Roadtrip: 4.043 Meilen quer durch die USA #mbc2c

USA: Coast2Coast in der Mercedes-Benz E-Klasse

Unterwegs im Drive-Pilot Habitat

Um ein Land zu verstehen, muss man es bereisen. Um ein Auto zu verstehen, muss man es fahren.  Soweit, so simpel. Die neue E-Klasse kenne ich bereits. Hier gab es die internationale Premiere für Journalisten, dann kam das T-Modell und derzeit fahren die Kollegen den AMG-Hammer der E-Klasse. Doch Presse-Fahrveranstaltungen sind zeitlich eng gesteckte Erlebnisse. So eine „full spec“ E-Klasse dabei wirklich zu „erfahren“ – eher schwierig. Und auch die ganzen Motorisierungen zu testen. Man lässt sich ja doch lieber zu E43 und AMG hin verleiten.

Unter der Oberfläche

Ähnlich sieht es bei den USA aus. Ein Land, das fasziniert. Eigentlich kenne ich es auch. Aber eben, nur oberflächlich. Und derzeit berührt mich das Land persönlich sehr. Was passiert dort? Was denken die Menschen, wenn man mal nicht die hippen Ost- und Westküsten-Städte besucht? Als die Frage kam, ob ich nicht mit der neuen E-Klasse von Miami nach Los Angeles fahren möchte – war meine Antwort klar, noch bevor die Frage zu Ende gestellt wurde. Ja – ich will. So unüberlegt und dennoch eindeutig war vermutlich nur  noch meine Antwort vor dem Standesbeamten.

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Und dieses Mal stand kein AMG zur Verfügung. Kein G63, kein SL63, nicht einmal eine feine S-Klasse 550. Nein, es sollte ein E300 4matic sein, in Buchhalter-Grau, oder wie es die Mercedes-Benz Experten nennen, in Diamant-silbern. Mit einem Vierzylinder. In den USA. Durch die USA. Den aufgeladenen „300er“ Vierzylinder und den Mercedes-Allradantrieb inklusive 9-Gang Automat gibt es in dieser Kombination im übrigen nicht in Deutschland. Spannende Wahl also allemal. Viel spannender war jedoch die Frage, wie sich der Drive-Pilot schlagen würde. Ist die Zeit reif für Stufe 2 auf den 5 Stufen zum autonomen Fahren?

Karibik-Buntes Ambientelicht

Die USA sind vielschichtig. Wie die Ausstattungskataloge des Mercedes-Benz Konfigurators. Der Start in Miami ein buntes Erlebnis. Launiges Karibik-Feeling mischt sich mit der Präsenz von Senioren und Winter-Flüchtlingen aus der ganzen Welt. Die ersten Meilen vergehen, während man sich in den Konfigurations-Möglichkeiten der Business-Class Limousine verirrt. Wo war noch einmal die Ambiente-Beleuchtung? Verflucht? Welche der 64 Farben passt denn nun zu Miami?

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Der Drive-Pilot wird bereits zum Start der Tour aktiviert. Unsicherheit. Erst einmal. Man kennt ja das TESLA-Fiasko. Aber es ist nun einmal kein „Autopilot“, wie es die anderen nennen, es ist und bleibt ein Assistenzsystem auf dem Level 2. Für die Navigation probiere ich also lieber die Sprach-Erkennung aus, damit bleiben die Augen auf der Straße und das „Schreiben“ auf dem Dreh-Drücksteller mag zwar auch funktionieren, ist aber eben nicht so intuitiv. Und überhaupt – was musste man bei den US-Adressen noch einmal beachten? Erst die Hausnummer? Dann die Straße? War der Zielpunkt der Tages-Etappe nun „South“ oder „North“? Dem Comand-System ist es egal. Meinen US-Slang akzeptiert es wohlwollend. Die Suche über die Sprach-Erkennung? Ein Segen. Die Ergebnisse, zu 99.9% auf den Punkt. So muss das mit dem „Assistieren“ laufen. Helfen, nicht nerven. 

Die Augen ermüden, der Drive-Pilot nicht

Nach 250 Meilen ermüden die Augen. Die Eindrücke entlang der Küste Floridas sind berauschend. Das Meer, Strandverläufe und immer wieder die ewig gleichen Kleinstädte. Hier eine Tankstelle von der Kette A, da ein Fastfood-Restaurant von der Kette B und da drüben, wieder ein Shop von Kette C. Bereits am ersten Tag wird klar: Die USA mögen ewig gleich strukturierte Prozessabläufe. Die USA, das Land der Ketten und der Systemgastronomie. Aber damit tut man ihnen unrecht, oder? Dem 300er ist es auf jeden Fall egal. Er schiebt uns, während sein Vierzylinder unter 2.000 Umdrehungen im 9.Gang vor sich hin brummelt, mit überraschender Effizienz in Richtung Tagesziel. Nicht erotisch, der Klang, aber effizient im Antrieb.

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Ja, Kaltstart ist nicht so sein Ding. Müssen wir Benzin tanken, oder nicht doch Diesel? Beim Aufbruch in Richtung Westen, der erste Tag ging an der Ostküste entlang in Richtung Norden, stellt sich die Frage zum ersten Mal. Der 300 mag sich als Effizienz-Wunder präsentieren, aber dafür erfordert er die Nachsicht beim Geräuschbild. Am Anfang dachte ich noch, da wäre das Hosenrohr gerissen. 

Effizient, aber rau

Die Meilen addieren sich. Der Verbrauch sinkt auf knapp 32 mpg. Beim Umrechnen im Handy klappt die Kinnlade herunter.

