Kia-Designer Peter Schreyer – Deutsche Kleider für Korea

„Es sind wirklich schon zehn Jahre“, sagt Peter Schreyer und legt die Stirn in Falten, als müsse er sein Jubiläum per Kopfrechnen ermitteln. „Die Zeit ist so schnell vergangen, dass ich mich manchmal selbst wundere“. Im September 2006 hatte der heute 63-Jährige als Chefdesigner bei Kia im fernen Korea angetreten und seinem bisherigen Arbeitgeber VW den Rücken gekehrt. Ein Meister seines Fachs, den Volkswagen-Konzern nach Meinung vieler Experten nie hätte ziehen lassen dürfen. Dort hatte er unter anderem den Audi TT, den A2 und auch den ersten „New Beetle“ gezeichnet.

Die letzten zehn Jahre waren für Kia eine Erfolgsgeschichte, die der Oberbayer entscheidend mitgeschrieben hat. Die Verkäufe haben sich verdreifacht, die zum Hyundai-Konzern gehörende Marke findet jährlich weltweit über drei Millionen Käufer für ihre Modelle. „Jenes Kia, das man vor zehn Jahren gekannt hat, gibt es heute nicht mehr“, sagt Schreyer. „Mich begeistert immer wieder, wie schnell sich das Unternehmen entwickelt“. Für den Deutschen selbst hat sich das Wagnis, in einen anderen Kulturkreis zu wechseln, ausgezahlt. Er wurde schnell einer der Präsidenten von Kia und zeichnet mittlerweile auch für das Design der Stammmarke Hyundai verantwortlich.

Vor allem aber erfüllte sich sein Wunsch, den Auftritt einer ganzen Modellfamilie von Grund auf neu zu gestalten. Vor seinem Umzug nach Asien zog er in einem „Spiegel“-Interview einen Vergleich zu seiner Zeit in Wolfsburg. „Ein VW-Designer arbeitet wie ein Comic-Zeichner, der die zwanzigste Folge von Lucky Luke oder Donald Duck aufs Papier bringen muss. Bei Kia beginne ich auf einem leeren Blatt fast ohne jede Vorgabe“. Damals sicher eine gewagte Aussage, aus heutiger Sicht aber die Geburtsstunde einer Weltmarke, die vorher nur wenige auf dem Einkaufszettel hatten. Schreyer gab den Kia-Modellen ein markantes Gesicht, das vor allem durch die „Tigernase“ geprägt war, die 2007 erstmals bei einer Studie eines Sportcoupés zu sehen war und nach und nach für alle Modelle übernommen wurde.

Als „die Einfachheit der geraden Linie“ beschreibt Peter Schreyer seine Philosophie, womit er den weitgehenden Verzicht auf die zahlreichen Sicken, Falze und Karosserie-Schnörkel meint, mit denen viele Hersteller um Aufmerksamkeit buhlen. „Für Designer ist es wichtig, nicht nur Autos im Blick zu haben, sondern auch Architektur, Kunst, Musik, Industriedesign und vieles andere. All diese Dinge beeinflussen uns und wir sie“, erklärt er und verweist auf die koreanische Kultur. „Auf der einen Seite gibt es die pulsierende Metropole Seoul, auf der anderen Seite Ruhe und Konzentration. Beides inspiriert mich und unsere Designer.“ Feinheiten, die der normale Autofahrer zwar nicht im Detail nachvollziehen kann, die aber den Gesamteindruck eines Autos ausmachen und dazu führen, dass es einfach gefällt.

Nachdem die gesamte Modellpalette von Kia umgekrempelt wurde, sind jetzt schon die nächsten Generationen am Start. Hat Schreyer Lieblingsautos, die sein mittlerweile großes Team unter seiner Regie entworfen hat? Er denkt kurz nach und nennt den kleinen Livestyle-SUV Soul oder die Kombi-Version des Optima, der seit zwei Monaten auch in Deutschland zu haben ist. Er schränkt aber ein: „Es ist wie bei Kindern: Wenn man mehrere hat, kann man nie sagen, welches einem am liebsten ist, weil man sie alle liebt. So geht es mir auch mit allen Autos, die ich designt habe“. Einen Favoriten verrät er dann aber doch, die Studie einer viertürigen Limousine namens Kia GT, die bereits vor fünf Jahren auf der IAA gezeigt wurde, allerdings noch nicht den Weg zum Serienmodell geschafft hat. „Dieses Auto war für mich und unsere Designer ein Traumprojekt, weil wir die Chance bekamen, einen echten GT zu entwerfen, ein Auto, in dem man stilvoll reisen kann.“

