News: Mercedes-AMG E 43 4Matic – Mit 401 PS die vorläufige Spitze

Erst zeigten uns die Stuttgarter den Innenraum des neuen Business-Modells, dann wurden Exterieur-Fotos präsentiert, kürzlich folgte die Premiere der neuen E-Klasse: Sukzessive gab man mehr bekannt. Umso mehr verwundert es, dass das Topmodell der Baureihe nicht allzu lange auf sich warten ließ und nun in Form des Mercedes-AMG E 43 4Matic vorgestellt wird. Zumindest vorerst, denn wir alles wissen, dass sich die Stuttgarter nicht mit 401 PS zufrieden geben – vor allem angesichts der erfolgreichen Konkurrenz vom Schlage eines BMW M5 oder Audi RS6. Jetzt aber beleuchten wir das vorläufige Topmodell. Read more

Fahrbericht: Ford Fiesta ST

Eine wohlige Andersartigkeit durchflutet die Aura des Ford Fiesta ST. Äußerlich, klar, da erkennt man den Kleinwagen sofort als Kölner Stadtfloh. Seine Persönlichkeit offenbart er erst nach dem Schlüsseldreh und den ersten Metern in der freien Wildbahn. Der Stadtverkehr mit ihm mag hart sein, herzlich wird der ST jedoch, sobald es auf die Landstraße geht. Hinter seiner profanen Kleinwagenmaske steckt eine knüppeldicke Überraschung.  Und während ein paar Kollegen die Testwagen 2014 gewählt haben und sich dabei auf eine Top 3 geeinigt haben, lenke ich den Fokus auf einen ganz besonderen Testwagen in diesem Jahr. Auf meinen Testwagen des Jahres 2014:

Es kann nur einen geben!

Ford Fiesta ST

Der will nur spielen. Und das schon eine kleine Ewigkeit lang. In seinem Segment hat der Fiesta ST durchaus auch eine Tradition vorzuweisen, aber so richtig Ehre hat es ihm noch nicht eingebracht. Dabei ist gerade dieser Fiesta ST die vermutlich deftigste Erinnerung an das, was man früher mal das „GTI-Feeling“ nannte. An einen ehrlichen, kleinen, überschaubaren und vor allem, noch viel wichtiger, einen bezahlbaren Volks-Sportler.

Dass die Nase jetzt so ein wenig nach englischer Sportwagen-Aristokratie aussieht, nimmt man schmunzelnd hin. Dass der Innenraum die trostlose Kölner-Kleinwagen-Herkunft nicht völlig verleugnen kann, man akzeptiert es. Spätestens nach dem ersten wilden Ritt über Eifel-Landstraßen oder daheim bei uns im Spessart. Es könnte auch die Sonderprüfung zur Rallye Monte Carlo sein, wenn der 1.6 Liter EcoBoost Turbo sein Eco über Bord wirft und fauchend nach Luft schnappt.

Ford Fiesta ST 50 Fahrbericht Testwagen des Jahres 2014

Hansdampf in allen Gassen

Die Optik ist schärfer, der EcoBoost heftiger. Im Innenraum sollen es die Sportsitze heraus holen. So richtig Laune macht das nicht. Aber es passt. Ein wurstig-griffiges Lenkrad mit silbernen Elementen, ein Aluminium-Schaltknauf und drei benoppte Aluminium-Pedal. So richtig wichtig ist das mit dem Innenraum ja auch gar nicht. Die Schaltanzeige im Cockpit will an die EcoBoost-Talente erinnern. Sparsam und so. Vermutlich fühlt sich die Anzeige selbst auch fehl am Platz. Schöner ist es, dem verwischenden Glimmen der rötlichen Zeiger zuzuschauen, wenn sich der 1.6 Liter Turbomotor durch die Drehzahlskala presst. Dass dort ein Turbo am Werk ist? Man merkt es. Nicht an einem drehfaulen Motor, sondern am Sound und am Druck.

