Ferrari: Eleganz und Schönheit fürs Regal

Vor 30 Jahren starb ein Visionär. Zum Todestag von Enzo Ferrari bringt der Autohersteller nun ein Buch auf den Markt, dass ein ganz besonderes Leckerbissen ist und nicht nur Fans heftig Schlucken lassen dürften.

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Der Autor, Pino Allieri, hat sich etwas ganz besonderes einfallen lassen, um den Mann zu ehren, der die Sportwagen-Welt wie kein anderer prägte: Enzo Ferrari. Auf 480 Seiten wird das Lebenswerk es Italieners mit vielen bislang unveröffentlichten Fotos und persönlichen Einträgen aus dem Tagebuch dargestellt. Es trägt passenderweise den schlichten Namen „Ferrari“ und mehr bedarf es auch nicht, um eine große Begehrlichkeit zu wecken. Die auf 1.947 Exemplaren limitierte „Collectors Edition“ kommt in einer Alu-Box, die einem Ferrari-V12 Motor nachempfunden ist.

Das Besondere: Sie wurde extra von Piero Ferrari, dem Sohn Enzos, signiert. Die noch weit aus herausstechendere „Art Edition“ mit nur 250 Exemplaren weltweit kommt ebenfalls in einer V12-Alubox aber hier ergänzen handgebogene Krümmer-Rohre einen frei stehenden „Altar“. Diese Version wurde zusätzlich noch von John Elken und Sergio Marchionne, der kürzlich verstoben ist, signiert.

Eigentlich ein absolutes Muss für jeden Ferrari Fan, zumindest die mit dem nötigen Kleingeld: Für die „Collectors Edition“ werden 5.000 Euro fällig, die „Art Edition“ kostet stolze 25.000 Euro. In einer Ferrari Welt wohl normal, in der von Normalsterblichen muss man erstmal schlucken. Dabei muss man wohl im Auge behalten, dass Ferrari heutzutage als Kulturgut angesehen wird und zwei faszinierende Aspekte vereint: Technik und Kunst.

So ist es natürlich nur selbstverständlich, dass sich das auch in einem Buch, dem Meister persönlich gewidmet, niederschlägt. Und Kunst hat, wie man weiß, seinen Preis. Das Buch erzählt großformatig und ledergebunden in 10 Kapiteln von Schönheit und Stil, einer Welt, die jeder angehören möchte und die doch den meisten verschlossen bleibt. Ein Blick durchs Schlüsselloch quasi, der so exklusiv ist, dass man nicht nur tief in die Tasche greifen muss, sondern fast durch sie hindurch.

Fakt ist: Ferrari ist bis heute ein Versprechen von mobiler Freiheit durch seine enorme Kraft und mögliche Geschwindigkeit. Und eine faszinierende Dekadenz, die in Zeiten der Massenmobilität kaum noch Raum hat. Was also bleibt: Eleganz und Schönheit. Ein Buch für die Ewigkeit.

Erster Test: Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio

„Wenn Du denkst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her.“ Zum Beispiel in Form von zwei grellen LED-Lichtspangen, die zum Spielen einladen.

Es ist nicht bekannt, wie viele Autokäufer (und Autokäuferinnen, natürlich!) schlaflose Nächte verbracht haben, seit sie ihr das erste Mal erlegen sind. Die Rede ist von Alfa Romeos Giulia Quadrifoglio. Eine blechgewordene Definition von Sinnlichkeit, di…

Fiat-Markenstrategie – Eine wachsende Familie

Eine Autofamilie war Fiat schon immer. Als mächtigster Konzern in Italien adoptierte der Gigant fast alle Firmen, die im Süden Europas Fahrzeuge bauen. Natürlich Ferrari, aber auch Maserati, Alfa Romeo, Lancia, Abarth oder Autobianchi. Als die große Krise kam, geriet der Riese ins Wanken, vertraute Marken wie eben Lancia wurden beerdigt. „Jetzt sind wir wieder eine Familie“, sagt Deutschland-Chef Giorgio Gorelli, „eine, die gut zusammenpasst und sich perfekt ergänzt“.

Das Erfolgsgeheimnis des nunmehr internationalen Konzerns, der sich vor gerade mal drei Jahre den zuvor insolventen US-Konzern Chrysler komplett einverleibt hatte? „Auf jeden Fall ein wichtiges Element auch für uns in Deutschland“, analysiert Giorgio Gorelli und meint damit vor allem die Kultmarke Jeep, die den Italienern beim Chrysler-Deal gleichsam in den Schoß gefallen war. „Wir haben im letzten Jahr fast 15.000 Jeep verkauft“, berichtet er. Derzeit allerdings zeigen die Kunden der US-Ikone etwas Zurückhaltung, warten wohl auch auf das neue Kompakt-SUV Compass, das aber erst Ende des Jahres auch in Deutschland zu haben sein wird.

Also muss es die Stammmarke Fiat richten. „Der Start in diesem Jahr war prächtig“, freut sich Gorelli und nennt ein Plus von 25 Prozent. „Das letzte Jahr war mit einer Steigerung um fast 10 Prozent bereits der Wendepunkt. Unser Fiat-Modellprogramm ist durch den neuen Tipo so komplett wie seit Jahren nicht mehr.“ Der italienische Golf-Rivale ist derzeit das größte Fiat-Modell und stemmt zusammen mit den Kleinwagen Panda und den drei Varianten des Retromobils 500 den Hauptteil der Verkäufe. Offenbart sich damit nicht auch eine Schwäche, weil Fiat nicht mehr in der für die Firmenkasse so wichtigen Mittelklasse vertreten ist? Der Chef widerspricht vehement: „Nein, wir müssen uns schließlich als Markenfamilie sehen, die nicht nur aus Fiat besteht“.

Damit bringt Gorelli den Namen Alfa-Romeo ins Spiel, die Marke war jahrelang eher als Mauerblümchen unterwegs und wagt gerade mit der neuen Sportlimousine Giulia und dem SUV Stelvio einen Neuanfang. „Die Reaktion auf die beiden Modelle war überwältigend“, berichtet er und prophezeit Alfa eine prächtige Zukunft. „Natürlich müssen wir Geduld haben, aber die Marke wird jetzt wieder wahrgenommen. Die meisten Interessenten kommen von anderen Fabrikaten, zumeist von deutschen Premiumherstellern“.

Ist mit dem neuen Stevio von Alfa das Thema SUV für Fiat erledigt? „Wir haben schließlich den Panda Cross und den 500X“, weicht Gorelli aus und verweist auf die Verkaufserfolge der kleinen Allrad-Modelle. Von einem Einstieg in die Klasse der mittleren SUV, die anderswo allerorten zu haben ist, will der deutsche FCA-Chef nichts wissen. „Mit dem Alfa Romeo Stelvio und den US-Modellen sind wir bei den SUV perfekt aufgestellt, haben mit Jeep die beste Allradmarke der Welt“. Derzeit also keine Pläne für ein größeres Modell dieser Art mit Fiat-Logo, aber Gorelli ringt sich mit einem verschmitzten Lächeln dann doch noch zu einer Binsenweisheit durch: „Sag niemals nie“.

Also nicht Neues bei der Stammmarke Fiat im neuen Jahr? „Wir haben das Glück zwei Modelle mit langer Tradition im Angebot zu haben, mit denen wir die Emotionen unserer Kunden ansprechen“, erklärt Giorgio Gorelli. „Der Fiat 500 feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag und der Fiat 124 Spider ist das ideale Auto für den Frühling“. Der zweisitzige Roadster auf Basis des Mazda MX 5 kam im letzten Jahr für die Freiluftsaison zu spät und soll jetzt punkten. „Vor allem aber werden wir uns um unser Kerngeschäft kümmern“, sagt der Italiener. Damit meint er vor allem die Steigerung der Kundenzufriedenheit, den Ausbau des lukrativen Geschäfts mit den Flottenkunden und die weitere Verbesserung des Händlernetzes. „Da haben wir in den letzten Monaten schon große Fortschritte gemacht, haben aber noch ein gutes Stück Arbeit vor uns“. (Peter Maahn/SP-X)

70 Jahre Ferrari – Mit Vollgas zum Erfolg

Auch eine große Marke wie Ferrari fing einmal klein an. 1947 wurde der Urvater aller Ferrari, der Tipo 125 S mit 1,5-Liter-V12, von der italienischen Presse zunächst als enttäuschend klein, rot und hässlich beschrieben. Doch beim anschließenden Auftaktrennen in Rom lehrte er allen Rivalen das Fürchten und setzte den Grundstein für eine beispiellose, nunmehr 70 Jahre andauernde Erfolgsgeschichte. Diesen Erfolg hat die Sportwagenmarke vor allem der Begeisterung und dem Engagement des Firmengründers Enzo Ferrari für den Motorsport zu verdanken.

Diese Motorsport-Besessenheit war es, mit der sich Ferrari von Wettbewerbern wie Aston Martin, Jaguar und Mercedes, aber auch von Maserati abhob. Alles Geld, was mit dem Verkauf von Straßenautos verdiente wurde, investierte Enzo in den Rennsport. Tatsächlich verdiente Ferrari von Beginn an gut. Seine speziellen „America“-Typen 340, 342, 375 konnten in den 1950er Jahren in den USA zu abgehobenen Preisen verkauft werden. Und im Folgejahrzehnt stärkten die Modelle 400 Superamerica, 500 Superfast, 365 California sowie 365 GTB/4 Daytona den Status von Ferrari als schnellste und teuerste Stilikone der Welt. Schließlich machten die Sportseiten in allen Zeitungen beständig die wertvollste Werbung für Ferrari. Ob Mille Miglia, Targa Florio, Le Mans, Daytona oder Nürburgring – die Scuderia Ferrari sammelte bis heute fast 6.000 Titel.

Sportliche Erfolge, die zugleich so viel Geld verschlangen, dass Henry Ford Anfang der 1960er Jahre auf eine Übernahme von Ferrari hoffte. Diese scheiterte zwar, Ford rächte sich jedoch durch den eigens entwickelten GT40, der in Le Mans mehrfach über Ferrari triumphierte. Trotzdem, den Mythos Ferrari vermochten die Niederlagen bei derartigen Duellen nur zu erhöhen. Der respektvoll Commendatore genannte Enzo Ferrari wusste um den Wert der motorsportlichen Auseinandersetzungen für sein Lebenswerk. Als er 1969 auf der Suche nach frischem Kapital 50 Prozent seiner Unternehmensanteile an den Fiat-Konzern verkaufte, beharrte er deshalb auf seiner Führungsposition in der Scuderia Ferrari.

Aber Ferrari trug nicht nur den Motorsport als Markenzeichen. Das Werk in Maranello stand auch für unwiderstehlich schöne Sportwagen, die komfortabel und luxuriös genug für den Alltagseinsatz waren. In den 1950er Jahren waren es neben dem Hausdesigner Pininfarina auch Karossiers wie Vignale, Bertone und Scaglietti, die extravagante Coupés und Cabriolets kreierten. In den 1960er Jahren kontrastierte der relativ bezahlbare Dino mit Sechszylinder gut zum Daytona mit V12. Und in den Folgejahrzehnten verführten der erste Ferrari (400) mit Automatikgetriebe, die kleineren Modelle Mondial und 308 bzw. 328 GTB, sowie die neuen Topmodelle 512 BB und Testarossa nicht nur Sammler, sondern auch Geschäftsleute zum Kauf. Dieser Modellmix aus Rennern, Designjuwelen und Vmax-Boliden wurde nach Enzo Ferraris Tod weitergeführt. Die Formel-1-WM-Titel unter Michael Schumacher, neue Kundensportprogramme und Marken-Themenparks vitalisierten den Ferrari-Mythos auch im 21. Jahrhundert. So startet die Marke mit Rekordverkaufszahlen ins Jubiläumsjahr 2017 und feiert den 70. Geburtstag mit einem bunten Strauß Sondermodelle. Damit der Mythos weiter wächst. (Wolfram Nickel/SP-X)

Ferrari hybridisiert seine Modellpalette – Mehr Effizienz und noch mehr Dynamik

Ferrari will ab 2019 die Antriebe praktisch aller Modelle hybridisieren. Dies hat Ferrari-Chef Sergio Marchionne gegenüber dem britischen Magazin Autocar angekündigt. Demnach soll die Elektrifizierung des Antriebsstrangs Fahrzeuge der Sportwagenmarke aber nicht nur sparsamer, sondern auch schneller machen.