Die nächsten Aufgaben warten schon auf den Stardesigner, der so viele Flugmeilen sammelt wie sonst nur ein Politiker. Er pendelt ständig zwischen den Kia-Studios im kalifornischen Irvine, Frankfurt oder Namyang bei Seoul hin und her, wohnt aber immer noch in Ingolstadt. Schwerpunkte sind für ihn die Entwicklung eines kleinen SUV für beide Marken, aber auch der Ausbau der neuen Edel-Marke Genesis, die sich mit den Luxuslimousinen aus Süddeutschland anlegen will. Und dazu natürlich die übliche Routine jedes Blechkünstlers im Dienst eines Autokonzerns, die jeweils anstehenden Modellerneuerungen. Dabei hat Peter Schreyer aber ein Motto: „Wichtig ist, dass jede Veränderung immer eine Verbesserung bedeutet und wir nicht nur deshalb etwas verändern, damit es anders aussieht.“ (Peter Maahn/SP-X)

Kia Rio – Erwachsen wie nie

437.000 Einheiten – allein 2015. Der Kia Rio ist eines der erfolgreichsten Modelle für Kia und entsprechend wichtig ist es, dass die Absatzzahlen nicht fallen. Vielleicht liegt es daran, dass die vierte Generation, die gerade in den Startblöcken steht, so vorsichtig überarbeitet wurde. Man muss schon genau hinsehen, um den neuen Kia Rio von vorn nicht mit einem Hyundai i20 zu verwechseln. Schauen wir uns doch mal die Details an.

Natürlich trägt auch der neue Kia Rio das Haupt-Erkennungsmerkmal eines jeden aktuellen Kia: die Tigernase. Der typische Grill findet sich von Groß bis Klein wieder und gilt als Verknüpfung zwischen den Baureihen – das Familiengesicht also. Ansonsten wirkt die Optik erwachsener als bisher: Die Scheinwerfer sind nun etwas kleiner und blicken durch die U-förmigen Projektionslinsen geschärft. Das Tagfahrlicht ist nun in LED ausgeführt und wurde ebenfalls integriert. Für einen scharfen Look sorgt die weiter herunter gezogene Motorhaube.

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Die Front wirkt zwar selbstbewusst, erinnert aber an den Hyundai i20

Insgesamt wirkt die Front damit angenehm breit, sodass ein selbstbewusster Auftritt entsteht. Seitlich wiederum gibt sich die vierte Generation des Kia Rio zurückhaltend, sodass ein zeitloser Eindruck aufkommt. Einzig eine langgezogene Schulterlinie, von der Oberkante des Grills am Bug, bis hin zum Heck modelliert die Seitenansicht etwas aus. Hier wird auch die Länge des Kleinwagen demonstriert: etwas über vier Meter misst er. Damit hat er das Maß eines Golf II und der gehört in die Kompaktklasse.

Das Design des neuen Kia Rio wirkt behutsam weiterentwickelt

Am Heck zeigt sich dann, dass Kia einen Anspruch hegt, der nicht selbstverständlich scheint. Angefangen als Marke, die sich vor allem über den Preis definierte, wollen die Koreaner mit immer attraktiveren Designs und hochwertigen Interieurs die Premium-Konkurrenz ins Auge fassen. So kommt es nicht von ungefähr, dass die Heckpartie an Kompaktmodelle der Premium-Liga erinnert. Die pfeilförmige Rückleuchten-Grafik sorgt dabei für eine kleine Prise Dynamik.

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Im Cockpit des neuen Kia Rio fühlt man sich auf Anhieb wohl

Da wir aber schon beim Innenraum waren: Hier kann der Kia Rio richtig glänzen. Angenehme Materialien, eine aufgeräumte Optik und ein gutes Platzangebot versprechen die Koreaner. Zumindest was die Optik betrifft kann ich dem nur zustimmen – wie ein preiswerter Kleinwagen wirkt der Rio beileibe nicht. Für den reduzierten Look sorgt die Bündelung von Funktionen im neuen  Infotainment-System, das nun auch Connectivity-Dienste bieten soll. Für einen weiteren Schuss Dynamik im Interieur sorgt die fahrerorientierte Ausrichtung des Armaturenbretts. Eine weitere Parallele zu einem bekannten, bayerischen Premium-Hersteller.

