Fahrbericht: Skoda Karoq – Wer zuletzt lacht…

„Heute kommst Du zuerst, morgen bin ich dann dran“. Man mag über Konzernstrategien denken, was man möchte, klar ist aber, dass der neue Skoda Karoq der Nachrücker im Feld der Kompakt-SUV im Volkswagen-Geflecht darstellt. So entwickelte Skoda nämlich den Seat Ateca, der dem Karoq nicht nur stark ähnelt, sondern auch lange vor ihm die Straßen dieser Welt erkunden durfte und ebenfalls auf dem MQB aufbaut. An anderer Stelle, mit dem Kodiaq, war Skoda wiederum zuerst dran: VW Tiguan Allspace und ein erwartetes, großes SUV aus Spanien ziehen nach. Fahrbericht des neuen Kompakt-SUVs der Tschechen.

Design – Der Skoda Karoq trägt das Familiengesicht

An vier Augen sollt Ihr ihn erkennen: Der Skoda Karoq trägt das neue Skoda-Familiengesicht

Vier Augen – was einst nahezu jede Mercedes-Benz-Baureihe charakterisierte – sind nun ein Stilelement von Skoda. Wobei sich die Frage auftut, was mit „nun“ gemeint ist. Skoda spricht davon, dass die SUVs der Modellpalette nicht nur einen ähnlichen Namen haben, die Rede ist von Karoq und Kodiaq, sondern auch optische Erkennungsmerkmale teilen. Eines davon soll das Vier-Augen-Gesicht sein. Nächste Frage: Das ist doch nicht neu?

Genau! Die erste Version des Skoda Yeti, den der Skoda Karoq beerbt, fuhr bereits mit einem ausdrucksstark-eigenständigen Vier-Augen-Gesicht vor. Zum Facelift legte das kleine SUV dieses jedoch ab, bis zunächst der Skoda Kodiaq wieder mit diesem Stilmittel aufwartete. Nach dem aufgefrischten Skoda Octavia trägt nun also auch der Karoq vier voneinander getrennte „Augen“. Dennoch wirkt das Design zurückhaltend und stößt nicht so auf, wie es 1996 bei der Mercedes E-Klasse W210 der Fall war. So hip und kultig, wie einst der erste Yeti ist die Gestaltung aber auch nicht.

Den „Don“ habe ich nicht gesehen. Bevor er kam, habe ich „Corleone“ dank 150 PS aber flugs verlassen

Dafür wirkt er angenehm geradlinig, ernst und damit zeitlos – ein Merkmal, das aktuell jedem Skoda zugeschrieben werden kann. Das zeigt sich im Falle des Skoda Karoq in seinen gestreckten Proportionen und findet durch die langgezogene Sicke unterhalb der Fensterlinie besondere Betonung. Außerdem verfügt das SUV über eine Kunststoffbeplankung rundum, die seinen vermeintlich robusten Charakter unterstützt. Wie robust der Karoq wirklich sein kann, zeigt sich an späterer Stelle.

Wie ähnlich er seinem Bruder, dem Seat Ateca ist, sieht man vor allem an seinen Flanken: Die Dachpartie, die schräg abfallende Heckklappe, der Verlauf der Dachsäulen – hier könnte auch ein spanisches SUV stehen. Dafür unterscheidet er sich an der Front durch seinen Markengrill und vor allem am Heck. Hier finden sich Skoda-typische LED-Rückleichten in C-Form sowie ein leicht geänderter Kennzeichenausschnitt.

Interieur – In allen Belangen ein Skoda

Hier sitzt alles an Ort und Stelle: Das Skoda Karoq Interieur ist aufgeräumt

Mittlerweile zieht sich ja so etwas wie ein roter Faden durch das Skoda-Programm: Gutes Aussehen, viele clevere Details und ein brauchbares Platzangebot – in allen Baureihen. Diesen Faden durchtrennt auch der neue Skoda Karoq nicht, besonders, was die Platzverhältnisse anbelangt. Hier fühlen sich vier Erwachsene wohl, wenn vorn nicht gerade Zwei-Meter-Männer sitzen. Dann wird es hinten eng – aber in welchem Fahrzeug ist das nicht so? Reisen also vier durchschnittlich große Passagiere, steht für alle genügend Bewegungsfreiheit parat. Das war auch schon im Yeti so, nur musste man sich bei ihm mit dem Gepäck einschränken. 405 Liter bot er nur, was sogar manch Kompakter schafft.

Hinten kann man es sich dank gutem Platzangebot, Klapptischen und Ablagen bequem machen

Der Skoda Karoq legt hier eine ordentliche Schippe drauf und lässt einem sogar die Wahl. Und zwar zwischen der Größe des Laderaums. Ordert man die VarioFlex-Rückbank stehen zwischen 479 und 1.810 Liter parat, die sich recht frei einteilen lassen. Zu verdanken ist dies der verschiebbaren und in der Lehnenneigung variablen Rückbank. Verzichtet man auf dieses Detail, bietet der Skoda Karoq mit 521 Liter zwar ein größeres Volumen mit voller Bestuhlung, ist mit 1.630 Litern im Maximalangebot aber etwas eingeschränkter.

Einschränkungen muss man bei der Bedienung hingegen kaum hinnehmen. Es stehen vier Systeme zur Wahl, von denen das größte bekanntermaßen auf den Namen Columbus hört und mit einem 9,2-Zoll-Display ausgestattet ist. Wie die anderen Geräte auch, lässt es sich gut bedienen und ist angenehm hoch installiert. Doch einen Punkt gibt es tatsächlich, der das 8-Zoll-Navigationssystem, das unter dem Columbus angesiedelt ist, empfehlenswert macht: Die Drehregler. Ja, es wird ewig auf diesem Thema rumgeritten, aber die Tasten für die Lautstärkeregelung sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Das 8-Zoll-System, das auf den Namen Amundsen hört, bringt zwei Drehregler mit, die sich blind bedienen lassen. Und genau darum geht es doch: Der Fokus des Fahrers liegt auf der Fahraufgabe und nicht beim Suchen der Lautstärkeregler.

Fahreindrücke – Wie auf Schienen

Wir sind beim Thema: Die Fahraufgabe. Wenn der Skoda Karoq – und der dazugehörige Geldbeutel – könnte, dann würde er ganz allein seines Weges ziehen. Ordert man allerlei Assistenten hinzu, kann der Karoq nahezu autonom fahren. Der Spurhalteassistent verrichtet seine Aufgabe ebenso gewissenhaft, wie der Stauassistent – sogar bis zum Stillstand. Natürlich ist es noch nicht so weit, dass man die Hände in den Schoss legen und das SUV einfach machen lassen kann. Daran erinnert der Tscheche auch gerne, sobald er bemerkt, dass man das Lenkrad zu lange nicht berührt hat. Nicht nur im Stadtverkehr unterstützt zudem der Front-Assist mit City-Notbremsfunktion während der Tote-Winkel-Warner stets weiß, was schräg hinter einem passiert.

