Wie die AutoBild den Leser verarscht!

Erste Fahrt, Ausfahrt, Fahrbericht, Test oder so ähnlich – so nennen wir auf autohub.de die Artikel, bei denen wir unseren Lesern ein neues Auto vorstellen, nachdem wir es gefahren sind. Eine Vorstellung ist ein Artikel über ein Fahrzeug, das wir nicht selbst gefahren sind – was wir aber niemals machen würden, ist: Einen Artikel zu „fälschen“. So zu tun, als wären wir ein Auto gefahren und dann darüber zu berichten, wie sich das Auto fährt. Ehrensache, oder? Einfach nur „Journalisten-Basics“, oder? So arbeiten aber doch alle Auto-Journalisten, oder? Leider nein.

So führt die AutoBild den Leser an der Nase herum

„Die Lenkung arbeitet direkt und präzise“

AUTO BILD fährt in Sunny California das Coupé der C-Klasse von Mercedes. Aber: pssst, streng geheim!

Es ist völlig normal, dass die Automobil-Hersteller den großen Auto-Zeitschriften besondere Bonbons anbieten, die an uns kleinen Online-Publishern unsichtbar vorbeisurren. Dinge unter dem Radar der allgemeinen Motor-Journaille. Hammer-Geschichten, exclusiv für die Papierwerke der Verlagshäuser. Immerhin subventioniert man die großen Verlage mit sagenhaften Werbe-Deals. Da will man auch kontrolliert die Vorfreude der Leser auf die neuen Modelle anfeuern.

Aber geschenkt. Nach 5 Jahren in dieser Branche akzeptiert man das.

Was ich eher merkwürdig finde, ist die Geschichte, die man in der letzten Woche in der Papier-Variante der AutoBild lesen konnte und nun seit gestern auch online

Das neue C-Klasse Coupé feiert auf der IAA in Frankfurt in ein paar Wochen seine Premiere – da kann man als Automobil-Hersteller schon einmal in der Redaktion in Hamburg anrufen und fragen: Hey, wollt ihr nicht eine Geschichte zum neuen C-Coupé machen?

Wie AutoBild Mercedes-Benz an der Nase herumgeführt hat

Natürlich will man – exclusiv, vorab, ein gänzlich neues Modell fahren? Klar. Und was kommt dabei heraus?

da war es noch die mitfahrt

Aber dann muss in der Redaktion der AutoBild die Klimaanlage ausgefallen sein und in Hamburg drehte man durch

Die „Mitfahrt“ in einem Prototypen. Übliche Kost. Der Hersteller bietet sowas dem Auto-Verlag an, der greift zu. Aber dann muss in der Redaktion der AutoBild die Klimaanlage ausgefallen sein und in Hamburg drehte man durch (so meine Spekulation!).

Und aus der Mitfahrt wurde ein Vergleichstest und dem getarnten Erlkönig wurden per Computerretusche die Tarnhüllen entfernt – fertig war ein „typisches“ Bild-Produkt. Ein Aufmacher, der sich nur um den Effekt kümmert, nicht um den Wahrheitsgehalt. Und den Leser, wo informiert man ihn über die Retuschen am Foto? Nirgendwo!

C-Coupé vs. Ford Mustang

Den journalistischen Mehrwert des Vergleiches von C-Coupé und Ford Mustang muss man suchen, am Ende bedienen beide völlig anders sortierte Zielgruppen. Aber gut, der Mustang war in den USA gerade verfügbar (Spekulation) und außerdem ist das Interesse in Deutschland an dem neuen Pony von Ford riesengroß.

jetzt ist es ein Vergleich

Peng, so macht man „Geschichten“.  

Nur, dass man den Leser damit an der Nase herumführt, das scheint der Redaktion in Hamburg nicht so wichtig zu sein. Mein Gott, wer will schon wissen, ob unser Redakteur wirklich selbst gefahren ist? Und hier kann mein-auto-blog die Bestätigung geben: Nein, der AutoBild Redakteur ist das neue C-Klasse Coupé nicht selbst gefahren. (Der Redakteur selbst war leider zu keinem Kommentar bereit..vermutlich hat ihm Hamburg einen Maulkorb verpasst..wieder Spekulation) Wie man dann allerdings zur Aussage kommt, dass die Lenkung direkt und präzise arbeitet? Oder wie man die Überzeugung erfahren konnte:  „Je schärfer das Mercedes Coupé gefordert wird, desto mehr nimmt es den Charakter eines Sportwagens an.“ – es bleibt mir ein Rätsel.