Was die Haptik und die Platzverhältnisse anbelangt, wird sich in Paris zeigen: Der neue Kia Rio wird der Weltöffentlichkeit vom 01. bis 16. Oktober präsentiert. Zu den Preisen und Motorisierungen gibt sich Kia zudem noch bedeckt. Aber es scheint sehr wahrscheinlich, dass sie sich auf dem Niveau des Vorgängers halten werden.

Kia Ceed GT – Hausaufgaben gemacht!

Ein Koraner – den meisten kommt beim Gedanken an einen Kia zuerst ein günstiger Preis in den Sinn. Günstige Alltagskost, die eher langweilt, als mit Sportlichkeit zu begeistern. Doch der Kia Ceed GT ist anders: Er sieht nicht nur dynamischer aus, als die zahmeren Brüder, er hat auch 204 PS unter seiner Haube. Das sind Werte, mit deinen der Golf V GTI seinerzeit für Aufsehen sorgte. Doch dieser Kia ist ein GT und kein GTI. Wir haben ihm mal auf den Zahn gefühlt und wollten sehen, wie viel Sport in ihm steckt.

Design – Sportlich, nicht aufdringlich

Äußerlich distanziert sich der Kia Ceed GT klar von seinen schwächeren Brüdern. Auffälligstes Merkmal an der Front sind sicherlich die vier LED-Tagfahrlicht-Spots pro Seite. Sie schaffen eine neue Markenidentität, die sich bei den neueren Modellen, wie etwa dem Sportage, finden. Ansonsten vertraut der Ceed GT auf übliche Stilmittel, die man auch bei anderen sportlichen Kompakten findet. So wuchsen beispielsweise die Lufteinlässe und tragen nun Waben-Gitter, was vor allem dem Markengrill guttut, da die „Tigernase“, wie er genannt wird, damit noch hervorgehoben wird. Wählt man den GT in rot, kommen die weiteren Stilelemente wenig zum Tragen. Fällt die Wahl aber auf Weiß oder Schwarz, sticht die rote Zierleiste ins Auge: Sie bildet vorn den Abschluss des unteren Lufteinlasses und weckt damit Assoziationen zu einem sportlichen Wolfsburger.

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Hinten ist von der roten Zierleiste wiederum nichts zu sehen, dafür kommt ein Diffusor zum Einsatz. Ob er wirklich eine Funktion hat ist diskutabel, dass er den Look des Hecks aber aufwertet, steht außer Frage. Links und rechts davon trägt der Ceed GT zudem zwei Endrohre, die den sportlichen Look weiter abrunden. Sie sind nicht zu groß und entlassen einen angenehmen Sound. Weiteres Stilelement des GT: Die beiden angedeuteten Luftauslässe neben dem Kennzeichen. Natürlich haben sie nicht die Funktion, Abwärme zu kanalisieren, doch nehmen sie die Rückstrahler auf und sind dem sportlichen Auftreten zuträglich. In Verbindung mit dem vergrößerten Dachspoiler haben die Designer rund um Peter Schreyer – der seinerzeit bei Volkswagen große Erfolg feierte –, also gute Arbeit geleistet.

Innenraum – Hoch auf dem gelben Wagen…

Gut, der Kia Ceed GT auf den Fotos ist nicht gelb. Aber hoch ist es auf dem Gestühl dafür dennoch. Was kleine Menschen vielleicht nicht stören mag, wird Großgewachsenen umso mehr auffallen. Die Sitze lassen sich schlicht nicht weit genug herunter fahren, um eine wirklich sportliche Sitzposition zu finden. Schade, schließlich weiß das vordere Gestühl sonst zu gefallen. Nicht nur die Optik überzeugt mit ihrem Mix als Leder und Alcantara, sondern auch der Halt. Ordentlich ausgeformt am unteren Rücken und an den Oberschenkeln, kann man sich so auf flotte Kurvenfahrten freuen. Auch das Platzangebot stimmt: Einmal den Stuhl justiert, kann man sich kaum über zu wenig Bewegungsfreiheit beklagen – mal abgesehen vom zu geringen Verstellbereich in der Höhe. Das Lenkrad ist in zwei Ebenen zu arretieren, die Mittelarmlehne passt auf Anhieb und selbst Langbeinige können ihre Greten angenehm unterbringen.

