Porsche 911 (992) – Weltpremiere in Los Angeles

Die achte Generation des Porsche 911 bringt nicht nur die erwartete Optik-Evolution, besonders bei Infotainment und Assistenten macht die Ikone einen großen Schritt in Richtung Zukunft.

Von hinten sind die Änderungen am markantesten

Mit dem Typ 992 geht der Porsche 911 in seine achte Generation. Das neue Modell wurde nun im Vorfeld der Los Angeles Auto Show (30. November bis 9. Dezember) vorgestellt. Optisch unterscheidet sich der Elfer besonders durch das Heck mit durchgängigem LED-Leuchtenband, breitem Spoiler und höherem Abschluss vom „alten“ 991-Modell. Außerdem tragen nun alle Varianten, unabhängig davon, ob sie Heck- oder Allradantrieb haben, die breite Karosserie. An der Vorderachse legt der Elfer um 4,5 Zentimeter in der Breite zu, außerdem trägt die Fronthaube in Anlehnung an klassische Modelle nun eine Vertiefung. Neu sind auch die Türgriffe, die elektrisch ausfahren.

Porsche legt den 911 neu auf

Im Innenraum setzt Porsche auf einen deutlich größeren Infotainment-Bildschirm als bisher. Das Display misst 10,9 Zoll und ist per Tipp- und Wischbewegungen zu bedienen. Moderner fällt auch der Instrumententräger aus, lediglich der mittige Drehzahlmesser ist noch analog. Die vier anderen freien Plätze für die Darstellung von Informationen sind digital und frei konfigurierbar. Neben den Neuheiten beim Infotainment hat der 992 auch bei den Assistenzsystemen aufgerüstet. Unter anderem sind nun ein „Wet Mode“ für nasse Straßen sowie ein Nachtsichtassistent und ein adaptiver Tempomat im 911 zu haben.

Das Display misst 10,9 Zoll und ist per Tipp- und Wischbewegungen zu bedienen

Im Heck des 992 sitzt ein gegenüber dem 991 leicht weiterentwickelter Sechszylinder-Boxer mit 3,8 Liter Hubraum und Turboaufladung. Der Carrera S, den Porsche vor dem normalen Carrera auf den Markt bringen wird, leistet nun 331 kW/450 PS – ein Zuwachs von 22 kW/30 PS. Übertragen wird die Kraft über ein neues Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe, das nur noch über die Wippen am Lenkrad geschaltet werden kann. Mit Allradantrieb im Carrera 4S geht es so in 3,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Das optionale Sport-Chrono-Paket feilt davon noch einmal zwei Zehntelsekunden weg.

Auch die ersten Preise hat Porsche im Zuge der Präsentation bereits bekanntgegeben. Die Baureihe 992 startet mit dem Carrera S bei rund 120.000 Euro, die Allrad-Version 4S kostet mindestens 128.000 Euro. Damit wird die achte Generation rund 8.000 Euro teurer als der Vorgänger sein.

Die inneren Werte zählen! Der neue CLS.

Everbodys Darling, ist immer auch Everybodys idiot. Oder so ähnlich. 

Als Mercedes-Benz vor 14 Jahren ein viertüriges Coupé auf die Straße stellte, ihm den Namen CLS verpasste und fortan die Erfolge für den Design-Mut einheimste – konnte ja keiner Ahnen, welche Wellen das Thema „Viertüriges Coupé“ jemals schlagen würde. Heute sind ja selbst SUVs nicht mehr geschützt davor, zum viertürigen SUV-Coupé zu werden. Mercedes-Benz und der CLS. Eine Erfolgsgeschichte.

2018 – der neue Mercedes-Benz CLS – die dritte Generation

Doch mit erscheinen der Weltpremiere in Los Angeles hat die nun dritte Generation massiv Gegenwind zu spüren bekommen. Das Netz ist voll mit hämischen, spöttischen bis hin zu schlicht ablehnenden Kommentaren. Es scheint, als wäre der Design-Mut von Gordon Wagener zu groß gewesen. Eine Fahrzeug-Skulptur, fast ohne Sicken und Kanten hat das Mercedes-Design Team unter Gordon und Robert Lesnik geschaffen. Ein wenig zu viel Fortschritt?

Der neue CLS besticht durch klare Formen. Ein flaches Greenhouse, eine gespannte Linie die sich von der langen Motorhaube über das niedrige Dach bis in das kurze Heck spannt. Auffällige Sichtkanten hat man abgeschafft. Stattdessen den Kühlergrill neu interpretiert. Im Stile der AMG GT-Modelle und des 1955er Panamericana inklusive einer leichten Neigung nach vorne. Damit entwickelt der CLS vor allem von schräg vorne eine ganz eigene Dynamik. Große Räder, spitze Scheinwerfer und ein neuer Air-Curtain vor dem Vorderrad sind die Details des CLS.

Gerade am Heck, hier wollte man die Coupés und Cabriolets der Marke noch einmal ins Spiel bringen, entzündet sich derzeit viel Kritik im Netz.

Kontroverses Design – Modernste Technik

Während Gordon Wagener vor Ort – im Video nach zuhören – das Design der dritten CLS Generation erklären kann, sind sich nicht alle Mercedes-Fans einig. Doch ich würde an dieser Stelle mal einen Moment abwarten und auf die Eindrücke warten, die man erhält, wenn man das Auto zum ersten Mal im Straßenverkehr sieht. Das ist immer noch einmal eine ganz andere Welt.

