Skoda Fabia – Aufgefrischt und gleich erwischt

Das Gesetz hat in Prag ein Auge auf den aufgefrischten Skoda Fabia geworfen.

 

Eine weniger auffällige Farbe als dieses Rallye-Grün-Metallic, dann wäre die Prager Polizeistreife dem Skoda Fabia wohl nicht so schnell auf die Schliche gekommen. Zugegeben, das Posen des Tschechen-Combi mitten auf dem Wenzelsplatz war reichlich ungeniert. Jetzt kann er nur noch versuchen, seinen Heimvorteil ausspielen. Auch in der aktuellen aufgefrischten dritten Generation läuft der Fabia nämlich im nahe gelegenen Skoda – Werk in Mlada Boleslav vom Band. Außerdem wimmelt die tschechische Hauptstadt nicht nur von Fabias, auch die anderen Modelle der tschechischen Volkswagentochter sind reichlich vertreten. Während Skoda in Deutschland einen Marktanteil von       knapp sechs Prozent hält, tragen in der Tschechischen Republik mehr als ein Drittel der einheimischen Autos den Pfeil im Kühlergrill. Man hält ihm in seiner Heimat also immer noch die Treue. 1905 fertigte Skoda das erste Automobil und gehört damit zu den ältesten Unternehmen dieser Branche. 

 

Neu beim Fabia sind die in kristallinem Design gestalteten serienmäßigen LED-Tagfahrlichter. (Foto : Hersteller)

Der Skoda Fabia Combi ist in seinem Segment ein Unikat

Die vier Augen des Gesetzes, verborgen hinter coolen Sonnenbrillen, mustern jetzt den Fabia. Es scheint, als wolle sich der Skoda -besser Schhcodda, wie man hierzulande sagt –  gerade noch kleiner machen, als er schon ist. Nur ganz wenige Kleinwagen außer ihm bleiben noch unter dem Gardemaß von vier Metern, die Masse überragt das eher reichlich. Der klassische Fabia misst einen Zentimeter weniger, der Combi kommt dann aber auf 4,27 Meter. Er ist in seinem Segment einer der Letzten, nachdem der Seat Ibiza ST nicht mehr angeboten wird. Für 600 Euro Aufpreis bietet er mit bis zu 1395 Liter ganze 70 Liter mehr Volumen als der Fünftürer. Mehr als die Hälfte der Fabiafahrer entscheidet sich trotzdem für den Combi, hier passt immerhin schon mal ein Kinderwagen mit hinter die Heckklappe. 

Der Verbrauch auf den Testfahrten in und um Prag herum lag bei etwas über sechs Litern. (Bild : Hersteller)

Den Schwerpunkt der Veränderungen legte Skoda auf die Ausstattung

Der neue Kühlergrill und veränderte Scheinwerfer, die jetzt gerade nach unter verlaufen, fallen auf und stehen für sportlichen Touch. Anders als seine Konzernbrüder Seat Ibiza und VW Polo fährt der Skoda weiter auf der alten Plattform dieser Baureihen. Als Ausgleich bekommt der kleine Tscheche jetzt serienmäßiges LED-Tagfahrlicht, erstmals sind für dieses Modell auch LED-Heckleuchten erhältlich. Den Schwerpunkt der Überarbeitung legte Skoda eindeutig auf die Ausstattung. Den Innenraum zieren ein neues Kombiinstrument, schicke Dekorleisten und zweifarbige Sitz-Oberflächen. In der Basis gibt es jetzt immer ein Radio mit USB-Schnittstelle, außerdem warnt der Fabia gegen Aufpreis vor Fahrzeugen im Toten Winkel oder vor Querverkehr beim Ausparken und schaltet das Fernlicht automatisch ab.