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In Reihe zwei zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Bewegungsfreiheit rangiert auf dem Niveau der Konkurrenz und muss sich nicht verstecken. Hinzu gesellt sich die optisch, wie haptisch, attraktive Teillederausstattung, die viel zum Wohlgefühl beiträgt. Das kann auch über das optionale Panorama-Dach gesagt werden. Es lässt nicht nur viel Licht in den sonst sportlich-dunkel gehaltenen Innenraum, sondern schafft etwa zwei Zentimeter mehr Platz über den Köpfen, sofern der Innenhimmel elektrisch eingefahren wurde. Ein schönes Feature unseres fünftürigen Kia Ceed GT.  Schön ist außerdem der Klang der Soundanlage: Satte Bässe untermahlen die Klänge der digitalen Radiostationen. Leider wird das mit einem Raum- und Praktikabilitätsverlust im Kofferraum erkauft. Hat der Laderaum mit seinen 380 Litern Basisvolumen sonst ein klassenübliches, gut nutzbares Format, schränkt der direkt hinter den Rücksitzen verbaute Subwoofer das Volumen merklich ein.  Mittlerweile will Kia aber eine Variante im Angebot haben, die platzsparend in der Reserveradmulde verschwindet – Problem gelöst.

Problemlos gibt sich auch die Bedienung des Koreaners. Alles findet sich an Ort und Stelle und gibt nur wenig Rätsel auf. Das Schöne außerdem: Wer einmal in einem Kia gesessen hat – egal ob Sportage, Optima, Rio oder Ceed, der wird sich zurechtfinden. Das ähnelt dem Volkswagen-Ansatz. Natürlich halten die Asiaten am Blinkerhebel fest, der auch die Steuerung des Lichts umfasst. Aber das ist in Zeiten von Lichtsensoren längst nicht mehr zu kritisieren.

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Kritik gibt es eher für die elektrische Parkbremse – so etwas hat in einem Auto mit einem sportlichen Anspruch nichts verloren. Dafür gefällt – mir zumindest – der Mix aus analogen und digitalen Anzeigen. Grundsätzlich wird der Tacho zwar als analoges Instrument dargestellt, nutzt aber einen Bildschirm. Drückt man die „GT“-Taste auf dem Lenkrad, wandelt sich der Tacho in eine rein digitale Anzeige und bekommt ein dunkles, sportliches Thema. Ansonsten soll sich die Gasannahme noch etwas anspitzen, aber das merkt man kaum.

Ansonsten bleibt zum Innenraum nicht viel zu sagen – mal abgesehen vom Infotainment. Die Zeiten, in denen ein asiatisches Fahrzeug mit einer Nachrüstlösung daher kam, sind zum Glück vorbei. So gibt sich die Radio-Navi-Kombination säuberlich integriert und lässt sich intuitiv bedienen. Über feste Stationstasten wird das entsprechende Menü vorgewählt, den Rest regelt man via Touchscreen – alles logisch und einfach. Besonders lobend zu erwähnen: Die übersichtliche Gestaltung der Navigation. Hat man sein Ziel eingegeben und ist unterwegs, wird nicht nur die Karte angezeigt, sondern auch eine übersichtliche Pfeildarstellung. Sie lässt sich bei Nichtgebrauch schnell gegen die Anzeige der Medienauswahl oder eine reduzierte Pfeildarstellung wechseln. Überhaupt gefällt das Navigationssystem mit übersichtlichen Karten und einer schnellen Arbeitsweise. Dass Wisch-Gesten nicht verfügbar sind – Schwamm drüber. Schließlich funktioniert alles rund, leicht und eingängig. Davon kann sich manch französisches System eine dicke Scheibe abschneiden.