Bereits beim Ausnahmeathleten LaFerrari haben die Italiener einen Mix aus Verbrennungs- und Elektromotor im Einsatz. In wenigen Jahren soll diese Doppelherztechnik auch für das Gros der anderen Baureihen Standard werden. Demnach könnte die nächste Generation des F12 Berlinetta mit Hybridantrieb antreten. Voraussichtlich wird die Neuauflage im Jahr 2019 vorgestellt und 2020 auf den Markt kommen.

Gleichzeitig hat Marchionne einen allgemeinen Ausbau der Produktion bei Ferrari angedeutet. Bis zum Jahr 2025 könnte demzufolge der Absatz auf bis zu 10.000 Einheiten wachsen. Im vergangenen Jahr hat die Sportwagenschmiede rund 7.700 Fahrzeuge abgesetzt. (Mario Hommen/SP-X)

Bengala F12 Caballería – Ferrari mit Carbon-Rüstung

Selbst an einem Ferrari F12 Berlinetta hat man sich irgendwann satt gesehen. Wenn es soweit ist, kann nun ein neues Carbon-Bodykit vom spanischen Fahrzeugveredler Bengala für neue optische Reize sorgen. Vorbild für den nach dem Umbau in F12 Caballería umgetauften Supersportwagen sollen die GT3-Rennwagen von Ferrari sein.

Zu Preisen sagt das Unternehmen nichts, das Grundfahrzeug mit dem 545 kW/740 PS starken V12-Motor kostet rund 270.000 Euro
Zu Preisen sagt das Unternehmen nichts, das Grundfahrzeug mit dem 545 kW/740 PS starken V12-Motor kostet rund 270.000 Euro

An sie gemahnen etwa der aggressive Frontspoiler und ein extragroßer Diffusor am Heck. Außerdem gibt es eine neue Motorhaube, neue Schweller und noch breitere Kotflügel. Insgesamt wollen die Spanier lediglich zehn Umbauten vornehmen, die im Sommer 2017 ausgeliefert werden sollen. Zu Preisen sagt das Unternehmen nichts, das Grundfahrzeug mit dem 545 kW/740 PS starken V12-Motor kostet rund 270.000 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

5x Sonder-Ferraris zum 70sten – Bunte Bande

2017 wird die Marke Ferrari 70 Jahre alt. Das runde Jubiläum nimmt die Sportwagenschmiede zum Anlass, von den fünf Baureihen California T, GTC4 Lusso, F12 Berlinetta sowie 488 Spider und GTB jeweils 70 individualisierte Fahrzeuge zu bauen, die allesamt auf historische Modelle der Sportwagenmarke verweisen. Zum Auftakt dieser Einzelstück-Offensive zeigen die Italiener auf dem Pariser Autosalon (bis 16. Oktober) fünf dieser Fahrzeuge.

Besonders ins Auge fällt bei diesem Quintett ein „The Green Jewel“ genannte 488 Spider. Dieser Frischluftrenner will mit seiner feschen Außenfarbe in Metallicgrün an den 365 P2 erinnern, von dem in den 1960er-Jahren insgesamt sechs Fahrzeuge entstanden. Das britische David Piper Racing Team fuhr mit dem 365 P2 in den Jahren 1965 und 1966 jeweils Siege bei den 9 Stunden von Kyalmi ein. Wie dieser einstige Siegertyp trägt auch der 488 die Startnummer 25. Goldfarbene Leichtmetallräder und ein roter Fahrersitz im sonst schwarz gehaltenen Interieur sind weitere Details dieses Jubiläums-488.

The Green Jewel heißt dieser 488 Spider, der an einen in den 1960er-Jahren vom David Piper Racing Team eingesetzten 365 P2 erinnern soll
The Green Jewel heißt dieser 488 Spider, der an einen in den 1960er-Jahren vom David Piper Racing Team eingesetzten 365 P2 erinnern soll

Ein zweiter offener 488 alias „The White Spider“ ist als Referenz an den von 1953 bis 1955 gebauten Rennwagen Ferrari 375 MM gedacht. Insgesamt wurden von diesem 23 Exemplare als Spider und Berlinetta gebaut – einer von Vignale, 22 von Pininfarina. Unter anderem kamen die Fahrzeuge beim Ferrari-Werksteam und später auch bei anderen Rennställen vor allem in Nordamerika zum Einsatz. In über zehn Jahren fuhren die 375 MM 56 Rennsiege ein. Wie einst einige Original-375 wurde der 488 in Weiß lackiert und mit einem mittig über die Fahrzeuglänge verlaufenden Rallyestreifen in Blau verziert. In diesem Blau ist auch ein wasserdichter und besonders durabler Mycroprestige-Überzug im Innenraum gehalten.

The White Spider ist als Referenz an den von 1953 bis 1955 gebauten Rennwagen Ferrari 375 MM gedacht
The White Spider ist als Referenz an den von 1953 bis 1955 gebauten Rennwagen Ferrari 375 MM gedacht

Beim dritten Auto handelt es sich um einen 488 GTB mit dem Namenszusatz „The Schumacher“. Mit diesem Fahrzeug will Ferrari an den Formel-1-Renner F2003-GA erinnern, mit dem der einstige Rennfahrer Michael Schumacher allein im Jahr 2003 sieben Siege einfahren und sich den Weltmeistertitel sichern konnte. Mit ein paar weißen Akzenten auf der ansonsten roten Außenhaut soll er farblich an den einst erfolgreichen Formel-Boliden erinnern. Der Innenraum finden sich zudem besonders edle Sportledersitze und Carbon-Einleger.

The Schumacher heißt dieser heiße 488 GTB. Er soll an den siegreichen Formel-1-Boliden erinnern, mit dem Michael Schumacher 2003 die F1-Weltmeisterschaft gewann
The Schumacher heißt dieser heiße 488 GTB. Er soll an den siegreichen Formel-1-Boliden erinnern, mit dem Michael Schumacher 2003 die F1-Weltmeisterschaft gewann

Ebenfalls an eine Rennfahrerlegende erinnert der auf einem F12 Berlinetta basierende „The Stirling“. Inspirationsquelle für das Design war der 250 GT Berlinetta SWB, mit dem Stirling Moss 1961 bei der Tourist Trophy als erster durchs Ziel rauschte. Entsprechend seinem historischen Vorbild trägt der Berlinetta eine Sonderlackierung in Indigoblau mit einem weißen Querstreifen über der Motorhaube sowie Startnummerntafeln in den Türen und Hammerschlag-Alu-Applikationen im Innenraum.

Inspirationsquelle für The Stirling war der 250 GT Berlinetta SWB, mit dem Stirling Moss 1961 bei der Tourist Trophy als erster durchs Ziel rauschte
Inspirationsquelle für The Stirling war der 250 GT Berlinetta SWB, mit dem Stirling Moss 1961 bei der Tourist Trophy als erster durchs Ziel rauschte

Beim fünften Spezial-Ferrari handelt es sich um einen California T alias „The Steve McQueen“, dem ein 250 GT Berlinetta aus dem Jahr 1963 als Vorbild diente. Diese nicht für den Renneinsatz konzipierte Preziose schenkte einst die Schauspielerin Neile Adams ihrem damaligen Ehemann Steve McQueen. Wie dieses historische Original wurde auch der California T in dunklem Braun lackiert und mit hellbrauen Masoni-Ledersitzen ausgestattet. (Mario Hommen/SP-X)

The Steve McQueen ist eine Hommage an den 250 GT Berlinetta, den einst Steve McQueen von seiner Frau als Geburtstagsgeschenk bekam
The Steve McQueen ist eine Hommage an den 250 GT Berlinetta, den einst Steve McQueen von seiner Frau als Geburtstagsgeschenk bekam

Pizza Speciale: Ferrari 458 MM Speciale

Wer hat, der kann!

Wir hatten es ja erst vor einer Woche, diese Sonderkarosserien aus vergangenen Tagen – als der Hersteller bloß das Chassis lieferte und man dann zum Blechschneider der Wahl ging, um sich seine ganz eigene Linie zaubern zu lassen.

Touring, Pininfarina, Zagato, Bertone, Giugiaro, Vignale, Scaglietti, Fantuzzi – es ließe sich ewig so weitermachen. Sie alle haben fantastische Kreationen in dünnes Blech geklopft, damals. Heute sieht das leider etwas anders aus, da kümmert man sich höchstens um neue Steppungen des Leders, paint-to-sample-Lackierungen, dann und wann neue Felgen, Hölzer, Verdeckstoffe und überhaupt, Hauptsache der Nachbar hat nicht den identfarbenen Bentayga vor der Tür stehen. Die Individualisierungsabteilungen der Hersteller kommen angesichts dieser kleinteiligsten Änderungen vor Lachen nicht mehr in den Schlaf – so nimmt Porsche gerne einmal 50.000 EUR von seinen 918 Spyder-Kunden, wenn sie das besondere „Liquid Metal“ lackiert haben wollen. Bei den Italienern sind es dann gleich ein paar Tausender für den, der seine Bremssättel nicht in rot sehen mag, sondern, sagen wir, rosa mit weißen Punkten.

Mehrere Modifikationen an Aerodynamik-Details ändern das Einzelstück auch optisch, wie die neuen seitlichen Lufteinlässe oder der Spoiler an der neu gestalteten Rückseite

Wir möchten deshalb gar nicht wissen, was der Ferrari 458 MM Speciale gekostet hat.

Denn in Maranello ist man nicht nur gewitzt, was die Aufpreisgestaltung bei Farbsonderwünschen angeht, nein, hier darf man als Kunde tatsächlich noch eine Karosserie nach Wunsch bestellen. So tat es ein Brite, dem der neue 488 mit seinem Turbomotor zuwider war. Seinen 458 Speciale solle man doch bitte in etwas Einzigartiges verwandeln, so ein bisschen mit Zitaten an 288 GTO, Lancia Stratos und eben die Moderne, also F12 und 488. Ein bisschen besser dürfe die Aerodynamik auch werden und: leichter, wenn es geht, auch.

Und so enthüllten sie in den vergangenen Tagen feierlich in Fiorano das Einzelstück, frisch eingefahren von Testchef Dario Benuzzi, lackiert in Bianco Italia, das diesen wunderschön breit auslaufenden Tricolore-Streifen in der Wagenmitte beinhaltet. Bis auf die Türen hat das Centro Stile alle Teile des alten Speciale überarbeitet. Die CFK-Stoßfänger optimieren den Luftfluss um das Auto, dafür mussten selbst die Wasserkühler im Bug neu angeordnet werden. Zudem strömen die seitlichen Lufteinlässe jetzt nicht nur die Airbox an, sondern eine neue Simulation verbessert auch die Kühlung im Motorraum an sich.

Die Windschutzscheibe mit den schwarzen A-Säulen sorgt für das gewünscht wrap-around-Design, was das Internet allerdings schon wieder zur Häme anstiftet, dass dieses one-off bloß ein teurer Lotus Evora sei.

Man darf derlei Kommentare getrost vergessen und sich stattdessen daran freuen, dass Ferrari auch heute noch auf den Wunsch des Kunden im Ganzen eingeht. Und auf Basis des 458 Speciale ist das etwas ganz besonders Schönes, schließlich ist der 605PS-V8 mit seiner Nenndrehzahl von 9000 Umdrehungen ein wirklich einzigartiges Juwel, das in seiner neuen MM-Umgebung sicher noch freier aufspielen wird.

Und zum Preis: da reden wir in dreißig Jahren noch einmal drüber.

Auf Kundenwunsch legt Ferrari den 458 Speciale als individuelles Einzelstück auf. In der neusten One-Off-Kreation ist der ohnehin schon kompromisslose Sportler optisch und aerodynamisch noch spektakulärer geworden

Ferrari F40 – Winterurlaub

Das war es dann. Mehr muss man nicht sehen. Ein Ferrari F40 im Schnee-Drift. 