Nicht nur auf der Straße, sondern auch abseits macht der Tscheche eine gute Figur

Alles schön und gut, aber wie fährt sich der Skoda Karoq denn? Völlig Problemlos! War gerade das Vor-Facelift-Modell des Skoda Yeti etwas steifbeinig unterwegs, hat sich der Karoq dieser Attitüde entledigt. Selbst mit den optionalen 18-Zoll-Felgen rollte das SUV gefühlvoll ab. Die Federn und Dämpfer arbeiten dabei angenehm nachgiebig, ohne es aber an Direktheit missen zu lassen – ein guter Kompromiss. Zusammen mit der gut abgestimmten Lenkung kann man Kurven zügig und präzise durchfahren, ohne gleich das Gefühl eines Sportwagens oder gar Nervosität zu verspüren.

Bei den Motoren standen sowohl die Selbstzünder, wie auch die Otto-Motoren zur Wahl. Letztere dienten als Testgerät und überzeugten durchweg. Zunächst zeigte sich der 1.5 TSI mit 150 PS und Frontantrieb von seiner besten Seite. Das Vierzylinder-Aggregat gefällt mit nachdrücklichen Fahrleistungen und beschleunigt in 8,7 Sekunden auf 100 km/h. Schluss mit dem Vortrieb ist bei 206 km/h – was für ein Kompakt-SUV allemal genügen dürfte. Dabei gibt sich der Turbo-Motor sehr homogen, lässt kaum ein systembedingtes Leistungsloch erkennen. Etwas Zeit lässt sich hingegen das 7-Gang-DSG, dass etwas verzögert auf spontane Gaspedal-Kommandos reagiert. Ist der Wunsch nach Vortrieb erst einmal angenommen, verrichtet es Dienst nach Vorschrift: Die Schaltvorgänge erfolgen ohne Zugkraftunterbrechung und unmerklich.

Üble Pfade sind indes nichts für den Skoda Karoq – erst recht nicht, wenn man mit reinem Frontantrieb fährt

Neben dem aktuellen Top-Benziner stand aber auch das Einstiegsaggregat bereit. Der 1.0 TSI greift auf gerade einmal 999 ccm aus drei Brennräumen zurück. Das Output ist mit 115 PS auf dem Papier zwar recht bescheiden, in der Realität reicht der Basismotor aber vollkommen aus. Man muss sich nur auf ihn einlassen: Turbo-untypisch mag der 1.0 TSI Drehzahl und kann dann richtig Spaß machen. Optional steht er ebenfalls mit einem 7-Gang-DSG bereit, die gefahrene 6-Gang-Handschaltung bereitet aber Spaß, lässt sie sich angenehm knackig bedienen. Zudem passen die Anschlüsse gut zum hubraum-schwachen Aggregat. Außerdem sind die Fahrleistungen völlig befriedigend: Auf 100 km/h geht es in 10,6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 187 Stundenkilometer. Natürlich geht es immer besser, braucht man im Alltag aber mehr? Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Yeti mit seinem 1.4 TSI – und einem Zylinder mehr – dieselben Fahrleistungen hervorgebracht hat.

Und abseits befestigter Wege? Jemand, der häufig durch grobes Gelände fährt, sollte sich vielleicht anderweitig umsehen. Für den milden Einsatz bringt der Skoda Karoq aber genügend Potential mit – sogar mit reinem Frontantrieb. Auf den sandig-felsigen Nebenstraßen Siziliens, über Olivenhaine und Weinberge gefahren, stieß der Frontantrieb zwar ab und an an seine Grenzen, schaffte es aber dennoch durch fiese Furchen. Mit dem optionalen Allradantrieb wäre man hier dennoch – zumindest psychologisch – besser beraten. Dennoch: Primär für den Betrieb auf der Straße ausgerichtet, muss der Skoda Karoq auf Feldwegen kaum federn lassen.

Spiel, Satz und Sieg für den Skoda Karoq

Einer, für alle Gelegenheiten: Der Skoda Karoq überzeugt rundum

Wer – wie ich – Yeti-Fahrer ist, wird beim Skoda Karoq vielleicht etwas gestutzt haben. Der Wegfall des „coolen“ Namens, der Größenzuwachs, das wenig mutige Design? Und was kommt am Ende dabei heraus? Ein sehr erwachsenes SUV, das mit seinem klaren Design lieber die Zeitlosigkeit zitiert, als zu polarisieren. Zumal der Größenzuwachs gegenüber dem Yeti viele Vorteile mit sich bringt. Und auch beim Fahren ist der Skoda Karoq ein echter Skoda: Ruhig, dynamisch, leise. So siegt der Karoq natürlich überlegen gegen seinen Vorgänger. Nur preislich legt das neue Familienmitglied eine gute Hausnummer zu. Begann der Yeti bei rund 19.000 Euro, muss man für den Skoda Karoq mindestens 24.290 Euro berappen. Dann bekommt man allerdings die sehr empfehlenswerte Ambition-Ausstattung. Im kommenden Jahr wird das neue SUV um eine günstigere Basis ergänzt.

 

Test: Seat Ateca

Seit Mitte letzten Jahres präsentiert sich der spanische Ableger der Volkswagengruppe Seat im viel umkämpften SUV Markt mit dem Ateca. Damit wollen die Spanier eine Lücke in ihrem attraktiven Portfolio schließen. Der anfängliche Run auf das Pendant zum Tiguan schlägt seit seiner Markteinführung mit über 7.000 Einheiten in Deutschland zu Buche. Dass der erste SUV aus dem Hause Seat mehr zu bieten hat als nur ein „üppiges“ Platzangebot, demonstrieren die Verantwortlichen immer und immer wieder und nutzen ihn dabei als Technologieträger. Fahrerassistenzsysteme mit Sicherheits- und Komfort relevanten Schwerpunkten und sein individuelles „Seat Drive Profile“ sind dabei die Highlights. Kombiniert mit dem stärksten Diesel und einem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe ist der Seat Ateca XCELLENCE 2.0 TDI „4Drive“ ab einem Listenpreis von 36.000 Euro beim Seat Händler bestellbar.

Testbericht: Seat Ateca XCELLENCE 2.0 TDI 4Drive

Der Spanier für alle Fälle
Der Spanier hat sich fein gemacht für die Bankenwelt.

Der Ateca ist das, was man gemeinhin unter einem Kompakt-SUV versteht. Seinen Namen bezieht er ganz nach der spanischen Tradition aus der Geographie. Die Gemeinde Ateca liegt in der Provinz Saragossa im Zentrum der iberischen Halbinsel. Das ansprechende Äußere zeigt das Fahrzeug in einem sportlich eleganten Look der Seat Familie gepaart mit einem großen Grill und aggressiv wirkenden LED-Scheinwerfern. Allein diese beiden Komponenten lassen den Wagen von vorn breit und selbstbewusst auf der Straße stehen. Die Scheinwerfer bilden zudem den Anfang einer Sicke, die Vorder- und Hinterwagen miteinander verbindet. Am Heck endet diese Sicke wiederum an den Heckleuchten. Auch hier gibt uns das Gesamtbild wieder eine selbstbewußte Note. Bei unserer 14-tägigen Testfahrt mit dem XCELLENCE 2.0 TDI „4Drive“ mit 140 kW (190 PS) bemerken wir schnell, dass der Ateca Unebenheiten des urbanen Verkehrs gut wegsteckt, insgesamt sehr stabil wirkt und ein komfortables Fahrverhalten bietet. Die erhöhte Bodenfreiheit qualifiziert ihn aber genauso für Fahrten auf Feldwegen und Schotterpisten. Zu guter Letzt meistert er die von uns gefahrenen Autobahnstrecken komfortabel, bequem und verschafft uns so ein Rundum-Sorglos-Gefühl.

