Test: Infiniti Q50s Hybrid mit Allradantrieb

Da stellt die Tochter eines großen Automobil-Herstellers eine Limousine auf die Räder, die progressiver im Design ist als die aktuelle C-Klasse. Sich dynamischer fahren lässt als ein Dreier BMW und mehr Fortschritt durch Technik unter das Blech packt als ein Audi – und? Kaum einer kennt diese Limousine. Und beim Absatz bleiben die Zahlen hinter allen Erwartungen zurück. Warum ist das so? Am Auto liegt es nicht, oder doch?

Spart nicht am Spaß

Im Test- und Fahrbericht:

Infiniti Q50s Hybrid AWD

Leistung, Effizienz und Fahrspaß. Diese drei Stichpunkte ziehen sich durch den gesamten Testzeitraum. Bereits bei der Premiere des Q50 war ich angetan. Dass der Q50 von Anfang überzeugt hat, zeigt ein Zitat aus dem ersten Artikel:

Die Zeichen in der Klasse der Firmenwagen stehen auf Sturm, der Q50 ruft die Revolte aus! Ich bin gespannt auf seine Erfolge!

Bislang ist die „Revolte“ ausgeblieben. Und die Erfolge bleiben, so zeigen es die Absatzzahlen der Marke Infiniti,“überschaubar“. Freundlich umschrieben. Dabei liegt es nicht am Q50 an sich. Denn nach dem Q50 2.2d (Testbericht) und dem Q50 2.0t (Vorstellung) konnte nun auch der Q50 Hybrid im Test überzeugen.

Als Premium-Ableger der Renault-Nissan-Allianz ist Infiniti für den Mischkonzern aus Frankreich und Japan das, was Lexus für Toyota ist. Und auch hier ist der deutsche Premium-Limousinenkäufer bislang eher als „Feigling“ bekannt. Keine Experimente, lautet die Devise der Flottenkunden und Dienstwagenberechtigten. Völlig zu Unrecht.

test fahrbericht 56 infiniti q50s awd hybrid

So fährt sich der 364 PS starke Hybrid

Infiniti kombiniert im Q50s AWD Hybrid einen vollständig eigenen Antriebsstrang. Keine Mercedes-Schaltbox und eben auch kein Motor mit Mercedes-Genen wie in den 2.2d und 2.0t Modellen. Ein klassischer 3.5 Liter V6-Saugmotor aus dem Nissan-Konzern, ein 7-Gang Automatikgetriebe vom japanischen Getriebespezialisten JATCO und dazu gesellt sich ein 50 kW starker Elektromotor, der direkt in der „Kupplungsglocke“ untergebracht wurde. Dort, wo sich eigentlich der Wandler des Automatikgetriebes befindet. Anstelle des Wandlers besitzt der Q50 Hybrid zwei Kupplungen. Eine zwischen dem 302 PS starken Saugmotor und dem E-Motor und eine zwischen Elektromotor und Getriebebox. Der Q50 Hybrid kommt damit ohne leistungschluckenden Wandler aus. Und das spürt man.

Selten hat sparen so viel Spaß gemacht

Der Q50 Hybrid nutzt beim sanften Anfahren rein die Kraft des E-Motors. Lautlos rollt man aus der Parklücke, ohne lokale Emissionen fädelt man sich in den Verkehr ein. Wird mehr Kraft gefordert, schaltet sich der V6-Benziner ruckfrei hinzu. Benziner und Elektromotor ergänzen sich im Q50 Hybrid auf gespenstisch perfekte Art und Weise. Der Elektromotor spielt dem Benziner ein Zusatz-Drehmoment von bis 290 Nm zu, der Benziner packt Drehfreude und klassische Tugenden wie „Motorsound“ oben drauf und gemeinsam verwöhnen sie den Q50-Fahrer mit einer verführerischen Mischung aus Leistung, Kraft, Klang und Schub. Man erwischt sich des öfteren dabei, wie man mit ordentlich Drehzahl aus einer Ortschaft hinaus bläst, während man kurz zuvor noch lautlos bei Tempo 50 durch die Ortschaft gerollt ist. Am Ortsschild dann Kick-down, der V6 dreht auf, der E-Motor schüttet seine Drehmoment-Expertise über den Antriebsstrang aus und das Ergebnis beglückt das Herz und die Ohren des Fahrers.

Kein Hybrid – nochmal – kein anderer Hybrid auf dem Markt ist derart fahraktiv, derart voller Spaß, derart genial! Keiner! 

Fahrspaß braucht Leistung. Fahrspaß braucht aber auch Kontrolle. Und der Q50 ist das erste Auto auf dem Markt, bei dem die klassische Lenkstange, die Verbindung zwischen den Händen des Fahrers am Lenkrad und den Vorderrädern ausgedient hat. Das Stichwort: „Drive-by-wire“ lässt an Zukunftsmusik denken, ist im Q50 aber bereits Alltag und ab der Ausstattung Q50 Sport in Serie an Bord. DAS (Direct adaptive Steering)  nennt man das System bei Infiniti und packt es zusammen mit einer aktiven Fahrspurüberwachung in ein so genanntes „Lenkkomfort-Paket“.

Und wer sich nicht am „Fahrdynamik-Schalter“ in der Mittelkonsole vergreift oder durch das Menü des Bordcomputers switcht, der fühlt von dieser Revolution des Lenksystems vor allem eines: Nichts. Keine Spurrillen, keine Unebenheiten, kein Gepolter. Die elektrischen Steuerelemente erkennen den Unterschied zwischen „Reifen-Feedback“ bei der Kurvenfahrt und störenden Vibrationen durch Spurrillen oder Unebenheiten. Alles, was den Komfort mindern würde, wird ausgefiltert. Die Wirkung ist in der Tat gespenstisch. Man glaubt an Magie. So genial ist die Wirkung des gesamten Lenksystems.

