Fahrbericht: Skoda Karoq – Wer zuletzt lacht…

"Heute kommst Du zuerst, morgen bin ich dann dran". Man mag über Konzernstrategien denken, was man möchte, klar ist aber, dass der neue Skoda Karoq der Nachrücker im Feld der Kompakt-SUV im Volkswagen-Geflecht darstellt. So entwickelte Skoda nämlich den Seat Ateca, der dem Karoq nicht nur stark ähnelt, sondern auch lange vor ihm die Straßen dieser Welt erkunden durfte un…

Weltpremiere: X2: Oans, zwoa, g´SUVa?

Automobilhersteller sehen immer wieder Lücken in ihrem Portfolio – das ist bei den Bayern nicht anders. Wer sich die Nomenklatur der Modelle genau angesehen hat, hat dies aber kommen sehen, schließlich klafft zwischen BMW X1 und BMW X3 eine Lücke. Diese möchte nun der BMW X2 schließen, ohne aber darauf zu verzichten, etwas ganz Besonderes zu sein: Ein SAC, also ein Sports Activity Coupé. Ausblick auf den neuen Münchner.

Design – Warum der BMW X2 ein Coupé ist

Haken wir zunächst die wichtigsten Zahlen ab: Der neue BMW X2 ist 4,36 m lang, 1,82 m breit und 1,53 m hoch. Auf dieser Basis, die vollkommen ins Schwarze des Kompaktklasse-Formats trifft, versammeln sich rund 1.460 kg Leergewicht – je nach Motor. Überschüssige Pfunde hat der Bayer damit nicht, sondern liegt, wie schon mit seinen Abmessungen, auf Augenhöhe mit der Kompaktklasse-Konkurrenz. Aber ein SUV? Nein, das schmeckt den Münchnern nicht, sodass der BMW X2 zum SAC, also einem Sports Activity Coupé wurde.

Der BMW X2 ist kein SUV sondern ein SAC – ein Sports Activity Coupé

Als Alleinstellungsmerkmal soll entsprechend die athletische Sportlichkeit eines Coupés dienen. Dem BMW X2 sieht man man seine Dynamik auf den ersten Blick an: Er wirkt durchtrainiert, zeigt die Robustheit eines SUVs und kombiniert sie mit einer gewissen Eleganz und Sportlichkeit. Aber ein Coupé? Hat ein solches nicht für gewöhnlich zwei Türen? Oder einen nach hinten abfallenden Dachverlauf?

Wie dem auch sei, der BMW X2 nutzt typische Elemente der BMW X-Modelle, wie etwa die quadratisch anmutenden Radhäuser oder die markanten Endrohre. Bei den Vierzylindern sind diese zweifach vorhanden – eines links und eines rechts. Hinzu kommen betonte Seitenschweller, eine elegante Dachlinie und eine flache Fenstergrafik, die das Greenhouse verkleinert und die Rundumsicht einschränken dürfte. Aber das ist man von modernen Autos gewohnt. Dennoch wirkt der BMW X2 eigenständig und sticht aus der Masse hervor – besonders in den Ausstattungslinien M Sport X und M Sport, die den Charakter noch individueller machen.

Jung, dynamisch und modern: Die Zielgruppe des BMW X2

Eigenständigkeit suggeriert auch die BMW Doppelniere, deren bislang bekannte Trapezform umgekehrt und nun nach unten hin breiter wird. Dadurch steht das Fahrzeug kräftiger und aggressiver da, als seine Brüder der X-Reihen. Und eine weitere Premiere steht im X2 an: Die Designer spendiertem dem SAC ein BMW-Logo an der C-Säule, das von historischen BMW wie dem 2000 CS oder 3.0 CSL stammt. Ob die anvisierte Kundschaft, die vorwiegend „jung oder jung geblieben“ sein soll, dieses Element als historisch anerkennt, ist hingegen fraglich.

Antriebe – Zünftiges zum Start

Dass der BMW X2 sich von der üblichen Kompakt-SUV-Zunft entfernen will erkennt man nicht nur an seiner Kategorisierung als „SAC“ sondern auch daran, dass unter seiner dynamischen Hülle zunächst nur kräftige Aggregate stecken. Zum Marktstart stehen drei Motoren zur Verfügung – allesamt mit TwinTurbo-Aufladung. Bei den Benzinern startet die Palette mit dem BMW X2 xDrive20i und 141 kW/192 PS. Damit soll der Verbrauch zwischen 5,5 und 5,9 Litern im Mix liegen. Wer das Potential des 2.0 Turbomotors mit seinen 280 Nm oft ausnutzt, wird diesen Verbrauch eher nicht realisieren können, wohl aber die zügigen Fahrleistungen. Mit seiner 7-Gang-Steptronic soll der BMW X2 xDrive20i in 7,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und maximal 227 km/h schnell sein.