Klavierlack rund um die Mittelkonsole mag adrett wirken, die vielen Taster des alten Entertainment-Systems törnen jedoch ab. Aber auch hier, egal. Wer braucht ein Radio in diesem kleinen Berserker? Lasst die Spiele beginnen. Die Musik grummelt das Doppel-Endrohr munter in die Landschaft.

Eilige Drucksache

Sie verstehen Spaß in Köln. Tempo 260 haben Sie dem kleinen Kölner Randale-Zwerg in den Tacho gestanzt. Das kann kaum sein. Oder doch? Erster Termin zur Abfahrt, Türen ins Schloss fallen lassen, nach dem Gurt angeln und das wurstige Lenkrad fest in die Griffel genommen.

Satt und unanständig betörend für einen so kleinen Stadtwagen grummelt der EcoBoost-Vierzylinder vor sich hin. Kalt liegt der Alu-Schaltknauf in der Hand. Großserien-Getriebe. Natürlich hatte man mehr erwartet. Aber gut, schlecht ist es nicht. Ausreichend direkt, ausreichend genau. War das Make-Up eventuell doch zuviel? Die Erwartungen zu hoch?

Ford Fiesta ST 41 Fahrbericht Testwagen des Jahres 2014

Bissfest und ohne Gnade

Die 240 Newtonmeter des Turbos ziehen ansatzlos durch. Malträtieren die Vorderräder. Wenn es feucht wird, kapitulieren die Bridgestone Sportreifen des Fiesta. Bereits nach wenigen Metern ist man mit der Straße unter den fein in die Radhäuser gezogenen 17-Zoll Felgen per du. Das Getriebe ist frei von einer unsäglichen Eco-Abstimmung. Kurz abgestimmt, da passen die Gänge zum Spielcharakter des 1.6 l Turbos. Druck, schalten, druck, schalten – Tempo 160. Ehe du dich versiehst, hast du im Kölner Rennzwerg deinen Lappen abgegeben. Also, abkühlen, runterkommen. Die nächste Landstraße wählen, Konzentration auf das Feedback an der Lenkung.

Sportlich straff soll die Federung laut Ford sein. Ich denke, hart aber ehrlich trifft es wirklich besser. Das hat seine Vorteile. Kurzer Wink in Richtung Vorderachse und der Fiesta ST wirft sich vorwitzig in die nächste Kurve. Dabei hält er sich nicht lange mit Seitenneigung auf. Umlegen, angasen, anbremsen und von vorne. Das Heck fühlt sich dabei agil und dynamisch an. Die Hinterachse ist nicht nur da, damit der Auspuff nicht auf dem Boden schleift. Hier wird die Agilität gefördert. Beim harten Anbremsen kann das für eine leichte Nervösität sorgen, aber alles gut. Alles im Rahmen dessen, was man sich immer von einem „Hot Hatch“ gewünscht hat. Das hat Charakter, so macht das einfach nur Spaß.

Die Bremse macht das launige Landstraßen- Intermezzo willig mit. Bleibt standhaft und erzählt freimütig von den Reserven.

Ford Fiesta ST 34 Fahrbericht Testwagen des Jahres 2014

Testverbrauch

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[tab title=“Alltagsfahrer“]Der Alltagsverbrauch bewegt sich um die 8.1 Liter auf 100 Kilometern.[/tab]
[tab title=“Öko-Experte“]Wer es darauf ankommen lässt, der unterschreitet die 7 Liter Grenze mit viel Tapferkeit. 6.3 Liter, weniger waren auch bei äußerster Enthaltsamkeit nicht machbar.[/tab]
[tab title=“Ohne Rücksicht“]Turbo läuft, Turbo säuft und die Grenzen des Downsizing sind dort erreicht, wo man es richtig laufen lässt. Die Max-Tour wurde mit 11.3 Liter abgeschlossen.[/tab]
[/tabgroup]