Die Landschaft verändert sich zum ersten Mal, als wir Texas erreichen und die Golf-Küste verlassen. Aus dem fast tropischen Bild wird ein etwas kargeres. Die Menschen verändern sich. Die Autos, mit denen wir uns die Interstate teilen, verwandeln sich. Aus SUVs und Limousinen werden Pick-Up Trucks. Nicht diese „kleinen Dinger“. Die großen. Mit Zwillings-Bereifung und derben Rußfahnen beim Beschleunigen. Feinstaub und Nox-Emissionen? Die Probleme der anderen. Sowie es so langsam eh mehr und mehr um „die anderen“ geht. 

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Noch den ersten 1.000 Meilen ist der Drive-Pilot zum besten Freund geworden. Keine Interstate vergeht, ohne die Wachsamkeit und Assistenz des Drive-Pilot zu nutzen. Er warnt dich vor Trucks, die unangekündigt die Spur wechseln, er hält dich sicher auf deiner Spur, während du im Satelliten-Radio zwischen Sendeplatz 85 und 179 nach neuer Musik suchst. Und natürlich entspannt er deine Körperhaltung. Die Hände lässiger am Lenkrad, leichte Führung, den rechten Fuß relaxed im Fußraum, weg vom Gaspedal. So gibt dir diese E-Klasse den Freiraum, deine Gedanken schweifen zu lassen. Die Augen auch mal über den Horizont wandern zu lassen. Die Eindrücke mental zu verarbeiten. Vom subtropischen Klima Floridas zur trockenen Landschaft Texas in Richtung Norden, in Richtung Wälder und weit greifenden Bergen. Colorado überrascht am meisten. Den Vierzylinder-Turbo geißeln die Aufstiege auf über 4.000 Höhenmeter. Jetzt, ja jetzt, wäre der E400 die deutlich lockere Wahl. Oder ein 350er Diesel? Doch die USA verstehen den Diesel nicht mehr. Zumindest dann nicht, wenn er ohne Rußwolken auskommt. Ein Diesel ohne Rußwolken – und überhaupt, ein Diesel, ja, doch nur ein Truck-Antrieb. Manchmal kommt man aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus. Bei den Motoren herrscht selige Übereinstimmung und trottelige Vergangenheitsliebe, aber wehe, du fragst nach French-Toast oder Kaffee, von beidem gibt es mehr Varianten als es dem eigenen Cholesterin-Spiegel oder der Magendrüse gut tut. Texas, New Mexico und Colorado sind so völlig anders als die Urlaubsorte an der Ost- und Westküste. Nicht, dass die Menschen nicht freundlich sind. Auf dem ganzen Trip haben wir nicht einen Menschen getroffen, der nicht freundlich war. Aber, es ist anders. Der mittlere Westen ist gläubig. Und manchmal glaubt man sogar die wenig nachvollziehbaren Versprechen eines Verführers mit orangener Haut und merkwürdigen Haupthaar. 

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Atemberaubend

Die anspruchsvolle Landschaft Colorados raubt mit ihrer dünnen Luft nicht nur mir den Atem. Auch der Verbrauch des E300 leidet. 30 mpg sind erst einmal Geschichte. Wie gesagt, „Rightsizing“ des Antriebes ist eine Frage, die mehrschichtig ist. Und manchmal ist mehr, eben gerade richtig. Notiz in der Ringmappe: E-Klasse für den nächsten USA-Roadtrip? Mindestens als 400er Benziner.

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Filmkulisse USA

Von Colorado führt der Weg nach UTAH. Das Land der Canyons. Und wieder ändert sich die Vegetation komplett. Endlose Highways führen in Richtung Horizont. Meile um Meile, geradeaus. Das Tempolimit wird großzügig ausgelegt, die Warnschwelle des Comand-Systems angehoben. Mittlerweile finden die Finger blind zum Untermenü für die Sitzmassage. Nach über 2.800 Meilen ist der Favorit hier klar gefunden. Die „Active Massage“ gewinnt. Der Sound der „kleinen“ Burmester-Anlage liefert das akustische Spektakel für die umwerfenden Eindrücke der Weite. So langsam wirkt das alles wie ein endloses Intro für einen Roland Emmerich Film.

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Aliens und Waffen

Immer wieder die Gedanken, wie das wohl war, als nicht der Stern gen Westen trug, sondern eine Kutsche. Ein Pferd. Die Einsamkeit muss brutal gewesen sein. Der „wilde Westen“? Keine einfache Kulisse, ein Sinnbild für die Anforderungen, die man meistern musste. Eine Historie, die Menschen prägt, eine Geschichte, die erklärt, weswegen man den „Amis“ nicht einfach das „Second Amendment“ wegnehmen kann. In Nevada soll es Aliens geben. Oder wenigstens einen „Extraterestrial Highway“. Wie vieles in den USA verläuft man sich schnell in Touristenfallen – aber abseits der Trampelpfade findet man immer wieder Stellen, an denen einem die Faszination der Weite jegliche Laute raubt. 

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Am vorletzten Tag lockt die Sünde. Las Vegas. Dieses Lichtermeer in der Wüste. Wer „Vegas“ besucht, sollte das mit dem Auto tun. Und er sollte am Abend ankommen. Vegas liegt in einem Tal-Kessel, lange, bevor man ankommt, schimmert der Himmel über der Wüste orange. Nach der endlosen Weite, der Einsamkeit, draußen – wirkt das überdrehte Las Vegas surreal. Überdreht. Zu grell. Wie einige der Lichtfarben der Ambiente-Beleuchtung, wie die volle Dröhnung aus der Burmester-Anlage bei überkommender Müdigkeit.

Vegas zu verlassen, ist so schön wie ankommen.