Das BMW-Logo auf der C-Säule soll an historische Klassiker erinnern

Auch die Diesel sind eher zünftig-stark ausgerüstet. Der BMW X2 xDrive20d und der BMW X2 xDrive25d verfügen beide ebenfalls über 2.0 Liter Hubraum – genau wie der Benziner. Bei der Leistung stellt die selbstzündende Einstiegsversion 140 kW/190 PS bereit, während der stärkere Diesel 170 kW/231 PS leistet. Beim Drehmoment liegen 400 bzw. 450 Nm an und schieben den SAC druckvoll nach vorn. Der xDrive20d soll in 7,7 Sekunden auf 100 km/h sprinten und für maximal 221 km/h gut sein, während der xDrive25d den Standardspurt in 6,7 Sekunden absolviert und 237 km/h schnell ist. Beide Aggregate sind mit einer 8-Gang Steptronic kombiniert und verfügen über Allradantrieb. Trotz ihrer guten Fahrleistungen sollen die Aggregate aber beim Konsum knausern: Die schwächere Variante wird mit 4,6 bis 4,8, der stärkere Diesel mit 5,1 bis 5,3 Liter im kombinierten Verbrauch auf 100 km angegeben. Im kommenden Jahr wird die Palette darüber hinaus nach unten erweitert. Dann wird man den BMW X2 als sDrive18i, xDrive 20i, sDrive18d und xDrive18d ordern können.

Ausstattung und Innenraum – Wer die Wahl hat…

… hat die Qual, das ist soweit bekannt. Im Fall des BMW X2 bedeutet dies, dass der SAC – je nach gewählter Ausstattungslinie – besonders dynamisch daherkommt. Wählen kann man zwischen der Basis, dem M Sport und M Sport X. Letztere sind jeweils mit einem M Sportfahrwerk mit einer strafferen Feder- und Dämpferkennung sowie einer leichten Tieferlegung ausgerüstet. Optional stehen zudem dynamische Dämpfer in der Preisliste.

Das Cockpit kommt einem bekannt vor, bietet aber lifestyligen Pfiff

Innen zeigt sich ein Cockpit in BMW-Manier mit aufgesetztem Bildschirm. Das wirkt aber immer noch modern. Überzeigen möchten die Bayer darüber hinaus mit hoher Qualität, wie etwa mit hochwertigen Polsterungen. Die beiden oberen Ausstattungslinien sind mit einer Stoff-Alcantara Polsterungen oder mit perforiertem Leder „Dakota“ in Magmarot erhältlich – das dürfte ein echter Hingucker sein. Zusätzlich sorgen Kontrastnähte auf dem Armaturenbrett und in der Mittelkonsole für hochwertige Akzente.

Modern zeigt sich zudem der Instrumententräger mit seinen großen Displays sowie das Angebot an Online-Diensten. Darunter fallen BMW Connected und BMW ConnectedDrive Services. Seitens der Fahrsicherheit steht zudem ein vollfarbiges Head-Up Display bereit, damit man den Blick nicht mehr von der Straße nehmen muss. Außerdem bietet der BMW X2 einen Stauassistenten, der Teil des optionalen Driving Assist Plus ist. Dieses fasst eine Reihe von kamerabasierten Fahrerassistenzsystemen zusammen, wie etwa den automatisierten Einparkassistenten.

Wer, wie, was?

Für einen Ausflug in die Berge ist der neue BMW X2 auch mit Allradantrieb erhältlich

BMW tut gut daran, ein weiteres SU… pardon, ein SAC, auf den Markt zu bringen. Nun ja, das Coupé sucht man vergebens, erwischt. Dennoch scheint die Nachfrage nach Fahrzeugen, in denen man hoch sitzt und die einen Geländewagen imitieren nach wie vor ungebremst zu sein. Der Nachfrage nach Premium-Produkten ist es ohnehin, weshalb die Verfügbarkeit von starken Motorisierungen und exklusiven Ausstattungsmerkmalen bestens auf die Zielgruppe zugeschnitten zu sein scheint. „Jung oder jung geblieben“, urbane und aktiv soll man laut den Münchnern sein. Na, wiedererkannt?