 

Die Sitze sind bequem und bieten einen guten Seitenhalt. (Foto : Hersteller)

Skoda nimmt beim Fabia den Diesel aus dem Programm 

Ab dem Infotainmentsystem in der Ausstattungslinie „Swing“ baut Skoda jetzt ein 6,5 Zoll Display ein, „Swing Plus“ und „Amudsen“ kommen optional mit den Smartphone Standards Android Auto, Apple Carplay sowie Mirror Link. Eine Internetverbindung und WLan sind ist auf Wunsch auch dabei. Alle Motoren erfüllen jetzt auch die Abgasnorm Euro 6d-Temp. Die Basis – der für Ende 2018 angekündigte 60 PS Benziner – und der 75 PS Benziner sollen das ohne technische Änderungen schaffen. Den beiden Benzin Direkteinspritzern hat Skoda einen Ottopartikelfilter verpasst. Auf einen Diesel verzichtet Skoda beim Fabia, ohnehin entschieden sich zuletzt nur zehn Prozent der Käufer für einen Selbstzünder. Kein schlimmer Verlust, zumal die Turbobenziner längst an die Verbräuche von Selbstzündern heranreichen. Damit gestaltet sich sein Motorenangebot jetzt übersichtlich. Bei allen Aggregaten handelt es sich um einen Ein-Liter-Dreizylinder, wahlweise mit 75 PS, 95 PS oder 110 PS zu haben. Der Direkteinspritzer mit 95 PS unter der Haube legt jetzt etwas knurrig los, was kaum den verbindlichen Polizisten und dem von ihnen dann doch verhängten Bußgeld zuzuschreiben ist. Dessen bescheidenene Höhe orientiert sich  offensichtlich doch noch am Preis des kleinen Tschechen, der ab 13.400 Euro zu haben ist.

An Assistenten sind jetzt zusätzlich einer für den Toten Winkel, ein Annäherungswarner für den Querverkehr beim Ausparken und eine Fernlicht-Automatik an Bord. (Foto: Hersteller)

 

Text : Solveig Grewe

Fotos: Solveig Grewe, Hersteller

Test: Skoda Superb Combi 2.0 TSI

Sie finden es prima, wenn die Ehefrau mit stark angewinkelten Beinen und senkrechter Rückenlehne neben Ihnen klemmt, weil die Reboard-Babyschale samt Standfuß hinten rechts montiert ist? Und dass die Hälfte des Urlaubsgepäcks zu Hause bleiben musste, weil Kinderwagen und Windeln den Kofferraum blockieren?

Dann bitte gleich weiterklicken, am besten nach Mittelklasse-Premium-Kombis suchen. Klar kann man mit einem funkelnagelneuen BMW 3er Touring, einem Audi A4 Avant oder einer Mercedes C-Klasse Eindruck beim Nachbarn schinden. Weil so ein Ford Mondeo oder ein VW Passat einfach zu sehr nach Außendienst aussehen. Da muss man viel erklären. Sich rechtfertigen.

Fahrbericht Skoda Superb Combi

Der Kombinationskraftwagen

Vorhang auf für den Skoda Superb Combi. Auch hier muss man viel erklären. Meistens aber das Auto an sich, dabei lässt sich mit den staunenden Gartenzaun-Bekanntschaften gleich ausprobieren, ob sich im riesigen Innenraum im großen Skoda ein Echo produzieren lässt.

Während der Passat trotz stetiger Aufwertung das Vertreterimage einfach nicht los wird, hatte das der Skoda Superb Combi nie. Schon die letzte Generation (und der erste Combi, wie immer bei Skoda mit C geschrieben) sorgte für Aufsehen, ein staksiges Fahrwerk und der schmale Innenraum rochen aber doch noch zu sehr nach Kompaktklasse-Basis.

Sprengt die Fesseln der Mittelklasse

So halte ich es nicht für übertrieben, bei der aktuellen Generation des Skoda Superb die abgedroschene Vokabel des Quantensprungs zu verwenden. Weich geschäumte Kunststoffe, selbst auf Höhe des Fahrerknies, eine passgenaue Verarbeitung und das verschwenderische Platzangebot in alle Richtungen lassen den Superb die Fesseln der Mittelklasse sprengen.

