Matthias Kahle startet bei seiner Heim-Rallye auf einem Fabia R5!

Rallye-Fahrer wollen Rallyes fahren. Auf Bestzeiten, nicht im Schongang – wie zuletzt mit mein-auto-blog bei der Hamburg-Berlin-Klassik 2015! Das Matthias Kahle das Rallye-Fahren im Blut hat wird jeder bestätigen, der den Sachsen einmal persönlich erlebt hat. Jetzt wird Matthias Kahle ausgerechnet bei seiner Lieblings-Rallye und seiner Heim-Rallye, der ADMV Lausitz-Rallye, in einen neuen Škoda Fabia R5 steigen! 

Kahle bringt einen Fabia R5 in die Lausitz mit!

Nein - Das ist kein Fabia r5! Das ist der Skoda Rallye R130 RS.
Nein – Das ist kein Fabia r5! Das ist der Skoda Rallye R130 RS.

Sieben Mal hat Matthias Kahle die Deutsche Rallye-Meisterschaft gewonnen. Und dennoch, wenn es vom 29. bis 31. Oktober rund um den Tagebau in Weißwasser auf die Zeitenjagd gehen  wird, dann wird sich auch der siebenfache dt. Meister ordentlich ins Zeug legen müssen. Es ist in diesem Jahr seine einzige Rallye auf Zeit – die Fahrten mit „uns“ dürften kein Training für ihn gewesen sein. Und sein Arbeitsgerät ist in der Rallye-Meisterschaft mehr als „überzeugend“ bislang, für Matthias Kahle aber fremd. Neuland. Der gebürtige Sachse Kahle ist demnach bescheiden wie immer und dämpft auf seiner Homepage erst einmal die Erwartungen der Rallye-Fans!

Doch mein-auto-blog wird Matthias Kahle, seinem Beifahrer Christian Doerr und dem Team rund um den Škoda Fabia R5 die Daumen drücken! 

 

 

Schweiß und Tränen, die Hamburg-Berlin-Klassik 2015

Zugegeben, die Idee war für mich erst einmal ein wenig schräg. In einem echten Rallye-Fahrzeug die Hamburg-Berlin-Klassik mitfahren. Wo sonst Youngtimer und Oldis, automobile Schätze mit mehr oder weniger Patina on Tour gehen, soll man in einem Auto, dessen Ziel in der Erreichung von Bestzeiten unter möglichst üblen Bedingungen ist, einfach so mitschwimmen? Und dann auch noch so ein „klassisches Gefährt“? Die Idee klingt nach einer Petrolhead-Idee. Eine Sache für Auto-Fanatiker mit erhöhter Leidensfähigkeit. Genau richtig für mich!

Und, es ist nicht das erste Mal. Škoda Auto Deutschland setzt den 1976 gebauten Rallye 130 RS nicht zum ersten Mal auf dieser Strecke ein. Es muss also gehen – wo sollte das Problem sein? Und was sollte schon schief gehen?

Schweiß und Tränen – im Škoda 130 RS von Berlin nach Hamburg #HBK2015

Oder: On Tour mit sieben Rallye-Meisterschaftstiteln im Gepäck!

Der erste von Hand geschriebene Eintrag im Roadbook kam nach 2.99 Kilometern, hinter dem Chinesenzeichen mit der Ampel und der Kreuzung habe ich die Notiz: “ Der Arsch tut weh“ hinterlassen. Da waren wir keine 15 Minuten unterwegs und es sollten an diesem Tag noch gut 2.5 Stunden folgen. Dabei war mir das Problem schon am Vortag, lange vor der Abfahrt zur ersten Etappe bewusst. Škoda hatte einen Rallye 130 RS mitgebracht, den Porsche des Ostblocks. Als Rallye-Fahrzeug. Mein Pilot und Teamkollege für diese Rallye, der siebenfache Deutsche-Meister Matthias Kahle, fährt mit diesem Gerät hin und wieder noch „richtige“ Rallyes. Also keine Schau- und Spazierfahrten, bei denen man die Stopp-Uhr braucht, um im Durchschnitt 16 km/h zu messen, sondern diese Dinger, bei denen Mensch und Maschine eine Einheit bilden müssen. Eng geht es daher zu. Die Sitze sind Schraubstöcke, wer da nicht mit der Hüfte einer Baby-Gazelle anreist, der bekommt ein Problem. Und dieses Problem hatte ich jetzt. Dabei hatte ich die Sitzkuhle des Schalensitzes am Vortag noch mit Styroporplatten aus dem Baumarkt aufgefüllt. Half alles nichts. Da musste ich durch.