 

Renault Kadjar – SUV à la francaise

SUV und Crossover sind zurzeit total angesagt: Kein Hersteller, der es schafft, ohne diese Fahrzeuge am Markt zu überleben. Selbst reine Sportwagen- und Luxus-Marken haben sie im Programm oder planen sie. Konkrete Beispiele? Gern! Bentley warf zuletzt mit dem Bentayga ein Luxus-SUV auf den Markt, Rolls Royce plant eines und selbst Lamborghini und Ferrari wollen ein solches in Planung haben…

Neues Modell: Seat startet SUV-Offensive

SUV, man sieht sie überall: Der Nachbar fährt eins, der Arbeitskollege, die Eltern und der beste Freund auch. Letzterer braucht es natürlich für seine abenteuerlichen Urlaube abseits befestigter Wege oder für seine Surfbrett-Sammlung. Das will einem zumindest der Name suggerieren: Sports Utility Vehicle, kurz SUV. Das sind Fahrzeuge, die für jeden Anlass gebraucht werden können. Davon bekommt Seat nun einen Dritten im Bunde, der den Seat Leon Xperience und das im letzten Jahr gestartete Modell Seat Ateca nach oben ergänzen soll.

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EuroNCAP-Crashtest – Die sichersten Autos des Jahres

Drei neue Pkw-Modelle haben den EuroNCAP-Crashtest in diesem Jahr mit Bravour absolviert. Die Hybridlimousinen Toyota Prius und Hyundai Ioniq sowie das Kompakt-SUV VW Tiguan dürfen sich daher mit dem Titel des Klassenbesten in ihrem Segment („Best in Class“) schmücken. Ebenfalls geglänzt hat die Mercedes E-Klasse; als einziger Prüfling der Business-Klasse bleibt ihm das Label allerdings verwehrt. Die Sicherheitsorganisation EuroNCAP lob…

VW Tiguan – Doppelt gewachsen

Deutschlands SUV-Bestseller VW Tiguan steht zum leicht erhöhten Einstiegspreis von 25.975 Euro ab sofort beim Händler. In der Basisversion wird der Hochbeiner über die Vorderräder von einem 92 kW/125 PS starken Vierzylinder-Benziner angetrieben, verteilt wird die Kraft über ein Sechsgang-Schaltgetriebe. Immer an Bord sind unter anderem Klimaanlage, Spurhalteassistent, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung und City-Notbremsassistent mit Fußgängererkennung.

Der VW Tiguan ist in der zweiten Auflage doppelt gewachsen: Zum einen bei Abmessungen und Platzangebot, zum anderen in Sachen optischer Präsenz. Die Fond-Passagiere freuen sich über drei Zentimeter mehr Beinfreiheit, der Kofferraum legt auf 520 Liter zu. Gegen Aufpreis gibt es zum Beispiel einen Stauassistenten, der im stockenden Verkehr das Lenken und Bremsen übernimmt, das bereits aus dem Mittelklassemodell Passat bekannte Virtual Cockpit, bei dem ein TFT-Monitor die konventionelle analoge Uhrensammlung ersetzt, oder eine Umfeldüberwachung per Kamera, die auch bei Geländefahrten hilfreich ist. Dort erleichtert der optionale Haldex-Allradantrieb inklusive elektronischer Differentialsperre das Vorankommen.

VW Tiguan – Der Rettungswagen

Der VW Tiguan ist neben Polo, Golf und Passat längst die vierte Säule in der Modellpalette der Marke. In Zeiten der Dieselkrise muss er nun mindestens für die Standfestigkeit der Absatzzahlen sorgen. Gelingen soll das mit selbstbewussterem Design, mehr Platz und neuer Technik. Die Markteinführung erfolgt Ende April zu Preisen von zunächst mindestens 30.025 Euro.

