Nissan Leaf II – Mit E-Pedal und teilautonom im Strom der Zeit

„We are on a highway to hell“ dröhnt es aus den Bassboxen beiderseits der Bühne. Unverkennbar sind das die Hard Rock Töne der australischen Band AC/DC, deren Name, welch ein Zufall, die Abkürzungen für Gleich- und Wechselstrom schon in sich trägt. Doch die musikalische Eröffnung der Präsentation des neuen elektrischen Nissan Leaf auf Teneriffa ist nicht wörtlich zu nehmen. Der japanische Hersteller ist nämlich mit seinem weltweit meistverkauften Elektroauto auf einem guten Weg nach oben. Während andere Hersteller noch überlegen, sich überhaupt mit einem Stromer auf den wegen der nach wie vor hohen Anschaffungskosten und der Reichweitenproblematik zurückhaltenden Markt zu wagen, präsentiert Nissan nach 300 000 weltweit verkauften Leaf der ersten Generation, die im Jahr 2010 startete, bereits den Nachfolger.

Zwischen rauschenden Windrädern, in der Abendsonne schimmernden Solarkollektoren und den 25 CO2-neutralen und trotzdem netten Häuschen des Ökodorfes „Casas Bioclimaticas“ im Süden der größten der Kanarischen Inseln lässt es sich besonders schön von der Zukunft der Elektromobilität plaudern. Die Tatsache, dass die persönliche Ökobilanz eines jeden hierher Geladenen durch den mehrstündigen Flug bereits mächtig vorbelastet ist, lässt sich auch mit durchgehendem Fahren mit Elektroautos und die garantiert emissionsfrei generierter heißen morgendlichen Dusche nicht ausgleichen. Das sollte im Hinterkopf bleiben.

Der nächste Tag beginnt mit für hiesige Verhältnisse kühlen neun Grad. Das sind nicht die besten Bedingungen für ein Elektroauto, dessen Lithium-Ionen-Batterie Außentemperaturen von 19 Grad nun einmal mehr schätzt. Kälte killt Reichweite, zumal, wenn man im Inneren auf den Komfort einer Heizung nicht verzichten will. Immerhin hat Nissan den elektrochemischen Speicher für den Leaf gründlich überarbeitet. Statt 30 kWh passen nun 40 kWh in den unverändert großen und im Fahrzeugboden untergebrachten Akku. Zum Vergleich: Ein Tesla S hat eine Kapazität von 60 kWh, ein Renault Zoe 22 kWh und der kleine VW e-up! 18,7 kWh. Mit der stärkeren Batterie steigt auch die Reichweite des Viertürers. Im europäischen Messzyklus NEFZ, bei dem der eigentlich überwiegende Einsatz eines Elektroautos im Stadtverkehr allerdings nicht realitätsnahe genug berücksichtigt wird, steigt die Reichweite von 250 auf 378 Kilometer. Im realistischeren WLTP-Test soll der Leaf jetzt im kombinierten Zyklus rund 270 Kilometer mit einer Batteriefüllung kommen, im reinen Stadtbetrieb bis zu 415 km.

Nach wie vor die hohe Ladekante

Fertig zum Einsteigen. Das Gepäck findet seinen Weg über die nach wie vor recht hohe Ladekante nur mit viel Schwung. Dafür reicht das Kofferraumvolumen mit 435 Litern auch mal für das Gepäck von vier Personen für einen Kurzurlaub. Äußerlich zeigt sich der kompakte Stromer, hier und heute in unschuldigem Weiß, längst nicht mehr so knubbelig wie vorher. Die Designer haben ihn deutlich schärfer gezeichnet, was entgegen der gemeinhin unterstellten Vorliebe für Schmolllippen und Glupschaugen auch bei Frauen besser ankommt. In seinen Dimensionen nahezu unverändert, zeigt sich der Japaner mit dem Chrom V-Grill zwischen den schmalen LED-Scheinwerfern markentypisch, der Ladeanschluss ist wie gehabt unter einer Klappe vorne verborgen. Laden ohne Bücken, verspricht Nissan.

Reichweitenrealitäten jetzt nach WLTP

Im Inneren blickt man auf einen analogen Tacho, der die Geschwindigkeit anzeigt, daneben informiert ein digitales Infodisplay über den Ladezustand der Batterie, die Reichweite und den jeweiligen Kraftfluss. Bei Bedarf gibt eine App Informationen über Ladestationen und deren Verfügbarkeit. Das Lenkrad liegt gut in der Hand, kleine Griffmulden erleichtern die Handhabung. Leider ist es höhen- , aber nicht tiefenverstellbar, so dass man etwas länger braucht, bis man auf den hübschen Sitzen mit den blauen Ziernähten die richtige Sitzposition gefunden hat. Beim Start auf der rund 160 Kilometer lange Teststrecke zeigt die Batterieladeanzeige auf dem Tacho 100 Prozent und eine beruhigende Reichweite von 255 Kilometern an. Die Differenz zu der nach WLTP ausgewiesenen Reichweite von 270 Kilometern erklärt sich schnell: der Tacho zeigt eine dem Fahrstil des letzten Fahrers vom Bordcomputer entsprechend berechnete Reichweite. Macht ja nichts.