Und man stellt sich unweigerlich die Frage: Warum hat das noch kein anderer Hersteller, darunter auch die Mitbewerber der so genannten Premium-Marken, umgesetzt?

test fahrbericht 146 infiniti q50s awd hybrid

Effizienz:

[tabgroup]
[tab title=“Alltagsfahrer“]Im Alltag sind Verbrauchswerte rund um die 7.6 Liter machbar..[/tab]
[tab title=“Öko-Experte“]Wer sich mit den 364 PS Systemleistung arrangiert und nur kleine Teile davon nutzt, der drückt den Verbrauch auf 6.4 Liter hinab.[/tab]
[tab title=“Ohne Rücksicht“]Die ganze Power nutzen? Dann sind 11.5 Liter normal. Bei über 350 PS aber ein völlig vertretbarer Wert![/tab]
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Der Alltag im Infiniti Q50s Hybrid AWD

In 5.4 Sekunden auf Tempo 100? Macht er. Aber man muss nicht. Der Alltag im Q50 Hybrid ist durch das umfangreiche Sortiment an Assistenzsystemen, das unmerkliche Zusammenspiel der beiden Motoren, den unschlagbaren Lenkkomfort und den völlig auf Premium-Niveau liegenden Fahrkomfort geprägt. Wenn man sich erst einmal mit den beiden großen Displays im Innenraum angefreundet hat, dann empfindet man auch die vornehmlich via „Touch“ ablaufende Bedienung als vorteilhaft. Infiniti hat mit der unterschiedlichen Gestaltung der beiden Monitore eine klare Trennung zwischen dem primär darstellenden Bildschirm und dem vorrangig für die Interaktion gedachten Touchscreen geschaffen. Dabei überzeugt das Multimediasystem mit augenblicklicher Reaktion.

Die Allrad-Version des Q50 Hybrid bringt zusätzliche Sicherheit und Traktion im Winter. Wobei sich die Abstimmung der unterschiedlichen Fahrprogramme in das Gefühl für die Straße deutlich einmischt. Der Sport-Modus ist für glatte Straßen zu aggressiv. Die Lenkung spürbar schwergängiger und direkter übersetzt, denn im Gegensatz zu den System der Mitbewerber lässt das „Steer-by-Wire“ System nicht nur die Adaption der Lenkkräfte zu, sondern auch das Übersetzungsverhältnis. Im „Normal-Modus“ verteilt das System Komfort-Sternchen an die Insassen und wer auf „Schnee“ umstellt, der wird von den Elektronik-Gehirnen des Q5o in Watte gepackt. Neben dem Lenkrad ist natürlich auch das Gaspedal elektronisch übersetzt. Im Q50 kann es dem Fahrer zusätzliche Fahrtipps durch einen Gegendruck vermitteln. Auf der Autobahn flott unterwegs? Der Vorausfahrende kommt schnell näher – das Gaspedal erhöht den Druck, automatisch geht man ein Stück runter und wird langsamer. Diese Wirkung ist Teil des „Safety Shields“, das auch bei deaktiviertem Tempomaten den Abstand zum Vordermann überwacht und bei Bedarf auf Gefahren hinweist und diese auch versucht abzuwenden.

Dass die Sitze des Q50 zudem zusammen mit der NASA entwickelt wurden und einen grandiosen Sitzkomfort bieten und dass man sich natürlich per BOSE-Sound auf den Tag eingrooven kann, das ist nur das Sahnehäubchen auf der Erfahrung: „Q50 Hybrid“.

test fahrbericht 94 infiniti q50s awd hybrid

Anschaffung und Wiederverkauf

Keine Experimente. Die Gründe für den mangelnden Erfolg des Q50 liegen also nicht am Fahrzeug an sich. Nicht am Technik-Paket oder der coolen Mischung aus Hybrid-Spar-und-Fahrspaß, sondern einzig und alleine an einem Grund: Keine Experimente. So denken Flotten-Kunden. Und so denken die Verantwortlichen bei der Konfiguration von Dienst- und Firmenwagen. Dabei bietet der Q50 mehr Platz als ein Dreier BMW. Länge und Radstand des Q50 liegen schon fast auf dem Niveau des Fünfers. Den Q50 gibt es mit den gleichen Motoren wie die C-Klasse, das aber deutlich günstiger. Und der Q50 bietet deutlich mehr Fortschritt durch Technik als ein Audi A4 oder A5. LED-Scheinwerfer, Kurvenlicht, NASA-Sitze und ein Riesenpaket an Sicherheits- und Komfort-Assistenten pumpen den Q50 auf Hightech-Niveau.

Und dann der Preis – ab 35.300 € für den 2.2 Diesel, 60.350 € für den gefahrenen Hybrid-Sportler mit Allradantrieb. 3 Jahre oder 100.000 Kilometer Garantie inklusive. Da wird es schon sehr schwer, einen dt. Premium-Mitbewerber zu finden. Dennoch – keine Experimente, lautet der Slogan unter den Fuhrpark-Managern und so bleibt die Revolution aus. Noch.

test fahrbericht 57 infiniti q50s awd hybrid

Fazit:

Nein. Nein. Und nochmal nein. Am Auto liegt es einfach nicht. Der Q50 wird derzeit unter Wert geschlagen. Ausstattung und Fahrkomfort sind bei den Q50-Limousinen auf dem Niveau der dt. Premium-Hersteller. Und einen lustvolleren Hybriden wird man dort in diesem Segment gar nicht erst im Programm finden.

Der Q50s Hybrid AWD kombiniert auf beeindruckende Art und Weise, wie Fahrspaß und Effizienz unter ein Blechkleid passen. Der Q50 Hybrid spart am Sprit, nicht am Fahrspaß – das ist die gute Nachricht! Die schlechte? Es gibt einfach zu wenige Händler, zu wenig Engagement im Vertrieb. Wenn sich das nicht ändert, dann wird man sich eines Tages an den Q50 erinnern als: „Der hätte es werden können, wenn … “

Hier geht es zur Infiniti-Q50 Preisliste

Weitere Link-Tipps: griin.de zum Q50 Hybrid, Hightech-Sportlimousine, autophorie.de, Edel-Attacke, autorevue.at zum 2.2 Q50

Klick: Infiniti Q50s AWD Hybrid – Testwagen-Galerie

Fotos im Artikel: Bjoern Habegger Titelbild: Bjoern Habegger

Erste Fahrt: Der neue Infiniti Q50 2.0T

Der deutsche Markt für Premium-Limousinen zwischen 30.000 und 60.000 € ist fest in der Hand ebenso deutscher Premium-Hersteller. Wer sich einen Dienst- oder Firmenwagen bestellen darf, der greift zu BMW, Audi, Mercedes oder Volkswagen. Alternativen? Die gibt es einzig in den Farben und selbst dort greift in vielen Fällen die Dienstwagen-Policy des Arbeitgebers. Nein, wer in Deutschland eine Premium-Limousine in diesem Segment anbietet und nicht aus Wolfsburg, Ingolstadt, München oder Stuttgart kommt – der hat nichts zu lachen. Eigentlich schade. Denn es gibt Alternativen. Die gibt es wirklich.