Ford Fiesta ST 38 Fahrbericht Testwagen des Jahres 2014

Zurück in die Zukunft

Es ist lange her, dass mich ein Auto so begeistert hat. Und es sind doch oftmals die, von denen man es nicht erwartet. Kölner Kleinwagen? Pah. Das Jahr war voll mit Testosteron-Prügeln. AMG-Hämmer, S-Modelle und exotische Sportler. Aber und das wird sich nie ändern, von denen erwartet man die aus den Fugen tropfende Begeisterung. Die Lust am Fahren wird indes immer seltener. Fahrdynamik-Schalter, Soundgeneratoren und die All-Inklusive-Mentalität lässt aus ehedem sportlichen Kompakten fette und dröge Alltagswürfel werden. Der Fiesta ST brachte in diesem Jahr etwas zurück, was ich simpel als „Fahrspaß“ bezeichnen lässt.

Am Abend noch schnell 350 Kilometer heim? Ein Traum, wenn am Flughafen der Fiesta ST wartet. Denn auch wenn die 260 auf dem Tacho hochgestochen sind – bei 230 rennt er fast in den Drehzahlbegrenzer – so ist es doch die Elastizität, die einem die Sinne raubt.  Egal, ob dritter, vierter oder fünfter Gang. Der Fiesta ST geht immer motiviert die Bahn entlang, wie ein Kölner an Karneval an die Kölsch-Bar. Der Durst bleibt dabei überschaubar. Also beim ST. Trotz viel Powerplay auf der linken Bahn und schnellen Attacken über Land war der Gesamtverbrauch des Fiesta ST unter 9 Liter. Bleibt man cool, fährt EcoBoostig durch die Lande, dann sind gute 6 Liter auf 100 als Minimum machbar.

Dass sein Trompeten-Sound im Innenraum nicht nur aus dem Motorbereich und dem Auspuff kommt, sondern zum Teil synthetisch ist, man verzeiht es ihm. Und mehr Kritik bleibt bei der Zeitreise zurück zu den „echten Hot Hatches“ nicht wirklich übrig. So könnte das in der Zukunft bleiben!

Fazit:

Es kann nur einen geben. Nur einen Testwagen des Jahres 2014. Und in diesem Jahr war es der Fiesta ST. Seine Talente sind berauschend und fallen dennoch nicht unter das Betäubungsmittel-Gesetz. Dabei bringt er den erwünschten Ausbruch aus dem Alltag.

Für unter 20.000 € (okay, rein akademisch) leistet der Ford Fiesta einen ernsthaften Anteil an der Work-Life-Balance. Und am Ende gilt nur ein Satz als Fazit: „Völker dieser Welt, sucht ihr Fahrspaß, schaut auf dieses Auto“!

 

Fahrzeugschein: Ford Fiesta ST 2014

Hersteller: Ford
Typ: Fiesta ST
Klasse: B-Segment Dreitürer
Motor: R4
Getriebe: 6G manuell
Antrieb: Frontantrieb
Hubraum: 1.596 ccm
Leistung / Leistung (E-Motor): 182 PS b. 5.700 U/min | –
Drehmoment: / Drehmoment (E-Motor): 240 Nm b. 1.600 U/min | –
Gewicht Fahrfertig: 1.195 kg (EWG m. Fahrer)
Von 0 auf 100: 6.9 s
Höchstgeschw.: 223 km/h
Verbrauch Benzin (NEFZ): 5.9 Liter
CO2-Ausstoß (NEFZ): 138 g/km
Emissionsklasse: EU 5
Effizienzklasse: C
cW-Wert:
Kommentar:
Fotos im Artikel: Bjoern Habegger  Titelbild: Bjoern Habegger

Kurz gefahren: Ford Fiesta Sport

Kleine Kölner Krawallbüchse?

Der Ford Fiesta mit dem 140 PS Turbo-Benziner im kurzen Fahrbericht

Die Fakten klingen langweilig. Nur drei Zylinder. Nur ein Liter Hubraum und das alles in einem Kleinwagen. So richtig nach sündiger Lust klingt diese Kombination nicht. Auch nicht,  wenn es sich bei dem Dreizylinder um einen Turbomotor handelt? Um den mehrfach als „Engine of the Year“ ausgezeichneten EcoBoost-Turbo von Ford? Und wenn es nicht die Standard-100 PS sind, sondern juvenil jauchzend und Ladedruck fauchende 140 PS? Ha! Plötzlich wird aus dem Alltags-Brot ein Feiertags-Menü.