Noch ein letztes Mal lockt die Wüste. Auch nach über 3.300 Meilen spielen die Sitze in der E-Klasse den perfekten Gastgeber. Warum man sich so gerne auf die E-Klasse als Flottenfahrzeug einlässt? Vermutlich, weil sie auch in der jüngsten Generation ihre klassischen Tugenden nicht vergessen hat. Okay, zu dieser Erkenntnis hätte es vermutlich auch die Strecke Ulm-München getan. Nachdem man sich aber über die gesamte Breite des Nordamerikanischen Kontinent davon überzeugt hat – muss es nochmal erwähnt werden. 

Der Salzgeruch der Westküste überlagert das Beduftungsystem der E-Klasse, als das Ziel sichtbar wird. Die Pier in Santa Monica, Endpunkt der Route 66 durch die USA. Endpunkt einer Reise, die mir am Ende mehr Antworten über die E-Klasse lieferte als über die USA.

Welcome to Drive-Pilot-Habitat-Country, welcome to the U.S.

Die klassische Reise-Limousine ist, auch als 300er, Sieger der Herzen, nicht der Performance und nicht beim Geräuschbild – aber wenn es um die Tugend des „Ankommens“ geht, fährt sie einen klaren Punktsieg ein. Um die USA zu verstehen, gut, dazu muss ich vermutlich noch einmal zurückkommen. Eventuell beim nächsten Mal voll-autonom? Ost-Küste -> West-Küste? Das dürfte dann auch für den „Stern“ eine Herausforderung sein.

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Auto Blog of the Year 2014

Nein, ich habe nicht mitgemacht. Nein, ich fand die Idee am Anfang nicht gut. Nein, ich habe nicht abgestimmt. Aber manchmal wird am Ende eben alles gut. So wie bei der Wahl zum „Auto Blog of the Year 2014“ von der directline Versicherung.

Auto Blog of the Year 2014

Warum habe ich nicht mitgemacht?

Diese Art von Wahl empfand ich bereits im letzten Jahr als schrecklich oberflächlichen Linkbait.  Der Versicherer „directline“ agiert hierbei mit den klassischen Werkzeugen des Online-Marketings und verleiht drei dotierte Preise für den „Auto Blog des Jahres“  (warum muss es eigentlich ein „of the Year“ sein?).  In Summe sind es 3.500 € die an die Blogger überwiesen werden die gewonnen haben. 2.000 € für den Ersten, 1.000 für den Zweiten und der Dritte bekommt noch 500 €. Eine erschreckend geringe Summe für die Aufmerksamkeit die man damit erreichen wollte. (Und nun auch erreicht hat.) Erst einmal werden dutzende von Autoblogs nominiert und am Ende sollen die nominierten ihre Fans zur Wahl motivieren. Viele nominierte Blogs – am Ende waren es 15 Finalisten – ergeben viele Artikel über diese Wahl. Das Preisgeld motiviert die Blog-Inhaber gleich mehrfach auf ihre Teilnahme hinzuweisen. Egal – die Methodik ist so simpel, da fühle ich mich einfach beleidigt. Und auf der anderen Seite dachte ich mir, nachdem ab zu sehen war wer sich um diesen Titel bemüht, dass hier nun wirklich viele „Privat-Blogs“ dabei sind. Blogs die als Hobby betrieben werden. Da sollten Profi-Blogs erst gar nicht mehr dabei sein.

Und wie es der Juror von motor-talk ausdrückte: Viele der Auto-Blogs agieren kaum noch als Blog. Bingo! Auch ich sehe „autohub.de“ kaum noch als Blog. Ein Magazin trifft es in Aufmachung, Menge der Artikel und Tiefe doch viel eher. Die ganz persönliche Note versuche ich diesem „Blog“  nicht abzugewöhnen, aber ein wenig mehr Abstand tut den Artikeln vermutlich gut.

Da war für mich klar: Ich beteilige mich nicht an dieser Blog-Wahl zum Autoblog des Jahres 2014. 

Jetzt stehen die Gewinner fest. Okay, eigentlich seit gestern 12h (5.6.) stehen die Gewinner fest und ich freue mich für die Gewinner. Denn was ich am Anfang nicht glauben wollte, ist nun doch passiert. Blog of the Year ist ein Auto-Blog geworden, dass ich selbst auch wirklich als Blog bezeichnen würde – ebenso der zweite Platz. Und auch bei der Bronze-Medallie freue ich mich. Lange Rede – hier die Sieger im Überblick:

  1. Fusselblog von Bernd Frank
  2. Sandmanns Welt von Jens Tanz
  3. Mercedes-Benz Passion Blog von Markus Jordan und Philipp Deppe

 

Am Ende wurde aus dieser Farce ein echter „Award“ – auch wenn ich noch immer nicht verstehe, weswegen es der „Auto Blog of the Year“ sein muss. Auto-Blog des Jahres wäre auch verständlich gewesen. Ganz egal. Glückwunsch an die Gewinner! Ihr seid auch für mich, ganz besondere Autoblogs!

Interessant ist die Tatsache, dass der Mercedes-Benz Passion Blog zum zweiten Mal in Folge auf das Treppchen kam. Im letzten Jahr gewann man den Award sogar. In diesem Jahr haben die beiden Mercedes-Experten das eigene Publikum anscheinend nicht genug motivieren können.

 

Der Tod des gelben Engels

Blicken wir zurück:  Zuerst war da eine Behauptung die durch die Presse geisterte. „Manipulation bei der Wahl zum „Gelben Engel“. Der Ex-Kommunikationschef Ramstetter machte sich darüber – während der „Verleihung des gelben Engel“ sogar noch lustig. Da war das Selbstbewusstsein des ADAC noch unerschütterlich. So meinte das wohl auch die Industrie und feierte beschwingt den „Gelben Engel“. 

