Fahrbericht: Toyota Yaris Cross

Fahrbericht: Toyota Yaris Cross
Mit betont viel Bodenfreiheit – 2,5 Zentimeter mehr im Vergleich zum Yaris – steht der etwas über vier Meter lange und mindestens 22.690 Euro teure Allzweck-Cityflitzer satt da

Bereits vor gut zwanzig Jahren bot Toyota mit dem Yaris Verso ein Derivat des Kleinwagens an. Jetzt gibt es wieder eine Yaris-Abwandlung, heute ist aus dem Van allerdings ein stylisches SUV geworden, das Ästhetik mit Nutzwert verbindet.

Wer sich dem Toyota Yaris Cross nähert, wird kaum übersehen, dass die Japaner der neuen Variante ihres Kleinwagens einen gewissen Trekking-Charakter eingehaucht haben. Mit betont viel Bodenfreiheit – 2,5 Zentimeter mehr im Vergleich zum Yaris – steht der etwas über vier Meter lange und mindestens 22.690 Euro teure Allzweck-Cityflitzer satt da. Burschikos-kantig gezeichnete Radhäuser mit markanter Kunststoff-Verkleidung in schwarzer Lackierung unterstreichen den Offroad-Look. Auswahl bei den Motoren verkneift sich Toyota und bietet ausschließlich einen Vollhybrid-Antriebsstrang mit 85 kW/116 PS an – allerdings darf sich der Kunde zwischen Front- und Allradantrieb entscheiden. Doch dazu später mehr.

Kein kleiner Kleinwagen

Bequem lässt sich der Yaris Cross entern, und hinter den großzügigen Türen verbirgt sich ein durchaus adretter Innenraum im sachlichen Stil. Abgesehen davon offeriert das kleine SUV reichlich Platz und erlaubt somit auch die eine oder andere längere Tour, was ihm den Titel des Allrounders einbringt. Selbst hinten sitzt es sich kommod, aber klar – richtig klein sind Kleinwagen heutzutage eben nicht mehr. Noch vor zwei Jahrzehnten waren es Kompaktklassen, die vier Meter Länge aufwiesen.

Fahrbericht: Toyota Yaris Cross
Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 40:20:40 umlegen. Entsprechend kann das Gepäckvolumen von 397 auf 1.097 Liter wachsen

Ganz zeittypisch gibt es hoch oben auf den Armaturen einen bis zu neun Zoll großen Touchscreen, auf dem diverse Anwendungen laufen, darunter natürlich auch eine Smartphone-Integration – so kann der User die persönliche Oberfläche seines Smartphones per Apple CarPlay oder Android Auto über den Fahrzeugmonitor bedienen. Infotainment bietet das kompakte Yaris-Derivat übrigens reichlich. Neben dem vielseitig konfigurierbaren Kombiinstrument, das ausschließlich aus Displayfläche besteht, sorgt ein vollwertiges Head-up-Display für ablenkungsfreie Information. Und das projiziert sämtliche Fahrdaten direkt in die Windschutzscheibe und nicht auf eine ästhetisch weniger anspruchsvolle vorgelagerte Plexiglas-Klappe, wie in den günstigeren Segmenten heute manchmal noch üblich.

Sportlich ist nicht

Der Toyota-Hybridstrang präsentiert sich auch im Yaris Cross geschmeidig, denn die beiden (oder im Falle des 4×4 drei) Triebwerke sind über das leistungsverzweigte System per Planetengetriebe mit den Rädern verbunden. Es gibt weder Schaltpausen noch ruppige Übersetzungswechsel – alleine Volllast bringt den charakteristisch sirrenden Dreizylinder-Benziner auf dauerhaft hohe Touren, was dann etwas unangenehm werden kann. Andererseits: So performant ist dieser Japaner nicht, als dass man ihn so sportlich fahren würde.

Souverän motorisiert fühlt er sich aber allemal an, die Leistung geht völlig in Ordnung. Der Allradler – in Verbindung mit der Hybridanwendung rar im Kleinwagen-Segment (Mini bietet eine solche Kombinationen noch als deutlich teurere Plug-in-Hybrid-Lösung), dürfte sich für bestimmte Anwendungen als spannend entpuppen. Wer in häufig verschneiten Gebieten lebt oder gelegentlich Waldstrecken zurückzulegen hat, wird sich über den zusätzlichen E-Motor an der Hinterachse freuen.

Freuen kann man sich über den Yaris Cross aus vielen weiteren Gründen. Beispielsweise auch deshalb, weil er mit fast 1.100 Liter Gepäckraumvolumen glänzt und den Yaris damit um mehrere hundert Liter übertrumpft.

Günstiges Auto

Um die Unterhaltskosten zu zu reduzierenn, macht Toyota seinen Kunden das Angebot, den Versicherungstarif zu senken, wenn der elektrische Fahranteil hoch ist. Um den Kurs zu ermitteln, muss der E-Fahranteil allerdings per App bestimmt und an den Versicherer gemeldet werden – das setzt natürlich auch ein Tracking voraus, mit dem man sich in diesem Fall anfreunden muss.

Doch auch ohne diesen Kniff ist der Toyota ein kostengünstig zu unterhaltendes Auto, konsumiert lediglich um die fünf Liter Super je 100 Kilometer. Und ein sicheres ist er auch. Schon der Einsteiger verfügt über umfangreiche Fahrerassistenz, zu der Features wie autonomes Bremssystem mit Fußgänger- wie Radfahrererkennung, ein Kreuzungsassistent, eine Spurverfolgung sowie der aktive Tempomat zählen.

Technische Daten

Kleinwagen-SUV, Länge: 4,18 Meter, Breite: 1,77 Meter, Höhe: 1,60 Meter, Radstand: 2,56 Meter, Kofferraumvolumen: 397 bis 1.097 Liter

1,5-Liter-Dreizylinder-Otto-Saugmotor mit indirekter Einspritzung, 68 kW/92 PS, maximales Drehmoment: 120 Nm bei 3.800 U/Min, Elektromotor: 59 kW/80 PS, maximales Drehmoment: 141 Nm (plus wahlweise 51 Nm Heckmotor, elektrisch), Systemleistung: 85 kW/116 PS, Automatik (stufenlos, leistungsverzweigt), Frontan- oder auf Wunsch Allradtrieb, 0-100 km/h: 11,2 (Allradantrieb 11,8) s, Vmax: 170 km/h, Durchschnittsverbrauch: 4,4 bis 5,1 l, CO2-Ausstoß: 101 bis 116 g/km, Effizienzklasse: k.A., Abgasnorm: Euro 6 AP

Preise: ab 22.690 Euro

Fahrbericht: Toyota Yaris Cross
Ein schickes Detail sind die feinen LED-Streifen in den Rückleuchten

Kurzcharakteristik

Warum: Weil Allrad und Hybrid eine spannende Kombination ist
Warum nicht: Weil es auch ohne SUV ganz gut geht
Was sonst: Volkswagen T-Cross, Peugeot 2008, Citroën C3 Aircross, Seat Arona oder Audi Q2 respektive Mini Countryman im Premium-Bereich
Wann: 18. September

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