Infiniti Q50 2.0 Turbo „Sport“

Eigentlich die perfekte Limousine

Infini-was? Die Premium-Tochter aus dem Haus der Renault-Nissan Allianz hat es nicht leicht. Da bietet man zum ersten Mal eine Limousine mit europäischen Werten und Gesichtszügen an und dann kann der Käufer mit dem Namen nichts anfangen. Ich habe es bei meinem Testwagen ausprobiert. Der Q50 mit dem 2.2 Liter Dieselmotor hat viele Blicke auf sich gezogen – fragt man wildfremde Menschen jedoch, welche Marke das ist – dann schütteln diese nur unwissend den Kopf. Dabei hat sich der Q50 mit dem 2.2 Liter Turbodieselmotor während des Tests als echte Alternative zu gängigen Dienstwagen-Optionen herausgestellt.

Diesel oder Hybrid und das nur als Limousine. Mehr hat Infiniti bislang zum Thema Q50 nicht angeboten. Das schränkte die möglichen Absatzzahlen von ganz alleine ein. Daran wird auch der nun präsentierte 2.0 Liter Turbomotor nur wenig ändern, denn in diesem Segment ist ein Turbo-Benziner bei uns in Deutschland nur wenig gefragt. Umso mehr in der Schweiz und dort wurde der neue Q50 2.0t nun auch vorgestellt.

Infiniti Mercedes Benziner turbo

Turbo-Premium für „open minded people“

Den Q50 mit dem neuen Benziner in der Schweiz vorzustellen ist verständlich. Nicht weil die Testrouten so lieblich sind, okay, sie sind es auch. Wer fährt nicht gerne am Vierwaldstättersee entlang, nein- weil die Schweizer eben nicht deutsch sind. Und wenn man sich mal so gar nichts auf deutsches Premium einbilden kann, dann in der Schweiz. Das liegt auch an den pragmatischen Aufgaben die man in den Bergen lösen muss. Abseits der größeren Städte fährt der Schweizer gerne einen Allradler. Der muss nicht teuer sein, der muss nur aushalten. Und so ist die Dichte an Importfahrzeugen aus Asien nirgendwo so beeindruckend, wie in der Schweiz. Da lässt es sich dann auch den neuen Infiniti Q50 ganz gut präsentieren, mal ganz ohne Druck.  Und dann ist es am Vierwaldstädtersee eben auch noch schön.

Druck macht der Turbolader. Druck soll der Q50 auf BMW und Co ausüben.

Wie bereits beim Turbodieselmotor, so kommt auch beim Benziner der Antriebsstrang von Mercedes-Benz. Während man den Diesel auch mit manuellen Getriebe bekommt, wird der neue 211 PS Benziner nur mit der von Mercedes stammenden 7-Gang Automatik angeboten. Eine gute Entscheidung. Der 2.2 Diesel ist mit manuellen Sechsganggetriebe extrem sparsam unterwegs – aber der Premium-Charakter wird mit einer butterweichen Automatik doch eher gewahrt, als mit dem knorrigen Schaltgetriebe von Partner Mercedes.

Es ist moderne Technik die man dem Q50 unter die Haube gesteckt. Piezo-Direkt-Einspritzung,  Turbolader nah am Kopf, ein hohes Kompressionsverhältnis und Schichtladungs-Betrieb. Dazu zwei verstellbare Nockenwellen für variable Steuerzeiten sowohl auf der Einlass- auch auch auf der Auslaßseite. Bei Mercedes-Benz nennt sich der, vollständig in Aluminium gegossene, Motor im übrigen M274.

Die Kraft wandert über das Siebengang-Getriebe in Richtung Hinterachse. Damit bietet der Q50 das klassische Layout einer sportlichen Limousine. Und das macht beim Fahren einfach Spaß.

Den Druck des Turbos würden die Verantwortlichen von Infitini am liebsten direkt in Druck auf den wichtigsten Mitbewerber BMW ummünzen. Heckantrieb, Fahrfreude, klassische Limousine – das sind die Zutaten mit denen die Münchner bislang erfolgreich waren.

Infiniti Q50 Turbobenziner Motorraum

Wie viel Erfolg ist machbar?

Mit diesen Zutaten will auch die Premium-Alternative Infiniti erfolgreich werden. Und ich habe es im Bezug zu dem Q50 bereits mehrfach geschrieben. Die Basics sind gut! Das Design wirkt sportlich, dynamisch aber nicht beliebig. Der Q50 hat ein klassisch gezeichnetes Gesicht bekommen, eine stämmige Seitenlinie mit genug Würze und Dynamik. Das Heck versprüht eigene Ideen und im Innenraum hört die Eigenständigkeit nicht auf.

Zwei Touchscreens als Schnittstelle zwischen dem umfangreichen Multimedia-System und den Insassen. Gute Verarbeitung. Gute Materialwahl. Sauber abgestimmte Farben und Sitze die ordentlichen Komfort für die Langstrecken bieten. Kritik kann man kaum äußern – sicherlich bleibt einiges am Bedienkonzept erst einmal ungewohnt, aber so richtig doof ist eigentlich nichts.

Doch der Erfolg des Q50 wird weiterhin überschaubar bleiben. Das ist aber gar nicht die Schuld des Q50 – denn der ist gut. So gut wie man das in diesem Preis-Segment erwarten kann.

Infiniti Fahrbericht Q50 Turbobenziner

D.A.S ist Vorsprung

„Was für eine neue Dimension des Lenkkomfort sorgt, wirkt auf der Straße erst einmal sehr künstlich. Es scheint als wolle uns die Zukunft im Automobil dorthin entführen, wo Flugzeuge heute bereits sind. Auch wenn der Q50 noch immer eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse besitzt – bleibt dies nur die “Back-Up Lösung” für den Notfall. Im Alltag wird es möglich die Reaktion der Lenkung auf die Eingabe des Fahrers nach Wunsch einzustellen. Sportlicher, direkter und mit mehr Widerstand – oder extrem leicht, mit größeren Lenkwinkel? Die Software des “DAS-System” spielt den Übersetzer zwischen den Wünschen der Fahrer und der Lenkung. Beeindruckend demonstrieren lies sich das auf einer speziell vorbereiteten Slalom-Strecke. Während der Q50 in der Version ohne “DAS” bei Tempo 30 beim durchfahren des Slalom ein überkreuzen der Arme notwendig machte, fuhr der Q50 mit “Dynamic Active Steering” und aktivierter Sport-Einstellung mit nur halb soviel Lenkradarbeit durch den gleichen Parcours.“

So habe ich es im Oktober 2013,  nach der Premiere des Q50 und der ersten Testfahrt mit dem „Direct Active Steering“ System geschrieben. Beim 2.0t könnte bereits eine neue Software-Version für mehr Gefühl gesorgt haben. Denn dieses Mal war die Eingewöhnungszeit deutlich kürzer – nein – ich spürte sie nicht.