Über ein anderes Thema muss man derweil überhaupt nicht diskutieren. Bei den Motoren und der Technik im Innenraum, demonstriert Mercedes-Benz, mit wie viel Know-how man ans Werk gehen kann. Erst einmal kommen nur die neuen Sechszylinder-Reihenmotoren an den Start. Dabei spielen zwei Dieselmotoren und ein Benziner die Hauptrolle und diese werden nur mit dem 9-Gang Automaten kombiniert. Standesgemäß möchte man sagen. Die Leistung wird sich dabei von 286 PS bis 376 PS spannen. Gerade als 400d dürfte der CLS damit zu einer wundervollen Wahl für Vielfahrer mit dem Geschmack für das Besondere werden. Der ebenso vorgestellte 450er (Benziner) kommt mit einem 48-Volt Startergenerator, der als E-Boost arbeiten kann. Läuft, will man da sofort sagen. 😉

Shooting Brake und AMG

Die Gerüchte sagen; der Shooting Brake ist entwickelt, aber noch nicht freigegeben vom Vorstand. Und auch bei der AMG-Version muss man sich ein wenig umgewöhnen. Denn die Affalterbacher werden eine eigene Variante des CLS entwickeln und sich damit auch den V8 für das eigene Modelle aufsparen. Ob es nun ein CLS 50, 55 oder 53 im viertürigen Mercedes-Benz CLS geben wird – lassen wir jetzt mal an dieser Stelle offen – es wird auf jeden Fall keinen CLS 63 AMG geben.

Der neue CLS kommt im März 2018 auf den Markt. Zum Anfang gibt es eine Edition 1, die auch im AUTOHUB-Video gezeigt wird.

Alfa Romeo Stelvio – Premiere für ein SUV

Für den echten Alfinisti ist dieses Auto wohl ein Schock. Ein hochbeiniges SUV darf das Logo einer Marke tragen, die seit Jahren auf ihre sportlichen Gene setzt. Alfa-Chef Reid Bigland, der im Fiat-Konzern auch für Maserati zuständig ist, hat schnell tröstende Worte bereit: „Unser Stelvio setzt in der kleinen Familie sportlicher SUV neue Maßstäbe. Er ist stärker und spurtschneller als ein Porsche Macan“. Das gilt zumindest für den Super-Stelvio, der jetzt bei der Premiere auf der Autoshow in Los Angeles auf die Bühne rollte. Wie bei Alfa üblich trägt das Spitzenmodell den Beinamen Quadrifoglio (vierblättriges Kleeblatt) und protzt mit einer Leistung von 375 kW/510 PS, die er aus seinem 2,9-Liter-Sechszylinder mit Doppelturbo holt. Ferrari, eine weitere Fiat-Marke, hat bei der Entwicklung hilfreich Hand angelegt. Der Motor ist schon aus der Limousine Giulia bekannt, glänzt mit einer Durchzugskraft von 600 Newtonmetern, ist sicher auch im schwereren Stelvio für Tempo 300 und einen Spurt auf 100 km/h in knapp vier Sekunden gut.

Unter Normalbedingungen wird der 4,68 Meter lange Stelvio vornehmlich von der Hinterachse her angetrieben
Unter Normalbedingungen wird der 4,68 Meter lange Stelvio vornehmlich von der Hinterachse her angetrieben

Ein Sportwagen für den Nürburgring ebenso wie für verschlammte Pisten. Denn der Neuling hat den bereits aus dem Giulia bekannten Allradantrieb geerbt. Unter Normalbedingungen wird der 4,68 Meter lange Stelvio vornehmlich von der Hinterachse her angetrieben. Geht die Haftung verloren, kann bis zu 50 Prozent der Kraft gen Bug transferiert werde. Zu dem ausgeklügelten System gehören auch noch ein elektronisches Sperrdifferential am Heck, kombiniert mit einem aktiven „Torque Vectoring“ (Lenkeffekte in Kurven durch gezielte Umverteilung der Antriebskraft auf einzelne Räder). All das verspricht auf dem Papier ein Höchstmaß an agiler Wendigkeit bei der Kurvenhatz. „Wir werden auf dem Nürburgring zeigen, dass der Stelvio neue Bestmarken setzen wird“, verspricht Markenchef Bigland, räumt aber ein, dass sein Sport-SUV die legendäre Rennstrecke bisher nur im Simulator gerockt hat.

Der Motor ist schon aus der Limousine Giulia bekannt, glänzt mit einer Durchzugskraft von 600 Newtonmetern
Der Motor ist schon aus der Limousine Giulia bekannt, glänzt mit einer Durchzugskraft von 600 Newtonmetern

Soweit so gut, zumindest für jene eingefleischten oder neu eroberten Alfa-Fans mit dickem Geldbeutel, die unbedingt einen Allradler mit mehr als 500 PS besitzen wollen. Viel wichtiger als ein solcher Kraftprotz, der wohl gut 80.000 Euro kosten wird, sind die Normalversionen. Sie sollen im Hause Alfa endlich wieder für nennenswerte Verkaufszahlen sorgen. Wobei sich Reid Bigland noch nicht in die Karten gucken lässt. Er bestätigt zumindest, dass auch der 206 kW/280 PS starker Zweiliter-Turbo für den Stelvio zur Wahl steht. Klar doch, der Top-Manager spricht in den USA, wo Dieselmotoren derzeit nicht hoch im Kurs stehen.

Das Cockpit ist dezidiert sportlich gestaltet
Das Cockpit ist dezidiert sportlich gestaltet

Für Europa wird wohl der 2,2-Liter-Diesel mit 154 kW/210 PS die erste Wahl sein. Welche weiteren Triebwerke aus dem prallen Giulia-Angebot auch für den Neuling bestellt werden können, bleibt noch ein Geheimnis. Fest steht aber, dass Allradantrieb in den schwächeren Versionen, wenn überhaupt nur gegen Aufpreis zu haben sein wird. Da sich Alfa bei seiner Preisgestaltung am BMW X3 minus zehn Prozent orientiert, dürfte das Eintrittsgeld für den Stelvio bei etwa 40.000 Euro beginnen. Schließlich zählt sich Alfa laut Reid Bigland zur sogenannten Premium-Klasse, wo alles ein wenig teurer sein darf.