Lautlos treiben lassen

Der leistungsgestärkte 150 PS/110 kW starke E-Motor treibt den Leaf lautlos vom Parkplatz weg in Richtung Berge. Im ersten Kreisverkehr macht einem so schnell niemand etwas vor: 320 Newtonmeter Drehmoment vom Stand weg sorgen für Überraschungseffekte. Mit der Kraft seines elektrischen Herzens schafft der Leaf II den Spurt von 0 auf 100 km/h in 7,9 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt – abgeregelte – 144 km/h, mehr würde die Batterie überfordern. Eine Serpentine nach der anderen durcheilt der Leaf, gibt sich sportlich und dynamisch. Die Lenkung fühlt sich direkt an, das Fahrwerk ist straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmt.

Eco-Modus und E-Pedal sparen um die Wette

Der Scheitelpunkt auf 1760 Meter Höhe ist nach knapp 49 Kilometern erreicht, die Weiterfahrt zum 3718 Meter hohen Teide verbietet die Witterung. Schneeverwehungen sorgen für eine Vollsperrung der Passstraße. Der Blick auf die verbleibende Batteriekapazität stimmt mit 45 Prozent für die verbleibende Strecke nicht gerade euphorisch. Gut, dass es ab jetzt nur noch bergab geht. Man mutiert nach Druck auf die grüne Eco-Modus Taste zwangsläufig zu einem Energiegeizhals, schaltet alle überflüssigen Verbraucher ab und ringt um jeden Meter Rekuperation. Sehr gelegen kommt da das neue sogenannte E-Pedel. Nach Druck auf das hellblaue Knöpfchen in der Mittelkonsole bremst das Fahrzeug selbständig, wenn man den Fuß vom Gas nimmt. Ein leises Surren, und nach etwas Geduld wird man durch den stetig wachsenden Grad der Aufladung der Batterie belohnt. Doch einzig der folgende Leaf-Fahrer bringt die Muße auf, dieser Fahrt bergab im Zeitlupentempo geduldig zu folgen. Jeder andere Verkehrsteilnehmer hätte längst überholt und diese Fahrweise sicherlich nicht ohne unfreundliche Kommentierung abgestraft.

Ziemlich autonomes Fahren und einparken wie von selbst  

Dafür verschafft die Rekuperation wieder 60 Prozent Batterieladung und eine Reichweite von 118 Kilometern. Das ist ein ordentliches Polster für die restliche Autobahnstrecke, auf der der ProPilot endlich zu seinem Einsatz kommt. Der Fahrassistent wird über eine blaue Taste in der rechten Lenkradspeiche aktiviert und übernimmt die Steuerung von Lenkung, Gaspedal und Bremsen, immer in der Spur und in gesetztem Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Das erleichtert lange Strecken oder auch das mühsame Fahren im Stau, allerdings müssen die Hände des Fahrers immer schön brav zurück an das Lenkrad. Als ProPilotPark nutzt ein Parkassistent den Ultraschallsensor und das 360 Grad Kamerasystem, um Parklücken zu finden und selbständig einzuparken.

Tee trinken und laden

Geladen wird der in seiner Europa-Version weiterhin in Sunderland in GB gebaute Leaf über einen Typ-2-Stecker mit bis zu 6,6 kW Wechselstrom (AC). An einer herkömmlichen Haushaltssteckdose dauert der Ladevorgang acht Stunden, über eine Wallbox sechs Stunden. An einer CHAdeMO-Säule, die mit 50 kW Gleichstrom (DC) 80 Prozent des Akkus wieder mit Strom füllt, geht es schneller. Chademo heißt auf japanisch „wie wär es mit meiner Tasse Tee“ und soll dafür stehen, dass ein leer gefahrenes Elektroauto in bis zu 30 Minuten wieder aufgeladen werden kann, solange, wie man nach japanischer Tradition für eine Tasse Tee braucht.

Der Einstiegspreis für den neuen Leaf, der ab März in Europa auf die Straße rollt, liegt bei 31 950 Euro, bei dem aber noch der Umweltbonus abgezogen werden kann. Mit an Bord sind immer Licht- und Regensensor, Notbrems- und Spurhalteassistent, Querverkehrswarner oder Verkehrszeichenerkennung, ein Radio und den Lader für die beiden Auflademöglichkeiten.

 

Text und Fotos : Solveig Grewe

 

Citroen C-Aircross Concept – Designer-Konkurrent für Nissan Leaf und Co.

Mit der Studie C-Aircross Concept gibt Citroen auf dem Genfer Salon (9. bis 19. März) einen Ausblick auf sein erstes Mini-SUV. Die Serienversion der expressiv gestalteten Studie könnte bereits Ende des Jahres auf den Markt kommen und den Mini-Van Citroen C3 Picasso ersetzen.

Die Serienversion düfte bereits Ende des Jahres starten

Das Design des Messe-Schaustücks dürfte bereits nah am fertigen Modell sein. Der kleine Crossover trägt das typische Markengesicht mit Doppelwinkel und getrennten Tagfahrlicht- und Scheinwerfergehäusen. Die Flanken sind mit Airbumps genannten Kunststoffplanken versehen. An der blaugrauen Karosserie und dem weißen Dach finden sich rote Farbakzente. Wohl eher nicht in die Serie schaffen dürften es die gegenläufig öffnenden Fondtüren. Noch etwas mehr Realismus dürfte auch im sehr klar und reduziert gezeichneten Cockpit einziehen.

