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Infiniti verlässt Europa – Konkurrenz zu stark

Knapp ein Jahrzehnt hat Infiniti in Europa versucht, den Fuß in die Tür zum Luxusautomarkt zu bekommen. Nun geben die Japaner auf.

Die japanische Premiummarke Infiniti zieht sich Anfang 2020 aus Westeuropa zurück. Der edle Nissan-Ableger will sich stattdessen nach eigenen Angaben auf Nordamerika und China konzentrieren. Auch in Osteuropa und im Nahe Osten sollen die Fahrzeuge der Marke weiterhin verkauft werden.

Infiniti wurde 1989 gegründet und verkaufte seine Modelle zunächst in den USA und Kanada. Dort traten Ende der 80er mit dem Toyota-Ableger Lexus und Acura von Honda zwei weitere japanische Marken an, den schwächelnden US-Premiummarken Marktanteile abzujagen. Von Herbst 2008 an erfolgte die Einführung in Europa, wo man es mit den Premium-Platzhirschen Audi, BMW, Mercedes, Jaguar und Co. aufnehmen wollte, die hierzulande jedoch deutlich stärker sind als in den USA. Für mehr als eine Nischenrolle reichte es bei Infiniti nicht: In Deutschland wurden im Gesamtjahr 2018 gerade einmal 762 Neuwagen verkauft.

Erfolgreichstes Modell hierzulande war im vergangenen Jahr das Kompaktmodell Q30, das auf der Mercedes A-Klasse basiert. Gemeinsam mit dem Mercedes-GLA-Derivat QX30 wird er zurzeit im britischen Sunderland für den Weltmarkt gebaut – eine Fortsetzung der Produktion über 2019 hinaus wird es nicht geben. Das übrige Modellangebot deckt die klassischen Business- und Luxussegmente ab, ein besonderer Schwerpunkt liegt auf SUVs. Bekanntheit erlangte die Marke in Deutschland darüber hinaus durch ihr Formel-1-Engagement bei Sebastian Vettels Red-Bull-Team.

Für die Infiniti-Halter in Europa soll der Kundenservice aufrechterhalten werden. Ein Übergangsplan werde überarbeitet, teilt das Unternehmen mit. Weitere Informationen geben die Händler der Marke.

Erste Fahrt: Infiniti Q50S Hybrid

Infiniti Q50S Hybrid Fahrbericht

Straßenkreuzer mit F1-Boost

Der seit 2008 auf dem europäischen Markt agierende japanische Luxus Automobilhersteller Infiniti stellt mit dem Modelljahr 2018 seinen Mittelklassewagen Q50 nicht nur äußerlich als Facelift vor. Gerade unter der Haube präsentiert der Q50 mit der „S“-Version ein neues 3,5 Liter Hybrid Aggregat, das zwar ökonomisch mit kleinen Zahlen daher kommt, aber vor allen Dingen eines tun soll : Spaß machen. Gerade weil der Markt im D-Segment sehr stark umkämpft ist, will Infiniti ein Zeichen der Aufmerksamkeit mal anders setzen. Der Infiniti Q50 Modelljahr 2018 steht ab sofort mit insgesamt 4 Motorisierungen und vier Ausstattungsvarianten beim Infiniti Händler zur Kundenschau parat. Dort zeigt er sich mit einem Einstiegspreis von 38.900 Euro.

Ganz im F1-Fieber

Gleich nach unserer Ankunft in Porto konnten wir uns auf den ersten Testkilometern von der Performance des neuen Q50S Hybrid AWD überzeugen. Enge kurvige Straßen sowie Autobahnstrecken nimmt der Mittelklasse Infiniti, der im japanischen Tochigi produziert werden soll, sehr leicht und souverän. Spurtreu spurtet der Hybrid von Kurve zu Kurve und lässt uns dabei ganz vergessen, dass wir nicht in einem F1-Boliden sitzen. Denn dies wollen uns die japanischen Ingenieure in Zusammenarbeit mit Renault Sport Formula One näher bringen. Nicht wie üblich dient die Hybrid Technologie als Spritsparunterstützer, sondern wie beim DRS-Fenster während der Renntage als Boost für den bereits starken 3.5 Liter V6 Benziner. Wahlweise ist der angehende Bolide mit seinen 364 Pferdestärken Gesamtleistung mit einem permanenten Allradsystem erhältlich. Dass die Verbrauchswerte konträr zu seiner sportlichen Performance stehen, zeigt uns das Datenblatt vom Hersteller. Dort steht eingetragen der kombinierte Wert von 6,8 Liter. Ob wir diese Zahlen auch erreichen können, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt testen.

Der Infiniti Q50S mit Genen aus der Formel 1.

Formschöne Kurven

Das angekündigte Facelift in der Außendarstellung des Q50 bezieht sich im großen und ganzen auf drei markante Punkte, die auch für den Nicht-Infiniti Kenner deutlich zu erkennen sind. Während die zentrale Front des Q50 mit einem doppelt geschwungenen Bogen am Kühlergrill aufwartet, kommen die Scheinwerfer mit den deutlichen Zügen eines menschlichen Auges daher. Abschließend finden wir die C-Säule des Fahrzeuges als Darstellung eines Halbmondes. Die von uns getestete Hybridversion steht auf 19-Zoll-Aluminium Rädern sehr breit und selbstbewusst auf der Straße und besticht von der Seite mit kurzen Überhängen. Die Außendynamik übernimmt der Q50 im Interieur gleichermaßen. Materialien und Verarbeitung wirken standesgemäß hochwertig. Sein Cockpit präsentiert sich nicht verspielt und versorgt uns mit allen notwendigen Informationen. Bei voller Bestuhlung  – das Umklappen der Rücksitzlehnen ist nicht vorgesehen – lädt der Q50S bis zu 400 Liter zu. Dies entspricht nicht viel mehr Volumen als für zwei Bordtrolleys, was gerechtfertigt wird durch den dort benötigten Platz für die Batterien.

Geschwungene Formen prägen den Q50S.

 

Interieur stimmig zum Außenkleid.

Wird auch mit konventionellen Motoren geliefert

Außer dem bereits beschriebenen Hybridsystem bietet Infiniti zwei weitere Benzinaggregate und einen Dieselmotor im Q50 zum Kauf an. Beide Benziner stammen aus eigener Entwicklung und werden ausschließlich mit einem Sieben-Stufen-Automatikgetriebe angeboten. Der vom Kooperationspartner Daimler gelieferte Diesel wird sowohl mit dem Sieben-Stufen-Automatikgetriebe als auch mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe kombiniert. In allen Fällen der Motorisierungen baut Infiniti auf eine Turbo geladene Version. Der 2.0 Liter Benziner leistet 155 kW (211 PS) und bringt starke 350 Newtonmeter auf die Straße. Beim kombinierten Spritverbrauch von 6,5 Liter pro 100 Kilometer ergeben sich 151 Gramm CO2. Die Listenwerte von 9,1 Liter pro 100 Kilometer und 206 Gramm CO2 sind beim stärkeren 3.0 Liter V6 Benziner notiert. Der 2.2 Liter Diesel mit seiner Leistungsstufe 125 kW (170 PS) bringt ordentliche 400 Newton auf den Asphalt. Beim kombinierten Verbrauch von 5,2 Litern pro 100 Kilometer ergibt sich ein Ausstoß von 123 Gramm Emissionen.

Hybrid mit satten 364 Pferdestärken.

Beim Startpreis von 38.900 Euro liegt der Q50 zwar im oberen Drittel unserer persönlichen Wertungsliste, aber der japanische Automobilhersteller besticht mit besten Materialen und Verarbeitung.

Fazit: Bei der Bereitstellung des Mittelklasse Hybrid ist dem Luxusableger des Automobilherstellers Nissan ein guter Wurf gelungen. Dabei gelingt die Kombination aus Spritersparnis und Fahrspaß.

Q50S als Top Alternative im Mittelklasse Segment.

Mit dem Infiniti Q50S Hybrid durch die Lande zu ziehen macht Spaß und bringt ein tolles Fahrgefühl. Zudem spart er auch noch Sprit, was will man mehr ?

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Hersteller

Das Leben ist schön – Infiniti Q60

Es gibt Autos, die kauft man nur aus einem Grund: Weil man sie schön findet. Die Premium-Marke von Nissan, Infiniti, hat genau so ein Fahrzeug im Programm. Ein zweitüriges Coupé, elegant, sportlich, dynamisch im Design, einfach schön. Mit allen Nachteilen eines Zweitürers - aber hey, wir leben nur einmal. Warum also nicht einfach ein schönes Leben leben Auto fahren?

Fahrberich…

Test: Infiniti Q50

Die 1989 gegründete Luxusmarke des japanischen Autobauers Nissan Motor Co., Ltd. sollte zunächst in den Vereinigten Staaten und Kanada für ein Imagebewusstsein der Marke stehen. Nach getaner Arbeit weitete Nissan das Engagement ab 2008 unter anderem auf Europa aus. Mittlerweile drängt INFINITI mit seinen Modellen Q30, Q50, Q60 und Q70 sowie den analog dazu passenden QX Modellen sehr stark au…

Erste Fahrt: Das neue Infiniti Q60 Coupé

Mit dem Infiniti Q60 in der zweiten Generation führt der japanische Luxusmarkenhersteller aus dem Hause Nissan eine kleine, wenn auch feine Tradition der Coupés seit 2002 fort. Damals schickte Infiniti den G35 bzw. G37 ins Rennen, um Marktanteile in der Mittelklasse  weltweit zu gewinnen. Anfang 2014 rollte dann die erste Generation des Q60 Coupé auf Basis des Q50 auf den Markt. Nur drei Jahre später präsentiert Infiniti nun die zweite Generation des Q60, der gleichermaßen seinen Ursprung im Q50 Mittelklasse Wagen findet. Mit den Modellen Q30, Q50, Q60 Coupé und Q70 sieht Infiniti sein Portfolio nahezu gedeckt. Der Q60 soll hierbei eine kleine Lücke zwischen Q50 und Q70 schließen. Seine Motorisierung, bestehend aus zwei Benzinern mit 2.0 Liter und 3.0 Liter Hubraum, sind bereits in den vorhandenen Modellen im Einsatz. Das Basispaket des Q60 bietet Infiniti ab sofort seinen Kunden zum Kauf an. Bestellbar ist das Mittelklasse Coupé zu einem Einstiegspreis von € 44.500. Read more

Test: Infiniti Q30

Um die Spreu vom Weizen zu trennen, gründete der japanische Autobauer Nissan 1989 seine „Luxusmarke“ INFINITI. Ab 2008 dann der Verkaufsstart in Europa. Anfänglich wirkten die Versuche Fahrzeuge zu vermarkten eher abwartend. "Erstmal nur anwesend sein“. Mit der Q-Serie allerdings möchte man das Blatt drehen. Zunächst in der Oberklasse mit den Modellen Q50, Q60 und Q70 präsent, runden die Japaner ihr Portfolio, vertrete…

Infiniti Q60 3.0t AWD – Der erste Test

Bevor wir alle in autonom fahrenden Ü-Eiern unterwegs sind, lässt sich der Q60 noch einmal als die pure, die lustvolle Alternative erfahren. Ein Coupé fährt man nicht, weil man muss - sondern weil man es will.