Wer sich für den Q50 2.0t entscheidet, der muss entweder gleich den „Sport“ bestellen, oder beim der „Premium-Ausstattung“ das Kreuzchen in der Optionsliste richtig sitzen. Diese neue Lenktechnik gehört an Board! Der Aufpreis hierfür? Humane 1.000 €. Inklusive der „aktiven Fahrspurüberwachung“.

Infiniti Q50 Fahrbericht gefahren schweiz

Zurück zum Erfolg

Er sieht gut aus. Ja das ist subjektiv. Er fährt sich gut. Ja, auch subjektiv. Er ist gut verarbeitet – das ist einfach so und er bietet moderne Technik, auch ein Fakt. Der Q50 besitzt alle Talente zum Verkaufsschlager zu avancieren. Nur nicht bei uns.

Der deutsche Premium-Kunde im Dienstwagen-Segment wird oftmals bereits durch die eigene Firmenwagen-Policy ausgebremst und das ist schade. Und privat? Da kauft der Deutsche lieber einen Kombi. Oder einen SUV. Wieder kaum Chancen für den Q50.

Dabei ist der Q50 eigentlich die ideale Limousine.

 Infiniti Q50 Galerie – Herstellerfotos  | Fahrbericht des awr-Magazins  | Artikel von motoreport | Artikel von autophorie.de | autoaid-Blog

[notification type=“notification_info“ ]Fakten zum neuen Infiniti Q50 2.0t[/notification]

Verkaufsstart:  Herbst 2014
Basispreis:  39.260 €
Motorleistung:  211 PS / 350 Nm
Antrieb und Getriebe:  7-Gang Automatikgetriebe
Länge, Breite, Höhe, Radstand:  4790 / 1820 / 1455 / 2.850
Normverbrauch:  6.3 l/ 100 km – 146 g/km
Höchstgeschwindigkeit:  245 km/h
Beschleunigung von 0 – 100 km/h  0-100 km/h: 7.2 Sekunden

Fahrbericht: Der Infiniti Q50 mit dem Schwäbischen Herzen.

Als Infiniti im Herbst 2013 den Q50 der internationalen Presse vorstellte, durfte ich bereits zugegen sein. Die Testfahrten fanden damals im spanischen Hinterland statt und der Q50 mit seiner völlig neuen Lenkung (s.u.), dem Diesel-Herzen aus Stuttgart, seinem gelungenen Design und einem aktuellen Multimedia-System, hatte mich überzeugt.

Bereits damals habe ich dem Q50 das Potential zur Revolution in der Dienstwagenklasse unterstellt.  Klar war aber auch, so richtig beurteilen kann man ein Auto erst im Alltagstest. Zwei Wochen sind das Minimum um ein belastbares Urteil über ein Auto zu fällen. Die Hybrid-Variante des Vorgängers war genial, aber in dieser Klasse gehört ein Hybrid einfach nicht zu den Top-Antriebslösungen. Was dem Vorgänger noch fehlte, bekam der Q50 nun spendiert: Einen ordentlichen Dieselmotor. Denn wer die Klasse der Dienstwagen erobern will, der muss nageln können, der darf nicht saufen und muss trotzdem kraftvoll durchziehen.

Infiniti Q50 – Die etwas andere Limousine

Business-Class mit Stil

9 Monate nach der Premiere des Q50 ist die Revolution ausgeblieben. Sicher. Das könnte man mir nun an den Kopf werfen. Auto-Blogger und ihre blumigen Wort-Auswürfe. Aber halt. Es ist nicht die Schuld des Q50. Der hat alle Talente – da bin ich mir sicher. Das Problem sitzt woanders. Bei Infiniti habe ich zwei Interviews auf Ebene der Entscheider getroffen und beide Mal war kurz danach der jeweilige Entscheider ausgeschieden. Infiniti fehlt in Europa das Durchsetzungsvermögen, weil die richtigen Köpfe fehlten. Die Marke an sich befand sich zu lange in einem Entscheidungs-Vakuum. Man distanziert sich zwanghaft von den Konzernwurzeln Renault-Nissan und will sich als eigenständige Marke verstanden wissen. Doch geht man das wiederum, vermutlich von der Konzern-Mutter aus, nicht mit genug Nachdruck an.

Infinifi Q50 erster fahrbericht 2.2 Diesel

[one_half] [notification type=“notification_mark“ ]Die Basics:[/notification]
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  • 2 Wochen im Test
  • 1.100 Testkilometer 
  • Basispreis: 34.350 €
  • Testwagenpreis: 41.170 €

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[one_half last=last] [notification type=“notification_mark“ ]Testverbrauch:[/notification]
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Zurück zum Q50 2.2D

Zurück zum Auto, zurück zum Business-Talent, zurück zum Diesel. Das 2.2 Liter große Diesel-Herz im neuen Q50 ist eine Entwicklungs-Leihgabe von Mercedes-Benz. Allerdings darf der potente Nagelfreund in der edlen Japan-Limousine nur mit 170 PS ans Werk gehen – wohingegen er bei Mercedes-Benz derzeit bis zu 204 PS zum Dienst erscheinen lässt. Völlig baugleich sind die Motoren jedoch nicht. Infiniti setzt eine eigene Motorsteuerung und einen anders positionierten Ladeluftkühler ein. Doch das ist wirklich nur das kleinere Übel. Das größere Übel ist die Möglichkeit den Q50 2.2 Diesel mit dem manuellen 6-Gang Getriebe kombinieren zu können. Die Freude am schalten lässt dieses Getriebe nicht aufkommen, die Wege zu lang, der Umgang mit dem Knüppel zu ungenau. Dafür maximiert man mit dem manuellen Getriebe die Effizienz. Mit 114 g CO² je Kilometer und einem Normverbrauch von 4.5 Litern wird der Q50 endgültig zum grünen Dienstwagen. Und das ohne Verzicht auf echten Komfort – bei allem was nicht mit dem Getriebe zu tun hat.  Nachdem ich den Q50 2.2 mit manuellen Getriebe zum Test hatte und bei den Testfahrten in Spanien die 7-Gang Automatik nutzen konnte, ist die Empfehlung eindeutig: Pro Automatik!