HBK 2015 022 skoda matthias kahle klassikrallye

Was soll schon schief gehen?

Ernsthaft, diese Rallye konnte doch nur einen Sieger haben. Matthias Kahle. Und wer auch immer auf dem Beifahrersitz den Ballast mimt, segelt locker im Windschatten des Profis mit auf das Podest. Dachte ich mir so. Doch diesen Zahn zog mir Matthias frühzeitig. Er „lenke nur“ den 136 PS starken Ostblock-Porsche, für den Sieg, dafür ist vor allem der Beifahrer verantwortlich. Damit lag die Last meines eigenen Ehrgeizes auf meinen Schulter. Aber hey – 2013 habe ich die HBK bereits mit Frau und Hund gemeistert. Gut, im Gesamtergebnis dreistellig, aber wir kamen immerhin an.

Mit dem Rallye-Champ und dem Škoda 130 auf Sympathie-Tour

733 Kilometer von der Hauptstadt, über Wolfsburg, den Harz bis nach Hamburg. Eine Route, die man ruhig des öfteren fahren könnte. Eine Route mit viel Landschaft. Wenig Verkehr. Aber viel Begeisterung. Die Menschen freuten sich über das alte Blech. Vor allem im Osten der Republik konnte der Rallye 130 RS die Erinnerungen der Zuschauer beleben. Handy-Kameras wurden gezückt, gewunken, gegrüßt, gejubelt. Kinder feierten den Oldtimer. Motorsport-Fans wollten Matthias Kahle sehen. Wer diese drei Tage nicht schwitzend in einem Rallye 130 RS saß, wird nicht verstehen, welche Begeisterung ein altes Auto bei Wildfremden auslösen kann.

Schweiß und Tränen

Der Start am Olympia-Stadion führte eine Runde um diese Monumental-Stätte herum. Eine erste Wertungsprüfung inklusive. Und noch bevor es nach dieser Runde auf die Strecke gehen sollte, hatte der Rallye-Škoda sein heißes Talent bewiesen. Unfassbar viel Wärme kann der 1.3 Liter Vierzylinder im Heck produzieren. Das von jeglicher Dämmung befreite Rallyefahrzeug lässt die Insassen am Prinzip der „Verbrennung“ nicht im unklaren. 136 PS Leistung und 100 kW davon kommen als Hitze bei Pilot und Co-Pilot an. Gefühlt. 

Wann immer es der Verkehr zuließ, öffneten wir die Türen des Ostblock-Porsche. Das kam auch bei Tempo 100 auf der Landstraße vor. Schraubstock-Passung im Schalensitz und der Überrollkäfig, der mit seinen breiten Rohren den Zugang verkleinerte, sorgten für das notwendige Sicherheitsgefühl. Schnell kamen bei Ortsdurchfahrten die Fragen: „Na, keine Klimaanlage?“ Nein – der Rallye 130 RS hat nicht einmal eine Lüftung. Dafür den Kühler vorne, den Motor hinten und dazwischen heiße Wasserrohre. Das führte dazu, dass wir am Ende  öfter die Tür geöffnet haben, als die Gänge durchgeschaltet.

Hamburg Berlin Klassik Rallye Freitag
Hamburg Berlin Klassik Rallye
Freitag

Eine Klassik-Rallye dient nicht der Erzielung von V-Max-Rekorden. Reisen statt rasen ist die Devise. Und das ist gut so. Denn der Škoda Rallye 130 RS macht schon bei Tempo 106 einen Krawall, als würde eine Sojus-Rakete im Heck starten. Unfassbar. 1.3 Liter-Rabauke @work!