Wie bei Alfa üblich trägt das Spitzenmodell den Beinamen Quadrifoglio
Wie bei Alfa üblich trägt das Spitzenmodell den Beinamen Quadrifoglio

Was immer auch unter dem Blech lauert, zunächst muss die sorgsam gezeichnete Außenhaut für Aufmerksamkeit sorgen. Chef-Designer Klaus Busse, der über Mercedes, Chrysler und Jeep bei Alfa landete, beschwört die „Verantwortung, die wegen der ruhmreichen Geschichte auf seinem Team lastete“. Heraus kam ein recht kompakt wirkendes SUV, das viele Details mit dem technisch so eng verwandten Giulia teilt. Nicht nur die Gestaltung des Innenraums gleicht der Limousine, auch Front- und Heckpartie wurden weitgehend übernommen. Die angeschrägte Heckscheibe steht für sportive Dynamik und lässt durchaus Vergleiche zum Porsche Macan zu. Das Gesicht wird durch den zu neuer Größe gewachsenen typischen Alfa-Grill dominiert, der seit dem Giulia wieder vor stolz getragen werden kann. Da der Stelvio vier Zentimeter länger ist, sitzt man auch im Fond recht komfortabel. Auf den ersten Blick jedoch erscheint der Gepäckraum eher überschaubar. Das gleiche gilt für das Angebot an Assistenzsystemen, die in den Preislisten der angepeilten Rivalen reichhaltig zu finden sind, beim Stelvio dagegen recht bescheiden ausfallen. Hier gibt es ebenso Nachholbedarf wie beim Thema Gestaltung des Navigationsbildschirms oder beim Thema Vernetzung mit der virtuellen Außenwelt.

Auf der Autoshow in Los Angeles feiert der Alfa Stelvio seine Weltpremiere
Auf der Autoshow in Los Angeles feiert der Alfa Stelvio seine Weltpremiere

Dennoch muss sicher nicht der Beruf eines Propheten erlernt werden, um dem Stelvio in der künftigen Alfa-Verkaufshitparade den Platz eins vorherzusagen. Der Trend zu immer mehr SUV auf unseren Straßen spielt dem Späteinsteiger aus Italien in die Karten. Die Schwestermarke hat´s vorgemacht. Das erste SUV mit Namen Levante wurde auf Anhieb das meistverkaufte Maserati-Modell. (Peter Maahn/SP-X)

Mazda CX-5 – Premiere in Los Angeles

Die zweite Generation des Mazda CX-5 feiert auf der Auto Show in Los Angeles Premiere. Das Kompakt-SUV kommt im Frühsommer 2017 mit nachgeschärftem Design auf den deutschen Markt, Kunden haben die Wahl zwischen zwei Benzinern und einem Diesel, der mit Front- oder Allradantrieb kombinierbar ist.

An neuer Technik bietet der CX-5 unter anderem ein farbiges Head-up-Display und einen Tempomat mit Staufolge-Funktion. Darüber hinaus hat der Hersteller nach eigenen Angaben besonderen Wert auf den Geräuschkomfort im Innenraum gelegt. Preise für den Wettbewerber von VW Tiguan, Ford Kuge und Nissan Qashqai sind noch nicht bekannt. Die aktuelle Generation gibt es ab 24.600 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

Lamborghini Huracán RWD Spyder – Leichtgewicht dank Allradverzicht

Lamborghini bietet seinen offenen V10-Sportwagen Huracán Spyder ab Januar 2017 auch mit Hinterradantrieb an Stelle der üblichen Allradtechnik an. Die neue, puristischere RWD-Variante des Cabrios hat nun im Vorfeld der Auto Show in Los Angeles (18. bis 27. November) Premiere gefeiert. Zu erkennen gibt sie sich unter anderem durch eine aggressiver gestaltete Fron und ein modifiziertes Heck.

Den Antrieb übernimmt der bekannte 5,2-Liter-Saugmotor in einer Variante mit 426 kW/580 PS Leistung. Der Zehnzylinder beschleunigt den Zweisitzer in 3,6 Sekunden von null auf Tempo 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 319 km/h. Das Leergewicht liegt mit 1.509 Kilogramm um rund 34 Kilogramm unter dem des 449 kW/610 PS starken Allrad-Sypder.

Die Preise sollen zwischen denen der Coupés mit Hinterrad- (179.000 Euro) und Allradantrieb (202.000 Euro) liegen. Der Spyder RWD ist damit deutlich günstiger als das Allradcabrio, das mindestens ab 222.000 Euro kostet. (Holger Holzer/SP-X)

Neuer Mini Countryman – Größer war noch keiner

Mini lässt den Countryman in der zweiten Generation zum vollwertigen SUV wachsen. Dazu gibt es neue Motoren, erstmals einen Plug-in-Hybridantrieb und ein paar neue Spielereien. Premiere feiert der Fünftürer auf der Auto Show in Los Angeles (18. bis 27. November), die Markteinführung in Europa erfolgt im Februar 2017 zu Preisen ab 26.500 Euro.

War der erste Mini Countryman seinen Schwestermodellen im Kleinwagensegment gerade soeben entwachsen, ist die Neuauflage knapp einen halben Meter länger als Dreitürer und Cabrio. Selbst den zuletzt ebenfalls kräftig gewachsenen Kombi Mini Clubman überragt das SUV mit seinen nun 4,30 Metern zwischen Kühlergrill und Endrohr deutlich. Das komme auch dem Innenraum zugute, verspricht der Hersteller, der fünf vollwertige Sitzplätze und ein klares Plus bei Raumkomfort und Variabilität ankündigt.

