Nein, einen Elektro-Buggy will VW nicht bauen. Doch die Wolfsburger wollen zeigen, dass die Basis des ID Buggy, also der Elektrobaukasten MEB, sich auch für freizeitorientierte E-Mobile eignet.

Mit dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) will VW schon bald die Massen elektrisieren. Doch zugleich könnte die E-Antriebs-Plattform auch als Basis für freizeitorientierte Autos herhalten, die in Kleinserie entstehen. Wie so was aussehen könnte, demonstrieren die Wolfsburger auf dem Genfer Autosalon (7. bis 17. März) mit der Studie ID Buggy. Dabei handelt es sich um eine dach- und türlose Neuinterpretation der 60er-Jahre Buggys, die im Gegensatz zu den historischen Vorbildern ganz ohne Benzin fährt. 

Mit dem ID Buggy will VW Lust auf Elektromobiltät machen

Wie schon andere MEB-Derivate steckt auch unter der knapp geschnitten Blechhaut des ID Buggy ein 150 kW/204 PS und 310 Newtonmeter starker E-Motor in Kombination mit Ein-Gang-Getriebe und 62 kWh großer Lithium-Ionen-Batterie. Anders als künftige Alltagsautos auf MEB-Basis mit über 400 Kilometer Reichweite soll der Buggy einen „fahraktiven“ Radius von nur 250 Kilometer erlauben. Die Sprintzeit des nur etwas über vier Meter langen Zweisitzers gibt VW mit 7,2 Sekunden an, die Höchstgeschwindigkeit wird auf 160 km/h begrenzt. Die Studie wurde als Hecktriebler ausgelegt, doch grundsätzlich erlaubt der MEB-Baukasten die Integration eines zweiten Motors an der Vorderachse und damit auch Allradantriebe. 

Optische Besonderheiten des ID Buggy sind seine freistehenden, weit in die Ecken gerückten 18-Zoll-Räder mit grobstolligen All-Terrain-Reifen. Die Karosserieüberhänge fallen extrem kurz aus. Auf ein Dach wird verzichtet, doch zwischen Frontscheibe und einem als Überollschutz dienendem Heckbügel lässt sich eine Persenning als Notverdeck spannen. An Heck und Front gibt es rundliche LED-Leuchten, die dem Fahrzeug ein freundliches Antlitz verleihen. Ebenfalls dank LED-Technik leuchtet das VW-Logo auf der Fronthaube. 

Der Innenraum des ID Buggy ist wasserfest

Der wetterfeste Innenraum ist sehr spartanisch eingerichtet. Lediglich hinterm Lenkrad gibt es eine kleine Digitalanzeige, die fahrrelvante Informationen sowie den Akkufüllstand anzeigt. Hinter den beiden Schalensitzen befindet sich noch eine große Ablagefläche, die auch die Mitnahme größerer Gegenstände erlaubt. 

Auf den 18-Zoll-Rädern sind grobstollige All-Terrain-Reifen von Goodrich aufgezogen

Den Bau eines möglichen Serien-Buggys deutet VW nicht an. Vielmehr soll das Showcar auf die Vielseitigkeit und die Möglichkeiten der MEB-Plattform verweisen, die in Zukunft vielleicht auch kleine Hersteller dazu animiert, Elektro-Freizeitmobile wie einen Buggy zu bauen, ganz so wie einst es die Erfinder des Ur-Buggys mit dem VW Käfer als Basis taten.