Der Renault Kangoo

Der will doch nur spielen? Nein, der kann so richtig mithelfen!

Renault Kangoo, der Familienfreund aus Frankreich

Test- und Kaufberatung des französischen Van-Urgesteins

Wer erinnert sich noch an diese wundervolle Renault-Werbung zum Start des Renault Kangoo? Na, Sie wissen schon, diese Werbung, in der ein Nashorn den Kangoo als idealen Lebenspartner identifizierte. Jetzt? Okay, hier ist der Link (klick).

Test Fahrbericht 35 Renault Kangoo

Gewinnt Herzen, keine Schönheitswettbewerbe

Das Design und der Innenraum des Renault Kangoo

Der Renault Kango ist eine Mischung aus Van und Kombi.  Und zudem hat er das Segment der „wirklich“ praktischen Familien-Vans mitgegründet. Seine Optik macht keinen Hehl daraus, wer so einen Kangoo fährt, der trägt auch weiße hohe Socken in Sandalen und kurze Hose. Hemden auch mal ungebügelt und beim Jacket kann es gerne auch Kord sein. Oder einfach mal einen Blaumann. Pragmatisch ist der Oberbegriff, nicht nur für das Auto. Auch für den Kleidungsstil.

Der hohe Innenraum im Kangoo wird ernsthaft sinnvoll genutzt. Ablagefächer ohne Ende, eine Etage über den Köpfen von Reihe eins wird ergänzt von einer weiteren Ablage-Batterie in Reihe zwei, auch dort üben den Köpfen und dort sogar mit Klappen zum Verschließen. Eine weitere „Ladebox“ gibt es zudem zwischen den Vordersitzen.  Davor der Handbremshebel im Design eines „Flugzeug-Schubhebels“. An der Front bleibt der Kangoo rundlich und freundlich im Blick – allerdings weiterhin ohne Lifestyle-ChiChi und beleuchtet wird die Straße nur mit H4-Scheinwerfern.

Am Heck trägt der Renault Kangoo zwei große Flügeltüren, allerdings gegen Aufpreis, wobei diese 150 € teuren asymmetrischen Hecktüren im Alltag praktischer sein dürften als die Scheunentor große Heckklappe der Serien-Variante.

Zwei Schiebetüren verschaffen dem Kangoo den notwendigen Platz in Reihe zwei. Der Kangoo ist in zwei Größen erhältlich, unser Testwagen war der „kurze“ Kangoo mit einer Länge von 4.282 mm, darüber rangiert der „Grand Kangoo“ mit einer Gesamtlänge von 4.688 mm. Die zusätzliche Länge wird unter anderem durch einen verlängerten Radstand gewonnen (von 2.697 mm auf 3.081 mm) und macht aus dem Kangoo endgültig einen Laderaum-Meister.

Der ist halt vor allem eines: Praktisch. Und das sieht man.

Test Fahrbericht 64 Renault Kangoo

Der Komfort

Die ganze Familie findet ausreichend Platz auf bequemen, ausreichend großen und gut gepolsterten Sitzen. In der zweiten Reihe hat der Kangoo eine Rücksitzbank, die man 1/3 zu 2/3 umklappen kann. Fünf Erwachsene und deren Gepäck haben mehr als genug Platz. Wobei Platz aber eben vor Komfort oder gar Premium-Allüren geht. Der Nutzen ist hier das Kaufkriterium. Wer Luxus und Komfort möchte, sollte sich in anderen Fahrzeugkategorien umsehen. Dafür kann man den Kangoo dann ruhig mit Umzugskisten, Blumentöpfen, Trikots, Sportgeräten und Altpapier beladen. Mit der über eine halbe Tonne Zuladung und den großen Türen bleibt der Kangoo ein Lademeister.

Was den Geräuschpegel angeht, so bleibt der Diesel des Testwagens immer prägnant im Vordergrund – aber nicht störend. Nicht, wenn man sich nicht an Sandalen mit Socken stört.

Die Basisversion des Renault Kangoo nennt sich Authentique und besitzt eigentlich alles, was man zum Überleben im Alltag so braucht. Besonders pragmatische Gesellen finden bestimmt auch Gefallen an den unlackierten Stoßfängern. Wer nach Gehör fährt, wird sie lieben.