Erste Fahrt und erster Test:

Infiniti Q60 - Weil man es will

Dass man sich bei der Marke Infiniti bei einem Premium-Brand befindet, merkt ma…

Test und Fahrbericht: Infiniti Q30 1.5d (+ 2.0T AWD)

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Premium in zackig

Infiniti Q30 - "Der andere Premium-Kompakte"

Test des 1.5 Liter Diesel und des 2.0 Liter Benziner

Premium-Kompakter. Hört sich gut an. Auf der einen Seite so bescheiden, der Kompakte, auf der anderen Seite so wertig…

Erste Fahrt: Infiniti QX30 – Japanischer Crossover mit Sternennote

Mit Infiniti gründete der japanische Automobilhersteller Nissan 1989 seine Luxusmarke, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Damals ursprünglich für Absätze auf dem nordamerikanischen Kontinent geplant, startete Infiniti 2008 mit einer überschaubaren Stückzahl letztendlich in Europa. Anfänglich wirkten die Versuche, Fahrzeuge zu vermarkten, eher abwartend. „Erstmal nur präsent sein“. Mit der Q-Serie allerdings, unterstützt durch den Partner Mercedes-Benz, möchte man das Blatt drehen. Mit den Modellen Q50, Q60 und Q70 schickt Infiniti zunächst die eigene Oberklasse auf den Markt. Der Q30 soll das Portfolio nach „unten“ in die Kompaktklasse abrunden. Seit Januar 2016 geht der auf der Mercedes Benz A-Klasse basierende Japaner auf Europatour und mit dem Q30 Sport sowie dem Crossover QX30 ist das Paket nun komplett. Die Ambitionen der japanischen Luxusingenieure sind selbstbewußt und mutig, wollen sie doch mit nur einer Motorisierung und einem Getriebe aufwarten. Das Gesamtpaket bietet Infiniti ab sofort seinen Kunden zum Kauf an. Bestellbar ist der Klein-SUV zu einem Basispreis von € 38.600.

Der neue Infiniti QX30 im ersten Fahrbericht

Q30 Familie, ready for Europa

Nissan definiert mit seiner Luxusmarke Infiniti eine neue Premium Kundschaft, die es zu binden gilt. So die Aufgabenstellung an den europäischen Vertrieb. Bislang werden diese erst in 7 fertiggestellten Infiniti-Zentren Deutschland weit bedient. Aus diesem Grund möchte der in der Schweiz ansässige Mutterkonzern bis April 2018 drastische Änderungen durchführen. Es sollen bis dorthin insgesamt 25 Zentren im Bundesgebiet installiert sein. Auffallen soll der QX30 mit einem dynamisch progressiven Design. Unübersehbar wirkt dabei der Doppelbogengrill, der den Crossover mit seiner Frontansicht massiv und breit auf der Straße stehen lässt. Die markant geschwungene Sicke, die den Frontbau und das Heck verbindet, verpassen dem QX30 zudem eine gefühlte Coupéansicht. Dennoch liegen gegenüber dem Q30 30 mm und dem Q30 Sport sogar 45 mm Bodenfreiheit Differenz. Dabei bleibt sein Gesamterscheinungsbild sportlich und kraftvoll. Um einen ersten Eindruck seiner Gesamtperformance zu bekommen, lud Infiniti ins Umland von Bonn ein. Dort hat mein-auto-blog Redakteur Stefan Beckmann den neuen QX30 zum ersten Mal auf Herz und Nieren getestet.

Lifestyle Crossover
Lifestyle Crossover – Infiniti QX30.

Elegantes Interieur

Der Innenraum des QX30 Premium Tech ist mit hochwertigem Nappaleder bestückt und mit schwarzen Nähten filigran verarbeitet. Die komplexen Informationen des Fahrzeugs, wie die der Fahrerassistenzsysteme bzw. des Bordcomputers, zeigt das Cockpit übersichtlich und unkompliziert an. Eye-Catcher ist das serienmäßige Navigationssystem, das im Optionspaket „Technik“ eine Rückfahrkamera mit „Around-View“-Ansicht abbildet. Die komfortablen Ledersitze nehmen Fahrer und Beifahrer gut auf und geben beim sportlichen Fahren den nötigen Halt. Für ausreichend Beinfreiheit ist sowohl auf den Vordersitzen als auch im Fond gesorgt. Die gute Rundumsicht beim Fahren gewährleistet die erhöhte Sitzposition des Crossovers.  Bei voller Bestuhlung fasst das Kofferraumvolumen stattliche 430 Liter. Für den Einkauf im Möbel- oder Baumarkt sind die 1.223 Liter bei umgeklappten Rücksitzen völlig ausreichend.

Mit einem Motor an den Start

Beobachtungen und Analysen des Marktes ergaben für die Verantwortlichen von Infiniti nur eine Schlussfolgerung. Zum Verkaufsstart stellt der Automobilhersteller aus dem schweizerischen Rolle bislang nur eine Motorisierung für den QX30 zur Verfügung. Den Antrieb bestreitet ein 2.2 Liter Vierzylinder Turbodiesel. Die Leistung beträgt 125 kW (170 PS), das maximale Drehmoment 350 Newtonmeter bei 1.400 – 3.400 Umdrehungen in der Minute. Das ergibt eine CO2-Emission von 128 Gramm. Diese Leistungsdaten beschleunigen den japanischen Crossover in 8,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Kombiniert wird der Euro-6 Motor mit einem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe und einem adaptiven Allradantrieb, der im Bedarfsfall die Kraft zu 50 % zwischen Vorderachse und Hinterachse verteilt.

Effizienz mit viel Drehmoment

Das Doppelkupplungsgetriebe macht sich bei unserer ersten Fahrt positiv bemerkbar. Direkt ansprechend, sportlich und agil führt es uns quer durch die Gegend um Bonn. Die ausgesuchten Strecken auf der kurzen Fahrpräsentation von Infiniti meistert der QX30 mit einer souveränen Leichtigkeit in Verbindung mit der elektronisch gesteuerten Servolenkung. Trotz des erhöhten Schwerpunkts lässt sich der Crossover zügig über die Landstraßen bewegen und vermittelt eine ebenso erhöhte Fahrfreude. Der Drehmoment starke, zuweilen ein wenig knurrige Motor trägt ebenso zum Fahrspaß bei und besitzt mit seinen 350 Newtonmetern immer ausreichend Kraft. Da wir gleichermaßen im Stadtverkehr von Bonn unterwegs waren, lässt sich der nach NEFZ ermittelte Verbrauchswert von 4,9 Liter an diesem Tag leider nicht bestätigen.

Auch der schöne Rücken kann entzücken
Auch der schöne Rücken kann entzücken.

Preise, kurz und knackig

Den Einstieg findet der „Mini-SUV“ aus dem Hause Infiniti in der Basisversion, dem QX30  „Premium“, bei einem Listenpreis von € 38.600. Im Serienpaket enthalten, liefern die Japaner das Intelligente Allrad System (AWD – All Wheel Drive), ein Stopp-Start-System, Eco Modus-Schalter, Geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, Spurverlassenswarner (LDW – Lane Departure Warning), Auffahrwarnsystem mit Stopp-Funktion, Berganfahrhilfe, Sieben-Zoll-Navigationssystem und 18-Zoll-Leichtmetallbereifung. Der Aufpreis zur einzigen Ausstattungsoption „Premium Tech“ von 4.570 Euro beinhaltet unter anderem die Nappalederausstattung, eine Rückfahrkamera, Keyless-Entry-System, LED-Scheinwerfer mit automatischer Niveauregulierung, adaptives Kurvenlicht (AFS – Adaptive Front-lighting System) und das Smart Beam-System, was das automatische Umschalten von Fern- und Abblendlicht steuert. Weitere Optionspakete, wie das „Technikpaket“ (€ 1.170 – Automatischer Parkassistent mit Rundumsicht-Monitor und Bewegtobjekterkennung) und das „Sicherheitspaket“ (€ 2.050 – Toter-Winkel-Assistent und adaptive Geschwindigkeitsregelanlage) runden den QX30 ab.

Eleganter Crossover mit Lifestyle Charakter
Eleganter Crossover mit Lifestyle Charakter.

Infiniti bietet mit dem Crossover Individualisierung pur, nun auch in der Kompaktklasse. Dabei steht nicht nur das Fahrzeug selbst für das Prädikat „Premium“.

Text und Bild: Stefan Beckmann

Titelbild: Matthias Luft und Anja Hager – Vielen Dank

Was macht eigentlich Infiniti? Interview mit Francois Goupil de Bouillé

Infiniti ist auf anderen Märkten eine echte Größe. Nur in Europa und speziell in Deutschland spielt der Premium-Ableger von Nissan nur eine untergeordnete Rolle. In Europa findet man sich mit 0.4% Marktanteil unter „ferner liefen“ wieder. Die Problemstellen sind klar: Mangelnde Flächenabdeckung durch Händler und in den vergangenen Jahren auch eine unstete Führungspolitik. Ob Fintan Knight oder Christian Blank, die Direktoren der Marke für Europa hielten sich oftmals nicht lange genug – um die gegebenen Interviews noch in der gleichen Position zu lesen. Hinzu kommt ein Portfolio an Fahrzeugen, dessen Akzeptanz auf Märkten wie den USA oder Fernost ausgeprägt ist, nicht aber in Europa! Baustellen über Baustellen. Das will François Goupil de Bouillé, seines Zeichen Vice President Infiniti EMEA-Region, nun ändern. Oder bereits zum Teil geändert haben.