Oder, wie man überhaupt nur diesen Artikel online stellen kann. Fotos, die am Computer retuschiert wurden, ohne den Leser darauf hinzuweisen – so zu tun, als hätte man einen „ersten Vergleich“ erfahren können. Liest man die Kommentare unter dem entsprechenden Online-Artikel, dann wird klar: Der AutoBild Leser hat die Story genau so verstanden, wie man das in Hamburg kalkuliert hatte. Oder anders, man hat den Leser des eigenen Blattes mit Vorsatz an der Nase herumgeführt.

Ob das mit Mercedes-Benz so abgesprochen war?

Inoffiziell dementiert Mercedes-Benz dies. Ja – eine erste „Mitfahrt“ hatte man angeboten. Dass am Ende so getan wird, als ob die AutoBild das neue C-Coupé gegen einen „Mitbewerber“ testen konnte, bevor das Fahrzeug der Öffentlichkeit präsentiert wird, nein, das war nicht abgesprochen. Und da kann man nur sagen: Schämt Euch in Hamburg.

Den Leser belogen, den Hersteller an der Nase herumgeführt. 

Nun ist der Hersteller selbst schuld. Jeder weiß, die Verlage stecken in der Krise. Papierauflagen sinken, die Werbe-Einnahmen schmelzen schneller dahin als der „Respekt vor dem Leser“. Da ist jedes Mittel recht. Auflage. Klicks. Rettungsringe und Leistungsschutzrecht. Und eben unsauberer Journalismus.

Gerade die AutoBild

Es ist noch nicht lange her, da fragte die AutoBild in einer Doppel-Seite: „Sollen Auto-Blogger Autos testen dürfen?“ Was folgte, war eine wirre Ausführung über die Probleme der Verlage mit den freien Onlinern. Vorwürfe, Anschuldigungen und Herabsetzungen komprimiert und initiiert von „Journalisten“ mit Zukunftsängsten.

Heute – nach dieser Leser-Verasche in der AutoBild, sollte die Frage neu gestellt werden:

„Sollen Leser dem Journalismus der Auto-Bild Redakteure weiter Glauben schenken?“

Vermutlich nicht.

Aber Sie als Leser von mein-auto-blog dürfen mir vertrauen, dafür stehe ich persönlich ein, wir werden auch in der Zukunft nur dann einen Vergleich anstellen, wenn wir beide Autos selbst gefahren sind. Wir werden Ihnen keine Bilder unterjubeln, die wir am PC retuschiert haben, nur um Sie hinters Licht zu führen! 

 

 

Linktipp: Jens Stratmann zur „AutoBild“ Lügenstory

Fahrbericht: Lexus RC F

Auch wenn sich die Toyota-Tochter Lexus vorwiegend als Hybrid- und Nobelmarke definiert: Schon seit den frühen 90er-Jahren gibt es eine sportliche Unterströmung, die sich zunächst im Coupé SC 400 manifestierte, im Supersportwagen LFA einen vorübergehenden Höhepunkt fand und nunmehr mit dem 4,71 Meter langen, 477 PS starken Sportcoupé RC F ihre jüngste Ausprägung findet.

Der nicht einmal 1,40 Meter hohe und 4,71 Meter lange RC F tritt als Sportler in die Fußstapfen des 423 PS starken Viertürers IS F, der ohne direkten Nachfolger bleibt. Mit der Coupéform zielt der neueste Lexus jetzt direkt auf Audi RS5, BMW M4 und das nächste Mercedes-Benz C63 AMG Coupé mit V8-Turbo. Zudem könnte das Cadillac ATS Coupé mit einem über 400 PS starken V6-Turbo auf den Markt kommen.

In diesem Konkurrenzumfeld profiliert sich der Lexus konzeptionell als letzter klassischer Sportwagen. Nur noch der Audi RS5 verfügt über einen Saugmotor, alle anderen Modelle bekommen Turbos. Doch als Allradler, der eine Frontantriebs-Plattform nutzt, fehlt dem Audi der Hinterradantrieb. Das traditionelle Rezept kommt nur noch bei Lexus zum Einsatz.