Allen anderen, den Papas und den Familien-Chauffeuren empfehlen wir die „Limited Deluxe“ Version. Hier sind dann so praktische Dinge wie Licht- und Regensensor ebenso inklusive wie die Reifendruckkontrolle, Seitenairbags und die Zentralverriegelung mit Fernbedienung. Eine Einparkhilfe hinten schont die dann lackierten Stoßfänger, eine Klimaautomatik hält den Innenraum im Sommer kühl.

Test Fahrbericht 66 Renault Kangoo

Der Antrieb

Renault bietet drei Dieselmotoren und einen Benziner für den Kangoo an. Bei den Selbstzündern reicht die Palette von 75 PS bis 110 PS, der Benziner hat 115 PS. Alle Dieselmotoren basieren auf dem als 1.5 dCi bekannten Triebwerk mit 1.461 ccm³. Der Motor-Code der Triebwerke lautet K9K und als 110 PS-Variante hat es der Diesel sogar bis zu den Premium-Kollegen aus Stuttgart geschafft. Nicht nur im Baureihen-Zwilling Citan von Mercedes tut dieses Triebwerk seinen Dienst, sondern auch in den Frontantriebs-Modellen der A-, B-, und CLA-Baureihen. Muss es der „große“ Diesel für den Kangoo sein? Nein, eher nicht. Unsere Empfehlung: Greifen Sie zum dCi90. Dessen 220 Nm reichen für den Alltag völlig aus. Einzig die damit einhergehende Beschränkung auf fünf Gänge ist nicht nachvollziehbar.

Der dCi110 kommt dann auch mit einem aktuellen manuellen Sechsganggetriebe.

Test Fahrbericht 13 Renault Kangoo

Der Renault Kangoo Kauftipp von mein-auto-blog:

Wir wählen den Kangoo „Limited Deluxe“, ein aktuelles Sondermodell, kombinieren dieses mit dem 90 PS Dieselmotor und ordern folgende Extras:

– Asymmetrische Hecktüren
– Windowbags, durchgehend
– R-Link Navigationspaket mit Kartenmaterial für ganz Europa

und dank der „Limited Deluxe“ Variante ist alles andere bereits inklusive. Der Gesamtpreis beläuft sich laut Liste dann auf 21.240 €.
Ein mehr als fairer Preis für einen derart „sinnvollen“ Familien-Van.

Der Kangoo-Klon Test der AutoBild – eine dämliche Sache

Die AutoBild ist nicht wirklich dafür bekannt einen Motor-Journalismus mit hohem Anspruch zu verwirklichen. Im Gegensatz zu den anderen Titeln aus dem Springer-Verlag, bleibt man jedoch auf einem weniger opportunistischem Feld und versucht den Lesern nur die Automobile-Welt neu zu erklären.

Der Kangoo-Klon von Mercedes-Benz – eine runde Sache

So der Titel eines Vergleichstest in der Jahresendausgabe der Vereinszeitung für den Automobilen-Demagogen Stammtisch. Im so genannten „Vergleichstest“, der erfolgreiche Volkswagen Caddy, der vor allem durch die Nashorn-Werbung bekannt gewordene Renault Kangoo und die nicht nachvollziehbare jüngste Blutschande aus dem Daimler-Konzern: Der Citan.

Wie bereits in anderen Themenbereichen mehrfach bewiesen (z. Bsp. bei der Affäre Carglass) ist man sich auch in diesem Fall nicht zu schade, ein wenig Klientel-Teilzeit-Motorjournalismus auszuleben.

Obwohl Renault Kangoo und Mercedes-Benz Citan mit der gleichen Antriebs-Hardware ausgeliefert werden, ist man sich nicht zu schade zu schreiben:

Der Dieselmotor im Citan stammt vom Kangoo. Durch geändertes Motormanagement wirkt er deutlich spritziger.

Sieht man vom merkwürdigen Satzbau ab (dürfte nur dem Print-Problem des Satzspiegels geschuldet sein) einmal ab – dann verwundert diese Aussage bereits ab dem Moment des lesens. Nicht, dass es einfach nur nach dem üblichen Pressetext riecht, nein, man selbst stellt diese Aussage nur zwei  Seiten weiter ad absurdum.

Wobei – entweder man stellt die Aussage ad absurdum, oder das Gefühl der AutoBild-Tester ist einfach beschissen – oder es lag an der zu „spritzigen Weihnachtsfeier“ (Fragen über Fragen!).