Neue Modelle, mehr Händler und eine Zeitenwende

Interview mit François Goupil de Bouillé

Eine der Stärken von Infiniti ist die Kooperation mit Mercedes-Benz. Ein erstes Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der Renault-Nissan Allianz und dem Deutschen Premium-Hersteller Mercedes-Benz ist der Infiniti Q30. Ein Kompaktmodell mit Wurzeln in Stuttgart und Paris, dennoch eigenständig und entwickelt für den Premium-Markt in Europa. Neben dem Q30 der bereits jetzt ein Großteil der Infiniti-Verkäufe ausmacht, steht noch die Kompakte Crossover-Variante QX30 in den Startlöchern. Gemeinsam mit der etablierten Limousine Q50, dessen Turbo-Benziner und Dieseltriebwerke, sowie das Automatikgetriebe, ebenfalls aus Mercedes-Entwicklung stammt, warten weitere spannende Fahrzeuge auf den Premium-Kunden. Das Q60-Coupé wartet nur noch auf die Markteinführung und wird ein sportlich-eleganter Gegner für den 4er von BMW sein und mit einem SUV-Concept (QX Sport) hat man im April in Peking einen Ausblick auf die nahe SUV-Zukunft bei Infiniti gegeben.

Test Fahrbericht025 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Q30 und QX30 läuten bei Infiniti die Zeitenwende ein.

mein-auto-blog hat den Vice President für die EMEA-Region von Infiniti, François Goupil de Bouillé, in Frankfurt getroffen und über die Zukunft von Infiniti in Europa im allgemeinen und Deutschland im speziellen, gesprochen.

m-a-b: Was unterscheidet einen Infiniti Q30 von einer A-Klasse, mit der er sich so viele Komponenten teilt? 

François Goupil de Bouillé: Als erstes Mal ist es gut zu wissen, dass wir innerhalb der Renault-Nissan Allianz eine starke Basis für moderne Entwicklungen haben. Die Zusammenarbeit mit Herstellern wie Mercedes-Benz erlaubt unseren Entwicklern die Umsetzung von fantastischen Modellen. Ein Q30 lebt vor allem von seinem emotionalen Design und der besonderen Atmosphäre im Innenraum. Aber natürlich ist gerade die Kooperation mit Mercedes-Benz ein spannendes Instrument um den Kunden zu erklären, auf welchem Level sich eine Marke wie Infiniti befindet, aber dennoch möchten wir ein Automobil anbieten, für Menschen die sich vom Mainstream differenzieren wollen.

Mit dem Q30 scheint uns das auch sehr gut zu gelingen. Über 4.000 verkaufte Einheiten im ersten Quartal in Europa. 500 Q30 wurden in Deutschland verkauft. Der März war für Infiniti ein Rekordmonat.

m-a-b: Das größte Problem scheint jedoch die mangelhafte Flächenabdeckung an Händlern zu sein. Fährt man einen Q30 oder Q50 wird man oftmals auf das Fahrzeug angesprochen, doch die Menschen können mit dem Begriff Infiniti noch immer nichts anfangen. Und es gibt zu wenige Händler. 

François Goupil de Bouillé: Wir verfolgen einen eindeutigen Plan und der bedeutet auch, es wird keine Gemischwaren-Verkaufsräume geben. Es gibt eine Vielzahl an Anfragen von etablierten Autohäusern, die sich dafür interessieren, einen Infiniti-Store zu eröffnen. Mit dem Q30 sehen wir nun aber auch eine neue Zeitrechnung für uns. Der Q30 ermöglicht uns einen völlig neuen Zugang, gerade zum Deutschen Markt. Aktuell haben wir 9 Infiniti-Center in Deutschland, wir sehen ein Wachstum auf 20-30 in der nahen Zukunft (binnen 12-19 Monate) als umsetzbar an. Wobei es uns besonders wichtig ist, eine durchgehende Service- und Premium-Dienstleistung zu bieten. Infiniti steht noch immer für eine besondere Exclusivität, bei allen Wünschen nach Wachstum, müssen wir uns diese Exclusivität bewahren. Es wird daher keine gemischten Marken-Erlebnisse geben. Ein Infiniti-Verkaufsraum ist ein Infiniti-Verkaufsraum und auch bei Service & Wartung legen wir viel Wert auf das Infiniti-Erlebnis. In den nächsten 2 bis 4 Wochen soll sich die Anzahl der Service-Werkstätten auf 20 erhöht haben. Die Verträge hierfür sind unterzeichnet. Das Ziel sind rund 20 Händler und 30 Service-Center in der nahen, sehr nahen, Zukunft.

Wir differenzieren zwischen „Stores“ und „Service-Center“ und verfolgen auch einen Plan von so genannten Pop-Up-Stores. Infiniti-Verkaufsräume die in urbanen Gegenden öffnen und den besonderen Infiniti-Stil gekonnt umsetzen.

m-a-b: Manch ein „Herausforderer“ für Deutsche Premiumfahrzeuge will eigentlich nur auf dem Deutschen Markt vertreten sein. Wenn der Erfolg ausbleibt, bleibt er aus und manch dieser „Herausforderer“ akzeptieren dies. Ist das auch die Premium-Strategie von Infiniti?

François Goupil de Bouillé: Niemand hat auf Infiniti gewartet. Der Premium-Markt wird geradezu überrannt. Jeder will jetzt „Premium“ sein. Die Deutschen sind es, die Engländer und Franzosen wollen es sein. Wir sind die Herausforderer, wir müssen unser ganz eigenes Kapitel schreiben.

m-a-b: Ein ganz eigenes Kapitel war auch die Werbung mit der F1-Ikone Sebastian Vettel. Als er noch bei RedBull war, fuhr er dort ein Infiniti-Triebwerk. Was ist ihre Marketing-Strategie in diesem Bereich für die Zukunft? 

François Goupil de Bouillé: In der Formel 1 sind wir auch weiterhin der Hybrid-Experte. Wir bringen die Erfahrungswerte zum Thema Hybrid und entwickeln für die Renault-Triebwerke die Hybrid-Komponenten. Unser Q50 Hybrid ist unter den Hybrid-Fahrzeugen am Markt auch weiterhin der Hybrid mit der stärksten Performance. Wir fokussieren uns hier auf die Technik.  Um diesen Fokus zu kommunizieren und die eigene Wettbewerbsposition zu stärken, haben wir die Engineer Academy ins Leben gerufen. Es ist wie eine „Rennfahrer-Schule“, nur für Hochqualifizierte Techniker und Ingenieure.

Studenten aus Europa und Russland wird die Möglichkeit einer beispiellosen Karriere innerhalb der Formel Eins und im Bereich der Fahrzeugtechnik durch das F1-Werksteam und dem Premium-Automobilhersteller Infiniti geboten.

Über François Goupil de Bouillé:

Der gebürtige Franzose ist seit über 25 Jahren in der Automobilbranche tätig und seit 2014 Infiniti Vice President für Europa, den nahen Osten und Africa.

Vielen Dank François Goupil de Bouillé für das Gespräch

 

 

 

NAIAS 2016: Weltpremiere für das Infiniti Q60 Coupé

Zuletzt hatte Infiniti mit Mercedes-Unterstützung an einer eigenen Kompaktwagen-Familie gewerkelt. Die Edelmarke von Nissan kann es aber auch allein, wie sie auf der Messe in Detroit zeigt.

Ein neues Mittelklasse-Coupé hat Infiniti jetzt auf der Auto Show in Detroit (11. bis 24. Januar) vorgestellt. Der zweitürige Q60 basiert auf der Limousine Q50 und erhält auch deren Einstiegsbenziner, einen Vierzylinder-Turbo mit 155 kW/211 PS, der seine Kraft an die Hinterräder leitet. Darüber rangiert ein neu entwickelter Dreiliter-V6, der es dank Turboaufladung auf 298 kW/405 PS bringt und serienmäßig an einen Allradantrieb gekoppelt ist. Angaben zu Fahrleistungen sowie zu Preisen gibt es noch nicht. Die Markteinführung in Deutschland dürfte Ende 2016 erfolgen. Zu den Wettbewerbern zählen Audi A5, BMW 4er und das Mercedes C-Klasse Coupé.

Der Q60 ist Nachfolger des Infiniti G 37 Coupé, den die Nissan-Tochter zwischen 2007 und 2013 im Programm hatte. Damals sorgte der 3,7-Liter-V6-Sauger aus dem Sportwagen Nissan 370Z für Vortrieb. Mit dem neuen, voraussichtlich auch sparsameren Modell will Infiniti sein Wachstum fortsetzen. Helfen soll dabei auch eine Kooperation mit Mercedes, aus dem zuletzt die A-Klasse-Ableger Infiniti Q30 und Infiniti QX30 hervorgegangen sind. 2015 verkaufte die Marke weltweit 215.000 Autos, 16 Prozent mehr als im Vorjahr.

So fährt sich der Infiniti Q30 2.2 Diesel mit 170 PS

Stattliche 41.390 Euro kostet dieser Testwagen. Motorisiert mit dem „großen Diesel“ dazu das optionale Premium Tech Paket und die Ausstattungslinie „Gallery White“ gewählt, sowie den knapp 2.000 Euro teuren Allradantrieb geordert. Und selbst geschaltet wird dann auch nicht mehr.

Verwöhnt wird man dann jedoch mit Traktion auf allen Wegen, sowie viel Luxus aus weichem weißem Leder mit roten Nähten im Innenraum. Doch aufgepasst, derartig viel Ausstattung treibt das Gewicht des Q30 auf stattliche 1.622 kg. Da freut sich der Fahrer über 350 Nm aus 2,2 Liter Hubraum. Kaum hörbar nagelnd stehen die schon kurz über der Leerlaufdrehzahl zur Verfügung. Das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe gibt die Kraft geschmeidig in Richtung Asphalt weiter.  Und die Traktionsstarken 235/50er Pneus auf 18-Zoll-Alufelgen garantieren, dass der Q30 nach 8,5 Sekunden Landstraßentempo erreicht. Der Selbstzünder ist ein sehr angenehmer und durchaus sparsamer Begleiter (Infiniti verspricht kombiniert einen Verbrauch von 4,9 Liter) und passt hervorragend zum “Active Compact“ Konzept von Infiniti, das wir interpretieren als: „Hier sitzt Du ein wenig höher, fährst ein wenig entspannter, aber schaust trotzdem coupéartig dynamisch aus“.