Skoda Superb Baum

Behagliche Zufriedenheit

Als Testwagen schmeichelt ein Superb Style unseren Sinnen, zugegebenermaßen mit fast allen Kreuzchen in der Optionsliste. Die Passagiere nehmen, typisch Superb vorne etwas zu hoch, auf bequemen Leder-/Alcantara-Sitzen Platz. Das beige Interieur unterstreicht die Weite des Innenraums nochmals, wird aber früher oder später in Sachen Farbenlehre von frischen Jeans oder nicht ganz sauberen Kinderhänden überstimmt werden. Aber keine Sorge, den Innenraum gibt es beim Modell Style auch in schwarz – was zudem besser mit den meisten Außenfarben harmoniert. Auch die Konfiguration des Testwagens mit der Kombination aus beigem Interieur und grauem Lack ist nicht ganz geglückt.

Andere Bausteine dagegen sorgen für eine behagliche Zufriedenheit. Pflichtprogramm beim Superb-Kauf sollte das hervorragende adaptive Fahrwerk DCC sein. Der Aufpreis beträgt 910 Euro (Serie bei der L&K-Version).

Über die „Mode“-Taste an der Mittelkonsole können über vier verschiedene Stufen (Normal,  Comfort, Sport und Eco) die Fahrwerksabstimmung, das Lenkgefühl und die Reaktionsschnelle von Motor und Getriebe eingestellt werden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, sich alle Bausteine individuell zusammenzustellen.

In der Comfort-Stellung bügelt der große Skoda die Straße vor dem Auto in Windeseile glatt, sanft wiegt man über Unebenheiten, ohne dass das Auto aber träge schaukelt. Die Bewährungsprobe mit einer leicht seekrank werdenden Beifahrerin hat der Comfort-Modus jedenfalls bestanden.

Skoda Superb Cockpit

Richtig interessant für längere Strecken ist das Eco-Programm. Der Motor wird hier nur unmerklich an die kurze Leine genommen,  sobald man vom Gas geht, trennt die Elektronik ihn jedoch vom DSG, so dass man mit möglichst geringen Reibungsverlusten „segelt“.

Die gleiche 200 Kilometer-Autobahnstrecke im Eco- und im Comfort-Modus gefahren, brachte zwar nur eine marginale Verbrauchsverbesserung um 0,2 Liter (laut Bordcomputer), aber das berühmte Kleinvieh macht auch Mist.

Ohne Motor ist kein Auto mobil, wenden wir uns also einmal dem Antrieb des Autos zu. Für die Testfahrt stand der Superb Combi als 2.0 TSI mit 220 PS bereit.

EA888 steckt unter der Haube mit dem geflügelten Pfeil. Das ist der VW-Konzernmotor mit 2,0 Litern Hubraum, der in einer fast unüberschaubaren Zahl von Leistungsstufen in verschiedene Modelle eingebaut wird: Im VW Golf GTI und R beispielsweise, ebenso im Seat Leon Cupra. Der Skoda Octavia hat als RS den Dreimalachter über der Vorderachse. Und so auch der Superb.

Skoda Superb Front

Auffallend unauffallend

Mit 220 PS und Frontantrieb markiert er die zweithöchste Leistungsstufe des großen Skoda, darüber gibt es noch eine 280 PS starke Allradversion. Der weniger stark aufgeladene Zweiliter-Skoda treibt nur die Vorderachse an.

Und das kann er sehr gut. Vom Start an fällt das Aggregat damit auf, dass es nicht auffällt. Der laufruhige Motor spielt, unterstützt von ausreichend Dämmmaterial im Vorderwagen, gekonnt Verstecken. Der Superb ist ein Reiseauto. Auch mit dem Benzinmotor. Oder gerade damit?

Der lange Radstand kommt bei zügiger Autobahnfahrt zusätzlich zum DCC zum Tragen, der Skoda liegt satt und sicher auf der Straße. Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern ist auch der Geradeauslauf top. Mit dem intuitiv bedienbaren Lenkstockhebel ist die Geschwindigkeitsregelanlage samt adaptivem Abstandsassistenten eingestellt und einem mehrstündigen Trip stets nichts im Wege.