ADAC – Der Skandal nimmt kein Ende

Das erste Bauernopfer fiel schnell. Michael Ramstetter der Kommunikationschef des Clubs und Chefredakteur der ADAC motorwelt musste gehen. Doch die Zweifel blieben. War Ramstetter alleine schuldig? Vermutlich nicht. Üblicherweise stinkt der Fisch immer vom Kopf. Doch ADAC-President Meyer blieb erst einmal hartnäckig an seinem Posten kleben. Er gelobte Besserung und vollständige Aufklärung. In der Zwischenzeit – der ADAC hatte unabhängige Wirtschaftsprüfer eingeschaltet um den Betrug aufzuklären – nahmen die Skandale jedoch kein Ende. Da flog der Präsident mit dem Rettungshubschrauber zu Terminen, die Kinder von Führungskräften mit Ambulanz-Flugzeugen in den Urlaub. Der Club schien und scheint zu einem Paradies der Selbstbedienung und eitlen Selbstüberschätzung geworden zu sein. Der Eindruck das hier etwas nicht stimmt und zwar von oben herab, manifestierte sich.

Peinliche Demut bei Jauch

Irgendjemand hatte ADAC-President Meyer dann dazu geraten, nun mit Demut in die Öffentlichkeit zu treten, die Fehler einzugestehen und Besserung zu geloben. Der Sonntagabend vor einer Woche bei Günter Jauch schien dafür perfekt. Doch was ADAC-President Peter Meyer ablieferte war eine peinliche Vorstellung.

Da saß ein ADAC-Präsident der es gewohnt war Forderungen zu stellen, Fehler eingestehen und Demut zu zeigen, schien nicht zu den Talenten von Peter Meyer zu gehören. Und wer dem Gespräch aufmerksam folgte, merkte schnell, hier spielt jemand nur den Aufklärer. Als Jauch erste Zahlen zur Austrittswelle wissen wollte, wand sich der ADAC-Chef zuerst. Die Zahlen sollten Montag-Vormittag präsentiert werden. Er wisse dies noch nicht. Jauch wunderte sich zurecht. Ein Chef der am Sonntagabend nicht wisse, was am Montag in der Früh präsentiert wird? Meyer gab klein bei und nannte die Zahl von 5.000. So viele Mitglieder seien seit Beginn des Skandals ausgetreten. Wenige Stunden später nannte der ADAC die Zahl von 15.000 Kündigungen. Nun war klar – Peter Meyer log im TV, selbst der ADAC-Präsident leidet unter chronischer Manipulationslust.  Doch warum? Ob 5.000 oder 15.000? Bei 19 Millionen Mitgliedern macht das doch noch keinen Unterschied. Oder doch?

Auch bei der Pannenstatistik redete sich Peter Meyer um Kopf und Kragen. Der ADAC hätte ja nie behauptet, die Zahlen der Pannenstatistik seien repräsentativ. Nun denn. Wenn dem so ist, dann fragt man sich schon – warum dann überhaupt der Aufwand? Nur der Liebe zu den Zahlen wegen? Oder dem Geschäftsmodell zuliebe? Denn wer als Automobil-Hersteller mit dem ADAC zusammenarbeitet, der taucht in der Statistik nicht mit den echten Zahlen auf.

Dazu kamen die Batterie-Verkäufe der „Gelben Engel“ die an Drücker-Kolonnen erinnerten. Der Strom riss nicht ab und Peter Meyer spielte die Rolle des Aufklärers und Saubermanns nur schlecht.

Heute endete die Ära Peter Meyer

Am heutigen Montag hat Peter Meyer seinen Rücktritt vom Amt des ADAC-Präsidenten bekannt gegeben. Vermutlich aber auch nur, um nicht im hohen Bogen durch das restliche Präsidium raus geworfen zu werden. Wobei die Frage gestellt werden muss? Waren es nun nur Ramstetter und Meyer? Zuvor war es nur Ramstetter. Was wissen wir in vier Wochen? 

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte hat heute den Untersuchungsbericht zur Wahl des „Gelben Engel“ veröffentlicht.

Und stellte damit klar: Es wurden nicht nur die Zahlen zur Teilnahme manipuliert, sondern auch das Ergebnis an sich.

Das manipulierte Ergebnis

Offiziell ging die Wahl im Januar wie folgt aus:

  1. VW Golf 34.299 Stimmen
  2. Audi A3 27.765 Stimmen
  3. Mercedes A-Klasse 24.418 Stimmen
  4. Škoda Octavia 22.237 Stimmen
  5. BMW 5er Serie 17.235 Stimmen

Doch die Wahrheit sieht anders aus:

Der VW Golf gewinnt – allerdings nicht mit 34.000 Stimmen, sondern mit 3.271 Stimmen. Danach folgt der 3er BMW mit 1.703 Stimmen. Folgt man hier dem Ergebnis der Wirtschaftsprüfer von Deloitte, dann liegt im Falle des BMW 3er jedoch keine Manipulation zu Grunde, sondern Unfähigkeit. Auf Platz 3 folgte der Audi A3 mit 1.664 Stimmen. Die A-Klasse kommt nur auf den vierten Platz und nicht auf das Treppchen.

Doch trotz der angeblichen Meinungsmacht des ADAC – immerhin vertritt man 19 Millionen Mitglieder – nahmen insgesamt nur 45.202 Mitglieder teil. Davon sogar deutlich mehr „online“ als „offline“. Und das bei einem Automagazin das Millionenfach an die Mitglieder verschickt wird. Jeden Monat. So waren es online 28.200 Stimmen die gezählt wurden und Offline (Postkarte) waren es 16.602 Stimmen. Selbst gibt man an, die Motorwelt habe eine Auflage von 13.8 Millionen Exemplare.  Das wäre eine Quote von 0,12 % Leser der motorwelt. Absurd niedrig. Absurd. 