Der Fahrzeugschein für den Infiniti Q30 2.2D

Verkaufsstart:  Ende 2015
Basispreis:  Ab 24.200 – 43.700 €
Motorleistung:  170 PS / 350 Nm
Antrieb und Getriebe:  Allradantrieb, 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung: 8.5 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  4.9l/100km
Höchstgeschwindigkeit:  215 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.425, 1.805, 1.495, 2.700 mm

Erfahren Sie mehr zum neuen Infiniti Q30 nach dem „klick“.

So fährt sich der Infiniti Q30 2.0 Turbo mit 211 PS

Aufgeladene 2,0l Benzinmotoren, das sind heutzutage so etwas, wie die Brot-und-Butter Antriebe vom Kleinwagen bis hin zu der oberen Mittelklasse. Das Schlagwort „Turbo“ ist dabei schon lange nicht mehr ein Inbegriff für Sportlichkeit, sondern der Garant für viel Drehmoment und wenig Verbrauch. Es ist aber auch nicht mehr dem Zwang zum Nebensatz: „Turbo läuft, Turbo säuft“.

Auch im neuen Q30 2.0T steckt so ein Antrieb. Unscheinbar verrichtet der von Mercedes-Benz übernommene 211 PS Motor im „Active Compact“ seinen Dienst. Hier bläst kein Wastegate spektakulär überschüssigen Ladedruck ab, hier nölt nur etwas belanglos der Vierzylinder seine Abgase zu den zwei Endrohren hinaus. Trotzdem fühlt sich dieser Antrieb genau richtig an.

Unaufgeregt liefert er seine Leistung ab und macht den Q30 bei Bedarf zu einem Landstraßen-Sprinter, um auf kurzen Geraden langsamere Verkehrsteilnehmer zu schnupfen. Da kommt Freude auf, auch wenn die versprochenen 6,7l Verbrauch dann nicht mehr realistisch sind.

Der Fahrzeugschein für den Infiniti Q30 2.0T

Verkaufsstart:  Ende 2015
Basispreis:  Ab 24.200 – 43.700 €
Motorleistung:  211 PS / 350 Nm
Antrieb und Getriebe:  Allradantrieb, 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung:  7.3 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  6.7 l/100km
Höchstgeschwindigkeit:  230 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.425, 1.805, 1.475, 2.700 mm

Erfahren Sie mehr zum neuen Infiniti Q30 nach dem „klick“.

Yoidesu! Erste Fahrt im neuen Infiniti Q30

Stellen sie sich vor, sie wären Automobilhersteller. Erweitern sie diese Vorstellung um die Tatsache, dass sie ein relativ junges Unternehmen sind, erst 1989 gegründet und dass sie 2015 immerhin etwas mehr als 200.000 Einheiten weltweit verkaufen werden. Seit Anbeginn ist Nordamerika ihr wichtigster Markt und seit ein paar Jahren klappt auch der Verkauf in China immer besser. Kein Wunder, schließlich setzen sie voll und ganz auf Premium. Nur in Europa, da kennt man sie eigentlich gar nicht. Schade, wenn man bedenkt, dass gerade dort der Absatz von Premium Produkten speziell im C-Segment über die nächsten Jahre deutlich wachsen soll. Noch viel ärgerlicher: Sie haben nicht einmal eine Plattform, auf der sie ein solches Fahrzeug entwickeln könnten. Da hilft es ihnen als Luxus-Ableger einer großen japanischen Marke nicht einmal, dass sich ihre Konzernmutter um die Jahrtausendwende mit einem ebenfalls großen französischen Hersteller zu einem richtig großen Konzern verbandelte. Es fehlt einfach eine vernünftige Premium-Plattform. „Ja, aber“ fällt ihnen da ein „da war doch was“. Richtig, die Allianz mit dem Premium-Hersteller Mercedes-Benz. Denn sie heißen Infiniti, sind Tochter von RenaultNissan und wollen mit ihrem neuen Fahrzeug auf der modularen Frontantriebsarchitektur (MFA) von Mercedes endlich auch in Europa durchstarten. Und autohub.de sagt ihnen, ob das mit dem Q30 genannten Kompaktfahrzeug klappen könnte.

Der Japaner mit dem schwäbischen Dialekt – Ein ganz neuer Stil in der Premium-Golfklasse?

Der neue Infiniti Q30 im ersten Fahrbericht

Zugegeben, wir wissen, unsere Herleitung zur Marke Infiniti war nicht einfach, doch sie ist wichtig, um zu verstehen, wo die japanische Edelmarke heute steht und wohin sie möchte. Klar, wie jeder Hersteller will auch Infiniti mit dem Verkauf von Autos Geld verdienen. In Deutschland gelingt das Infiniti mit derzeit rund 1.000 veräußerten Einheiten pro Jahr definitiv nicht. Mit dem ab Januar 2016 erhältlichen Q30 könnte sich das jedoch schlagartig ändern. „Schuld“ daran ist vor allen Dingen ein Gen-Pool aus dem Schwabenland. Infiniti macht keinen Hehl daraus, dass der Q30 auf der Mercedes-Benz Frontantriebsplattform basiert, auf der auch A-Klasse und GLA erfolgreich im Segment der unteren Mittelklasse am Start sind. Und genau zwischen A und GLA positionieren die Japaner ihr jüngstes Produkt auch, wobei Bodenfreiheit, Sitzhöhe und Bauhöhe sich mehr am Daimler Crossover orientieren. Dies verdient durchaus eine Erwähnung, denn 2016 wird auch noch ein QX30 nachgeschoben, der sich dann als echtes SUV mit robusterem Erscheinungsbild oberhalb des GLAs positionieren will.

Test Fahrbericht047 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Links: Das „Kompakt-SUV“ GLA von Mercedes-Benz. Rechts der neue Infiniti Q30. Beide teilen sich viele Komponenten der Plattform.

Respekt und Attacke in der Golfklasse
Diese leichte Positionierungsschwäche deutet vielleicht auf den Respekt hin, den die Japaner vor dem europäischen Kompaktmarkt haben, darum auch keinen Frontalangriff auf Golf & Co. wagen wollen und sich lieber noch ein wenig in der Crossover Ecke ducken. Nur zu gut erinnert sich Mutter Nissan bestimmt noch an das Debakel in Europa mit dem Tiida, von dem man sich mit dem Nachfolger Pulsar nur langsam erholt. Wahrscheinlich waren diese Erfahrungen auch ausschlaggebend, warum man den Q30 nicht einfach auf die äußerst erfolgreiche Plattform von Qashqai und X-Trail für den Angriff ins Premium Segment setzte. Ein Premium Schuss in dieser Klasse muss beim ersten Anlauf sitzen und dafür bieten die Schwaben in ihrem Bauchladen schon eine vorzügliche Auswahl von Motoren und Getrieben, die den Q30 vor allen Dingen eins machen: souverän.

Test Fahrbericht034 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Ein wertiges Cockpit. Der Premium-Anspruch des Q30 wird ganz deutlich!

Getriebe mit Gefühl
Doch der Q30 ist mehr als nur ein umgestalteter GLA. Da man schon früh in die Entwicklung der Plattform mit eingebunden war, konnten auch eigene Wünsche eingebracht werden, die durchaus spür- und fühlbar sind. Beispiel gefällig? Das Doppelkupplungsgetriebe, das mit nahezu allen angebotenen Motorisierungen kombinierbar ist, schaltet spürbar sanfter. Wo speziell die A-Klasse manchmal etwas ruppig eine der sieben Fahrstufen durch die Getriebeglocke rammt, fühlt sich das gleiche Bauteil im Q30 fast so verschliffen an, wie bei einem Wandlergetriebe, was durch eine Drehzahlanhebung beim Gangwechsel auch akustisch untermalt wird.

Test Fahrbericht041 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Prägnante Tagfahrlicht-Signatur am Q30.

Premium Sound
Die Verwandtschaft setzt sich jedoch auch im Innenraum fort. Wer jemals in den letzten drei Jahren in einer A-, B-, CLA- oder GLA-Klasse unterwegs war, wird nun im Q30 viele Bauteile wiedererkennen: Fensterheber, Spiegelverstellung, Lenkrad Multifunktionstasten, elektrische Sitzverstellung, Lenkstockhebel, Bedienleiste in der Mittelkonsole oder Infodisplay im Cockpit sind nahezu 1:1 aus dem Mercedes Teilelager in den Q30 gewandert. Nur der Griff zum Getriebewählhebel geht für die Daimler Fahrer/innen ins Leere, denn die Gangwahl findet im Infiniti auch bei den Automatikvarianten klassisch in der Mittelkonsole statt und nicht rechts hinterm Lenkrad. Jedoch ist auch hier ein überraschender Unterschied fühlbar: die Materialanmutung wirkt stellenweiser hochwertiger als bei den „das Beste oder Nichts“ Vertretern. Dazu zählen vor allen Dingen in den aufpreispflichtigen „Premium“ oder „Sport“ Varianten der Alcantara-Dachhimmel sowie viel feines Leder auf Armaturenbrett und Türverkleidungen. Dadurch wird der Innenraum fast zur Wohlfühloase verwandelt, was zusätzlich noch durch einen auffallend geringen Geräuschpegel im Innenraum unterstrichen wird. Dies haben die Infiniti Entwickler durch den intensiven Einsatz von geräuschabsorbierenden Materialien und einem Active Noise Cancellation System (ausschließlich im 2,2l Diesel Serie) erreicht, das über vier Türlautsprecher aktiv Schallwellen emittiert, um dem Verbrennungsgeräusch des Selbstzünders entgegenzuwirken. Nur das verbaute Gestühl trübt an dieser Stelle das Gesamtbild. Ihm fehlt es an Länge in der Oberschenkelauflage und an Tiefe in der Sitzposition für das völlig relaxte Cruisen. Keinen Abbruch tut die Sitzposition jedoch bei der Bedienung des Infotainment Systems, bei dem die Japaner auf ihre eigene Entwicklung vertrauen. Dies bringt im Vergleich zum Daimler Bedienkonzept Vor- und Nachteile mit sich. Zum einen kann das (heutzutage fast schon klein wirkende) sieben Zoll Display per Sprache, Drehrad und Touchscreen in der Mittelkonsole bedient werden, jedoch wirkt das Navigationssystem etwas träge bei den Routenhinweisen und den Graphikwechseln bei den Detailansichten.