Skoda Superb Spiegel mit Totwinkelwarner

Der wachsame Wagen assistiert artig beim Halten der Fahrspur. Mit sanften Gegenlenkimpulsen bringt das System Dich wieder zurück auf Kurs, wenn man aus vermuteter Unachtsamkeit über die seitlichen Begrenzungen fährt. Sobald man dabei den Blinker betätigt, hält sich der Spurhalteassistent zurück. Dennoch wirkt bei aktivierter Unterstützung das Lenkgefühl leider – auch auf Landstraßen – oftmals eckig und unwirklich. Das verleitet zu schnell zur Deaktivierung über den Bordcomputer. Schade und der Sicherheit nicht dienlich.

Um die kümmert sich der Skoda Superb ansonsten zeit- und klassengerecht. Die Sensoren des ansonsten verzichtbaren Parklenkassistenten warnen sogar vor Querverkehr beim Ausparken. Die ebenfalls optionale Rückfahrkamera wartet im neuen Modelljahr sogar mit einer eigenen Waschdüse auf.

Skoda Superb Profil

Bevor ich mich nun in Kleinigkeiten verliere, wollen wir doch versuchen, den Skoda Superb nochmal in seiner Gesamtheit zu beurteilen. Und das fällt gar nicht so leicht. Denn trotz seines zackigen und kantigen Designs eckt er nirgendwo an. Er kann alles, was ein großer Kombi können muss. Andersherum: Was beim Packen für den Urlaub nicht in den 660-Liter Kofferraum passt, ist sicherlich eh zu viel dabei. Wer im mehr als opulenten Fond zu wenig Platz findet, soll bitte vor dem Einsteigen die Stelzen ausziehen.

Im Gegensatz zum noch recht pragmatisch angehauchten Vorgänger vermittelt der aktuelle Superb eine Wertigkeit und eine Ausstattungsgüte, die ihn von den genannten Mittelklasse-Kombis abhebt und durchaus eine smartere Alternative zu den teuren Kombiversionen von Audi A6, BMW 5er und Mercedes E-Klasse darstellt. Weil er günstige Mittelklasse-Preise mit einer Vielzahl von Oberklassetalenten in Einklang bringt, stellt er einen Kombinationskraftwagen im besten Sinne des Wortes dar.

Epilog:

Wer moniert, dass der Skoda Superb nur mit Vierzylindermotoren und maximal zwei Liter Hubraum angeboten wird, der denkt zurecht verklärt an starke Reihensechszylinder und andere Sahnestücke. Dabei sollte man sich aber einmal auf den Firmenwagenparkplätzen und Rastanlagen unserer Republik umsehen: A6 2.0 TDI Ultra, BMW 520d, E220d – alles brave Vierzylinder. Und Diesel. War da was? Ja! Wer wissen will, wie die für die Mehrheit der kilometerfressenden Kunden interessantere Superb Diesel-Version fährt, kann hier den Fahrbericht des 2.0 TDI mit 190 PS und Allradantrieb nachlesen.

 

Technische Daten Skoda Superb Combi 2.0 TSI

Hubraum 1984 ccm
Leistung 162 kW / 220 PS bei 4.500 – 6.200 U/min
Maximales Drehmoment 350 Nm bei 1.500 – 4.400 U/min
Beschleunigung 0-100 km/h 7,1 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 243 km/h
Norm-Verbrauch kombiniert 6,3 Liter / 100 km
Realer Verbrauch im Testzeitraum 9,6 Liter / 100 km
Testwagenpreis 49.520 Euro

 

Text und Foto: Alle Fotos: Bernd Conrad

Fahrbericht Škoda Superb 4×4

Wer das Vergnügen hat, hinter einem neuen Superb auf der Autobahn herzufahren, der kommt nicht umhin, die Arbeit des Škoda-Designers Kaban zu loben. Seriös im Auftritt, aber dennoch sexy auf der Straße. Im dunklen Farbton eines braunschwarz wird aus dem Superb eine wundervolle Fließheck-Limousine. Ich bin geneigt zu sagen: Der schönere Audi A5. Der elegantere A6. Der modernere A4. De…

Erster Test: Škoda Superb Combi

Tegernsee – Erster Test

Es sind erst zwei Monate vergangen, da hatten wir hier an gleicher Stelle die neue große Škoda Limousine vorgestellt. Das erste Fazit? Eindeutig. In diesem Segment, in der Klasse, gibt es kaum einen, der die wichtigsten Talente eines Autos besser unter eine formschöne Hülle bekommt als der Škoda Superb. Nun sind wir den Combi gefahren, die Erwartungshaltung war klar!