Rund 4,30 Meter misst der Mini
Rund 4,30 Meter misst der Mini

Äußerlich wirkt der Countryman nun zwar im Profil länger, die typisch knackigen Proportionen der Marke sehen aber zumindest auf Bildern aus, als wären sie erhalten geblieben. Auch an der übrigen Optik hat sich wenig geändert. Die Scheinwerfer sind ein wenig ovaler geworden, die Stoßstange wuchtiger und die Blinker in den Kotflügeln sind nun in ein pfeilförmiges Gehäuse gefasst. Innen orientiert sich der Countryman am Stil seiner aktuellen Geschwister, setzt sich aber mit größer dimensionierten Flächen im Detail von ihnen ab. Eine Spezialität ist auch die Touchscreen-Funktion für den runden Zentralbildschirm in der Mittelkonsole. Den bekannten Drehregler mit eigenem Touch-Feld gibt es aber weiterhin.

Die Picnic Bench kostet 120 Euro
Die Picnic Bench kostet 120 Euro

Auch an ein paar neue Spielereien haben die Entwickler gedacht. So gibt es nun einen „Country Timer“, der die offroad verbrachte Zeit misst. Analog zu dem weiland beim Cabrio eingeführten „Always Open Timer“ zur Messung der Offenfahr-Zeit soll er offenbar Lust auf die Fahrt abseits befestigter Straßen machen. Motiviert wird der Fahrer mit einer netten Grafik auf dem Bordmonitor. Eine weitere Neuerung ist der „Find Mate“ – ein Finde-Kumpel – ein Bestandteil des aufpreispflichtigen Online-Pakets. Wer dieses bestellt, erhält eine Handvoll sogenannter Tags, die sich an Reisgepäck, Schlüsselbund oder Handy befestigen lassen und von dort ihren jeweiligen Standort ans Auto funken. Vergessene Koffer oder Smartphones sollen so der Vergangenheit angehören. Ebenfalls praktisch: Die „Picnic Bench“ für 120 Euro – eine Zweier-Sitzbank zum Auflegen auf die Kofferraumschwelle. Bei Nichtgebrauch wird sie unter dem doppelten Laderaumboden verstaut.

Der Country Timer soll Lust auf Fahrten im Gelände machen
Der Country Timer soll Lust auf Fahrten im Gelände machen

Das Motorenprogramm des Countryman besteht zunächst aus je zwei Otto- und Dieselmotoren, die jeweils in Kombination mit Front- oder Allradantrieb (plus 2.000 Euro) zu haben sind. Den Einstieg markiert ein 1,5-Liter-Benziner mit 100 kW/136 PS zu Preisen ab 26.500 Euro, darüber rangiert ein 141 kW/192 PS starker 2,0-Liter-Benziner (ab 29.900 Euro). Der Basismotor unter den beiden 2,0-Liter-Dieseln leistet 110 kW/150 PS (ab 29.500 Euro), die stärkere Ausführung kommt auf 140 kW/190 PS (ab 33.900 Euro). Die Kraftübertragung leisten serienmäßig Sechsgang-Schaltgetriebe, beim stärksten Diesel ist eine Achtgangautomatik obligatorisch.

Das Cockpit ist flächiger als bei anderen Modellen der Marke
Das Cockpit ist flächiger als bei anderen Modellen der Marke

Während die konventionellen Motoren bereits von den anderen Modellen der Marke bekannt sind, feiert im Countryman der erste Plug-in-Hybridantrieb der BMW-Tochter Premiere. Allerdings noch nicht zur Markteinführung, sondern erst einige Monate später. Die Kombination aus Dreizylinderbenziner und einem E-Motor für die Hinterachse kommt gemeinsam auf 165 kW/224 PS und soll sich mit 2,1 Litern Kraftstoff auf 100 Kilometern begnügen. Die rein elektrische Reichweite wird mit 40 Kilometern angegeben.

Das Mini-SUV ist zum kleinen Kompakt-SUV gewachsen
Das Mini-SUV ist zum kleinen Kompakt-SUV gewachsen

Die Ausstattung des neuen Countryman hängt im Detail von der Motorisierung ab, immer an Bord sind jedoch Klimaanlage, Audiosystem und grauer Metalliclack. Gegen Aufpreis gibt es neben zahllosen Design-Individualisierungen unter anderem LED-Licht (990 Euro), ein adaptives Fahrwerk (500 Euro) und ein Head-up-Display (600 Euro). Insgesamt ist die Neuauflage deutlich teurer geworden als die alte – und knapp 20 Zentimeter kürzere. Während nun mindestens 26.500 Euro fällig werden, kostet das vergleichbare Modell (Cooper) bislang 22.700 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

24-Stunden in der Stadt der Engel

Los Angeles, die Stadt der Engel, die Stadt der Träume. Eine Stadt, die alleine für sich gesprochen, bereits die Synapsen anregt und Menschen zum Fantasieren bringt. Hollywood, Universal Studios, Santa Monica, Venice, Beverly Hills. Kaum eine Stadt in den USA vereint soviel Glitzer und Glamour. Und Tragödien. Los Angeles zählt noch immer zu den Städten der USA mit der höchsten Bandenkriminalität. Wiki kennt über 400 aktive Gangs. South L.A., Compton und Lynwood. Bezirke, die man bei Anbruch der Dunkelheit besser meidet. Und dennoch, mich persönlich reizt diese Stadt immer wieder. Zeit für einen Intensiv-Trip nach Los Angeles.