Die neue Generation kommt optisch deutlich opulenter daher, ist um sechs Zentimeter in der Länge gewachsen, der Radstand legt sogar um acht Zentimeter zu. Innen ist dadurch deutlich mehr Platz vorhanden als beim Vorgänger – vor allem im Fond, wo die Knie der Insassen nun drei Zentimeter mehr Platz haben. Auch der Kofferraum legt deutlich zu; dank der verschiebbaren Rückbank finden bei voller Bestuhlung bis zu 615 Liter Platz. Wer die Rücksitze umlegt, hat Platz für bis zu 1.655 Liter Gepäck. Trotzdem und trotz zusätzlicher Ausstattungsposten ist das Gewicht gegenüber dem Vorgängermodell um 16 Kilogramm gesunken. An Technik dazugekommen sind beim Basismodell unter anderem ein siebter Airbag (für die Fahrer-Knie), Kamera- und Radarsensoren. Diese sind für den nun serienmäßigen Spurhaltehelfer und den Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung zuständig. Gegen Aufpreis sind weitere Assistenten zu haben, darunter auch ein Staupilot, der selbstständig lenkt und das Tempo reguliert. Verpackt ist das Ganze in ein deutlich selbstbewusster geschnittenes Blechkleid mit prägnantem Kühlergrill, kräftigen Schultern und dynamischen Karosseriefalzen. Auch der Innenraum passt sich dem neuen, präsenteren Stil an. Hingucker dort ist das optionale Virtuelle Cockpit, das auch im Passat die analogen Instrumente durch einen großflächigen TFT-Monitor ersetzt.

Zum Verkaufsstart sind drei Motor-Getriebe-Varianten erhältlich. Derzeit günstigste Version ist der 2,0-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS, der 4,7 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbrauchen soll. Diesen Motor gibt es auch mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe ab 33.925 Euro. Zudem ist das Kompakt-SUV mit einem 132 kW/180 PS starkem 2,0-Liter-Benziner und ebenfalls mit Doppelkupplungsgetriebe und Allrad erhältlich. Die Palette wird schnell ausgebaut, so dass dann insgesamt drei weitere Benziner (92 kW/125 PS, 110 kW/150 PS, 162 kW/220 PS) sowie drei weitere Diesel (85 kW/110 PS, 140 kW/190 PS, 176 kW/240 PS) zur Wahl stehen. Die stärkeren Varianten erhalten optional oder obligatorisch Allradantrieb. Dazu dürfte es auch vom Tiguan künftig eine GTE-Variante mit Plug-in-Hybridantrieb geben.

Unterm Strich ist die Neuauflage des Tiguan eine sicht- und spürbare Weiterentwicklung des erfolgreichen Vorgängers. Und selbst das im direkten Vergleich leicht angestaubte Modell hat sich im vergangenen Jahr noch fast eine Viertelmillion Mal verkauft. In Wolfsburg dürfte das in selbst verantworteten schweren Hoffnung machen.

VW Tiguan – Jetzt auch ein Hingucker

Größer, leichter und hübscher: Die Neuauflage des VW Tiguan soll die Erfolgsgeschichte des Vorgängers fortsetzen und endlich wieder für gute Nachrichten im krisengeschüttelten Konzern sorgen. Die Preisliste startet zunächst bei 30.025 Euro für das 110 kW/150 PS starke Dieselmodell, der Basisbenziner (92 kW/125 PS) ist künftig ab 25.925 Euro zu haben.

Die neue Generation kommt optisch deutlich opulenter daher, ist um sechs Zentimeter in der Länge gewachsen, der Radstand legt sogar um acht Zentimeter zu. Innen soll dadurch deutlich mehr Platz vorhanden sein als beim Vorgänger. So wächst nicht nur das Raumangebot im Fond, auch der Kofferraum legt um 145 auf 615 Liter deutlich zu. Wer mehr Platz benötigt, kann die Rückbank um bis zu 18 Zentimeter nach vorne schieben und wer die Rücksitze zusätzlich umlegt, hat Platz für bis zu 1.655 Liter Gepäck. Trotzdem soll das Gewicht gegenüber dem Vorgängermodell gesunken sein.

Komplett neu ist auch der Innenraum: Ein großer 8-Zoll-Bildschirm, erstmals Verkehrsdaten in Echtzeit dank Online-Anbindung und eine Fülle meist aufpreispflichtiger Assistenzsysteme zählen zu den wichtigsten Neuerungen. Zu letzteren gehört auch ein Stauassistent, der den Tiguan bis Tempo 60 autonom lenkt, beschleunigt und abbremst. Serie sind City-Notbremsfunktion, Fußgängererkennung und Spurhaltesystem. Neu ist das optionale Head-up-Display. Gegen Aufpreis gibt es erstmals für den Tiguan LED-Scheinwerfer.

