Blogpost: 8.000 km für 14 Zentimeter

Es kommt immer auf die Sichtweise an. Wer seinen Standpunkt verändert, verändert seine Sichtweise und plötzlich verändert sich so vieles. Einsichten lassen sich leichter gewinnen, wenn man seinen Standpunkt mal verändert. Wenigstens kurz. Für mich ist der Job des Auto-Bloggers zu so einer Sache geworden. 8.000 km reisen wegen 14 Zentimetern? Lohnt sich das? Es ist eine Frage der Sichtweise. Den Standpunkt verändern.

 [=“notification_warning“ ]Hinweis: „This is a Blogpost“ – Dieser Artikel ist wieder mehr so ein blogpost, eine Sache, die man über die Jahre der Professionalisierung fast vergessen hat. Kein Motor-Journalistisches Machwerk über ein Auto, das bei uns (in Europa) eh keine Rolle spielt.

Peking 2016 003 Eindrücke

China wartet nicht

Auf nach China. 9 Stunden Flug und die Welt verändert sich in beeindruckender Art. 2016 ist die Reise nach China, trotz Visa-Verfahrens, eine gänzlich normale geworden. Ticket, Flugzeug, einsteigen in der Heimat. Aussteigen in der fremden Welt. In dem so wichtigen Markt für unsere heimischen Automobil-Hersteller. Für Mercedes-Benz war China in 2015 zum Beispiel der größte „Einzelmarkt“. Der Chinese kauft also mehr Autos als wir. 2014 war ich zum ersten Mal in Peking, 2015 in Shanghai und trotz dieser sehr kurzen Erfahrungswerte sind die Veränderungen sichtbar. Aus dem Land des unbegrenzten Wachstums wird ein Land der Nachhaltigkeit. Zumindest ist das der Plan. Und man sieht die ersten Bemühungen. Und man sieht an den Automobil-Herstellern, wie man auf eben diesen Markt reagieren muss.

Die teilweise 8-spurigen Stadtautobahnen vom Flughafen Peking in Richtung Innenstadt sind 2016 wie 2014 verstopft. Voller waghalsiger Manöver. 22 Millionen Chinesen leben in der Metropol-Region Peking. Und es scheint, als wären alle zeitgleich unterwegs. Der Chinese an sich ist nicht zimperlich, wenn es um den Spurwechsel geht. Wo acht Spuren nicht ausreichen, werden neue Spuren gefunden. Für den Besucher empfiehlt sich die Rücksitzbank. Wozu es eh keine Alternativen gibt. Denn einen Führerschein muss man für China gesondert machen. Die rabiaten Sitten auf der Straße lassen diese Vorschrift auch mehr als sinnvoll erscheinen. Doch nicht nur der Besucher an sich fährt hinten. Auch der Chinese lässt sich gerne fahren. Sobald es zum Wohlstand des eigenen Autos reicht, sitzt man gerne auch mal hinten. Oder chauffiert Freunde und Familie in Reihe zwei.

Arbeitsplatz, Ruhesessel fürs Schläfchen zwischendurch, rollendes Besprechungszimmer oder einfach nur ein Ort, an dem man gerne von den Umstehenden gesehen werden will. Die Sitzanlage der langen E-Klasse bietet für alle Lebenslagen das Besondere
Arbeitsplatz, Ruhesessel fürs Schläfchen zwischendurch, rollendes Besprechungszimmer oder einfach nur ein Ort, an dem man gerne von den Umstehenden gesehen werden will. Die Sitzanlage der langen E-Klasse bietet für alle Lebenslagen das Besondere.

Weil man sich fahren lässt

Dass auch Automobil-Hersteller wie die Schwaben mit dem Stern Autos fertigen, die man nicht in Esslingen, Ulm und Stuttgart beim freundlichen Mercedes-Händler kaufen kann, ist nichts gänzlich neues. Dennoch immer wieder eine Anmerkung wert. In Peking präsentierte man nun die jüngste Ausbaustufe. Im wörtlichen Sinne. 14 Zentimeter mehr Radstand für die E-Klasse. Damit wächst die Business-Limousine auf eine Länge, die der S-Klasse fast zur Ehre reicht. Aber knapp darunter bleibt. Ob S- oder E-, im Fond des neuen E320L ist das wumpe. Platz diktiert den ersten Eindruck. Und damit sich der edle Eindruck fortsetzt, lässt sich die Mittelarmlehne herunterklappen. Darin, unter anderem, das erste Touchscreen-Display der Stuttgarter. Was nur logisch ist. Touchscreens werden die Bedienschnittstelle der ersten Wahl im Automobil. Anzeige und Commando-Center in einem. Das Comand-System der E-Klasse lässt sich hierüber bedienen, der Fondsitzplatz wird zum Sitzplatz der ersten Wahl. Clever.
Und nach einer Tour in einer offenen Elektro-Rikscha stimmt man als Europäer ein: Es gibt schönere Plätze. Das ist ein Thema für alle Hersteller. Egal, ob BMW, Audi oder VW – wer auf dem Limousinen-Markt der Chinesen mitspielen will, der bietet ein Plus an Radstand. Und man wünscht sich förmlich das autonome Fahren herbei. Wobei – eine Chauffeurs-Limousine, die sich autonom durch das Chaos von Peking bewegt? Eine merkwürdige Vorstellung. Doch genau an diesen Themen arbeitet man.

Für den Drive Pilot der E-Klasse muss man ordentlich Rechenleistung vorhalten. Und in einem Land, in dem es 1.5 Milliarden Points of Interest gibt, in dem die Sprache komplexe Hürden vorhält und der Straßenverkehr voll ist mit Hindernissen, die man in Metropolen wie Frankfurt seit 50 Jahren nicht mehr kennt – wird aus einem schnöden Absatzmarkt eine gänzlich neue Welt für Entwicklungsaufgaben. Mercedes-Benz demonstriert mit den steigenden Absatzzahlen in China, wie man sich nicht nur beim Design auf den „Wohlstands-Chinesen“ eingeschossen hat, sondern auch, wie die eigene Hardware gänzlich neue Erwartungen erfüllt.

Peking 2016 012 Eindrücke

Weil man finden statt suchen will

Das Mercedes Comand System und seine Navigations-Lösung nutzen wir in Deutschland und dem Rest der Welt nach dem immer gleichen Muster: Stadt, Straße, Hausnummer und Abfahrt. Der Chinese hat nicht nur bei der Eingabe von Namen eine andere Herausforderung, da Schriftzeichen bis zu einem Dutzend Bedeutungen haben und daher kontextabhängig verstanden werden müssen – der Chinese sucht auch eher nach einem Point of Interest zum Navigieren. Wobei es sich bei diesen POIs nicht um „Touristische Ziele“ handelt, sondern um Wegpunkte, um Geschäfte, Restaurants – oder was auch immer. Was dazu führt, dass die jüngste Comand-Generation mit 1.5 Milliarden POIs umgehen muss. Damit stellt der chinesische Markt dann auch ganz plötzlich die Benchmark für die Güte der Rechenknechte in den Fahrzeugen dar. Wie anspruchsvoll ein Fahrzeug in der Hardware sein muss, bestimmt nicht mehr Fritz Müller in Untertürkheim, sondern Yu Wang im R&D-Center in Peking. Denn das wird nach dem Besuch in China klar: Dass China bereits 2015 der größte Markt für Mercedes-Benz war, wird uns als Journalisten – als Arbeitnehmer, als Ideengeber, als Käufer, als Fans einer Marke, als Autofahrer – vor Veränderungen stellen. Peking mag heute noch der Smog geplagte Moloch sein, in dem Rikschas, Pferdekarren und Maybachs sich die Straße teilen – aber wir stehen kurz vor dem Wandel. Weg vom gewaltigen Sprung, hin zu einem nachhaltigen Mobilitäts-Szenario. Und dass man in Peking, mal eben, per Gesetz, stinkende Zweitakter verboten hat und Rikschas wie auch Mofas rein elektrisch fahren, sollte uns zeigen, was machbar ist. Ein Denkverbot für eine rein elektrische Business-Limousine mit Stern auf der Haube? Das gibt es nicht mehr.

Die Widerspruch im Alltag auf Chinas Straßen. Der 100.000 € SUV und die Elektro-Rikscha zum sammeln von Wertstoffen. Sie teilen sich einen Verkehrsraum.
Die Widerspruch im Alltag auf Chinas Straßen. Der 100.000 € SUV und davor die Elektro-Rikscha zum Sammeln von Wertstoffen. Sie teilen sich einen Verkehrsraum.