Von gestern ist der Japaner deswegen jedoch keineswegs – im Gegenteil. Wie gelassen sein Fünfliter-V8 bei niedrigen Drehzahlen antritt, wie vehement er oberhalb von 3.800 Umdrehungen pro Minute (U/min) noch einmal nachlegt und wie souverän er bei 7.100 U/min seine Spitzenleistung von 477 PS aus dem Ärmel schüttelt. Das muss ihm erst einmal ein kleiner Turbomotor nachmachen. Die Spitze liegt bei abgeregelten 270 km/h, der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert nur 4,5 Sekunden. Kein Grund zum Feiern ist der Durchschnittsverbrauch von 10,8 Litern pro 100 Kilometer, der sich allerdings auch ohne besondere Anstrengungen nachvollziehen lässt – eine Übung, die bei modernen Turbomotoren nur selten gelingt.

Bemerkenswert ist dabei, dass der RC F im normalen Straßenverkehr und bei vorsichtigem Gasfuß gänzlich zivile Manieren an den Tag legt. Erst in der Hand des Experten wird der Japaner zum Supersportwagen, der kaum noch Konkurrenz zu fürchten hat. Bei dynamischer Fahrweise spannt der Lexus die Muskeln, die Acht-Gang-Automatik peitscht die Gänge durch, der V8 wird hellwach, und das immerhin rund 1,8 Tonnen schwere Coupé lässt sich mit äußerster Präzision durch die Kurven dirigieren.

Das Fahrwerk des RC F ist grundsätzlich sportlich, aber mit ausreichend Restkomfort abgestimmt; die direkte Lenkung und die hart zupackende Bremsanlage passen zum Charakter des Japaners. Vorn kommen 255er-Reifen, hinten kommen sogar Pneus der Dimension 275/35 R 19 zum Einsatz. Gegen Aufpreis gibt es ein Torque-Vectoring-System, das sich stufenweise einstellen und das den RC F extrem agil in Kurven eindrehen lässt. Die Karosserie ist extrem steif, was sich Lexus unter anderem durch 40 Kilogramm Mehrgewicht gegenüber dem IS F erkauft.

Ansprechverhalten von Lenkung und Antrieb lassen sich in vier Modi anpassen, von Eco bis Sport S. In keiner der Stufen bleibt der Komfort restlos auf der Strecke. Die Sitze sind straff, aber langstreckentauglich, jedenfalls vorn. Der Fond taugt hingegen nur für kleinere Menschen oder Kinder. Eigenständig wirkt das komplett ausgestattete Cockpit mit seinen je nach Fahrzeugmodus unterschiedlich dargestellter Instrumentierung. Das berührungsempfindliche Touch-Pad-Feld, mit dem sich ein Cursor auf dem Zentralbildschirm bewegen lässt, erweist sich jedoch als ablenkungsträchtig.

Schon die regulären Lexus-Modelle wirken mit ihrem sogenannten „Diabolo“-Kühlergrill ungewöhnlich aggressiv; der RC F legt mit keilförmiger Proportion nochmals nach. Gegen Aufpreis gibt es Dach und Heckspoiler aus Carbon, und wer partout auch noch eine Motorhaube aus teurem, glänzend lackierten Kohlefaser-Verbundstoff wünscht, dem erspart Lexus ebenfalls den Weg zum Tuner. Wir würden – nicht nur aus Kostengründen – darauf verzichten, obwohl das komplette Carbon-Paket immerhin 10 Kilogramm Mindergewicht bedeutet.

Wenn der RC F im Januar 2015 in den Verkauf gelangt, wird er rund 75.000 Euro kosten. In Anbetracht des Gebotenen geht dieser Tarif in Ordnung. Dass er auf den markentypischen Hybridantrieb verzichten muss, dürfte die Kundschaft dieses rundum überzeugenden, klassischen Hochleistungs-Coupés wohl locker verschmerzen.