Zum Verkaufsstart sind drei Motor-Getriebe-Varianten erhältlich. Derzeit günstigste Version ist der 2,0-Liter-Diesel mit 110 kW/150 PS, der 4,7 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbrauchen soll. Diesen Motor gibt es auch mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe ab 33.925 Euro. Zudem ist das Kompakt-SUV mit 132 kW/180 PS starkem 2,0-Liter-Benziner und ebenfalls mit Doppelkupplungsgetriebe und Allrad erhältlich. Die Palette wird schnell ausgebaut. Letztlich soll es vier Diesel (115 PS, 150 PS, 190 PS, 240 PS) und vier Benziner (125 PS, 150 PS, 180 PS, 220 PS) geben. Basismodell wird künftiger der kleine Benziner mit 92 kW/125 PS und Frontantrieb sein, der ab 25.925 Euro kosten soll. Aber auch ein Plug-in-Hybrid steht in den Startlöchern.

(Dirk Schwarz/SP-X)

News: Neuer VW Tiguan – Alles wird gut

Selbst in seinem letzten vollen Verkaufsjahr 2015 war der Tiguan mit fast 59.000 Zulassungen allein in Deutschland immer noch der Bestseller im Segment der sogenannten Kompakt-SUV. Eigentlich schwer verständlich, denn weder macht das jetzt auslaufende, immerhin schon seit Ende 2007 offerierte Modell optisch allzu viel her, noch ist es besonders preiswert – eher im Gegenteil. Hinzu kommt ein noch auf dem alten Golf Plus beruhendes, fast schon altertümlich anmutendes Cockpit und ein nur durchschnittliches Raumangebot. Seinem Erfolg bis in die letzten Verkaufstage hinein tut das offensichtlich keinen Abbruch.

Trotzdem, nach über acht Jahren Bauzeit wird es dringend Zeit für einen Wechsel. Nicht zuletzt auch, weil sich Wettbewerber wie Hyundai mit dem neuen Tucson oder Kia mit dem brandneuen Schwestermodell Sportage zu echten Wettbewerbern mausern und BMW mit dem X1 bzw. Audi mit dem Q3 Druck von oben machen.
Bestellbar ist der Tiguan seit Mitte Januar, zum Händler kommt er Ende April. Schon auf der IAA im letzten September konnte man einen ersten Blick auf das SUV werfen. Und war schon damals positiv überrascht: Die neue Generation kommt optisch deutlich opulenter daher, ist in Länge (+6 cm, 4,43 m), Breite (+3 cm, 1,81 m) und Radstand (+ 8 cm, 2,60 m) gewachsen; gleichzeitig aber um 3 Zentimeter (1,70 m) flacher geworden. Der steilere Kühlergrill mit breiteren Chromleisten und großem Markenlogo lassen das Kompakt-SUV selbstbewusster wirken.

Dank vergrößerter Türausschnitte fällt auch der Einstieg in den Fond viel leichter als bisher. (Hier: Der Tiguan in der R-Line)
Dank vergrößerter Türausschnitte fällt auch der Einstieg in den Fond viel leichter als bisher. (Hier: Der Tiguan in der R-Line)

Der Tiguan steht auch wegen verkürzter Überhänge aber nicht nur satter und sportlicher auf der Straße, die veränderten Maße kommen auch dem Innenraum zugute. Vor allem der vergrößerte Radstand bringt mehr Platz auf den Rücksitzen und einen um 145 auf 615 Liter deutlich größeren Kofferraum. Wer mehr Platz benötigt, kann die Rückbank um bis zu 18 Zentimeter nach vorne schieben und wer die Rücksitze zusätzlich umlegt, hat Platz für bis zu 1.655 Liter Gepäck. Und dank vergrößerter Türausschnitte fällt auch der Einstieg in den Fond viel leichter als bisher.