Papas Lieblingskombi

Erste Testfahrt im neuen Škoda Superb

Stehen nicht auf der Ausstattungsliste. Leider.
Stehen nicht auf der Ausstattungsliste. Leider.

Der steckt die anderen in die Tasche

Laderaum, Variabilität, nützliche Extras und ein wenig Spaß beim Auto fahren, so riesig sind unsere Ansprüche ja gar nicht. Und dennoch, irgendwo patzt dann jedes Auto. Der neue Superb will in seiner Combi-Version alle Ansprüche erfüllen.

Er fängt beim Thema Laderaum an. Mit fast 2.000 Litern (1.950) bei umgeklappter Rücksitzbank kommt echtes Transport-Feeling auf. Wer die Rücksitzbank besetzt, der behält noch immer einen Kofferraum von über 660 Litern. Das reicht locker, um mit der Familie in den Urlaub zu fahren. Überhaupt, die Familie.

Bei Škoda spielen mittlerweile die Details eine große Rolle, man konzentriert sich nicht nur auf die Verarbeitung, auch die praktische Seite wird herausgeputzt. Der iPad-Halter in Reihe zwei ist so ein Detail. Für 39 € beim Škoda-Händler bestellt, fixiert er das Tablet entweder in der Mittelkonsole der Rücksitzbank oder an den Kopfstützen der Vordersitze. Es sind eben die Kleinigkeiten, die ein Auto nicht nur gut, sondern sympathisch werden lassen.

Zwei Regenschirme? Check. Jeweils einer in den Türen links und rechts. Eine kleine Taschenlampe mit Akku im Kofferraum? Praktisch. Richtig praktisch: Die kleine Taschenlampe hat sogar einen Magneten, mit dem man sie am Fahrzeugblech anheften kann. Wer mal einen Radwechsel in der Dunkelheit vor sich hatte, der weiß, wie sinnvoll diese Idee ist.

Unendliche Weiten, in die ein Konkurrent bislang … usw .. 

8+5 ergibt Platz

8 Zentimeter mehr Radstand, dazu 5 Zentimeter mehr Breite. Aber nur wenige Millimeter in der Gesamtlänge. Der Škoda Superb Combi ist mit seinen Talenten gewachsen, mag man meinen. Die Gleichteile-Strategie im Mutterkonzern beschert dem Tschechen die gleiche Basis, die auch den VW Golf so solide wirken lässt. MQB nennt sich der Baukasten und die Tschechen holen das Maximum heraus.

Und so lassen sich in Reihe zwei bequem die Beine übereinander schlagen, selbst wenn in Reihe eins bereits ein Sitzriese Platz genommen hat.

Pack weg!

Fahrbericht08 skoda superb combi

Reisefreudig

Der Superb ist die solide Kombination, die man sich für die Langstrecke wünscht. Bequeme Sitze, eine perfekte Sitzposition hinter dem Lenkrad und eine gute Geräuschdämmung lassen den Kombi zum idealen Autobahn-Kollegen werden. Unter der Haube pochen bis zu 280 PS aus einem Benziner-Turbo. Der stand für den Ausflug rund um den Tegernsee leider nicht zur Verfügung, doch auch die 220 PS Version kann begeistern. Sparsam und Spaß bekommt der 2.0 Liter TSI unter eine Haube. Mit 350 Nm und dem Sechsgang-DSG lässt es sich hervorragend niedertourig dahin gleiten, bis zu dem Augenblick, in dem einen der Hafer sticht. Zackig knallt das DSG zwei Stufen runter, der TSI raunt sich die Drehzahlleiter hoch und zieht den Tschechen effektvoll über die Autobahn.