Im Gelände ein Allrounder.

„SEAT Drive Profile“ macht es einfacher

Der vom Hersteller angegebene Normverbrauch von 5,3 Litern auf 100 Kilometern ist in der Praxis nicht ganz zu schaffen. Unser Testwagen verlangt gut einen Liter mehr. Das ist aber dennoch ein bemerkenswert guter Wert für ein Fahrzeug wie den Ateca. Im Gelände, das der Spanier im Falles eines Falles nicht meiden muss, ist der Verbrauch allerdings etwas höher. Der 2.0 TDI liefert immerhin kräftige 400 Newtonmeter Drehmoment bei 1.900 – 3.300 Umdrehungen pro Minute. Die Kraft des 190 PS starken Motors lässt den ca. 1,6 Tonnen schweren Wagen in 7,5 Sekunden von null auf 100 km/h beschleunigen. In der Spitze sind bis zu 212 km/h drin, was einem guten Eckwert bei seiner Aerodynamik entspricht. Das unaufgeregt übersetzte automatische Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe ermöglicht dynamisches Fahren ohne Schaltlöcher zu bemerken. Unterstütz wird diese Dynamik des sowohl als Fronttriebler als auch als Allrad angetriebene SUV durch das von Seat entwickelte System „SEAT Drive Profile“. Zusätzlich zum permanenten Allradantrieb kann der Fahrer zwischen sechs verschiedene Modi wählen. In der Mittelkonsole sitzt ein runder Stellknopf, der neben den Einstellungen „Normal“, „Sport“ und „ECO“ die Optionen „Snow“, „Off-road“ und  „Hill Descent“ zur Verfügung stellt. Letztere sorgt dafür, dass jeder Anstieg ohne fahrerische Anstrengung absolviert werden kann. Durch die Unterstützung des Antriebskontrollsystems XDS erhält jedes Rad die erforderliche Leistung, um das Fahrzeug gleichmäßig in Bewegung zu halten. Während der dafür vorgesehenen Präsentation von Seat bei Innsbruck vor ein paar Wochen fuhren wir hierfür per „Snow“-Modus einen 200 Meter langen Hang mit ordentlich Schwung am Gaspedal hinauf. Dort angelangt, stellten wir die „Hill Descent Control“-Funktion ein. Der Wagen manövrierte sich selbst. Unterstützt durch die eine oder andere Lenkbewegung unsererseits sowie das selbstständige Abbremsen des Fahrzeuges kamen wir wohlbehalten im Tal an. Die Tests im Schnee zeigten uns, dass der Seat Ateca absolut für jede Art der Fahrbahnbeschaffenheit gerüstet ist und selbst dem ungeübten Fahrer eine gewisse Sicherheit vermittelt.

.2.0 Liter TDI mit 400 Newton Power.

Mit viel Komfort im Innenraum

Im Innenraum finden bei einer Gesamt-Fahrzeuglänge von 4,36 Metern fünf Personen bequem Platz. Bei Material- und Verarbeitungsqualität legt Seat ohnehin sehr viel Wert auf einen hohen Standard und so überzeugt auch der Ateca in diesen Punkten. Das Cockpit ist klar strukturiert und mit dem bereits bekannten Media-System „Plus“ (8-Zoll-Farb-Display, USB- und AUX-in-Schnittstelle, Bluetooth®-Schnittstelle mit integrierter Freisprechanlage und Audio-Streaming, Sprachsteuerung, 8 Lautsprecher) als Blickfang und Schaltzentrale ausgerüstet. Das optional erhältliche Panorama-Glasschiebehubdach, das ab der Ausstattungslinie „Style“ für 1.120 Euro angeboten wird, lässt den Ateca größer erscheinen und bringt ein gewisses Wohlfühl Gefühl. Dieses Panorama-Dach bietet nicht nur Fahrer- und Beifahrer sondern auch den Passagieren im Fond einen freien Blick. Beim Kofferraumvolumen hat Seat nicht gespart und offeriert gleich die „Best-in-Class“-Werte. So bietet das Fahrzeug Platz für die ganze Familie und zusätzlich einen Kofferraum von 485 Litern (4Drive). Bei umgeklappter Bestuhlung sogar 1.579 Liter (4Drive).

Von Navigation bis Rückfahrkamera

Gut bestückt mit Fahrerassistenzsystemen

Mit den drei Ausstattungslinien „Reference“, „Style“ und „Xcellence“ gibt uns der Autobauer aus Spanien ausreichend Optionen für jeden Geschmack. Bereits die Basisausstattung „Reference“ umfasst eine Klimaanlage mit Pollenfilter, elektrische Fensterheber vorn und hinten, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, Müdigkeitserkennung und Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion, Berganfahrassist und Elektronische Parkbremse inkl. Auto-Hold-Funktion. Serie in der Ausstattungslinie „Xcellence“ sind unter anderem eine Rückfahrkamera und das schlüssellose Schließ- und Startsystem „Kessy“. Insgesamt fünf Sicherheits-Optionspakete runden das Angebot des Ateca ab. Das aufwendigste Paket listet mit dem Paket V ab 965 Euro: Stauassistent und Notfallassistent, Fernlichtassistent, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Automatische Distanzregelung ACC (bis 210 km/h), Toter Winkel Assistent und Ausparkassistent.

Erster SUV der Spanier.

Fazit: Auf Anhieb ein gelungenes SUV. Der Spanier kommt spät, aber doch gewaltig. Raumangebot, Nutzen und hohe Fahrdynamik verbindet der Ateca mit einer souveränen Leichtigkeit.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Seat

Ateca 2.0 TDI 4Drive

Motor R4, Diesel
Hubraum 1.968 ccm³
Leistung 190 PS @ 3.500 – 4.000 U/min
Kraft 400  Nm @ 1.900 – 3.300 U/min
Getriebe 7-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsachse Allradantrieb

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.363, 1.841, 1.625   mm
Radstand 2.630 mm
Leergewicht 1.589 kg
Wendekreis 10,8 m
Höchstgeschwindigkeit 212 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 7,5 sec
Normverbrauch 5.3 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 5.8 l / 100 km
Öko-Experte 5.2 l / 100 km
Außendienst-Modus 6.0 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (SEAT Deutschland GmbH) – Beitragsbild: Hersteller (SEAT Deutschland GmbH)[/notification]

[/toggle]

Seat Ateca – Für den sportlichen Fahrer

Seat ergänzt die Ausstattungs-Liste des Ateca um die sportliche FR-Variante. Neben „Reference“, „Style“ und „Xcellence“ können Kunden nun zwischen vier Varianten des spanischen SUV wählen.

Die Felgen sind 18 Zoll groß

Das FR-Paket unterscheidet sich nicht nur optisch, sondern auch technisch von den weniger sportlich angehauchten Brüdern. Anders als bei den restlichen Ausstattungs-Varianten setzt Seat beim FR die Dachreling und die Fensterrahmen schwarz ab. Der Kühlergrill erhält ein eigenständiges Design in Glanz-Schwarz und die Unterseite der neu gestalteten Stoßfänger sowie die Radläufe werden in Karosseriefarbe lackiert. Außerdem erhalten die Nebelscheinwerfer einen neuen Look. Am Heck gibt es darüber hinaus schwarze Seitenspoiler und einen kleinen Flügel. 18-Zoll-Leichtmetallräder mit einer 245/40-R18-Bereifung runden das Bild ab.