Ford Fiesta im Sport-Modus

Seit dem Facelift erinnert die Schnauze des kleinen Kölners ein wenig an einen englischen Sportwagen. Mag Zufall sein oder nicht. Als Sport-Fiesta wird der schöne Kühlergrill zudem geschminkt. Der schwarze Fiesta Sport trägt rotes Make-Up und der rote Fiesta schwarzes Make-Up. Für eine kurze Spritz-Tour stand uns der schwarze Fiesta Sport zur Verfügung. Dessen rotes Make-Up wirkt arg jugendlich und auch ein wenig zu forsch. Man vermutet fast einen D&W-Aufkleber auf der Heckscheibe oder wenigstens einen Kenwood-Aufkleber in Übergröße. Aber weit gefehlt. Der Sport-Fiesta dürfte , auch wenn es die Zielgruppe nicht freut, erst einmal nichts für allzu forsche jugendliche Automobil-Ersttäter sein. Das Tuning-Element der Kontrastfarben wirkt als Warnhinweis. Vorsicht Druck. Der 140 PS Fiesta ist nach dem Fiesta ST (Fahrbericht folgt zum Jahres-Ende!) der schärfste Sport-Kamerad in dieser Leistungsklasse. Da gönnen wir dem Kölner die Maskerade.

Wer die Sportschau nicht für andere öffentlich zur Schau stellen will, der wählt besser die Grundfarbe rot, dann wirken die schwarzen Kontrastfarben deutlich weniger aufdringlich. Schwarzes Dach, schwarze Spiegel, schwarzer Kühlergrill, schwarze Felgen. Das ist ordentlich subtil in der sportlichen Botschaft. Aber es wirkt. Oder man lässt es gleich ganz weg. Denn auch das bietet Ford für den Sport-Fiesta an.

Fahrbericht Ford Fiesta Sport 18 140 PS Kölner Zwerg

Ab € 18.700 für die tägliche Sportschau

Viel wichtiger als das Farbenspiel und der große Heckspoiler ist die Leistung, die man für die Einmalzahlung von 18.700 € beim Ford-Händler bekommt. Mit 180 Nm drückt der 1.0 Liter EcoBoost-Turbo in die fünf Gänge, als wollte er die Erinnerungen an die alten Sport-Kameraden vom Schlage eines Golf GTI oder eines Opel GSI vom Antlitz der Erde wischen. Über 200 km/h? Schafft der Fiesta Sport. Unter 10 Sekunden auf 100 km/h? Natürlich auch. Wenngleich der Fiesta Sport hier dem stärkeren und nochmals deutlich sportlicheren Fiesta ST mehr als nur eine Anstands-Sekunde schenkt.

Doch der Fiesta Sport ist auch beim täglichen Ausritt noch eine Nummer zahmer als der ST. Er behält einen ordentlichen Restanstand beim Thema Federungskomfort, ohne deswegen unhandlich oder weniger agil zu wirken. Seine Feder-Dämpfer-Elemente scheinen nicht ohne Rücksicht auf des Fahrers Bandscheiben abgestimmt. Der kleine – noch immer sportliche – Bruder des Fiesta ST bekommt einen ansehnlichen Spagat hin.

Auf der einen Seite ist er Krawallbüchse und Donnerkugel mit Ladedruck, auf der anderen Seite überspannt er den Bogen nicht und lässt die Sportstunde nicht zur Tortur werden.

Fazit:

Mit seinen knapp 4 Metern (3.982 mm) ist der Fiesta kein ganz kleiner Wagen mehr. Die zweite Sitzreihe erfüllt nicht nur eine Alibi-Funktion. Die Sitze passen und auch die feinen Details wie die Alu-Pedale im Fußraum wirken nicht nach lahmer Kleinwagen-Kost. Dennoch ist nicht alles eitel Sonnenschein: Obwohl das Facelift des Fiesta nicht allzu lange her ist, nervt im Innenraum leider noch immer das alte Entertainment-System. Die Kombination aus dem kleinen Display und den vielen Knöpfen kann mit der restlichen Vorstellung des kleinen Sport-Zwergen nicht mithalten.