Der Fahrzeugschein:
Hersteller: Lexus
Typ: RC F
Basis-Preis: 75.000 €
Motor: V8
Getriebe: 8-Gang Automatik
Antrieb: Heck
Hubraum: 4.969 ccm
Leistung / Leistung (E-Motor): 477 PS (351 kW) / — PS
Drehmoment: / Drehmoment (E-Motor): 530 Nm  /   —
Gewicht Fahrfertig: 1.765 kg
Von 0 auf 100: 4.5 s
Höchstgeschw.: 270 km/h / limitiert
Verbrauch (NEFZ): 10.8 Liter
CO2-Ausstoß (NEFZ): 252 g/km
Testverbrauch min: x l/100km
Testverbrauch max: x l/100km
Länge / Breite / Höhe / Radstand 4.71 / 1.85 / 1.39 / –
Testwagenpreis:

 

Fahrbericht Lexus 06 RC-F Fahrbericht Lexus 07 RC-F Fahrbericht Lexus 04 RC-F Fahrbericht Lexus 05 RC-F Fahrbericht Lexus 11 RC-F Fahrbericht Lexus 03 RC-F

 

Quelle: Jens Meiners für das auto-medienportal.de

Vertane Chance: Ein Besuch in Leipzig

Eine Kolumne von Jens Meiners

Nur noch alle zwei Jahre findet die AMI in Leipzig statt, und zwar im Wechsel mit der IAA in Frankfurt. Die meisten Hersteller stellen aus, und Leipzig hat nicht nur eine ehrwürdige Messetradition, sondern auch eine hochkarätige Autoindustrie zu bieten: Porsche montiert hier Cayenne, Macan und Panamera; BMW baut hier nicht nur den 1er, den X1 und das 2er Coupé, sondern auch das Elektroauto i3 und den Hybrid-Sportwagen i8. Beste Voraussetzungen also für eine Messe, die sogar über Deutschland hinausstrahlen konnte. Doch was heuer in Sachsen geboten wurde, zeugte von einer Lustlosigkeit, die für die Zukunft dieser Messe wenig Positives erwarten lässt.

Von Mazda und Toyota musste die AMI Absagen kassieren, und auch Renault mit seiner in den neuen Ländern besonders starken Tochtermarke Dacia zieht es überraschenderweise vor, sich durch Nichtanwesenheit zu profilieren. Nicht einmal Lada lässt sich blicken; die Exponate der russischen Billigmarke verliehen der AMI mit ihrem rustikalen Charme bislang stets besonderen Reiz.

Die meisten anderen Hersteller haben Interessantes mitgebracht, und es gibt sogar mehrere Weltpremieren: Audi zeigt erstmals den technisch und stilistisch überarbeiteten Audi A7; Mercedes hat das nagelneue T-Modell der C-Klasse dabei; und bei Volvo gibt es eine sportliche Variante des Volvo V60 Plug-in-Hybrid. Bei Ford gibt es den gelifteten Focus zu sehen.

Dazu kommen zahlreiche Deutschlandpremieren – darunter mit dem BMW 2er Active Tourer, dem Citroen C-Cactus und dem Hyundai Genesis Fahrzeuge, die einiges an Diskussionspotential mitbringen. Sie verteilen sich auf heuer nur noch drei Hallen.

Denn das Potential dieser Messe ist am Pressetag – und das ist leider schon eine Leipziger Tradition – kaum genutzt worden. Die meisten Journalisten haben die AMI nicht im Blick; die Chance, einige der interessantesten Neuvorstellungen der letzten Monate erstmals in Ruhe in Augenschein nehmen zu können, ist offenbar zu wenig, um die Anreise auf sich zu nehmen. Und die meisten Hersteller tun wenig, um das zu ändern. Einige Premium-Marken präsentieren zwar ihre Exponate, wer allerdings einen kompetenten Ansprechpartner sucht, wird auf Hostessen verwiesen. Viele Pressesprecher glänzten an diesem Freitag zwischen Christi Himmelfahrt und dem Wochenende durch Abwesenheit.

Wer ein spektakuläres Rahmenprogramm schätzt, für den gab es an diesem Wochenende ohnehin Alternativen: Mehr „Action“ herrscht bei der Fuchsschwanz-Parade von Opel in Oschersleben oder bei der inoffiziellen Prototypen- und Kuriositäten-Messe des VW-Konzerns beim GTI-Treffen am Wörthersee.