Reaktionen der Automobil-Industrie

Lächelnde Gewinner sah man häufig. Die Automobil-Industrie spielte das Spiel des ADAC immer brav mit. Man bezahlte den ADAC. Man schaltete Anzeigen. Man war Kooperationspartner. Und man warb mit den Erfolgen bei den den Wahlen des ADAC und der Pannenstatistik. In der aktuellen Februar-Ausgabe der Motorwelt ist im übrigen kein Automobil-Hersteller mit Werbeanzeigen vertreten. Sicher kein Zufall, sondern bereits Ergebnis der peinlichen Situation in die man geführt wurde. Doch sind die Automobil-Hersteller wirklich unschuldig?

Sie wussten aus den Vereinbarungen zum Thema Pannenstatistik wie man beim ADAC arbeitet. (Dort wurden Hersteller die den ADAC als Pannenhelfer beauftragten, nicht mit den tatsächlichen Pannen geführt – aber wie Peter Meyer bei Günter Jauch sagte – die Pannenstatistik wäre nie repräsentativ gewesen..(sic!)).

Mercedes-Benz hat seinen „Goldenen Engel“ bereits zurück gegeben. Man will Distanz schaffen zum Pannen-Verein und hat sich mit der Rückgabe distanziert:

„Publikumspreise sind für Daimler grundsätzlich von hoher Bedeutung, da sie unmittelbar die Meinung der Öffentlichkeit widerspiegeln“, hieß es in einer Mitteilung des Mercedes-Herstellers Daimler. „Unabdingbare Voraussetzung hierfür ist, dass die Leserwahlen korrekt durchgeführt werden. Bei der Vergabe des „Gelben Engel“ war dies nicht der Fall.“

Manipulation und Betrug scheint beim ADAC zum Geschäft zu gehören.  

Dem Betrug war auch bei der Auslosung der Gewinner kein Riegel vorgeschoben. Deloitte hat festgestellt:

Der Prozess zur Auslosung der Gewinner war ebenfalls weder schriftlich fixiert noch ausreichend im durchgängigen 4-Augen-Prinzip gegen Fehler abgesichert. Durch die nicht proportionale Auslosung wurden die Teilnehmer der Coupon-Wahl bevorzugt

Das System ADAC darf getrost als „gescheitert“ bezeichnet werden. Das erste Ergebnis der Wirtschaftsprüfer von Deloitte zeigt den Totalschaden des ADAC nur in Auszügen.

Was noch folgen wird? Man darf gespannt sein.

 

Doch nun stellen sich die Fragen: Welche Gegenleistungen erhielt der ADAC von der Automobil-Industrie? 

Die Automobil-Industrie: Opfer oder Mittäter?

Die Frage die noch geklärt werden muss ist: Was – oder wer – steckt hinter den Manipulationen? Welche Motivation trieb die Verantwortlichen beim ADAC. Das man die Zahl der Teilnehmer massiv geschönt hat, dürfte durch die peinlich niedrige Beteiligungsquote zu erklären sein. Aber warum rutscht die A-Klasse von 4 auf 3? Warum landet der Fünfer-BMW auf 5, statt auf 7? Warum verschwand der Dreier-BMW vom zweiten Platz? Und was passierte bei den Wahlen zuvor?

Alles nur Dummheit? Nur Fehler?  Oder das Ergebnis von Geklüngel? 

Klar ist: Der gelben Engel ist tot. Und der ADAC hat seinen gelben Engel selbst auf dem Gewissen.

 

 

 Edit: Auf Facebook wird jetzt durchgezählt: https://www.facebook.com/gelberBengelMitgliederzaehlung

 

Bloglight Dezember: Mitsubishi – Shine bright like a Diamond

Das Beste kommt zum Schluss und in diesem Fall fällt mir zuerst ein Songtext ein:

„Shine bright like a Diamond“

Das Bloglight im Monat Dezember geht an einen Hersteller, der mir sehr ans Herz gewachsen ist. Und das nicht weil ich in diesem Jahr auf einem ganz besonderen Event war mit diesem Hersteller, nein – es gab auch keine Briefumschläge mit Bargeld, nein – eine Business-Class-Flugreise ins Ausland war auch nicht dabei und auch keine 5-Sterne Hotels – das Bloglight im Dezember geht an einen Hersteller aus Japan, der kaum noch wahrgenommen wird in Deutschland. Der Marktanteil ist schmerzhaft gesunken und dennoch hat man ein offenes Ohr für Blogger.

Stefan Büttner MitsubishiIm Prinzip ist dieses Bloglight vor allem einem Mann geschuldet, dem Gesicht von Mitsubishi Motors Deutschland: Stefan Büttner.  Stellvertretend für ihn 😉 – geht das Bloglight im Dezember an:

Mitsubishi Motors Deutschland

Bis zur Jahrtausendwende war Mitsubishi Motors in Deutschland vor allem durch die Rallye-Erfolge bei der Paris-Dakar und der Rallye-Weltmeisterschaft bekannt.  Mit der ersten Krise in der Automobil-Industrie und dem Wandel zu ökonomischen Fahrzeugen tat man sich ein wenig schwer – hat aber am Ende das Elektrofahrzeug in Deutschland präsentiert, dass man vor Ort beim Händler auch kaufen konnte.

Der sportliche Erfolg der Marke wird derzeit vor allem von privaten Rallye-Einsätzen hoch gehalten – mit Ausnahme der Teilnahme am „Race to the Clouds“ in diesem Jahr.

Mitsubishi hat aber auch besondere Erfolge in den letzten Jahren vorzuweisen, so sind der Mitsubishi ASX und der Mitsubishi Outlander so erfolgreich, dass diese Fahrzeuge von gleich zwei anderen Marken adoptiert wurden und nun auch unter deren Markenzeichen verkauft wird.