Fahreindrücke – Teils GT, teils GTI

204 PS, das klingt schon recht ordentlich für ein Kompaktklasse-Fahrzeug. Zumal der 1.6er Turbo sonor knurrt, wenn man ihm die Sporen gibt. Wenn das Fahrzeug warm ist und man aus Volllast Gas wegnimmt, sprotzelt er sogar ein wenig aus seinen Endrohren – schön gemacht. Zwar kann das Geknurre bei langer Fahrt vielleicht etwas strapaziös werden, aber das sei dahingestellt. Etwas zäh ist hingegen die Leistungsentfaltung. Der Spurt auf Landstraßentempo vergeht zwar in 7,7 Sekunden, doch braucht der Turbo ein wenig, bis er in Gang ist – ein klassisches Turboloch also. Ist dieses überwunden, schiebt der GT aber angenehm an, zumindest in den unteren Geschwindigkeitsbereichen. Doch das Turboloch ist keines von der Sorte, dass man einen richtigen Schlag in die Magengrube bekommt, wenn der Lader einmal vollen Schub hat. Es ist mehr wie in einer S-Bahn: Langsam aber nachdrücklich rollt man los, um dann sachte nachzulegen. Eine entspannte Auslegung also, die zum Charakter eines GT passt.

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Schade nur, dass dieser Effekt bei höheren Tempi nachlässt. Ab etwa 160 km/h geht dem Kia Ceed GT ein wenig die Puste aus. Die 204 PS scheinen etwas müde zu sein. Die Höchstgeschwindigkeit von 230 km/h ist nur mit viel Anlauf zu erreichen.

Also, runter von der Autobahn, rauf auf die Landstraße. Hier fühlt sich der sportliche Koreaner sichtlich wohl. Hier kann er sein Drehmoment von 265 Nm angenehm ausspielen, hier kann sein Fahrwerk brillieren. Gibt es sich im Stadtverkehr hier und da etwas ungelenkt – beispielsweise beim Überfahren von eingelassenen Straßenbahn-Schienen – zeigt es eine wirklich schöne Straffheit beim Kurvenräubern. Die Seitenneigung der Karosserie hält sich in einem äußerst überschaubaren Rahmen, während der Fahrspaß groß ist. Dazu trägt auch die knackig Schaltung bei: Die Anschlüsse passen, die Gangwechsel sind kurz und knackig – das macht Freude. Besonders, wenn der 1.6er rau knurrt. Wenn einem dann noch ein warmer Sommerwind durch das Glasdach über den Scheitel weht und die Lieblingsmusik satt im Gehörgang ankommt, vermisst man eigentlich nichts.

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Nicht mal den GT-Mode, der am Lenkrad gewählt werden kann. Einzig die Gasannahme strafft sich etwas nach, während Lenkung, Fahrwerk und Auspuffsound gleich bleiben. An sich könnte man den Schalter weg lassen und das Fahrzeug von vornherein so auslegen. Hier haben wir vielleicht den einzigen kleinen Wermutstropfen gefunden, der sich am Kia Ceed GT finden lässt: Die Lenkung. Im Allgemeinen gibt sie sich zu leichtgängig. Lässt sie sich bei anderen Kias über eine Lenkradtaste justieren, fehlt dieses Feature beim GT. Dabei könnte sie, angesichts der tollen Fahrwerks mit GTI-Ambitionen – durchaus straffer reagieren und mehr Rückstellkräfte erfordern.

Fazit – Der Gran Turismo in der Kompaktklasse.

Er will nicht der sportlichste Vertreter der Kompaktklasse sein, er will nicht auf der letzten Rille bei Hobby-Fahrten auf der Rennstrecke überzeugen und Hundertstel herauskitzeln. Nein, der Kia Ceed GT ist kein Spitzensportler. Aber will man das im Alltag überhaupt? Will man sich von übertriebener Fahrwerkshärte und Allüren einschränken lassen? Zumindest der Ceed GT will das nicht – und das macht ihn sympathisch. Er ist sportlich, wenn man es will, lädt zu zügigen Landstraßenpartien ein, verwöhnt mit einer reichhaltigen Ausstattung und überzeugt mit einer mehr als ordentlichen Innenraumqualität. Zudem gefällt die Optik, da sie sich angenehm, aber nicht übertrieben vom Standard-Ceed und der restlichen sportlichen Kompaktklasse abhebt. Einzig die Lenkung dürft etwas schärfer gewürzt sein. Ansonsten gilt: Hausaufgaben gemacht, Kia!

