Renault Kadjar – SUV à la francaise

SUV und Crossover sind zurzeit total angesagt: Kein Hersteller, der es schafft, ohne diese Fahrzeuge am Markt zu überleben. Selbst reine Sportwagen- und Luxus-Marken haben sie im Programm oder planen sie. Konkrete Beispiele? Gern! Bentley warf zuletzt mit dem Bentayga ein Luxus-SUV auf den Markt, Rolls Royce plant eines und selbst Lamborghini und Ferrari wollen ein solches in Planung haben…

Erste Fahrt: Renault Kadjar

Renault präsentiert einen „Neuen“ im SUV-Segment!
SUV für`s Gelände und für die Straße
SUV für`s Gelände und für die Straße

Chic und mit modern bequemer Ausstattung geht der Kadjar ab Mitte Juni an den Start in Deutschland. Seine Herkunft aus dem Hause Renault will der Kompakt-SUV mit dem Rhombus im Markenlogo nicht verhehlen. Im Gegenteil: Seine Front führt ihn optisch an Twingo, Clio, Megane und Espace heran. Allerdings nicht nur als chicen Kompakt-SUV, sondern auch als Fahrzeug mit hohem Nutzwert. Die Preisliste beginnt bei 19.990 Euro.

Der Kadjar ist das, was man gemeinhin unter einem Kompakt-SUV versteht. Sein ansprechendes Äußeres zeigt das Fahrzeug im sportlichen Look der Renaultfamilie. Das LED-Tagfahrlicht des Kadjar bildet zudem sehr markant die Form eines „C“. Der Kompakt-SUV bietet mit einem von Grund auf neu entwickeltem Fahrwerk und sehr guter und präziser Lenkung ein völlig souveränes Fahrgefühl.

Bei ersten Tests des Energy dCi 130 mit 96 kW (130 PS) rund um den Nürburgring stellten wir fest, dass der Kadjar Schlaglöcher und Unebenheiten auf der Straße sehr gut wegsteckt, insgesamt sehr stabil wirkt und ein komfortables Fahrverhalten bietet. Die erhöhte Bodenfreiheit von 200 mm qualifiziert ihn aber genauso für Fahrten auf Feldwegen und Schotterpisten. Auch Autobahnstrecken meistert er bequem und so verschafft uns das Fahrzeug ein Rundum-Sorglos-Paket.

Motor mit 96 kW und 130 PS
Motor mit 96 kW und 130 PS

Die Motorisierungen sind mit einem Benziner mit 96 kW (130 PS) mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe und Frontantrieb und zwei Diesel Aggregaten recht übersichtlich. Die Dieselaggregate mit den Leistungsstufen 81 kW (110 PS) und 96 kW (130 PS) sind sowohl als Fronttriebler als auch als allradgetriebene Fahrzeuge erhältlich. Dabei kommen ein Sechs-Gang-Schaltgetriebe, ein Sechs-Stufen-Automatikgetriebe und ein Sechs-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zum Einsatz.

Alle Aggregate erfüllen die Euro-6-Abgasnorm, wobei die von uns gefahrene 130-PS-Diesel-Version mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe nur 4,3 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen soll, was gerade einmal 113 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer entspricht. Den Angaben des Herstellers kommen wir bei unserer Testfahrt sehr nahe. Das Dieselaggregat liefert kräftige 320 Newtonmeter Drehmoment schon ab 1750 Umdrehungen pro Minute.

Was die Optik betrifft, haben die Designer die Silhouette mit fließenden, skulpturalen Formen und präzise gestalteten Details in die charakteristische Renault-Designphilosophie überführt. Die Front mit ihren eleganten Scheinwerfern und dem prägnanten Rhombus sind sehr schön anzusehen. Die gut sichtbaren Rückleuchten und horizontale Linien strecken das Heck optisch und lassen das Fahrzeug visuell breiter auf der Straße stehen.