Am zweiten Tag ließ die Hitze die Konzentration schmelzen. Aus einer 28 wurde eine 23 und aus einer Top-Wertungsprüfung ein Totalversagen. Als Beifahrer trägt man für diese Pannen die Verantwortung. Das Handbuch gibt die Zeit und die Strecke vor, mal direkt, mal per Rechenkniff. Der Fahrer fährt – und wenn am Steuer ein siebenfacher Rallye-Meister lenkt, dann schiebt der Renn-Tscheche seine Nase genau nach 23 Sekunden durch die Lichtschranke. Dumm nur, es hätten 28 Sekunden sein müssen. Der erste Fehler schmerzt sehr. Wie oft hat man einen Rallye-Champ am Steuer? Wie oft die größte Chance auf den Gesamtsieg. Nach einem tollen 15. Platz am ersten Tag war der Ehrgeiz noch gewachsen.

Und dann dieser Schlag in die Magengrube. Kein Fahrfehler. Kein Orientierungsfehler. Schlicht die Brille nicht aufgesetzt und sich verlesen. Unfassbar.

HBK 2015 Hamburg Berlin Klassik Rallye Freitag
HBK 2015
Hamburg Berlin Klassik Rallye
Freitag

Der wunderbare Ritt auf den Emotionen

Tag 3 der Rallye, Samstag in der Früh. Trotz Fehler am Vortag auf Platz 9 vorgefahren. Jetzt galt es. Volle Konzentration. Keine Fehler. Ein Platz auf dem Podium musste am Ende das Ziel sein. Okay, wenigstens Top5. Die Vorbereitungen am Morgen zum Rallye-Samstag waren akribisch. Und falsch. Aber das wussten wir nicht, als wir zur ersten Prüfung des Tages starteten. Und gleich nach dem Start, auf dem VW-Werksgelände der erste Fehler. Das iPad, mit dem wir die Zeiten stoppten, war vom Test beim Frühstück noch auf lautlos gestellt. Irritierung mitten in einer 10-Sekunden Prüfung. Doch Rallye-Kahle Profi mit der Ruhe, die einem nur sieben Rallye-Titel einbringen und Hangover-Bjoern (ich) rissen das Ding locker runter. Prüfung eins des letzten Tages lief trotz dieser Panne gut! Ich sah uns bereits bei der Pokal-Übergabe. So lief es weiter. Routiniert sprachen wir im Auto über unsere Hobbys. Hörbücher. Weltpolitik. Das Navigieren liefe mittlerweile so nebenbei. Einen Kahle machst du mit einer Klassik-Rallye nicht verrückt. Unser Škoda 130 RS brütete uns derweil aus, wie eine liebevolle Glucke ihre Küken. Die Türen auf, wann immer es ging. Hitze und Lärm, der Rallye-Skoda kann beides. Hoch motiviert haben wir die Mehrfach-Prüfung im Heidepark in Angriff genommen. „Ein gutes Gefühl“ beim Rallye-Crack. Zuversicht beim Beifahrer. Dieses Mal würde die Autobild einem Blogger den Pokal überreichen. Klar!

Hamburg Berlin Klassik Rallye Freitag
Hamburg Berlin Klassik Rallye
Freitag

Lass uns sterben gehen..

Als wir im Hamburger-Containerhafen, Vredestein-Gelände, die letzte Prüfung des Tages hinter uns hatten, war es dann soweit. Eine Hiobs-Botschaft knallte uns zurück auf den harten Asphalt des Rallye-Lebens. Hangover-Habby und Slowhand-Kahle hatten auch am Rallye-Samstag den gleichen Fehler eingebaut wie am Vortag. Doch dieses Mal reichte ein Streichresultat nicht, der Fehler verursachte einen Doppelfehler. Maximale Strafpunkte. 5 Kilometer vor dem Ziel wollte ich einfach nur aus diesem Rallye-Dingsbums aussteigen. Mich weinend an den Hafen setzen. Das Meer suchen gehen. Sterben!

… an einem anderen Tag!

Bis wir das Ziel erreichten. Fischtown-Hamburg zeigte sich von seiner sonnigen Seite. Der Platz vor der Fisch-Auktionshalle voll mit Menschen. Nicht einmal mehr die Chance, die Türen des Rallye 130 RS zu öffen. Schwitzend, darunter verbergend die Tränen der Enttäuschung fuhren wir durch das Ziel. Emotionen geschwängert beendeten wir über 700 km. 700 km voller Emotionen, großartiger Gespräche, fantastischer Erlebnisse. Vom Himmel zur Hölle, und zurück. Schweiß gebadet vom Rallye-Skoda. Trunken voller Freude über die erfolgreichen Wertungsprüfungen. Ermattet vom Lärm des Rallye-Skodas. Am Ende kam ein Platz … ach, wen interessiert das schon?

