Citroen Typ H – Kastiges Comeback

Eine der markantesten französischen Auto-Ikonen ist der Lieferwagen Citroen Typ H. Immerhin 33 Jahre, von 1948 bis 1981, wurde der mit gewelltem Blech beplankte Kasten produziert und prägte lange Zeit das Straßenbild Frankreichs. Jetzt beleben der Italiener Fabrizio Caselani und der ungarische Designer David Obendorfer den Mythos wieder.

Mit den neuen Anbauteilen bietet der Citroen Jumper den markanten Wellblech-Look des Typ H

In der Autowelt hat sich Obendorfer bereits mit einigen spektakulären Retro-Entwürfen einen Namen gemacht. Auch wenn seine sehenswerten Designideen sehr lebensecht wirkende Fahrzeuge zeigten, handelte es sich bislang nur um Computerbilder. Der neuzeitlich interpretierte Typ H ist hingegen Wirklichkeit geworden.

Zwar bestehen zwischen dem alten und dem neuen Typ H eindeutige Ähnlichkeiten, doch handelt es sich bei der Neuauflage um eine recht moderne Interpretation

Zwar zitiert die Neuzeit-Version klar erkennbar das historische Vorbild, doch handelt es sich zugleich um eine recht moderne Interpretation. Die Technik unterm Wellblech entspricht heutigem Serienstandard, denn im Kern handelt es sich um einen Citroen Jumper. Dieser wurde allerdings neu eingekleidet mit Karosserieteilen aus Fiberglas, die von der italienischen Firma FC Automobili produziert werden. Insgesamt sollen dort 70 Umbau-Kits für den italienischen Markt entstehen, die den Jumper zum Typ H wandeln. Preise wurden noch nicht genannt.

David Obendorfer hat sich auch viele Styling-Ideen für den Typ H ausgedacht

(Mario Hommen/SP-X)

Peugeot Partner Tepee Electric – Der lautlose Familienfreund

Bislang bietet Peugeot neben dem Ion noch den Partner in der Lieferwagen-Ausführung mit rein elektrischem Antrieb an. Zum Genfer Autosalon (9. -19. März 2017) stellt die Löwen-Marke nun zusätzlich den Tepee, also die familientaugliche Pkw-Version des Partner, mit E-Antrieb vor.

Wie die anderen Peugeot-Stromer wird sie von einer 49 kW/67 PS und 200 Newtonmeter starken E-Maschine angetrieben, die ihren Strom aus einer 22,5-kWh-Batterie bezieht. Fahrleistungen nennt Peugeot nicht, doch dürften diese auf Niveau des Nutzwert-Partners liegen, der in knapp unter 20 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprintet und bis zu 110 km/h schnell wird.

Die theoretische Reichweite liegt bei 170 Kilometer. An einer 230-Volt-Steckdose dauert das Laden der Akkus 12 bis 15 Stunden, per Chademo-Stecker ist auch ein Schnelladevorgang möglich, bei der die Batterien in 30 Minuten zu 80 % befüllt werden.
Der in zwei Paketen im Heck untergebrachte Stromspeicher soll den Nutzwert des Tepee Partner nicht beeinträchtigen. Der Kofferraum des Fünfsitzers lässt sich wie bei den konventionell angetriebenen Varianten von 1.350 auf 3.000 Liter erweitern.

Die Markteinführung des familientauglichen Stromers soll im September folgen. Preise werden noch nicht genannt, doch dürfte der elektrische Tepee wohl einige tausend Euro mehr als das Nutzfahrzeug-Pendant kosten. Dieses bietet Peugeot derzeit für knapp über 25.000 Euro an. (Mario Hommen/SP-X)

Hinter Gittern im VW load up!

Ruhig Blut! Es geht hier weder um schwedische Gardinen noch um sonst eine Art von Gefängnis, Knast oder Bau. Nein, Volkswagen bietet nun den load up! an, einen Lieferwagen, der über zwei Sitze verfügt, hinter denen ein Trenngitter installiert ist. Und damit zeigt sich schon der Haupt-Einsatzzweck des Mini-Flitzers: Kuriere, Pizzaboten und Konsorten bekommen mit dem load up! eine neue Alternative für das tägliche Liefergeschäft. Dabei darf das Ladegut sogar etwas größer ausfallen, schließlich bietet der Wolfsburger 990 Liter Ladevolumen. So darf die Pizza-Bestellung auch mal größer ausfallen.

Von außen sieht der load up! aus wie ein gewöhnlicher up!
Von außen sieht der load up! aus wie ein gewöhnlicher up!

Der VW up! gilt gemeinhin als so etwas, wie das Premium-Produkt unter den Kleinstwagen. Meist in weiß, wirkt er wie ein iPod – ganz schlicht und chic. Das geht dem load up! nicht ab, sondern nur seine Rückbank. Dafür erweitert sich hingegen der Kofferraum von der Kofferraumklappe bis zum serienmäßigen Trenngitter auf 990 Liter Volumen. Gepaart mit der Wendigkeit und Effizienz des Kleinwagen-Konzepts ergibt sich damit ein veritabler Großstadt-Transporter.