Kia Soul White & Red Edition: Form und Funktion

Der Kia Soul ist so etwas wie das Kultauto im Portfolio der koreanischen Marke. Der Crossover will in keine Schublade passen und fällt mit seinem kantigen Design stark auf – besonders als Sondermodell White & Red Edition. Der limitierte Fünfsitzer will mit seiner Zweifarblackierung, exklusiven Design-Elementen und einem hohen Komfort überzeugen. Read more

Fahrbericht Hyundai i40 Kombi – 1.7 CRDI

Koreanische Autos sehen schon seit einiger zeit europäischer aus, als viele Modelle die bei uns in Europa gestaltet werden. Ein gutes Beispiel ist die Marke Hyundai. Der Designchef der Marken Hyundai und Kia ist Peter Schreyer und im Lebenslauf des Designers stehen viele Jahre im Dienste der Marken Volkswagen und Audi. So stammt nicht nur die viel beachtete Audi quattro spyder Studie von 1991 von ihm, sondern auch die Design-Ikone „Audi TT“ aus der ersten Generation. Aber auch der Golf 4 und der Audi A2 sind unter Peter Schreyer entstanden. Und das der neue Hyundai i40 Kombi so europäisch wirkt, daran sind nicht nur die LED-Tagfahrlicht-Girlanden nach Ingolstädter-Vorbild schuld.

Kia ist wie ein Schneekristall, Hyundai wie ein Wassertropfen.

Der stellv. Vorsitzenden der Hyundai-Kia Motor Corp hat mit diesem Zitat eine bildliche Erklärung für die Unterschiede im Design der beiden Konzern-Marken abgegeben, aber am Ende entstammt die Grundlage H2O aus einer gemeinsamen Wasserquelle und deren Ursprung ist noch immer in Ingolstadt zu suchen. Und das dieses Design gut ankommt, auch weil die Formensprache so vertraut wirkt, das zeigen die die guten Verkaufszahlen.

Hyundai Rückleuchten Chrome

Im Fahrbericht:

Hyundai i40 1.7 CRDI

Koreanische Kombination

Aber das Design ist eben nur ein Faktor. Ein gänzlich anderer ist die Qualität der Fahrzeuge aus Korea. Und hier fühle ich mich, mit geschlossenen Augen im i40 Kombi „Premium“ sitzend, wie in einem Wolfsburger Kombi mit windigem Namen. Es ist die Wahl der verwendeten Materialien, es ist die Güte der Verarbeitung und es ist das Niveau der Ausstattung.

Hinzu kommt, in der Premium-Ausstattung des Testwagens bleiben kaum noch Wünsche offen. Selbst eine Klimatisierung der Sitze in der ersten Reihe und Sitzheizung in der zweiten ist bereits enthalten. Design, Verarbeitung und Ausstattung sind also mindestens auf dem Niveau der deutschen Mittelklasse – wo also liegen die Schwächen des Kombis aus Korea? Der Fahrbericht soll es zeigen.

Der Hyundai i40 Kombi

Hyundai Kombi Fahrbericht Album

„da scheppert nix“

Es war wohl der Ausspruch der IAA 2011 als Martin Winterkorn in einem Hyundai i30 Platz nahm und die Lenksäulenverstellung testete. Sein Urteil dürfte den Entwicklern in Wolfsburger nicht gefallen haben, denn Martin Winterkorn war darüber überrascht, das es die Koreaner geschafft hatten, eine Lenksäulenverstellung einzubauen, die ihrer Aufgaben frei von „scheppernden“ Geräuschen nachging.

Und es ist vermutlich die größte Überraschung für mich im Umgang mit dem Testwagen von Hyundai gewesen, die Qualität und das Niveau der Verarbeitung im Innenraum. Abgesehen von einem Fahrersitz der sich nicht weit genug nach unten stellen lässt, wirkte der Hyundai i40 wie aus einem Guss.

Das Platzangebot war überzeugend und selbst der Laderaum muss sich nicht vor dem Platzhirsch aus Wolfsburg verstecken.   Bleibt ein Problem mit Autos auf dem Niveau des neuen i40, man kann im Prinzip nur noch über eine Handvoll Schwachstellen reden, denn der Rest ist bereits auf einem Niveau angekommen, das es schwer macht die Unterschiede im Handling zu den Premium-Modellen aus deutscher Produktion zu erklären.

Der i40 federt elegant über fiese Straßen, bleibt sauber in der Spur auch bei windigen Witterungsverhältnissen und vermittelt immer diese Extra-Portion Komfort, die man sich von Familien-Kombis wünscht. Gepaart mit der guten Ausstattung und dem wohligen Raumgefühl, muss der Blick daher zwangsläufig auf die letzten Kritikpunkte fallen.