Was sind schnöde Platzierungen, wenn du auf drei Tage mit einem siebenfachen Rallye-Meister zurückschauen kannst? Wenn du über 700 km in einem Rallye-Klassiker ausgehalten hast? Da ist Platz 27 nur eine Zahl …

HBK 2015: Himmel, Hölle, Halleluja! Tag 1

Motorsport ist die pure Leidenschaft. Motorsport, das sind Emotionen, die man in Blechbüchsen verpackt. Motorsport ist ein Lebenselixier und Motorsport muss man leben. Wer sich dieser wundervollen Mischung mal ganz ohne die Gefahren des Leistungsports nähern will, der sollte eine Klassik-Rallye ausprobieren. Zum Beispiel die Hamburg-Berlin Klassik. mein-auto-blog startet 2015 auf einem Skoda Rallye 130 RS und am Steuer der siebenfache dt. Rallye-Meister Matthias Kahle!

Tag 1 der HBK 2015 – Himmel, Hölle, Halleluja

Das erste Problem trat noch vor dem Start auf. Motorsportler sind „Sportler“, eine breite Hüfte eher selten, Hüftgold noch seltener. Doch der Autor dieser Zeilen und der Beifahrer von Matthias Kahle, der ist nicht schmal. Nein. Und die Sandtler Schalensitze sind auf Presspassung geschnitten.

Um 13:30 am Donnerstag die Startzeit. Ein neuer Sitz? Klar, einfliegen lassen. Wie bei der Formel 1? Nein. Natürlich nicht. Klassik-Rallyes leben auch von dem Talent der Teilnehmer, zu improvisieren. Lösungen finden. Ein Schalensitz ist tief. Was also tun, um die Tiefe auszugleichen? Ein Kissen?

Wenn sich 125 kg Lebendgewicht auf ein Daunenkissen setzen, dann gleicht ein solches Kissen eben auch nichts mehr aus. Es musste eine andere Lösung her. Team 155 Skoda Auto Deutschland hat den Weg zum Baumarkt angetreten und den Sitz auf der Beifahrerseite mit einer Styroporplatte neu ausgeformt.

Schalensitzbau im Eil-Verfahren. Sitztiefe eliminiert, der Beifahrer thront nun im Rallye RS130

Himmel – Der Start zur HBK 2015

Der Start zur Hamburg-Berlin Klassik, in diesem Jahr wieder von Berlin in Richtung Hamburg fahrend, war einfach großes Kino. Die Menschen stehen in Doppelreihen am Straßenrand. Wo immer der bunte Rallye-Skoda vorbeifährt, es wird gejubelt, es wird gewunken. Die Menschen wissen, in diesem Rallye-Skoda RS 130 mit der Startnummer 155 sitzt nicht irgendwer, in diesem Auto sitzt der siebenfache dt.-Rallyemeister. Auch wenn seine Wurzeln nicht ganz so östlich liegen wie die des Skoda, im ehemaligen Osten der Republik kennt jedes Kind den Matthias Kahle. Die ersten Kilometer des 255 km langen ersten Tages führen durch entlegende Ortschaften, kleine Landstraßen, eine ruhige, eine entschleunigte Welt. Und Matthias Kahle mag sieben dt. Rallye-Meisterschaften gewonnen haben – im öffentlichen Straßenverkehr ist er ein ganz ruhiger. Ein besonnener Fahrer, er hat die Ruhe einfach weg. Anders sein Beifahrer. Ich.

Vor zwei Jahren zum ersten Mal die HBK gefahren, muss ich mich erst einmal wieder in „Roadbook“, Chinesenzeichen und Wertungsprüfungen einfinden. Wie rechnet man Meter in Sekunden in km/h um? Was ist der Unterschied zwischen 6,10 und 6:10? Doch die Ruhe des Profis strahlt ein wenig ab.

Läuft. #hbklive

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Wer denkt sich sowas aus? #hbklive #hbk2015 #skoda #155 Ein von Bjoern Habegger (@habegger) gepostetes Foto am

Und die Hitze ermattet.