Weil es nicht stinkt

Selbst die Rikschas fahren mit einem Elektroantrieb. Sicher, man will nicht wissen, auf was für einer Akku-Konstruktion man sitzt und wer die Kupferdrähte des E-Motors gewickelt hat, aber Fakt ist: Man sitzt in einer Elektro-Rikscha relativ leise – aber brutal gefährlich. So zumindest der Eindruck als Europäer. Rikscha-Fahrer kümmern sich nicht um Einbahnstraßen, Fußgängerzonen und Ampel-Signale, man fährt, wo man fahren kann. Dass man in Chinas Hauptstadt die Zweitakter aus der Stadt verbannt hat und Mopeds wie Rikschas mit E-Antrieb fahren, hilft. Dennoch spürt man bei Tempo 40 förmlich den Partikel-Dreck in der Luft. Der Umstieg auf Elektromobilität erscheint unvermeidbar. Und Mercedes-Benz beteiligt sich, wie alle anderen Hersteller aus Deutschland, an Automobil-Herstellern aus China. Die offiziellen Dienstleister (Dieter Zetsche bezeichnet sich selbst gerne als den „obersten Dienstleister“ des Unternehmens) drücken die Verbundenheit zum Markt in China mit einer chinesischen Flagge am Revers aus. Was dem Besucher fast mehr auffällt als die Denza-Elektrofahrzeuge auf den Straßen Chinas. Zieht man die Förderungen in China ab, so kostet dieses E-Auto mit seiner Reichweite von knapp 300 km umgerechnet rund 37.000 €. Da relativiert sich der Hype um das Model S und man fragt sich: Warum kann man es in China umsetzen? Weil die Regierung Druck macht? Weil es am Ende eben notwendig wird? China. Ein Land, das man gerne in der Position der Nachrücker in der Industrie-Welt sieht. Das am Ende in vielen Disziplinen aber bereits weiter ist als wir …

Peking 2016 006 Eindrücke

Weil das „Ich“ zählt

Der Kommunismus der frühen Jahre Chinas gerät in Vergessenheit. Aus dem Wir wird ein Ich. Mit dem Wohlstand wächst der Wunsch zur Individualisierung. Auch in China. Ein exzellenter Zeitpunkt, um ein völlig neues Autohaus zu testen. Aus dem „freundlichen Mercedes-Händler“ wird der Mercedes.me Store.

Pünktlich zur Automobilmesse in Peking hat Mercedes-Benz im hippen Stadtteil Sanlitun den ersten Mercedes.me Store in China (nach Hongkong) eröffnet. Und sich entsprechend angepasst: Es wurde gleich einmal der „größte“ Mercedes.me Store weltweit! Anstatt nach Motoren-Öl riecht es nach Kaffee, anstelle von Schlagschraubergeräuschen aus der Werkstatt gelangt seichte Aufzugsmusik an das Ohr. Zeit für einen weiteren Wandel? Vermutlich. Das Geschäft ändert sich. Selbst noch in einer Auto-Werkstatt mit Vertrieb gelernt, empfinde ich den Mercedes.me Store als wundervolle kleine Welt des neuen, multimedialen, vernetzten Autokosmos. Service am Auto? Heute oft nur noch ein Fall für Bits und Bytes- Geschubse per Diagnose-Tablet. Dass man da über die Vertriebskonzepte der Zukunft nachdenkt, ist nur konsequent. Saubere Autos, saubere Finger. Maximal ein Kaffeefleck auf dem Hemd. Der in Sanlitun eröffnete und 2.400 qm große Mercedes.me Store verknüpft die unterschiedlichen Daimler-Welten. Smart, AMG und Mercedes-Benz – alles unter einem Dach. In einer Umgebung, in der man sich Zeit lassen will. Man fährt nicht in das Autohaus, weil man muss – sondern weil man will. Aus dem schnöden Autohaus-Besuch wird ein Erlebnis, in der man die Marke kennen lernt. Der gewaltige „me-Schriftzug“ vor dem Store ist da nur ein wenig subtiles Sinnbild für den Wandel, den nun auch die Chinesen durchmachen. Ein Volk besteht nun einmal aus vielen „Ich’s“.

Eine der Ideen für die Zukunft? Ein Tag der von 0 bis 13 Uhr geht ... oder so.
Eine der Ideen für die Zukunft? Ein Tag, der von 0 bis 13 Uhr geht … oder so.

Weil man nichts von heute auf morgen verändert

14.5 Milliarden. Auf diese Summe erhöht Mercedes-Benz in 2016 und 2017 die Ausgaben für Forschung und Entwicklung. Ein Teilbereich, den die Automobil-Hersteller gerne aus der Öffentlichkeit halten. Doch Mercedes-Benz bot in Peking auch einen Blick hinter die Kulissen. R&D nennen sich die Orte, an denen die automobile Zukunft geformt wird. Research & Development. Mercedes-Benz baut die eigene Präsenz in China weiter aus. Wobei nicht nur die Technik eine Rolle spielt. Der Chinese an sich hat es wenig mit Traditionen und so muss sich auch das Design anpassen. Da können wir jetzt als Deutsche grimmig dreinschauen, wer so viele Autos kauft wie die Chinesen, der bestimmt auch den Weg, den das Design geht. Zumindest bestimmt man es „mit“.

Autonom, vernetzt und lokal emissionsfrei. Die Vision der Zukunft für das Auto ist klar formuliert. Und um diese Ziele zu erreichen, stockt Mercedes-Benz die Zahl der Mitarbeiter vor Ort weiter auf. Während man auf der ganzen Welt daran arbeitet, die googles, Apples, Facebooks und Microsofts in das Auto zu bekommen, spielen in China gänzlich andere Hersteller eine Rolle. Eine Google-Implementation in der E-Klasse? Für den Kunden in China wert- und nutzlos. Tencent mit WeChat (eine Art WhatsApp), Baidu (das Google Chinas) und weitere lokale Anbieter müssen in China integriert werden. Und während man noch denkt, na ja, dann spielt man eben deren Software auf, erinnert man sich an den weiter oben genannten Punkt: 1.5 Milliarden Points of Interest, eine komplexe Sprache und der Wunsch die Bedienung per Sprache (lokal verarbeitet) zu übernehmen. Da wird einem bewusst – die Hardware-Anforderungen sind immens. Plötzlich ist nicht mehr Sindelfingen oder Sunny Vale der Maßstab, sondern Beijing. Es will ja niemand Windows 10 auf einem 386er installieren.

Für die Automobil-Industrie sind das massive Veränderungen. Zurück zum Flughafen geht es wieder auf dem Rücksitz einer S-Klasse. Wobei es auch die lange E-Klasse hätte sein können. Platz und Freiraum in einer Welt, einem Straßenverkehr, in dem sich der „Einzelne“ gerade erst entdeckt. Bis es soweit ist, werden Lücken gesucht und gefunden, wo wir Mittel-Europäer nur mit dem Kopf schütteln.

Peking 2016 002 Eindrücke

Fazit: Horizont-Erweiterung auf chinesisch und die Erkenntnis: China wartet nicht.

Nein. Ich bin nicht wegen den 14 Zentimetern Radstand nach China geflogen. Die E-Klasse mit dem langen Radstand spielt für uns keine Rolle. Doch genau da fängt der Denkfehler an. Denn wenn die Entwicklung so anhält, dann ist es nicht mehr die Frage, welche Rolle die Dinge für uns spielen – sondern welche Rolle wir für China spielen. Der Markt mag sich nicht mehr so explosionsartig entwickeln wie die letzten 10 Jahre – aber er verändert sich zu einem wertigen Markt. Einem Markt, an dem Veränderungen schneller akzeptiert werden. Der Blick zur E-Mobilität zeigt es, aber auch der Rundgang über die Messe: Die ganz merkwürdigen China-Autos werden weniger.

Dass man in China als Gesprächspartner junge Damen unter 30 mit Doktor-Titel bekommt, die einem nach höflichen ersten Gesprächsrunden in Englisch, später auf Deutsch Rede und Antwort stehen, sollte einem auch zu denken geben.

Am Ende waren es 8.000 km für frische Eindrücke aus einem Land, das uns so fern scheint. Aber doch näher ist, als wir denken. Was nicht nur daran liegt, dass dieser Artikel auf Hardware „made in China“ geschrieben wurde …

 

 

tl:dr:

Der Besuch in China tut not, wenngleich die automobilen Themen in diesem Fall – trotz mehr Radstand- kürzer ausfielen. China ist eine Marktmacht, die man sich immer wieder in Erinnerung rufen muss. Neben den reinen wirtschaftlichen Möglichkeiten muss man sich allerdings auch den Willen und die Leistungsbereitschaft der „jungen Generation von Chinesen“ vor Augen führen. Was man daraus lernt? Wenn Du nach China reisen kannst, tue es! Es wird Deinen Horizont erweitern.

Kürzer, journalistischer? Bitte: Interview mit Konzernlenker Dr. Zetsche und Peking, der ganz normale Wahnsinn. Vorstellung neue E-Klasse lang, und smart Brabus in Peking.

 

Blog: Round-Table mit Dr. Z.

