Jaguar XE, XF und F-Pace – Kleine Hightech-Kur

Jaguar erweitert zum Frühjahr 2017 für seine Baureihen XE, XF und F-Pace das Motorenangebot. Außerdem gibt es für alle drei Modelle der Briten neue Ausstattungsoptionen. Die neuen Motorvarianten sind bereits bestellbar, die Auslieferung erfolgt im Mai. Neu sind gleich mehrere Vierzylinder-Motoren der noch jungen Ingenium-Familie. Zum Technikarsenal der Aggregate gehören Twinscrollturbolader, im Zylinderkopf integrierte Abgaskrümmer, vollvariable Ventilsteuerung sowie Direkteinspritzung mi…

Jaguar XE: Auf der Pirsch

Jon Darlington wirkt ein wenig genervt. Natürlich ist das mit dem Jaguar XE eine ebenso wichtige wie lange Geschichte. Schließlich erzählt die Story über den Herausforderer von Audi A4, BMW Dreier und Mercedes C-Klasse vom eindrucksvollen Comeback des britischen Automobilherstellers, von Milliarden-Investitionen in Entwicklung, Produktion und eine neue Motorenfamilie, von der Führung in der Aluminium-Konstruktion und vom Ausbruch aus der feinen aber kleinen Nische. Doch der Ingenieur hat diese Geschichte schon viel zu oft gehört oder gar selbst zum Besten gegeben. Denn es gibt bei Jaguar in den letzten zwei Jahren – neben dem Sportwagen F-Type vielleicht – kaum mehr ein anderes Thema. Und als Projektleiter für den Herausforderer und Hoffnungsträger hat Darlington jetzt nur noch einen Wunsch: Dass der Wagen endlich fährt und die Geschichte ihr verdientes Happy End bekommt. „Es braucht nur 500 Meter am Steuer, dann versteht man das Auto ganz von selbst“, sagt der Ingenieur und reicht zum Beweis die Zündschlüssel für seine jüngsten Prototypen weiter.

Die fühlen sich auch ein halbes Jahr vor der Markteinführung bereits so an, wie man es von einem Jaguar erwartet: Giftig und geschmeidig zugleich. Schon der Startknopf ist eine Verlockung, wenn er mit fast hypnotischer Kraft rot in der Mittelkonsole pulst, und wenn zum ersten Mal der Motor faucht, wirkt der XE gleich viel lebendiger als seine deutschen Konkurrenten.

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Damit das kein leeres Versprechen bleibt, haben Darlington und seine Mannschaft tief in die Trickkiste gegriffen. Eine adaptive Federung, zwei Programmierungen für die elektrische Servolenkung, unterschiedliche Setups für Gaspedal und Automatikgetriebe und die kurvengerechte Verteilung des Drehmoments durch gezielte Bremseingriffe – das bieten die meisten Konkurrenten auch. Aber als erstes Auto seiner Klasse bekommt der XE darüber hinaus eine Karosserie, die komplett aus Aluminium gefertigt ist. „Das hilft uns gleich doppelt“, sagt der Projektleiter. Zum einen, weil der XE damit im besten Fall nur 1 470 Kilo wiegt und als leichtestes Auto im Segment auch am leichtfüßigsten um die Kurven kommt. Und zum anderen, weil die Aluprofile steifer sind als solche aus Blech und deshalb mehr Ruhe herrscht im Gebälk. Das Ergebnis ist ein Auto mit zwei Gesichtern: Giftig und gierig, wenn dem Fahrer der Kamm schwillt und er vorher alle Systeme über den Sportmodus auf Attacke schaltet. Und geschmeidig und gelassen, wenn man in der Komfortstellung einfach nur Kilometer fressen will.

