Aufmerksamkeits-Schmarotzer

Gestern war es wieder einmal soweit. Eine eMail mit dem „Angebot“ voll kostenlos ein Produkt zu testen.

Ich will weder auf die Firma eingehen, noch auf das Produkt. Nur auf diese ätzende Unsitte des gemeinen „Marketing-Parasiten“ und seine  saudumme Art der Aufmerksamkeits-Erschleichung.

Da soll man also was tun? 

Aus welchem Grund auch immer, wurde man ausgesucht, als Empfänger eines Test-Produktes über dieses Produkt zu schreiben. Natürlich soll man sich das Produkt gut anschauen, es testen, ausprobieren, testen und dann – nachdem man das Produkt „getestet“ hat, zurück schicken. Über das „testen“ schreibt man bitte einen Blog-Beitrag. Am besten mit Bildern. Bilder wirken, also am besten viele Bilder vom Testprodukt.

Während man also dankbar das Testprodukt ausprobieren soll (bin ich eigentlich arbeitslos?), vom ganzen Ablauf Bilder machen soll (bin ich unbezahlter Fotograf?), ist das Ziel am Ende die „Erfahrungen“ mit dem Produkt zu verbloggen (bin ich Hirngeschädigt?). Meine Seite. Meine Reichweite. Meine Kamera. Meine Zeit. Meine Meinung. Meine Erfahrung. Meine Glaubwürdigkeit ->  wollt ihr für „umsonst“ haben?

Wo und in  welchem Papier-Handbuch für Marketing-Dummies steht eigentlich diese dämliche Vorgehensweise? 

Euer Produkt – meine Seite. Meine Zeit. Wie bescheuert müssen die Blogger-Kollegen eigentlich sein, die auf derartiges Marketing-Parasitentum hereinfallen?

Blogs, Blogger und andere „ins Internetz schreibende Menschen“ sind nicht grundsätzlich Empfänger von staatlichen Hilfmaßnahmen und daher per se dankbar, wenn der Postbote klingelt und damit der letzte Kontakt zur Außenwelt aufrecht erhalten wird.  Wir sind auch keine Messis die Euren Schrott sammeln wollen.  Wenn ich Euren Mist testen will, dann kaufe ich mir den. Und wer er was taugt, dann schreibe ich darüber. Taugt er nix. Dann schreibe ich eventuell erst Recht darüber. Aber darüber schreiben, weil ihr meine Reichweite wollt? No way!

Kennen wir uns eigentlich? Warum nehme ich mir überhaupt die Zeit diese „Bettel-eMails“ noch zu beantworten? In der Zukunft landet jede eMail die auch nur im Ansatz darauf hinaus führt, sich als Putzerfisch am Wal durch das Marketing-Meer des Internets zu bewegen, im Spam-Ordner. Bämm. Ende. Weg damit. Denn diese Absender sind ja nicht einmal Putzerfischer.

Putzerfische erbringen eine Dienstleistung.

Ihr Marketing-Profis wollt jedoch nur einseitige Deals abschließen – nicht mit „mich“.

Versucht es im nächsten Anlauf mal mit Respekt. Respekt bedeutet auch, die Leistung des anderen zu würdigen. Ende.