Neidfaktor Auto – Diese drei Marken machen den Nachbarn grün

Auch wenn man seines Nächsten Auto nicht begehren soll: Rund 42 Prozent der Deutschen waren laut einer Umfrage des Gebrauchtwagenportals „Mobile.de“ schon mindestens einmal neidisch auf den Wagen eines anderen. Die größten Begehrlichkeiten wecken Modelle von Audi, die bei 34 Prozent der Befragten Neid wecken. Es folgen BMW mit 32 Prozent und Porsche mit 27 Prozent. Damit schlagen die süddeutschen Premiumhersteller auch Traumwagen-Marken wie Lamborghini (22 Prozent), Ferrari (20 Prozent) und Maserati (18 Prozent). Und auch ganz bürgerliche Marken können Gefühle des Haben-Wollens wecken: VW kommt immerhin auf 10 Prozent.

News: Genfer Automobilsalon 2016 – Die Neuheiten von A bis Z

Alfa Romeo:
Auf der IAA in Frankfurt zog die potente Version der Giulia das Publikum an, in Genf präsentiert Alfa nun die zivileren Varianten der Mittelklasse und die überarbeiteten Mito und Giulietta.

Audi:
Die Ingolstädter zeigen ihr neues City-SUV Q2 der Weltöffentlichkeit. Auf Basis des A3 soll es gegen BMW X1 oder Mercedes GLA antreten. Da die Technik aus dem modularen Querbaukasten stammt, dürften die Motorisierungen etwa zwischen 100 und 180 PS liegen, eine Sportversion darüber, und mit Front- und Allradantrieb kombinierbar sein. Darüber hinaus präsentiert Audi in der Schweiz den RS Q3 performance.

Bentley:
Sanft geliftet und auf Wunsch gewachsen präsentiert sich der Bentley Mulsanne. Neben der Standardausführung der Luxuslimousine bieten die Briten erstmals eine Langversion ihres Flaggschiffs an. Mit rund 5,83 Metern Länge überragt sie das kurze Modell um 25 Zentimeter. Beide Längenvarianten verfügen über ein neues Entertainmentsystem mit herausnehmbaren Tablets für die Passagiere auf der Rückbank. Umfassend im Detail überarbeitet zeigt sich das Design. Unter anderem gibt es einen breiteren Kühler, neue seitliche Lufteinlässe und einen geänderten Heckstoßfänger.

BMW:
Der 7er fährt in zwei auf verschiedene Weise elektrisierenden Versionen zum Frühlings-Messeauftakt: Neben dem Topmodell der Reihe, M760Li xDrive, debütiert der Plug-in-Hybrid-7er in drei Varianten. Der 6,6 Liter große Zwölfzylinder-Turbobenziner im M760Li xDrive leistet 441 kW/600 PS und beschleunigt die Langversion in 3,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h, maximal auf 250 km/h mit M Driver’s Package ist erst bei 305 km/h Schluss.
Als Plug-in-Hybrid 740e iPerformance feiert der 7er auch in Langversion und Allrad-Modell 740Le in Genf Premiere. Angetrieben werden die Steckdosen-Hybride von einer Kombination aus Vierzylinder-Turbobenziner (190 kW/258 PS) und Elektromotor (83 kW/113 PS). Zusammen bringen sie es auf eine Systemleistung von 240 kW/326 PS. Das E-Aggregat ist in die 8-Gang-Automatik integriert. Mit vollgeladenem Akku verbraucht die Oberklasse-Limousine 2,1 Liter auf den ersten 100 km.

Der 7er fährt in zwei auf verschiedene Weise elektrisierenden Versionen zum Frühlings-Messeauftakt, hier der Plug-in-Hybrid
Der 7er fährt in zwei auf verschiedene Weise elektrisierenden Versionen zum Frühlings-Messeauftakt, hier der Plug-in-Hybrid

Darüber hinaus zeigen die Münchner den Hybrid-Sportwagen i8 in limitierter Auflage. Die i8 Protonic Red Edition ist das erste einer Reihe von Sondermodellen. Es unterscheidet sich durch rote Lackierung mit grauen Akzente, spezielle Leichtmetallräder, Sitze und Seitenverkleidungen mit roten Ziernähten und Carbon-Details von den Standard-Modellen.

Borgward:
Der kürzlich wiederbelebte Autohersteller will ein weiteres Modell präsentieren: Nach der Vorstellung des Prototypen des Mittelklasse-SUV BX7 auf der letztjährigen IAA soll es sich nun nach Medienberichten um ein kleineres SUV handeln.

Bugatti:
Als Nachfolger des Veyron stellt Bugatti in Genf den Über-Sportler Chiron vor, laut Bugatti der „leistungsstärkste, schnellste, luxuriöseste und exklusivste Serien-Supersportwagen der Welt“. Der nach einem erfolgreichen Bugatti-Rennfahrer benannte Wagen soll seinen luxuriösen und am Ende 1.200 PS starken Vorgänger in jeder Hinsicht übertreffen. Berichten zufolge leistet der 16-Zylindermotor nun 1.500 PS und beschleunigt den Chiron damit auf Geschwindigkeiten von deutlich mehr als 400 km/h beschleunigen. Ganz im Zeitgeist soll es den – auf unter 500 Einheiten limitierten – Chiron auch mit Hybridsystem geben. Mehr als 100 Bestellungen für den Boliden liegen bereits vor.

Citroen:
Aus dem Citroen Jumpy Multispace wird der Spacetourer, mit moderner Sicherheitsausstattung und wohnlichem Ambiente soll der Kleinbus nun auch Familien ansprechen. Der Kunde hat die Wahl zwischen drei Längen. Auch die dritte Transporter-Generation entsteht in Gemeinschaftsarbeit mit Peugeot und Toyota. In der Studie Hyphen gibt sich der Spacetourer in der Konzeptfahrzeug-Variante als Abenteuermobil mit robuster Beplankung und Nachrüst-Allradantrieb. Auch ein Sondermodell des C4 Cactus in Zusammenarbeit mit der Surfmarke Rip Curl feiert in Genf Premiere.

Ferrari:
Der FF-Nachfolger Ferrari GTC4 Lusso kommt wieder mit Allrad, erstmals kombiniert mit Hinterradlenkung. Das Design wird nur leicht überarbeitet, unter der langen Haube des Viersitzers bleibt es beim V12-Sauger mit 6,3 Litern Hubraum, der nun aber 507 kW/690 PS leistet, das maximale Drehmoment liegt bei 697 Newtonmetern. So beschleunigt der GTC4Lusso in 3,4 Sekunden auf 100 km/h, maximal wird er 335 km/h schnell. Der weiterentwickelte Allradantrieb und Hinterradlenkung soll den Shooting Brake zusammen mit elektronisch gesteuerten Dämpfern noch dynamischer machen. Im neu gestalteten Cockpit kommt zum ersten Mal der zehn Zoll große Touchscreen zum Einsatz.

Der FF-Nachfolger Ferrari GTC4 Lusso kommt wieder mit Allrad, erstmals kombiniert mit Hinterradlenkung
Der FF-Nachfolger Ferrari GTC4 Lusso kommt wieder mit Allrad, erstmals kombiniert mit Hinterradlenkung

Fiat:
Mit dem Fiat Tipo will Fiat den Kompaktklasse-Markt von unten aufrollen. Nach dem Stufenheck kommt nun die in für Europa gebaute Fließheck-Version. Auch hier dürfte der günstige Preis – die Limousine kostet ab 13.990 Euro – ein wesentliches Verkaufsargument sein.

Nach seinem Debüt bei der Autoshow in Los Angeles zeigt sich der Fiat 124 Spider nun erstmals in Europa, bevor er im Juni zu den Händlern rollt. Zudem dürfte eine Abarth-Version des offenen Sportlers in der Schweiz gezeigt werden.

Ford:
Die Kölner zeigen den gründlich überarbeiteten Kuga. Und unter anderem feiert die neueste Generation des Ford-Infotainment-System Premiere, das vor allem eine bessere Vernetzung mit dem Smartphone und eine komfortablere Sprachsteuerung bieten soll. Das Bediensystem wird darüber hinaus deutlich vereinfacht, die Knöpfchenflut auf dem Armaturenbrett eingedämmt.

Honda:
Die zehnte Generation des Honda Civic kündigt sich in der Schweiz an, wo der sehr seriennahe Prototyp des Fünftürers debütiert. Die Neuauflage wird optisch weniger exzentrisch ausfallen als die letzten Modelle mit ihrem futuristischen Styling.

Mit der Studie Vision S gibt Skoda einen Ausblick auf sein kommendes Mittelklasse-SUV
Mit der Studie Vision S gibt Skoda einen Ausblick auf sein kommendes Mittelklasse-SUV

Hyundai Ionic:
Mit dem Ioniq bringen die Koreaner ihr erstes dezidiertes Öko-Modell und das gleich in drei Varianten: als Hybrid, Plug-In-Hybrid und Elektroauto. Die Elektroversion mit Strom für 250 Kilometer nimmt Batteriefahrzeuge wie Chevrolet Bolt oder Nissan Leaf ins Visier, die Plug-In-Version mit 51 Kilometern elektrischer Reichweite zielt vor allem auf den VW Golf GTE, der konventionelle Hybrid ist speziell auf den Gegner Toyota Prius zugeschnitten.

Jaguar:
Mit 322 km/h Höchstgeschwindigkeit setzt der Jaguar F-Type SVR eine Duftmarke unter den Sportcoupés. Schon als R-Version leistet der 5,0-Liter-V8-Kompressorbenziner 405 kW/550 PS und ist 300 km/h schnell. Die höhere Geschwindigkeit erreichen die Spezialisten durch weiter gesenktes Gewicht und nochmals angehobene Leistung. Der V8 soll nun auf 575 PS kommen und Coupé wie Cabrio in 3,7 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen.

Kia:
Kia bringt mit dem Optima das erste Plug-in-Hybrid-Fahrzeug der Marke mit zur Frühjahrsmesse nach Genf. Das Mittelklasse-Modell fährt dank größerer Batterie 54 Kilometer elektrisch. Für den Antrieb sorgen ein Zweiliter-Benziner mit 113 kW/154 PS und ein 50 kW/67 PS starker Elektromotor. Zusammen schicken sie 149 kW/202 PS an die Vorderräder. Den Verbrauch gibt Kia mit 1,6 Litern (37 g CO2/km) an.

Daneben feiert auch der Optima Kombi Premiere. Während die Limousine bereits seit Januar in Deutschland erhältlich ist, wird die praktischere Variante der koreanischen Mittelklasse erst im September zu den Händlern kommen. Hinter der großen Heckklappe des 4,86 Meter langen Optima verbirgt sich ein Kofferraum mit 553 Litern Volumen.

Zudem zeigt Kia den für Mitte 2016 erwarteten kleinen Hybrid-Crossover Niro. Das Design des 4,36 Meter langen Hybridmodells verrät eine enge Verwandtschaft zum größeren Kompakt-SUV Sportage. Angetrieben wird der Niro von einer Kombination aus 1,6-Liter-Benziner (77 kW/105 PS) und einem 32 kW/44 PS starken Elektromotor, der Crossover soll rund 3,8 Liter auf 100 Kilometern verbrauchen.

Lexus:
Mit dem dynamischen Oberklassecoupé LC 500 hat Lexus bereits zu Jahresbeginn auf der Auto Show in Detroit für Aufsehen gesorgt. Nun wird der 2+2-Sitzer in Europa gezeigt – erstmals in der Hybridversion. Für den 500h nutzen die Japaner auf Verbrennerseite einen 220 kW/299 PS starken 3,5-Liter-V6-Benziner. In Kombination mit einem Elektromotor leitet dieser bis zu 264 kW/354 PS Richtung Hinterachse.

Um das Jahr 2020 will Lexus eine Limousine mit Brennstoffzellen-Antrieb auf den Markt bringen. Das Konzeptauto, das auf der Tokio Motor Show im Oktober debütierte, zeigt die noble Toyota-Tochter nun auch in Genf. Der 5,30 Meter lange, mit Allrad ausgestattete LF-FC gibt darüber hinaus einen Ausblick auf die nächste Generation der Oberklasse-Limousine Lexus LS.

Mazda:
Die Japaner bringen ihren Wankelmotor-Sportwagen RX-Vision mit, der im Oktober in Tokio Premiere feierte. Darüber hinaus bekommt der Bestseller Mazda3 einen neuen, 1,5-Liter-Dieselmotor, der 3,8 Liter je 100 Kilometer verbrauchen soll.