Und so herrschte tagsüber an der Leipziger Messe-Allee eine geradezu surreal ruhige Stimmung, unterbrochen allenfalls vom Tross der Freunde des Internet-Forums „motor-talk.de“, der lautstark durch die Hallen zog. Für Abwechslung sorgte auch der Auftritt dreier Hamster im Anzug – Phantasiewesen aus der internationalen Kampagne für den Kia Soul, die zu Ehren der erwartungsvollen Pressevertreter eine engagierte Tanzeinlage vorlegten.

Die große Ruhe des Pressetages wandelt sich erst beim traditionsreichen Internationalen Abend des Verbandes der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK), bei dem Industrievertreter und politische Würdenträger zusammenkommen, um vor der offiziellen Eröffnung der Messe am Sonnabend gemeinsam zu feiern. Auf der hochkarätigen Gästeliste figurierte heuer auch Audi-Entwicklungsvorstand Dr. Ulrich Hackenberg, dem zuvor vom Verband der Motorjournalisten der berühmte Dieselring verliehen worden war. In das Schmuckstück ist ein Metallspan eingearbeitet, der einst unter notarieller Aufsicht vom originalen Motor Nikolaus Diesels abgehobelt worden war.

Vielleicht gelingt es der Leipziger Messe in Zukunft ja, auch ohne derartige Anlässe die Spitzen der deutschen Autoindustrie zur AMI zu holen. Sie hat jetzt fast zwei Jahre Zeit, daran zu arbeiten. In den nächsten Wochen liegt es an den Besuchern, die AMI zum Erfolg zu machen.

(Quelle: ampnet/jm)
bjoern-mein-auto-blog

Im Dialog mit Jens Meiners – Exclusiv aus New York

Was bringt 2014?  Jens Meiners hat für das Auto-Medienportal einige Fragen zum Automobiljahr 2014 beantwortet.

Üblicherweise verwende ich im Blog keine vorgefertigten Meldungen aus der Welt der kostenfreien Medien-Distribution. Aber, ich finde die sechs Fragen ganz interessant. Daher, die Fragen und Antworten aus dem Artikel und jeweils darunter, meine eigenen Gedanken zur gestellten Frage.

Exklusiv aus New York: Fragen für 2014

jens meinersMindestens fünf autorelevante Messen finden 2014 in den USA statt: Auf die Consumer Electronics Show in Las Vegas und die Automesse in Detroit im Januar folgt im April die New York Auto Show mit der Verleihung des Awards World Car of the Year. Zum Jahresende stehen die Los Angeles Auto Show und die Tuner-Messe SEMA an. Und im Sommer trifft sich die Designer- und Veteranen-Szene im kalifornischen Pebble Beach. Nach wie vor ist der US-Markt von entscheidender Bedeutung für die Branche – nicht zuletzt als Gradmesser für Trends und Entwicklungen.

Dies sind einige der wichtigsten Fragen für 2014:

Kann Fiat die Kontrolle bei Chrysler übernehmen?

JM: Konzernchef Sergio Marchionne möchte die restlichen Anteile an dem US-Konzern übernehmen, doch der Pensionsfonds der Gewerkschaft UAW – er hält 41,5 Prozent an Chrysler – versucht, den Preis nach oben zu treiben. Im Detroiter „Solidarity House“ – dort residiert die Gewerkschaft – scheint sich herumgesprochen zu haben, dass die zum Kleinwagenhersteller geschrumpften Italiener dringend auf die erstaunlichen Gewinne angewiesen sind, die von der Mannschaft in Auburn Hills mit relativ bescheidenen Mitteln generiert werden. Fiat bietet offenbar 4,3 Milliarden US-Dollar, der Fond will fünf Milliarden.

Meine Meinung:  Die Frage ist geklärt. So ist das in der Welt der Nachrichten. Manchmal wird man von den Ereignissen überrollt. FIAT übernimmt Chrysler komplett!

Wird das GM-Sorgenkind Opel profitabel?