Ein Round-Table mit dem Boss. So eine Einladung schlägt man nicht aus. Die Reise zum Automobil-Salon in Peking hielt für mich persönlich ein solches Highlight bereit. Eine Audienz beim Papst würde mich weniger reizen. Dr. Z., der charismatische Auto-Boss, der nicht nur Mercedes-Benz lenkt, sondern ganz nebenbei den gesamten Daimler-Konzern. 284.000 Mitarbeiter, 149 Milliarden Umsatz in 2015. Da hört man gerne zu und stellt sich die Frage: Ja, was kann man so jemanden fragen?

Round-Table Gespräch mit Dr. Zetsche in Peking 2016

Dank dem Engagement von Volkswagen im „Dieselherbst 2015“ drängen sich „zum Glück“ viele Fragen auf: Wie lange wird der Dieselmotor noch Bestand haben? Warum zögert man bei Mercedes-Benz mit den alternativen Antrieben? War es wirklich sinnvoll, sich von TESLA zu trennen und aus einer Partnerschaft eine Mitbewerber-Situation zu formen? Und dann waren da ja noch die KBA-Ergebnisse von der Nachprüfung einer Vielzahl von PKW-Modellen. Bekannt geworden am Freitag, kurz vor Abflug nach Peking. Und auch Mercedes-Benz fand sich in dieser Meldung wieder. Allerdings bestätigte das KBA auch, dass kein anderer Hersteller einer unzulässigen Abschalt-Einrichtung nach dem VW-Vorbild überführt werden konnte. Eigentlich eine Menge Themen. Doch es sollte anders kommen. Die Diesel-Probleme sind kein Thema, alles, was Mercedes-Benz hierzu zu sagen hat, wurde in einer Presse-Meldung veröffentlicht – die Themen des Round-Table sollten sich daher um andere Fragen drehen. Bitte.

Und doch, die Fragen nach dem Diesel

Doch ein Tisch voller Journalisten ist nicht leicht zu bändigen. Und so kam die Frage aus der Auto-Zeitung Chefredaktion nach der Rolle des Dieselmotors, jetzt, nach den Skandalen. Der Daimler- und Mercedes-Boss Zetsche reagierte souverän, wie immer. Nach seinem ausführlichen Statement war klar: Die Investitionen, die man bei Mercedes-Benz jetzt erst in die jüngste Motoren-Generation OM 654 gesteckt hat, die schreibt man nicht einfach ab. Die Rolle des Dieselmotors ist vor allem in Deutschland eine elementare. Zudem sind Wirkungsgrad und Effizienz erneut gestiegen. Für Vielfahrer bleibt der Dieselmotor noch auf absehbare Zeit die richtige Wahl. Dr. Zetsche wurde jedoch nicht müde, die Bestrebungen des Konzerns, neue Technologien zur Marktreife zu bringen, zu betonen. In 2017 wird Mercedes-Benz, nach aktueller Planung, den ersten SUV mit Brennstoffzelle in einer Kleinserie anbieten. Einer reinen Business-Limousine mit E-Antrieb nach TESLA-Vorbild beschied man derzeit jedoch keine Marktchancen. (Anmerkung: Der Autor wundert sich und schweigt … )

Wie wichtig ist China, wo sich aktuell das Wachstum verlangsamt?

Die Antwort auf diese Frage gab Dr. Z. an den für den China-Markt verantwortlichen Vorstand Hubert Troska weiter. Die Antwort ebenso deutlich wie wenig verwunderlich. Denn auch wenn die Zeiten zweistelliger Wachstumsraten zu Ende gehen, so bleibt China auf unabsehbare Zeit ein Markt, der sich mit gesunden Wachstumszahlen hervortun wird. Hubertus Troska führte weiter aus, mit welcher Zuversicht sich Mercedes-Benz deswegen auf diesem Markt engagiert. Zudem hatte Mercedes-Benz bis 2015 deutlich mehr Potential als die Mitbewerber aus Deutschland. Darüber sprach man am Round-Table nicht, aber de facto hat Mercedes-Benz den „Elfer“, den man ihnen hinlegte, mit Bravour verwandelt.

Die Kopie: Ehre oder Ärgernis?

Ausgerechnet der Kooperationspartner BAIC stellt auf seinem Stand (direkt gegenüber vom Mercedes-Benz Stand) noch immer zwei Modelle aus, die einen an die etwas weniger ernsthaften Zeiten erinnern. Einfache Kopien westlicher Fahrzeuge. Darunter auch ein Auto, dessen Form, kneift man die Augen zusammen, auf unansehnliche Weise an die G-Klasse von Mercedes-Benz erinnert. Für Dieter Zetsche ist die Antwort einfach: „Ein Mercedes ist auch für den Kunden in China nur ein Mercedes, wenn er vom Original produziert wird. Eine Relevanz haben diese Kopien für uns nicht.“

Der Weg zum Mobilitäts-Dienstleister

In einem Land, in dem die Menschen zum Teil nur vom eigenen Automobil träumen können, startet Mercedes-Benz nun auch mit dem Carsharing-Angebot Car2Go. Ein Kollege stellt die Frage, ob dieses Land hierfür bereits reif ist. Auch diese Frage gibt Dr. Zetsche an Hubertus Troska weiter. „400 Smart wurden für Chonqing und Car2Go ausgeliefert und stehen dort im „free flow“- Carsharing zur Verfügung. Diese werden zum Teil auch von Daimler-Mitarbeitern dort, vor Ort, direkt genutzt. Man ist durchaus überzeugt von den Potentialen und einem wachsenden Carsharing-Markt, eben auch in China. Chonqing ist hierfür ein guter Start“.

Dr. Z. – der Sympathie-Sieger

Wer den Daimler und Mercedes-Benz-Boss im persönlichen Gespräch erlebt, der spürt die Ruhe und Souveränität, die von dem erfolgreichen Konzern-Lenker ausgeht. Widerworte? Schwer zu formulieren, denn Dr. Z. pariert auch kritische Fragen mit einer großen Sympathie-Wirkung. Dr. Z. dürfte jedoch mittlerweile, auch wenn er die kritischen Fragen charmant abwehren kann, der Wind zum Thema „Elektromobilität“ harsch und unangenehm ins Gesicht wehen.  Dem Erfolg von Mercedes-Benz in China steht der Mangel an E-Fahrzeugen im Mercedes-Portfolio derzeit noch nicht im Weg. Noch ist Platz – und Zeit – für eine wachsende Plug-In Hybrid-Strategie und vor allem für eine Beschleunigung beim Thema „autonomes Fahren“ und „Konnektivität“. Beides Themen, bei denen ausgerechnet der einst so spießige Daimler mittlerweile mit Karacho vorneweg fährt. Für die Souveränität des Lenkers gibt es also –trotz aller Baustellen – auch sehr gute Gründe.

 

Porsche 718 Cayman – Erstmals günstiger als der Boxster

Wie bei seinem Stallgefährten 718 Boxster, der vor einigen Wochen auf der New York Motor Show Premiere feierte, ist die größte Neuerung beim Porsche 718 Cayman zunächst unsichtbar.

Auch der Porsche Cayman hat nun die aufgeladenen Vierzylinder-Motoren erhalten
Auch der Porsche Cayman hat nun die aufgeladenen Vierzylinder-Motoren erhalten

Denn auch die geschlossene Variante des kleinen Schwaben, der jetzt auf der Auto China in Peking debütierte, erhielt zum Facelift die aufgeladenen Vierzylinder in zwei Ausbaustufen mit 2,0 Liter (220 kW/300 PS) und 2,5 Liter Hubraum als S-Version (257 kW/350 PS). Das sind 18 kW/25 PS mehr Leistung als bei den Vorgänger-Modellen. Der Kraftstoffverbrauch beträgt je nach Version zwischen 5,7 und 8,1 Liter auf 100 Kilometer.

Der Caymann S kostet ab 64.118 Euro
Der Caymann S kostet ab 64.118 Euro

Beide Benzinmotoren sind Derivate des 3,0-Liter-Sechszylinders aus dem Carrera und wurden zusammen mit ihm entwickelt. Den freigewordenen Zylinderraum nutzten die Ingenieure für den Turbolader. Das Basismodell, das noch in diesem Jahr ausgeliefert wird, kostet in Deutschland ab 51.623 Euro – erstmals eine geringere Investition als für den 718 Boxster, der ab 53.650 Euro startet.