Maserati:
Der erste Offroader in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Marke kommt ab Mai zu den Händlern. Der Levante trägt eine aggressive Front ähnlich wie Ghibli und Quattroporte, die allerdings weniger sportlich als bullig gestaltet ist. Zweigeteilte Scheinwerfer reichen bis an den großen, aufrecht stehenden Kühlergrill heran. Von der Seite kann man die sportlichen Proportionen mit niedrigem, nach hinten abfallenden Dach, ansteigender Fensterlinie, breiter C-Säule und stark modellierten hinteren Radhäusern erkennen. Das neue SUV ist serienmäßig unter anderem mit adaptiven Dämpfern, Allradantrieb und Acht-Stufen-Automatikgetriebe ausgestattet.

McLaren:
In der Liga der Supersportler spielt der McLaren 675LT Spider, der ohne Dach und mit 496 kW/675 PS und 700 PS Drehmoment die Herzen der Fans erwärmt. Bis Tempo 100 benötigt der McLaren 2,9 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 326 km/h.

Mit dem 570GT präsentieren die Briten zudem das dritte Modell der Einstiegsbaureihe Sport Series und gleichzeitig die praktischte Variante. Die zur Seite öffnende Heckklappe bietet im Vergleich zu den anderen beiden Sportwagen einen zusätzlichen Stauraum von 220 Litern. Wie bei den anderen Sportwagen der Marke steht auch hier die Zahl in der Modellbezeichnung für die Leistung; in diesem Fall kommt der bereits bekannte 3,8-Liter-V8-Motor auf 419 kW/570 PS. Damit erreicht der zweisitzige Mittelmotor-Renner Tempo 100 in 3,4 Sekunden. Die Preise für den 570GT starten bei 195.350 Euro, ausgeliefert wird ab Ende des Jahres.

Mercedes:
Die Stuttgarter leisten ihren Beitrag zum Traumwagen-Portfolio der Messe: Für Normalsterbliche fährt das viersitzige Cabrio der C-Klasse vor. Das Design der Frischluft-Variante mit Softtop lehnt sich natürlich an das des Coupés an, von dem die offene Variante auch die Motoren übernimmt. Mercedes verspicht im geschlossenen Zustand eine Geräuschkulisse auf dem Niveau des Coupés. Die Luftfederung soll Komfort weit über Klassendurchschnitt garantieren. Daneben debütiert auch das Mercedes-AMG C 43 4MATIC Coupé. Der 3,0-Liter-V6-Biturbo leistet 270 kW/367 PS, die über die neue Neungang-Automatik hecklastig auf alle vier Räder verteilt werden.

Mitsubishi:
Einen ersten Ausblick auf das Facelift des Kompakt-SUV ASX zeigt der Hersteller am Genfer See mit dem neu gestalteten Kühlergrill und überarbeitetem Antriebsprogramm in Form eines auffällig gestalteten Showcars im Abenteuer-Look. In gleichem Stil ist auch der neu aufgelegte Pick-up L200 zu sehen.

Nissan:
Auf dem Stand der Japaner gibt die Studie „IDS“ (Intelligent Driving System) einen Ausblick darauf, wie sich Nissan das autonome Fahren vorstellt. Aktiviert der Fahrer den Autopiloten, verschwindet das Lenkrad, das Kombiinstrument weicht einem großen Touchscreen und die Sitze drehen sich zueinander – aus dem Cockpit wird so eine gemütliche Lounge, in der (nicht nur) der Fahrer entspannen kann, während die Technik sich um das Fahren kümmert. Zudem zeigt wie künftige Individualisierungen von Qashqai und X-Trail aussehen könnten – mit mattschwarzer Karbonfaser, Details in goldigem Kupferton und Goldperlen-Lederpaspeln.

Die Marke mit dem Blitz zeigt eines der aufregendsten Konzept der Messe: das Sportwagen-Showcar Opel GT
Die Marke mit dem Blitz zeigt eines der aufregendsten Konzept der Messe: das Sportwagen-Showcar Opel GT

Opel:
Die Marke mit dem Blitz zeigt eines der aufregendsten Konzept der Messe: das Sportwagen-Showcar Opel GT. Der kleine, leichte Frontmittelmotor-Flitzer steht gleich in mehrfacher Hinsicht in der Tradition der gleichnamigen Ikone aus dem Jahr 1968. Eine entzückende, nicht übermotorisierte Spaßmaschine in bezahlbarem Preisrahmen wie der Ur-GT könnte daraus entstehen, aber nur vielleicht. Der 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner basiert auf den Triebwerken aus Adam, Corsa und Astra und leistet im Sporttrimm 107 kW/145 PS. Die Kraft wird über ein sequenzielles Sechsganggetriebe an die mit einer mechanischen Differenzialsperre ausgestattete Hinterachse geschickt. Weil der Zweisitzer weniger als 1.000 Kilo auf die Waage bringt, genügt ihm die Leistung um in weniger als acht Sekunden auf Landstraßentempo zu beschleunigen.

Mit etwas eleganterer Optik, LED-Scheinwerfern, der neuesten Infotainment-Generation und einem aktuellen Motor aus dem Astra wappnet Opel den Mokka, nun mit dem Namenszusatz „X“ versehen, für die zweite Lebenshälfte. Von außen wirkt vor allem die Front verändert, eleganter und weniger verspielt als zuvor. Der aus dem Astra bekannte 1,4-Liter-Turbobenziner erweitert das Antriebsportfolio des Mini-SUV als 110 kW/150 PS starke Variante.

Porsche
Offizielle Messepremiere feiert der 718 Boxster. Auch der Einstiegs-Roadster erhält im Zuge seines Facelifts kleine Turbomotoren und wird dabei zum Vierzylinder-Sportler. Leistungseinbußen gibt es durch das Downsizing jedoch nicht – im Gegenteil, der erstmals eingesetzte Turbolader macht bereits die 53.646 Euro teure Basisvariante 220 kW/300 PS stark. Außerdem präsentieren die Zuffenhausener den 911 R, als sehr sportliche Sonderedition ohne Turbo.

Peugeot:
Mit bis zu neun Sitzen, moderner Sicherheitsausstattung und wohnlichem Innenraum soll der neue Peugeot Traveller nicht nur Gewerbetreibende, sondern auch Familien überzeugen. Der Kunde hat die Wahl zwischen drei Längen. Auch die dritte Transporter-Generation entsteht in Gemeinschaftsarbeit mit Citroen und Toyota. Eine Studie des Travellers präsentiert sich als Genf zudem als rollendes Hightech-Büro. Darüber hinaus feiert auch das Facelift des Peugeot 2008 Premiere.

Renault:
Die Grandtour genannte Kombivariante des Renault Mégane kommt im Sommer auf den Markt. Zum Debüt gibt es zunächst die Top-Ausführung GT zu sehen, die mit sportlichem Design, Allradlenkung und 151 kW/205 PS unter anderem gegen Seat Leon ST Cupra und Ford Focus ST Turnier antritt.
Mit der vierten Generation des Scénic feiert ein weiteres Kompaktmodell Premiere. Der Van verabschiedet sich vom nutzwertgetriebene Familienlaster-Design und übernimmt Merkmale des Mini-SUV Captur sowie des Crossover-Vans Espace. Dazu kommen mehr Bodenfreiheit und geringere Karosserieüberhänge. Auf den Markt kommt der Scénic in der zweiten Jahreshälfte.

Bereits im Sommer geht das erste SUV der Spanier in den Verkauf, in der Schweiz ist es zum ersten Mal für die breite Öffentlichkeit zu sehen
Bereits im Sommer geht das erste SUV der Spanier in den Verkauf, in der Schweiz ist es zum ersten Mal für die breite Öffentlichkeit zu sehen

Seat:
Bereits im Sommer geht das erste SUV der Spanier in den Verkauf, in der Schweiz ist es zum ersten Mal für die breite Öffentlichkeit zu sehen. Der Ateca ist 4,36 Meter lang, beim Radstand von 2,64 Metern sitzen auch Erwachsene hinten kommod, der Kofferraum fasst 510 Liter. Viel Technik stammt aus dem VW-Konzernregal. Einstiegsmotorisierung ist der 1,0-Liter-Dreizylinder aus dem Konzern mit 115 PS. Das knackige Kleid hingegen könnte spanischer gar nicht sein, erinnert in der Linienführung an den Leon.

Skoda:
Mit der Studie Vision S gibt Skoda einen Ausblick auf sein kommendes Mittelklasse-SUV. Das 4,70 Meter lange Showcar bietet bis zu sieben Personen in drei Sitzreihen Platz. Optisch orientiert sich der Allrader mit seinen scharf geschnittenen Karosserielinien und dem selbstbewussten Kühlergrill am Design der Modellpalette um Octavia und Superb. Die Technik kommt aus dem VW-Baukasten, den auch der gerade neu aufgelegte VW Tiguan nutzt. Mit 4,43 Metern und fünf Sitzplätzen ist dieser aber eine Nummer kleiner als das tschechische Konzeptfahrzeug.

Smart:
Mit dem Marktstart des neuen Smart Fortwo Cabrio debütiert in der Schweiz das limitierte Sondermodell „BRABUS edition“.

Ssangyong:
In Genf präsentieren die Koreaner die Langversion des Mini-SUV Tivoli: Der XLV ist gut 20 Zentimeter länger, misst 4,40 Meter. Bei unveränderten Radstand kommt der Zuwachs komplett dem Kofferraumvolumen zugute, das auf beachtliche 720 Liter wächst. Das Design des Tivoli bleibt erhalten, die Proportionen verschieben sich zugunsten des großen Heckabteils. Für den Vortrieb stehen die bekannten 1,6-Liter-Motoren zur Wahl.

Darüber hinaus zeigt die Marke einen neuen 48-Volt-Hybrid-Antriebsstrang: Das Konzeptfahrzeug SIV-2 – das das Design des Kompakt-SUV Korando vorweg nimmt – wird von einem 1,5-Liter-Turbobenziner angetrieben, der mit einem 10 kW/14 PS starken E-Motor-Generator und einer 0,5 kWh großen Batterie kombiniert ist.

Subaru:
Wie das kompakte SUV XV künftig aussehen könnte, zeigen die Japaner auf ihrem Stand. Das „XV Concept“ kennzeichnet eine markante Frontpartie, ausgestellte Radkästen und ein Unterfahrschutz betonen den robusten Charakter des Konzeptfahrzeugs. Flankiert wird die Studie von der aktuellen Subaru-Modellpalette, unter anderem dem aktuellen XV in optisch aufgefrischte Version.

Suzuki:
Mit dem Baleno bringt Suzuki ein bisschen Bodenhaftung ins teilweise recht abgehobene Segment der Kleinwagen. Was nicht zwingend Verzicht bedeutet: Als erster Suzuki fährt der Baleno mit automatischer Abstandsregelung und Notbremsfunktion. Eine Touchscreen-Navigation samt iPhone-Integration mit Apple CarPlay ist auf Wunsch an Bord.

Toyota:
Die Serienversion des auf der IAA als Konzept gezeigten Hybrid-SUV C-HR hat am Genfer See ihren ersten Auftritt. Optisch und technisch orientiert sich der kleine Crossover an der IAA-Studie CH-R Concept. Auch deren Hybridantrieb dürfte in die Serie einfließen, alternativ wird es einen Turbobenziner geben. Zudem sollen die steife Struktur und der niedrige Schwerpunkt der neuen Toyota-Plattform TNGA für gute Handling-Eigenschaften sorgen.

Volvo:
Der Nachfolger des großen Kombis V70 heißt nun V90 und kommt im Spätsommer auf den Markt. Optisch orientiert sich der Kombi bis zur B-Säule direkt an der kürzlich vorgestellten Limousinen-Variante S90, dahinter schließt sich ein geräumig wirkendes Gepäckabteil mit einer nur sanft abfallenden Dachlinie an. Als Abschluss am Heck gibt es eine relativ schräge Klappe. Das Antriebsprogramm dürfte weitgehend dem der Limousine und dem technisch ebenfalls verwandten Luxus-SUV XC90 entsprechen, die mit Vierzylindermotoren zwischen 140 kW/190 PS und 235 kW/320 PS zu haben sind. Dazu kommt ein 300 kW/407 PS starkes Plug-in-Hybridmodell mit einer elektrischen Reichweite von rund 50 Kilometern. Traditionell stark ist Volvo bei Assistenzsystemen – da soll auch der große Kombi keine Ausnahme machen. Darüber hinaus zeigen die Schweden das Facelift des Kompakten V40, das sich die 2012 aufgelegte Kompakt-Baureihe vor allem in der Frontansicht verändert: Die mit dem Oberklasse-SUV eingeführten Tagfahrleuchten „Thors Hammer“ zieren nun auch das Gesicht von V40 und der robuster beplankten Version V40 Cross Country.