Der load up!: Innen Lieferwagen, außen iPod

Effizienz ist überhaupt ein großes Thema beim kleinen Lieferwagen. Als e-load up! wurde er in der Energieeffizienz mit einem A+ eingestuft. Das freut den Besitzer, da Stromer aktuell von der KFZ-Steuer befreit sind. Rechnet man den niedrigen Strom-Konsum hinzu, der sich auf 11,7 kWh/100 Kilometer beläuft, fährt man unter dem Strich wirklich günstig – wenn da nur der hohe Einstiegspreis nicht wäre. Rund 23.000 Euro muss man berappen, möchte man sich den elektrisch angetriebenen load up! vor den Laden stellen. Rechnet man die üppige Ausstattung mit Klimaautomatik, 15-Zoll-Leichtmetallfelgen und weiteren, vor allem optischen, Gimmick auf, fällt das Staunen über den hohen Basispreis geringer aus. Wenn man allerdings bedenkt, dass der e-load up! mit einer vollen Batterieladung nur maximal 160 km weit fährt, kommt man wiederum ins Grübeln.

vw-load-up-lieferwagen-2016-mein-auto-blog-1Doch es gibt noch andere Varianten, die weniger auf das Portemonnaie schlagen. So ist der City-Lieferwagen auch als 60 PS-Benziner mit einem Durchschnittsverbrauch von 4,4 Litern erhältlich und kostet nur noch rund 9.300 Euro. Dafür bietet er so gut wie keine Ausstattung. Doch die Preisdifferenz von rund 13.000 Euro gegenüber dem Stromer will erst herausgefahren werden. Als weitere Alternative bietet sich noch die Erdgas-Variante an, der eco-load up!. Er startet bei rund 11.800 Euro und begnügt sich mit 2,9 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer. Fragt sich nur, wo man das Erdgas tanken will, schließlich sind entsprechende Tankstellen rar gesät. Bei LPG sähe das schon ganz anders aus. Aber ein Pizza-Bote kommt ja gut rum und wird sicherlich den Weg zu einer Erdgas-Tankstelle finden.

News: Hyundai H350 – Garantiert neu

Transporter stellt Hyundai bereits seit über zwei Jahrzehnten her in allen erdenklichen Variationen für den globalen Markt, und kleinere Lieferwagen wie der H1 sind auch hierzulande längst erhältlich. Ab netto 28.440 Euro gibt es nun die H350-Fahrgestelle in der 3,5-Tonnen-Klasse, während die günstigste Cargo-Version – also der fensterlose Transporter – ab 30.980 Euro netto (36.866 Euro brutto) startet. Als Antrieb dient ein 2,5 Liter großer Diesel mit wahlweise 110 kW/150 PS oder 125 kW/170 PS. Die Basisversion ist erwartungsgemäß mager ausgestattet, aber der Kunde ist hier nicht zwingend anspruchsvoll. Wer auf das Budget achten muss und ohnehin meist alleine unterwegs ist, kann mit einem Fahrerairbag leben.

Der Gesamtverbrauch nach NEFZ rangiert laut Hersteller zwischen acht und zehn Litern. Wie sehr es bei den gewerblichen Fahrzeugen auf die Kosten ankommt, zeigt, dass nicht einmal elektrisch verstellbare Spiegel selbstverständlich sind. Hier rächen sich die an anderer Stelle angepriesenen ausladenden Abmessungen: Der rechte Spiegel ist bei der manuellen Version ohne Fremdhilfe nur umständlich zu verstellen – hier also bitte unbedingt das Häkchen machen.

Verhältnismäßig kommode Stühle und eine solide Materialverarbeitung sprechen für den Neuling
Verhältnismäßig kommode Stühle und eine solide Materialverarbeitung sprechen für den Neuling

Wenn das Preiskapitel zur Sprache kommt, winkt Markus Schrick, Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland, ab. Man wolle kein Volumen zu jedem Preis, sondern ein gutes Preisleistungs-Verhältnis bieten sowie solides Wachstum. Schleuderkurse müssen die potenziellen Käufer also nicht erwarten, doch man bekommt ein wertiges Produkt, für das sich die Verantwortlichen drei Jahre lang verbürgen – üblich im Wettbewerb sind lediglich zwei Jahre Garantie. Tatsächlich muss sich die Hyundai-Mannschaft nicht verstecken, der große Ladeprofi macht einen guten Eindruck. Ganze 25 Ablagen, gut zur Hand liegende Bedienelemente sowie klare Instrumente machen dem Fahrer das tägliche Leben im H350 angenehm. Und weil das Auge mitisst, spendierten die Konstrukteure ihrem Lastesel jede Menge Elemente aus den PKW-Vertretern der Marke. Das Multifunktionslenkrad beispielweise ist ebenso bekannt wie die Bedienlogik. Enter- und Infotainment sind bei Lieferwagen heute ähnlich wichtig wie auf dem Sektor der Personenkraftwagen, also sind auch Bildschirmnavigation und Bluetooth-Freisprechen verfügbar – optional zu später bekannt werdenden Preisen. Auf der Sicherheitsseite stehen Berganfahr-Kontrolle und Spurhalte-Assistent, das autonome Bremssystem beziehungsweise den Kollisionswarner muss der Hersteller noch nachliefern.