Kein vRS Superb

Den mit 280 PS stärksten Superb konnten wir noch nicht fahren, aber wir glauben es gerne, der macht schon richtig Spaß. Denn bereits der „kleine“ 220 PS’ler passt wunderbar in den Superb. Doch wie immer dürfte es ruhig noch ein wenig mehr sein. Das wissen wir, das wünschen wir uns auch. Aber: Škoda wird wohl „nur“ eine „Sport-Ausstattung“ des Superb auflegen, kein RS-Modell. Da hat wohl irgendjemand in der Zentrale in Mlada Boleslav schlecht geschlafen, als die Frage diskutiert wurde: Superb vRS ja, oder nein? Herauskam also wohl ein „Nein“. Schlechte Nachrichten für alle Familien-Papas mit „Linke-Spur-Syndrom“ und Außendienstler im User-Chooser-Segment, die gerne die Langstrecke auch mal gegen die Rennstrecke tauschen würden. Kein Superb RS

Zumal der Superb mit dem neuen DCC-Fahrwerk einige Talente besitzt, um den Spagat zwischen Alltag und Fitness-Studio zu überbrücken. Das DCC schaltet auf Knopfdruck die Dämpfer härter oder weicher und damit wird der Superb sportlicher oder bleibt komfortabel. Wobei uns auch beim Combi, ähnlich wie bei der Limousine, die Unterschiede etwas zu grob sind. Eine feinere Abstufung wäre schön. Oder eine Sport 1 und Sport 2-Einstellung.

Wobei dies nun Gemecker auf höchster Ebene ist.

So fährt sich der Škoda Superb

Einfach mal den Artikel zur Škoda Superb Limousine aufrufen. Der Combi fährt sich genauso und damit einfach gut. Oder Sie probieren es ab dem 26.September selbst aus, dann kommen die Combi Superb zu den Škoda Händlern.

Fahrbericht28foto habby skoda superb combi

Fazit

Er war einmal ein Underdog

Der kam aus Tschechien und war auf Gedeih und Verderb der guten Laune aus Wolfsburg ausgeliefert. Doch damit ist es vorbei. Der Octavia war bereits eine Ansage, der Fabia und der Yeti sind noch immer Dauerbrenner im Portfolio und auch der Superb, gerade als Combi, wird den anhaltenden Aufwärtstrend der „Importeurs-Marke“ stärken. Keine Frage.

Mit dem extrem guten Design ist der neue Superb ganz klar eine Alternative zum arg nüchternen Passat, aber auch für den Audi A4 Avant dürfte es eng werden. Der Superb bietet die gleichen Techniken, bei einem besseren Design und einer ganzen Welt mehr Platz! Damit wäre dann auch die Erwartungshaltung an den Combi – nach der Fahrt mit der Limousine – mehr als erfüllt!

Ach so: Den neuen Superb Combi gibt es ab 25.590 € , der gefahrene 220 PS TSI kostet in der Style-Ausstattung 37.750 €.

Linktipp: Fahrberichte der Kollegen erscheinen in Kürze und werden dann verlinkt! 

 

Erste Fahrt im neuen Škoda Superb

Italien – Erster Test

Man läuft im Testalltag nach dem mittlerweile tausendsten Artikel zu einem neuen Auto schnell Gefahr, das allseits beliebte Motor-Journalisten Bingo Spiel zu spielen. Gerade bei der Marke Škoda und dem neuen Superb war diese Gefahr wieder so richtig groß. Mein Kollege Sebastian Bauer saß mit mir in Italien im neuen Superb und wir waren uns einig, mit einem „simply clever“ Bingo-Bogen würde man aus den kommenden Fahrberichten zum neuen Škoda Superb ein unterhaltsames Spiel gestalten. Die Aufgabe, nun den neuen Superb zu beschreiben, ohne selbst in die Buzzword-Fallen zu tappen, war keine leichte.

Bemannte Raumfahrt

Erste Testfahrt im neuen Škoda Superb

testfahrt skoda superb

Aufgabe: Vermeiden Sie die Worte simply clever, Raumangebot und Volkswagen Passat, beschreiben Sie dennoch den Charakter des neuen Superb.

