Auf 30 Stück limitiert: Alfa Romeo 4C Speciale

Was verbindet man mit Alfa Romeo? Hübsche Autos, „la dolce vita“, Liegenbleiber und Technik, die nicht gerade up to date ist. Fahrzeuge, wie ein Alfa 147 oder 156 mögen zwar schön anzusehen sein, aber Langläufer oder Pannenzwerge sind sie nicht. So geriet der Ruf der italienischen Traditionsmarke immer mehr ins Wanken und musste aufgemöbelt werden. Da Alfa schon immer sportlichen Fahrzeuge baute, lag wenig näher, als ein sportlicher Zweisitzer – und was für einer. Der 4C begeisterte die Autowelt und brachte den Italiener tosenden Beifall. Nur leider können nicht mehr als 3.500 Stück im Jahr gebaut werden, von denen zudem lediglich 1.000 Stück für Europa vorgesehen sind. Noch limitierter ist da nur das aktuelle Sondermodell, der Alfa Romeo 4C Speciale. Read more

Pizza Speciale: Ferrari 458 MM Speciale

Wer hat, der kann!

Wir hatten es ja erst vor einer Woche, diese Sonderkarosserien aus vergangenen Tagen – als der Hersteller bloß das Chassis lieferte und man dann zum Blechschneider der Wahl ging, um sich seine ganz eigene Linie zaubern zu lassen.

Touring, Pininfarina, Zagato, Bertone, Giugiaro, Vignale, Scaglietti, Fantuzzi – es ließe sich ewig so weitermachen. Sie alle haben fantastische Kreationen in dünnes Blech geklopft, damals. Heute sieht das leider etwas anders aus, da kümmert man sich höchstens um neue Steppungen des Leders, paint-to-sample-Lackierungen, dann und wann neue Felgen, Hölzer, Verdeckstoffe und überhaupt, Hauptsache der Nachbar hat nicht den identfarbenen Bentayga vor der Tür stehen. Die Individualisierungsabteilungen der Hersteller kommen angesichts dieser kleinteiligsten Änderungen vor Lachen nicht mehr in den Schlaf – so nimmt Porsche gerne einmal 50.000 EUR von seinen 918 Spyder-Kunden, wenn sie das besondere „Liquid Metal“ lackiert haben wollen. Bei den Italienern sind es dann gleich ein paar Tausender für den, der seine Bremssättel nicht in rot sehen mag, sondern, sagen wir, rosa mit weißen Punkten.

Mehrere Modifikationen an Aerodynamik-Details ändern das Einzelstück auch optisch, wie die neuen seitlichen Lufteinlässe oder der Spoiler an der neu gestalteten Rückseite

Wir möchten deshalb gar nicht wissen, was der Ferrari 458 MM Speciale gekostet hat.

Denn in Maranello ist man nicht nur gewitzt, was die Aufpreisgestaltung bei Farbsonderwünschen angeht, nein, hier darf man als Kunde tatsächlich noch eine Karosserie nach Wunsch bestellen. So tat es ein Brite, dem der neue 488 mit seinem Turbomotor zuwider war. Seinen 458 Speciale solle man doch bitte in etwas Einzigartiges verwandeln, so ein bisschen mit Zitaten an 288 GTO, Lancia Stratos und eben die Moderne, also F12 und 488. Ein bisschen besser dürfe die Aerodynamik auch werden und: leichter, wenn es geht, auch.

Und so enthüllten sie in den vergangenen Tagen feierlich in Fiorano das Einzelstück, frisch eingefahren von Testchef Dario Benuzzi, lackiert in Bianco Italia, das diesen wunderschön breit auslaufenden Tricolore-Streifen in der Wagenmitte beinhaltet. Bis auf die Türen hat das Centro Stile alle Teile des alten Speciale überarbeitet. Die CFK-Stoßfänger optimieren den Luftfluss um das Auto, dafür mussten selbst die Wasserkühler im Bug neu angeordnet werden. Zudem strömen die seitlichen Lufteinlässe jetzt nicht nur die Airbox an, sondern eine neue Simulation verbessert auch die Kühlung im Motorraum an sich.

Die Windschutzscheibe mit den schwarzen A-Säulen sorgt für das gewünscht wrap-around-Design, was das Internet allerdings schon wieder zur Häme anstiftet, dass dieses one-off bloß ein teurer Lotus Evora sei.

Man darf derlei Kommentare getrost vergessen und sich stattdessen daran freuen, dass Ferrari auch heute noch auf den Wunsch des Kunden im Ganzen eingeht. Und auf Basis des 458 Speciale ist das etwas ganz besonders Schönes, schließlich ist der 605PS-V8 mit seiner Nenndrehzahl von 9000 Umdrehungen ein wirklich einzigartiges Juwel, das in seiner neuen MM-Umgebung sicher noch freier aufspielen wird.