Der C-Aircross tritt gegen Nissan Juke und Co. an

Mit 4,15 Metern Länge sortiert sich der C-Aircross im Umfeld von Nissan Juke, Renault Captur und dem Konzernbruder Peugeot 2008 ein, die auch zu seinen Hauptkonkurrenten zählen dürften. Für den Antrieb kommen unter anderem die Dreizylinderbenziner aus dem Kleinwagen C3 und dem Crossover C4 Cactus in Frage. Allradantrieb wird es nicht geben, stattdessen soll eine spezielle Traktionskontrolle das Fahren auf losem Untergrund erleichtern. Die Preise dürften deutlich unterhalb von 20.000 Euro starten. (Holger Holzer/SP-X)

Der Innenraum dürfte noch ein wenig geändert werden
Die gegenläufigen Türen dürften am Serienmodell nicht mehr zu finden sein

Nissan Leaf als Leichenwagen – Die letzte Reise ist elektrisch

Ruhigen Gewissens auch zur letzten Ruhe: E-Auto-Fans und Öko-Aktivisten steht in Großbritannien nun ein elektrisch betriebener Leichenwagen zur Verfügung. Das Beerdigungsunternehmen „Leverton and Sons“ bietet für die Fahrt zum Friedhof einen zum Leichenwagen umgebauten Nissan Leaf an. Entwickelt und gebaut hat das alternative Transportmittel die 2011 gegründete Firma „Brahms Electric Hearses“. Die elektrisch ausfahrbare Abstellfläche für den Sarg nimmt di…

Nissan Leaf mit Elektroprämie – Hier gibt’s 5.000 Euro Elektro-Rabatt

Nissan hat schnell reagiert und nutzt die von der Bundesregierung geplante Kaufprämie für Elektroautos in Höhe von 4.000 Euro für eine Aktion: Der japanische Hersteller hat angekündigt, nicht nur den geforderten Industrieanteil von 50 Prozent zu zahlen, sondern mit dem Preis seiner E-Autos um weitere 1.000 Euro runterzugehen. Der Nissan Leaf ist so ab 18.365 Euro erhältlich, zuzüglich Batteriemiete.

Den 80 kW/109 PS starken Stromer gibt es in zwei Varianten: mit einer 24 kWh oder 30 kWh großen Batterie. Mit dem stärkeren Akku steigt die Reichweite des Kompakten auf 250 Kilometer. Die Miete für die Batterie liegt bei 79 Euro pro Monat inklusive Mobilitätsservice. Im Nutzfahrzeugbereich bietet Nissan zudem den elektrischen Kleintransporter e-NV200 an, der regulär 24.220 Euro kostet und für den das Angebot ebenfalls gilt.

Erste Fahrt: Nissan Leaf 30kWh

Update: Die Bundesregierung hat nun die Förderung der E-Mobilität beschlossen. Wir aktualisieren daher noch einmal die E-Auto Artikel, Tests und Fahrberichte. Dieser Original-Artikel stammt vom 17. Oktober 2015 

Jetzt länger sparen

Der Col de Turini ist auch nur eine Passstraße in den französischen See-Alpen. Nichts, was man kennen müsste. Wenn man die D2566 von Sospel folgend in den Norden fährt, dann kreuzt man auf 1.607 Metern, auf die D70 wechselnd, diesen Pass. Ein kleines Hochplateau, eine staubige Kreuzung, ein paar alte Häuser. Eben, nichts was man kennen müsste. Wirklich. Es sei denn, man ist Rallye-Fan. Dann kennt man diesen historischen Ort, diese legendäre Wertungsprüfung der Rallye Monte Carlo. Muss man kennen! Einst jagte hier auch ein gewisser Walter aus Regensburg, Turbo zischend, Allrad fräsend, die Berge hoch. Heute summen wir ein elektrisches Loblied!

Fahrbericht Test 011 Nissan Leaf 2016 30 kwh

Nissan Leaf 2016 (30kWh) im Fahrbericht

Nicht reden, machen!

Eine neue Batterie also. Größer. Wer sich mit E-Autos nicht beschäftigt, der wird sich fragen, wieso eine Batterie so einen Fahrbericht rechtfertigt. Holen wir ein wenig aus. Der Nissan Leaf ist nicht viel weniger als „das Elektroauto“ auf dem Markt. Das meistverkaufte. Ein Käfer der Moderne, sozusagen. Nur ohne Abgase. Und wenn man über E-Autos spricht, dann kommt im zweiten Satz immer: „Aber, die Reichweite.“ Stimmt. Reichweite ist ein Problem. Noch. Da hilft es auch nichts, wenn man den statistischen Mittelwert zu Hilfe zieht. Mehr als 50 km fährt „die Statistik“ nämlich nicht am Stück. Doch auch Elektroautos werden nicht von Statistiken gekauft, sondern von Menschen. Und da ist das Reichweiten-Problem eben ein reales. Ein existierendes. Doch Nissan tut etwas. Und da kommt die „größere“ Batterie zum Tragen.

Wobei die Batterie an sich nicht größer ist. Sie braucht so viel Bauraum wie zuvor. Vergleich man die Batterie des Elektroautos mit dem Tank eines „Fossil-KFZs“, dann nutzt der Leaf ab sofort keinen größeren Tank. Batterie-Technik ist aber eben nicht so simpel, wie Benzin in einen Tank zu schütten. Im neuen Leaf mit 30 kWh-Akku bestehen die Akkupakete nicht mehr aus Lithium-Mangan, sondern aus einem Lithium-Mangan-Nickel-Kobaltoxid (NMC) Aufbau und damit konnte man die Energiedichte des Batterie-Paketes steigern. Aus den 24 kWh wurden 30 kWh. Wobei die 24 kWh-Variante des Leaf im Angebot bleibt und nun 730 € günstiger angeboten wird.