Fahren & sparen

Als Fahrer fühlt man sich zum ersten Mal in einer japanischen Limousine richtig integriert. Tief genug sitzend, schön eingerahmt von der Mittelkonsole, perfekt platziert hinter dem griffigen Lenkrad. Infiniti ist der erste Hersteller, der eine entkoppelte Lenkung anbietet. Anstelle einer direkten mechanischen Verbindung, wird die Lenkung ähnlich der „Steer-by-wire“ Technik von Flugzeugen bedient. Allerdings erlaubt die Gesetzgebung dies nicht als „stand alone“ Lösung, daher bleibt die Mechanik erhalten und dient als „Fall back“ für den Fall eines Ausfalls. Das Ergebnis dieser Entkoppelung ist sagenhaft und wurde von mir damals so beschrieben:

Eine neue Qualität beim Thema Lenkkomfort. 

Der gefahrene Testwagen kam in der Premium-Line und war nicht mit der „DAS direct-adaptive-steering“ Lenkung ausgerüstet. Und was soll ich sagen? Der Q50 fährt sich immer noch gut – wenngleich auch die Faszination der Entkopplung ein wenig vermisst wird.

Er bleibt eine sportlich handliche Limousine im Segment von Dreier BMW, Mercedes C-Klasse und Audi A4. Dank Heckantrieb ist die Lenkung auch ohne das „DAS-System“ frei von Antriebseinflüssen, die Run-Flat-Reifen rollen zwar ein wenig hölzern ab, dafür wirkt die Zusammenarbeit und Abstimmung von Federn und Dämpfern umso besser.  Das manuelle Getriebe plagt den Fahrer mit hakligen und langen Schaltwegen, dafür entschädigen die 400 Nm des Diesel und das gelungene Fahrwerk. So nah dran am bayerischen Dienstwagen-Helden mit der Drei im Namen, war bislang kein Exot.

Exoten-Status

Er bleibt vermutlich ein Exot. Doch dieser Exoten-Status könnte der Anfang eines echten Erfolges sein. Ist es nicht oft so? Erst werden diese Exoten belächelt, verspottet und später ändern genau sie den Lauf der Geschichte. Sicher – es geht um ein Auto. Um eines aus einer aktuell japanisch-französischen Allianz, mit einem deutschen Motor, unter einem Brand der ursprünglich in den USA entstand. Der Infiniti Q50 ist bereits heute gelebter Multikulti-Status. Er will das beste aus allen Welten vereinen. Die Qualität und Zuverlässigkeit eines Japaners, den Service-Gedanken eines Amerikaners, die Emotionen einer deutschen Premium-Limousine – das muss einfach zwangsläufig zu einem Exoten-Status führen. Der Q50 trägt diesen Status mit Fassung.

Online & sein

Im Cockpit wurden gleich zwei große Displays untergebracht. Wo andere Hersteller noch mit DIN-Norm-Schächten und Dreh-Drück-Dingensbummens hadern, präsentiert Infiniti die vermutlich schönste Möglichkeit, den eigenen Fett-Fingern die richtige Geltung zukommen zu lassen. Wie genial wäre der Touchscreen, wenn wir mit unseren Fett-Griffeln nicht immer Spuren hinterlassen würden? Betrachtet man die Smartphone-Historie, dann hat uns dieses Manko aber auch nicht davon abgehalten den Touchscreen als die sinnvollste Lösung zu betrachten .

Im Q50 gibt es neben der Möglichkeit über den Touchscreen zu arbeiten, zusätzliche „Direktwahltasten“ für die am häufigsten genutzten Einstellungen. Die Temperatur mal schnell anpassen? Kein Ding, keine Menüs, einfach rechts oder links neben dem großen unteren Monitor drücken. Die gesamte Integration der beiden Monitore wirkt höchst gelungen. Der obere arbeitet vor allem als Navi-Display, kann aber ebenso mit anderen Inhalten gefüttert werden. Der untere ist primär die Schnittstelle zur Bedienung – aber ebenso zum darstellen von Inhalten genutzt werden. Zum Beispiel für die Apps. Oder als Schnittstelle zum Handy. Wobei die aktuelle Umsetzung mit der Infiniti-App, deren Funktionen und Möglichkeiten, noch einiges an Raum für Verbesserungen offen lässt. Eine Integration der Apple-CarPlay Standards oder des Mirror-Link Systems würde ich einer Verbindung via – umständlich – zu konfigurierenden Smartphone-App vorziehen!

 

Positiv-Liste:

[one_third]+++ LED-Licht

Modernes Auto ohne modernes Licht? Geht nicht. Daher hat INFINITI im Q50 LED-Scheinwerfer im Angebot. Ab der Sport-Ausstattung in Serie, darunter gegen 850,– € Aufpreis. Zusätzlich gibt es ein erstklassig arbeitenden Kurvenlicht. Ein absolutes „must have“!

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[one_third]++ Durchzug

400 Nm sind eben 400 Nm und auch wenn die maximale Leistung des 2.2 Liter Diesel auf 170 PS beschränkt wurde, macht der Mercedes-Motor im Q50 einen excellenten Job. Das Getriebe ist hakelig, aber gut abgestuft. Der Q50 zieht in jeder Lebenslage ordentlich an!

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[one_third last=last]+ Verbrauch

Der NEFZ-Normverbrauch des Q50 2.2 D mit dem manuellen Getriebe liegt bei 3.7 Litern auf 100 Kilometern. Das hat auch die Öko-Tour leider nicht auf die Uhr bekommen. Aber 4.3, 5.5 und vor allem die 7.8 Liter im Max-Test sind wirklich extrem gut!

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Ganz aktuell:

auto, motor und sport hat in Heft 16 ein Problem in der Abstimmung des ESP bei den Hybrid-Modellen des Q50 aufgedeckt. Hier kam es bei „µ-split-Bremstests“ zu einem ausbrechen des Fahrzeuges. Infiniti hat reagiert und einen neuen Softwarestand entwickelt und verspricht, diesen binnen eines Monats für alle Hybrid-Q50 zur Verfügung zu stellen. Ich muss dazu sagen: Genau diese Art von Arbeit erwarte ich von einer Automobil-Zeitschrift wie der ams. Aber auch genau diese Art von Reaktion erwarte ich von einem Hersteller. Da wird nicht herum geeiert, da wird asap gehandelt.  Zudem scheint das Problem ein auf Hybrid-Varianten begrenztes zu sein. Der von mir bewegte Q50 (zudem ohne DAS) war eine Ausgeburt an Fahrfreude. Klassisch, solide, gut abgestimmt.