Am Heck gibt es einen neuen Stoßfänger

Im Innenraum fällt der Blick auf Alu-Einstiegsleisten mit FR-Logo. Auch die Pedale sind aus dem leichten Metall gefertigt. Weitere FR-Logos lassen sich auf dem Leder-Sportlenkrad finden. Die Sport-Komfortsitze sind im Serienumfang enthalten und mit Alcantara bezogen. Optional sind auch Ledersitze erhältlich. Rote Nähte verleihen Lenkrad, Sitzen und Schaltknauf eine sportliche Optik. Dachhimmel und Türverkleidung sind schwarz gehalten, auf den Türen gib es eine spezielle FR-Oberfläche.

Im Innenraum gibt es von Haus aus Alcantara-Sitze

Ein 2,0-Liter-TFSI mit 140 kW/190 PS stellt ab sofort das Top-Aggregat unter den Benzinern dar. Die bekannten Dieselmotoren mit bis zu 140 kW/190 PS sind weiterhin im Angebot. Allradantrieb, dynamische Dämpferverstellung und eine progressive Lenkung stehen wie das DSG-Getriebe auch im FR zur Auswahl. (Max Friedhoff/SP-X)

Erste Fahrt: Der neue Seat Ateca 4Drive

Der spanische Ableger der Volkswagengruppe demonstriert seine Stellung im Konzern mit mehr als 93.000 verkauften Einheiten im letzten Jahr, wobei beim Bestellaufkommen die sechsstellige Marke geknackt wurde. Dazu beigetragen mit 6.900 Einheiten hat seit Mitte 2016 der neue Ateca, mit dem Seat eine Lücke in seinem Portfolio schließt. Die Spanier werden nicht müde. ihren „Verkaufsschlager“ häppchenweise vorzustellen. Dabei hat der erste SUV aus dem Haus Seat einiges mehr zu bieten als „nur“ ausreichend Platz. Seats Ingenieure nutzen ihren SUV als Technologieträger. Ausgestattet mit diversen Fahrerassistenzsystemen, die sowohl der Sicherheit als auch dem Komfort dienen, startet der Ateca nun auch mit den „4Drive Antriebskontrolleinstellungen“ durch. Eingebunden sind weitere Fahrprofile wie „Schnee“ und „Off-road“. Ab sofort bestellbar stehen die neuen Features im neuen Ateca beim Händler zum Einstiegspreis von 26.970 Euro (1.4 EcoTSI 4Drive) zur Verfügung.

Der neue Seat Ateca 4Drive im ersten Off-road Fahrbericht

Spurt mit Allrad auch im Schnee

Entgegen dem Trend einiger Automobilhersteller, ihre Fahrzeuge mit Namen aus einer Kombination von Buchstaben und Zahlen zu betiteln, bleibt der spanische Autohersteller seiner Tradition treu. Seinen Namen bekam der Ateca in guter Seat-Manier aus der spanischen Geographie: Die Gemeinde Ateca liegt in der Provinz Saragossa im Zentrum der iberischen Halbinsel. Seit seiner Markteinführung überzeugt der SUV mit seiner äußeren Erscheinung. Seine Designer gaben ihm dafür einen großen Grill und aggressiv wirkende LED-Scheinwerfer. Allein diese beiden Komponenten lassen den Wagen von vorn breit und selbstbewusst auf der Straße stehen. Die Scheinwerfer bilden zudem den Anfang einer Sicke, die Vorder- und Hinterwagen miteinander verbindet. Am Heck endet diese Sicke wiederum an den Heckleuchten. Auch hier gibt uns das Gesamtbild wieder eine souveräne Note. Zur heutigen Vorstellung möchte Seat aber generell auf die Fahreigenschaften mit seinen unterschiedlichen Fahrprofilen aufmerksam machen, den 4Drive Antriebskontrolleinstellungen „Snow“ und „Off-road“. Zusätzlich steht noch die Hill Descent Control Funktion zur Verfügung, die dafür sorgt, dass jeder Anstieg ohne fahrerische Anstrengung absolviert werden kann. Durch die Unterstützung des Antriebskontrollsystems XDS erhält jedes Rad die erforderliche Leistung, um das Fahrzeug gleichmäßig in Bewegung zu halten. Für diese Tests lud Seat ins Hinterland von Innsbruck ein. Auf verschneiten Steilhängen und präparierten Pisten erfuhren wir das Können des spanischen SUV in verschiedenen Workshops.

Gerüstet für den Schnee mit dem 4Drive Antrieb.

Spitzenperformance im Schnee

Zunächst ging es in geführter Kolonne den nächsten Berg hinauf. Schmale verschneite Wege sind für den Ateca im „Snow“-Modus scheinbar  keine Herausforderung. Mühelos zieht der SUV den Berg hinauf und auch wieder hinunter. Passagen mit tieferem Neuschnee durchwühlt der Ateca mit einem kurzen „Kick-Down“ am Gaspedal. Der Wagen schiebt sich wie von selbst wieder zurück in die Spur. Im „Base-Camp“ angekommen, schickt uns der nächste Instruktor zum sogenannte „Drift-Workshop“. Auf einer riesigen Fläche mit weit auseinander gestellten Pylonentoren werden wir gebeten, beide Modi (Snow und Off-road) auszuprobieren. Immer wieder spielen wir sowohl mit der Gasannahme als auch dem Gegenlenken. Nach zwei Runden verleiht uns das Fahren mit dem Ateca eine gewisse Routine, die uns zielsicher durch den Parcours bringt. Am dritten und letzten Workshop soll uns der SUV aus Spanien zeigen, wie leicht es uns das Fahrzeug macht, einen Abhang sowohl rauf als auch hinunter zu fahren. Nichts leichter als das: rauf geht es im „Snow“-Modus mit ordentlich Schwung am Gaspedal. Über eine ungefähre Strecke von 200 Metern schießt der Ateca sicher nach oben. Dort angelangt, stellen wir die „Hill Descent Control“-Funktion ein. Der Wagen manövriert sich nun selbst. Unterstützt durch die eine oder andere Lenkbewegung unsererseits sowie dem selbstständigen Abbremsen des Fahrzeuges kommen wir wohlbehalten im Tal an. Unsere Tests im Schnee zeigen uns, dass der Seat Ateca absolut für jede Art der Fahrbahnbeschaffenheit gerüstet ist und selbst dem ungeübten Fahrer eine gewisse Sicherheit vermittelt.

Ob auf der Fahrt in die Berge, der Drift Challenge oder der Pisten Auf- und Abfahrt. Es gibt nur Lösungen für den Ateca.