Schleichfahrt

Im NEFZ-Zyklus steigt die Reichweite des Nissan Leaf (30 kWh) somit von 199 auf 250 Kilometer und damit ist der erfolgreichste Stromer nun auch das E-Auto mit der größten Reichweite. Lässt man den Premium-Schlitten von Tesla und das Wasserstoff-Auto von Toyota außen vor.

250 km Reichweite – die sollten doch locker reichen, um von Nizza aus den Col de Turini zu befahren und dann wieder zurück zur mondänen Küstenstadt zu kommen. Ein Rundkurs unter 180 Kilometern sollte für den Leaf machbar sein. Jetzt. Mit dieser „großen“ Batterie.

Aus Nizza heraus quält sich der Berufsverkehr durch enge Gassen. Stop & Go. Die wichtigste Domäne des E-Mobils. Fast lautlos, nur ein leises Surren des weiterhin 109 PS starken E-Motors ist zu hören. Es soll von der Küste auf über 1.600 Meter hinauf gehen, trotz voller Akkus startet die Fahrt daher im Eco-Modus. Alles geschieht dann ein wenig gedämpfter.

Die 255 Nm des E-Motors verstecken sich dann ein wenig hinter der teigig-sanften Abstimmung des „Strom-Pedals“. Gas darf man ja nicht mehr sagen.

Newtons-Meter, eine Menge!

Die ersten 10 Kilometer geben uns die Zeit, den weiterhin Golf großen Leaf kennen zu lernen. Sein Äußeres ist mit „anders“ ganz gut beschrieben. Glubschige Augen, darin LED-Scheinwerfer (optional), ein runder Hintern, schmale und hohe Rückleuchte. Im Innenraum merkt man auch gleich, hier ist alles ein wenig anders. E-Mobilität scheint sich optisch absetzen zu müssen.

Und E-Mobilität kann Fahrspaß bedeuten. Die Dominanz eines jederzeit abrufbaren Drehmomentes lässt die erst einmal absurde Idee, auf den Spuren der Rallye-Boliden den Col de Turini zu „besteigen“, plötzlich als notwendige Lustaufgabe verstehen. Ab Sospel wird aus der Landstraße ein Passstraße. Links, rechts, ständig ändern sich die Kurvenwinkel. Schroffe Felshänge, beängstigende Abhänge. Und es geht bergauf, ständig. Die 255 Nm finden sich zum Dienst. Jederzeit. Kein Turboloch, kein Drehzahlkeller und nie im falschen Gang. Wer den Kurvenscheitel trifft, der lässt ab dort den E-Motor die rund 1.5 Tonnen des Leaf ordentlich den Berg hochziehen.

So sollte das eigentlich immer sein.

Das Fahrwerk des Leaf freut sich derweil über den niedrigen Schwerpunkt der ganzen Fuhre. So lassen sich Fahrkomfort und vertretbare Kurvenneigungen vereinbaren, ohne gleich auf ein super aufwendiges Fahrwerk setzen zu müssen.

Die Sitze wurden jedoch nicht optimiert. Hier wird eher klar worum es beim „Leaf“ geht. Stadtmobil, Landmobil und nie besonders lange hinter dem Steuer. Einfaches Einsteigen, keine tiefe Sitzposition, eher Praktikabilität für den Alltag. Dazu passend auch der Kofferraum, mit 370 Litern darf er sich ruhig die Erwähnung im Artikel wünschen.

Ionen einsammeln

Auf der Passhöhe hat der Akku 70% seines Vorrates an kraftstrotzenden Ionen eingebüßt, die rund 220 Kilometern Reichweite beim Start sind Geschichte (Klimaanlage an und die ersten Meter ohne Eco-Mode „on“ ließen die Reichweitenanzeige pessimistisch werden). Am Pass bleiben gute 30 Kilometer Restreichweite (oder 4.9 kWh) übrig. Zu wenig, um zurück nach Nizza zu kommen. Und auch wenn es mittlerweile über 2.000 Schnelllader in Europa gibt, hier oben, wo man in stillen Nächten noch das wütende Schnattern von Wastegate-Ventilen hören kann, hier gibt es maximal „Kriechstrom“ aus der Steckdose.

Bergab kommt jedoch Vorteil II des E-Mobils zum Tragen: Der Wechselstrom-Motor wird zum Dynamo und mit maximal 30 kWh lädt er die kinetische Energie der Bergabfahrt wieder in Ionen-Power. Der kleine Joystick, der als Schalthebel-Ersatz zwischen Fahrer und Beifahrer sitzt, bietet einen „B-Modus“. Sobald dieser aktiviert ist, rekuperiert der Leaf bereits beim Loslassen des „Stromer-Pedals“. Bremsen wird so, vor allem in der Stadt, fast unnötig. Maximale Rekuperation ist aber nicht immer sinnvoll, in der Ebene kann das „Rollen lassen“ effizienter sein. Was einmal in Bewegung ist, soll man nicht bremsen.