VW:
Nachdem das in der Planung schon recht weit fortgeschrittene Mini-SUV Taigun nun doch nicht gebaut wird, zeigen die Wolfsburger nun in Genf andere Pläne: Eine SUV-Studie unterhalb des Tiguan soll dort Premiere feiern. Daneben wird das Facelift des Kleinstwagens Up zu sehen sein, das unter anderem mit den neusten Konnektivitäts-Merkmalen ausgestattet ist. Darüber hinaus ergänzt ein 66 kW/90 PS starker Benziner das Antriebsangebot.

News: Ferrari-Museum – Roter Teppich statt Rennstrecke

In der Ausstellung „Red Carpet“ zeigt das Enzo-Ferrari-Museum in Modena nun die lange Film- und Fernsehgeschichte der Sportwagenmarke. Zu sehen sind unter anderem Exponate wie der 308 GTS von TV-Detektiv Thomas Magnum, der Testarossa aus Miami Vice oder der Rennwagen 512S aus dem Filmklassiker Le Mans. Darüber hinaus wird auch die Beziehung verschiedener Hollywood-Stars zu den italienischen Sportwagen beleuchtet – zu den Ferrari-Fans sollen unter anderem Marilyn Monroe und Peter Sellers gezählt haben. Der Eintritt kostet für Erwachsene 15 Euro.

News: Alfa will in die Formel 1

Der Fiat Chrysler Boss Sergio Marchionne möchte, dass Alfa Romeo sein eigenes Formel 1 Team bekommt. Das ist natürlich eine stramme Ansage, wenn man bedenkt, dass die Marke stark marode ist und nur noch ein Schattendasein fristet. Zwar steht es um die italienische Traditionsmarke nicht so schlimm, wie um Lancia, aber Massen an Alfas werden nicht gerade abgesetzt. Vielleicht ändert sich das ja mit der neuen Giulietta?

Das soll an dieser Stelle aber gar nicht der Diskussionspunkt sein. Der Fiat Chrysler CEO denkt, dass ein eigenständiges Formel 1 Team das Beste für Alfa Romeos Image wäre, so zumindest äußerte sich der Italiener den Kollegen von Motorsport.com gegenüber. Um den traditionellen Namen und das dazu passende „Cuore Sportivo“ wieder aufzubügeln, müsse man in Betracht ziehen, in die Formel 1 zurückzukehren. Dabei schiele Marchionne auch zu Ferrari herüber, mit denen er eine Zusammenarbeit anstreben würde.

Einst hatte er den Plan Red Bull mit Motoren und Antrieben auszustatten, was jedoch anders ablief. Die Österreicher haben ein Renault Energy Aggregat in ihrem Renner. Aber dem italienischen CEO des Großkonzerns reichen Alfa-Antriebe alleine in der F1 nicht aus, Marchionne will ein eigenes Rennteam mit dem Namen Alfa Romeo. Dennoch spielt Geld natürlich eine große und entscheidende Rolle. Alfa könne sein Chassis nicht selbst anfertigen und und gleichzeitig noch Motoren konzipieren. Trotzdem wolle man unbedingt in den größten Rennsport-Zirkus überhaupt zurück. Das wird wahrscheinlich nur klappen, wenn man auf Ferrari-Aggregate zurückgreift.

Ganz gleich, wie die Details ausgestaltet werden, wichtig ist, dass neue Hersteller in die F1 kommen – vor allem mehr konkurrenzfähige Hersteller, damit das Spektakel weiter belebt wird. Denn letztendlich ist die Spannung etwas verloren gegangen, weshalb sich die Veranstalter immer neue Challenges ausdenken müssen. Außerdem gibt es doch nur drei wirklich interessante Teams, wenn man ehrlich ist. Der Kampf um das Träppchen wird nur noch von Renault bzw. Red Bull, Mercedes-Benz oder Ferrari gekämpft.

Andere Rennsportserien gefallen dem CEO Marchionne nicht so, er wolle Alfa Romeo am liebsten in der Formel 1 haben. Das wäre toll, schließlich sind die Italiener seit den späten 80er Jahren nicht mehr in der Königsklasse vertreten gewesen. Ob wir also demnächst wieder ein weiteres italienisches Team in der obersten Rennliga sehen, steht noch etwas in den Sternen. Interessant wäre es. Dennoch wäre es vielleicht angebrachter, das Geld lieber in konkurrenzfähige Straßenfahrzeuge zu investieren, als in einem teuren Sport zu verpulvern.

 

News: Ferrari „on the rocks“ – Heißer Ritt auf kaltem Eis

Ferrari. Schon der Name klingt feurig, nach Bella Italia und Bella Macchina, vielleicht auch nach Pizza und Pasta, auf jeden Fall aber nach endlosem Sonnenschein. Und sicher nicht nach dichtem Schneetreiben, vereisten Fahrbahnen und dicken Pelzmänteln. Genau in diesem Szenario aber präsentierte sich das Einstiegsmodell der Marke, der California T, für einen ganz speziellen Ausritt – aufs blitzblanke Eis.

Was der California T bei unserem heißen Ritt auf dem kalten Eis bestens beweisen konnte, ist, welche Kraft selbst in dem Einstiegsmodell der Marke steckt.
Was der California T bei unserem heißen Ritt auf dem kalten Eis bestens beweisen konnte, ist, welche Kraft selbst in dem Einstiegsmodell der Marke steckt.

Dass solche Ausflüge bei der Marke mit dem Cavallino Rampante, dem sich aufbäumenden Pferdchen, im Logo nicht unbedingt im Lastenheft stehen, wird auf den ersten Metern schnell klar: Breite Reifen, Hinterradantrieb und Leistung im Überfluss sind Garanten für heiße Pirouetten auf dem Eis, nicht aber für größtmögliche Kontrolle und Präzision. So zaghaft wie sich ein Pferd mit seinen glatten Hufeisen auf dem spiegelnden Eis fortbewegt, tasten wir uns mit dem California T langsam nach vorne, immer auf der Suche, irgendwo doch ein bisschen Traktion zu finden. Hier oben im schweizerischen Andermatt, gut 1.500 Meter hoch, am Fuße des Gotthards gelegen, ist das allerdings vergebene Liebesmüh’. Hatte es doch über Nacht wieder Dutzende Zentimeter Neuschnee gegeben.

Nach wenigen Minuten auf öffentlichen Straßen, wo der 3,9 Liter große V8-Biturbo sein Können nicht im geringsten unter Beweis stellen konnte, führt uns die Rutschpartie ans Ziel: Dort, wo im Sommer Gutbetuchte auf professionell manikürtem Rasen kleine weiße Bälle ersuchen, in unwesentlich größeren Löchern zu verschwinden, ist mit reichlich Handarbeit – und kaltem Wasser – ein Spielplatz aus Eis entstanden. Genau das richtige Terrain, um dem Ferrari die Sporen zu geben, ohne Leitplanken, Bordsteine oder gar andere Verkehrsteilnehmer fürchten zu müssen. Und der optimale Untergrund, um entweder die elektronische Stabilitätskontrolle auf Herz und Nieren zu prüfen. Oder einfach nur jede Menge Spaß zu haben.

Um nicht schon bei der ersten Runde den mindestens 183.499 Euro teuren Roadster in einer Schneewehe zu versenken, lassen wir das ESP erstmal lieber eingeschaltet. Und das Dach geschlossen – man weiß ja nie. Doch der elektronische Helfer macht seinen Job tadellos. Zwar kommt der Ferrari kaum vom Fleck, da die Traktionskontrolle jeglichen Schlupf zu vermeiden versucht und die Motorleistung rabiat drosselt. Doch ist er in einmal in Fahrt, lässt sich der Hütchenparcours mit dem Boliden dank pausenloser Eingriffe der Regelsysteme erstaunlich einfach meistern. Wer von den 560 PS und 755 Newtonmeter etwas mehr spüren will, muss allerdings vom Comfort- in den Sportmodus wechseln. Der Schalter dafür, von Ferrari liebevoll Manettino gennant, ist direkt am Lenkrad angebracht. So kommt man einerseits mit dem rechten Daumen problemlos ran, andererseits soll diese Anleihe aus der Formel 1 das sportliche Image der Marke betonen.

Sobald der Hebel nach oben klickt, lassen die Kontrollsysteme dem Fahrer mehr Freiheiten und das ESP reagiert später. Zusätzlich wird die Gaspedalkennlinie etwas gestrafft und das schnelle Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe dreht die Gänge weiter aus. Der Ritt auf dem Eis wird deutlich rutschiger: Die Hinterräder wühlen beim Anfahren im Schnee, der Motor dreht hoch und verleiht seiner Kraft auch akustisch Ausdruck. Hohes Gekreische gibt’s beim California T allerdings nicht, vielmehr brummelt und grummelt der turbogeladene Achtzylinder kraftvoll vor sich hin.

Um nicht schon bei der ersten Runde den mindestens 183.499 Euro teuren Roadster in einer Schneewehe zu versenken, lassen wir das ESP erstmal lieber eingeschaltet.
Um nicht schon bei der ersten Runde den mindestens 183.499 Euro teuren Roadster in einer Schneewehe zu versenken, lassen wir das ESP erstmal lieber eingeschaltet.

Sobald die Räder ein wenig Grip auf dem verschneiten Golfplatz gefunden haben, prescht der Ferrari nach vorne; im Sportmodus allerdings liegt deutlich mehr Verantwortung beim Fahrer, um nicht alle Pylonen abzuräumen. Ein Hauch zu viel Gas in der Kurve, schon tänzelt der California mit dem Heck, und würde sich am liebsten gleich um die eigene Achse drehen. Dann heißt es flott Gegenlenken, denn bis die Stabilitätskontrolle eingreift, dauert es. Für den maximalen Fahrspaß lässt sie sich mittels Manettino freilich auch ganz abschalten – dann allerdings endet das Driftvergnügen schnell und der Ferrari macht einen auf Prima Ballerina. Erst nach einigen Runden mit flotten Drehern um die eigene Mitte gelingt es uns, Gaspedal und Lenkrad so feinfühlig zu koordinieren, dass der gut 1,7 Tonnen schweren California quer – und mehr oder weniger elegant – durch die Kurve jagt. Jetzt trauen uns wir uns auch, das Klappdach aufzumachen, das in 14 Sekunden im Kofferraum verschwindet.

Noch flinker, nämlich nach gut 11 Sekunden, soll der Ferrari schon 200 km/h schnell sein, den Null-auf-hundert-Sprint absolviert er in 3,6 Sekunden. Beides Werte, die auf der spiegelglatten Eisbahn ebenso wenig nachzuprüfen sind, wie die Vmax von 316 km/h. Und auch den serienmäßigen Carbon-Keramik-Bremsen müssen wir einfach glauben, dass sie den 2+2-Sitzer auf trockener Straße in Windeseile zum Stehen bringen. Was der California T dagegen bei unserem heißen Ritt auf dem kalten Eis bestens beweisen konnte, ist, welche Kraft selbst in dem Einstiegsmodell der Marke steckt. Und wieviel Spaß man auch mit einem Ferrari im Winter haben – zumindest dann, wenn der Spielplatz groß genug ist.

Ferrari GTC4Lusso: Was für ein Auto. Was für ein Name?

Ferrari zeigt auf dem Genfer Salon das Facelift des 2+2-sitzigen FF. Und nennt ihn nun GTC4Lusso. Ja, ohne Leerstellen.

3,4 Sekunden aus dem Stand auf Hundert. Spitze 335 km/h. Eine fast ausgeglichene Gewichtsverteilung von 47% auf der Vorderachse und 53% hinten – gemessen ohne Kindersitze. Ferraris Steilheck ist trotz rabiater Leistungsdaten nämlich so etwas wie der Vernunftkauf für Menschen, denen das Geld aus schierem Überfluss ständig aus der Hosentasche fällt.