Test Fahrbericht012 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Modernes Design. Mutiges Design.

Dämpft sich gut!
Sehr angenehm fällt hingegen das Fahrwerks Setup auf. Selbst in der 20 mm tiefer gelegten Sport-Variante will der Q30 kein Dynamiker sein und seine Insassen mit grober Härte bestrafen. Trotzdem ist der kompakte Infiniti kein Kurvenverweigerer und zieht speziell als Allradvariante stoisch durch jeden Kurvenradius, so dass einem sogar das eine oder andere Mal ein fahrspassiges Schmunzeln über das Gesicht huscht. In Summe ist der Q30 also ein sehr ausgewogenes Auto, das mit seinem extrovertiertem Design auffallen und mit einer großen Anzahl von Motorisierungsmöglichkeiten glänzen möchte. Los geht es mit einem 1,5l Diesel mit 109 PS. Topmotorisierung ist ein 211 PS starker Turbo-Benziner, der ausschließlich mit Automatik und Allrad angeboten wird. Optional ist der Vierradantrieb ansonsten nur noch für den 2,2l Selbstzünder mit 170 Pferdestärken erhältlich. Dazwischen liegen noch zwei 1,6l Benziner mit 122 bzw. 156 PS. Wer sich bei den kleineren Mercedes-Benz Antrieben auskennt, dem werden all diese Vierzylinder-Aggregate bekannt vorkommen, denn vom Stern oder vom Renault Rombus werden sie beigesteuert.

Premium im Preis
Durchaus selbstbewußt sind dabei die Preise der Japaner. Bei 24.200 Euro geht es mit der Basis beim Q30 los, ausgestattet mit dem kleinsten Benziner. Die Spitze der Fahnenstange ist danach erst bei 43.720 Euro erreicht für den Q30 Sport mit der City Black Edition und dem stärksten Benziner. Infiniti macht sich somit preislich genau zwischen der technischen Verwandtschaft von A- und GLA-Klasse breit. Doch man muss die Preisfindung der Japaner relativieren, denn speziell mit der opulenten City Black Edition erhält der Kunde quasi eine Vollausstattung, die nicht nur auf Luxus setzt, sondern auch auf Sicherheit. Dazu gehören Totwinkel-Warner, Spurhalteassistent, Auffahrwarnsystem mit Notbrems-Assistent, adaptiver Tempomat mit automatischer Einhaltung des gewählten Abstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug, Verkehrszeichenerkennung, LED Scheinwerfer und ein automatischer Parkassistent samt Rundumsicht-Monitor, um nur ein paar Highlights zu nennen.

Test Fahrbericht023 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger

Fazit: Yoidesu!

Der Infiniti Q30 bietet eine polarisierende Abwechslung im C-Segment!
Yoidesu! Das ist japanisch und bedeutet: Gut! Und das ist ganz klar der erste Eindruck. Mindestens!

Eine leicht erhöhten Sitzposition in Verbindung mit einem coupéartigen Erscheinungsbild ist derzeit schwer nachgefragt und weil der Q30 nicht nur diesen Wunsch erfüllt, kann autohub.de dem neuen Infiniti Q30 mit seinem Claim „Active Compact“ durchaus gute Marktchancen attestieren.

Wäre da nicht ein „klitzekleines“ Problem: in Deutschland gibt es aktuell nur sechs(!) Infinti Händler (Bremen, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Dresden, Düsseldorf). Dieser Umstand bremst den Erfolg des durchaus gelungenen Q30 vom Start weg. Das weiß man auch in der Firmenzentrale in Hongkong und arbeitet derzeit fieberhaft an der Erweiterung des Händlernetzes. Hoffentlich mit schnellem Erfolg.

 

 

Test: Infiniti Q50s Hybrid mit Allradantrieb

Da stellt die Tochter eines großen Automobil-Herstellers eine Limousine auf die Räder, die progressiver im Design ist als die aktuelle C-Klasse. Sich dynamischer fahren lässt als ein Dreier BMW und mehr Fortschritt durch Technik unter das Blech packt als ein Audi - und? Kaum einer kennt diese Limousine. Und beim Absatz bleiben die Zahlen hinter allen Erwartungen zurück. Warum is…

NAIAS 2015 – Der Infiniti Q60

Die Edelmarke aus dem Hause Nissan findet mehr und mehr zu einer extravaganten und dynamischen Designsprache. Stilvoll, elegant und dennoch sportlich. So präsentiert sich auch die jüngste Studie von Infiniti. In Detroit auf der NAIAS 2015 zeigten die Japaner, wie man sich dort einen BMW 4er Konkurrenten vorstellt.

NAIAS 2015 – Infiniti Q60 Concept

Bis Ende des Jahrzents will man bei Infiniti mehr als neue Modelle auf den Markt bringen. Kein Wunder also, wenn keine Autoshow vergeht, auf der Infiniti nicht mit einem neuen Konzeptfahrzeug glänzt. Das jüngste Modell, der G37-Nachfolger Q60, wirkt betont athletisch und kraftvoll. Das Gesicht erhält einen prägnanten Kühlergrill, die Scheinwerfer sind aggressive Lichtschlitze und die Seitenlinie spannt sich voller Power über die gesamte Fahrzeuglänge. Keine Frage, der Q60 könnte auf Anhieb ein Erfolg werden.

Unter der Haube des neuen sportlichen Mittelklasse-Coupés soll ein neuer V6-Turbomotor pochen. Zum Einsatz können aber auch die Vierzylinder-Triebwerke vom Motorenpartner Mercedes-Benz kommen. Wie bereits im Q50 2.0t und im Q50 2.2d stehen damit sparsame und moderne Aggregate zur Verfügung.

Skoda, Fiat, Nissan, Infiniti und Dacia: Schönes, Schnelles und (Un-)Praktisches

Zum Jahresanfang schicken die Autohersteller einige attraktive Neuheiten zu den Händlern. Neben der Kombi-Version des bereits erhältlichen Skoda Fabia gibt es noch weitere praktische Fahrzeuge. Wer aber ausschließlich auf Spaß aus ist, wird auch fündig.

Skoda Fabia Combi : Nur wenige Wochen nach der Kurzheckversion ist jetzt auch der Skoda Fabia als Kombi (Combi) erhältlich. Mit einem Einstiegspreis von 13.090 Euro ist die dritte Generation des Kleinwagens 300 Euro teurer als das Vorgängermodell. Zum Verkaufsstart stehen drei Benziner und zwei Dieseltriebwerke sowie die Ausstattungslinien Active, Ambition und Style zur Wahl. Die drei Benzinaggregate decken das Leistungsspektrum von 55 kW/75 PS bis 81 kW/110 PS ab. Die neuen Dreizylinder-Diesel gibt es mit 66 kW/90 PS oder 77 kW/105 PS.

Abarth 695 Biposto: Zu einem Basispreis von 39.900 Euro kommt der Abarth 695 Biposto in den Handel. Die bislang stärkste Ausführung des Fiat 500 ist ein reiner Zweisitzer. Er wird von einem 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 kW/190 PS angetrieben und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h. Den Spurt aus dem Stand auf Tempo 100 absolviert der Kleinstwagen in 5,9 Sekunden. Für die Kraftübertragung kommt serienmäßig ein manuelles Fünfganggetriebe zum Einsatz, gegen Aufpreis gibt es ein sequenzielles Fünfgang-Rennsportgetriebe, das ohne Kupplungsbetätigung funktioniert und mit einem mechanischen Sperrdifferential kombiniert ist.

Nissan Juke Nismo RS: Der überarbeitete Nissan Juke feierte auf dem diesjährigen Autosalon in Genf seine Premiere und neben ihm stand sein schnellster Bruder Juke Nismo RS. Den schicken die Japaner nun für mindestens 28.200 Euro zu den Händlern. Sein 1,6-Liter-Turbobenziner mit 160 kW/218 PS macht ihn zum neuen Flaggschiff, das künftig auch den 18 PS schwächeren Juke Nismo ersetzt. Dem Mini-SUV ließen die Ingenieure auch einige aerodynamische Maßnahmen zukommen, die den Auftrieb an Front und Heck reduzieren; außerdem tiefere Stoßfänger, breitere Flügel und Seitenschweller sowie einen Dachspoiler zur besseren Kontrolle des Luftstroms.

Infiniti Q70: Infiniti ändert das Motorenangebot der Q70-Limousine. Statt des bislang als Basismotorisierung verfügbaren Dreiliter-Diesels setzt die Nissan-Nobeltochter ab Ende Januar einen 2,2-Liter-Vierzylinder ein. Der stammt vom Nissan-Renault-Kooperationspartner Mercedes und leistet 125 kW/170 PS. Damit einher geht eine deutliche Preissenkung für das Basismodell. Statt knapp 54.000 Euro, die bislang für den V6 fällig waren, verlangt Infiniti für den 2,2-Liter-Diesel im Q70 nur noch 44.500 Euro.

Dacia Dokker Stepway/Lodgy Stepway: Nach dem Sandero Stepway bietet Dacia jetzt zwei weitere Modelle im Offroad-Stil an: Zu Preisen ab 13.290 Euro ist der Dokker Stepway erhältlich, der Lodgy Stepway beginnt bei 14.490 Euro. Äußerlich erkennbar sind die Fahrzeuge an den in mattem Chrom gehaltenen Front- und Heckschürzen des Unterfahrschutzes sowie den Radlaufschutzleisten und Seitenschwellern aus schwarzem Kunststoff. Außerdem sind die Außenspiegelgehäuse sowie die Dachreling im Titan-Look ausgeführt. Als Motorisierung für beide Modelle stehen der Turbobenziner mit 85 kW/115 PS sowie der Diesel mit 66 kW/90 PS für den Dokker Stepway sowie der 79 kW/107 PS starke Selbstzünder für den Lodgy Stepway zur Wahl.