Das Basismodell, das noch in diesem Jahr ausgeliefert wird, kostet in Deutschland ab 51.623 Euro
Das Basismodell, das noch in diesem Jahr ausgeliefert wird, kostet in Deutschland ab 51.623 Euro

(Alexandra Felts/SP-X)

Volkswagen SUV T-Prime Concept GTE – Ein bisschen elektrisch und richtig komfortabel

Künftige Volkswagen Touareg-Fahrer sollten sich auf zylinderarme Zeiten einstellen. Dass die Wolfsburger bei ihrem nächsten Business-Kraxler auf einen V6-TDI verzichten werden, ist zwar schwer vorstellbar – aber der Antriebsstrang des in China vorgestellten T-Prime Concept GTE könnte die Lösung für ein künftiges SUV-Topmodell darstellen. Es handelt sich um einen Plug-in-Hybrid, der mit 280 kW/381 PS nicht schlecht im Futter steht. Davon entfallen 100 kW/136 PS auf einen Elektromotor, während 185 kW/252 PS von einem zwei Liter großen Vierzylinder-Turbo beigesteuert werden. Immerhin ist die Studie, auf die laut Volkswagen-Markenchef Herbert Diess in naher Zukunft ein Serienmodell folgen soll, mit einem physischen Allrad-Antrieb ausgestattet. Demnach gibt es eine zentrale Krafteinheit – die E-Maschine ist mit der achtstufigen Getriebeeinheit verbandelt. Die insgesamt aufgebrachten 700 Nm werden über ein variabel sperrendes Mitteldifferenzial an beide Achsen verteilt. Nach vollgeladenem Akku können 50 km rein elektrisch bestritten werden.

Klassische Knöpfchen-Bedienung scheint von gestern, das T-Prime Concept wird in erster Linie per Gestensteuerung und Touchscreen kontrolliert. Großzügige Infotainment-Flächen versorgen die Passagiere mit vielfältigen Informationen
Klassische Knöpfchen-Bedienung scheint von gestern, das T-Prime Concept wird in erster Linie per Gestensteuerung und Touchscreen kontrolliert. Großzügige Infotainment-Flächen versorgen die Passagiere mit vielfältigen Informationen

Volkswagens neue Geländewagen-Studie – auf Basis des modularen Längsbaukastens – gibt sich betont digital. Klassische Knöpfchen-Bedienung scheint von gestern, das T-Prime Concept wird in erster Linie per Gestensteuerung und Touchscreen kontrolliert. Großzügige Infotainment-Flächen versorgen die Passagiere mit vielfältigen Informationen – darunter auch solche, die weit über die üblichen Fahrzeuginfos hinausgehen. Schließlich ist der fahrbare Untersatz immer mit dem Internet verbunden und erlaubt etwa, diverse Apps zu nutzen. So ist auch denkbar, neueste Nachrichten oder Wetterdaten auf die Monitore zu spielen, von denen es auch im Fond welche gibt.

Immerhin ist die Studie, auf die laut Volkswagen-Markenchef Herbert Diess in naher Zukunft ein Serienmodell folgen soll, mit einem physischen Allrad-Antrieb ausgestattet
Immerhin ist die Studie, auf die laut Volkswagen-Markenchef Herbert Diess in naher Zukunft ein Serienmodell folgen soll, mit einem physischen Allrad-Antrieb ausgestattet

Dort warten komfortabel anmutende Einzelsitze auf ihren Einsatz. Dass die 5,07 Meter lange Studie vorwiegend ästhetisch orientierte Langstrecken-Nutzer ansprechen soll, wird bei einem Blick in den großzügig ausgeführten Innenraum klar. Die Architektur besteht aus einem Wechselspiel von Holz, Klavierlack, Leder sowie wertig wirkendem Metall.

Der Antriebsstrang des in China vorgestellten T-Prime Concept GTE könnte die Lösung für ein künftiges SUV-Topmodell darstellen
Der Antriebsstrang des in China vorgestellten T-Prime Concept GTE könnte die Lösung für ein künftiges SUV-Topmodell darstellen

Von einem Aufbruch in eine neue Bedien-Ära kündet auch das weiterentwickelte Multifunktionslenkrad: Hier gibt es keine definierten Tasten mehr, sondern berührungsempfindliche Flächen. Der aktuelle Touareg ist mittlerweile sechs Jahre alt – so dürfte dessen Ablösung nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen. Es bleibt also spannend, welche technischen Lösungen sich bis zum nächsten oder höchstens übernächsten Jahr in die Serie schleichen werden.

Die 5,07 Meter lange Studie soll vorwiegend ästhetisch orientierte Langstrecken-Nutzer ansprechen
Die 5,07 Meter lange Studie soll vorwiegend ästhetisch orientierte Langstrecken-Nutzer ansprechen

Audi TT RS Coupé und Cabrio – Ingolstädter Sportschau in Peking

Audi zündet die vorerst letzte Stufe des TT-Feuerwerks und präsentiert den Fans des kleinen Sportlers nun die RS-Version (ab 66.400 Euro). Die kommt nun mit 294 kW/400 PS daher und rangiert in dieser Ausbaustufe auf dem Level ernsthafter Sportwagen. Auch die vorwiegend auf SUV geeichten Chinesen bekommen immer mehr Appetit auf Sportwagen, daher ist die Premiere in Peking eine willkommene Abwechslung auf der geländewagengetränkten Traditionsmesse in der Hauptstadt.

Die kommt nun mit 294 kW/400 PS daher und rangiert in dieser Ausbaustufe auf dem Level ernsthafter Sportwagen
Die kommt nun mit 294 kW/400 PS daher und rangiert in dieser Ausbaustufe auf dem Level ernsthafter Sportwagen

Konzeptionell bleibt alles, wie es war: also kein Hubraum- oder Zylinderschwund. Unter der Haube werkelt weiterhin ein 2,5 Liter großer Fünfender, an dem die Ingenieure allerdings ordentlich gefeilt haben. Durch den Einsatz von Aluminium beispielsweise für das Kurbelgehäuse sowie die Optimierung weiterer Komponenten gelang es den Technikern, das Motorengewicht um 26 Kilogramm zu reduzieren, was nicht nur dem Kraftstoffkonsum entgegenkommt, sondern auch die dynamischen Fertigkeiten des TT verbessert.

Und die sind beim RS natürlich wichtig. Audi beziffert den Standard-Sprint auf maximal 3,9 Sekunden beim Roadster sowie gar 3,7 Sekunden beim Coupé. Als Höchstgeschwindigkeit stehen mit dem entsprechenden Häkchen in der Auspreisliste 280 km/h im Datenblatt, sonst bleibt es bei 250 Sachen. Um auch klanglich Eindruck zu machen, leitet der sowohl direkt als auch indirekt einspritzende Ottomotor seine Abgase per Klappenauspuff aus – eine Soundtaste gibt es für sämtliche Modelle frei Haus.

Ein Auto für Understatement-Liebhaber ist der bisher stärkste TT indes nicht. So erkennt man ihn rasch am feststehenden Spoiler
Ein Auto für Understatement-Liebhaber ist der bisher stärkste TT indes nicht. So erkennt man ihn rasch am feststehenden Spoiler

Ebenfalls obligatorisch ist das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe, das 480 Nm Maximalmoment verarbeiten muss und an beide Achsen leitet. Wenn man möchte, liefern die Ingolstädter variable Dämpfer und Keramikbremsscheiben, um auch höheren fahrerischen Ansprüchen zu genügen.

Ein Auto für Understatement-Liebhaber ist der bisher stärkste TT indes nicht. So erkennt man ihn rasch am feststehenden Spoiler, der – über die Optik mag man streiten – nun einmal den Abtrieb erhöht und somit die Fahrstabilität verbessert. Auch die typischen Oval-Auspuffendrohre sind nach alter RS-Manier gesetzt.
Innen ist analog zu den schwächeren Modellen das Elektronik-Zeitalter angebrochen. Good bye mechanische Anzeigetafel – es gibt eine durchgehende TFT-Fläche mit vielfältig konfigurierbaren Themenfeldern. So kann man die elektronische Straßenkarte als Fahrer direkt vor seine Augen holen, was die Aufmerksamkeit für die Straße erhöhen soll. Freilich haben sich die Techniker für die RS-Variante etwas Besonderes einfallen lassen und ermöglichen, auch Parameter wie Drehmoment, G-Kräfte oder Reifendruck anzuzeigen.

Innen ist analog zu den schwächeren Modellen das Elektronik-Zeitalter angebrochen. Good bye mechanische Anzeigetafel – es gibt eine durchgehende TFT-Fläche mit vielfältig konfigurierbaren Themenfeldern
Innen ist analog zu den schwächeren Modellen das Elektronik-Zeitalter angebrochen. Good bye mechanische Anzeigetafel – es gibt eine durchgehende TFT-Fläche mit vielfältig konfigurierbaren Themenfeldern

Mit Audi Connect geht der rasante TT online, um sich aus dem Internet mit Infos wie dem aktuellen Wetter oder Nachrichten zu versorgen. Ein auf Wunsch lieferbarer WLAN-Hotspot hält die Fahrgäste auf Draht – und natürlich besteht die Möglichkeit, Handy-Inhalte auf das so genannte Virtual Cockpit zu spiegeln. Für die Freisprecheinrichtung der offenen Ausgabe bedienten sich die Audi-Techniker eines gewissen Kniffs und brachten die entsprechenden Mikrofone in den Gurten unter. Ob man dann unter dem Getöse von Motor und Wind wirklich noch angenehm telefonieren kann, werden dann die ersten Fahrtests beweisen müssen.

