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse die Autobild-Tester herausgefunden haben. Lisa hat die Tabelle der Ergebnisse in ihrem Blog veröffentlicht:

20140102-164349

Einen Schock erkenne ich nicht. Nur einfache Chemie.  Und Physik. Und kalte Füße.  Zum einen die Chemie:

Da bei Kälte die chemischen Prozesse (auch die Zersetzung des Akkumulators bei der Alterung) langsamer ablaufen und die Viskosität der in Li-Zellen verwendeten Elektrolyte stark zunimmt, erhöht sich auch beim Lithium-Ionen-Akku bei Kälte der Innenwiderstand, womit die abgebbare Leistung sinkt. Quelle: Wikipedia

Dazu kommt die Physik: Im Winter sind die Fahrwiderstände höher. Kalte Stoßdämpfer, Winterreifen mit mehr Rollwiderstand usw.

Noch viel wichtiger aber: Die kalten Füße. 

Viele Elektroautos haben eine Heizung die ganz simpel darauf aufbaut, dass die Wärme von einem elektrisch betriebenen Heizöfchen kommt. Dazu läuft die Lüftung stärker und eventuell wurde auch die möglicherweise vorhandene Sitzheizung genutzt. Wenn Strom für die Heizung verbraucht wird, dann sinkt die Reichweite des E-Autos. Simpel. Und überhaupt kein Schock.

Aber – die größte Überraschung aus der oben eingefügten Tabelle ist ein ganz anderer Umstand: 

Der BMW i3 mit seinem 21.6 kWh Akku kommt genau 100 Meter weiter als der Mitsubishi i-MiEV mit seinem 16 kWh-Akku. Der eine (Mitsubishi i-MiEV) ist vier Jahre alt. Der andere ein Ultra-Hightech-Premium-E-Auto aus München. Das nenne ich eine echte Aussage in diesem Test!

Allerdings – und das haben in meiner Facebook-Timeline schon die ersten korrekt eingeworfen – ohne die genauen Test-Umstände und Kriterien zu kennen, sagt die Tabelle noch nicht genug aus. Erst einmal bestätigt sie nur: Ja, ein Elektroauto hat im Winter weniger Reichweite als im Sommer (Keine Überraschung!) und der größte E-Auto-Versager kommt aus München.

BMW i3 – nur vier Sterne im Crashtest!

Der BMW i3 ist eine herbe Enttäuschung im Euro NCAP Crashtest. Mit nur vier von fünf Sternen ist der neue Elektro-BMW nicht auf der Höhe der Zeit. Zum Vergleich, der Nissan Leaf – ebenfalls ein City-Elektromobil -kam im letzten Jahr auf 5 Sterne.

Im Fußgängerschutz erhält das E-Auto aber nur 21 von 36 möglichen Punkten. Zu aggressiv gestaltet sind Vorderkante und seitliche Bereiche der Motorhaube sowie die Pfosten der Windschutzscheibe. Dies ist ein Manko, gerade weil der Elektro-BMW als modernes Auto für Metropolen konzipiert wurde. Somit sollte der Fußgängerschutz einen besonderen Stellenwert haben.

Zitat ADAC Presse-Meldung

Dafür das der BMW i3 eine lange Entwicklungszeit hinter sich hat, das erste rein für den Elektrobetrieb konzipierte Stadtmobil sein soll und zudem aus hochmodernen Kevlar-Verbundwerkstoffe gefertigt wird, ist dieses Ergebnis einfach nur eine Enttäuschung.

 Bildquelle: Euro-NCAP