24-Stunden in der Stadt der Engel

In einer Stadt, in der stündlich 2,85 Autos gestohlen werden, ist die richtige Wahl des persönlichen Begleiters alles. Mondän muss er sein. Eine Tradition besitzen. Power sollte er haben. Ein wenig sündig und verrucht sein. Dennoch Stil und natürlich einen Achtzylinder haben. Da passt es gut, dass Mercedes zu Beginn des Jahres der eigenen Roadster-Ikone SL ein Facelift verpasst hat. Als Mercedes-AMG SL63 parkt mein L.A.-Shuttle vor dem Hotel. In Hyacinth-Rot. Es gibt eh zu wenige rote Autos. Eine vortreffliche Wahl.

24-stunden in LA 006 Mercedes-AMG SL 63

Dieses Auto gehört zu Los Angeles

Auch wenn man auf 8-spurigen Autobahnen innerhalb des Stadtgebietes im Stau steht. Der Moloch Los Angeles lässt eigentlich nur eine Wahl bei der Frage nach dem Transportmittel zu. Das Auto. In unserem Fall ein 577 hp starker V8-Bi-Turbo. Und ja, liebe Nerds, in den USA sind es 577 hp – bei uns stampft der 5.5 Liter V8  ja mit 585 PS auf. Was aber keinen Unterschied macht. Aber – im Land der 65 mph-Beschränkung wären 10 PS mehr oder weniger eh egal. Viel wichtiger ist der Tiefbass. Das wohlige Grummeln, mit dem sich die Reisebegleitung in Gang setzt. Vom Hotel in Downtown L.A. geht es zum ersten Sightseeingpoint. Dem Hollywood-Sign. Das große Schild mit den Buchstaben der Glitzer- und Traumstadt. Hollywood. Die Anfahrt zum vermutlich wichtigsten Wahrzeichen der Stadt wird einem erschwert. Der schönste Weg führt über den N Beachwood Drive in Richtung Lake Hollywood-Sign. Große Warntafeln verkünden: Keine Zufahrt zum Hollywood-Schild. Die kurvige Fahrt den Hügel hinauf, sie führt einen direkt durch eines der Herzen Hollywoods.

24-stunden in LA 002 Mercedes-AMG SL 63

24-Stunden in L.A. – die Zeit will genutzt sein

577 PS zerren an der Hinterachse, reckless driving nennen es wohl die US-Cops, wenn man sich dem Leistungsüberschuss des AMG-SL unterwirft. Für mich ist es das „zügige“ Einfädeln in den Rush Hour-Verkehr. Der im übrigen so gut wie nie erlahmt. Offen durch die Nacht. Die Emotionen dieser Stadt einatmen. Umsorgt vom SL. Hätte es nicht plunderwarme 28° nach Sonnenuntergang, der August ist der Monat, in dem der Teufel seinen Sommerurlaub an der Westküste verbringt, würde der SL mit einem Warmluft-Föhn schmeicheln wollen. So pustet die Sitzlüftung und die Fenster bleiben unten. Ein wenig soll die Luft durch den SL flirten. Offen streckt sich die Seitenlinie des neuen SL in die Länge. Die Hakennase wurde bei der Modellpflege ein wenig abgeändert, der Kühlergrill steht nun Kopf. Stimmiger das Bild. Aber noch immer vor allem eines: Auffällig.

24-stunden in LA 003 Mercedes-AMG SL 63

Burger & Fries

Natürlich nutzt man das Drive-Thru in den USA. Nur nicht aussteigen. Für den Zwischenstopp bei In-n-Out Burger wähle ich den Parkplatz. Kurz um das Auto gehen. Und fettige Burgersoße im SL? Ein No-Go. Die frischen, aber dennoch fettigen Burger von In-n-Out? Immer besser als bei McDonalds. Ein Gruppe von Teenagern umlagert den SL. OH, an AMG!  In einer Stadt, in der Filmstars zum daily business gehören, muss das Transportmittel gut gewählt sein.

Der Burger wird zur Nebenrolle. Wieviel PS hat der Merc? Das wichtigste Thema.

24-stunden in LA 066 Mercedes-AMG SL 63

Nächster Stopp? Das Griffith Observatory. Guter Zeitpunkt? Während der Öffnungszeiten – oder am Abend, wenn die Sonne über L.A. versinkt, die Stadt zu einem Lichtermeer wird. Die Anfahrt zum Griffith Observatory eignet sich auch für den ersten Soundcheck. Ein kleiner – recht schmaler – Tunnel wird zum Akustik-Raum des SL. Leerlauf. Die Fahrdynamik-Schalter auf Sport+, die Klappen in der Auspuffanlage sind auf Durchzug gestellt und die aggressive Gaspedalkennlinie lässt den 5.5 Liter zackig in Richtung 6.000 drehen. Wheelspin? Jederzeit möglich. Sieht am elitären SL ein wenig gewöhnungsbedürftig aus – aber hier – in Los Angeles, in Rufweite Hollywoods, gehört die Show zum Programm.

Der Griffith Park trennt, als kleiner grüner Hügel, die Stadt im Norden ab. Dahinter und auch einen Besuch wert: Die Walt Disney Studios, die Warner Bros. Studios und natürlich Universal Pictures. Alle größeren Studios bieten geführte Touren an. Die Tour durch die Universal Studios ist eine Sache für einen ganzen Tag. Mir bleiben nur 24-Stunden für L.A. Die Studio-Touren müssen warten.

Die Nacht fällt über Los Angeles und die Traumstadt verwandelt sich. Es gibt Bezirke, die man meiden sollte. Die man meiden will. Im Minimum 151.000 $ teuren SL geht man nachts nicht durch Lynwood oder Compton flanieren. Venice ist bereits fragwürdig, sobald die Nacht hereinbricht, Santa Monica Pier bietet sich an und natürlich der Rodeo Drive.