Sehr geräumig durch das Panorama - Dach
Sehr geräumig durch das Panorama – Dach

Innen finden bei einer Fahrzeuglänge von 4,50 Metern bis zu fünf Personen Platz. Die Kabine überzeugt mit guter Material- und Verarbeitungsqualität. Das klar gestaltete Cockpit mit langgezogenen horizontalen Linien und dem bereits bekannten R-Link 2®-Navigationssystem (7-Zoll-Display) als Blickfang und Schaltzentrale sorgt zudem für ein großzügiges Raumgefühl. Die Innenraumvariabilität des Kadjar kommt der eines Kombis gleich. Das erleben wir dem herausnehmbaren und höhenverstellbaren variablen Kofferraumboden. In der unteren Position steht das maximale Kofferraumvolumen von 472 Litern bei Beladung bis zur Fensterkante zur Verfügung. In der oberen Position ermöglicht er bei umgeklappten Rückbanklehnen einen durchgängig ebenen Ladeboden. Bei dieser knappen Bestuhlung erreicht das Ladevolumen bei dachhoher Beladung 1.478 Liter. Der variable Gepäckraumboden besteht aus zwei Teilen und lässt sich auch als Gepäckraumteiler verwenden. Hier können einzelne Gepäckstücke besser fixiert werden. Zusätzlich kann die Beifahrersitzlehne umgelegt werden, so dass sich Gegenstände bis zu gut 2,50  Meter Länge transportieren lassen.

Ein breites Aufgebot an radar- und kamerabasierten Fahrassistenzsystemen erhöht die aktive Sicherheit im Kadjar. Hierzu zählen unter anderem der Spurhalte-Warner und die Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarner und Fernlichtassistent. Optional sind darüber hinaus Toter-Winkel-Warner und Notbremsassistent verfügbar. Auch ein Easy Park-Assistent wird es optional geben. Der Fahrer muss lediglich behutsam Gas geben und bremsen, während der Easy Park-Assistent die Lenkarbeit übernimmt.

Fazit:

Mit einem Einstiegspreis von € 19.990 setzt der Renault Kadjar ein klares Zeichen, dass Fahrzeuge mit Freizeitcharakter auch mit moderaten Preisen erhältlich sind.

Renault Kadja ENERGY dCi 130, 4×4:

Verkaufsstart:  Mitte Juni 2015
Basispreis:  19.990 €
Motorleistung:  96 kW (130 PS)
Antrieb und Getriebe:  Sechs-Gang-Schaltgetriebe
Beschleunigung:  9.9  Sekunden von 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  4.3 Liter auf 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  190 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.449, 1.836, 1.604, 2.647 mm
Fotos im Artikel: Stefan Beckmann Titelbild:Stefan Beckmann

News: Renault Kadjar – Der französische Qashqai

Mit dem Kadjar hat nun auch Renault ein mittelgroßes SUV im Programm. Im Franzosen stecken die Gene des Nissan Qashqai. Der Renault ist zwar um sieben Zentimeter länger, rollt aber auf derselben Plattform. Verwechslungsgefahr besteht trotzdem nicht. Die Gemeinsamkeiten bleiben versteckt und für den Betrachter unsichtbar.

Wie schon der kleinere Captur trägt auch der Kadjar das neue Renault-Gesicht mit der dominanten Marken-Raute im Zentrum. Dazu schmale Scheinwerferaugen (gegen Aufpreis auch in LED-Technik), an den Seiten unter dem geschwungenen Stoßfänger kreisrunde Zusatzleuchten. Die Motorhaube mit einem mittigen Wulst ist recht hoch, wird durch schmale Blechflanken begrenzt. An den Seiten macht der Kadjar dicke Backen über den Rädern, die ihn wuchtiger erscheinen lassen, als es die Papierform verheißt. Dagegen ist das gute Ende des Franzosen mit der weit nach oben schwingenden Hecktür optisch deutlich zurückhaltender.