Livestream: Mercedes-Benz auf der Auto China 2016

Maßgeschneidert für China

Weltpremiere der E-Klasse Langversion
Asien-Premieren des GLC Coupé und des smart forfour

Mercedes-Benz präsentiert auf der Auto China 2016 in Peking die um 140 Millimeter gestreckte Langversion der neuen E-Klasse. Im Fond der speziell für China entwickelten und in China produzierten Limousine genießen die Passagiere einen großzügig erweiterten Fußraum auf einer Sitzanlage mit vielen Komfortfunktionen. Im Interieur der Limousine ist moderner Luxus mit hochwertigen Materialien stilsicher für den chinesischen Markt neu interpretiert.

Nur ein Jahr nach der Weltpremiere des GLC Coupé Showcars in Shanghai debütiert die Serienversion des GLC Coupé in Asien. Das GLC Coupé ist ein neuer, besonders sportlicher Traumwagen im stetig wachsenden SUV-Portfolio von Mercedes-Benz. Die Kombination aus multifunktionalem SUV und emotionalem Coupé verbindet Intelligenz mit Emotion.

Ebenfalls Asien-Premiere feiern das Mercedes-AMG C 63 Coupé, das den nächsten Schritt auf dem Weg zu noch mehr technischer und optischer Eigenständigkeit darstellt und der neue SLC, der pünktlich zum 20-jährigen Jubiläum deutlich optimiert antritt.

Neues gibt es auch von smart: Der leistungsgesteigerte smart BRABUS feiert Weltpremiere. Als fortwo, fortwo cabrio und forfour zählen die neuen BRABUS Modelle zu den sportlichsten Fahrzeugen in ihrem Segment.

Smart-Premiere in Peking: Die Brabussis sind da!

Die aktuelle Smart-Generation bekommt Verstärkung. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Weltpremiere in China: Smart Brabus

Die Deutsche Reiterliche Vereinigung empfiehlt pro Pferd eine Boxengröße von 12,25 Quadratmetern. Für 109 dieser Tiere wär also eine reine Stallfläche von 1.335,25 Quadratmetern nötig.

Das passt natürlich nicht zu einem urbanen Lebenskonzept moderner Zielgruppen. Deswegen bietet Smart in Zusammenarbeit mit dem Haustuner Brabus kompaktere Abhilfe: Dem neuen smart Brabus reichen als Fortwo 4,47 Quadratmeter Fläche, dem längeren Forfour deren 5,79.

Spätestens jetzt sind die ersten genervt: Da stellt Smart auf der Automesse in Peking mit dem Brabus smart-Trio aus fortwo, fortwo Cabrio und forfour das neue, natürlich hoch emotional aufgeladene Topmodell der Marke vor, und wir ergehen uns hier im Taschenrechnergetippe.

Die einzig wahre Brabus-Farbe: Schwarz!
Die einzig wahre Brabus-Farbe: Schwarz!

Aber ein paar Daten gehen noch, zumindest für den Stammtisch – denn es handelt sich ja um ein Brabus-Modell, also dicke Hose im kleinen Auto. Die aktuelle Generation aus Zwei- und Viersitzer gab es bislang mit maximal 66 kW / 90 PS, hier setzt der smart Brabus also deutlich was drauf, ohne jedoch verschwenderisch zu sein. Im Vergleich zum alten Fortwo aus Bottrop liegt der Zuwachs bei sieben Pferdestärken (oder eben 85,75 Quadratmetern, aber lassen wir das).

Der Premierenort – Chinas größte Automesse in diesem Jahr – ist nicht zufällig gewählt. Im Reich der Mitte freut sich der Hersteller aktuell über gesunde Wachstumsraten. In den verstopften Megacities steigen mehr und mehr Chinesen auf kleine Autos um. Weil aber Statusdenken weiterhin auf volle Geldbeutel stößt, versprechen sich die Strategen hier einen besonders großen Anteil der Brabus-Versionen am Smart-Verkauf. Dass die Fortwo-Variante in 9,5 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt, wird im Verkehrsdickicht kaum eine Rolle spielen. Die 180 km/h Höchstgeschwindigkeit sind ein weiterer netter Papierwert. Für den forfour. Der fortwo schafft 165 Stundenkilometer.

Natürlich darf der smart Brabus auch optisch das Familienoberhaupt herauskehren. Spezielle Alufelgen (fortwo: 16-Zöller vorne, 17-Zöller hinten, forfour mit 17-Zoll Alus an beiden Achsen) gibt es und doppelte Endrohre, die leider arg angepappt aussehen.  Umrahmt werden sie von einer unverzichtbaren Diffusoroptik im Heckstoßfänger, die den Smart sicherlich aerodynamisch in eine neue Liga saugt. Satire Ende.

smart BRABUS fortwo coupé

Wie bisher gibt es das Xclusive Modell oben drauf. Das kommt mit einer Lederausstattung, Kunstlederbezug auf dem Armaturenbrett und weiteren Extras.

Darf ich nochmal mit Zahlen dienen, bitte? Muss sein, denn wir wollen doch noch die Preise für den Brabus-Spaß verraten. 19.710 Euro kostet der Brabus fortwo. Für das fortwo Cabrio verlangen die Schwaben 22.970 Euro, der forfour steht mit 20.520 Euro in der Liste. Für das Xclusive-Modell sind jeweils 3.000 Euro Aufpreis fällig.  Damit sind die Tarife zumindest unter den Immobilienpreisen in den Top-Metropolen dieser Welt; aber wir wollen jetzt ja den Smart nicht wieder auf Quadratmeter umrechnen. Ab Juli stehen die Modelle bei den Händlern.

Weltpremiere in Peking 2016: E-Klasse XXL

Die clevere Business-Limousine kann jetzt länger

Weltpremiere für die E-Klasse mit dem Extra-Plus an Radstand

In China, für China – die neue E-Klasse XXL wird auch in China gebaut

Die Langversion der E-Klasse wird vor Ort in einem Joint-Venture ausschließlich für den Binnenmarkt produziert. Ähnlich gehen auch BMW und Audi an das Thema heran. Denn in China gilt das Fahren mit Chauffeur als wichtiges Statussymbol. Nicht nur für die obersten Ränge in Regierung und Wirtschaft. Daher sind bereits Limousinen ab der Mittelklasse häufig in Langversionen zu haben. Unter der Motorhaube wird dann jedoch wieder Bescheidenheit gepflegt. Und auch zur S-Klasse hält die verlängerte E-Klasse einen Respektabstand von rund 5 Zentimetern. Allerdings ist der Radstand der E-Klasse „L“ um rund 4.4 Zentimeter länger. Dieser Längenzuwachs ist in der zweiten Reihe spürbar.

Weltpremiere  W213 E-Klasse langer Radstand 7

Wie bei der E-Klasse mit normalen Radstand, so wird auch die „lange E-Klasse“ mit zwei unterschiedlichen Gesichtern gefertigt. Wahlweise in der klassischen Ausführung, die den Stern auf der Haube trägt oder in der sportlichen Version mit im Kühlergitter integriertem Markensymbol. Von der Seite hilft ein zusätzliches Dreiecksfenster in der C-Säule und ein Emblem an der C-Säule, die „lange E-Klasse“ von den Geschwistern zu unterscheiden. Optisch passt der um 140 mm gestreckte Radstand einfach ideal zum Grund-Design der neuen E-Klasse. Mit dem langen Radstand rutscht die E-Klasse allerdings optisch noch einen Schritt näher an die S-Klasse.

Die 14 Zentimeter mehr Radstand kommen vor allem den Passagieren in Reihe zwei zu Gute. Um 13.4 Zentimeter wächst dort der Fußraum in die Länge.

Weltpremiere  W213 E-Klasse langer Radstand 8

High-Tech an Board, Multi-Beam LED an der Front

Allen Rücksitz-Varianten gemeinsam ist eine klappbare Mittelarmlehne. Diese bietet völlig neue Technik- und Komfort-Features. Dazu gehören:

  • ein beleuchtetes Ablagefach
  • einen USB-Anschluss
  • einen integrierten Touchscreen (Sonderausstattung)
  • Wireless charging des Mobiltelefons (Sonderausstattung)
  • beheizbare Auflage (Sonderausstattung)
  • als verlängerte Mittelkonsole einen auf Wunsch temperierbaren Cupholder

Überdies erfüllt der Fondbereich die Anforderungen an einen Büro- und auch „Relaxraum“

Auf Wunsch (optional) lassen sich natürlich auch eine Vielzahl an Fahrzeug- und COMAND-Funktionen vom Heck aus regeln – entweder über ein fest in die Mittelarmlehne integriertes Touchscreen-Display oder mit entsprechender App via Tablet oder Smartphone.