Hölle – Tag 1 im Rückblick

Was schreibt der Mann da von Hitze? Als es aus Berlin raus ging und in Richtung Westen, zog sich der Himmel doch zu. Es wurde kühler. Später sogar richtig nass. Kurz vor Wolfsburg wollte die Welt sogar einmal kurz untergehen. Ja, das mag alles für die Welt „um den Rallye-RS130“ gelten, nicht aber für den heute rund 100.000 € wertigen Boliden. Klimaanlage? Hat er nicht. War ja klar. Aber auch eine funktionierende Lüftung musste aus Gewichtsgründen raus. Was übrig bleibt? Zwei winzige Öffnungen in den Seitenscheiben. Völlig ohne Dämmmaterial stürzt nicht nur der Motorenlärm über die Insassen her, auch die Hitze des vorne platzierten Wasserkühlers und des Motors im Heck fällt über die spärliche Kabine her. Wann immer es möglich war, reißen Matthias und ich die Türen auf. Frischluft! Kühle oder wenigstens nicht ganz so heiße Frischluft.

Kabelbruch. Schaffen wir es dennoch zur letzten WP des Tages? #hbk2015 #hbklive

Ein von Bjoern Habegger (@habegger) gepostetes Foto am

Lärm und Temperaturen ermatten den „Nicht-Profi“. Und dann kommt Pech dazu.

Kurz vor der WP6 fällt das Instrumentenbrett aus. Und die Wischer. Und das bei Regen. Auch der Tripmaster fällt aus – ein Problem, das uns kurz darauf weitere Zeit kosten wird. Matthias fährt rechts ran. Hängt sich Kopf über unter das Armaturenbrett. Eine Schmelzsicherung hat sich verabschiedet. Wir verlieren knapp 10 Minuten.

Die Zeit will Matthias aufholen. Zum ersten Mal lässt er den Rallye 130 fliegen. Die 100 kW des 1.3 Liter Vierzylinders produzieren jetzt neben Hitze endlich auch Schub.

Und dann haben wir einen Hinweis übersehen. Konzentrationsschwäche führt zu einem Navigationsfehler. Für Matthias die Chance zu zeigen, wie man Rallye-Meister wird. Handbrems-Drehungen in der Altmark. Wir müssen uns neu orientieren. Immer korrekt am Landstraßen-Tempo-Limit, fliegen wir über einen Feldweg. Zweiter Gang, Drift einleiten. Matthias sucht den Weg, indem wir uns mehr durch das Seitenfenster orientieren.

Zurück auf dem „richtigen Pfad“, dreht Matthias den 130 RS aus. Mitbewerber werden im Rückspiegel kleiner. Natürlich geht diese HBK nicht „auf Top-Zeiten“, sondern mehr auf Köpfchen – aber am Ende wollen wir unsere verlorene Zeit zurückholen.

Kurz vor der letzten WP des Tages stottert der Motor. Drei Zylinder. Aus. Wir rollen auf einen Grünstreifen. Der Motor verschluckt sich. Die Uhr tickt derweil herunter. Denn auch wenn das alles hier nur „Spaß“ sein soll, es gibt Zeiten an den Check-Points, die müssen wir einhalten. Und irgendwann kommt der Schlusswagen und dann ist so eine Rallye eben vorbei. Wir zählen die Sekunden.

Der Servicewagen kommt. Ein Kabel von der Zündspule zum Verteiler hat sich gelöst. Die Reparatur dauert keine 2 Minuten. Mittlerweile ist es dunkel. Matthias und ich, wir stehen unter Druck. Die letzte WP – Matthias lässt den Rallye-Skoda durch die Altmark fliegen.

Halleluja!

Ohne Zeitstrafe. Gerade so in der Zeit, kommen wir am Ziel an. Drei Stunden später, kurz vor Mitternacht kommen die ersten Ergebnisse online.

Team Kahle / Habegger #155 hat mit einem Platz 15 Gesamt noch alle Chancen. Ich bin erleichtert. Der Tag bot mehr Action als ich vertragen kann. Todmüde geht es in das Hotelzimmer. Morgen wird angegriffen, sind Matthias und ich uns sicher – konzentriert unter die Top 5 – das muss jetzt unser Ziel sein!

 

 

 

 

 

 

 

HBK 2015: Das fängt ja gut an!