In dem überschaubaren Angebot an recht kleinen Motoren (zwei Diesel, ein Benziner) wird wohl der 1,6-Liter-Selbstzünder mit 96 kW/130 PS das Rennen um die Gunst der deutschen Kunden gewinnen.

Das Platzangebot auch auf den Rücksitzen ist mehr aus ausreichend, der Kofferraum mit seinem flexiblen Ladeboden bietet verblüffenden Stauraum von bis zu 1.478 Litern. Der zweigeteilte Ladeboden kann auch als Kofferraumteiler senkrecht gestellt werden und verhindert so ein Verrutschen des Gepäcks. Die Lehnen der Rücksitze können zudem von der Heckklappe aus entriegelt werden.

Mühe gab sich Renault auch bei der Wahl der Materialien im Innenraum. Je nach Geldbeutel lenken Einfassungen in Matt-Chrom oder durchaus edel wirkenden Verkleidungen des unteren Teils der Mittelkonsole vom natürlich reichlich verbauten schwarzen Kunststoff ab. Die Anzeigen im Kombiinstrument informieren in TFT-Technik und können je nach Geschmack gestaltet werden. Der 7-Zoll-Monitor bedient neben dem Navigationssystem auch einen Online-Zugang mit speziellen Apps.

All das bietet Renault zu vernünftigen, teilweise erfreulich moderaten Preisen. Der 1,2-Liter-Benziner (96 kW/130 PS) ist schon ab 19.990 Euro zu haben, dann allerdings in sehr magerer Ausstattung.

Autor: Peter Maahn/SP-X

Renault Kadjar: Die französische Verwandtschaft

Mit dem Kadjar wagt sich Renault nun also auch in das rasant wachsende SUV-Segment, das inzwischen einen globalen Marktanteil von 20 Prozent erreicht hat. „Und da wollen wir natürlich dabei sein“, sagt Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn bei einer ersten Vorstellung des Fahrzeugs in Paris. Deshalb wird das neue Kompaktmodell auch als erster Renault von Anfang kommenden Jahres an in China produziert, wo die Crossover inzwischen einen Marktanteil von 30 Prozent erreicht haben. Bisher erstreckte sich das SUV-Angebot der Franzosen auf den frontgetriebenen Captur (mit 200.000 abgesetzten Exemplaren Segment-Marktführer in Frankreich und Europa) sowie den in Korea gefertigten Koleos.

Unübersehbar beim Kadjar ist vor allem die Ähnlichkeit mit der japanischen Verwandtschaft, auch wenn die Frontpartie des neuen kompakten Renault-SUV die aktuelle Formensprache der Marke in den Fahrtwind streckt. Spätestens beim Blick auf die Seitenpartie wird aber die enge optische Beziehung zum Nissan Qashqai sichtbar. Und vor allem aber unter dem Blech setzen sich die verwandtschaftlichen Beziehungen fort. Schließlich stehen beide auf einer gemeinsamen Plattform und teilen sich die wichtigsten technischen Details.

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Der Kadjar soll aber mehr als ein SUV sein. Ghosn: „Unser Crossover tritt als Allradler im Gelände auf, offeriert den Innenraum einer Limousine und die Vielseitigkeit eines Kombis.“ Das wollen allerdings andere Modelle auch bieten. Zur Wahl stehen, wenn der Kadjar im Sommer auf den Markt kommt, zunächst drei Antriebsvarianten. Neben Allrad und dem klassischen Frontantrieb kommt eine sogenannte Extended-Grip-Variante, die den Fronttriebler über die optimierte Traktionskontrolle zusätzliche Traktion spendiert, was sich vor allem auf Schnee, Matsch und Sand bewähren soll.