Seinen Raubzug gegen die Platzhirsche aus dem deutschen Süden beginnt der Jaguar zunächst mit fünf Motoren: Für die Fraktion der Vernünftigen gibt es einen nagelneuen 2,0-Liter-Diesel mit 120 kW/163 PS und einem respektablen Knauserverbrauch von 3,8 Litern oder 132 kW/180 PS und einem Antritt, der gut zu den sportlichen Ambitionen des Hoffnungsträgers passt. Und wer nach Vergnügen sucht, der wählt am besten den stärksten der drei Benziner. Dann gibt es anstelle der ebenfalls neuen 2,0 Liter-Vierzylinder mit 200 oder 240 PS einen standesgemäßen V6-Motor, dem ein Kompressor 250 kW/340 PS und bis zu 450 Nm entlockt. Der Motor knurrt nicht nur so laut und leidenschaftlich, wie man es von Jaguar erwartet. Er hat auch so viel Dampf, beschleunigt die Limousine in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 und lässt sich das Limit von 250 km/h nur ein Schulterzucken kosten.

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Mal gelassen, mal giftig, mal leichtfüßig, laut und leistungsstark, mal entspannt, leise und lässig – was den Fahrer angeht, muss sich Darlington um das Happy End für den XE keine Sorgen machen. Selbst wenn der Jaguar bei der Dynamik nicht ganz an den Dreier heranreicht und sich beim Komfort der C-Klasse geschlagen geben muss, bietet der XE in der Summe seiner Fahreigenschaften ein prächtiges Paket und wird allemal zum aussichtsreichsten Verfolger.

Bei den Passagieren sieht das jedoch ein bisschen anders aus. Der Sozius mag noch happy sein, weil er genau wie der Fahrer perfekt sitzt und sich bei entsprechend vielen Kreuzchen auf der Optionsliste von reichlich Lack und Leder umschmeichelt fühlen darf. Doch auf der Rückbank geht es genau wie im Kofferraum einen Tick enger zu als bei der Konkurrenz und ein Kombi mit mehr Platz für Kind und Kegel ist fürs erste nicht geplant, muss Darlington einräumen. Dafür schreiben seine Kollegen bereits an der nächsten Story: Als F-Pace wird auf der Alu-Architektur des XE für 2016 der erste Geländewagen von Jaguar entwickelt. Spätestens dann sollten sich auch die Platzprobleme erledigt haben.

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Soweit ist Darlington noch nicht. Er hat sich jetzt während der ersten Testfahrten eine Woche lang die Geschichte mit dem XE noch einmal jeden Abend angehört und von den ersten externen Experten hinter dem Lenkrad Löcher in den Bauch fragen lassen. Doch für ihn ist das Happy End nicht mehr weit: Denn im Juni beginnt zu Preisen ab 36.500 Euro die Markteinführung und sein Job ist damit erst einmal erledigt.

Peter Modelhart sieht das naturgemäß ein bisschen anders. Er ist Deutschlandchef von Jaguar und Land Rover und kann genau wie Darlington den Juni kaum mehr erwarten. Während die Story für den Ingenieur dann fürs erste vorbei ist, geht sie für Modelhart damit allerdings erst los. Er hofft schließlich, dass mit der Markteinführung ein „neues Kapitel in der Erfolgsgeschichte von Jaguar“ beginnt. Das kann die britische Traditionsmarke auch gut gebrauchen. Denn während die Schwestermarke Land Rover von einem Rekord zum anderen fährt, tut sich Jaguar mit dem Comeback merklich schwerer. Doch Modelhart sprüht förmlich vor Zuversicht: „Unser Image haben wir mit dem F-Type bereits ordentlich aufgeladen. Und mit dem XE bringen wir jetzt die Stückzahlen nach oben.“