Das aus der E-Klasse bekannte Multi-Beam LED Licht mit 84 einzeln steuerbaren LEDs ist auch in der Lang-Version als Option erhältlich.

Über Preise und Motorisierungen ist noch nichts bekannt.

Das China-Auto

Und natürlich ist die lange E-Klasse vor allem ein Auto für den Markt in China, eine Markteinführung in Deutschland ist derzeit nicht geplant.

 

Shell Concept Car – Der Feind aller Tankstellen

Leicht, windschnittig und dank Spezial-Schmierstoffen auch besonders reibungsarm: Der Mineralölkonzern Shell hat gemeinsam mit dem Formel-1-Designer Gordon Murray ein dreisitziges Sparmobil für den Stadtverkehr entwickelt. Präsentiert wird das Konzeptfahrzeug nun auf der Auto China in Peking (25. April bis 4. Mai).

Basis der Studie ist das Leichtfahrzeug T.25, das Murray 2010 vorgestellt hatte. Nach umfangreichem Feinschliff soll das rund 2,50 Meter lange Minimobil nun noch einmal sparsamer geworden sein. Konkrete Zahlen zum Konsum des 660 ccm großen Dreizylinderbenziners bleibt der Mineralölkonzern zwar schuldig, verspricht aber eine um 34 Prozent bessere Energiebilanz gegenüber einem typischen Kleinwagen – berücksichtigt wurde der Aufwand bei Produktion und Betrieb.

Shells Beitrag zu dem Projekt betrifft vor allem die Schmierstoffe. Spezielle Leichtlauföle sollen den Verbrauch gegenüber konventionellen Produkten um fünf Prozent gesenkt haben. Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen Shell nicht zuletzt künftig bei der Entwicklung neuer Öle helfen. Eine Serienproduktion des Fahrzeugs ist nicht angekündigt.

Impressionen von der Autoshow in Peking – 2014

Peking 2014: Die Neuheiten von Mercedes-Benz

Zwei Weltpremieren und acht Neuheiten für den pulsierenden Automarkt in China. Mercedes-Benz hatte sich für die Autoshow in Peking ein buntes Feuerwerk ausgedacht.

Peking 2014 – Mercedes-Kracher für China

Auch wenn der Mercedes MLC den größten Wirbel verursachte, die C-Klasse mit dem langen Radstand ist erst einmal die wichtigere Neuheit. Denn diese wird auch so verkauft. Während das „SUV Coupe concept“ noch bis 2015 brauchen wird, bis es reif für den Markt ist.

Die C-Klasse in der L-Variante

Die C-Klasse von Mercedes-Benz mit langen Radstand. In China feierte sie ihre Weltpremiere und wird auch dort produziert werden. Das Vorgänger-Modell verkaufte sich mehr als 150.000 mal und gehört zu den wichtigsten Fahrzeugen der Marke Mercedes in China. C wie China. Wie im Rest der Welt auch, ist auch die C-Klasse in einer klassischen Version und einer AMG-Style Version erhältlich. Mercedes nennt die beiden Versionen „Sedan“ und „Sport Sedan“. Der eine trägt den Stern klassisch auf der Motorhaube, der andere packt den AMG-Grill mit großem Stern in die Haube. Übrigens habe ich in China zum ersten Mal einen beleuchteten Mercedes-Stern für den Kühlergrill entdeckt – nicht bei einem Tuner, sondern ganz offiziell bei Mercedes-Benz auf dem Stand:

beleuchteter stern

Die zweite Welt-Premiere in Peking, das Mercedes-Benz SUV Coupe Concept MLC

„Als Coupé sinnlich – als SUV visionär!“, mit diesen knappen Worten skizziert Gorden Wagener, Chefdesigner von Mercedes-Benz, die Physiognomie des Concept Coupé SUV. Das viertürige und allradgetriebene Coupé streckt sich auf eine Länge von knapp fünf Meter und erreicht mit seinen breiten Schultern und den ausmodellierten Radläufen eine Breite von gut zwei Meter. Dabei begnügt es sich mit einer Höhe von rund 1,75 Meter und zeigt die typische, weil flach getreckte Dachlinie eines Sportcoupés. „Das Concept Coupé SUV besticht durch seine extremen Proportionen und interpretiert dabei perfekt unsere Mercedes-typische Coupé-Formensprache. Soweit der Presse-Text der Schwaben für die Premiere des MLC.

Die Rückansicht des MLC soll an die vor kurzem erst vorgestellte Coupé-Version der S-Klasse erinnern, die Front mit dem massiven Kühlergrill, den großen Kühlluft-Öffnungen und den ausgestellten Flaps will als Offroad-Interpretation des AMG-Gesichtes verstanden werden.

Die großen Radkästen werden von feisten 22-Zöllern mit 305er Bereifung ausgefüllt und die flach auslaufende C-Säule will an den dynamischen Formenverlauf von Shooting-Brake und den viertürigen Coupés aus dem eigenen Hause erinnern.

Auf dem Mercedes-Stand in Peking war die Studie den ganzen Tag über von einer großen Menschenmenge umringt. Während andere gerne vom X6 der Schwaben reden, sehe ich den MLC als deutlich elegantere Varianz des SUV-Coupé Themas. Was vom leichten Dachbogen, dem eleganten Heck und den großen Rädern noch übrig bleibt, sobald die Serienproduktion ansteht – bleibt erst einmal offen. Sicher ist: Der MLC wird 2015 in Serie gehen!

Unter der Haube wird sich unter anderem der neue Achzylinder-Turbo vergnügen und als Kraftübertragung steht das neue 9-Gang Automatikgetriebe der Stuttgarter parat. 4matic, der Allradantrieb aus dem Hause Mercedes-Benz wird obligatorisch sein.

Acht neue Modelle für den drittgrößten Pkw-Markt der Welt

Mit insgesamt acht neuen Modellen, darunter der CLA 260 4MATIC, der CLA 45 AMG, das neue S-Klasse Coupé und die S 600 Limousine, setzt Mercedes-Benz seine Produktoffensive in China mit Hochdruck fort. Bis 2015 werden insgesamt rund 20 neue oder gründlich überarbeitete Fahrzeuge auf den Markt kommen, als Höhepunkt der neue GLA, der ab 2015 auch in China vom Band rollen wird.

Canon EOS 6D - Fotos Bjoern Habegger

Peking 2014: Autoshow der Superlative

China – Die Peking Autoshow ist eine Messe der Superlativen. Nicht was die Größe der Hallen angeht, nicht was die Anzahl der Hallen auf dem Messegelände angeht, nicht die pure Fläche der Messe und auch nicht was die Zahl der Autos oder der Neu-Vorstellungen betrifft.

Es ist ganz einfach dieses Land China. Ein Land voller unwirklicher Gegensätze und einer unfassbaren Bevölkerungsanzahl von 1.35 Milliarden Menschen.

Peking gehört zu den Mega-Citys dieser Welt.  Bei dieser enorm großen Zahl an Einwohnern, findet man einfach keinen leeren Quadratmeter mehr. Die inoffizielle Einwohnerzahl Beijings schätzten Experten auf knapp 20 Millionen Menschen.

Während in Europa und den USA schon längst mindestens ein PKW vor nahezu jedem Haushalt parkt, besitzt das Auto in China eine noch sehr junge Geschichte. Der Chinese an sich hat die Lust am Auto, den Sinn der individuellen Mobilität und auch den Spaß am Steuer, gerade erst für sich entdeckt.

Und wenn in dann in Peking die Hallen der 2014er Autoshow geöffnet werden, dann ist selbst bei einem geringen Prozentsatz derer, die sich das Auto hier derzeit leisten können, der Andrang und das Interesse riesengroß. Und die Hallen damit entsprechend voll.

Messestand mercedes-benz peking

 

Peking – Schubsen gehört dazu

Während mein Rundgang über die Peking Automobilshow am eigentlichen Presse-Tag stattfindet, fluteten dennoch mehr Menschen die Hallen der Automobilen Träume, als an einem Ferientag mit halben Preisen auf der größten Automobilmesse – der IAA – in Frankfurt. (Entweder lag es daran, dass die Hälfte der Chinesen die Medienarbeit für sich entdeckt hat – oder schlicht daran, dass man auch für den Presse-Tag reguläre Tickets kaufen konnte.)