Für mich persönlich war sogar ein ganz kleiner von Mitsubishi, ein ganz Großer in diesem Jahr: Der Testwagen des Jahres 2012! Ein besonderes Erlebnis war auch das Treffen der Mitsubishi-Fans, dass ich in diesem Jahr zum ersten Mal erleben durfte.

Mitsubishi Motors Deutschland dürfte von allen Automobil-Importeuren in Deutschland das kleinste Budget haben und dennoch hat der Verantwortliche Presse-Kontakt bei MMD, Stefan Büttner, immer ein offenes Ohr für meine Fragen und Wünsche gehabt. Bei keinem Importeur und erst recht bei keinem deutschen Hersteller habe ich eine derart offenherzige und glaubwürdige Wertschätzung erfahren, wie bei Mitsubishi Deutschland.

Dieses Bloglight soll daher eine Belohnung und eine Würdigung der Leistungen sein, die nicht nur ich in diesem Jahr durch Mitsubishi Motors Deutschland erfahren durfte!

Stefan & Mitsubishi: Rock on!

Das sehen einige meiner Kollegen ganz ähnlich:

Motorshow Essen Toyota GT86 Sportscar of the Year

Toyota GT86 – Sportscar des Jahres!

Das „Sportscar des Jahres 2012“ in der Coupé Klasse ist der Toyota GT86 geworden! Herzlichen Glückwunsch.

Presse-Meldung:

Auf der Rennstrecke ist der Toyota GT86 bereits erfolgreich, jetzt hat er auch die Leser der Zeitschrift „Auto Bild Sportscars“ überzeugt. Bei der Leserwahl zu den „Auto Bild Sportscars des Jahres 2012“ belegt der Toyota GT86 in der Kategorie „Coupés Serie“ den ersten Platz. Zur Wahl standen insgesamt 173 Serien- und Tuning-Fahrzeuge in 17 Klassen.

Den gebührenden Rahmen für die Preisverleihung lieferte die Essen Motor Show, traditionell das Mekka der Sportwagenfans in Deutschland. Das Siegerauto der Coupé-Klasse, der serienmäßige GT86, trifft dort auf eine Reihe modifizierter Exemplare der gleichen Baureihe. So stellt die Toyota Motorsport GmbH den GT86 CS-V3 vor. Diese Motorsportversion soll auf günstige Art konkurrenzfähigen und seriennahen Rennsport ermöglichen. Was Tuningspezialisten aus dem GT86 machen können, sieht man beispielsweise auf dem Stand des Fahrwerksspezialisten Bilstein und beim Räderhersteller Brock.

Aber schon die Serienversion des GT86 bietet genügend sportliches Potenzial. Sein
147 kW/200 PS starker Boxermotor beschleunigt den 2+2-Sitzer in 7,6 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und auf eine Höchstgeschwindigkeit von 226 km/h. Mit einem Basispreis von 29.900 Euro zeigt der GT86, dass sportliches Autofahren keine Frage hoher Listenpreise ist. Nicht zuletzt das und die betörende Form des Coupés haben die Leser der „Auto Bild Sportscars“ überzeugt.

Toyota Presse Deutschland

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Kommentar:

Völlig zu Recht! Auch wenn ich die Autobild sportscars selbst nicht lese – diese Wahl der Leser kann ich vollständig nachvollziehen. Der GT86 war die sportliche und zugleich emotionale Befreiung der ansonsten in der Ernsthaftigkeit Automobiler Nachhaltigkeit versunkenen Marke Toyota. Ohne ein sportliches Herz, kann eine Marke jedoch nicht überleben. Nach einer Zeit des Umwelt-idologischen Durchmarschs, dürfen Autos nun auch wieder Spaß machen. Der GT86 hat mit seinem Boxermotor-Herz die Herzen der Autofans im Hochdrehzahlbereich erobert!

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Jaguar im August-Bloglight

Die springende Wildkatze ist das Markenzeichen der Ur-Englischen Traditionsmarke „Jaguar“ und in diesem Monat springt das Raubtier mitten hinein in das „Bloglight“. Bloglight im Monat August ist geworden:

Jaguar

Es gibt ein paar gute Gründe für die Wahl von Jaguar zum Bloglight in diesem Monat. Nun wird man vermutlich an erster Stelle bemerken, hoppla – „hatte Jaguar nicht erst ein oder zwei Handvoll Blogger eingeladen“ – und nun ist Jaguar zum August-Bloglight gewählt wurden. Das riecht nach Schiebung nach „gekauft“ – nach Vetternwirtschaft – oder nach was auch immer 😉

In meinem Fall kann ich jedoch sagen, warum ich das August-Bloglight für Jaguar unterstützen kann und kann ebenso versichern, nicht gekauft worden zu sein. Im Gegenteil. Ich hatte mich sogar geärgert – weil der XK-RS nicht zur Verfügung stand, anders als zuvor besprochen. Und wer mich kennt, der weiß – ich bin schnell mal ein Sensibelchen 😉

Nun denn – es gab aber einen ganz anderen guten Grund für mich. Nein, es waren sogar 3 gute Gründe für mich – die Wahl von Jaguar zu unterstützen:

Mut

Den Mut, als relativ kleiner Hersteller, auf die Blogger-Gemeinde zu zu gehen und in einen Dialog zu treten, denn muss man belohnen. Denn es gibt noch immer Hersteller die hierzu nicht in der Lage sind. Sei es aus Hochnäsigkeit,  Fehleinschätzungen oder schlichter Dummheit.

Jaguar hat den Mut gehabt und das ist mehr als ein paar warme Worte wert. Ebenso war das Event als solches, in dessen Rahmen der erste Kontakt zwischen Jaguar Deutschland und der Blogosphäre stattfand, gut gewählt und zweifelsfrei gut organisiert. Man fühlte förmlich die Bemühungen, diesen ersten Kontakt mit dem Bewusstsein der Ernsthaftigkeit auszustaffieren.