Um nicht gleich zum Start in die Buzzword-Falle zu tappen, erst einmal ein Detail von der Rücksitzbank. Man könnte natürlich sagen: So einen universalen iPad-Halter anzubieten, ja, Smartphones passen auch, wäre ganz schön clever, aber das ist zu nah am „simply clever“ Slogan von Škoda. Und natürlich könnte man dann sagen, aufgrund des Raumangebotes (möööp!) stellt man sich selbst ein Bein – denn, ein Tablet, montiert an der Kopfstütze des Beifahrersitzes, lässt sich von der Rücksitzbank aus kaum noch bedienen. Eben weil so viel Platz in Reihe zwei vorhanden ist. Škoda bietet also nicht nur den modularen iPad-Halter für die Kopfstütze an, sondern gleich auch noch die Möglichkeit, das Pad/Smarthpone im gleichen Halter nicht mehr an der Kopfstütze zu montieren, sondern in einer passenden Buchse in der hinteren Mittelarmlehne.

Einfach clever! (ups)

testfahrt superb

125 bis 280 PS – Superbes Angebot an Motoren

Der Erfolg der Marke Škoda (aktuell übertrumpft man sich von Quartal zu Quartal mit neuen Verkaufsrekorden) basiert schlicht auf guten Produkten. Kombiniert mit einem guten Design. Sachlich, aber nicht langweilig. Wer das Vergnügen hat, hinter einem neuen Superb auf der Autobahn herzufahren, der kommt nicht umhin, die Arbeit des Škoda-Designers Kaban zu loben. Seriös im Auftritt, aber dennoch sexy auf der Straße. Im dunklen Farbton eines Braunschwarz wird aus dem Superb eine wundervolle Fließheck-Limousine. Ich bin geneigt zu sagen: Der schönere Audi A5. Der elegantere A6. Der modernere A4. Der emotionalere VW Passat.

Wertig, ohne plump zu wirken

detailfoto skoda superb testfahrt

Das ordentliche Motorenangebot aus fünf Benzinern und drei Dieselmotoren mit einer Leistungsspanne von 125 bis 280 PS verleiht jedem Superb einen ganz eigenen Charakter. Der gefahrene 150 PS Diesel (2.0l TDI) und der ebenso gefahrene 220 PS Benziner (kennt man ähnlich aus dem VW Golf GTI) passen beide extrem gut zum Superb. Beide eint ein lockeres, geradezu leichtfüßiges Fahrverhalten. Der Superb wirkt auf jeder Ebene seiner neuen Modellgeneration wertig. Natürlich gibt sich der Innenraum keinen Schwächen bei Material oder Verarbeitung hin. Nichts wirkt nach „Low-Budget-Lösungen“. Dennoch, es fehlt irgendwie die „wohlige Schwere“ von Luxus-Limousinen.

Ein Blick in das Datenblatt klärt auf.

Trotz Wachstum in der Länge (+3 cm), in der Breite (+5cm) und beim Radstand (+8cm) ist der Superb je nach Motorisierung und Ausstattung ein echter Leichtfuß. Mit 1.485 kg wiegt der 110 PS Diesel kaum mehr als ein modernes Fahrzeug aus dem Kompaktwagen-Segment, obwohl man mit dem neuen Superb ein bis eventuell zwei Fahrzeugklassen darüber rangiert.

MQB

Der Superb basiert auf der jüngsten Ausbaustufe des Wolfsburger-Konzernbaukastens mit dem Namen: MQB. (Bingo?) Und teilt sich damit, wie der VW Passat (Bingo?) die gleiche Plattform, die auch der Volkswagen Golf besitzt. Allerdings dürfte mit dem Superb damit nun die maximale Ausbaustufe dieser Plattform erreicht sein.

Mehr als Pflicht

Das Raumangebot ist in dieser Klasse – Bingo – wieder einmal der Maßstab. Der Kofferraum will mit 625 Litern bereits in der Fließheck-Version vielen Kombis in diesem Segment das Fürchten lehren. Umgeklappt entsteht ein 1.760 Liter großes Abteil. Dank der großen Heckklappe lässt sich der so entstandene Laderaum zudem locker beladen.

So fährt sich der Škoda Superb

Handlich. Und im Falle des 220 PS starken Benziners richtig dynamisch. Dazu trägt auch das erstmalig angebotene aktive Fahrwerk bei. In fünf Stufen lassen sich die Dämpfer nun einstellen. Von eco bis sport, die hinterlegten Parameter der DCC getauften (dynamic chassis control) Fahrdynamikkontrolle sorgen für einen Charakterwechsel, der spürbar ist. Fiese Frostaufbrüche pariert der Superb am souveränsten im Comfort-Modus. Wer weniger Seitenneigung beim Auskosten der Querdynamik wünscht, der schaltet auf Sport.