Viel Individualität gibt es bei den praktischen Dingen des Transporter-Lebens. Wie weit öffnen die hinteren Türflügel, welche Türen (Stichwort Schiebetüren) gibt es überhaupt, und sollen sie verglast sein. Bei diversen Arten von Ladungssicherheit helfen die 44 ausgewählten Transporter-Händler der Marke – mehr gibt es derzeit nicht. Es kann also sein, dass der Hyundai-Vertreter um die Ecke nur Personenwagen verkauft.

Als Antrieb dient ein 2,5 Liter großer Diesel mit wahlweise 110 kW/150 PS oder 125 kW/170 PS
Als Antrieb dient ein 2,5 Liter großer Diesel mit wahlweise 110 kW/150 PS oder 125 kW/170 PS

Bleibt die Grundsatzfrage nach den Motoren. Ob nun 150 oder 170 Pferdchen – die Performance liegt nah beieinander. Man muss ordentlich schalten, um hurtig von der Stelle zu kommen, wer also vom H1 umsteigt, wird deutlich merken, dass er hier einen schweren Brocken bewegt – doch die Zugkraft reicht, um im Alltag klarzukommen. Dass der Motor aus seiner Verbrennungsart keinen Hehl macht, liegt angesichts der Fahrzeugliga auf der Hand, man kann aber eine verstärkte Dämmung ordern. Verhältnismäßig kommode Stühle und eine solide Materialverarbeitung sprechen für den Neuling. Nächstes Jahr wird es übrigens auch einen Personentransporter geben. Hoffentlich kommt der heckgetriebene Kleinlaster bald auch mit Automatik, die Kunden würden es ihm danken.

Autor: Patrick Broich/SP-X

News: Peugeot Partner – Schicker und vernetzter

Parallel zum Citroen Berlingo erhält nun auch das Schwestermodell Peugeot Partner ein Lifting. Das als Hochdachkombi-Pkw und als Lieferwagen erhältliche Modell erhält neue Design-Elemente, mehr Technik-Optionen und saubere Motoren. Die Markteinführung erfolgt im Sommer, die Preise für die Pkw-Version dürften weiterhin bei knapp 18.000 Euro starten.

Auffälligste Änderung ist der neue Kühlergrill mit integriertem Löwen-Logo. Dazu gibt es auf Wunsch zwei neue Design-Pakete für die Karosserie. Innen finden sich neue Sitzbezüge und ein neues Bediensystem per Touchscreen. Zur technischen Aufrüstung zählen darüber hinaus ein City-Notbremsassistent und eine Rückfahrkamera. Das Infotainmentsystem beherrscht gegen Aufpreis auch das Spiegeln des Handy-Bildschirms.

Die Dieselmotoren wurden überarbeitet und erfüllen nun die Abgasnorm Euro 6. Das Angebot umfasst bei Pkw und Nutzfahrzeug drei Diesel mit Leistungswerten von 55 kW/75 PS, 74 kW/100 PS und 88 kW/120 PS. Der Einstiegsbenziner leistet 72 kW/98 PS, für den Pkw gibt es darüber hinaus eine Variante mit 88 kW/120 PS. Im Frühjahr ergänzt zudem ein neuer Dreizylinder-Turbobenziner mit 81 kW/110 PS das Programm. Für den Lieferwagen bleibt zudem der 49 kW/67 PS starke Elektroantrieb im Programm.

Die aktuelle Generation des Partners wird seit 2008 angeboten, 2012 gab es ein erstes Lifting. Die erneut überarbeitete Version tritt gemeinsam mit dem Konzernbruder Citroen Berlingo unter anderem gegen die ebenfalls frisch renovierten Konkurrenten Fiat Doblo und VW Caddy an.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Video: Ford Transit Connect, das Nutztier im Frack

Ebenso wie Hochdachkombis mit ihrem Pkw-Flair eine beliebte Kaufoption zu herkömmlichen Kombis sind, mausern sich die Nutztiere dieser Fahrzeugkategorie zu ansehnlichen Fahrzeugen, die nicht mehr nur ausschließlich mit ihren Ladepotenzialen punkten müssen. Einer von ihnen ist der Transit Connect. Hier hat Ford sowohl optisch deutlich nachgelegt als auch bei der Sicherheitsausstattung. Da regelt beispielsweise eine adaptive Lastenkontrolle das ESP entsprechend der Beladung, und auf Wunsch stehen erstmals in dieser Kategorie auch ein City-Notbremssystem und ein Notruf-Assistent zur Verfügung. (news2do.com)