Autor: Adele Moser/SP-X

Erste Fahrt: Der neue Infiniti Q50 2.0T

Der deutsche Markt für Premium-Limousinen zwischen 30.000 und 60.000 € ist fest in der Hand ebenso deutscher Premium-Hersteller. Wer sich einen Dienst- oder Firmenwagen bestellen darf, der greift zu BMW, Audi, Mercedes oder Volkswagen. Alternativen? Die gibt es einzig in den Farben und selbst dort greift in vielen Fällen die Dienstwagen-Policy des Arbeitgebers. Nein, wer in Deutschland eine Premium-Limousine in diesem Segment anbietet und nicht aus Wolfsburg, Ingolstadt, München oder Stuttgart kommt – der hat nichts zu lachen. Eigentlich schade. Denn es gibt Alternativen. Die gibt es wirklich.

Infiniti Q50 2.0 Turbo „Sport“

Eigentlich die perfekte Limousine

Infini-was? Die Premium-Tochter aus dem Haus der Renault-Nissan Allianz hat es nicht leicht. Da bietet man zum ersten Mal eine Limousine mit europäischen Werten und Gesichtszügen an und dann kann der Käufer mit dem Namen nichts anfangen. Ich habe es bei meinem Testwagen ausprobiert. Der Q50 mit dem 2.2 Liter Dieselmotor hat viele Blicke auf sich gezogen – fragt man wildfremde Menschen jedoch, welche Marke das ist – dann schütteln diese nur unwissend den Kopf. Dabei hat sich der Q50 mit dem 2.2 Liter Turbodieselmotor während des Tests als echte Alternative zu gängigen Dienstwagen-Optionen herausgestellt.

Diesel oder Hybrid und das nur als Limousine. Mehr hat Infiniti bislang zum Thema Q50 nicht angeboten. Das schränkte die möglichen Absatzzahlen von ganz alleine ein. Daran wird auch der nun präsentierte 2.0 Liter Turbomotor nur wenig ändern, denn in diesem Segment ist ein Turbo-Benziner bei uns in Deutschland nur wenig gefragt. Umso mehr in der Schweiz und dort wurde der neue Q50 2.0t nun auch vorgestellt.

Infiniti Mercedes Benziner turbo

Turbo-Premium für „open minded people“

Den Q50 mit dem neuen Benziner in der Schweiz vorzustellen ist verständlich. Nicht weil die Testrouten so lieblich sind, okay, sie sind es auch. Wer fährt nicht gerne am Vierwaldstättersee entlang, nein- weil die Schweizer eben nicht deutsch sind. Und wenn man sich mal so gar nichts auf deutsches Premium einbilden kann, dann in der Schweiz. Das liegt auch an den pragmatischen Aufgaben die man in den Bergen lösen muss. Abseits der größeren Städte fährt der Schweizer gerne einen Allradler. Der muss nicht teuer sein, der muss nur aushalten. Und so ist die Dichte an Importfahrzeugen aus Asien nirgendwo so beeindruckend, wie in der Schweiz. Da lässt es sich dann auch den neuen Infiniti Q50 ganz gut präsentieren, mal ganz ohne Druck.  Und dann ist es am Vierwaldstädtersee eben auch noch schön.

Druck macht der Turbolader. Druck soll der Q50 auf BMW und Co ausüben.

Wie bereits beim Turbodieselmotor, so kommt auch beim Benziner der Antriebsstrang von Mercedes-Benz. Während man den Diesel auch mit manuellen Getriebe bekommt, wird der neue 211 PS Benziner nur mit der von Mercedes stammenden 7-Gang Automatik angeboten. Eine gute Entscheidung. Der 2.2 Diesel ist mit manuellen Sechsganggetriebe extrem sparsam unterwegs – aber der Premium-Charakter wird mit einer butterweichen Automatik doch eher gewahrt, als mit dem knorrigen Schaltgetriebe von Partner Mercedes.

Es ist moderne Technik die man dem Q50 unter die Haube gesteckt. Piezo-Direkt-Einspritzung,  Turbolader nah am Kopf, ein hohes Kompressionsverhältnis und Schichtladungs-Betrieb. Dazu zwei verstellbare Nockenwellen für variable Steuerzeiten sowohl auf der Einlass- auch auch auf der Auslaßseite. Bei Mercedes-Benz nennt sich der, vollständig in Aluminium gegossene, Motor im übrigen M274.

Die Kraft wandert über das Siebengang-Getriebe in Richtung Hinterachse. Damit bietet der Q50 das klassische Layout einer sportlichen Limousine. Und das macht beim Fahren einfach Spaß.

Den Druck des Turbos würden die Verantwortlichen von Infitini am liebsten direkt in Druck auf den wichtigsten Mitbewerber BMW ummünzen. Heckantrieb, Fahrfreude, klassische Limousine – das sind die Zutaten mit denen die Münchner bislang erfolgreich waren.

Infiniti Q50 Turbobenziner Motorraum

Wie viel Erfolg ist machbar?

Mit diesen Zutaten will auch die Premium-Alternative Infiniti erfolgreich werden. Und ich habe es im Bezug zu dem Q50 bereits mehrfach geschrieben. Die Basics sind gut! Das Design wirkt sportlich, dynamisch aber nicht beliebig. Der Q50 hat ein klassisch gezeichnetes Gesicht bekommen, eine stämmige Seitenlinie mit genug Würze und Dynamik. Das Heck versprüht eigene Ideen und im Innenraum hört die Eigenständigkeit nicht auf.

Zwei Touchscreens als Schnittstelle zwischen dem umfangreichen Multimedia-System und den Insassen. Gute Verarbeitung. Gute Materialwahl. Sauber abgestimmte Farben und Sitze die ordentlichen Komfort für die Langstrecken bieten. Kritik kann man kaum äußern – sicherlich bleibt einiges am Bedienkonzept erst einmal ungewohnt, aber so richtig doof ist eigentlich nichts.

Doch der Erfolg des Q50 wird weiterhin überschaubar bleiben. Das ist aber gar nicht die Schuld des Q50 – denn der ist gut. So gut wie man das in diesem Preis-Segment erwarten kann.

Infiniti Fahrbericht Q50 Turbobenziner

D.A.S ist Vorsprung

„Was für eine neue Dimension des Lenkkomfort sorgt, wirkt auf der Straße erst einmal sehr künstlich. Es scheint als wolle uns die Zukunft im Automobil dorthin entführen, wo Flugzeuge heute bereits sind. Auch wenn der Q50 noch immer eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse besitzt – bleibt dies nur die “Back-Up Lösung” für den Notfall. Im Alltag wird es möglich die Reaktion der Lenkung auf die Eingabe des Fahrers nach Wunsch einzustellen. Sportlicher, direkter und mit mehr Widerstand – oder extrem leicht, mit größeren Lenkwinkel? Die Software des “DAS-System” spielt den Übersetzer zwischen den Wünschen der Fahrer und der Lenkung. Beeindruckend demonstrieren lies sich das auf einer speziell vorbereiteten Slalom-Strecke. Während der Q50 in der Version ohne “DAS” bei Tempo 30 beim durchfahren des Slalom ein überkreuzen der Arme notwendig machte, fuhr der Q50 mit “Dynamic Active Steering” und aktivierter Sport-Einstellung mit nur halb soviel Lenkradarbeit durch den gleichen Parcours.“

So habe ich es im Oktober 2013,  nach der Premiere des Q50 und der ersten Testfahrt mit dem „Direct Active Steering“ System geschrieben. Beim 2.0t könnte bereits eine neue Software-Version für mehr Gefühl gesorgt haben. Denn dieses Mal war die Eingewöhnungszeit deutlich kürzer – nein – ich spürte sie nicht.

Wer sich für den Q50 2.0t entscheidet, der muss entweder gleich den „Sport“ bestellen, oder beim der „Premium-Ausstattung“ das Kreuzchen in der Optionsliste richtig sitzen. Diese neue Lenktechnik gehört an Board! Der Aufpreis hierfür? Humane 1.000 €. Inklusive der „aktiven Fahrspurüberwachung“.

Infiniti Q50 Fahrbericht gefahren schweiz

Zurück zum Erfolg

Er sieht gut aus. Ja das ist subjektiv. Er fährt sich gut. Ja, auch subjektiv. Er ist gut verarbeitet – das ist einfach so und er bietet moderne Technik, auch ein Fakt. Der Q50 besitzt alle Talente zum Verkaufsschlager zu avancieren. Nur nicht bei uns.

Der deutsche Premium-Kunde im Dienstwagen-Segment wird oftmals bereits durch die eigene Firmenwagen-Policy ausgebremst und das ist schade. Und privat? Da kauft der Deutsche lieber einen Kombi. Oder einen SUV. Wieder kaum Chancen für den Q50.

Dabei ist der Q50 eigentlich die ideale Limousine.

 Infiniti Q50 Galerie – Herstellerfotos  | Fahrbericht des awr-Magazins  | Artikel von motoreport | Artikel von autophorie.de | autoaid-Blog

Fakten zum neuen Infiniti Q50 2.0t

Verkaufsstart:  Herbst 2014
Basispreis:  39.260 €
Motorleistung:  211 PS / 350 Nm
Antrieb und Getriebe:  7-Gang Automatikgetriebe
Länge, Breite, Höhe, Radstand:  4790 / 1820 / 1455 / 2.850
Normverbrauch:  6.3 l/ 100 km – 146 g/km
Höchstgeschwindigkeit:  245 km/h
Beschleunigung von 0 – 100 km/h  0-100 km/h: 7.2 Sekunden
Photos

Galerie: Infiniti Q50 2.0t

35 Fotos vom neuen Infiniti Q50 2.0t – Der Artikel zur Vorstellung des neuen Infiniti Q50 mit dem zwei Liter Turbo-Benziner findet sich nach dem Link .

Infiniti Q50 mit Mercedes-Turbomotor

Den Fahrbericht zum Infiniti Q50 2.2 Diesel habe ich erst gestern online gestellt, da kommt heute die nächste Nachricht von Infiniti. Und wieder geht es um ein Herz aus dem Schwabenland.

Infiniti Q50 2.0

Wie beim Dieselmotor des 2.2 Liter Infiniti, so kommt auch der Vierzylinder-Turbomotor des Q50 aus dem Schwabenland und sind Teil einer Zusammenarbeit zwischen Nissan-Renault und Mercedes-Benz.  Der Direkteinspritzer-Turbomotor leistet 211 PS und damit ebenso viel, wie im C250 von Mercedes-Benz. Das Drehmoment gibt Infiniti mit 350 Nm ab 1.250 Umdrehungen an.