Beeindruckend die Zahl der „alten Benz“, die man verteilt über ganz Los Angeles so findet. Darunter auch der direkte Vorgänger meines „L.A.-Shuttles“. Der Zustand vieler „Mercs“ ist ein wenig traurig. Die unbarmherzige Sonne Kaliforniens und der Unverstand des Amerikaners für die Pflege eines Kulturgutes, sie nagen an den Importmodellen.

24-stunden in LA 008 Mercedes-AMG SL 63

Breakfast all day long

Frühstück. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Eine Empfehlung aus den unzähligen Guides für den Trip nach Los Angeles war „The original pantry cafe“ – kurz nach 8 Uhr in der Früh empfängt uns Kaffee-Duft und der überwältigende Geruch von Bratfett. Einmal alles, die Order an den Kellner. Einmal alles auf dem Tisch. Darunter eine Schinkenscheibe, alleine für sich genommen ausreichend, um den Hunger in Afrika zu beenden. Die unvermeidbaren Hashbrowns und Eiswasser. Jeder Bissen in die Hashbrowns wird direkt im Haben-Konto des eigenen Cholesterinspiegels vermerkt. Die fluffigen Pancakes sind ein Muss. Ebenso der zähsüße Sirup. Bestraft wird jeder Biss mit einem Eintrag auf der Homepage des Diabetes-Clubs. Ernsthaft. Liebe Kalifornier, wir müssen reden. Übersättigt geht es zurück zum SL. Das Dach aufmachen, bis die Sonne durch die paar Hochhäuser von Los Angeles dringt. Das bessere Frühstück findet man vermutlich per Zufall. Wie so oft, man muss sich einfach auf so eine Stadt einlassen.

Für Los Angeles hatte ich eine eigene Google Map angelegt. Sehenswürdigkeiten hinterlegt. Eine klare Route vorher ausgetüftelt. Binnen 24-Stunden das Maximum an Eindrücken mitnehmen. Den Rodeo Drive abfahren, durch Beverly Hills cruisen. Runter nach St. Anaheim und Mickey Mouse im Disneyland einen Besuch abstatten. Natürlich auch Bel Air besuchen und am Abend am Venice Beach Boardwalk abhängen.

24-stunden in LA 007 Mercedes-AMG SL 63

24-Stunden L.A. – 24-Stunden neuer Mercedes-AMG SL

Los Angeles dehnt sich über 498 Quadratmeilen. Geht nahtlos über von Downtown zu den Villen-Gegenden im Norden und den etwas durchwachsenen Gebieten im Süden. Über 300 Sonnentage im Jahr, dazu die atemberaubende Westküste der USA. Los Angeles lebt von diesem ganz besonderen Licht. Es mag Einbildung sein, aber unter der Sonne Kaliforniens sticht der Hyazinth- Rote Lack des SL mitten in das eigene Herz. So. Und nur so muss der SL auf der Straße stehen. Dazu das Sichtcarbon rund um den Auspuff und den Flaps an der Front. Die kleine Carbon-Abrisskante am Bürzel trägt zur Sportlichkeit des Fahrers bei. Entschuldigt mich bitte – die letzten Minuten in L.A. muss ich am Santa Monica Pier verbringen. Zusehen, wie die Sonne hyazinthrot im Pazifik versinkt. War es glutrot? Egal – Hauptsache wir – der SL und ich – wir wiederholen diese 24-Stunden noch einmal …

24-stunden in LA 012 Mercedes-AMG SL 63

 

 

 

 

Fotos: Teilweise Johannes "fuenfkommasechs" Schlörb
Meine Liste der "L.A. 24h-Sehenswürdigkeiten" findet ihr hier!

Weltpremiere in Los Angeles: Der Mercedes-Benz GLS

„S G-eht“ weiter!

Luxus-SUV mit neuen Namen und Details

Die Sache mit dem G zieht sich bei Mercedes-Benz durch das SUV-Modellprogramm. „Der G“, der Ur-Vater der Geländewagen und erst vor kurzem wieder „frisch gemacht“. Von dieser Strahlkraft, von dieser legendären Geländefähigkeit sollen alle SUV im Mercedes-Programm profitieren. Daher hatte man bei Mercedes-Benz begonnen, die Namen des SUV-Modellprogrammes anzupassen (wir haben darüber berichtet). Die L.A. Autoshow bildet nun den Rahmen der vorerst letzten Taufe. Mit der Modellpflege des Mercedes GL wird aus ihm zugleich der GLS. G ist also der Namensgeber der Offroader und SUV. Nach unten gab es einen GLA, dem SUV zur A-Klasse, aus dem GLK wurde der GLC, das SUV passend zur C-Klasse, der ML wurde zum GLE, dem SUV im Segment der E-Klasse, zudem gab es dort auch ein viertüriges Coupé, das GLE Coupé. Und nun also, aus GL wird GLS, das S-Klasse für das Gelände. Theoretisch. Denn praktisch fahren die großen SUVs primär doch eher „on the Road“ als „off the road“.

GLS 350 d, Exterieur: Cavansitblau metallic, exterior: cavansite blue
GLS 350 d in Cavansitblau metallic

Mehr Power, mehr Gänge, mehr Multimedia

Äußerlich wurde nur behutsam Hand angelegt. Unter den großen SUV ist der GLS beliebt, eine optische 180°-Veränderung war nicht notwendig. Neben den neuen LED-Scheinwerfern an der Front, dem großen Stern im Grill und den sachte veränderten Rückleuchten sind es daher die inneren Werte, die zählen. Der neue GLS bekommt nun das 9-Gang Automatikgetriebe und das große Comand-Display. Erstmalig lassen sich auch AMG-Sportsitze für den SUV ordern. Wobei sein Raumgefühl eher den „Siebensitzer“ betont – als dass man nun den Sportsmann herauskehren müsste.