Das Fazit

Der Q50 hätte es  verdient, besser vermarktet zu werden. Der Q50 ist eine extrem anständige Business-Limousine, mit einem guten Fahrwerk, einem extrem guten Dieselmotor, gelungener Qualität im Innenraum und einer (fast) State-of-the-Art Entertainment-Lösung. 

Als Handschalter kann der Q50 jedoch nicht vollständig überzeugen, aber er bleibt extrem sparsam. Meine Empfehlung: Auf den letzten gesparten Tropfen Sprit verzichten und dafür das 7-Gang Automatikgetriebe (auch eine Daimler-Leihgabe) ordern. Und auf dem Parkplatz wird man sich nie wieder zwischen den gleichen Limousinen herum irren sehen, den Q50 findet man auf Anhieb! Der hebt sich aus dem tristen Alltag der ewig gleichen Dienstwagen einfach ab! Und wer bietet in diesem Segment denn bitte sonst noch einen Service a la Infiniti? 3 Jahre Garantie und einen Hol- und Bring-Service für die Inspektionen – inklusive kostenfreien Leihwagen.

Eben – niemand – aber genau das macht eine gute Business-Limousine aus! Selbst wenig nehmen, aber viel geben! 

Technische Daten: Verbrauch und Emissionen:
Leistung: 170 PS
Kraft: 400 Nm
Beschleunigung 0-100 km/h: 8.7 Sek. 
Höchstgeschwindigkeit: 231 km/h 
Effizienzklasse: A+ 
Abgasnorm: EU5
Verbrauch kombiniert nach NEFZ: 4.4 l/ 100 km 
CO²-Emission kom.: 114g/km
Daten lt. Hersteller.

Genf 2014 – Der GT-R mit vier Sitzen Infiniti Q50 Eau Rouge

Präsentiert wurde er ja eigentlich bereits auf der North American International Autoshow in Detroit, auch bekannt als die NAIAS, aber erst jetzt auf dem Automobilsalon in Genf wurde das Geheimnis seines Antriebs gelüftet.

Infiniti Q50 Eau Rouge – oder der GT-R mit den vier Türen

Unter der leicht gewölbten Haube des besonderen Q50 steckt der Motor des Nissan GT-R, mit mehr Leistung. 568 PS und 600 Nm Drehmoment werden für die Kombination aus Business-Limousine und Ausnahme-Sportler genannt. Verteilt wird die Kraft je zur Hälfte auf die beiden Achsen des Q50 ER, das Getriebe stammt hierfür aus dem FX Vettel und ist demnach ein Siebengang-Automatikgetriebe mit Wandler.

Noch wurde die Entscheidung nicht gefällt ob und wann man den Q50 mit dem dicken 3.8 Liter V6 Bi-Turbo zum Eau Rouge adelt und in Serie herstellt. Eventuell wird es auch nur eine Kleinst-Serie geben? In den Tagen nach dem Genfer Automobil-Salon sollen weitere Testfahrten vom Top-Management vorgenommen werden.

Wenn in den Adern des INFINITI-Management wirklich soviel Benzin fließt wie man uns die ganze Zeit mit dem Engagement bei RedBull-Racing glaubhaft machen will, dann muss der Q50 Eau Rouge auf die Straße kommen. Mit genau diesem Styling. Mit edlem Echt-Carbon und feisten Rädern in schwarzen Kontrast zu diesem tiefen, leckeren, roten Farbton der Karosse.

Infiniti, bitte bauen!

Infiniti Eau Rouge 01 Genf 2014

Detroit 2014 – Infiniti Q50 Eau Rouge Concept

Infiniti hat uns auf der NAIAS in Detroit mit offenem Mund und offenen Fragen zurück gelassen. Den Q50 haben sie uns im letzten Jahr präsentiert. (Hier geht es zu meinem Fahrbericht des Infiniti Q50).  Für die North American International Auto Show hat die Premium-Marke des Nissan-Konzerns eine „Was wäre wenn“ Studie mitgebracht.

Was wäre, wenn man bei Infiniti einen sportlichen BMW M3-Gegner auflegen würde? Wie würde eine Sport-Limousine von Sebastian Vettels Formel 1-Partner aussehen?  500 PS könnte die „Eau Rouge“ getaufte Studie leisten. Mit Heckantrieb und einem V8 Motor ausgerüstet. Oder doch eher eine Art GT-R Version des Q50?

Es bleiben viele Fragen offen. Es gibt derzeit weder Antworten darauf, ob es einen derart geilen Power-Q50 geben wird, ob er denn mit einem V8 kommt. Und ob die Serien dann auch auf so feisten 21-Zoll Felgen steht und die Karosserie mit viel Carbon einschmückt.

Wenn es nach mir geht, dann könnte Infiniti den Q50 Eau Rouge sofort auf den Markt bringen! 

 

Detroit 2014 – Infiniti Q50 Eau Rouge

Die Japanische Premium-Tochter von Nissan bezeichnet den ausgestellten Q50 Eau Rouge als Konzept. Klar dürfte allerdings bereits sein, der nach einer berühmten Kurve benannte Q50 wird in einer betont sportlichen Version kommen.  Die Eau Rouge ist auf der Ardennen-Rennstrecke in Belgien, die berühmte Mutkurve – der Ort, an dem sich Rennfahrer in Buben und Männer trennen.

Das Konzeptfahrzeug ist in einem tiefen rot lackiert und schmückt sich mit vielen Anbauteilen aus Carbon.

Infiniti Q50 Eau Rouge

Motor? Leistungswerte? Getriebe? Preis?

Das blieb am ersten Tag auf der Detroit Autoshow noch im dunklen.

 

Detroit 2014 – Q50 Eau Rouge Concept

Wie bereits in einem anderen Artikel geschrieben, Detroit 2014 wird die Messe der Konzeptfahrzeuge. Auch die Nissan-Premium-Tochter Infiniti kommt mit einem Concept nach Detroit. Allerdings ist es hier bereits abzusehen, da wird auch ein Serienfahrzeug folgen.

Infiniti Q50 Eau Rouge Concept

In Zusammenarbeit mit RedBull Racing und dem F1-Champion und Infiniti-Performance-Direktor Sebastian Vettel hat man bei Infiniti eine scharfe Variante der Mittelklassen-Limousine Q50 auf die feisten schwarzen 21″-Leichtmetallräder gestellt.

Eau Rouge – der Name ist Programm

Das Conceptfahrzeug ist nicht nur in einem tiefen Rot-Metallic lackiert (Rouge, französisch für rot), nein der Name ist zugleich der Name der aufregendsten Kurve im alljährlichen Formel 1 Programm. Die Eau Rouge ist eine Mut-Kurve die die Männer von den Buben in der Formel 1 trennt. Man findet sie in Belgien auf dem Traditionskurs in Spa-Franchorchamps.