Innenraum mit gutem Ambiente

Der von uns getestete Ateca Xcellence 2.0 TDI 4Drive mit Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe besticht nicht nur auf den Extremfahrten im Gebirge und den Workshops. Auf der Fahrt vom Flughafen Innsbruck zur Eventlocation legen wir einige Kilometer auf der Landstraße und Autobahn zurück, die mit viel Komfort wie dem gut abgestimmten Fahrwerk und den Fahrerassistenzsystemen wie der Adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage gemeistert werden. Das optional erhältliche Panorama-Glasschiebehubdach, das ab der Ausstattungslinie „Style“ für 1.120 Euro angeboten wird, lässt den Ateca nochmals größer erscheinen und bringt ein gewisses Wohlgefühl. Dieses Panorama-Dach bietet somit nicht nur dem Fahrer- und Beifahrer, sondern auch den Passagieren im Fond einen freien Blick. Beim Kofferraumvolumen hat Seat auch nicht gespart und offeriert gleich die „Best-in-Class“-Werte. So bietet das Fahrzeug Platz für die ganze Familie und zusätzlich einen Kofferraum von 485 Litern (4Drive). Bei umgeklappter Bestuhlung sogar 1.579 Liter (4Drive).

Innenraum mit angenehmen Ambiente.

Motorleistung mit reichlich Drehmoment

Die Motorisierungen beim neuen Ateca sind recht übersichtlich. So bietet Seat seinen Kunden außer den beiden Diesel Aggregaten zwei Benziner mit jeweils einer Leistungsstufe. Es performen im Benzinbereich ein 1.0 TSI Ecomotive mit 85 kW (115 PS) und ein 1.4 Eco TSI mit 110 kW (150 PS). Der größere Benziner ist mit der mittleren Ausstattung „Style“ auch im 4Drive-Modus erhältlich. Wird die 1.0 Liter Variante nur mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe präsentiert, so kann die 1.4 Eco TSI Motorisierung sowohl mit einem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden als auch im 4Drive Modus mit einem Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe. Das von uns getestete Diesel Aggregat ist in zwei Leistungsstufen und dem 4Drive Modus zu bestellen. Den Diesel Einstieg bildet ein 1.6 Liter TDI Ecomotive mit 85 kW (115 PS) Motor, der bei einem Drehmoment von 250 Newtonmeter bei 1.500 – 3.250 Umdrehungen bereits ordentliche Kennzahlen liefert. Das Diesel Aggregat mit einem Hubraum von 2.0 Liter und einer Leistungsstufe von 110 kW (150 PS) und 140 kW (190 PS) überzeugt gerade durch das gesteigertes Drehmoment. Kommen beim 150 PS-Motor 340 Newtonmeter bei 1.750 – 3.000 Umdrehungen auf die Straße, schiebt der 190 PS-Motor mit guten 400 Newtonmeter bei 1.750 – 3.250 Umdrehungen nach vorn. Hier lässt Seat allerdings nur eine Kombination mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe und einem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe zu.

2.0 Liter Diesel mit starkem Drehmoment.

Üppige Sicherheitsausstattung on board

Mit den drei Ausstattungslinien „Reference“, „Style“ und „Xcellence“ gibt uns der Autobauer aus Spanien ausreichend Optionen für jeden Geschmack. Bereits die Basisausstattung „Reference“ umfasst eine Klimaanlage mit Pollenfilter, elektrische Fensterheber vorn und hinten, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, Müdigkeitserkennung und Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ mit City-Notbremsfunktion, Berganfahrassist und Elektronische Parkbremse inkl. Auto-Hold-Funktion. Insgesamt fünf Sicherheits-Optionspakete runden das Angebot des Ateca ab. Das aufwendigste Paket listet mit dem Paket V ab 965 Euro: Stauassistent und Notfallassistent, Fernlichtassistent, Spurhalteassistent, Verkehrszeichenerkennung, Automatische Distanzregelung ACC (bis 210 km/h), Toter Winkel Assistent und Ausparkassistent.

Der Seat Ateca kann einer Fahrt in den Schnee entspannt entgegen sehen.

Fazit: Mit dem Ateca schafft Seat den Einstieg in das Segment der SUV mit einer gewissen Leichtigkeit. Die Kombination zwischen komfortablen Familienfahrzeug mit großzügigem Raumangebot und Fahrzeug mit hoher Fahrdynamik in allen Lagen ist geglückt.

Seat Ateca Kolonne in den Bergen.

Der Seat Ateca beweist sein „Stehvermögen“ auch im Schnee und ist nicht nur als Familienfahrzeug eine gute Wahl beim Neukauf. Dem Einsatz im Gelände steht nichts entgegen.

Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Rolf Klatt Fotografie

Seat Ateca – Abgasprobleme sorgen für Lieferstopp

Wegen Problemen mit der Abgasreinigung muss Seat den Produktionsstart für eine Dieselvariante des Kompakt-SUV Ateca verschieben. Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung „berichtete, ist das besonders beliebte Frontantriebsmodell mit zwei Litern Hubraum und 110 kW/150 PS von der Verzögerung betroffen; der Hersteller hat es bereits vorläufig von der Liste bestellbarer Modellvarianten gestrichen.

Seat will den Ateca 2.0 TDI entgegen den ursprünglichen Plänen nun doch mit einem SCR-Katalysator ausrüsten, der den Stickoxidausstoß (NOx) deutlich mindert. Wann die Auslieferung des modifizierten Fahrzeugs startet, sagt das Unternehmen noch nicht. Kunden, die das entsprechende Modell bereits bestellt haben, soll die Möglichkeit zum Wechsel auf eine andere Variante gegeben werden. Darüber hinaus will Seat ihnen „ein Mobilitätsangebot“ machen, bis der neue Ateca ausgeliefert wird.

Zur Art der Abgasprobleme äußert sich Seat nicht. Da nun aber mit einem NOx-Minderungssystem nachgebessert wird, dürfte das Kompakt-SUV wohl an den Grenzwerten dieses Schadstoffs gescheitert sein. Das gleiche Gas war auch Auslöser des Volkswagen-Skandals. Andere Ausführungen des Ateca sind offenbar nicht betroffen. Bei der Allradvariante mit gleichem Motor beispielsweise kam von vornherein ein SCR-Katalysator zum Einsatz, während das 2WD-Modell mit dem weniger leistungsfähigen NOx-Speicherkat Vorlieb nehmen musste. Ob der Preis für den Frontantriebs-Diesel angesichts der nun nötigen aufwendigeren Technik steigt, ist noch nicht klar. Zuletzt kostete das Modell 27.560 Euro, die Allradausführung mit SCR-Technik kommt auf 29.410 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

Seat Ateca – Der Torero unter den SUV

Alle Scheiben sind mit blickdichter Folie verklebt, erlauben keinen Sichtkontakt nach draußen. Es ist ein ungewohnt mulmiges Gefühl hinterm Lenkrad, so gar nichts wahrzunehmen von der Welt rund ums Auto. Die Aufgabe; Mit dem Seat Ateca ein paar hundert Meter zu fahren, dabei einige Gummihütchen zu umrunden und den neuen SUV schließlich wieder rückwärts in eine enge Parklücke dirigieren. Das alles nur mit Hilfe des 8-Zoll-Farbmonitors im Zentrum des Armaturenbretts, auf dem Kamerabilder wie in einem Videospiel ablaufen. So etwa muss sich Captain Kirk gefühlt haben, wenn er per Fernbedienung eine Raumfähre an die „Enterprise“ angedockt.