Den Col de Turini hinunter ist bremsen jedoch – pardon – rekuperieren, immer eine gute Idee. Nicht zuletzt, um die Bekanntschaft mit den absurd winzigen Streckenbegrenzungen zu vermeiden. Auf der einen Seite zerschellt man mit Inbrunst am Berg, auf der anderen Seite fällt man zuvor unfassbar tief. Beides keine gute Idee.

Fahrbericht Test 003 Nissan Leaf 2016 30 kwh

Nissan Leaf – Kann jetzt länger und weiter

Eigentlich ist der neue „Leaf“ auch der alte. Die Überarbeitung hält sich in Grenzen. Gut, eine Wärmepumpe für die Heizung, ein neues Multimedia-System, mehr Cleverness beim Rekuperieren und eben eine um 26% gesteigerte Reichweite. Kein E-Auto seiner Klasse kann länger elektrisch durchhalten. Den Leaf mit 24 kWh-Batterie behält Nissan im Angebot, wer die Batterie mietet (79 € im Monat), der steigt mit 23.060 € in die elektrische Golfklasse ein.

Mindestens 28.060 € muss rechnen, wer den Reichweiten-Vorteil des neuen Energie-Packs erfahren will. Und natürlich sind wir wieder in Nizza angekommen. Mit mehr Restreichweite als am Col de Turini zur Halbzeit. So ist das mit dem rekuperieren, da muss man sich auch erst einmal daran gewöhnen.

Der Fahrzeugschein für den Nissan Leaf 30 kWh

Verkaufsstart:  Sofort
Basispreis:  Ab 28.060 €
Motorleistung:  109 PS
Antrieb und Getriebe:  1-Gang Automatik
Beschleunigung:  11.5 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  15 kWh / 100 km NEFZ-Norm
Höchstgeschwindigkeit:  144 km/h (el. begrenzt)
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.445, 1.770, 1.550, 2.700 mm

 

 

Alle Fotos: Nissan. Ausnahme: Titelbild: Von Johannes Boehm!

Die E-Prämie der Bundesregierung – Die Hintergründe

Seit heute um 11 Uhr ist es raus: Die Bundesregierung bezuschusst den Kauf von E-Fahrzeugen – sowohl Plug-In-Hybride wie auch voll elektrische Fahrzeuge. Dafür trafen sich die Minister mit Vertretern von Volkswagen, Mercedes und BMW und entschieden die Details. Etwa eine Milliarde Euro steht bereit, um den Verkauf von E-Fahrzeugen bis 2020 auf ein Prozent der Zulassungen zu treiben. Getragen werden die Kosten paritätisch von der Automobil-Industrie und vom Bund. Read more

News: Nissan steigert Absatzzahlen in Europa

Nissan kann deutschlandweit mehr als 5.200 Neuzulassungen im Januar verbuchen. Punkt. Aber in welchem Verhältnis steht diese Zahl? Ist das viel? Wenig? Es geht so? Nun, im Januar ist Nissan damit wieder die klare Nummer eins unter den japanischen Automobilmarken in Deutschland. Dennoch sanken die Absatzzahlen gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,1 Prozent. Doch das liegt vor allem daran, dass dieser ein sehr starker Monat war. Welche Modelle bilden das Fundament des Japaner und wie ist der Trend bei ihnen zu verbuchen?

Zum Anfang des Jahres 2016 gönnt sich Nissan zunächst noch eine kleine Verschnaufpause, wenn man das so sehen möchte. Der zum Vergleich herangezogene Januar des Jahres 2015 war ein ungewöhnlich starker Monat, sodass mit rückläufigen Zahlen im diesjährigen Januar zu rechnen war. Aber mit einer erneute Steigerung des Marktanteils ist im weiteren Jahresverlauf eindeutig zu rechnen, schließlich beginnen die Japaner gerade den Start einiger neuer Modelle, wie etwa dem Nissan Navara.

Das zeigt sich allein schon am durchschnittlichen Marktanteil. Im vergangenen Jahr lag er bei 2,1 Prozent und schafft es im Januar sich um 0,3 auf insgesamt 2,4 Prozent zu steigern. Hier ist aber der erwartete Aufschwung durch neue Modelle noch nicht mit inbegriffen. Doch Nissan verlangt keine Wunder, sondern will seinen Markenanteil in Deutschland sukzessive ausbauen. Das kann mit dem Anteil leichter Nutzfahrzeuge gezeigt werden: Im Vergleich zum Januar 2015 wurde der Markt anteil um 0,5 auf 2,5 Prozent gesteigert. Verkauft wurden also insgesamt 431 Nissan Nutzfahrzeuge. Einen Löwenanteil von fast einem Drittel macht aber der Crossover Nissan Qashqai aus. 1.800 Exemplare setzten die Japaner im diesjährigen Januar ab. Weitere Säulen sind der Nissan Micra mit 950 Neuzulassungen, sowie der Nissan Juke mit 850 neu angemeldeten Exemplaren.

Einen kleinen Aufschwung lässt auch die Prämie für Elektrofahrzeuge erwarten. Schließlich spielt Nissan eine Vorreiterrolle bei emissionsfreien Autos. So zählt der Nissan Leaf zu den meistverkauftes E-Auto der Welt. Zudem befindet sich noch der vollelektrische Transporter e-NV200 im Portfolio und könnte, zusammen mit dem elektrischen Kompaktmodell, eine kleine Absatzsteigerung durch die Prämie verbuchen.