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

Paris 2014: Der neue Jaguar XE und Land Rover Discovery Sport

Eine Insel dreht auf

Die Produktoffensive geht bei den Briten in die nächste Runde. Jaguar Land Rover präsentiert in Paris die neue Sportlimousine Jaguar XE und dem (fast) kompakten SUV Land Rover Discovery Sport. Der Jaguar XE, die neue sportliche Limousine im Mittelklasse-Segment, ist das erste Modell, in dem die neuen Motoren der Ingenium-Baureihe zum Einsatz kommen. Diese sollen besonders schadstoffarm sein. Die Einführung des neuen Land Rover Discovery Sport ist der erste Schritt der Jaguar Land Rover Strategie, in den kommenden fünf Jahren 50 neue Modelle oder Modell-Erneuerungen einzuführen. Beide Varianten sollen wegweisende Entwicklungen für Jaguar Land Rover sein. Mit den Einstiegspreisen von 36.450 Euro für den XE und 32.250 Euro für den Discovery Sport sollen die beiden Briten neue Marktsegmente und erschließen neue Kundengruppen eröffnen. Der Land Rover Discovery Sport wird im Werk Halewood, Merseyside in Liverpool produziert, welches erst vor kurzem modernisiert wurde.

 

Autonews – Der Wochenrückblick KW 37

1. Neue Ära für die Briten: Der Jaguar XE

Nach dem doch recht heftigen Desingwechsel bei Jaguar, folgt nun ein weiterer Richtungswechsel mit einem etwas kleineren Jaguar. Doch der Erfolg gibt den Briten Recht, wie die Neuvorstellung des Jaguar XE zeigt. Seine sportliche Silhouette ist flach, breit, mit langer Motorhaube, mit kurzen Heck. Nahe am Hatchback jedoch immer noch Sportlimousine. Die typische Jaguar Front mit großen Lufteinlässen und dem charakteristischen Kühlergrill hat man ihm aber gelassen. Überraschend: der neue Ingenium-Vierzylinder, eine Eigenentwicklung vom englischen Autohersteller. Die sparsamste Variante, der zwei 2,0-Diesel Motoren kommt angeblich mit 3,8 Litern auf 100 Kilometer aus. Natürlich dank überarbeiteter Aerodynamik und einem Start-Stopp-System, das die Energie zurückführt. Preislich liegt die kleine Mieze bei 36.500 Euro. Da fängt man doch an zu schnurren.

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2. Neue Ikone: Audi TTS

Der erste Audi TT aus 1998 war schon ein Star unter den Coupés. Mit der dritten Generation kommt eine Neuinterpretation, die beim neuen Audi TT und Audi TTS Quatro S-Tronic nicht nur Wert auf Äußerlichkeiten legt. An der Front dominieren Horizontalen und der Singleframe-Grill ist breit und flach eingesetzt. Im Profil erkennt man noch immer das Urgestein. Das Coupé mit 2.0 TFSI wiegt nur 1230 Kilogramm und ist damit bis zu 50 Kilogramm leichter als sein Vorgänger. Zum Verkaufsstart stehen für den neuen TT ein TDI und ein TFSI zur Wahl, die zwischen 184 PS und 310 PS leisten und trotzdem weniger Kraftstoff verbrauchen, als ihre Vorgänger. Ab 35.900 Euro geht es beim Audi TT Coupé 2,0 TDI ultra los. Für den Audi TTS Coupé 2,0 TTS Quatro S-tronic werden lockere 51.250 Euronen fällig.

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3. AMG zeigt erstmalig den GT

Der jüngste Stern am Mercedes-Himmel ist der GT. Ein neu entwickelter 4,0-Liter V8-Motor schafft allein in der Basis-Variante schon stolze 462 PS. Als S-Version kommen noch ein paar drauf und er bringt es auf 510 PS und 650 Newtonmetern. Nach EU-Norm sollen die Motoren mit weniger als 9,5 Litern Benzin je 100 Kilometer auskommen. Geschmeidiges Design und präzise Verarbeitung mit wertvollen Materialien sind hier an der Tagesordnung. Viel Edelstahl, Karbon und Holzoberflächen zieren das Interieur und verleihen dem GT eine Portion Sinnlichkeit kombiniert mit Emotion. Genauee Preise werden noch nicht verraten, aber man kann in der Basis-Variante wohl mit einem Preis um 130.000 Euro rechnen. Für die S-Variante dürfte ein ordentlicher Aufschlag dazu kommen.