Und wir reden hier nicht über einen Massen-Hersteller mit riesiger Zielgruppe! Wir reden über einen kleinen und feinen Automobil-Hersteller aus England!

Stil

Jaguar hat nach dem Verkauf an Tata Motors die Wende geschafft. Derzeit sieht es zumindest so aus. Die fast 20 Jahre unter FORD hatten der Marke mit der springenden Raubkatze nicht wirklich gut getan. Und fast war man geneigt zu glauben, der Verkauf an Tata wäre der endgültige Todesstoß. Doch weit gefehlt, die neuen Besitzer aus Indien scheinen derzeit alles richtig zu machen und so erblüht auch das derzeitige Fahrzeug-Portfolio zu einer neuen Pracht. Elegante und moderne Modelle wie der XJ und XF und daneben betont sportliche Zweisitzer vom Schlage eines XK. Jaguar hat derzeit einen echten Lauf und findet zurück zu einem feinen Stil – ganz ohne Pseudo-Retro-Spielereien. Es sieht so aus, als wäre auch der Stil der Traditionsmarke  Jagaur wieder am aufblühen.

Christian Danner

Der gute Christian Danner ist ein Markenbotschafter von Jaguar und als solcher war er am ersten Abend des Events auch vor Ort. Und er saß direkt neben mir und ich habe mich göttlich unterhalten. Ein Quell spannender Geschichten und voll auf der gleichen Wellenlänge was die Motorsportlichen Ansichten angeht. Ein grandioser Abend.

Einen Automobil-Hersteller der so jemanden als Markenbotschafter auffährt, muss man mögen 😉

 

In diesem Sinne – herzlichen Glückwunsch an Jaguar für das Bloglight im August.

Foto-Roh: Jan Gleitsmann

Bloglight im Juni: Nissan

Jeden Monat wieder, so natürlich auch im Juni. Das Bloglight. Und in diesem Monat fiel die Wahl der Autoblogger auf den Automobilhersteller Nissan.

Wieso, weshalb und warum – das lest ihr im Bloglight des Monats:

NISSAN im Bloglight

Es wäre eine leichte Sache die Wahl zum Juni-Bloglight damit zu erklären, dass man bei NISSAN den Mut hatte, einen von 2 Juke-R in die Hand von einigen Bloggern zu geben. Aber es liegt nicht nur an diesem einen Event. Wobei natürlich die Fahrt im 485PS starken Juke-R ein Erlebnis der besonderen Art war.

Nissan hat sich das Juni-Bloglight noch mit einigen anderen Taten gesichert. Da wäre zum Beispiel der Nissan-Deltawing, der die 24h von LeMans mit einem völlig neuen Rennwagen-Konzept in Angriff nahm. Oder den Mut, beim 24 Stunden Rennen am Nürburgring, mit 2 fast im Serientrimm startenden Nissan GT-R anzutreten.

Freunde von sportlichen Fahrzeuge und Freunde des Motorsports kamen bei der Japanischen Marke in den letzten Wochen also voll auf ihre Kosten.   Für mich persönlich fiel die Wahl vor allem deswegen auf Nissan, weil die Deutsche Presse-Abteilung schon früh den Mut hatte, Testwagen und Testtermine auch an Blogger zu vergeben.

Für mich als kleinen und freien Motorjournalisten sind diese Unternehmen, Firmen wie Nissan, mit ihrem großem Herzen und dem Mut auch neue Wege zu gehen, besonders wichtig.

Und das sich dieses Engagement auszahlt, davon können viele Fahrberichte von mir und mehrere 10-Tausend Klicks auf eben diesen Berichten erzählen. Um ganz ehrlich zu sein: Für mich war Nissan noch nie eine interessante Marke. Nicht bis zum dem Tag als ich Anfing professionell zu bloggen und darauf angewiesen war, den eigenen Automobil-Hersteller Horizont zu erweitern.  Auf einmal musste ich meine Vorurteile neu überdenken und alles auf den Prüfstand stellen, was ich so bis dato an Meinungen gesammelt hatte.

Heraus gekommen sind bis heute folgende Fahrberichte über die Marke Nissan:

Eines der kontroversesten Autos:  Der Juke | Fahrbericht

 

Eines der Autos mit großem, ehrlichen und sportlichen Charakter: Der 370Z | Fahrbericht

 

Einer der größten Frauenversteher: Der Micra DIG-S | Fahrbericht

Und der große raue Bursche mit dem liebenswerten Kern: Der Pathfinder | Fahrbericht

 

Daneben gab es eben auch den Juke-R, dessen Präsentation ich in Malaga im letzten Jahr live erleben durfte und vor ein paar Wochen, live und selbst fahren konnte. Das ist Erlebnis der besonderen Art gewesen – die GT-R Fahrt im Anschluss war auch nicht völlig langweilig.

 

Nissan – man versteht es nun – ist zu Recht das aktuelle Bloglight! Und das sehen andere Blogger genauso:

Mehr über die bisherigen Bloglights auf: http://blogger-auto-award.de/

 

 

 

Bloglight im Mai: Škoda

Jeden Monat wieder, wählen ein paar Auto-Blogger den Hersteller des Monats. Im Monat Mai ist die Wahl gefallen, auf:

Škoda

Der tschechische Automobil-Hersteller wurde 1895 von Laurin & Klement gegründet und ist seit 1991 im Unternehmensverbund der Volkswagen AG. Seit dem Einstieg der Volkswagen AG, prosperiert das Unternehmen wie kaum ein anderer Hersteller den Volkswagen bisher „eingekauft“ hat.