Fünf Jahre Elektroauto – Eine Bilanz

Wechselstromhafte Bilanz

Das Elektroauto der Neuzeit wird fünf Jahre alt. Aber ist das ein Grund zu feiern?

Als im Dezember 2010 mit wenigen Tagen Differenz der erste Nissan Leaf und der erste Chevrolet Volt verkauft wurden, sollte eigentlich eine Revolution beginnen. Die beiden Elektroautos waren die ersten speziell für den Strombetrieb entwickelten E-Mobile der Neuzeit, sie kamen von großen Herstellern und wurden weltweit vermarktet. Kein Wunder, dass viele sie als die Vorboten einer neuen Zeit sauberer Mobilität sahen. Fünf Jahre später ist jedoch Ernüchterung eingekehrt.

Der Nissan Leaf wird fünf Jahre alt
Der Nissan Leaf wird fünf Jahre alt.

Elektroautos gab es auch vor Leaf und Volt schon. Doch entweder handelte es sich um Nischenmodelle wie den Tesla Roadster oder um halbherzig auf E-Antrieb umgerüstete Serien-Kleinstwagen wie Mitsubishis i-MiEV (Anmerkung der Redaktion: Hier irrt der Redakteur von „Spotpress“ gewaltig! – Der i-MiEV war das erste Serien-Elektroauto der Welt und kein „halbherzig umgerüsteter“ Kleinwagen!). Mit Chevrolet und Nissan hatten erstmals zwei globale Hersteller die komplette Konstruktion eines Autos den Anforderungen von Strom-Motor und Batterietechnik untergeordnet. Allerdings mit leicht unterschiedlichen Ansätzen: Während der Nissan Leaf ein reines E-Auto ist, hat der Chevrolet Volt (wie auch sein zwischenzeitlich in Europa angebotener Modellbruder Opel Ampera) zusätzlich einen Verbrennungsmotor an Bord. Der dient in erster Linie, einen erschöpften Akku ohne Tankstopp aufladen zu können. Kurzzeitig kann er aber auch die Räder direkt mit antreiben. (Anmerkung der Redaktion: Auch hier irrt der Redakteur von Spotpress: Der VOLT und der Ampera waren zum größten Teil der Betriebsstrategie E-Mobile mit Range-Extender. Das VOLTEC-System mit drei Kupplungen und dem Planetenradgetriebe erlaubte jedoch auch eine direkte Übersetzung des Benziners auf die Antriebsachse. Bei höheren Geschwindigkeiten (ab 113 km/h) ist das effizienter als die Umwandlung von Benzin in Strom im Range-Extendermodus) 

Technische und wirtschaftsgeschichtliche Meilensteine sind beide Autos mit Sicherheit. Revolutionäre jedoch nicht. Das Problem: Die Straße in die E-Auto-Zukunft war in Realität viel steiniger als gedacht. Knapp eine Million elektrisch angetriebene Autos sind in den vergangenen fünf Jahren weltweit zugelassen worden. 200.000 davon entfallen allein auf den Nissan Leaf, das weltweit meistverkaufte Auto seiner Art, 104.000 weitere stellt Chevrolet mit dem Volt.

Der Nissan Leaf wird fünf Jahre alt
Der Nissan Leaf wird fünf Jahre alt.

Beeindruckende Zahlen für einen neuartigen Antrieb. Genug jedenfalls, um die Freak-Nische zu verlassen: Die Technik funktioniert – auch in großem Maßstab. Trotzdem ist eine Million bei weitem nicht genug, um bei einem gesamten Kfz-Ausstoß im gleichen Zeitraum von rund 300 Millionen Fahrzeugen auch nur als Revolutiönchen wahrgenommen zu werden. Auch in Deutschland ist von umwälzenden Entwicklungen nichts zu spüren. Gerade einmal knapp 40.000 E-Mobile gehen zwischen 44,4 Millionen Bestands-Pkw komplett unter. Wenn wenigstens die Neuzulassungszahlen Grund zu Hoffnung geben würden. Doch die stagnieren im laufenden Jahr bei rund 10.000 Einheiten. Die von der Bundesregierung als Ziel gesetzte eine Million Fahrzeuge wird es 2020 in Deutschland genau so wenig geben, wie die bereits für Ende diesen Jahre von Obama angekündigte in den USA.

Die Gründe für die mäßige Kundenakzeptanz der E-Mobile sind bekannt: Die Autos sind teurer als ein Verbrenner-Pedant, die Reichweite ist beschränkt und „Tankstellen“ sind selten. Schwer dürfte aber auch etwas anderes wirken: der Dauerniedrigpreis für Kraftstoff. Beim Entwicklungsstart von Leaf und Volt waren diese noch kaum vorauszusehen. Explodierten die Rohölpreise auf dem Weltmarkt von 2001 bis 2008 und zwischen 2009 und 2011 richtiggehend, fallen sie seitdem mit steigender Geschwindigkeit. Mittlerweile liegen sie wieder auf 2005er-Niveau. Um Tankkosten zu sparen. braucht Elektroautos gerade niemand.