Mit einer Länge von 4,45 Meter ist der Renault 7 Zentimeter länger als der Qashqai, ansonsten unterscheiden sich die Abmessungen nur minimal. Die Frontpartie mit dem dominanten Markenzeichen und einer Chromspange, die sich fast über die gesamte Breite erstreckt, nimmt die von Renault-Chefdesigner Laurens van den Ackers entwickelte neue Designsprache auf. Auch die gelungene Heckpartie zeigt sich selbstbewusst. Zusätzlich sparte die Kreativabteilung nicht mit typischen SUV-Designelementen wie wuchtigen Schutzleisten und großzügig dimensionierten Radhäusern. Zum fließenden Design tragen auch die Einbuchtungen an den Seiten bei, die der Linienführung eine dynamische Note geben. Die Bodenfreiheit von 19 Zentimetern und ein Unterfahrschutz vorne sowie am Heck qualifizieren den Kadjar auch für Ausflüge in leichtes Gelände – selbst wenn die meisten Zeitgenossen sich dies selbst und ihrem Fahrzeug wohl ersparen werden.

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Im Innenraum lässt sich die Rückbank im Verhältnis 60:40 teilen, wobei das als Option lieferbare Easybreak-System hilfreich sein wird. Die ebenfalls umlegbare Beifahrersitzlehne macht aus dem Crossover einen Transporter für die Einkäufe im schwedischen Möbelhaus oder für ein Surfbrett. Variabel ist auch der Kofferraum, der bis zu 472 Liter fasst.

Für den Vortrieb werden beim Kadjar Motoren aus dem Renault-Nissan-Regal sorgen, die bereits den Qashqai antreiben. Welche Aggregate tatsächlich unter die Haube kommen, wird aber erst bei der Vorstellung auf dem Genfer Automobilsalon bekanntgegeben. Das gilt auch für die Preise, die wahrscheinlich leicht über dem Qashqai-Niveau liegen werden, der bei knapp 20.000 Euro startet.

Neben dem Kadjar plant Renault laut Ghosn in diesem Jahr noch die Markteinführung des Espace-Nachfolgers und des neuen Laguna, der aber wahrscheinlich einen anderen Namen bekommen, sowie einen neuen Kleinwagen der Discount-Marke Dacia und einen Pick-up, der aber nicht auf den deutschen Markt rollen wird.

Autor: Walther Wuttke/SP-X

Renault Kadjar: Qashqai auf Französisch

Ab Mitte des Jahres will Renault mit dem neuen Kompakt-SUV Kadjar VW Tiguan und Co. Konkurrenz machen. Das Modell platziert sich zwischen dem Mini-Crossover Captur und dem rund 4,50 Meter langen Kompakt-SUV Koleos.

Technik und Antrieb des Kadjar stammen vom Bestseller Qashqai der Konzernschwester Nissan, dazu kommt eine eigenständige Karosserie im schwungvolleren Stil der französischen Marke. Der Name des Neuzugangs ist im vorderen Teil von den „Quad“ genannten kleinen Allrad-Fahrzeugen inspiriert, die Endung soll an die französischen Wörter „agile“ und „jailir“ („wendig“) erinnern.

Details sowie Fotos will der Hersteller erst Ende Januar veröffentlichen. Der Kadjar dürfte sich aber bei den Abmessungen eng am 4,37 Meter langen Qashqai orientieren und auch die gleichen Motoren nutzen. Demnach startet das Angebot bei einem 85 kW/115 PS starken Benziner, darüber werden wohl zwei Diesel mit 81 kW/110 PS und 96 kW/1130 PS rangieren. Als Top-Triebwerk könnte es einen 120 kW/163-PS-Benziner geben. Allradantrieb ist voraussichtlich optional für den stärkeren Selbstzünder zu haben. Preise sind noch nicht bekannt, aber auch dort dürfte der ab 20.000 Euro teure Nissan als Vorbild dienen.

Bislang ist Renault in der kompakten SUV-Klasse lediglich mit dem von Samsung in Korea gebauten Koleos vertreten. Das Modell konnte hierzulande aber nie richtig Fuß fassen, 2014 fanden sich lediglich 964 Käufer.

Autor: Holger Holzer/SP-X