Diese Zugewinne sind natürlich vor allem dem viel zitierten Modularen Querbaukasten (MBQ) zu verdanken, der den Ingenieuren mehr Freiheiten gibt. Dass der neue Tiguan ein Kind der MBQ-Familie ist, sieht man auch im Innenraum, der einem aus Golf, Sportsvan und vor allem aus dem Touran schon bekannt ist. Ein großer 8-Zoll-Bildschirm, erstmals Verkehrsdaten in Echtzeit dank Online-Anbindung und eine Fülle meist aufpreispflichtiger Assistenzsysteme zählen zu den wichtigsten Neuerungen. Zu letzteren zählt auch ein Stauassistent, der den Tiguan bis Tempo 60 autonom lenkt, beschleunigt und abbremst. Zur Serienausstattung gehören dagegen die City-Notbremsfunktion, Fußgängererkennung und Spurhaltesystem.

Neu ist auch das optionale Head-up-Display, das aber aus Kostengründen nicht wie bei Premiummarken direkt in die Windschutzscheibe spiegelt, sondern sich deutlich weniger elegant einer kleinen, davor platzierten Plexiglasscheibe bedienen muss. Gegen Aufpreis gibt es erstmals für den Tiguan übrigens auch LED-Scheinwerfer. Zum Verkaufsstart sind drei Motor-Getriebe-Varianten erhältlich. Derzeit günstigste Version (ab 30.025 Euro) ist der 2,0-Liter-Diesel (110 kW/150 PS), der 4,7 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbraucht. Diesen Motor gibt es auch mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe ab 33.925 Euro. Zudem ist das Kompakt-SUV mit 132 kW/180 PS starkem 2,0-Liter-Benziner und ebenfalls mit Doppelkupplungsgetriebe und Allrad erhältlich (34.450 Euro).

Vor allem der vergrößerte Radstand bringt mehr Platz auf den Rücksitzen und einen um 145 auf 615 Liter deutlich größeren Kofferraum.
Vor allem der vergrößerte Radstand bringt mehr Platz auf den Rücksitzen und einen um 145 auf 615 Liter deutlich größeren Kofferraum.

Das Motorenangebot wird schnell ausgebaut, letztlich soll es vier Diesel (115 PS, 150 PS, 190 PS, 240 PS) und vier Benziner (125 PS, 150 PS, 180 PS, 220 PS) geben. Basismodell wird künftiger der kleine Benziner mit 92 kW/125 PS mit reinem Frontantrieb sein, der ab 25.925 Euro kosten soll, 350 Euro mehr als bisher. Außer für dieses Aggregat und den kleinen Diesel mit 85 kW/115 PS sind alle Motoren mit einem Allradantrieb (Haldex-5) kombinierbar. Hier kann der Fahrer zwischen vier Modi wählen: Onroad, Offroad, Snow und einer individuellen Offroad-Einstellung.

Da der Tiguan trotz gewachsener Maße rund 50 Kilogramm leichter geworden ist, dürften selbst die Basismotoren mit dem SUV kaum Probleme haben. Das Topaggregat, der aus dem Passat bekannte Biturbo mit 177 kW/240 PS wird die Spitze der Antriebspalette bilden und so wie der große Benziner für sportwagenähnliche Fahrleistungen sorgen.

Da der Tiguan trotz gewachsener Maße rund 50 Kilogramm leichter geworden ist, dürften selbst die Basismotoren mit dem SUV kaum Probleme haben.
Da der Tiguan trotz gewachsener Maße rund 50 Kilogramm leichter geworden ist, dürften selbst die Basismotoren mit dem SUV kaum Probleme haben.

Aber auch ein Plug-in-Hybrid steht in den Startlöchern. Der Tiguan GTE dürfte 2017 oder 2018 auf den Markt kommen und schafft theoretisch eine rein elektrische Reichweite von 50 Kilometern. Die Systemleistung aus E-Motor und Verbrenner soll bei rund 218 PS liegen.

Es bleibt aber nicht nur bei weiteren Antriebsvarianten. VW baut um den Tiguan vielmehr eine ganze Fahrzeug-Familie. Schon das Normalmodell gibt es als klassische Onroad-Variante, als auf einen Geländeeinsatz zugeschnittene Offroad-Version sowie als sportliche R-Line. Darüber hinaus wird es auch eine Art Coupé mit flacherer Dachlinie und etwas feinerer Innenausstattung eben, das gegen Range Rover Evoque und BMW X1 antritt.

Im nächsten Jahr folgt dann die etwa 4,75 Meter messende Langversion des Tiguan, die mit bis zu sieben Sitzen bestellbar sein wird und den zusätzlichen Raum durch einen auf 2,79 Meter verlängerten Radstand schafft. Mit dieser Variante nimmt VW vor allem die nach Platz und Prestige verlangenden Märkte in Nordamerika und Asien ins Visier. Und schließlich soll es vielleicht auch noch eine kompaktere Version des Tiguan nehmen, der sich im Volumenbereich dieser Klasse mit Fahrzeugen wie dem Renault Captur anlegen würde.