Und diese aberwitzig große Interesse am Auto, das merkt der um Distanz bedachte Europäer dann auch am eigenen Leib. Autos fotografieren? Schwer. Es stürmt doch immer noch ein Chinese – oder zwei – zwischen Fotograf und Automobil. Konzentriert – zwischen lauthals in Mobiltelefone schreiende Chinesen – über die Messe laufen und die Neuigkeiten finden? Noch schwerer. Und schubsen gehört dazu.

mercedes cla debut peking

 

Hier im „Reich der Mitte“ erlebt man den Siegeszug des Automobils mit allen Sinnen

China ist mittlerweile der wichtigste Einzelmarkt der Welt. 2014 werden die Hersteller geschätzte 18 Millionen Autos in China verkaufen. Und die Hersteller aus Deutschland haben ihre Händler in der ersten Reihe positioniert. Der Marktanteil der chinesischen Hersteller am Mix der jährlich verkauften Fahrzeuge ist 2013 auf ein Allzeit-Tief von gerade noch 40% gesunken. Die Straßen rund um das Messe-Gelände verstopfen vor allem Volkswagen, Audi, japanische und auch koreanische Modelle. Wer sich die Mobilität leisten kann, der leistet sich gerne ein deutsches Auto. Oder wenigstens ein Modell aus den USA, Japan oder Korea.

mercedes s-klasse coupe s63 4matic

 

China und der Stern aus Stuttgart

Bislang lag Mercedes-Benz bei diesem Wettkampf um den chinesischen Kunden hinter den Premium-Kollegen aus Deutschland. Mit 100 neuen Händlern bis Ende 2015, umfangreichen Schulungsmaßnahmen für die Händler, neuen Modellen und einem Ausbau der Zusammenarbeit mit chinesischen Herstellern will man dies nun endgültig ändern.

 Daimler-Chef Dr. Zetsche |Peking 2014  Foto: Mercedes-Benz
Daimler-Chef Dr. Zetsche | Die C-Klasse in „L-Version“  in  Peking 2014 Foto: Mercedes-Benz

 

Premium auf Chinesisch? Mercedes will die Antwort liefern.

Eine große Rolle beim steigern der Umsätze und Erträge im Reich der Mitte, spielen die neue C-Klasse und die S-Klasse. Beide frisch auf dem Markt, feierte in Peking nun die neue C-Klasse mit langen Radstand ihre Premiere.

Langer Radstand
Der Chinese mag es üppig. Zumindest beim Automobil. Ein langer Radstand ist selbst bei Fahrzeugen im Segment einer C-Klasse völlig üblich. Ganz generell sitzen in China derzeit noch mehr Menschen pro Fahrt im Auto, als dies in Europa oder den USA der Fall ist. Ebenso ist es üblich die Geschäftspartner vom Flughafen abzuholen und einen Markt für Mietwagen gibt es in China – aufgrund des Zwangs zum chinesischen Führerscheins – derzeit nicht. Und so stehen im Stau der Millionenmetropole Peking die langen Versionen des noch länger verkauften Volkswagen Santana,  einträchtig neben den L-Varianten der S-Klasse von Mercedes. Ein langer Radstand ist nicht dem Luxus-Segment vorbehalten.

Den Markt verstehen
Wer erfolgreich Autos verkaufen will, der muss den Markt verstehen. Um dies zu erreichen, hat Mercedes-Benz vor Ort ein Entwicklungs- und Forschungscenter etabliert und sorgt für einen regen Austausch zwischen den Kollegen in Schwaben und China.

Hier arbeiten Experten an so scheinbar banalen Frage wie:
– Warum parkt der Chinese immer rückwärts ein?
– Was tun wir, damit sich der Chinese in Zukunft in seinem Auto anschnallt?
– Wie bekommt man das warme Tee-Wasser ins Fahrzeug?
– Und wie viele Handys lädt man in China im Fahrzeug?

Der Chinese parkt in Lücken die Quer zum Verkehr verlaufen, nicht vorwärts ein. Wer Fahrzeuge baut die man leicht rückwärts einparken kann, dank Assistenzsystemen und guter Rundumsicht, liegt in der Gunst vorne. Mercedes-Benz baut sichere Fahrzeuge, dem Chinesen ist dies bewusst, doch die Funktion des Gurtes schätzt er als überbewertet ein. So baumeln an den Schlüsselbunden der Chauffeure nicht selten so genannte Dummy-Gurtpeitschen die in das Gurtschloss gesteckt werden, damit das Piepsen der Gurt-Warner aufhört. Für den ängstlichen Fahrgast aus Europa haben findige Tüftler das doppelte Gurtschloss erfunden. Damit lässt sich der Gurt bei Bedarf verwenden, ohne den Dummy aus dem Schloss entfernen zu müssen.
Warmes Wasser, ein wichtiges Detail im Alltag der Chinesen. Tee spielt eine wichtige Rolle in der chinesischen Kultur und das auch beim Auto fahren, oder eben beim warten im Stau. Ebenso wird nach der Antwort auf die Frage; wie man den Spagat zwischen Cup-Holdern für den US-Markt, hier müssen nicht selten ganze Gallonen Softdrink im Cockpit platziert werden – und dem Gesundheitsbedürfnis der asiatischen Lebensweisen, bei dem Wasser in ganz kleinen Flaschen verpackt wird, geforscht.

Und während in Europa der Trend zum Zweithandy geht, besitzt man in China bereits üblicherweise drei Handys und mehr. Die benötigen dann auch eben so viele Ladebuchsen im Auto. Die richtigen Lösungen für die eigenen Fahrzeuge zu finden, eine Aufgabe die viele Talente erfordert. Der Blick auf die Details ist eines davon.

Denn so subtil und auch banal sich die Fragestellungen anhören – so wichtig sind die richtigen Antworten für den Erfolg einer Marke, im Reich der Mitte.

 

4 Milliarden Invest

Mercedes-Benz investiert bis Ende 2015 4 Milliarde Euro in China. Damit werden unter anderem Kapazitäten geschaffen, um weitere Modellreihen direkt in China zu produzieren und die erste Mercedes-Benz Motorenfabrik außerhalb Deutschlands aufzubauen . Ab dem ersten Quartal 2015 wird Mercedes-Benz zudem den GLK in China fertigen lassen. Aktuell macht der chinesische Markt 15% des Umsatzes der Premium-Marke mit dem Stern aus. Und von einer Krise ist nichts mehr zu spüren – im Gegenteil, für die aktuelle S-Klasse werden teilweise Preise oberhalb der Liste erzielt und auch die restlichen Modelle sind selbstbewusst eingepreist. So wird der nun in China vorgestellte CLA in der Version als CLA 260 4matic (211 PS, bei uns ein CLA 250 4matic) zum Basispreis von 378.000 RNB angeboten, umgerechnet 47.250 € und damit deutlich teurer als bei uns. Und das in einem Land, in dem die Arbeitskraft so billig ist, dass es sich eher rentiert einen Bediensteten an die Eingangstür zu stellen, als eine elektrische Tür zu verbauen. Ein Land in dem Reinigungskräfte auf der Messe mit weniger als 1 € per Tag nach Hause gehen.

 

Low Cost – Low Budget?

Es gibt Firmen die sich die Mobilität von „jedermann“ auf die Fahne geschrieben haben. Bei Mercedes-Benz sieht man die eigene Zielgruppe – in China – anderswo.

Ein klares Statement daher auch von Dr. Zetsche zum Thema „Low Budget Car“: „NEIN.“

Denn es macht schlicht keinen Sinn. Mercedes-Benz glaubt an den Erfolg der eigenen Marke im Segment der Premium-Hersteller. Und bei den noch offenen Wachstums-Chancen des 1.35 Milliarden Menschen Landes ist es wichtiger die eigene Marke richtig zu positionieren. Mercedes-Benz arbeitet intensiv mit chinesischen Partnern zusammen. Das neue Werk in Shenzen ist größer als die Werke in Untertürkheim und Sindelfingen zusammen. Und selbst gut ausgebildete Mitarbeitet sind in China kein Problem mehr.

Es scheint als läge das Wohl einer wichtigen deutschen Premium-Marke im fernen Osten und die Aussichten auf eine massive Steigerung der Absätze im Reich der Mitte waren nie besser als heute.

Daimler-Boss Zetsche hat mit dem erfolgreichen Modellwechsel der beiden wichtigsten Modellreihen S-Klasse  und C-Klasse, der strategischen Partnerschaft mit BAIC und einem neuen Chef für den China-Markt,  die Weichen neu gestellt. Das selbst gesteckt Ziel, bis 2020 die Führungsrolle im Premium-Markt zu übernehmen, kann nur erreicht werden, wenn der Erfolg auf dem wichtigsten Einzelmarkt der Welt stimmt. Und „build in china, for china“ scheint als Teil der Strategie für Mercedes-Benz aufzugehen.

Und nachdem ich selbst erfahren habe, wie der Chinese an sich auf die Marke Mercedes-Benz abfährt, habe auch ich kaum noch Zweifel daran, dass man bei Mercedes-Benz die Weichen für den Erfolg in China richtig gestellt hat.