Und zum Preis: da reden wir in dreißig Jahren noch einmal drüber.

Auf Kundenwunsch legt Ferrari den 458 Speciale als individuelles Einzelstück auf. In der neusten One-Off-Kreation ist der ohnehin schon kompromisslose Sportler optisch und aerodynamisch noch spektakulärer geworden

#radical14: Der Ferrari F458 speciale

Superlative lauern an allen Ecken. Der Beste. Der Schnellste. Der Schärfste. Als Auto-Blogger läufst du schnell in die Falle und verpulverst alle Superlative, noch bevor Du ein Superlativ erfahren konntest. Und dann? Wie willst du jemandem erklären, dass der Ferrari-V8 schneller die Drehzahlleiter hochdreht als ein katholischer Priester bei der Lektüre des Playboy auf sündige Gedanken kommt? Wie willst du erklären, was das warme Messer in der Butter macht? Wie die Präzision eines Skalpells erklären, wenn du dein ganzes rhetorisches Schwergeschütz bereits beim letzten Golf GTI verpulvert hast?  Eben. Aufgepasst. Denn es kommen Tage an denen fährt man Pagani, Lamborghini, McLaren oder eben Ferrari. Und selbst dann gibt es noch eine Steigerungsform, nein, dann muss noch eine rhetorische Steigerungsform in deinem Arsenal liegen, denn sonst bist Du der Arsch. Der Depp der keine Worte findet. Zumindest keine ausgelutschten.

Ferrari 458 speciale  @ #radical14

Es ist einer dieser Tage an denen die Kindheitsträume platzen könnten. Neben McLaren 650s, Corvette C7, Porsche GT3 und weiteren Spielsachen steht ein Ferrari F458 speciale vor der Käserei. Die Käserei? Ex-Käserei und heute Büro von Peter Ruch und Markus Chalilow und Startpunkt für #radical14. Weil ich im September mehr im Flieger als zu Hause auf der Couch saß, erlebte ich nur einen Teil des #radical14-Trips, vermutlich aber den geilsten Teil. Nachdem ich am Vortag den neuen Ford Focus und den neuen Nissan Pulsar gefahren bin, stand für diesen Tag mehr Leistung, viel mehr Leistung, auf dem Programm. Oder aber viel mehr Leidenschaft. Sowie dieser neue kleine Sportwagen, die Re-Inkarnation einer Marke. Das ich den Alfa Romeo 4C fahren konnte, war mir klar, da passte ich hinein. Das wusste ich noch von der Präsentation des Alfa 4C im letzten Jahr. Gedanken machte ich mir mehr um seinen großen Bruder. Die beiden Schweizer Journalisten hatten für #radical14 einen Ferrari 458 speciale eingeladen und den wollte ich, den musste ich, fahren. 135 PS pro Liter Hubraum. Es gibt keinen Saugmotor mit Straßenzulassung der mehr Kraft aus seinen Zylindern pumpt. 4.5 Liter Hubraum ergeben 605 PS. 605 PS bei 9.000 Umdrehungen (sic!!)und geschaltet wird bei diesem 458 nicht mehr von Hand. Binnen 60 Millisekunden wechselt das Doppelkupplungsgetriebe in F1-Manier die Gänge. (Um diese Zeitspanne mal zu erklären: Das menschliche Auge benötigt 50-80 Millisekunden um einen visuellen Reiz zwischen Netzhaut und Sehrinde zu verarbeiten. )

#radical14 toby25 Ferrari F458 speciale

Und dann stehst Du vor diesem außergewöhnlichen Fahrzeug, spulst im Kopf die technischen Daten ab:  605 PS, 540 Nm, 9.000 Umdrehungen maximal Drehzahl, Trockengewicht von 1.290 Kilogramm, 2.13 Kilogramm je PS, 58 % des Gewichts auf der Hinterachse. 398 mm große Carbon-Keramik Bremsscheiben. Mindestens 325 km/h Top-Speed. Und Du siehst die dünnen Schalensitze und darauf liegend, Vierpunkt-Gurte. Allgemein als der etablierte Feind des Bierbauchs bekannt. Innerlich hast du bereits Deine Emotionen unter Kontrolle. Egal. Auch nur ein Fiat. Fahre ich eben 4C. Oder Porsche GT3. Denn in die Porsche habe ich schon immer gepasst und der GT3 hier vor der Käserei hat auch keine Vierpunktgurte. Aber einmal reinsetzen, dass muss erlaubt sein. Das muss gehen.  Die erste Überraschung: Die Halbschalen passen. Klar, sie kneifen dich in deine Speckfalten, aber es passt. Sollten die SABELT-Gurte am Ende auch? Gezerrt, gefummelt, gedrückt, was im Rennsport Sinn macht ist einem schnellen Fahrertausch in den Schweizer-Alpen weniger zuträglich. SABELT-Gurte. Grmpfl. Komplett aufgezogen, die Schnalle über den Bauch geführt und *klack. Da bleibt sogar Luft. Also schnell noch einmal kräftig an den Laschen gerupft, Sitzt. Passt. Wackelt nicht mehr und Luft? Bekomme ich auch kaum noch. Aber ich sitze. Im F458 speciale. Ab in die Berge!