Bisher gab es ihn als Ferrari FF. Vielleicht war ihnen das „Ferrari Four“ zu nah am Smart For Four, den es ja wieder gibt. Vielleicht war es auch der Drang nach einem neuen Namen, der Ferrari bei jedem Facelift heimzusuchen scheint. Zumindest heißt das Steilheck aus Maranello jetzt ungleich sperriger GTC4Lusso. Das klingt verdammt nach Opel. Dort läuft der dreitürige Astra – Entschuldigung das Astra Coupé – seit dem Modellwechsel als Opel GTC vom Band. Der Ferrari-Fan wird jetzt berechtigterweise einwerfen, dass die Bezeichnung GTC bei Ferrari schon Tradition hat, wir dürfen an den ebenfalls 2+2-sitzigen 365 GTC/4 aus den frühen 70ern erinnern. Trotzdem bleibe ich dabei: FF war griffiger. Überheblicher. Lauter.

Im Gegensatz zur Kehrtwende bei der Modellbezeichnung zeigt sich das Karosseriekleid des großen Ferrari sanft geliftet. Der Kühlergrill vorne ist breiter, zu einem größeren Markenemblem konnten sich die Designer aber immer noch nicht durchringen. Die Motorhaube ist nun glatt und hat keine Lüftungsschlitze mehr, dafür sind die Kiemen in den Kotflügeln deutlich gewachsen.

Das Heck wirkt mit vier Leuchten deutlich breiter. Foto: Ferrari
Das Heck wirkt mit vier Leuchten deutlich breiter. Foto: Ferrari

Am Heck kommen die deutlichsten Änderungen zum Vorschein. Der GTC4Lusso hat jetzt vier runde Leuchten anstatt zwei, außerdem ist der Stoßfänger neu und der darin verbaute Diffusor, der nun mächtig nach Rennwagen aussieht. Die Heckklappe ist kleiner geworden, aber eine höhere Ladekante dürfte nun wirklich kein Grund sein, den Ferrari nicht zu kaufen.

Schon eher die Angst vor Fingerabdrücken. Vor allem innen. Denn während alle Welt über zwei große Displays in der neuen Mercedes E-Klasse staunt, schraubt Ferrari kurzerhand drei in seinen Shooting Brake. Eines mit virtuellen Instrumenten vor dem Fahrer und eines als zentrale Infotainment-Zentrale in der Mittelkonsole. Neu ist das große Display vor dem Beifahrer, das Aufpreis kosten wird. Hier können sämtliche Fahr- und Motordaten abgerufen werden. Dass man zumindest weiß, warum einem der Mageninhalt von unten in die Speiseröhre gedrückt wird, wenn der 6,3 Liter große V12 mit nun 690 PS (bisher im FF 660 PS) von der Leine gelassen wird. Als erstes Auto der Welt kombiniert der Ferrari übrigens Allradantrieb mit Vierradlenkung. Der höhere Grenzbereich dürfte dem sensiblen Beifahrer aber nicht viel nützen, im Gegenteil.

Entertainment für den Beifahrer: Optionales Display mit Fahrdaten. Foto: Ferrari
Entertainment für den Beifahrer: Optionales Display mit Fahrdaten. Foto: Ferrari

Der genaue Preis des GTC4Lusso ist noch nicht bekannt, aber eines dürfte eh schon klar sein: Für die meisten von uns ist er eh zu teuer.

Neulich in Tokio: In diesem FF fuhr tatsächlich ein Baby nebst Kinderwagen mit. Foto: Bernd Conrad
Neulich in Tokio: In diesem FF fuhr tatsächlich ein Baby nebst Kinderwagen mit. Foto: Bernd Conrad

Sebastian Vettel, Donuts, Rauch und eine Blondine!

Einer der Ferrari Formel 1-Partner, die US-Transportfirma UPS, hat sich selbst beschenkt und Sebastian Vettel zum „Vor Ort Termin“ geladen.

Unter anderem wurden Mitfahrten mit dem vierfachen-F1-Champion Sebastian Vettel verlost. Über die „blonde Gewinnerin“ auf den Fotos ist m-a-b nichts weiter bekannt – nur, dass die Reifen des Ferrari leiden mussten, davon zeugt nun das Parkgelände 5 am Köln-Bonner Flughafen! Und dass Vettel, ganz der Gentleman, der er scheint, dabei half, die Handtasche zu verstauen.

Am Ende ein PR-Termin von vielen für den Heppenheimer-Bub. Und natürlich durften die Kollegen von RTL vor Ort nicht fehlen. Unser Foto-Reporter René Hey hat auch einen Interview-Mitschnitt mitgebracht, darauf aber nur das übliche Interview-Gefasel. Wir ersparen unseren Lesern das und zeigen lieber noch ein paar Fotos von den Donuts am Flughafen!

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Auf unserer Facebook-Seite gibt es zudem einen kurzen „Donut-Clip“ vom Ferrari-Chauffeur .. [klick] ..

 

 

Vettel-Feeling – Eine Ausfahrt im Sebastian Vettel Ferrari California T

Der vierfache Weltmeister aus Heppenheim, der seit Beginn dieser Formel 1 Saison für die Roten aus Maranello fährt, besuchte am 15 Juli das Ferrari Team in Wiesbaden. Die dreiwöchige „Sommerpause“ in der Formel 1 macht es möglich, die deutsche Niederlassung seines neuen Arbeitgebers in seinem Heimatland zu besuchen. Ein so autobegeisterter Mensch wie Sebastian Vettel möchte aber nicht nur sitzen und reden, er möchte am liebsten fahren. Am besten natürlich in einem italienischen Sportwagen und weil das Wetter in Deutschland gerade so schön ist, in einem Cabrio. In einem natürlich in rot lackierten California T fährt er durch die schöne Landschaft um Wiesbaden, den Rheingau und den Untertaunus. Wir kennen die Strecken nur zu gut, unser Redaktionsbüro hat seinen Sitz im grünen Taunus, der mit zahlreichen fast toskanisch anmutenden Landstraßen durchzogen ist.

Testdrive 114 Ferrari California T

Und nun, nur ein paar Tage später, ist es soweit. Wir sitzen in exakt dem Ferrari California T, in dem der 28-jährige Formel 1 Fahrer neulich noch am Volant drehte. Als wäre ein Ferrari, das Heiligtum der Italiener, auch wenn man das im benachbarten Sant’Agata Bolognese nicht gerne hört, nicht schon genug. Der Traumwagen nicht einer, sondern vieler Generationen, natürlich auch meiner. Aber hier ist es noch mal anders. In diesem mit cognac-farbenen Leder bezogen Sportsitzen saß „der Seb“ und hat an diesem Lenkrad gedreht, was ich gerade noch versuche einzustellen.

Die Sitzposition ist nicht ungewöhnlich, aber das Lenkrad steht recht hoch. Es ist halt kein Pseudosportler, auch wenn der Blech-Klapp-Dach-California gerne mal bei Kritikern mit dem Image des Frauensportlers belastet wird, wie früher der Porsche Boxster. Aber haben Kritiker überhaupt Ahnung von der Materie oder kritisieren sie nicht generös alles, was nicht schwarz oder weiß ist? Und muss ein „Frauenauto“ schlecht sein? Ehern nein, zumal es diesen Begriff auch nicht wirklich gibt und wohl eher zu einem knallbunten Cityflitzer passt, wo vorne ein Motörchen 60 PS erzeugt, die hinten, ja fast unbemerkt, in einem Auspuff mit Trinkhalm-Durchmesser zart entsorgt werden.

Testdrive55 Ferrari California T habby

Push the Button

Beim California T ist das ganz anders. Nach dem Drücken des Start-Knopfes am Multi-Funktions-Lenkrad brüllen 560 PS aus vier dicken Endrohren ihre italienische 8-Zylinder-Sinfonie in die Freiheit. Die ganz große Bühne. La Traviata im Taunus. Wer Aufmerksamkeit beim Boulevard-Cruisen mag, ist im California T richtig.
Und es scheinen viele zu sein. Vom Vorgänger, der noch mit dem obligatorischen Saugmotor ausgestattet war, verkaufte Ferrari über 10.000 Modelle. So viele wie noch von keinem anderen Modell mit dem schwarzen „Cavallino Rampante“ auf der Haube. Und es sind nicht nur die Ferraristi, die zugriffen. Mit dem California kamen über 70 Prozent der Käufer zur Marke, die vorher noch nie einen Ferrari besaßen.

Zum Glück ist auch heute das Wetter mit uns und wir öffnen das Dach, was gefühlt recht lange dauert, um die Sonne zu genießen. Aber auch, um dem Geräusch des 3,9 l V8-Aggregats noch intensiver zu lauschen. Und es ist enorm, was uns im dicht bewachsenen Wald im Taunus an Sound förmlich zurückgeschmettert wird. Vorne saugt der California T nun durch zwei in die Haube geschnittene Nüstern die Luft für die Lader an, die dann im fast zentral eingebauten Motor als Benzin-Luft-Gemisch explodiert. Und hier hat das Wort Explosion noch eine Bedeutung. Zumindest klingt es so. Wir können gar nicht sagen, woher die Geräusche überall kommen. Nur aus dem Auspuff oder unterstützt der Motor die orchestrale Klangfülle? Es ist auch egal. Die kleinen Härchen am Arm stehen alle im 90 Grad Winkel von der Haut ab nach oben.

Ein Turbo! Ein Turbo? Lange gab es bei Ferrari keinen Turbo mehr. Schon über 20 Jahre ist es her, als im legendären F40 die beiden oben liegenden Ladeluftkühler von Behr durch die durchsichtige Heckscheibe zu betrachten waren. Eine Erklärung, Ferrari arbeitete am Turboloch, um dieses Manko eines Turboladers, der bekanntlich erst ab einigen Umdrehungen Schub liefert, zu verringern.

Testdrive65 Ferrari California T habby

Turbo läuft

Dies scheint gelungen, als wir zu ersten Spurts ansetzen. Von unten raus dreht der Motor schnell hoch und liefert permanent Schub an die Hinterräder. Ein Novum, haben sich doch schon viele Sportwagenhersteller an dieser Problematik die Zähne ausgebissen. Die Ferrari-Techniker haben hier Pionierarbeit geleistet und einen Turbomotor entwickelt, der nahezu an die Charakteristik eines Saugers erinnert. Den Erfolg gaben nicht nur zuletzt die gleichlangen Krümmer, die die Strömung der Abgase zur Turbine der beiden Twinscroll-Lader gleich schnell beschleunigen.

Die Automatik schaltet bravourös und lässt uns auf der freien Autobahn in Sekundenschnelle auf Renntempo kommen. In nur 11,5 Sekunden sind wir aus dem Stand auf 200 km/h, die lachhaften 100 km/h durcheilt der California T schon nach 3,6 Sekunden. Theoretisch geht es bis zu 316 km/h Spitze, die aber heute, wie so oft, auf der Autobahn natürlich nicht erreicht werden können. Dennoch nimmt der California T uns auf der „Autostrada“ ein, als wir in verhältnismäßig hoher Geschwindigkeit durch eine langgezogene Autobahnkurve eilen.

„Es fühlt sich nicht an wie eine schnelle Autobahnkurve, es ist eher wie die „Curva Parabolica“ in Monza!“

Testdrive 125 Ferrari California T

„Vettel-Feeling“ durchströmt uns, der Hauch von über 200 GP-Siegen und 16 F1-Konstrukteurs-Weltmeisterschaften umgibt uns. Dazu dieses direkte Handling, als wir auf den kurvigen Landstraßen dem California T ein wenig Auslauf gestatten. Ja, dieses Auto fasziniert und ist sicherlich mehr als der „Frauen-Ferrari“. Es hat seine kleinen Mängel. Die Windgeräusche am Klappdach und die Seitenscheiben, die nicht perfekt anliegen. Oder die Bauart bedingte dezentrale Anordnung der Schalter, um das Getriebe bedienen zu können. Wobei man das in Italien mit den Worten „thats passion“ einfach übersieht. Und wer einen teils langweilig anmutenden Sportwagen möchte, kann ja bei den hiesigen Premiummarken fündig werden. Perfektion bis ins Detail, aber oft ohne Tradition und Emotion.