Wie bei Mercedes auch, wird der Turbo-Benziner an eine Siebengang-Automatik gekoppelt. Über die Fahrleistungen ist noch nichts bekannt – aber die Daten des C250 dürften nicht allzu abweichend sein, wenngleich der Q50 etwas schwerer ist, als die neue C-Klasse. Geschätzte Werte für den Infiniti Q50 2.0 also:

Beschleunigung: 0-100 km/h in 7 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Den Verbrauch schätze ich auf 6.1 Liter im NEFZ. Damit dürfte der Q50 dann auch über 130 Gramm CO² je Kilometer liegen.

Dafür passt der Preis. Die neue Variante des Q50 wird ab 39.260 € kosten.

 

Fahrbericht: Der Infiniti Q50 mit dem Schwäbischen Herzen.

Als Infiniti im Herbst 2013 den Q50 der internationalen Presse vorstellte, durfte ich bereits zugegen sein. Die Testfahrten fanden damals im spanischen Hinterland statt und der Q50 mit seiner völlig neuen Lenkung (s.u.), dem Diesel-Herzen aus Stuttgart, seinem gelungenen Design und einem aktuellen Multimedia-System, hatte mich überzeugt. Bereits damals habe ich dem Q50 das Potential zur Revolution in der Dienstwagenklasse unterstellt.  Kla…

Was die anderen machen: Heike im Infiniti in der Rhön

Meine liebe Kollegin Heike ist nicht nur die beste Beifahrerin der Welt (mbrt13), sondern auch eine Reise-Bloggerin die eben gerne mit dem Auto reist. Dieses Mal ist sie mit einem Infiniti Q50 auf Tour gegangen. (So einen Infiniti Q50 fahre ich im übrigen auch gerade im Test – Fahrbericht folgt bald!)

Um den INFINITI mit dem 2.2 Liter Diesel gemütlich rollen zu lassen, hat sich Heike die Hochrhönstraße ausgesucht. Ein nettes Ziel und eine schöne Route. Und ganz nebenbei – bei mir um die Ecke. Wohne ich doch an der Grenze zwischen Spessart und Rhön.

Was Heike über ihre Tour zu erzählen hatte, findet man in ihrem Blog: KÖLN FORMAT.  Und vermutlich ist Heike die erste Autofahrerin die sagt, die A3 ist „sehr schön zu fahren“ 😉 – aber vermutlich hatte sie einfach Glück mit dem Verkehr. Denn üblicherweise staut es sich gerade auf der von ihr gefahrenen Route ja doch ganz gerne …

 

Was die anderen machen: Heike auf der Hochröhnstraße

Die Zukunft von Infiniti in Deutschland, ein Interview mit Fintan Knight

Interview mit Fintan Knight, Vice-President Infiniti Europa

Die Zukunft der Marke Infiniti in Deutschland

mein-auto-blog: Hr. Knight bevor Sie die Aufgabe als Vize-Präsident für die Marke Infiniti angenommen haben, waren Sie in der Geschäftsführung von Lamborghini. Wenn man zuvor für italienische Supersportwagen verantwortlich war, was reizt den Menschen Fintan Knight dann an einer asiatischen Premium-Marke?

Fintan Knight:  Die Marke Infiniti existiert heute im Prinzip erst einmal nur in den USA. In Europa fangen wir mit einem weißen Blatt Papier an. In vielen Jahren in der Automobil-Industrie habe ich erlebt, wie schwierig es ist, Veränderungen umzusetzen. Wenn in einem etablierten Unternehmen der Designer zum Vorstand kommt, dort 1.000 neue Ideen präsentiert, dann ist dieser zunächst begeistert. Aber dann setzen die Prozesse der Automobilindustrie ein. Die Frage was mit den aktuellen Produkten passiert, wenn man diese Ideen so umsetzt. Am Ende bleibt nicht viel übrig von den 1.000 neuen Ideen. Die Automobil-Industrie wird in den Medien oft als „Dinosaurier“ verspottet und vergleicht man unsere Industrie mit modernen Unternehmen wie Apple, dann versteht man auch die Problematik hinter den Prozessen unserer Industrie.

Infiniti ist eine Marke die jung ist. Wir haben nun die Chance eine moderne, eine zeitgemäße Premium-Marke zu etablieren.

Wir werden die Chance nutzen und Infiniti nicht als die „Nissan-Plus“ Marke aus den USA etablieren, sondern etwas neues aufbauen. Moderne Techniken, kurze Entwicklungsprozesse. Mit der „Steer-by-wire“ Technik des neuen Q50 haben wir bereits ein erstes Beispiel für unsere Innovationskraft präsentiert.

Als Führungskraft war diese Vorstellung sehr attraktiv. Wir können jetzt, hier bei INFINITI neue Ideen umsetzen, kreativ sein und auch ein wenig Risikofreudiger was die Entwicklung von neuen Produkten angeht.   

mein-auto-blog: Hr. Knight in den letzten 12 Monaten ist auf dem deutschen Markt viel passiert, nur die Marke Infiniti wird vermisst. Scheuen Sie den Wettbewerb, oder ist dies eine Folge der aktuellen Führungslosigkeit?  (Anmerkung: Infiniti Deutschland hat derzeit keinen Geschäftsführer.)

Sebastian von Passion:Driving hat in Genf mit Gert van Avondt über die Marke Infiniti gesprochen. Aber auch über den Q50 Eau Rouge und die Zukunft der Marke. Wer sich also für Infiniti interessiert, sollte auch sein Interview lesen! 

Fintan Knight:  Wir scheuen den Wettbewerb nicht. Aber wir sind erst am Anfang. INFINITI ist eine kleine Marke und wir bauen erst jetzt die Marke „INFINITI“ auf und das geht nur Schritt für Schritt. Auch wenn wir einen sehr erfolgreichen Mutterkonzern (Anmerkung: Nissan) haben, wir haben erst vor kurzen unser erstes neues Produkt für den Europäischen Markt vorgestellt. Der Infiniti Q50 ist erst seit Dezember 2013 auf dem deutschen Markt. Und wir fangen gerade erst an, die Qualitäten des Fahrzeuges und die Philosophie der Marke INFINITI zu kommunizieren.

Uns ist aber auch klar, der deutsche Markt ist nicht einfach.

mein-auto-blog:  Der Q50 ist der erste INFINITI der für den Europäischen Markt eingeführt wurde. Wie wird der Wagen bislang angenommen?

Fintan Knight:  Das Interesse am neuen Q50 ist extrem groß. Wir haben eine Rekord-Nachfrage nach Informationen und Testfahrten generiert. Der Q50 trifft in Deutschland auf großes Interesse. Uns ist aber auch klar, wir werden nicht von heute auf morgen der größte Konkurrent für den 3er von BMW oder die C-Klasse von Mercedes, aber es ist ebenso deutlich zu sehen: Der Q50 weckt das Interesse und beeindruckt die Kunden.

Und um dieses neue Interesse herum, bauen wir die Marke Schritt für Schritt auf.

mein-auto-blog: Es gab in der Presse durchaus auch kritische Stimmen zur Drive-by-wire Technik im Automobilbau. Sie sind der erste Hersteller der diese Technik im Serien-Automobil anbietet und es gibt Kommentare die sagen, der Q50 hätte ein zu synthetisches Lenkgefühl. Haben Sie damit gerechnet?

Fintant Knight: Natürlich haben wir damit gerechnet. Aber es war auch schwer die Menschen von anderen Neu-Entwicklungen zu überzeugen. Wenn wir den umgekehrten Weg gehen würden und einen Autofahrer der nur „Digital-Steering“ kennt, hinter das Lenkrad eines klassischen Fahrzeuges setzen würden. Was würde der wohl für eine Erfahrung machen? Ohne moderne aufwendige Mehrlenker-Vorderachsen schlecht reden zu wollen, so ist es doch einfach so, dass wir gerade in der Automobil-Industrie gerne an bekannten Lösungen festhalten, anstatt neue Wege zu gehen. In der Luftfahrt ist „fly-by-wire“ längst der Standard. Ich denke wir sind hier mindestens einen Schritt voraus.

mein-auto-blog:  INFINITI ist eine Tochter des Nissan-Konzerns (Renault-Nissan Allianz), werden wir denn in der Zukunft Nissan und Infiniti-Modelle in einem gemeinsamen Showroom stehen sehen?

Fintan Knight: Die Marke Infiniti unterscheidet sich in der Wahrnehmung von der Marke Nissan. Im Prinzip können auch bestehende Nissan-Händler die Marke INFINITI verkaufen. Aber die Präsentation wird getrennt laufen. Die Marke Infiniti bietet ein Service- und Dienstleistungslevel der besonderen Art. Alleine schon deswegen bedarf es in der Wahrnehmung der Marke, einer Trennung von Nissan und Infiniti.

mein-auto-blog:  Der Q30 wird zusammen mit Nissan auf einer gemeinsamen Plattform der Renault-Nissan Alliance produziert. Der Q50 bekommt Dieselmotoren von Mercedes-Benz. Wenn man sich das überlegt, dann haben wir hier ein Konglomerat aus vier Konzernen, aus vier Philosophien. Wie stellt man sicher, dass hier jede Marke einen eigenen Charakter erhält?

Fintan Knight: Ein Fahrzeug kann man nicht alleine auf die Komponenten reduzieren. Das ist wie mit der Sprache. Das deutsche und das italienische  Alphabet sind nahezu identisch dennoch würde ich Poesie immer lieber in italienischer Sprache hören.  Je mehr digitale Technik in die Fahrzeuge einzieht, desto einfach wird es, dem Fahrzeug einen eigenen Charakter schaffen. Schaut man sich einen Tesla an. Das ist ein Alu-Chassis ein paar Drähte und eine iPhone-Batterie und daraus schafft TESLA eine ganz neue Erfahrung für Autofahrer. Wichtig ist, dass Allianzen funktionieren und Renault-Nissan zeigt wie gut eine solche Allianz im Sinne des Kunden funktionieren kann. Es gibt viele Beispiele in der Automobilgeschichte, wo es eben nicht so gut funktionierte.

mein-auto-blog: Die Hardware ist also austauschbar oder wird es werden. Man teilt sich gemeinsame Bodengruppen und auch gleiche Zulieferer. Werden Automobil-Hersteller zu Software-Herstellern? Verpassen Hersteller ihren Fahrzeugen in der Zukunft nur noch ein Image, programmiert über Software-Einstellungen? Dazu auch die Frage: Wie authentisch ist der Renault-Dieselmotor im Mercedes und der Mercedes-Dieselmotor im Infiniti?