Zudem ordnet sich der Ateca perfekt in die SUV-Offensive des VW-Konzerns ein. Er ist der kürzeste, gefolgt vom VW Tiguan und dem kommenden Skoda Kodiac
Zudem ordnet sich der Ateca perfekt in die SUV-Offensive des VW-Konzerns ein. Er ist der kürzeste, gefolgt vom VW Tiguan und dem kommenden Skoda Kodiac

Eine nette Idee von Seat, die Fähigkeiten des neuen Ateca, der ab 19.990 Euro zu haben ist, zu demonstrieren. Leider aber ist die 360-Grad-Ansicht, die aus den Bildern von vier Kameras zusammengesetzt ist, nur in der teuersten Ausstattungsvariante zu haben, für die dann mindestens 27.600 Euro fällig sind. Trotzdem spricht der deutsche Seat-Statthalter von der „Demokratisierung der Technik“, wenn er das Paket an lieferbaren Feinheiten beschreibt. Bernhard Bauer: „Der Ateca ist das fortschrittlichste SUV in der Kompaktklasse“. Denn neben dem virtuellen Blick aus der Vogelperspektive aufs Auto stehen auch Stauassistent, halbautomatisches Einparken, Abstandsradar, Spurhalte- und Toter-Winkel-Warner und vieles mehr in der Preisliste. Viele der elektronischen Helfer waren bislang eher teureren Modellen der Premium-Hersteller vorbehalten.

Wichtiger noch ist die Wohlfühlatmosphäre dank angenehmer Möblierung des Innenraums, dem guten Platzangebot auf allen fünf Sitzen und dem für die an sich bescheidene Länge von 4,36 Metern großzügigen Laderaum
Wichtiger noch ist die Wohlfühlatmosphäre dank angenehmer Möblierung des Innenraums, dem guten Platzangebot auf allen fünf Sitzen und dem für die an sich bescheidene Länge von 4,36 Metern großzügigen Laderaum

Nun mischt also auch die spanische VW-Tochter Seat in der weltweit so begehrten SUV-Klasse mit. Die gefällige Form, schon bei der Premiere im Frühjahr in Genf ausführlich gelobt, verzichtet auf die anderswo übliche gestalterische Aggressivität, die sich meist in martialischen Frontpartien äußert. Der Ateca mischt Eleganz mit glatter Bravheit, ohne dabei zum Langweiler zu werden. Mehr großer Kombi als Geländemonster, mehr Familienfreund als Naturbursche fürs Grobe. Auch wenn er es dem künftigen Nutzer erlaubt, zuweilen die Sicherheit fester Straßen hinter sich zu lassen. Im Gelände ist er nicht verloren, solange er nicht über Hindernisse krabbeln oder durch allzu tiefes Wasser waten muss. „Wir rechnen damit, dass sich ein Drittel der Kunden für den Allradantrieb entscheiden werden“, prophezeit Bauer. Die Mithilfe der Hinterachse kostet je nach Version rund 1.900 Euro extra.

Im Test-Ateca lockte zwar der 140 kW/190 PS starke Zweiliter-Diesel, der dem Spitzenmodell vorbehalten ist. Die meisten Kunden werden sich aber mit dem gleichgroßen Triebwerk bescheiden, das sich mit 110 kW/150 PS begnügt. Der Motor ist aus anderen Modellen des Wolfsburger Konzerns wohl bekannt. Er begnügt sich laut heftig umstrittener Norm mit 4,3 Litern auf 100 Kilometer. Wer denn will, kann auf der Autobahn die 200er-Marke knacken oder aber dank dieseltypischer Durchzugkraft gelassen durch die Lande cruisen. Fahrspaß bringt beides.

Mit dem Ateca bringt die spanische VW-Tochter Seat endlich auch ein SUV. In zwei Monaten wurde er in Deutschland schon 11.000 Mal bestellt
Mit dem Ateca bringt die spanische VW-Tochter Seat endlich auch ein SUV. In zwei Monaten wurde er in Deutschland schon 11.000 Mal bestellt

Wichtiger noch ist die Wohlfühlatmosphäre dank angenehmer Möblierung des Innenraums, dem guten Platzangebot auf allen fünf Sitzen und dem für die an sich bescheidene Länge von 4,36 Metern großzügigen Laderaum. Hinzu kommen Annehmlichkeiten wie das Koppeln von Auto und Smartphone, bei dem die vertraute Oberfläche zum Beispiel des iPhones auf den Bildschirm gespiegelt werden kann. Für gute Sicht – natürlich bei nicht verklebten Scheiben – sorgt auf Wunsch die Voll-LED-Technik der Scheinwerfer. Praktisch die ausfahrbare Anhängerkupplung, das Öffnen und Schließen der elektrisch betriebenen Hecktür mittels Fußwackeln unter der Stoßstange oder die Verkehrszeichenerkennung.

In Summe ein gelungener Einstieg des Spaniers in eine Fahrzeugklasse, die derzeit alle Verkaufsrekorde bricht. Zudem ordnet sich der Ateca perfekt in die SUV-Offensive des VW-Konzerns ein. Er ist der kürzeste, gefolgt vom VW Tiguan und dem kommenden Skoda Kodiac. Der Erfolg scheint programmiert. In nur zwei Monaten wurden 11.000 Ateca bestellt. „Wir sind für dieses Jahr praktisch ausverkauft“, räumt Geschäftsführer Bauer ein. Im nächsten Jahr sollen rund 20.000 Ateca alleine in Deutschland verkauft werden. Und dann bekommt der Neuling noch ein kleines Brüderchen. Als erste Marke des Konzerns darf sich Seat dann in der Mini-Klasse unter den SUV tummeln und zum Beispiel einen Opel Mokka attackieren.
(Peter Maahn/SP-X)

News: Preise Seat Ateca – Einstieg unter 20.000 Euro

Seat bringt sein erstes SUV zu einem günstigen Einstiegspreis auf den Markt: 19.990 Euro kostet der 4,36 Meter lange Ateca mindestens, dann mit dem 1,0-Liter-Dreizylinderbenziner mit 85 kW/115 PS. Für den Preis ist die Ausstattung durchaus üppig: Immer an Bord sind unter anderem Klimaanlage, City-Notbremssystem, Berganfahrassistent und Audio-System mit USB-Schnittstelle. In der Basisausstattung ist auch der 1,6-Liter-Diesel (85 kW/115 PS) erhältlich, zum Preis von 23.190 Euro.

Darüber hinaus stehen ab der zweiten Ausstattungsstufe (u.a. mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern, Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, Tempomat, Einparkhilfe hinten) zwei weitere Motoren zur Wahl, der 1,4-Liter-Benziner mit 110 kW/150 PS (ab 24.700 Euro) und der gleichstarke 2,0-Liter-Diesel (ab 27.560 Euro). Sie können mit auf Wunsch mit 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe bestellt werden, zudem gibt es die Option auf Allradantrieb. Der Top-Diesel mit 140 kW/190 PS ist immer mit Allrad und DSG kombiniert (ab 35.580 Euro).

Auf dem Papier sparsamster Motor ist der kleinste Diesel. Er verbraucht 4,3 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer. Der Dreizylinder-Benziner liegt bei 5,2 Liter Normverbrauch.