Wir sind uns einig, als wir den California T in Frankfurt, dort, wo Geld gemacht wird und die Käufer sitzen, wieder abgeben. Für ein Fahrzeug, das bei 183.499 Euro startet, bietet er eine grandiose Mischung aus Sportwagen und Cruiser. Nirgendwo sonst gibt es aktuell einen solch tollen Turbomotor. Dazu diese Geschichte der Marke und mittlerweile auch noch Zuverlässigkeit, die sich in einer siebenjährigen Routine-Kosten-Übernahme durch Ferrari selbst widerspiegelt.

Und für den Besitzer dieses unbezahlbare Gefühl, wenn sonntags die F1 Übertragung vorbei ist, schnell in die Garage gehen zu können, um ein ganz klein wenig „Vettel“ sein zu können.

Nummernschild-Check: Sebastian Vettel fuhr unseren Testwagen!
Nummernschild-Check: Sebastian Vettel fuhr unseren Testwagen!

 

Text: Bernd Schweickard | © Foto: Ferrari, Björn Habegger, Bernd Schweickard

Ferrari California T – Unter Druck noch besser

Im tiefen Rosso California lächeln dich die Kurven an. Der Herzschlag beschleunigt sich, diese Form der Emotionen gibt es nur, wenn man sich darauf vorbereitet, Ferrari zu fahren. Nicht auf der Rennstrecke, nicht im adligen Monaco. Hier – im Taunus – raus aus der Bankenstadt Frankfurt, rein in die kurvige Verlockung in Richtung „hoher Feldberg“.

Der California ist der „immer da“ Ferrari. Der Ferrari für jeden Tag. Er stellt sich dem Wettbewerb mit edlen Sportlern aus Stuttgart. Kein Wildpferd für einen Tag, ein „urbanes“ Aufstehen an jedem Tag. Der Startpunkt kann nur Mainhattan sein, das Ziel ist klar: Wilde Kurvenradien im Taunus.

Ferrari California T

Leidenschaft, Druck und Open Air

Das bisschen Stop & Go-Verkehr aus Frankfurt heraus versickert im „Comfort-Modus“ des Italieners. Unebene Gassen? Dämpft der California lässig aus. Stadtverkehr? Geht. Ganz cool, ruhig und vermeintlich mädchenhaft. Magnetic-Ride Dämpfer bieten geschmeidiges Abrollen auf Sportler-Niveau. Es ist ein fast ungebührlicher Fahrkomfort, mit dem der „T“ nach seinem Lifting prahlt. Sexy war der „kleine“ Ferrari schon immer, jetzt ist er auch noch unfassbar gut. Unter der Haube zudem der erste Turbo-Motor für Ferraristi – gut, der erste Turbo für Ferraristi im Alltag. Turbo hatten die Italiener schon. Aber jetzt, in der Neuzeit. Jetzt ist das der erste, echte, nicht zu unterschätzende Turbo. Früher, beim F40, da war das mehr derb. Richtig derb. Im neuen California T ist Turbo anders. Nix mehr mit einer Gedenksekunde, nix mehr mit einem Turboloch und einemDrehmoment-Hammer, der dich per Schwinger im Wimpernschlag an deine fahrerischen Grenzen befördert. Statt dessen regiert das Gefühl am Pedal. Eine einfache Gleichung eröffnend: Je mehr Druck, desto mehr Druck. Und dazu in jedem Gang ein wenig mehr. Erst in Welle sieben hämmert die volle Packung von 755 Nm über die Hinterachse herein.

Testdrive 32 Ferrari California T

Auf der A661 in Richtung Bad Homburg. Zum ersten Mal fällt der Hammer. Das Doppelkupplungsgetriebe agiert als Dr. Gnadenlos und zimmert die Gänge durchs Gehäuse, dass einem die Gänsehaut in hab Acht fährt. Der 180°-V8-Sound bläst seine italienische Lobeshymne. Trotz der Turbos faucht es grummelig bis selig aus den vier Endrohren. Der 3.9 er V8 bekommt von den zwei Turbos so richtig den Marsch geblasen. Vom Wimmern bis zum Blaffen rauf zum Fauchen und Brüllen. 560 PS und kein fühlbares Turboloch!

Testdrive65 Ferrari California T habby

Flat-Plane Kurbelwelle, langhubig ausgelegter 3.9er V8, TwinScroll Lader. Das ganze Paket wird fein hinter der Vorderachse untergebracht. 47% liegen vorne, 53 % des Gewichtes hinten. Gut für die sportliche Gangart. Mit dem erotischen Nebeneffekt der langen Motorhaube. Und auf Wunsch binnen Sekunden offen zu fahren.

Testdrive16 Ferrari California T habby

Per du mit 755 Nm

Mit aller Macht stemmen sich die italienischen Sportreifen gegen die schäumende Wut von 610 Nm in den unteren Gangstufen (1-3). Der Italiener zuckt, 1.625 kg denken kurz über die Massenträgheit nach und dann schmettert der „oben ohne Ferrari“ in Richtung Horizont los. Im Moment des Schaltens, dann, wenn die Kräfte eigentlich unterbrechungsfrei exekutiert werden sollten, baumelt dein Kopf wie die Holzmurmel eines zu lose angenähten Puppenkopfes durch das Cockpit, weil jetzt das Manettino nicht auf „Comfort“ steht, sondern auf Sport. Mit Mühe balanciert dich die Traktions-Elektronik am Rande des Haftungsverlustes und das Rosso California zieht der restlichen Welt einen dunkel roten Wimpernstrich.

Als du das erste Mal wieder durchatmen kannst, hat sich der Tacho bereits der 300 km/h Marke genähert. 316 gehen, sagen die Italiener, der Verkehr aus Frankfurt heraus hat nur 307 km/h zugelassen. Die Geräuschkulisse ist atemberaubend gut, trotz der Turbos. Jetzt, bei Tempo 260, pressen die Turbos kubikmeterweise Luft in die Brennräume. Die „Lust“ Ferrari ist bereits jetzt klar. Bewusst, was Rosso California im Bauch auslöst.

Testdrive54 Ferrari California T habby

Und dabei sind wir erst geradeaus gefahren.

Am Ende der Autobahn ist es dann bloß noch ein Kilometer. Im Abfahrtskreisel spürst du endlich, was es bedeutet, einem gut durchgewärmten Sportreifen vertrauen zu müssen. Die Vorderachse springt in die Kurve, dass sich ein „ach so Einstiegs-Ferrari“ derart easy in die Biegung werfen lässt, erschreckt. Befehl: Vollgas. Gänzlich ohne Ladedruckpause wird der Befehl vollstreckt. Die Kurven werden winkliger, der Straße schmaler. Jetzt müssen die Synapsen und der lässige Italo-Roadster die gleiche Sprache sprechen.

Was stand in der Presse-Mappe? Neue Magna-Ride Dämpfer? Reagieren noch einmal 50% schneller als zuvor? F1 Trac-Traktisonskontrolle? Das große Besteck der italienischen Traktions-Experten. Und eine Karbon-Keramik Anlage, die den wilden Hengst binnen 34 Metern aus Tempo 100 zusammenbremsen kann?

Was dachten wir da nur? Der California ist nur ein „Frauen-Ferrari“. Kein echter Ferrari, weil Frontmotor und sogar 2+2 Sitze. Und dann dieses Dach. Klapp, zack, binnen Sekunden offen. Das kann ja nichts für „Männer“ sein. Ein Spielzeug. Mehr so Schickeria. Und absolut nicht auf Augenhöhe mit den anderen wilden Tieren der Ferraristi? Nun? Er ist vor allem von allem mehr. Mehr Performance, mehr Druck, mehr Leidenschaft. Natürlich darf man das Ganze nicht mit dieser unnachahmlichen Theatralik eines Ferrari 458 Speciale vergleichen. Doch der neue California T ist schlicht unfassbar gut. Wunderbar komponiert. Eine Symphonie für jeden Tag.

Testdrive 43 Ferrari California T

Eine Auto zum Genießen des Alltags. Du sollstest es genießen. Dir eine Lektion erteilen lassen. Verstehen, dass ein Ferrari nicht deswegen zum Hausfrauen-Auto wird,weil der Motor vorne und das Dach unten ist.  Das Gerede, dass früher alle Ferrari viel mehr Ferrari waren, lächle darüber.

Am Abend, nach Stunden des Glühens am Feldberg, kannst du glücklich und genussvoll zurück in die Stadt fahren. Die Köpfe werden sich wieder umdrehen – niemand wird denken: Er fährt das Auto seiner Frau. Niemand, denn der neue „California T“ ist, was draufsteht: Ein echter Ferrari. 

 

Genfer Autosalon 2015: Grell und ein bisschen grün

Die Zeit der ökologisch grundierten Zurückhaltung ist für die Automobilindustrie vorbei. Statt Elektroauto und Plug-in-Hybrid feiert die Branche nun wieder das Hochamt der Leistung. Was sich schon zum Jahresstart auf der Detroit Auto Show angekündigt hat, setzt sich zur Frühjahrs-Show in Genf Anfang März fort: 2015 steht im Zeichen von Sportwagen und Hochleistungslimousinen. Ganz ohne Spritsparbemühungen kommen diese aber auch nicht mehr aus.

In diesem Jahr wetteifern auf dem Autosalon gleich ein Dutzend Boliden mit zusammen rund 6.000 PS um die Leistungskrone in ihrem jeweiligen Segment. Alle Neuen sind natürlich stärker als ihre Vorgänger, aber in der Regel gleichzeitig deutlich weniger durstig. Dabei spielen vor allem zwei Technik-Trends eine Rolle: Elektrifizierung und Downsizing.

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Für letzteren Ansatz steht auch einer der Stars der Messe: der Ferrari 488 GTB. Das neue Coupé der Italiener bricht dafür ein kleines Tabu. Erstmals gibt es bei der dynamischen Speerspitze in der Modellpalette keinen großvolumigen Saugmotor mehr, sondern ein relativ kleines 3,9-Liter-Triebwerk, das den fehlenden Hubraum mit Turboaufladung kompensiert. Trotz 492 kW/670 PS Leistung soll der Normverbrauch lediglich 11,4 Liter betragen. Der Vorgänger 458 Italia mit 4,5 Litern Hubraum benötigte bei 100 PS weniger noch fast zwei Liter mehr. Mit fast dem gleichen aufgeladenen Hubraum (3,8 Liter) wie der neue Ferrari wartet übrigens auch einer der schärfsten Konkurrenten des Italieners auf: McLarens „Super Series“-Modelle, deren neuestes Derivat 675LT (496 kW/675 PS) ebenfalls in Genf Premiere feiert.

Der Saugmotor- und Hubraum-Verzicht aus Effizienzgründen ist in den zivilen Pkw-Segmenten schon längst Mode. Und auch bei Sportautos nicht mehr wegzudenken. Mercedes und BMW etwa bieten in ihren AMG- und M-Modellen mittlerweile fast ausschließlich mit vergleichsweise hubraumarmen Turbos an. Und in den unteren Klassen geht schon seit Jahren nichts mehr ohne Aufladung. So fahren in Genf auch die neuen kleinen und kompakten Sportmodelle Opel Corsa OPC, Ford Focus RS, Honda Civic Type R und Seat Leon Cupra ST ganz selbstverständlich mit aufgeladenen Vierzylindern vor. Als leichte Variation gibt es auch noch den Audi RS3, der weiterhin vom klassischen Fünfzylinder-Turbo angetrieben wird, der aus den anderen Modellen der Marke bereits verschwunden ist.

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Doch die Turboaufladung ist bei Sportwagenpuristen nicht unbedingt beliebt: Sie ziehen die lineare Kraftentfaltung und den drehzahlgierigen Charakter der Saugmotoren den Turbos vor, die ihre Kraft im direkten Vergleich eher früh, explosiv und manchmal eben auch im unpassenden Moment an die Räder schicken. So gesehen ist der Ford GT, der in Genf Europapremiere feiert, auch ein kleines Wagnis. Der Wiedergänger der 60er-Jahre-Rennwagenlegende und erste Ford-Supersportler seit Jahren verzichtet auf den traditionellen Achtzylinder und vertraut stattdessen dem V6-Turbo, ein Motorenkonzept, das Ford seinen amerikanischen Kunden auch in seinen Volumenmodellen zunehmend schmackhaft machen will. Das aufregende Coupé – und einziger Mittelmotorsportler der USA – ist daher in erster Linie Image- und Technologieträger, nicht Umsatzbringer.

