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Blackbox im Auto? Ja!

Gero Storjohann ist „Verkehrssischerheitsexperte“ der CDU ( bitte fragt mich nicht, was ihn dazu befähigt hat – in seiner Vita konnte ich nichts finden) und er findet, dass eine Blackbox im Auto, ein weiterer Baustein auf dem Weg zu mehr Verkehrssicherheit ist. Nun denn.

Aber was ist denn so eine Blackbox?

Im Prinzip eine art kleiner Computer, der die ganze Zeit alle Daten aus dem Fahrzeug protokolliert und speichert, aber nach einer gewissen Zeitspanne wieder vergisst. Sobald es jedoch zu einem Unfall kommt und hier zählt im Prinzip das auslösen des Airbags oder anderer Meldeeinrichtungen, vergisst die BlackBox keine Daten mehr. Sprich, die Daten von vor dem Unfall sind gespeichert. So lässt sich dann zum Beispiel klären, wie schnell jemand war, ob er stark gebremst hat – ob das Licht an war, der Blinker und was auch immer man an Datenquellen festgelegt hat. Der „Unfall-Datenschreiber“ ist also im Prinzip eine Lösung, wie man diese auch seit Jahrzehnten in der Luftfahrt einsetzt.

In der Luftfahrt ist der Flugdaten-Schreiber aus dem gleichen Grund an Board. Im Falle eines Falles lassen sich aus der extrem stabilen Blackbox alle Daten auslesen, die zur Aufklärung von Flugunfällen führt.

Baustein für die Verkehrssicherheit?

Wieso eine Blackbox nun für die Verkehrssicherheit zuträglich sein soll, kann man im Prinzip nur mit der „Angst überführt“ zu werden begründen. Im Prinzip dient die Blackbox damit als Überwachungsgerät für den Autofahrer. Bei schlechtem Wetter zu schnell in die Kurve und einen Unfall verursacht? Die Blackbox könnte über die ausgelesenen Radsensoren Auskunft darüber geben. Ausreden zählen dann nicht mehr.

Und an dieser Stelle bin ich im Zwiespalt – habe aber nach ein wenig überlegen beschlossen: Ja, wenn meine KFZ-Versicherung einen Rabatt auf meine Versicherung einräumt, dann wäre ich jederzeit dazu bereit, eine solche Blackbox in mein Auto zu verbauen. Und denke ich an meine Jugendzeit zurück – ja, vermutlich wäre ich auch oftmals anders gefahren, wenn ich gewusst hätte – dass im Falle eines Unfalles, die Daten ausgelesen werden können.

In diesem Sinne bin ich für eine Blackbox im Auto.

Doch bereits jetzt regt sich Widerstand:

Die Kosten wären zu hoch, bemängelt unter anderem der ADAC. So kostet ein derartiger Unfall-Datenschreiber um die 600€ und der Einbau noch einmal 400€. Und hier müsste man das Fahrzeug für eine längere Zeit fahren, bis diese Anschaffung über einen möglichen Rabatt bei der Autoversicherung amortisiert ist. Und natürlich der Datenschutz 😉 – wie man aus dem Bundesverkehrsministerium erfahren konnte.

Dabei bin ich mir sicher – wäre ein solcher Unfall-Datenschreiber sowieso sinnvoller direkt ab Werk verbaut. Ohne Aufpreis – dafür mit einer Funktion die auch Eltern helfen könnte, wenn der 18-Jährige Nachwuchs mal wieder am Wochenende mit der Familien-Kutsche zur Disko will.

Weiterführender Link:

willsagen.de » Blog Archiv » Der gläserne Autofahrer

willsagen.de » Blog Archiv » Der gläserne AutofahrerDer ADAC meint, dass Unfallrekonstruktion schon heute funktioniere. Ich würde sagen, sie funktioniert heute noch. Denn zunehmende Sensorik und Assistenzsysteme machen es immer…

 

Bild: Unfall-Datenschreiber Original uploader was AXAWinterthur at de.wikipedia