Mehr Platz, mehr Motoren und Antriebssysteme, mehr Optik, mehr Assistenzsysteme und mehr Karosserievarianten: Man kann VW nicht vorwerfen, sich auf den Lorbeeren der jetzt zur Ablösung anstehenden und sehr erfolgreichen ersten Tiguan-Generation auszuruhen. Mit dem neuen Modell setzen die Wolfsburger vielmehr voll auf Angriff. In diesen Zeiten, in denen der Konzern an vielen Fronten in die Defensive geraten ist, sicher keine schlechte Strategie.

Autor: Peter Eck/SP-X

VW Tiguan – Bestseller in neuer Generation

Normalerweise nimmt das Kundeninteresse an einem kurz vor dem Wechsel stehenden Modell stark ab. Nicht so beim VW Tiguan: Im Dezember legten die Neuzulassungen des alten Modells noch einmal um 17 Prozent zu. Die neue, ab sofort bestellbare Generation dürfte in die Fußstapfen des erfolgreichen Vorgängers treten. Derzeit werden mindestens 30.025 Euro fällig (150-PS-Diesel), die künftige Einstiegsversion (125-PS-Benziner) liegt bei 25.925 Euro, 350 Euro mehr als bisher.

In der Neuauflage wirkt der Tiguan kantiger und selbstbewusster
In der Neuauflage wirkt der Tiguan kantiger und selbstbewusster

Zum Verkaufsstart sind drei Motor-Getriebe-Varianten erhältlich: Derzeit günstigste Version ist der 2,0-Liter-Diesel (110 kW/150 PS), der 4,7 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern verbrauchen soll. Mit Doppelkupplungsgetriebe und Allrad kostet der Diesel-Tiguan 3.900 Euro mehr (Normverbrauch: 5,3 Liter). Zudem ist das Kompakt-SUV mit 132 kW/180 PS starkem 2,0-Liter-Benziner mit Doppelkupplungsgetriebe und Allrad erhältlich (34.450 Euro). Hier gibt VW einen Normverbrauch von 7,3 Litern an. In den kommenden Monaten wird VW das Motorenangebot für den Tiguan weiter ausbauen. Bei den Dieselmotoren wird dann letztlich eine Bandbreite zwischen 85 kW/115 PS und 177 kW/240 PS abgedeckt, bei den Benzinern reicht diese von 92 kW/125 PS bis 162 kW/220 PS.

In nahezu jedem Monat seiner achtjährigen Bauzeit rangierte der Tiguan auf Rang eins des Kompakt-SUV-Segments. Bei der Neuauflage gibt es also keinen Grund für große Änderungen. Der steilere Kühlergrill mit breiteren Chromleisten und großem Markenlogo lassen das Kompakt-SUV selbstbewusster wirken als den vergleichsweise zierlichen Vorgänger. Den Tiguan gibt es nun in drei Varianten: als sportliche R-Line, klassisches Onroad-Modell und als eine gezielt auf den Geländeeinsatz zugeschnittene Offroad-Version.

Das Cockpit des neuen Tiguan
Das Cockpit des neuen Tiguan

Technisch basiert der 4,49 Meter lange Tiguan (+6 cm zum Vorgänger) als erstes SUV des Konzerns auf dem Modularen Querbaukasten, wodurch das Gewicht sinkt und das Platzangebot wächst: Der Kofferraum fasst nun 615 bis 1.655 Liter, in der Grundkonfiguration 145 Liter mehr als zuvor. Zusätzliche Flexibilität bietet die serienmäßige, um 18 Zentimeter längs verschiebbare Rückbank.

Das Cockpit lehnt sich nun nicht mehr direkt an den Golf sondern an den Touran an. Auch in Sachen Assistenzsysteme ist der Fünfsitzer unter anderem mit City-Notbremsfunktion, Fußgängererkennung und Spurhalteassistent (alles serienmäßig) auf dem aktuellen Stand. Android- und Apple-Smartphones können eingebunden werden, Online-Dienste bieten beispielsweise Verkehrs- und Parkplatzinfos.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: VW Tiguan – Zu neuer Größe gereift

Kantiger und größer ist die zweite Generation des VW Tiguan geworden, die sich erstmals auf der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA (17. bis 27. September) zeigt und im April nächsten Jahres auf den Markt kommt. Neben der Serienversion sowie dem sportlichen Tiguan R-Line bringen die Wolfsburger außerdem eine Offroad-Version des SUV nach Frankfurt und mit dem GTE eine Studie mit Plug-in-Hybridantrieb.