News: Seat Ateca – Spaniens erstes SUV

Zuschauen, wie andere sich die dicken Stücke vom SUV-Kuchen abschneiden? Geht gar nicht, sagte man sich bei Seat. Schließlich passe so ein cooles Gefährt bestens zur Marke. Nun ist es so weit. In ihrer Lifestyle-City Barcelona präsentierte die spanische VW-Tochter jüngst ihr erstes SUV, genannt Ateca. Auf dem Genfer Autosalon wird der kompakte Crossover seine Messe-Premiere haben, im Sommer soll er in den Verkauf gehen.

„Mit dem Ateca zielen wir vor allem auf Modelle wie den Nissan Qashqai“, sagt Ulrich Selzer, zuständig für den weltweiten Vertrieb. Entsprechend niedrig ist der Einstiegspreis. Auch wenn Seat offiziell noch nichts verlautbaren lässt, bei kurz unter 20.000 Euro dürfte es losgehen. Eine Kampfansage. Seat kann hier bewusst knapp kalkulieren, schließlich musste man die sündhaft teuren Entwicklungskosten nicht alleine stemmen. Vieles stammt aus dem Konzernregal von der Mutter in Wolfsburg. Hauptsächlich sind dies das Chassis und die gesamte Antriebsarchitektur. Das knackige Kleid hingegen könnte spanischer gar nicht sein, erinnert in der Linienführung an den hauseigenen Léon.Als Besonderheit ließ man sich LED-Tagfahrleuchten einfallen, die auch gleichzeitig die Blinkerfunktion übernehmen. Und als sogenanntes „Welcome-Light“, schickt ein Lichtspot unter dem Außenspiegel Signatur und Namen des Autos auf den Straßenbelag, sobald man die Türen entriegelt hat.

Seat präsentierte jüngst ihr erstes SUV, genannt Ateca.
Seat präsentierte jüngst ihr erstes SUV, genannt Ateca.

Den Fahrer empfangen sportlich konturierte Sitze und ein klassisches, funktionales Cockpit mit sauber konturierten Instrumenten sowie einem 8-Zoll-Display in der Armaturenbrettmitte. Darunter befinden sich die üblichen Drehregler für Klima und Lüftung. Bei der Bedienung dürfte also keiner überfordert sein. Alles wirkt sauber und hochwertig verarbeitet. Seat hält hier guten Anschluss an das Qualitätslevel von Volkswagen. Geld für ein kleines Gimmick hatte man sogar auch noch. Auf dem Starterknopf pulsiert die rote Schrift, sobald man ins Auto einsteigt. Ein nettes Feature, das man sich wohl bei Jaguar abgeschaut hat.

In Sachen Konnektivität bedient sich Seat aus dem Modularen Infotainment Baukasten (MIB) der zweiten Generation.
In Sachen Konnektivität bedient sich Seat aus dem Modularen Infotainment Baukasten (MIB) der zweiten Generation.

Mit 4,36 Metern ist der Ateca etwa so groß wie der erste Tiguan. Der Radstand beträgt 2,64 Meter. Auch hinten sitzen Erwachsene sehr kommod. Im Kofferraum bleiben recht üppige 510 Liter Gepäckvolumen. Allerdings nur bei der Frontantriebsvariante. Die Allradversion büßt 25 Liter ein. Optional steht eine elektrische Heckklappe mit Gestensteuerung zur Verfügung. Sie lässt sich mit einem Fußschwenk nicht nur berührungslos öffnen, sondern auch wieder schließen. „Zudem haben wir die niedrigste Ladekante im Segment“, sagt Seat Entwicklungsvorstand Matthias Rabe. Eine verschiebbare Rücksitzbank, wie sie der größere Tiguan II besitzt, hat der Ateca nicht. Dafür können die Lehnen per Fernentriegelung aus dem Kofferraum flachgelegt werden.

Großen Wert legten die Ingenieure während der Entwicklung auf Agilität. „Kein Wettbewerber im Vergleich fährt sich handlicher“, verspricht Rabe, der für den Ateca selbst den Dreizylinder-TSI abgesegnet hat. Das kleine Einliter-Aggregat bildet mit 115 PS die Einstiegsmotorisierung und ist laut Rabe „mit dem Fahrzeug in keiner Weise überfordert“. Dafür aber ungemein sparsam, jedenfalls auf dem Rollenprüfstand. Hier soll der Verbrauch bei nur 5,2 Liter liegen. Als zweiten Benziner bietet Seat den bekannten 1,4-Liter-TSI mit 150 PS an. Bei den Dieseln stehen zwei Motoren zur Auswahl, ein 1,6-Liter-TDI mit 115 PS (Verbrauch 4,3 Liter) und ein Zweiliter-TDI mit 150 sowie 190 PS. Später soll noch eine sportliche FR-Version folgen. Die ganz heiße Top-Variante namens Cupra wird derzeit diskutiert.

Mit 4,36 Metern ist der Ateca etwa so groß wie der erste Tiguan. Im Kofferraum bleiben recht üppige 510 Liter Gepäckvolumen.
Mit 4,36 Metern ist der Ateca etwa so groß wie der erste Tiguan. Im Kofferraum bleiben recht üppige 510 Liter Gepäckvolumen.

In Sachen Konnektivität bedient sich Seat aus dem Modularen Infotainment Baukasten (MIB) der zweiten Generation. Sämtliche Smartphone-Betriebssysteme lassen sich problemlos mit dem Auto verknüpfen. Außerdem gibt es eine kabellose Ladeschale fürs Handy. Auch bei den Assistenzsystemen fährt der Ateca auf Höhe der Zeit. Im Stop&Go-Verkehr bremst und lenkt der Wagen selbstständig. Neu ist der Notfallassistent. Hier hält das Auto automatisch an und bleibt in der Spur, falls der Fahrer ohnmächtig wird.

Der Ateca bleibt nicht der einzige SUV-Schuss von Seat. Schon Ende nächsten Jahres wird ein weiteres Fahrzeug an den Start gehen. Diesmal haben die Spanier das City-SUV-Segment im Visier. Hier sollen Typen wie Opel Mokka und Nissan Juke nicht länger den Alleinunterhalter spielen.

Autor: Michael Specht/SP-X

Kommentar zum Seat Ateca: Pflicht erfüllt. Mehr nicht.

Jeder kennt das aus der Kindheit. Man hat sich zu Weihnachten etwas besonderes gewünscht. Und ist beim Geschenkauspacken dann doch enttäuscht. So ähnlich geht es einigen Seat-Fans wohl heute.

Es muss irgendwann beim Streichholzziehen passiert sein. Bei der lustigen Spielrunde eines Freitags abends in der Wolfsburger Konzernzentrale hat der Vertreter aus Spanien leider den Kürzeren gezogen.

Die Konsequenz: Als erstes parkte man Designer Walter de Silva in Barcelona, damit er seine Rubensphase durchleben kann. Auf den ersten, knackigen Leon – noch heute in meinen Augen der optisch legitime Nachfolger des Alfasud – folgte ein Modelltrio, dass trotz seiner geschwungenen Formen nie richtig rund lief. Kurz nachdem man die „Auto Emocion“ ausgerufen hatte und Seat im Volkswagen-Konzern als sportliche Volumenmarke, in Augen mancher gar als Alfa Romeo – Gegner, positionierte, folgte…ein Kompaktvan! 2003 stand der Altea als Studie auf der IAA, ab 2004 wurde er verkauft. Ein paar bunte Pillen später bastelte man ihm in der Designabteilung noch eine kleine Stufe nebst Panoramascheibe ans Heck. Die gerade in Südeuropa populäre Stufenhecklimousine Toledo bekam damit einen Nachfolger, der sowohl optisch wie auch konzeptionell als Themaverfehlung gelten durfte. Der Leon wurde auch abgelöst, in dem man das Altea-Tonmodell in die Presse steckte. Der einst dynamische Kompaktwagen stand plötzlich mit der Kontur einer Qualle im Showroom. Einzig als FR- oder Cupra-Version machte der Leon dem selbstgesteckten Markenversprechen halbwegs Ehre. Weiterhin musste es der Kleinwagen Ibiza regeln, Seat vor dem Untergang zu bewahren.