Natürlich sind Rallye-Fahrer sportliche Personen. Joggen gehört für viele zum täglichen Programm und Hüftgold kennt man bei den Profis natürlich auch nicht. Entsprechend knapp sind die Sitze in so einem Rallye-Fahrzeug. Schraubstöcke in Filz-Bespannung. Darüber zwei breite Gurte, stramm sitzend, der Hintern möglichst ohne Spielraum eingeklemmt. Das ist auch sinnvoll, wenn es mit brüllenden Motoren über die Wertungsprüfungen geht. Fliegende Autos? In der Rallye-Szene der Alltag, nicht die Ausnahme. Abflüge? Auch eher „kann passieren“ denn völlige Randerscheinungen.

Bei einer „Klassik-Rallye“ wie der Hamburg-Berlin-Klassik gehören schnelle Wertungsprüfungen nicht zum Programm. Hier gilt es, mit Köpfchen und Stopp-Uhr zu fahren – aber ohne die Querdynamik auf die Probe zu stellen. Die Hersteller packen bei solchen Events dann gerne mal Journalisten in die Fahrzeuge, denn auch ganz ohne Top-Speed und Wettfahrten bringt einem eine Rallye in klassischen Autos ganz neue Eindrücke nahe. Skoda Auto Deutschland hat mein-auto-blog eingeladen, die 2015 Hamburg-Berlin-Klassik aus dieser nahen, unverfälschten und emotionalen Perspektive zu erleben.

Am Steuer des „Ostblock-Porsche“ niemand geringeres als der siebenfache deutsche Rallyemeister Matthias Kahle. Bei so einer Einladung sagt man natürlich sofort zu, auch wenn im Hinterkopf die Warnlampe angeht! Rallye-Auto? Klassiker? Und wie soll der Autor dieser Zeilen dort Platz nehmen? Joggen, nicht sein größtes Hobby. Hüftgold? Hat er, genug. Wie also soll das gehen?

Berlin – Mittwoch, 26.08.2015 – 14:00, eine erste Anprobe

Und es kommt, wie es kommen musste, der Vollschalensitz ist knapp geschnitten. Sehr knapp. Man könnte sich darin platzieren, wenn man nur auf einer Arschbacke sitzt. Die Hüfte im 45° Winkel, könnte gehen. Eine Rallye so überstehen? Vermutlich nicht.

Nun muss eine Lösung her – morgen ab 13:00 macht sich der 180 Fahrzeuge starke Tross der Klassiker auf den Weg und wir- wir wollen doch neben Matthias Kahle, dem Rallye-Champ und dem Gewinner der HBK2013 an den Start gehen! Wir wollen!

 

Werden wir eine Lösung finden? Lesen Sie ab morgen weiter, in unserem „HBK-2015“ Liveblog! 

HBK2015 – Wir starten mit Matthias Kahle!

HBK2015Es ist die 8.Auflage der Hamburg-Berlin-Klassik und wieder einmal ist autohub.de mit vor Ort und auf Achse. Hamburg-Berlin-Klassik, kurz HBK. Wir freuen uns auf eine klasse Zeit, zusammen  mit Škoda Auto Deutschland starten wir auf einem Škoda Rallye 130 RS - unser Pilot? Niemand geringeres als der siebenfache Deutsche Rallyemeister Matthias Kahle

autohub.de wird auf der HBK2015 gleich doppelt mit von der Partie sein. Bernd Schweickard, der Lifestyle-Experte auf „mab“ und Gründer des AWR-Magazins wird auf einem „Mini“ an den Start rollen und Bjoern Habegger als Gründer von autohub.de darf die spannende Rallye zusammen mit dem Deutschen Rallyemeister Matthias Kahle angehen! 

„Rallye-Fahrer haben doch alle einen Nagel im Kopp!“

Ein berühmtes Zitat mit unbekannten Ursprung – aber das es so ist, das habe ich bereits selbst erlebt. Im letzten Jahr hat mich Sepp Wiegand in einem Škoda Fabia Super 2000 mitgenommen, eine Erfahrung die ganz klar gezeigt hat: Rallye-Fahrer ticken einfach anders.