Tiefliegende Aerodynamikanbauteile, ein massiver Spoiler, ein Dach aus Carbon, Schmiedefelgen in 21 Zoll und ein Auspuff in Doppelrohr-Ausführung. Der Q50 Eau Rouge könnte der sportlichste Infiniti im Programm werden. Als mögliche Antriebsquelle würde der V8-Motor von Infiniti zur Verfügung stehen. Oder auch eine Variante des Bi-Turbo V6 aus dem Nissan GT-R. Auch ein Doppelkupplungsgetriebe und ein 7-Gang Automatikgetriebe sind in den Regalen bei Nissan/Infiniti zu finden.

Besonders scharf fände ich eine V8-Variante. Bislang hält sich Infiniti bedeckt was die Motorisierung angeht. Aber 400 PS könnte es locker werden!

Infiniti Q50 Eau Rouge Concept 01  detroit 2014 Infiniti Q50 Eau Rouge Concept 02  detroit 2014

 

 

Gefahren: Der neue Infiniti Q50

Kneift man die Augen ein wenig zu, blinzelt man beim Blick auf die Scheinwerfer und schaut man nur flüchtig auf die Linien des neuen Q50, dann findet man doch ein paar optische Anleihen, die an einen Premium-Hersteller aus München erinnern. Und da wollen sie auch hin, die Revoluzzer des Dienstwagen-Segments. Im Interview mit Christian Blank (Direktor Infiniti Europa) wurde deutlich, der neue Q50 ist nicht einfach nur ein Neustart für die Marke in Deutschland, sondern eine mögliche Revolution für den Dienstwagen-Markt und dank Heckantrieb und dynamischen Handling ist die Stoßrichtung klar definiert.

Revolte in der Dienstwagenklasse

Infiniti Q50 erste ausfahrt

Der erste Eindruck:

Der neue Infiniti Q50 ist eine klassische Limousine geworden. Mit knappen 4.80 Metern genau zwischen dem Dreier und dem Fünfer von BMW positioniert. Der Radstand streckt sich über 2.85 Meter und liegt damit abermals genau zwischen BMW Dreier und Fünfer. Die Proportionen zeichnen eine dynamisch gestreckte Limousine mit langer Motorhaube, kurzem Heckdeckel und einer markanten C-Säule. Die hintere Tür geht in eine kraftvolle Schulterlinie über, die den Q50 satt auf der Straße stehen lässt. Das Design ist erfrischend anders, zum Glück aber weniger Barock als der Vorgänger.

An der Front steht der mittlerweile zum Markengesicht gewachsene Kühlergrill mit einem selbstbewusst in die breite gegangenen Infiniti-Logo.

Infiniti Q50 Dienstwagen Alternative Test

So fährt er sich:

So richtig Eindruck schindet der Q50 in der Verbindung mit dem „DAS“ getauften „Steer-by-Wire“ System, bei dem die Lenksäule von der Vorderachse entkoppelt wird und Sensoren, Aktuatoren und Elektromotoren die Führung übernehmen, wenn es über schlechte Straßen geht. War es bislang nur logisch, dass der Weg vom Lenkrad zu den Rädern auch genauso zurück funktioniert, also Stöße und Vibrationen von den Rädern der Vorderachse über die Lenkung an den Fahrer zurück gegeben werden, ist das „Dynamic Active Steering System“ in der Lage genau das zu vermeiden. Während man über üble Buckelpisten fährt, bleibt das Lenkrad ruhig, es schlägt nicht hin und her – das System filtert dieses Feedback der Räder an das Lenkrad einfach aus.

Was für eine neue Dimension des Lenkkomfort sorgt, wirkt auf der Straße erst einmal sehr künstlich. Es scheint als wolle uns die Zukunft im Automobil dorthin entführen, wo Flugzeuge heute bereits sind. Auch wenn der Q50 noch immer eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse besitzt – bleibt dies nur die „Back-Up Lösung“ für den Notfall. Im Alltag wird es möglich die Reaktion der Lenkung auf die Eingabe des Fahrers nach Wunsch einzustellen. Sportlicher, direkter und mit mehr Widerstand – oder extrem leicht, mit größeren Lenkwinkel? Die Software des „DAS-System“ spielt den Übersetzer zwischen den Wünschen der Fahrer und der Lenkung. Beeindruckend demonstrieren lies sich das auf einer speziell vorbereiteten Slalom-Strecke. Während der Q50 in der Version ohne „DAS“ bei Tempo 30 beim durchfahren des Slalom ein überkreuzen der Arme notwendig macht, fuhr der Q50 mit „Dynamic Active Steering“ und aktivierter Sport-Einstellung mit nur halb soviel Lenkradarbeit durch den gleichen Parcours.

Infiniti Q50 Firmenwagen Auto Leasing Test

Zurück auf die Straße

Auch beim neuen Q50 bietet Infiniti weiterhin den sportlichsten Hybriden im Segment an. Mit einer Systemleistung von 364 PS sprintet der Q50 mit der Kraft aus Benzinmotor und E-Antrieb binnen 5.1 Sekunden auf Tempo 100 und bleibt dennoch unter der 150 Gramm / KM CO² Marke (NEFZ kombiniert)

Er versteht sich auch mit neuem Namen, neuem Gesicht und neuen Talenten als der Dynamiker unter den Hybriden – eben wie sein Vorgänger der M35h. Doch mit dem neuen Q50 zieht eine sinnvolle Alternative mit in die Preisliste ein: Der „kleine Diesel“.

Infiniti q50 Front kühlergrill Logo Design

Kleiner Diesel

Pssst. Interessierte Dienstwagen-Käufer werden es nicht gerne lesen, aber der 2.2 Diesel macht aus dem sportlich gezeichneten Q50 die Buchhalter-Variante im Infiniti-Programm.  Plötzlich sind 170 PS genug und mit 4.4 Liter (NEFZ-Norm) auf 100 km wird der Q50 zu einem echten Sparbrötchen. Nicht gespart wird am Drehmoment. Der von Technologie-Partner Mercedes-Benz gelieferte Bi-Turbo Diesel stemmt 400 Nm in Richtung des Siebengang-Automatikgetriebes. Das reicht um den klassisch per Heckantrieb bewegten Edel-Japaner kraftvoll durch die Landschaft zu schieben.  Es reicht wirklich. Das 7-Gang Getriebe bleibt dabei wohltuend cool in seiner Schaltstrategie und vertraut auf den Drehmomentschwall des kleinen Diesels.