Ähnlich vieler Audi-Modelle  ist auch der i40 auf dem Weg zu einem Panzer-Spähwagen zu werden, zu klein sind vor allem die hinteren Scheiben und hätte der i40 nicht Parkpiepser, Rückfahrkamera und sogar einen Park-Assistenten, man würde das rückwärts einparken unter allen Umständen vermeiden wollen.  Zudem ist der 1.7 Dieselmotor nur eine Art Grundversorgung für Freunde des fulminanten Drehmoments.

Hyundai i40 cockpit ansichten

Vernunftsmotor

136 PS bei 4.000 Umdrehungen. Der langhubig ausgelegte (mehr Hub als Bohrung) Vierzylinderdiesel läuft komfortable und für einen Direkteinspritzerdiesel auch ausreichend Vibrationsfrei. 136 PS mögen vor 5 Jahren noch für ein raunen unter den Fahrern von Dieselkombis gesorgt haben, aber mittlerweile ist der effiziente Motor mit dem ungewöhnlichen Hubraumvolumen von 1.7 Liter nur Basiskost.

Den um die 1.600 bis 1.700 Kilogramm schweren Kombi zieht der 330 Nm starke Diesel zwar mühelos über jede Autobahnsteigung, aber vor allem im Durchzug und ab 140 km/h wünscht man sich als Langstrecken- und Vielfahrer doch ein wenig mehr Bumms.

Dafür überzeugt der – derzeit nur nach EU 5 zertifizierte – Diesel mit Zurückhaltung im Konsum des edlen Schweröls. Bei meinen Fahrten waren Verbrauchswerte von knapp unter 7 Liter eher normal, denn die Ausnahme.
Vierzylinder -Diesel

Herstellerfoto
Herstellerfoto

Wer es noch genügsamer mag, für den hat Hyundai noch eine 116 PS Variante des Dieselmotors parat und in der „blue-Version“ wird der Korea-Kombi dann zum Knauserer. Laut NEFZ sollen dem 116 PS blue 4.3 Liter Diesel für 100 Kilometer reichen.

Leistung:

136 PS

Kraft:

330 Nm

Verbrauch:

4,7 Norm

Hyundai i40 Heckansicht

Vorteile – Nachteile – Fazit … auf der nächsten Seite geht es weiter.

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Fahrbericht Seite 1  |  Vorteile & Nachteile | Technische Daten | Galerie

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Peter Schreyer – Der Erste!

Peter Schreyer wird zum „KIA-Präsident“, so eine Schlagzeile der letzten Tage. Nun ist dies alleine erst einmal nichts besonderes. Erfolgreiche Manager werden nun einmal befördert. Und auch wenn Peter Schreyer in erster Linie kein Manager, sondern ein Designer ist – so ist es nicht weiter verwunderlich wenn man auch erfolgreiche Designer wie Manager behandelt und befördert.

Peter Schreyer – Designer und ERSTER nicht Koreaner, der Präsident eines Koreanischen Unternehmens wird!

Deutlich interessanter wird die Tatsache, wenn man bedenkt, dass es vor Peter Schreyer keinen „Nicht-Koreaner“ gab, der in einem Koreanischen Unternehmen die Verantwortungsbereiche eines „President“ übertragen bekam.

Peter Schreyer ist der gestalterische Vater des ersten Audi TT und Peter Schreyer darf zu Recht als einer der Erfolgspfeiler für den aktuellen Markt-Erfolg der Koreaner in Europa bezeichnet werden. Es ist seine Design-sprache die dem ehedem Gesichtslosen-Korea Automobilprodukt eine echte Aura von „gutem Design“ verleiht!

In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch an Peter Schreyer für seine erfolgreiche Arbeit!

 

Foto-Credit:  Auto-Medienportal.Net / Manfred Zimmermann

KIA -The next big thing.

Auch wenn ich manchmal ein wenig darüber erschrecke wieviele Asiatische Automobil-Hersteller ich in meinem Blog oder auf meinen anderen Seite präsentiere – ich muss heute  thematisch schon wieder einen Asiaten aufgreifen.

Im übrigen steht es jedem Automobil-Hersteller frei mit mir in Kontakt zu treten – war ich doch früher mal ein Petrolhead mit klarer Vorliebe für das Deutsche Premium-Automobil, aber das nur am Rande.

 

Heute: KIA. 

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