JM: Die Überraschung was groß, als der scheidende GM-Chef Dan Akerson den Abschied von Chevrolet vom europäischen Markt verfügte. Der Rückzug der fest etablierten Marke US-Marke soll Opel zugute kommen. Doch ob sich die verlassenen Chevrolet-Kunden auf die Rüsselsheimer – bzw. ihr britisches Nostalgie-Anhängsel Vauxhall – einlassen, ist alles andere als ausgemacht. Die Hoffnungen des Weltkonzerns lasten nun auf Opel. Scheitern die Rüsselsheimer, scheitert GM in Europa.

Meine Meinung: GM ist in Europa gescheitert und das gibt den Rüsselsheimern endlich die Chance, die eigenen Produkte ohne hausgemachte Billig-Konkurrenz an den Mann zu bringen. Ich habe Opel nie als das GM-Sorgenkind gesehen, sondern die Sache andersherum betrachtet: GM war die größte Sorge von Opel. Die Rüsselsheimer bauen gute Autos, jetzt haben sie im Vertrieb endlich die Chancen, die zum wirtschaftlichen Erfolg führen werden.

Etabliert sich GM in der Oberklasse?

JM: Die als „car gal“ annoncierte, kommende GM-Chefin Mary Barra muss entscheiden, welche Modelle auf der hinterradgetriebenen „Omega“-Plattform in Serie gehen. Derzeit ist nur eine einzige Variante fest eingeplant, die im Cadillac-Modellprogramm in Rufweite oberhalb des CTS und der frontgetriebenen XTS-Limousine positioniert ist. Möglich ist jedoch auch ein „Flagship“-Modell im Segment über 100 000 Dollar – und eine Ableitung für Buick. Ohne diese Modelle dürfte GM kaum die Skaleneffekte erzielen, die man sich bei der Definition der Plattform erhofft hatte.

Meine Meinung: Ganz kurz und simpel: Nein. Oder andersherum, die Frage ist nicht genau genug. In der Europäischen Oberklasse? Niemals. In der US-Oberklasse ist der Brand Cadillac jedoch auf einem guten Weg. Der von mir gefahrene Cadillac ATS war beeindruckend, aber bis der Kunde eine „neue Marke“ in der Oberklasse akzeptiert, vergehen Jahrzehnte. Audi kann davon eine Geschichte erzählen.

Bleiben die Fans BMW treu?

JM: Das Elektroauto i3 und der Plug-in-Hybrid i8 sind die Leuchttürme der Ära Reithofer bei BMW, die Öko-Rhetorik ist beeindruckend. Und der Markterfolg der E-Fahrzeuge scheint aufs erste gesichert, für den in geringen Stückzahlen importierten i8 werden in den USA gar Wartelisten geführt. Die klassische BMW-Kundschaft in den USA ist allerdings irritiert. Sie beschäftigt sich mit anderen Fragen – beispielsweise der, ob es erstrebenswert sei, den Reihen-Sechszylinder durch Vierzylinder-Turbos zu ersetzen oder ob es eine Zukunft gibt für das klassische Schaltgetriebe. i3 und i8 sind den automobilen Lebenswelten der Kernklientel hierzulande fremd.

Meine Meinung: Ich denke BMW läuft ganz groß in Gefahr, die ehemals klaren Werte der eigenen Marke zu verlieren. Und dieser Verlust wird durch neue „i-Modelle“ nicht aufgefangen. Der i3 und vor allem der i8 könnten zu Einmal-Effekten führen. Doch der Kern der Marke BMW gerät in Vergessenheit!

Bleibt Mercedes Premium?

JM: Mit dem frontgetriebenen CLA bewegt sich Mercedes-Benz in das Segment um 30 000 Dollar, US-Chef Steve Cannon will sogar um die Kunden der in enormen Stückzahlen verkauften Honda Accord und Toyota Camry buhlen. Es bleibt abzuwarten, ob der CLA den Schritt in den hartumkämpften Massenmarkt ohne Blessuren übersteht.

Meine Meinung: Ja. Der CLA ist ein cleverer Marketing-Schachzug. Solange Qualität und Anmutung auf Europäischen Niveau bleibt, können es die Stuttgarter schaffen, die eigenen Tradition und Werte auch in neue Fahrzeug-Segmente zu liefern.

Schafft VW den Durchbruch?