Der 220 PS Turbo-Benziner wird mit dem 6-Gang Doppelkupplungsgetriebe geliefert, trotzdem wiegt der Superb kaum mehr als 1.500 Kilogramm. Er nimmt es eben leicht. Das führt zu einem fröhlichen Handling.

Erstmalig bietet Škoda den 1.4 Turbo-Benziner mit Zylinderabschaltung an. Aus dem Vierzylindermotor wird so bei geringer Motorlast ein Zweizylinder. Mit einem kombinierten Normverbrauch von 4.8 Litern hinterfragt der 150 PS-Benziner die Notwendigkeit der Dieselmotoren.

skoda superb in fahrt

Fazit

Hightech-Fahrspaß

Das kann man vergessen. Man kommt einfach nicht umhin, die Schlagworte des „simply clever Bingos“ zu verwenden. Nicht wegen des obligatorischen Eiskratzers im Tankdeckel. Auch nicht, weil der Superb mehr Platz bietet als der Passat. Auch nicht, weil er der vermutlich der effizienteste MQB-Vertreter ist. Eher noch, weil der neue Superb eben auch der erste Vertreter aus dem VW-Konzern ist, dessen Multimedia-Einheit sowohl Android-Auto als auch Apple Carplay und Mirror-Link unter einer Oberfläche anbietet und zudem einen LTE-Router offeriert. Weil er eben mehr offeriert, als man erwartet.

Und von der Armada an Assistenz- und Sicherheitssystemen habe ich auch noch nichts gesagt. Einparken und Ausparken per Assistent? Natürlich.

Wie will man das alles denn anders umschreiben? Clever, einfach clever trifft es eben.

Der Superb wird es den Konzernbrüdern ordentlich schwer machen. Denn ganz egal, worauf man Wert legt, der Škoda Superb kann es. Er glänzt bei der Verarbeitung, beim Design, bei der Ausstattung und beim Angebot der Multimedia- und Assistenzsysteme. Einzig das LED-Licht wurde dem großen Tschechen vorenthalten.

Billig waren die Tschechen nie, aber mit dem Erfolg zieht auch der Preis an. Der Grundpreis von 24.950 € ist attraktiv – wer sich jedoch in der umfangreichen Preisliste bedient, der landet schnell in der Region oberhalb von 40.000 €.

 

 Linktipp: Autoblogger Jens Stratmann hat auch eine Meinung zum Škoda Superb. Bei Sebastian findet man das „Skoda-Bing“ zum Superb. Im Autohaus Wolfsburg ist Jens noch einmal zu Werke gegangen. Und das Auto-Journalisten-Bingo fand seinen Weg auch in die Autorevue.at. Und nicht verpassen sollte man Fabians Meinung zum neuen Superb

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Škoda Superb

2.0 TDI 6-Gang manuell

Bauart 4-Zyl Reihenmotor, Turbo, Direkteinspritzer
Hubraum 1.968 ccm³
Leistung 150 PS / 3.500 – 4.000 U/min
Kraft 340 Nm / 1.750 – 3.000 U/min
Getriebe 6-Gang manuell
Antriebsachse Vorderachse

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.861, 1.864, 1.468
Radstand 2.841
Leergewicht 1.485
 Wendekreis  11.1 m
Höchstgeschwindigkeit 220 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 8,8 sec
Normverbrauch  4.0 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Kosten“]

Basispreis 28.190 €
Testwagenpreis
Versicherung
KFZ-Steuer  –
Rabatt-Chance gering
Wiederverkaufswert hoch

KFZ-Versicherungsrechner

[/toggle]

[=“notification_warning“ ]Foto-Galerie

[=“ “ ] Die Fotos in den kleinen Galerien stammen von Škoda, die restlichen Foto von mir. Disclosure: Škoda hat mich zum Event nach Florenz eingeladen und die Reisekosten übernommen.