Ein zweiter Faktor bei der schnell abflauenden Elektro-Begeisterung könnte in der gefühlten E-Mobil-Inflation Anfang des Jahrzehnts liegen. Jeder Hersteller, der etwas auf sich hielt, kündigte ein entsprechendes Fahrzeug für die nächste Zukunft an, zeigte Studien, versprach sinkende Preise und steigende Reichweite. Vielfach enttäuschten die Ergebnisse. Häufig gab es die Elektromobile nur in Mini-Stückzahl oder ausschließlich als Leasingfahrzeug für gewerbliche Kunden. Auch eine lokale Beschränkung des Angebots sorgte häufig für lange Gesichter bei potenziellen Käufern. Gerade der US-Bundesstaat Kalifornien kann ein Lied davon singen, gab es dort doch zwischenzeitlich eine weltweit einmalige E-Auto-Auswahl. Modelle wie den Toyota RAV4 EV etwa haben die Japaner ausschließlich wegen der dortigen strengen CO2-Regeln aufgelegt und anderswo gar nicht erst verkauft. Ähnliches gilt für den Chevrolet Spark EV oder den Fiat 500 E. Das Bild des Mauschel-Mobils, das diese Modellpolitik vermittelte, sorgte vor dem Hintergrund der üblichen Probleme mit neuer Technik nicht gerade für Vertrauen bei der Kundschaft.

Auch der Chevrolet Volt hat Geburtstag
Auch der Chevrolet Volt hat Geburtstag.

Und Kinderkrankheiten gab es noch dazu. So hatte der Nissan Leaf anfangs zumindest in den USA mit erhöhtem Batterie-Verschleiß zu kämpfen, der Volt litt unter einer Serie von Fahrzeugbränden. Die technischen Start-Probleme dürften sich mittlerweile bei allen Herstellern erledigt haben. Technische Fortschritte sind allerdings noch kaum zu bemerken, beim Leaf gibt es immerhin optional demnächst 50 Kilometer Reichweite (250 km insgesamt). E-Mobile sind zwar etwas preiswerter geworden, ob das aber an Produktivitätsverbesserungen und Skaleneffekten liegt, ist oft kaum zu sagen. Vielfach dürften höhere Subventionen durch die Hersteller der Grund sein. Auch die Reichweiten-Gewinne der letzten Zeit gehen kaum auf das Konto verbesserter Technik, sondern vor allem auf den Einsatz von größeren Akkus.

Trotzdem: Es geht weiter. Nissan plant für 2017 eine Neuauflage des Leaf, die deutschen Premiumhersteller Audi und Porsche wollen 2018 im großen Stil eigene E-Autos auf den Markt bringen. Und auch die Infrastruktur entwickelt sich. Nissan etwa hat kürzlich am Rande des Pariser Klimagipfels erklärt, die sogenannte Smart-Grid-Technik weiterentwickeln zu wollen. Dabei soll sich die E-Auto-Batterie als Speichermedium in das zunehmend dezentrale und erneuerbare Energienetz einfügen. Auch nach dem Autoleben können die Akkus dort als stationäre Speicher nützlich sein. Nicht zuletzt wollen die Japaner auch den Ladevorgang vereinfachen; eine entsprechende „Tankstelle der Zukunft“ wollen sie im kommenden Jahr präsentieren. Mit-Pionier Chevrolet will das E-Mobil 2017 dann wirklich zum Massenphänomen machen: Dann soll der elektrische Kompaktwagen Bolt mit einem Preis von unter 30.000 Euro die Mitte der Gesellschaft erobern. Ob das klappt, lässt sich vielleicht in weiteren fünf Jahren beurteilen.

 

 

Hinweis der Redaktion: Dieser Artikel stammt aus dem Redaktionspool von Spotpress. mein-auto-blog kauft dort Artikel ein. In diesem Artikel wurden Behauptungen aufgebaut, die nicht belegt werden. Wir haben uns dennoch entschlossen, diesen Artikel zu veröffentlichen. Der konstruktive Diskurs zum Thema E-Mobilität sollte gefördert werden. Der Artikel setzt sich teilweise kontrovers mit der E-Mobilität auseinander. Abgesehen von den falschen Fakten zum VOLT und i-MiEV ist dies auch in unseren Augen sinnvoll. E-Mobilität ist eine Technik der Zukunft, der Betrieb im heutigen Alltag setzt Kompromisse voraus. Diese zu diskutieren, ist im Sinne der E-Mobilität.

News: Nissan Leaf – Läuft nun länger

Nissan bieten den Leaf ab Januar nächsten Jahres mit einer gestiegenen Reichweite von 250 Kilometern an. Das Plus von 25 Prozent (50 Kilometern) wird durch eine neue Batterie erreicht, die nun 30 kWh speichert und nicht wie bislang 24 kWh. In der Ausstattungslinie Acenta kostet der Stromer dann ab 28.060 Euro zuzüglich der Batteriemiete. Mit Batterie liegt der Leaf bei 33.960 Euro. Auf den Akku geben die Japaner eine Garantie von acht Jahren beziehungsweise 160.000 Kilometern Laufleistung.

Die Abmessungen des in den Ausstattungsversionen Acenta und Tecna erhältlichen Leaf haben sich gegenüber der Version mit 24-kWh-Batterie nicht geändert. Lediglich 21 Kilogramm schwerer ist das E-Fahrzeug geworden. Optimiert wurde auch das sogenannte Nissan-Connect-EV-System, mit dem Besitzer nicht nur den aktuellen Ladestand ersehen sondern auch den Innenraum vorheizen können. Die weiterentwickelte Version zeigt nun nicht nur die verfügbaren Ladestation in der Nähe an, sondern auch, ob diese frei oder belegt sind. Zudem wurden das Navigationssystem sowie die Wartungshinweise bearbeitet.