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4. Am Puls der Zeit: der Nissan Pulsar

Als Almera-Nachfolger präsentiert Nissan den Pulsar. Mit deutlich größerer Karosserie, kommt der Pulsar aktuell mit einem Benzin- und Dieselmotor sowie einer Sechsgang-Schaltung und drei Ausstattungsvarianten auf den Markt. Äußerlich erinnert die Schrägheck-Limousine an seinen Bruder den Qashqai. Mit seinem Radstand von 2,70 Meter bietet er in seiner Gesamtheit gute Raumverhältnisse und kann damit mit so manch Mittelklassewagen mithalten. Für den Vortrieb sorgen ein 1,2-Liter-Direkteinspritzer mit 115 PS und ein 1,5-Liter Selbstzünder mit 110 PS. Der Einstiegspreis des Pulsar beginnt bei 15 990 Euro für den 1,2-Liter Visia mit 115 PS, der Diesel mit 110 PS kostet 17 940 Euro. Die Preise sind allerdings nur bis zum 31. Dezember für die Launch Edition gültig. Danach liegt der Einstiegspreis für den Benziner bei 17 940 Euro bzw. 19 890 Euro.

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5. Opel kommt mit neuen 2,0 CDTI

Opel feiert mit seinem neuen Dieselaggregat 2,0 CDTI auf dem Pariser Autosalon sein Debut. Der 170 PS starke 2.0 CDTI ersetzt den 163 PS im Insignia und den 165 PS starken Diesel im Zafira Tourer. Mit knapp 4% mehr Power, legt das neue Kraftpaket im Drehmoment sogar 14% zu. Der 2,0 CDTI ist ab 2015 erhältlich und leitet damit eine neue Generation großer Dieselmotoren ein. Die Minimierung der Motorengeräusche und Vibrationen stand bei der Entwicklung, zuzüglich der Effizienz-Steigerung, ganz weit oben. Und dank des BlueInjection-SCR-Systems sind die Abgase des neuen 2,0-Liter-Diesels so sauber wie bei einem Benzinmotor und erreicht damit die strenge Euro-6-Abgasnorm problemlos.

Opel Zafira Tourer

6. Urban-SUV von Honda

Honda lässt tief blicken. Noch vor der Premiere auf dem Autosalon in Paris zeigt der japanische Autohersteller sein erstes Urban-SUV für Europa. Der HR-V ist der erste kleine SUV für den europäischen Markt, der ein wenig an einen Coupé mit klaren und schwungvollen Linien erinnert. Im Innenraum präsentiert sich der kleine Große geräumig und dank der Honda Magic Seats, die sich wie im Kino nach oben klappen lassen, wird hinter den Vordersitzen zusätzlicher Stauraum frei für beispielsweise großes und sperriges Gepäck. Legt man zusätzlich die Sitze um, entsteht sogar ein ebener Ladeboden. Weitere Features und Details werden wohl erst nach der Weltpremiere bekannt. Man darf also gespannt sein.

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7. Gestatten? Mein Name ist Karl

Opel bringt im Sommer 2015 einen neuen Kleinwagen auf den Markt. Name: Karl. Das steht angeblich für die Markenwerte: deutsch, emotional und nahbar. Dazu ist der Name noch kurz und einprägsam. Nach Adam, verhilft der neue Karl Opel zum stärksten Mini- und Kleinwagenportfolio der bisherigen Geschichte des Rüsselsheimer Konzerns. Der kompakte Karl verfügt über fünf Türen und ebenfalls fünf Sitzplätze. Er soll das neue Einstiegsmodell der Marke werden. Als Hommage an einen der Söhne des Firmengründers wird der neue Karl kommendes Jahr für Furore sorgen.

Opel Karl: The new five-door entry-level model expands Opel’s small car range