Fintant Knight:  Nein. Premium-Marken brauchen ein authentisches Erlebnis ihrer Marke. Niemand fährt nur einen Dieselmotor. Die Menschen fahren Autos die von einem Dieselmotor angetrieben wird und damit gewisse Ähnlichkeiten. Aber die Frage ist, was treibt die Sinne des Autofahrers? Und hier spielen andere Faktoren eine größere Rolle, als die Frage, wo ein Motor gebaut wurde. Natürlich ist die Frage nach der Technik-Substanz wichtig. Aber bereits heute erhalten Motoren ihre ganz eigenen Charakter durch die Motorsteuergeräte und deren Abstimmung. Ein Infiniti wird immer durch einen ganz eigenen Charakter geprägt sein.

mein-auto-blog: Sie haben bereits mehrfach die Studie des neuen Kompaktmodells gezeigt. Wann kommt der Q30 getaufte Kompakte zu den Kunden?

Fintan Knight: Der Q30 wird 2015 auf den Markt kommen.

mein-auto-blog: Sie haben in Detroit den Q50 Eau Rouge vorgestellt. Hier in Genf haben Sie nun das Geheimnis um die Motorisierung des Eau Rouge gelüftet. Ein 560 PS starker V6 der im Prinzip aus den Nissan GT-R bekannt ist. Bislang haben Sie keine Entscheidung getroffen. Was muss passieren damit Sie die Produktion nun beginnen?

Fintan Knight: Der Q50 Eau Rouge ist in kurzer Zeit entwickelt worden. Wir haben bislang noch keine Entscheidung getroffen, aber ich denke, die Entscheidung über die Serienfertigung wird in absehbarer Zeit getroffen.

 

Vielen Dank an Infiniti Deutschland für das offene Gespräch und die interessanten Antworten. Das Gespräch wurde von mir auf dem Genfer Automobilsalon (Anfang März) geführt.

In der Zwischenzeit hat Fintan Knight das Unternehmen INFINITI verlassen. 

Aus der Pressemeldung von INFINITI über das Ausscheiden von Fintan Knight:

 „Fintan Knight hat eine wichtige Rolle bei der Schärfung des Profils von Infiniti als moderne, junge und herausfordernde Marke gespielt. Gleichzeitig hat er die EMEA Organisation in Vorbereitung auf das zukünftige Wachstum transformiert. Ich bin dankbar für seinen Einsatz und wünsche ihm das Beste für seine zukünftigen Unternehmungen.“

Zitat: Johan de Nysschen

Kommentar:

Irgendwie habe ich kein gutes Händchen für diese Art der Interviews. Im September 2013 habe ich ein Interview mit Christian Blank geführt, damals noch „Director Central Europe“. Kurz darauf verließ er das Unternehmen. Nun wiederholt sich die Geschichte bei Fintant Knight, allerdings auf der EMEA-Ebene.

Im Interview habe ich das Macht-Vakuum für die Geschäftsführung auf dem deutschen Markt angesprochen – ein erneuter Wechsel an der Führungsspitze wird die Probleme beim Start der Marke in Deutschland nicht kleiner werden lassen. Es bleibt nun abzuwarten, welche Impulse der neue Vice President EMEA, Francois Goupil de Bouille setzen kann und ob die Organisation für die Kernmärkte Europas auf feste Füße gestellt werden kann.

Hier die Pressemeldung zum Wechsel:

Hongkong/Rolle, Schweiz. François Goupil de Bouillé wurde zum Infiniti Vice President EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) ernannt. Ab 1. April wird Goupil de Bouillé die Leitung aller Infiniti Geschäfte sowie der Wachstumspläne in dieser Region übernehmen. Er folgt auf Fintan Knight, der seine zukünftigen Interessen außerhalb des Unternehmens wahrnehmen wird.

Goupil de Bouillé ist derzeit Vice President Global Operations für Infiniti mit Sitz in Hongkong. Zudem trägt er die Marktverantwortung für die Region Asien und Ozeanien. Er wird seine neuen Aufgaben vom Infiniti EMEA Headquarter in Rolle in der Schweiz ausüben und weiterhin an Johan de Nysschen, President Infiniti Motor Company Ltd. berichten.

„François Goupil de Bouillé ist eine bewährte Führungskraft im Automobilbusiness und verfügt über umfassende Kenntnisse in Europa. Als einer unserer erfahrensten Senior Executives blickt er auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte zurück. Ich freue mich, dass er diese Führungsposition übernimmt, besonders in der Vorbereitungsphase zur bevorstehenden Einführung des Q30 2015“, meinte de Nysschen. „Fintan Knight hat eine wichtige Rolle bei der Schärfung des Profils von Infiniti als moderne, junge und herausfordernde Marke gespielt. Gleichzeitig hat er die EMEA Organisation in Vorbereitung auf das zukünftige Wachstum transformiert. Ich bin dankbar für seinen Einsatz und wünsche ihm das Beste für seine zukünftigen Unternehmungen.“

Infiniti fährt fort, seine Position in Europa signifikant auszubauen. Ein 2,2l-Dieselmotor wurde kürzlich zum Portfolio hinzugefügt, um im Speziellen den Bedürfnissen der europäischen Kunden gerecht zu werden. Ein 2,0l-Benzinmotor wird im Herbst folgen. Die mehrfach ausgezeichnete neue Sportlimousine Infiniti Q50 zielt derzeit auf den Kern des europäischen Premium-Segments. Im nächsten Jahr wird mit der Produktion des Premium-Kompaktmodells Infiniti Q30 im britischen Sunderland begonnen, um nahe an den anspruchsvollen europäischen Kunden zu sein.

Goupil de Bouillé besitzt langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und war über 30 Jahre für Ford und Nissan tätig. Seine erfolgreiche internationale Karriere beinhaltet Führungspositionen in den Bereichen Sales, Marketing und Aftersales in den Ländern Frankreich, Ungarn, der Schweiz und Russland. Mit dem Ende des Fiskaljahres 2013 am 31. März wird Infiniti einen neuen globalen Verkaufshöchststand mit rund 179.000 weltweit verkauften Fahrzeugen erreichen. Unter Goupil de Bouillés Führung entwickelte sich Nissan zur führenden japanischen Marke in Russland und konnte seinen jährlichen Verkaufszahlen von 50.000 auf 150.000 Einheiten verdreifachen.

François Goupil de Bouillé ist Franzose und hält einen Master-Abschluss der EM Lyon Business School.

 

Genf 2014 – Der GT-R mit vier Sitzen Infiniti Q50 Eau Rouge

Präsentiert wurde er ja eigentlich bereits auf der North American International Autoshow in Detroit, auch bekannt als die NAIAS, aber erst jetzt auf dem Automobilsalon in Genf wurde das Geheimnis seines Antriebs gelüftet.

Infiniti Q50 Eau Rouge – oder der GT-R mit den vier Türen

Unter der leicht gewölbten Haube des besonderen Q50 steckt der Motor des Nissan GT-R, mit mehr Leistung. 568 PS und 600 Nm Drehmoment werden für die Kombination aus Business-Limousine und Ausnahme-Sportler genannt. Verteilt wird die Kraft je zur Hälfte auf die beiden Achsen des Q50 ER, das Getriebe stammt hierfür aus dem FX Vettel und ist demnach ein Siebengang-Automatikgetriebe mit Wandler.

Noch wurde die Entscheidung nicht gefällt ob und wann man den Q50 mit dem dicken 3.8 Liter V6 Bi-Turbo zum Eau Rouge adelt und in Serie herstellt. Eventuell wird es auch nur eine Kleinst-Serie geben? In den Tagen nach dem Genfer Automobil-Salon sollen weitere Testfahrten vom Top-Management vorgenommen werden.

Wenn in den Adern des INFINITI-Management wirklich soviel Benzin fließt wie man uns die ganze Zeit mit dem Engagement bei RedBull-Racing glaubhaft machen will, dann muss der Q50 Eau Rouge auf die Straße kommen. Mit genau diesem Styling. Mit edlem Echt-Carbon und feisten Rädern in schwarzen Kontrast zu diesem tiefen, leckeren, roten Farbton der Karosse.

Infiniti, bitte bauen!

Infiniti Eau Rouge 01 Genf 2014

Detroit 2014 – Nissan Sports Sedan

Es war einmal. Und es könnte wieder sein. Der japanische Automobil-Hersteller Nissan hatte in Deutschland mal ein richtig gutes Produktangebot. Dazu gehörten auch eine repräsentative Limousine und Fahrzeuge im klassischen Golf-Segment. Und an beidem arbeitet man bei Nissan wieder. Wie so eine Limousine aussehen könnte, das hat Nissan in Detroit mit dem „Sports Sedan Concept“ gezeigt.

Nissan Sports Sedan Concept

Weniger wuchtig als der eingestellte Nissan Maxima, dafür von sportlicher Eleganz. Das Konzept einer scharf gezeichneten Sport-Limousine wurde in Detroit enthüllt. Auf knapp 4.90 Metern präsentierte sich eine Studie die zwar fast 2 Meter breit war – aber nur gut 1.40 hoch. Vom klassischen Stufenheck ist bei einem sportlichen Viertürer in dieser Dimension fast nicht mehr zu sehen. Eher ein Fastback. Schmale A-Säulen, kräftige Sicken auf der Motorhaube, eine Seitenlinie mir dominanten Linien. Der Sports Sedan wirkt, wie er sich nennt. Extrem sportlich. Der Kühlergrill wird von der großen V-förmigen Chromspange gebildet und die Scheinwerfer zeichnen ein spitzes Z. In den schmalen Leuchten, vier LED-Linsen. Das Konzeptmodell stand knackig tief auf den 21-Zoll-Leichtmetallrädern.

Beim Antrieb sprach man von einem 3.6 Liter V6 Motor, der die Vorderräder antreiben soll. Als Getriebe wurde ein stufenloses CVT-Getriebe genannt.  Was das Design angeht, so sind die Nissan-Jungs auf dem richtigen Weg. Beim Thema Getriebe und welche Achse die Leistung auf den Boden bringen wird, dürfen die Japaner aber gerne noch einmal in sich gehen. Wie wäre es mit einem 8-Gang-Automatikgetriebe und Heckantrieb? Meine Begeisterung für den neuen Maxima (?) hättet ihr!