 

Peking Autoshow 2014:

Peking: Messe-Babes 2014

Auch in China spielen Frauen die zweit wichtigste Rolle auf einer Automobil-Messe. In Peking öffnet am 23.April die Peking Autoshow ihre Pforten. Doch bereits an den Presse-Tagen platzen die Hallen aus allen Nähten. Dazwischen – die Neuheiten (Mercedes-Benz MLC), absurde Kreationen aus der chinesischen Automobilküche und natürlich die Schönheiten auf zwei Beinen:

Canon EOS 6D - Fotos Bjoern Habegger

Peking: Mercedes-Benz MLC – Crossover-Studie

Mercedes-Benz präsentiert in Peking die Studie einer neuen, besonderen, Fahrzeuggattung. Für den schwäbischen Automobil-Hersteller stellt der Mercedes-Benz MLC eine völlig neue Baureihe dar. Derzeit wird der MLC noch als Konzeptfahrzeug präsentiert, eine Serienfertigung gilt jedoch als beschlossen.

Mercedes-Benz MLC – Concept Coupe SUV

Mit einem neuen Bi-Turbo V8, dem für Offroader obligatorischen Allradantrieb, einer neuen 9-Gang Automatik und dem aktiven Fahrwerk Airmatic ausgerüstet, ist der MLC nicht nur optisch eine „Eierlegende Wollmilchsau“, sondern auch im technischen Bereich mit allem ausgerüstet was derzeit modern und obligat in diesem Segment ist.

Die ersten „live Fotos des MLC“ von der Autoshow in Peking:

 

Peking: Land Rover stellt Discovery Vision Konzeptfahrzeug vor

An dieser Stelle hätte nun das neue Land Rover Konzeptfahrzeug „Vision Discovery“ stehen sollen. Leider gab es Presse-Mappen und mehr Infos über das Fahrzeug nur für „invited media“. Und damit war der Messestand von Land Rover für mich dann auch erledigt. Macht aber nichts. Gegenüber stellt Mercedes den MLC vor, ein Fahrzeug, dass Coupe-Style und Offroad-Talent unter nur eine Blechhülle packen soll. Mehr zum Mercedes-Benz MLC dann im nächsten Artikel.

Mercedes-Benz MLC Studie – Bildergalerie hier [klick]

Mercedes MLC Studie Peking

 

 

 

mercedes mlc studie peking 2014 von hinten

 

Bentley Flying Spur: Leichter gleiten

Ralf Bernert war mit dem frischen Bentley Flying Spur unterwegs. In Peking und an der Großen Mauer.

Zurück aus Peking – den Smog aus dem Anzug gepustet, der Gasfuß hat die Ruhe genossen und die Chinesen sind wieder unter sich. Vorerst jedenfalls.

 

Der Blick aus dem 18. Stock des Pangu 7-Stars Hotels direkt neben dem Olympia-Stadion ist wenig erfreulich. Peking, die Hauptstadt im Land des Lächelns, hat einen Vorhang vor die Sonne geschoben. Wir erinnern uns: Smog – also eine Mischung aus Staub, Schwefeldioxid, Ruß und Nebel – hatte Mitte der 80er Jahre für Fahrverbote in Deutschland gesorgt. Nichts fuhr mehr und die Autofahrer mussten laufen. In Peking ist das anders. Man denkt noch über Maßnahmen nach und dreht den Zündschlüssel weiterhin herum.

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Der 9. Mai 2013. Die Sonne scheint, aber man sieht sie nicht. Peking hat schlechte Laune und die Menschen auf den Straßen verstecken sich entweder in ihren Autos hinter dunklen Folien oder sie tragen als Fußgänger einen Mundschutz. Ich sitze im Fond des neuen Bentley Flying Spur und lasse den Kollegen Roland Löwisch ans Steuer. Soll er doch die 625 PS bis zum ersten Halt außerhalb von Peking chauffieren. Ich werde in der Zwischenzeit kontrollieren, ob die bei der gestrigen Präsentation geäußerten Infos über die neue Luxuslimousine aus Crewe auch stimmen.

Ken Scott, Leiter des Projektes Flying Spur, versprach, dass die Limousine erheblich leiser sei, als der Vorgänger. Die Ohren gespitzt und zugehört. Volle Bestätigung. Dank einer neuen Auspuffanlage, besserer Dämmplatten am Unterboden und doppelter Fensterdichtungen werden Außengeräusche kaum noch nach innen geführt. Auch die Reifen laufen so leise vor sich hin, als habe man ihnen Samtschuhe angelegt.

An der hinteren Mittelkonsole steckt ein Handschmeichler mit multiplen Talenten. Der Controler steuert das Klima, die Sitzheizung, das Navi und zeigt dabei noch das Tempo und die Außentemperatur an. Wenn der Chauffeur mal wieder zu schnell unterwegs ist, reicht ein kurzer Zwischenruf nach vorn oder man aktiviert die Sitzheizung, das wärmt und sorgt für Entspannung im Gasfuß.

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Kevin Rose, Vertriebsvorstand bei Bentley stellt ein paar Zahlen vor: Seit 2005 wurden fast 20.000 Flying Spur verkauft. Weltweit sorgten 173 Händler für einen Umsatz von fast 1,5 Milliarden Euro im Jahr 2012. In diesem Jahr sollen weitere 40 Händler hinzukommen. Im Wachstumsmarkt China wurden im letzten Jahr mehr als die Hälfte aller Continental Flying Spur verkauft. Der Wachstumsmarkt China ist auch deshalb interessant, weil man hier besonders viele junge Vermögende findet, die sich für Luxus-Automobile interessieren.

Flying-Spur-Front-640x426

Der Flying Spur wird mit 625 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment ausgeliefert. Das langt für Tempo 322 und katapultiert die Sportlimousine in 4,6 Sekunden auf Tempo 100. Damit ist dieser Bentley der Schnellste seiner Art. Wer ihn auf der Autobahn überholen will, muss schon einen sehr flachen Zweisitzer aus der Garage holen. Unter den Limousinen ist er der Schnellste. Eine genaue Betrachtung der Fahreigenschaften ließ sich in China nicht bewerkstelligen. Tempolimits werden hier sehr ernst genommen, die Strafen sind hart und das allgemeine Gewusel auf der Autobahn taugt höchstens als Test für die Lenkung und die Bremsen. Ständig wacht das Auge auf plötzlich auftretende, extrem langsam fahrende LKW, deren technischer Zustand als mehr als nur beunruhigend gelten darf. Diese Hindernisse tuckern dann mit Tempo 20 von einer Spur zur nächsten. Genau dann greift die Lenkung, das Fahrwerk und die Bremsen. Alles gut, Blutdruck auf normal, auf Landstraßen kann der Brite hier und da zeigen, wie er mit Kurven – ob offen oder geschlossen – umgeht.

Die Masse von 2,5 Tonnen lässt sich nicht so leicht ins Wanken bringen, die Landschaft da draußen wird wie an einer Schnur vorbei gezogen, kurze Tritte aufs Gaspedal lassen die Sportlimousine nach vorn springen. Dies alles ist nicht spektakulär, aber man kann erahnen, was man in Crewe konstruiert hat. Ein Viertürer mit reichlich Kraft und sportlichen Talenten, dazu eine Ausstattung auf dem Level eines modernen Grand Hotels.

Bingo, jetzt fehlen nur noch schöne Kurven und ein paar lange Geraden ohne Limit und Fotografen im Gebüsch.

Audi RS Q3 Studie für Detroit in Las Vegas erwischt.

Während dem Roadtrip durch die USA, war heute die Etappe von Carlsbad nach Las Vegas und weiter nach Flagstaff dran. Während wir gerade durch Las Vegas fahren, fällt mir direkt am Las Vegas Boulevard die Audi RS Q3 Studie für Detroit auf. Fotoshooting für den Detroit NAIAS 2013 Sport-Kompakt SUV von Audi!

Audi hatte die Studie bereits in Peking gezeigt, für die Messe in Detroit fallen mir derzeit nur dezente optische Retuschen auf. Zu den technischen Daten kann ich an dieser Stelle nicht sagen, zumindest nicht ob es Veränderungen zur Peking-Studie gibt. Die beiden Audi-Mitarbeiter waren eh nicht besonders erfreut von meinem Foto-Stop und wollten mir das fotografieren verbieten. Aber mal unter uns – wir sind in Amerika – einem freien Land – da werde ich eine Studie dort fotografieren, wo sie mir vor die Linse hüpft.

Die Audi-Leute wollten sogar den Cop dazu bewegen, mir das fotografieren zu bewegen, dieser sprang mir dann auch in das Bild – aber da hatte ich meine Fotos schon im Kasten.

 

Mehr über diese Studie werde ich Euch dann live aus Detroit berichten!

Bleibt bei unserem Roadtrip durch die USA mit dabei – Guarding the E-Class – und folgt uns auf Twitter und Instagram unter #mbrt13