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Leistung: Preis:
140 PS ab 18.700 €

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Unter Druck – Fahrbericht A 45 AMG

Mit der neuen A-Klasse hat es Mercedes-Benz im letzten Jahr ernst gemeint. „A wie Angriff“ lautete das Motto und aus der Ex-Kutsche für Senioren wurde ein scharfer HotHatch. Ob richtig oder falsch – das will ich an dieser Stelle nicht mehr diskutieren. Die A-Klasse wird als Kompaktwagen ihren Weg gehen.  Mit dem neuen Top-Modell der Baureihe – oder anders, mit dem neuen Einstiegsmodell der Mercedes-Sportwagenabteilung AMG demonstrieren die Schwaben nun, wie ernst sie es mit dem „Angriff“ gemeint haben.

Kraftwerk kompakt

Mit 360 PS Leistung spielt der A 45 AMG weit oberhalb der Golf GTI-Liga. Die einzigen Mitwerber um die Krone in der Kategorie „most powerful hot hatch“ sind andere: ein BMW M135i oder ein – derzeit nicht mehr erhältlicher – Audi RS3.  Auch der kommende Audi S3 erreicht die Leistungswerte der kraftvollsten A-Klasse nicht.

A45 AMG

360 PS HotHatch – 250 km/h schnell

A Klasse mit Druck A45

So beschreibt ihn der Hersteller:

„..ein agiles und emotionales High-Performance Fahrzeug für das urbane Leben..“

„…außergewöhnliche Kombination aus sportlichen Fahrerlebnis, extravagantem Design und höchster Individualität..“

„..enorm viel Fahrspaß mit vier Zylindern..“

  • Hubraum: 1.991 ccm³
  • Bauart: 4-Zylinder Reihen-Turbomotor
  • Drehmoment:  450 Nm – 2.250/ 5.000 Umdrehungen
  • Antrieb:  7-Gang Doppelkupplung Allradantrieb

A45 AMG Motor zwei Liter

Turbodruck in allen Lagen

Mit dem leistungsstärksten Zweiliter-Vierzylinder Turbomotor für Serienfahrzeuge feiert AMG den Einstand in die Welt der Kompaktwagen. 360 PS sind ein Machtwort in dieser Fahrzeugklasse und das Leistungsverhältnis je Liter Hubraum (180PS/Liter) überragt viele große Sportwagen-Namen. Neben der Höchstleistung des kleinen Vierzylinders, ist es vor allem das massive Drehmoment von 450 Nm zwischen 2.250 und 5.000 Umdrehungen, welches  sportlichen Fahrer das Grinsen in das Gesicht meißelt.

Wie bei allen AMG-Modellen, so wird auch der für AMG-Verhältnisse eher putzige Vierzylinder von AMG-Mannen per Hand zusammengebaut. Und weil man zur Qualität steht, kleben auch auf den A-Klasse Motoren von AMG die Plaketten mit dem Schriftzug des Monteurs. One Man, one Engine. Der Slogan gilt weiterhin!