Vier Motoren stehen zur Auswahl. Darunter drei Benziner und ein Diesel. GLS 400, der V6-Turbo mit 333 PS, der GLS 500 mit dem bekannten V8-Turbomotor und 455 PS und der einzige Diesel, der GLS 350d mit 3 Liter Hubraum und 258 PS. Oberhalb dieser Leistungsklassen rangiert die AMG-Variante als GLS 63 mit einem nun 585 PS leistenden V8-Bi-Turbo.

GLS 350 d 4MATIC, Interieur: Leder sattelbraun/schwarz, Zierteile: Holz Wurzelnuss glänzend, interior: leather saddle brown, trim parts: walnut wood high-gloss
GLS 350 d 4MATIC mit einem Interieur in Leder sattelbraun und schwarz. Zierteile in Holz Wurzelnuss glänzend.
GLS 350 d 4MATIC, Exterieur: Cavansitblau metallic, 6-Zylinder Dieselmotor, 258 PS, 620 Nm exterior: cavansite blue, 6 cylinder diesel engine, 258 hp, 620 Nm
GLS 350 d 4MATIC mit dem 6-Zylinder Dieselmotor und 258 PS, 620 Nm.

Der GLS ist ein Luxus-SUV und die Preise entsprechend. Den Anfang markiert der 350d für knapp 75.000 € – am anderen Ende rangiert der GLS 63 AMG für 135.000 €!

Bestellen kann man den neuen GLS sofort, zur Auslieferung kommt er im März 2016!

Angefahren: Die neue E-Klasse im Fahrbericht

Oberklassig und nur für Besserverdiener?

Die neue E-Klasse von Mercedes-Benz im ersten Fahrbericht

Mercedes-Benz hat mit der E-Klasse nicht nur den Markt der Droschken-Lenker, mit Lizenz zur Personenbeförderung, im festen Griff –  auch für Führungskräfte und Manager ist die E-Klasse seit Jahrzehnten eine feste Größe auf der Liste der gerne gefahrenen Firmenwagen.

Jetzt hat Mercedes-Benz die E-Klasse mit dem vermutlich größten Facelift aller Zeiten beglückt. 

Meinen ersten Kontakt mit der neuen E-Klasse hatte ich bereits vor einigen Wochen, bei einem Roadtrip von Los Angeles nach Detroit, im Rahmen von „Guarding the E-Class“ haben wir das neue Modell zur offiziellen Premiere auf der NAIAS in Detroit begleitet. Zu diesem Zeitpunkt war jedoch „nur gucken“, nicht fahren angesagt.  Jetzt gab es in und um Barcelona die Möglichkeit zur ersten Ausfahrt.

Mercedes neue E-Klasse Kombimodell

Was ist neu, an der „Neuen E-Klasse„?

Es ist vermutlich das größte Facelift aller Zeiten und neben einer fast unüberschaubaren Menge an neuen Sicherheits- und Assistenzsystemen, bekam die E-Klasse nun auch den etwas barocken Touch der Ponton-Kotflügel aus dem Seitenblech gebügelt. Die vier schielenden Augen an der Front hat man wieder unter ein gemeinsames Deckglas gepackt und gleich mit LED-Technik in Serie ausgerüstet. Damit kann dann auch ich wieder mit dem Gesicht der E-Klasse leben, jedoch nur so lange der Stern auf der Haube bleibt. Leider folgt man in Stuttgart dem Diktat der Käufer aus Übersee und überzeichnet den Stern im Kühlergrill als prägendes Stilmittel für die sportlichen und luxuriösen Modelle.  Nur die Elegance und Executive Versionen bleiben von der großen Nase mit dem überdimensionalen Stern verschont.

Assistenten überall.

Der Stuttgarter Autobauer meint es gut mit den Käufern der neuen E-Klasse und nimmt viele neue Helferlein aus der noch zu präsentierenden, wirklich vollständig neuen S-Klasse und steckt diese bereits heute in die Business-Limousine mit Stern.

Ein kleiner Auszug gefällig?  Collision Prevention Assist, Attention Assist, Distronic Plus, BAS Plus, Üre-Safe, Pre-Safe plus, aktive Spurhalte-Assistent, adaptiver Fernlicht-Assistent Plus, aktive Park-Assistent, Verkehrszeichen-Assistent und Videokameras an jeder Seite um einen 360° Blick im Multimedia-Display darstellen zu können.

Mercedes Benz E400 Kombi T-Modell neue E Klasse

Perfekter Butler oder Rechthaber mit Nervfaktor?

Egal wie perfekt ein Assistenzsystem sein mag, am Ende entscheidet der Fahrer.  Das bleibt auch bei den Assistenz-Systemen aus Stuttgart so, allerdings konnte ich mich weder mit dem aktiven Spurhalte-Assistenten anfreunden, noch mit dem Collision Prevention Assist. Mir ist völlig bewusst, wie hilfreich die richtigen elektronischen Helferlein sein können. So war ich beim Trip durch die USA extrem dankbar, wenn ich einen Tempomaten mit „Distronic Plus“ nutzen konnte. Ebenso hilfreich ist die Verkehrszeichen-Erkennung.

Greif mir nicht ins Lenkrad!

Der aktive Spurhalte-Assistent ist sowohl ein Komfort- als auch ein Sicherheitsfeature. Theoretisch fährt das Auto mit aktiviertem Distronic Plus und Spurhalte-Assistent für 15 Sekunden relativ autonom. Der Fahrer kann sich in dieser Situation zum Beispiel die Nase putzen oder der Beifahrerin sagen, wie erfolgreich ihre Oberweite ein Dirndl ausfüllt.  Soweit die Theorie.