Das aktuelle Modell mit der kleineren Batterie bietet Nissan nach einer Preissenkung von 5.200 Euro für 18.590 Euro zuzüglich 79 Euro Batteriemiete im Monat an.

Autor: Adele Moser/SP-X

News: Nissan Leaf – Um gut ein Fünftel im Preis gesenkt

Konnte sich die Bundesregierung bisher noch nicht zu einer direkten finanziellen Unterstützung von Elektroauto-Käufern durchringen, so erledigen das nun die Autohersteller selbst: Nissan gibt auf den Leaf (80 kW109 PS) derzeit 5.200 Euro „Elektrobonus“, also Rabatt. Damit ist der Kompakte nun ab 18.590 Euro zu haben. Hinzu kommt die Batteriemiete von 79 Euro monatlich. Auch das Leasing ist vergünstig, man zahlt 99 Euro monatlich plus Batteriemiete.

Bis zum Ende der Aktion am 30. September gehört der Leaf so zu den günstigsten E-Autos Deutschlands und liegt noch unter dem Elektro-Smart, der ab 18.910 Euro (plus 65 Euro Batteriemiete monatlich) zu haben ist. Noch billiger ist nur noch der Kleinwagen Renault Zoe, auf den der Hersteller bis Ende August 5.000 Euro Rabatt (plus 49 Euro Batteriemiete monatlich) gibt und der so 16.500 Euro kostet.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Kommende Elektroautos – Die nächste Welle

Die erste E-Auto-Welle ist abgeebbt. Die großen Hersteller haben ihre Modelle vorgestellt, das Angebot steht. Für die kommenden zwei bis drei Jahre. Dann kommt die zweite Welle. Und mit ihr einige Modelle, die der Technik vielleicht endlich zum Durchbruch verhelfen könnten.

Den Start macht aber schon im kommenden Jahr die Neuauflage eines Modells, das bislang zu den erfolgreichsten E-Autos in Deutschland zählt: der Smart Fortwo Electric Drive. Neben dem Zweitürer wird auch der neue Viertürer Forfour mit elektrischem Antrieb aufgelegt. Details verrät Daimler noch nicht, die Reichweite dürfte gegenüber dem aktuellen Modell aber zumindest leicht steigen, die Preise sinken. Klar ist auch, dass der Smart ein reines Elektroauto bleibt. Ein Plug-in-Hybridantrieb, wie ihn die Autohersteller aktuell als Alternative zum Batterie-Mobil anbieten, wird es nicht geben.

Das gilt auch für den Nissan Leaf. Das weltweit beliebtestes E-Mobil könnte für einen mächtigen Schub sorgen, wenn Ende 2016 die zweite Generation in den USA an den Start geht. Europa dürfte wohl erst 2017 in den Genuss der möglicherweise auf rund 300 Kilometer verdoppelten Reichweite kommen. Gleichzeitig scheint Nissan das Design des Autos leicht glätten zu wollen, so dass es sich besser in die konventionell angetriebene Markenfamilie einpasst.

Für Nissan hängt viel am Leaf, dem aktuell welt- und US-weit meistverkauften E-Auto. Denn mit dem Chevrolet Bolt kommt 2017 ein ehrgeiziger Konkurrent auf den amerikanischen Markt. Der schick gezeichnete Mini-Crossover soll laut Hersteller General Motors mehr als 300 Kilometer weit fahren können und dabei weniger als 30.000 Dollar kosten – zumindest nach Abzug staatlicher Kaufhilfen. Nach Europa kommt er möglicherweise 2018 unter dem Opel-Logo. Bliebe es annähernd bei den Werten und Preisen, könnte das E-Mobil einschlagen wie eine Bombe.

Auch VW verspricht eine kleine Revolution. 2018 will Europas Marktführer ein fünfsitziges E-Mobil mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern auf den Markt bringen. So zumindest eine wenig detailreiche Ankündigung von Entwicklungschef Ulrich Hackenberg.

Und die anderen deutschen Hersteller? Sie arbeiten sich vor allem an Tesla ab. Als Reaktion auf deren Prestige-Erfolg mit der E-Limousine Model S plant Porsche nun offenbar einen eigenen Elektro-Gleiter unterhalb des Panamera. 2018 könnte das Business-Modell auf den Markt kommen. In die gleiche Richtung dürfte der für 2018 erwartete BMW i5 gehen, die erste Reiselimousine in der i-Familie, die möglicherweise aber zusätzlich zum E-Motor einen Verbrenner erhält. Audi hingegen plant dem Vernehmen nach für diesen Zeitpunkt mit einem Elektro-SUV. Möglicherweise auf Basis des kommenden Q8, einer Coupé-Version des gerade vorgestellten Q7.

Tesla arbeitet derweil weiter an der Markteinführung seines neuen Model X. Der Crossover aus SUV und Familien-Van soll in Kürze verfügbar sein. Anfang 2016 wollen die Kalifornier dann ihr neues Einstiegsangebot Model 3 präsentieren – und den E-Automarkt ein zweites Mal revolutionieren. Die Mittelklasselimousine soll nur rund 40.000 bis 45.000 Euro kosten und dürfte 2017 auf den Markt kommen. Bislang war auf die in den Ankündigungen genannten Zeitpunkte aber nicht immer absoluter Verlass

Autor: Holger Holzer/SP-X