A45 AMG Reifen Felgen 19

Fahrwerks-Perfektion

Es gibt Mitwerber, die lassen auch mehr als 300 PS über die Vorderachse auf die Straße – zur Freude von  Reifenhändlern, zum Frust der Besitzer bei Regen und anderen nicht idealen Straßenzuständen.  Den Kammschen Kreis bekommt man nicht eckig und so kann die Vorderachse auch bei kompakten Fahrzeugen am Ende eben nur eines: Die Richtung vorgeben oder die Kraft auf den Boden bringen.  AMG hatte den Allradantrieb in ihren Modellen, erst vor kurzem im neuen E63 AMG 4matic als Option vorgestellt – bei der neuen A-Klasse kamen die Kraft-Experten aus Affalterbach nicht mehr darum herum, den Allrad als „Basis“ zu nutzen. Und die Entscheidung war richtig. Sie war gut. Der A 45 AMG kennt keine Traktions-Probleme, er hechtet einfach bei jedem Leistungswunsch nach vorne. Das Gaspedal fest auf das Bodenblech gehämmert und das Küken im AMG-Nest krallt sich entschlossen in den Asphalt. Das funktioniert nicht nur geradeaus, sondern auch in Kurven. Vor allem in Kurven. Nervöse Reaktionen sind dem Fahrwerk hierbei fremd. Idiotensicher – das hören die AMG-Mannen nicht gerne, ich umschreibe es daher lieber als: Unproblematisch und souverän – egal wer am Lenkrad dreht.

Auf Landstraßen ist man im Prinzip ständig in der Gefahr, seinen Führerschein auf Lebzeiten zu verlieren – viel zu viel Laune macht der 360 PS und viel zu einfach macht er es seinem Piloten, die volle Leistung des Motors auch auf die Straße zu bringen.

A45 Drehzahlmesser

Eindrücke und Emotionen

Es war daher nur sinnvoll, die echten Talente der Über-A-Klasse auf der Rennstrecke zu erfahren. Nürburgring und Hockenheim kenne ich ganz gut – den Sachsenring eigentlich gar nicht und den Bilster Berg, den wollte ich unbedingt kennen lernen.

Und auf dieser völlig neuen Rennstrecke im Niemandsland zwischen Kassel und Hannover gelegen, konnte ich auf abgesperrter Strecke nachprüfen wie ernsthaft der sportliche Anspruch der A-Klasse in der AMG-Variante wirklich ist.

ESP off, das Automatikgetriebe auf „Sport“ gestellt und den Helm am Schalensitz abgestützt. Wer jetzt gefühllos auf das Gaspedal trampelt, der katapultiert die A-Klasse in 4.6 Sekunden auf 100 km/h. Die Auspuffanlage trompetet in einem für Vierzylinder untypischen Sound. Er brummt, er bratzelt, er faucht. Grummelnd bis fauchend lässt man den A45, über die Kuppen und Wechselkurven der neuen Achterbahn am Bilster Berg fliegen.

Der Profi-Rennfahrer Jan Seyfarth führt uns über die richtige Linie am Bilster Berg und hinter dem großen Bruder der A-Klasse, dem SLS, dürfen wir mit jeder Runder ein wenig näher an das Limit des kleinen AMG.  Und dabei zeigt sich vor allem eines:

Das Limit ist mit einer Butterweichen Linie gezogen. Keine fiesen Reaktionen sobald man über die Haftgrenze der Reifen kommt. Auf der Rennstrecke bestätigt der A 45 AMG,  was er auf der Landstraße bereits angedeutet hatte:

Im Feld der „kleinen wilden Kompaktsportlern“ hat der A45 AMG das Talent ein Großer zu werden! 

A45 und CLA 45 AMG im Bild

Fazit:

A wie Angriff. Der A 45 AMG ist eine fast ebenso beeindruckende wie dreiste Erscheinung unter den sportlichen Kompakten. Vor allem als Edition One wirkt sein Make-Up für den Kriegspfad jedoch schlicht „too much“. Der feuchte Traum von post-pupertären Führerschein-Neulingen wird als A 45 AMG ein vermutlich nicht refinanzierbarer Wunsch bleiben. Und das ist auch gut so. Der Einstandspreis von 49.682,50 € sorgt für eine simple, finanzielle Selektion, im Kreise der Kaufinteressenten.

Mich persönlich hat der A 45 AMG mächtig beeindruckt. Nie zuvor haben vier Zylinder in einem Kompaktwagen auf einer Rennstrecke für soviel Druck gesorgt und soviel Laune gemacht.

Achso:

Seinen Namen hat der A45 im übrigen vom „Leistungniveau“ seines Antriebs bekommen – er liegt „halt so“ zwischen einem 400er  und 500er Mercedes.