In der Praxis und auf Spaniens Autobahnen hatte ich eher das Gefühl einen Co-Piloten an Board zu haben, der mich bevormunden will. Ständig ging es ein wenig zu weit nach links, dann wieder nach rechts. Nein – bei dieser Ausfahrt konnte mich dieses Assistenzsystem ebenso wenig überzeugen, wie der Collision Prevention Assist, der gerne auch mal vor Schildern warnt, die am Straßenrand stehen. Beides führt dazu, dass man diese Systeme im Menü deaktiviert.

Mercedes E-Klasse E400 Rückansicht

Mein erster Eindruck:

60 Jahre E-Klasse und mehr als 13 Millionen verkaufte Modelle sprechen natürlich eine klare Sprache. Die E-Klasse (auch als AMG E63) bietet Autogourmets ein schmackhaftes Menü aus Komfort, Effizienz und echtem Nutzwert.

Erwachsen und souverän wirkte die E-Klasse schon immer, aber auch Spaß befreit und verstockt wie ein Preußischer Beamtenanwärter. Ich hatte immer das Gefühl, man würde sich selbst zu ernst nehmen, keinen Raum für Fehler lassen wollen. Doch dieser Wunsch nach Perfektion – unter dem Diktat der Kosten- Nutzenrechnung, sorgte vor allem im Falle der Limousine für einen emotionslosen Charakter. Wirkliche Sympathie-Punkte waren schwer zu vergeben.

Den großen Kühlergrill des AMG-Modells und des Avantgarde-Modells, mit dem fast ebenso großen Mercedes-Stern darin, kann man mögen, muss man nicht – auf jeden Fall polarisiert er ebenso wie die großen Luftöffnungen in der Stoßstange. Dank der neuen Scheinwerfer wirkt die Front nun stimmiger und die Seitenlinie wirkt nach dem Wegfall der Reiterhosen über den hinteren Radkästen, frischer, zeitloser und schlicht gestreckter.

Mercedes E-Klasse Vieraugen neu

Was der Hersteller gesagt hat:

Ein Auto für Menschen, die wissen was gut ist!

Was mir besonders positiv aufgefallen ist: 

Die Sitzposition, das Gestühl an sich und die gesamte Ergonomie im Fahrzeug ist schlichtweg perfekt. Ebenso gut gefällt mir das Gefühl der Lenkung (ohne den nervösen Assistenten!) und die neuen Motorisierung. Hier sticht ein Motor als „perfekte“ Antriebsquelle hervor: Der 350er Diesel ist genau der Motor, den ich als Käufer einer E-Klasse erwarten würde. Kraftvoll bis dominant im Antritt, perfekt harmonierend mit der Siebengang-Automatik. Die 620 Nm seines 3 Liter großen V6 haben mir genau das Gefühl von souveräner Kraft vermittelt, dass ich beim Anblick der bald fünf Meter langen Limousine erwarte.

Doch es geht auch anders. Mercedes-Benz bietet dem Käufer die enorme Bandbreite von 6 Dieselmotoren und 6 Benzinmotoren und anstelle von Kompressoren, läuft nun auch „beim Daimler“ fast alles unter dem Druckverhältnis moderner Turbomotoren.

Den Anfang macht ein 136 PS starker Diesel im E 200 CDI und am anderen Ende des opulenten Menüs wartet der 585 Ps starke V8 Bi-Turbo auf mutige und mehr noch, auf extrem solvente Käufer.

Mercedes-Benz E-Klasse Detailaufnahme

Was kann er besser als seine Mitbewerber?

Mir fällt erst einmal kein Mitbewerber ein, der in dieser Klasse diese extreme Spannweite an Leistungs-Varianten und Modellversionen anbietet. Vom Taxi E200 CDI bis hin zum Extrem-Sportler E63 AMG, der im übrigen nun mit Allrad verfügbar ist – die neue E-Klasse bietet eine beeindruckende Fülle an Variationen auf!

Mercedes Benz E-Klasse Uhr

Worin sind die Mitbewerber besser?

Das Angebot an „alternativen Antrieben“ ist überschaubar. Gerade einmal eine Hybrid-Variante ist im Angebot. Mitbewerber Lexus wird aufatmen, hätte man doch erwarten können, dass Daimler auch endlich mit PlugIn-Hybriden und einem stillen Benzin-Hybriden in den Ring steigt.

Mercedes E350 in Barcelona

Faktenlage:

  • Die neue E-Klasse fängt bei 136 PS an und endet bei 585 PS.
  • Alle Motoren sind Turbomotoren mit Diesel- oder Benzin-Direkteinspritzung.
  • Es gibt keinen Mitbewerber am Markt, der mehr Assistenzsysteme anbietet.
  • Der E63 AMG kommt als „S-Modell“ in Serie mit dem 4matic Allradantrieb.
  • Das Display des Comand-Systems ist noch immer zu klein!

Fazit – Diese neue E-Klasse ist …

.. die beste E-Klasse aller Zeiten. Soweit sind meine Erwartungen erfüllt. Hätte ich heute die famose Chance, mir eine Business-Class Limousine als Dienstwagen sichern zu können, ich wäre vermutlich schon lange im Konfigurator auf der Mercedes-Benz Seite und würde mir überlegen, welche Extras ich weglassen kann, damit ich meinen Wunsch-Motor wählen kann.

Die E-Klasse bleibt ein anspruchsvolles Fahrzeug, mit einer ebenso anspruchsvollen Liste voller Sonderausstattungen und dank vieler Sicherheits- und Assistenzsystemen, ist die E-Klasse auch mächtig „intelligent“ geworden.

Die Oberklasse wird bei Daimler jedoch auf den Namen „S“ hören, dafür bekommen dank breiter Palette an Motoren und Ausstattung, auch die, die sich selbst nicht zum Kreis der Besserverdiener zählen, die Chance auf „ihre E-Klasse!“.