Im Gegensatz zum Hybrid-Q wird der Diesel-Q in der Stadt jedoch nicht zum „Flüsternden Firmenwagen“, der Q50 2.2 Diesel nagelt hörbar vor sich hin, wenn nicht gerade die Start-Stopp-Automatik an der Ampel eingreift. Der Hybrid-Q (den es übrigens sowohl mit reinem Heckantrieb, als auch mit Allradantrieb gibt) kann dank 67 PS Elektromotor den Stopp&Go Alltag in den Städten auch völlig geräuschlos und ohne lokale Emissionen meistern.

Infiniti Q50 erster Test seite Design

Varianten, Versionen, Verkaufspreis

Infiniti meint es ernst. Auch wenn die Marke im Prinzip erst 2012 als eigenes Unternehmen gegründet wurde, seit 24 Jahren gibt es die Edelmarke des Nissan-Konzern bereits in den USA und mit dem Q50 will man nun in Europa für Bewegung im Segment der klassischen Limousinen sorgen. Und die Zeichen stehen gut.

Zum Marktstart im November bietet Infiniti zwei Motoren, zwei Ausstattungslevel, zwei Getriebevarianten und zwei Antriebstechniken an. Der 2.2 Liter Diesel von Mercedes gehört nicht zu den verschliffenen Aggregaten auf dem Markt, aber zu den sportlichsten und vor allem, zu den sparsamsten.

Der Q50 Hybrid ist ein großer Sprung und bedeutet eine vollständige Charakterverwandlung des Q50. Vom sparsamen Dienstwagen, zum edlen Sonderling mit fulminantem Antriebsstrang.

Den absoluten Einstieg markiert der 2.2 Diesel mit manueller Sechgangschaltung und 34.350 € in der Preisliste, dafür bekommt man eine Limousine mit Heckantrieb, 114 Gramm CO²-Emissionen je Kilometer und einer A+ Effizienz-Einstufung.

Die kraftvolle Hybrid-Version kostet mindestens 51.356 €.

Infiniti Q50 Heckleuchten Gestaltung Design

Fazit:

Die Marke Infiniti hatte in Deutschland keinen leichten Start. Als man 2008 auf den Markt kam, schlug gerade die Wirtschaftskrise zu und auch bei den Fahrern von Firmen- und Dienstwagen war man erst einmal nicht in der Laune, Experimente zu starten. Der Q50 könnte sich zum Geheimtipp unter den Limousinen-Käufer dieser Republik etablieren. Die Verarbeitung stimmt, die Technik-Features sind wirklich gut und was die Fahrdynamik angeht, so gehört der Q5o zu den Dynamikern seines Segments.  Wird dabei aber nicht zum Säufer. 

Die Zeichen in der Klasse der Firmenwagen stehen auf Sturm, der Q50 ruft die Revolte aus! Ich bin gespannt auf seine Erfolge!

Technische Daten:

Hersteller: INFINITI
Modellname: Q50
Karosserievariante: Limousine 4-Türig
Motor: 2.2 Diesel oder V6-Hybrid
Getriebe: 6-Gang Manuell oder 7-Gang Automatik
Antrieb: Heckantrieb, oder Allrad
Hubraum: 3.498 ccm | Q50 3.5h
Leistung: 364 PS  | Q50 3.5h
Drehmoment:
Von 0 auf 100 km/h: 5.1 Sek. | Q50 3.5h
Höchstgeschw.: 250 km/h | Q50 3.5h
Verbrauch nach Norm: 6.2 Liter / 100 km | Q50 3.5h
CO2-Ausstoß nach Norm: 144 g/km | Q50 3.5h
Testverbrauch: nicht ermittelt
Räder:
Leergewicht: ab 1.641 kg
Länge, Breite, Höhe: 4790 / 1820 / 1455
Lustfaktor / max 10 Punkte:  6 von 10
Preis: ab 34.350

Infiniti Q50 – Ein neues Kapitel

Wie bitte? Nur Vierzylinder? Und das soll Premium sein? 

Mit dem neuen Infiniti Q50 zeigt die Premium-Marke des Nissan-Konzern, worauf sich die etablierten deutschen Marken vorbereiten müssen. Eine handliche und sparsame Premium-Limousine mit einem cleveren Motor.

Infiniti Q50 – Ein neues Kapitel

Bislang waren die edlen Modelle von Infiniti mit V6 und V8 Motoren auf dem Markt erhältlich. Im Falle des sparsamen M35h – der Fahrbericht ist hier im Blog – hat man in der Kombination aus  sportlichem V6-Saugmotor und einem kräftigen Elektromotor, den ersten wirklich fahraktiven und freudvollen Hybriden auf die Straßen geschickt.

In Deutschland ist jedoch eine gänzlich andere Motorisierung erfolgreich: Der Dieselmotor. Auch in Premium- und Businessclass-Limousinen ist man überwiegend nagelnd unterwegs.

Damit man den deutschen Kunden nun eine oft genutzte Kombination aus Premium-Limousine und sparsamen Dieselmotor anbieten kann, bekommt der Q50 einen der besonders häufig gelobten Antriebe unter die Haube gepflanzt. Es ist der erfolgreiche 2.2 Vierzylinder Dieselmotor von Mercedes-Benz. Im Q50 mit 170 PS  und 400 Nm am Start.  Im Verbrauch will man 4.4 Liter auf 100 km erreichen! Das entspricht 115g/Co² je Kilometer und wäre ein Traumwert für eine Premium-Limousine im Segment von BMW 3er und Audi A4.

So wird aus dem fernen Asiaten mit Premiumanspruch, eine edle Business-Class Limousine mit deutschem Herz.  Es ist aber nicht nur diese Herztransplantation die den Neuling so interessant macht. Es sind auch technische Innovation wie die erste elektronische Lenkung. Drive-by-Wire wird damit im Automobil zur Wirklichkeit.

Der Vorteil dieser voll elektrischen Servolenkung liegt in ihrer völlig variablen Lenkkraftunterstützung und der Entkopplung von Achsen und Bedienelementen, die dem Komfort zu gute kommt.  Mit dem langen Radstand von fast 2.70 m bietet der Q50 zudem viel Platz im Innenraum und das nicht nur für die erste, sondern auch für die zweite Reihe.

Der Preis ist derzeit leider noch nicht bekannt, soll sich jedoch unterhalb der Mitbewerber aus München und Ingolstadt einpendeln.

Ich freue mich auf eine Testfahrt im neuen Q50!