Während die Schwestermarke Skoda nach dem Paukenschlag-Comeback mit dem ersten Octavia von einem Rekordjahr zum nächsten eilte, stand sich die Seat-Mannschaft in Spanien selbst auf den Füßen. Zumindest eines hatte man mit dem ausgesuchten Gegner Alfa Romeo gemeinsam: Eine an den Kundenerwartungen vorbeigezielte Modellpalette.

2012 dann endlich die Kehrtwende mit der aktuellen Leon-Baureihe. Die günstigere Alternative zum teutonisch-perfekten Audi A3 zeigt auch optisch wieder die jugendliche Dynamik, die man bei Seat gerne lebt. Endlich gibt es auch einen Kombi für die junge Familie und mit dem Cupra auch einen amtlichen Feierabend-Renner.

Auch vom Profil des Ateca gibts ein Photoshop-Bildchen.
Auch vom Profil des Ateca gibts ein Photoshop-Bildchen.

Und weil man jetzt eben auch Autos bringen kann, will oder darf, die der Markt verlangt, bekommt nun auch Seat sein SUV. Endlich ein Modell mehr im Konzerneinheitsbrei! Um den Altea-Fahrern, da haben sich auch bei und in Deutschland über elf Jahre durchaus ein paar angesammelt, den Umstieg leicht zu machen, heißt das neue Modell ähnlich: Ateca. Wie fast jeder Seat ist der Name der spanischen Geografie entliehen und bitte nicht mit dem Pontiac Aztec zu verwechseln.

Den Kürzeren zieht man jetzt bei Seat erneut: Mit 4,36 Metern Länge ist der Seat Ateca kleiner als der Technikspender VW Tiguan (4,49 Meter) und entspricht in den Abmessungen dem Skoda Yeti. Bei aller Euphorie, endlich auch ein Auto im Wachstumssegment zu haben, blieb aber bei Seat wohl die Kreativität auf der Strecke. Was wurde denn die vielen Jahre gemacht, in denen das Publikum mit Ankündigungen des SUV-Modells vertröstet wurde.

Das Design erinnert extrem an den Ford Kuga, vor allem der Bereich zwischen A- und D-Säule nebst Dachverlauf sollte nach einem Unfall auch mit Ford-Teilen instand zu setzen sein. Vorne lag der Leon unter dem Transparentpapier und das Heck ist halt das Standard-Konzernheck. Langsam kann man es nicht mehr sehen. Die kantige Kennzeichenmulde, die spätestens seit dem letzten Audi A4 sämtliche Modelle haben, die Rückleuchten, die verdammt nach Skoda Superb aussehen und die scharfe Kante im Profil, mit der sämtliche Konzernmarken seit einiger Zeit ihre ach so präzise Karosseriepresse feiern. Auch innen weder Experimente noch viel Hirnschmalz. Es gibt ein fades Cockpit im Leon-Stil, konzeptgemäß etwas höher gebaut aber mit zu vielen Gleichteilen.

Machen wir uns die Mühe, das Motorenprogramm abzuhandeln, auch auf die Gefahr hin, dass dies Sie, lieber Leser, ermüdet. Denn egal, welche MQB-Neuheit (ich ging einfach nicht anders, der Modulare Querbaukasten musste erwähnt werden!) gezeigt wird, die Auswahl ist stets die gleiche: 1.0 TSI Dreizylinder mit 115 PS und der 1.4 TSI mit 150 PS tanken Super. Den Dieselauftrag erfüllen der 1.6 TDI mit 115 PS und der Zweiliter mit 150 oder 190 Pferdchen. Natürlich darf entweder handgeschaltet oder bei den Motoren ab 150 PS doppelgekuppelt werden.

Interessant wird es bei einem Zitat von Luca De Meo, im letzten Herbst vom Audi Marketing zu Seat abgeschobener CEO der Marke: „..der Start des SUV ist wesentlicher Beitrag zur Steigerung unseres Markenimages. Und das ist unsere Kernaufgabe“.

Fällt des Designern am Heck nichts mehr ein? Immerhin: Der Schriftzug in der Mitte ist typisch Seat
Fällt des Designern am Heck nichts mehr ein? Immerhin: Der Schriftzug in der Mitte ist typisch Seat

Aha? Die Kernaufgabe ist also keine Steigerung der Absatzzahlen, Gewinn statt Umsatz? Fakt ist: Die Marke Seat passt mit der aktuellen Ausrichtung nicht so richtig in den Volkswagenkonzern. Das Kostenniveau in Spanien verbietet die Positionierung als Billigmarke, im Mainstream kämpft man mit Skoda oftmals um die gleichen Kunden. Schließen wird man das Werk nebst Marke aufgrund umfangreicher Subventionen auch nicht so einfach können. Die Fabrik in Martorell fertigt aktuell den Audi Q3 und ab 2018 den Audi A1, dient also als Werkbank im Konzerngeflecht. Viele Seat-Modelle laufen nicht mehr in Spanien vom Band: Toledo und Ateca bei Skoda in Tschechien, der Mii zusammen mit VW Up und Skoda Citigo in Bratislava und der Alhambra zusammen mit seinem Zwilling VW Sharan in Portugal.

Was kann also der Plan von VW sein? Man behält die Fertigungskapazitäten im Süden und päppelt die Marke Seat wieder auf. Ja, richtig: Die Marke. Hier kommt Herrn De Meos Aussage zum Image ins Spiel. Denn nur mit einer Fangemeinde wird Seat als Labels für einen Übernahmekandidaten interessant. Die Chinesen dürften erst einmal abwinken, hat doch dort die Markteinführung von Seat kürzlich nicht funktioniert. Also werfen wir mal die Inder in den Ring. Wie man es richtig macht, zeigt das Beispiel Jaguar Land Rover unter dem Deckmantel von Tata. Auch Mahindra ist finanzstark.

Blicken wir einfach mal in die Glaskugel. In ein paar Jahren könnte Seat also verkauft sein und ein penetranter Kopfschüttler ist abgetreten. Wenn Sergio Marchionne nicht mehr Vorstand bei Fiat Chrysler Automobiles und damit oberster Gralshüter von Alfa Romeo ist, braucht Volkswagen keinen sportlichen Gegner für die Italiener mehr. Dieselgate hin, Milliardenstrafen her – der Kauf der italienischen Marke wird sicherlich noch drin sein. Die haben ja dann auch ein SUV im Programm.

Das Ateca-Inteurieur sieht dem Leon sehr ähnlich. Zu ähnlich?
Das Ateca-Inteurieur sieht dem Leon sehr ähnlich. Zu ähnlich?