JM: Die Verkaufszahlen der Wolfsburger in den USA sind ungewöhnlich schlecht. Noch immer leidet man unter dem schlechten Image, das man sich jahrelang durch qualitativ mangelhafte Autos aus mexikanischen Werken eingehandelt hat. Noch immer bleibt VW auf eng definierte Marktsegmente beschränkt, der japanischen Marke Subaru nicht unähnlich. Zu wenige Kunden sehen VW als echte Alternative. Möglicherweise bringt aber der für 2015 erwartete erwartete SUV auf Basis der MQB-Architektur den Durchbruch. Sicher ist das nicht, und klar ist schon jetzt: 2014 wird für VW zur Durststrecke.

Meine Meinung: Ich sehe das ganz ähnlich wie Jens Meiners. Der VW-Konzern hat (und damit kann er vielen anderen als abschreckendes Beispiel dienen) die eigenen Markenwerte nicht nachhaltig in die US-Produktpalette transportiert. Günstig produzieren, aber wertig verkaufen. Das ging in die Hose. Auf der anderen Seite ist der Nord-Amerikanische Markt für die Niedersachsen lange nicht mehr so wichtig, wie früher. Die Frage sollte daher lauten: Will VW einen „Durchbruch“ schaffen in den USA? Oder überlässt man das Feld der Konzernschwester Audi?

http://www.rad-ab.com/2012/06/05/das-ultimative-fahrzeug-fuer-9-990-e/

Links zum Frühstück

Guten Morgen, es ist Freitag der 31. August und hier sind die wichtigsten Links für den Tag:

Mercedes-Benz Citan: The Renault Van with the Three-Pointed Star

Mercedes-Benz Citan: The Renault Van with the Three-Pointed Starhttp://blog.caranddriver.com/mercedes-benz-citan-the-renault-van-with-the-three-pointed-star/#more-90921When Mercedes-Benz and Renault-Nissan announced their cooperation of massive proportions, backed up by an exchange of shares, we were promised common components and technology. Now we’re beginning to see the first products of that partnership: the Citan light commercial vehicle—little more than a rebadged Renault Kangoo—that goes on sale in Europe beginning in September. The […]
Kleiner Mann, großes Kino: Fahrbericht zum Suzuki Swift Sport | passion:driving

Kleiner Mann, großes Kino: Fahrbericht zum Suzuki Swift Sport | passion:drivinghttp://passiondriving.de/2012/08/29/kleiner-mann-groses-kino-2-wochen-im-suzuki-swift-sport-fahrbericht/
Angesehen: VW Golf 6 GTI Cabrio > Volkswagen > Rad-ab.com

Angesehen: VW Golf 6 GTI Cabrio > Volkswagen > Rad-ab.comhttp://www.rad-ab.com/2012/08/30/angesehen-vw-golf-6-gti-cabrio/Hach, in ein paar Wochen lerne ich den VW Golf 7 kennen und darauf freue ich mich sehr. Der neue VW Golf soll ja mal wieder ein weiteren Meilenstein setzen und daran gibt es auch…
Ich will auch Rennfahrer werden! Oder: Meine erste Runde im Renntaxi auf der Nordschleife » Allgemein, BMW » Motor-inside.com

Ich will auch Rennfahrer werden! Oder: Meine erste Runde im Renntaxi auf der Nordschleife » Allgemein, BMW » Motor-inside.comhttp://motor-inside.com/2012/08/30/ich-will-auch-rennfahrer-werden-oder-meine-erste-runde-im-renntaxi-auf-der-nordschleife/Während ich noch an meinem zwickenden Rennoverall zupfe und zerre ruft man mir aufgeregt zu “Mach dich bereit, du bist der Nächste!” Die Haube habe ich schon auf dem…
Jaguar XJ_e – Plug-In Hybrid nimmt an Future Car Challenge teil — greenmotorsblog.de

Jaguar XJ_e – Plug-In Hybrid nimmt an Future Car Challenge teil — greenmotorsblog.dehttp://www.greenmotorsblog.de/hybridautos/jaguar-xj_e-%E2%80%93-plug-in-hybrid-nimmt-an-future-car-challenge-teil/Jaguar schickt seinen noch nicht in Serie erhältlichen Plug-In Hybriden ins Rennen um den Titel des effizientesten Autos der Welt.