Optisch ist der Tiguan deutlich kantiger und flacher geworden. Der Bestseller unter den Kompakt-SUV wurde nun wie Golf oder Passat auch auf den Modularen Querbaukasten umgestellt und bietet daher mehr Platz. Gegenüber seinem Vorgänger ist er mit 4,49 Metern 6 Zentimeter länger geworden, der Radstand wurde um 7,7 Zentimeter auf 2,68 Meter verlängert, in der Breite legte der Wolfsburger um 3 Zentimeter auf 1,84 Meter zu. Gleichzeitig wir der Tiguan flacher, misst mit 1,63 Metern in der Höhe jetzt 3 Zentimeter weniger.

Der Bestseller unter den Kompakt-SUV wurde nun wie Golf oder Passat auch auf den Modularen Querbaukasten umgestellt und bietet daher mehr Platz.
Der Bestseller unter den Kompakt-SUV wurde nun wie Golf oder Passat auch auf den Modularen Querbaukasten umgestellt und bietet daher mehr Platz.

Mehr Platz gibt es im Kofferraum, der nun 615 bis 1.655 Liter aufnimmt. Das ist im Vergleich zur ersten Generation ein Plus von 145 Litern. Mehr Platz haben aber auch die maximal drei Passagiere im Fond. Durch ein Plus von knapp drei Zentimetern gibt es ein wenig mehr Kniefreiheit. Weil Autofahrer in den USA und China, anders als in Europa, Versionen mit längerem Radstand bevorzugen, wird der neue Tiguan von Anfang an mit zwei verschiedenen Radständen entwickelt. Die längere Version wird im Frühjahr 2017 in den jeweiligen Märkten eingeführt.

Gegenüber seinem Vorgänger ist er mit 4,49 Metern 6 Zentimeter länger geworden, der Radstand wurde um 7,7 Zentimeter auf 2,68 Meter verlängert
Gegenüber seinem Vorgänger ist er mit 4,49 Metern 6 Zentimeter länger geworden, der Radstand wurde um 7,7 Zentimeter auf 2,68 Meter verlängert

Die zweite Generation des Tiguan wird es in den Ausstattungslinien Trendline, Comfortline sowie Highline geben. Die verschiedenen Ausstattungen werden sich mit insgesamt acht Euro-6-Motoren kombinieren lassen. Die vier Benziner leisten 92 kW/125, 110 kW/150 PS, 132 kW/180 und 162 kW/220 PS. Die vier Diesel entwickeln 85 kW/115, 110 kW/150, 140 kW/190 PS und 176 kW/240 PS. Die Basismotorisierung startet mit Frontantrieb, alle anderen Tiguan haben Allradantrieb entweder optional oder serienmäßig an Bord.

Sicherer wird der Tiguan unter anderem durch seine serienmäßige aktive Motorhaube, die sich beim einem Unfall mit Fußgängern oder Radfahrern etwas anhebt um die Intensität von Kopfverletzungen zu reduzieren, die City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung sowie den Spurhalteassistenten.

Cockpit des neuen VW Tiguan
Cockpit des neuen VW Tiguan

Wie es künftig mit dem SUV weitergehen könnte, zeigt Volkswagen mit der Tiguan GTE-Studie. Das 160 kW/218 PS starke Konzeptfahrzeug kann bis zu 50 Kilometer rein elektrisch zurücklegen und soll dabei lediglich 1,9 Liter auf den ersten 100 Kilometern verbrauchen. Die Reichweite wird dabei nicht nur durch die Lithium-Ionen-Batterie beeinflusst, sondern auch vom im Dach integrierten Solarmodul. Je nach Strahlleistung der Sonne kann die Energie für jährlich bis zu 1.000 Kilometer Reichweite erzeugt werden. Diesen Wert gibt Volkswagen für südeuropäische Länder an, Deutschland könnte man auf 500 Kilometer kommen.

Autor: Adele Moser/SP-X