Als „kleine Tochter“ des großen Volkswagen-Konzerns muss man sich bei den eigenen Modellen üblicherweise ein wenig hinten anstellen und erst ein Mal auftragen, was die Konzern-Mutter „vorschlägt“. Im Falle des neuen up!, dem ersten „Volkswagen“ seit dem Produktionsende des VW Käfers, bekamen sowohl die Tochter SEAT, als auch Škoda gleich zum Anfang ein passendes Klon-Modell untergejubelt.

Vermutlich wenig einfallsreich, dafür umso erfolgreicher.

Mit der Präsentation des kleinen urbanen Stadtfloh in Hamburg, hat die Škoda-Presse-Abteilung gleich noch ein neues Kapitel in der Online-Arbeit geöffnet. Erstmals waren bei Škoda auch so genannte „Blogger“ eingeladen, das Citywusel zu testen.

Für mich stellen andere Modelle die persönlichen Highlight im Škoda-Modellprogramm da. Mit einem „urbanen Cityfloh“, zumal als Standard-Benziner und ohne Hybrid-Version, werde ich nicht dauerhaft froh. Da ist ein Superb oder ein Yeti schon eher nach meinem Geschmack. Richtig auf Fahrt kommt man derzeit  mit einem speziellen Fahrzeug:

Škoda Fabia RS

Die kleine Renn-Hummel, am besten in „Rallye Grün metallic“, entspricht meiner Vorstellung von „Downsizing“ 😉 – weniger Platz, mehr Leistung – so oder ähnlich lautet wohl das Erfolgsrezept von sportlichen Modellen a la Mini Cooper S und Fiat 500 Abarth. Aber eben auch der Fabia RS mit dem 1.4 Turbomotor und 180PS macht vermutlich richtig Laune.  Die Kraft wird über das Doppel-Kupplungsgetriebe aus dem VW-Konzern übertragen.

Mit einer überschaubaren Länge und basierend auf dem Volkswagen Polo, ist der Fabia RS ein kleiner und handlicher Sportler, der auch in der Stadt nicht deplatziert wirkt, aber bei schnellen Autobahn-Etappen nicht sofort die Segel streicht. So müssen knuffige und emotionale Autos sein 😉

Škoda steht vor allem im Bloglight, weil es noch lange nicht für alle Hersteller normal ist, beim Media-Talk auch mal über den Rand des Notizblocks zu blicken. Ein Erfolg vermutlich auch von der neuen Social Media Expertin bei Škoda – ich drücke ihr die Daumen, für die zukünftige Arbeit.

Das sagen andere Blogger zum Škoda-Bloglight:

AutoBild Bashing

Wenn es darum geht der AutoBild Fehler und Dämlichkeiten nachzuweisen bin ich immer gerne mit dabei. Am liebsten direkt an der Front.  Aber manchmal muss man auch die Kirche im Dorf lassen.

Über die aktuelle Ausgabe der AutoBild hätte ich eventuell gar nicht geschrieben, wenn nicht die Mercedes-Fans.de gerade Amok laufen würden.  Grund hierfür: Der aktuelle SLK, der kleine Bruder vom Nasenbär SL wurde von 4 Designern nur auf Platz 11 von 11 gewählt.

Es kann nicht sein, was nicht sein darf – hatten doch die Leser der AutoBild im letzten Jahr  den neuen SLK doch mit dem AUTOBILD Design Award 2011 bedacht. Und nun sowas. 4 Designer maßen sich an, eine Meinung – eine eigene Meinung über den kleinen Nasenbären zu haben.

Für die Macher von Mercedes-Fans.de ist das etwas was nicht akzeptiert werden kann.  In einer Argumentation der ich leider nicht folgen kann, zerreist man den Bericht. Nicht das ich ein Problem damit habe wenn die AutoBild Gegenwind erhält.  Nur den Grund finde ich arg konstruiert, denn die AutoBild geht selbst auf den Widerspruch ein, dass der SLK zuerst die Leserwahl im letzten Jahr gewinnt und nun von 11 ausgewählten Modellen nur auf Platz 11 landet. Zitat:

Wie passt das zusammen? Problemlos. Eben weil persönliche Vorlieben für die Marke heute keine Rolle spielen, weil Status diesmal nicht wichtig ist.

Eigentlich ganz simpel. Der Unterschied zwischen professioneller Beurteilung der Handwerklichen Arbeit von Kollegen und dem subjektiven Geschmack von Kunden.

Das ist wie mit den Brötchen vom Bäcker. Was mir und den anderen Nachbarn hier eventuell gut schmeckt, ist am Ende möglicherweise unter den kritischen Augen von anderen Bäckern, einfach nur ein Klumpen gebackener Teig.

Und so stimmt die Headline der Mercedes-Fans-Empörung dann eben auch nicht – denn die AutoBild hat nie geschrieben, oder impliziert, das die Leser keine Ahnung hätten. Es geht um Meinungen – und die können unterschiedlich sein.

Ich kann die konstruierte Aufregung nicht nachvollziehen. Aber vermutlich ist es einfach eine Sache der subjektiven Empörung.  In dem man die AutoBild Leser in Schutz nimmt, lässt man sich in der Argumentation nicht auf die „Fan-Schiene“ ein, sondern spielt unberufenen Schiedsrichter – aber am Ende ist die Motivation vermutlich doch einfach nur ein klein wenig verletzter Stolz.

Es sei den Machern von Mercedes-Fans.de gegönnt – wir haben alle immer mal gerne einen Punkt an dem wir uns reiben wollen. Die AutoBild werde ich da als letztes in Schutz nehmen wollen .. ernsthaft!

Im übrigen haben die 4 Designer sowohl den aktuellen 911er als auch den Kia Optima besonders gut bewertet … so ganz ohne Ahnung sind die 4 wohl doch nicht 😉