Denn vom „deutlich spritziger“ bleibt in den Messwerten nichts übrig. Im Gegenteil, sind die Beschleunigungswerte von 0 auf 50 noch identisch, so verliert der Citan auf 100 bereits 0,2 Sekunden. Und auf 130 sogar 0,7 Sekunden. Allenfalls im Durchzug relativiert es sich wieder um genau die gleichen Werte.

Mercedes Benz Citan gegen Kangoo

Hier von einem „deutlich spritzigeren“ Motor zu sprechen ist reiner Klientel-Journalismus und hat mit unabhängigem Motor-Journalismus nichts zu tun. Aber worüber aufregen?

Das der Citan am Ende vor dem Kangoo liegt ist ebenso wenig verständlich, bietet der Kangoo doch in Serie auch Kopfairbags in der zweiten Reihe, die beim Sicherheits-Vorreiter mit dem Stern nicht erhältlich sind, weder für gute Worte noch für Geld. Zudem liegt der Kangoo Ausstattungsbereinigt gleich 3.000 € unter dem Citan und bietet doch von allem genauso viel …

Selbst schuld wer die AutoBild liest…

 

P.S.: Im übrigen hat Renault keine Werbeanzeige in der aktuellen AutoBild, Mercedes-Benz jedoch zwei volle Din A4 Seiten. Sicherlich Zufall.

 

autobild

Mercedes Kangoo - Blendwerk

Citan – Bild des Tages

Das Bild des Tages kommt von Mercedes-Benz und zeigt den neuen Stadt-Lieferwagen: CITAN.

Auf dem Foto sieht man zwei junge Männer die eine hippe Holzbank tragen, die sie vermutlich gerade aus dem in Stadtreinigungs-Orange gehaltenen Citan ausgeladen haben und nun in Richtung eines Möbel-Geschäftes tragen. (Der Hintergrund zu dieser Bild-Geschichte ist im übrigen auch ganz simpel. Wie man bereits bei der Wahl des  Stadt-Lieferwagens erkennen kann, haben die beiden Dauer-Studenten keinen blassen Dunst von nix. Deswegen haben Sie auch gedacht, die Holzbank  wäre ein Lattenrost – aber erst später gemerkt, dass man den Lattenrost nicht ausrollen kann, nun bringen die Zwei als den vermeintlichen Holz-Lattenrost zurück..) Und der Namen des Geschäftes?  

Blendwerk

Wie passend. Ist der Mercedes Citan doch auch ein Sternen-Blender der ersten Güteordnung. Geboren vor 10 Jahren als Renault Kangoo, erlebt er gerade ein Revival als Mercedes-Stadtlieferwagen. Die Verkleidung wirkt weder von vorne, mit dem Nasenbären-Kostüm, noch von hinten, besonders einfallsreich und so passt kaum eine Bezeichnung besser auf das Fahrzeug als der Schriftzug der bereits im Bild zu sehen ist: „Blendwerk“.

Mercedes Kangoo – Blendwerk

 

Foto Quelle und weitere Fotos: http://carscoop.blogspot.com/2012/02/spied-mercedes-benz-testing-renault.html

Mercedes, bitte nicht.

Man kann eigentlich nur hoffen, das es ein schlechter Marketing-Gag ist, einen vollständig in Erlkönig-Folie beklebten Renault Kangoo mit Stuttgarter Nummernschilder durch die Autotester-Wälder im hohen Norden Finnlands kurven zu lassen.

Foto Quelle und weitere Fotos: http://carscoop.blogspot.com/2012/02/spied-mercedes-benz-testing-renault.html
Foto Quelle und weitere Fotos: http://carscoop.blogspot.com/2012/02/spied-mercedes-benz-testing-renault.html

Wenn das kein Gag ist, dann treten meine schlimmsten „Badge-Engineering“ Alpträume schon bald ein, denn dann wird Mercedes-Benz tatsächlich einen von Renault vor zig Jahren konstruierten Mini-Van mit dem Stern im Kühlergrill adeln und so die eigenen Kunden hinters Licht führen.

Das Beste oder Nichts? Nun – ich bin überzeugt, das war es nicht, woran man denken sollte. Einen in die Jahre gekommenen französischen Mini-Van zu kopieren. Bitte Mercedes-Benz, sagt mir, ihr meint das nicht ernst!