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Tempo 80 in der Schweiz

Als es endlich losgeht, hat dich der Ferrari bereits vollständig in Besitz genommen. Der fehlende Teppich, die fehlende Dämmung, Carbon für die Füße und nicht einmal ein Radio. Alleine die Schmiederäder in 20 Zoll haben je Rad 3 Kilogramm einsparen müssen. Die Klimaanlage haben sie dir gelassen. Scheint auch in der Emiglia Romana im Sommer, bei 9.000 Touren, zu warm zu werden als das man darauf auch noch verzichten könnte. Das „speciale-Programm“ für den Ferrari hat nicht nur schnellere Schaltzeiten für das F1-Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gebracht, sondern auch die Verzichtserklärung an Komfort und Schnick-Schnack. Hier geht es nur noch darum die Sportreifen warm zu fahren, die Bremse in ihre Temperatur-Komfortzone zu bringen und dann zu schauen, wer eher zuckt, der Fahrer oder der Ferrari. 9.000 Umdrehungen sind laut. Wer den F458 speciale ausdreht, der erhält das volle Programm. Rotziger Halb-V8-Sound untenherum, gieriges saugen durch die Luftsammler im mittleren Bereich und das Trompeten-Konzert von Jericho sobald es unter Vollast über 5.500 Touren geht. Darüber hinaus radikalisiert sich der Schalldruck, wandert Dir ohne Umwege direkt ins Hirn. Zerebraler Schnellweg ins Stammhirn. Empfindungen von Gewalt. Kontrollierte Gewalt. Der Mensch zuckt, der speciale schlägt sich ums Eck.

Porsche wird oft und zu Recht für die Entwicklung und die Perfektion des Heckmotors gelobt. Jede neue Porsche-Generation wird leichter zu fahren. Schneller und sicherer, trotz wenig idealen Antriebskonzepts. Während man bei Porsche diese Schritte feiert, so wie auch ich das tat, hat Ferrari dem Mittelmotor das kontrollierte driften angewöhnt.

Side Slip Angle Control (SSC) nennt Ferrari diese Technik. Wie ein ESP für Rennfahrer lässt Kollege Computer den Sportfahrer an der verlängerten Leine die Haftgrenze überschreiten und genehmigt der 305er Hinterachs-Bereifung  eine kontrollierte Dosis Gleitreibung. Auf dem Weg zum Gipfel, links löst sich der Himmel mit dem Tal ab und rechts kontrolliert das Bergmassiv deinen Freiraum, lasse ich die Experimente. Konzentriere mich auf den Teil mit der Haftung. Der 458 speciale beeindruckt auch ohne Side Slip.

 Alles andere ist Kindergeburtstag.

Mehr hätte ich zum F458 speciale eigentlich nicht schreiben müssen. Fabian Mechtel fand diese treffliche Beschreibung für den Italiener. Was Fabian, Sebastian und Peter sonst noch zum F458 speciale zu erzählen hatten, kann man in diesem Clip anschauen!

#radical14 toby01 Ferrari F458 speciale

Für mich persönlich war der Ferrari alleine die Anreise in die Schweiz wert. 4 Stunden hin, vier Stunden zurück. Alleine der speciale hätte mich glücklich gemacht. Und ja, natürlich hatte ich dem Italiener die größte Portion Emotionen zugestanden. Ja, Leidenschaft in Blech, Karbon und Edelmetall. Auch martialischen Sound habe ich erwartet. Was ich nicht erwartet hatte war die Perfektion mit der dieser Ferrari sein Leistungsversprechen erfüllt. Die Zusammenarbeit der Sportreifen mit dem Fahrwerk. Diese pedantische Präzision am Lenkrad, die unfassbare Traktion.  Mit dem Ferrari F458 speciale gibt es endlich ein Auto dem man zu Recht das Prädikat: Rennwagen mit Straßenzulassung zusprechen kann. Jeder der das zuvor über ein Auto schrieb, dass kein „speciale“ war, hat sein Pulver zu früh verschossen und wird wie ein Depp aus der Wäsche schauen, wenn ihm später keine Superlative mehr einfallen …

 —-> Zur Ferrari F458 speciale Galerie!

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Alle Fotos: Tobias Heil

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