In diesem Jahr also Matthias Kahle. Im März geboren, wie ich. Ein paar Jahre älter und mit ein paar mehr Rallye-Meisterschafts-Titeln. Ich? Null. Matthias Kahle? Sieben!  Und weil das eh nicht zur Diskussion stand, wird wohl auch Matthias Kahle unseren Škoda 130 RS bewegen. Eventuell kann ich Matthias Kahle ja am Vorabend an der Bar genug bequatschen, damit ich auch mal in das Steuer greifen kann. Ansonsten bleibt mir die Aufgabe über, das Gebetsbuch zu lesen und die bloß nicht die Orientierung zu verlieren.

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Unser Rallye-Škoda ist im übrigen ein astreines Heckmotor-Sportgerät. Unter 900 kg leicht, und mit mehr als 140 PS aus einem 1.3 Liter Vierzylinder wird der „Ostblock-Porsche“ auf die wunderbare Klassik-Tour von Berlin nach Hamburg gehen. Das der 130 RS bis zu 220 km/h schnell sein soll, glaube ich sofort – seine klassische Coupé-Linie hat auch nach 40 Jahren nichts von seinen Reizen eingebüßt.

Wir freuen uns auf unseren Start am 27.8.2015 vor dem Berliner Olympia-Stadion!  Und Sie können mit uns „live“ dabei sein! Folgen Sie unserem Twitter-Account und unserem Instagram-Account, liken Sie uns auf Facebook und schauen Sie in den Blog!

 

 

Foto: obs/Skoda Auto Deutschland GmbH - Das Titelbild zeigt rechts Matthias Kahle, links Peter Göbel. Peter Göbel ist zugleich der Leiter der HBK-Rallye!

Hamburg-Berlin-Klassik 2015: Der Hotel-Guide

HBK2015Es ist die 8.Auflage der Hamburg-Berlin-Klassik und wieder einmal ist autohub.de mit vor Ort und auf Achse. Hamburg-Berlin-Klassik, kurz HBK. Wir freuen uns auf eine klasse Zeit, zusammen mit Škoda Auto Deutschland starten wir auf einem Škoda Rallye 130 RS – unser Pilot? Niemand geringeres als der siebenfache Deutsche Rallyemeister Matthias Kahle

Fahrer, Teams, Presse, Fans, Begleiter – wir alle müssen irgendwo schlafen. Und auch die Besucher und Zuschauer müssen, wollen sie sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen, irgendwo unterkommen.  Für die Hotel-Reservierungen hat der Veranstalter bei den Hotels einen besonderen Buchungscode hinterlegen lassen: „HBK2015“

Bitte geben Sie diesen Buchungscode bei den Reservierungen an und beachten Sie die eingeschränkte Verfügbarkeit! Alle Informationen erhalten Sie vom Veranstalter.

Hotel-Empfehlungen für den Tag 1 – den Start in Berlin

25hours Hotel Bikini Berlin**** Budapester Straße 40, 10787 Berlin, www.25hours-hotels.com Telefon: 030 120 22 10 Rallyeangebot: EZ und DZ mit Frühstück ab 190 €

Ellington Hotel Berlin **** Nürnberger Straße 50 – 55, 10789 Berlin, www.ellington-hotel.com Telefon: 030 68 31 50 Rallyeangebot: EZ mit Frühstück ab 138 €, DZ mit Frühstück ab 148 €

Lindner Hotel Am Ku‘Damm**** Kurfürstendamm 24, 10719 Berlin, www.lindner.de Telefon: 030 81 82 50 Rallyeangebot: EZ und DZ mit Frühstück ab 97 €

Motel One Ku’Damm Kantstraße 10, 10623 Berlin, www.motel-one.com Buchung über Formular (s. Seite 3) Rallyeangebot: EZ ohne Frühstück ab 69 €, DZ ohne Frühstück ab 84 €

Sofitel Berlin Kurfürstendamm***** Augsburger Straße 41, 10789 Berlin, www.sofitel.com Telefon: 040 800 999 0 Rallyeangebot: EZ mit Frühstück ab 110 €, DZ mit Frühstück ab 130 €

Wyndham Grand Berlin Potsdamer Platz**** Hallesche Straße 10-14, 10963 Berlin, www.wyndhamgrandberlin.com Telefon: 040 80 10 66 60 0 Rallyeangebot: EZ mit Frühstück ab 129 €, DZ mit Frühstück ab 149 €

Die weiteren Empfehlungen laden Sie bitte über diesen Link direkt vom Veranstalter herunter.