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Die Alternative zum Turbo heißt Hybrid. Die Elektro-Unterstützung hat zuletzt bei den superteuren Extremsportlern Porsche 918 und Ferrari La Ferrari für Zusatz-Punch und gezügelten Durst gesorgt und feiert bei Honda nun auch im Supersportwagen-Segment Premiere. Die Japaner zeigen in der Schweiz erstmals die Europaversion des neuen NSX, mit dem sie nach Jahren der Zurückhaltung die Rückkehr in die oberste Leistungsliga feiern. Das expressiv gestaltete Coupé verfügt über eine Kombination von V6-Benziner und drei E-Motoren mit rund 550 PS Leistung. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten des Hightech-Antriebs war offenbar so komplex, dass die Markteinführung immer weiter verschoben wurde. Nun steht diese kurz bevor, welche Fahrleistungen und Verbräuche die Technik möglich macht, sagt der Hersteller aber noch nicht.

Trotz Hybrid- und Turbobooms gibt es in Genf aber auch noch die Vertreter der reinen Lehre zu sehen. Allen voran die Neuauflage des Audi R8, der wieder auf einen aggressiv hochdrehenden V10-Sauger setzt – ohne Turbo und ohne Elektrounterstützung. So hat es schon Tochter Lamborghini Mitte 2014 beim technisch verwandten Huracan getan, und so halten es die Italiener auch beim in Genf gezeigten Aventador Super Veloce, der extra leichten Variante des Zwölfzylinder-Supersportlers. Und auch Porsche wiedersteht im neuen Cayman GT4 dem Turbo-Druck. Das kleine Coupé wird auch in seiner stärksten Ausführung von einem frei saugenden Sechszylinder-Boxer (283 kW/385 PS) angetrieben.

Insgesamt steckt die Autoindustrie mit ihren Sportwagen aber ein wenig in der Zwickmühle. Denn trotz immer effizienterer Antriebe bleiben die Verbräuche unterm Strich hoch. Zumindest den großen Herstellern könnten zu zahlreiche Verkäufe künftig die CO2-Flottenbilanz verhageln. Kleinere Hersteller wie Ferrari und Co. fallen zwar nicht unter die Grenzwertregeln, aber auch sie müssen um gesellschaftliche Akzeptanz und ihre selbstgesteckten CO2-Ziele kämpfen. Auf Sportwagen verzichten können beide Gruppen aber auch nicht. Zwar gehen weltweit die Verkäufe in diesem Segment zurück, aber die Margen bleiben genauso hoch wie die Strahlkraft auf die übrige Modellpalette. Wie wichtig die Boliden fürs Image sind, zeigen in Genf nicht zuletzt die Comeback-Modelle von Ford und Honda.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Video: Glickenhaus SCG 003 – Roll Out

Jim Glickenhaus hat zwei Dinge im Überfluss: Geld und eine Leidenschaft für Motorsport. Und wenn man beides kombiniert, dann kommt ein eigener Sportwagen dabei heraus. Nachdem der Glickenhaus-Ferrari bereits 2011 am Nürburgring für große Augen sorgte, legt der „reiche Onkel aus den USA“ noch wieder nach.

Glickenhaus SCG 003 – Premiere in Genf

Am Heck wird wieder ein Nummernschild des „Staates New York“ zu sehen, da bin ich mir sicher. Das ist einer der beständigen Verrücktheiten des Milliardärs Glickenhaus. Liebenswerte Verrücktheiten allesamt. Auf Basis des Enzo Ferrari entstand damals der P4/5 – der neue SCG003 soll eine Nummer kleiner werden. Anstelle des V12 soll ein V6 Bi-Turbo für den Renneinsatz montiert werden.

Straßenvarianten will Glickenhaus indes dennoch mit dem Enzo V12 anbieten.  Auch wenn der SCG003 derzeit völlig in Tarnfolie gehüllt seine Carbon-Karosserie zur Schau trägt, die Basis dürfte auch in diesem Fall viele Gleichteile mit dem Enzo Ferrari teilen.

Neben dem 24h-Rennen am Nürburgring 2015, soll auch ein start in Le Mans eingeplant sein.

Ich bin gespannt…gut klingen tut er schon einmal!

#radical14: Der Ferrari F458 speciale

Superlative lauern an allen Ecken. Der Beste. Der Schnellste. Der Schärfste. Als Auto-Blogger läufst du schnell in die Falle und verpulverst alle Superlative, noch bevor Du ein Superlativ erfahren konntest. Und dann? Wie willst du jemandem erklären, dass der Ferrari-V8 schneller die Drehzahlleiter hochdreht als ein katholischer Priester bei der Lektüre des Playboy auf sündige Gedanken kommt? Wie willst du erklären, was das warme Messer in der Butter macht? Wie die Präzision eines Skalpells erklären, wenn du dein ganzes rhetorisches Schwergeschütz bereits beim letzten Golf GTI verpulvert hast?  Eben. Aufgepasst. Denn es kommen Tage an denen fährt man Pagani, Lamborghini, McLaren oder eben Ferrari. Und selbst dann gibt es noch eine Steigerungsform, nein, dann muss noch eine rhetorische Steigerungsform in deinem Arsenal liegen, denn sonst bist Du der Arsch. Der Depp der keine Worte findet. Zumindest keine ausgelutschten.

Ferrari 458 speciale  @ #radical14

Es ist einer dieser Tage an denen die Kindheitsträume platzen könnten. Neben McLaren 650s, Corvette C7, Porsche GT3 und weiteren Spielsachen steht ein Ferrari F458 speciale vor der Käserei. Die Käserei? Ex-Käserei und heute Büro von Peter Ruch und Markus Chalilow und Startpunkt für #radical14. Weil ich im September mehr im Flieger als zu Hause auf der Couch saß, erlebte ich nur einen Teil des #radical14-Trips, vermutlich aber den geilsten Teil. Nachdem ich am Vortag den neuen Ford Focus und den neuen Nissan Pulsar gefahren bin, stand für diesen Tag mehr Leistung, viel mehr Leistung, auf dem Programm. Oder aber viel mehr Leidenschaft. Sowie dieser neue kleine Sportwagen, die Re-Inkarnation einer Marke. Das ich den Alfa Romeo 4C fahren konnte, war mir klar, da passte ich hinein. Das wusste ich noch von der Präsentation des Alfa 4C im letzten Jahr. Gedanken machte ich mir mehr um seinen großen Bruder. Die beiden Schweizer Journalisten hatten für #radical14 einen Ferrari 458 speciale eingeladen und den wollte ich, den musste ich, fahren. 135 PS pro Liter Hubraum. Es gibt keinen Saugmotor mit Straßenzulassung der mehr Kraft aus seinen Zylindern pumpt. 4.5 Liter Hubraum ergeben 605 PS. 605 PS bei 9.000 Umdrehungen (sic!!)und geschaltet wird bei diesem 458 nicht mehr von Hand. Binnen 60 Millisekunden wechselt das Doppelkupplungsgetriebe in F1-Manier die Gänge. (Um diese Zeitspanne mal zu erklären: Das menschliche Auge benötigt 50-80 Millisekunden um einen visuellen Reiz zwischen Netzhaut und Sehrinde zu verarbeiten. )

#radical14 toby25 Ferrari F458 speciale

Und dann stehst Du vor diesem außergewöhnlichen Fahrzeug, spulst im Kopf die technischen Daten ab:  605 PS, 540 Nm, 9.000 Umdrehungen maximal Drehzahl, Trockengewicht von 1.290 Kilogramm, 2.13 Kilogramm je PS, 58 % des Gewichts auf der Hinterachse. 398 mm große Carbon-Keramik Bremsscheiben. Mindestens 325 km/h Top-Speed. Und Du siehst die dünnen Schalensitze und darauf liegend, Vierpunkt-Gurte. Allgemein als der etablierte Feind des Bierbauchs bekannt. Innerlich hast du bereits Deine Emotionen unter Kontrolle. Egal. Auch nur ein Fiat. Fahre ich eben 4C. Oder Porsche GT3. Denn in die Porsche habe ich schon immer gepasst und der GT3 hier vor der Käserei hat auch keine Vierpunktgurte. Aber einmal reinsetzen, dass muss erlaubt sein. Das muss gehen.  Die erste Überraschung: Die Halbschalen passen. Klar, sie kneifen dich in deine Speckfalten, aber es passt. Sollten die SABELT-Gurte am Ende auch? Gezerrt, gefummelt, gedrückt, was im Rennsport Sinn macht ist einem schnellen Fahrertausch in den Schweizer-Alpen weniger zuträglich. SABELT-Gurte. Grmpfl. Komplett aufgezogen, die Schnalle über den Bauch geführt und *klack. Da bleibt sogar Luft. Also schnell noch einmal kräftig an den Laschen gerupft, Sitzt. Passt. Wackelt nicht mehr und Luft? Bekomme ich auch kaum noch. Aber ich sitze. Im F458 speciale. Ab in die Berge!

#radical14 toby29 Ferrari F458 speciale

Tempo 80 in der Schweiz

Als es endlich losgeht, hat dich der Ferrari bereits vollständig in Besitz genommen. Der fehlende Teppich, die fehlende Dämmung, Carbon für die Füße und nicht einmal ein Radio. Alleine die Schmiederäder in 20 Zoll haben je Rad 3 Kilogramm einsparen müssen. Die Klimaanlage haben sie dir gelassen. Scheint auch in der Emiglia Romana im Sommer, bei 9.000 Touren, zu warm zu werden als das man darauf auch noch verzichten könnte. Das „speciale-Programm“ für den Ferrari hat nicht nur schnellere Schaltzeiten für das F1-Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe gebracht, sondern auch die Verzichtserklärung an Komfort und Schnick-Schnack. Hier geht es nur noch darum die Sportreifen warm zu fahren, die Bremse in ihre Temperatur-Komfortzone zu bringen und dann zu schauen, wer eher zuckt, der Fahrer oder der Ferrari. 9.000 Umdrehungen sind laut. Wer den F458 speciale ausdreht, der erhält das volle Programm. Rotziger Halb-V8-Sound untenherum, gieriges saugen durch die Luftsammler im mittleren Bereich und das Trompeten-Konzert von Jericho sobald es unter Vollast über 5.500 Touren geht. Darüber hinaus radikalisiert sich der Schalldruck, wandert Dir ohne Umwege direkt ins Hirn. Zerebraler Schnellweg ins Stammhirn. Empfindungen von Gewalt. Kontrollierte Gewalt. Der Mensch zuckt, der speciale schlägt sich ums Eck.

Porsche wird oft und zu Recht für die Entwicklung und die Perfektion des Heckmotors gelobt. Jede neue Porsche-Generation wird leichter zu fahren. Schneller und sicherer, trotz wenig idealen Antriebskonzepts. Während man bei Porsche diese Schritte feiert, so wie auch ich das tat, hat Ferrari dem Mittelmotor das kontrollierte driften angewöhnt.

Side Slip Angle Control (SSC) nennt Ferrari diese Technik. Wie ein ESP für Rennfahrer lässt Kollege Computer den Sportfahrer an der verlängerten Leine die Haftgrenze überschreiten und genehmigt der 305er Hinterachs-Bereifung  eine kontrollierte Dosis Gleitreibung. Auf dem Weg zum Gipfel, links löst sich der Himmel mit dem Tal ab und rechts kontrolliert das Bergmassiv deinen Freiraum, lasse ich die Experimente. Konzentriere mich auf den Teil mit der Haftung. Der 458 speciale beeindruckt auch ohne Side Slip.

 Alles andere ist Kindergeburtstag.

Mehr hätte ich zum F458 speciale eigentlich nicht schreiben müssen. Fabian Mechtel fand diese treffliche Beschreibung für den Italiener. Was Fabian, Sebastian und Peter sonst noch zum F458 speciale zu erzählen hatten, kann man in diesem Clip anschauen!

#radical14 toby01 Ferrari F458 speciale

Für mich persönlich war der Ferrari alleine die Anreise in die Schweiz wert. 4 Stunden hin, vier Stunden zurück. Alleine der speciale hätte mich glücklich gemacht. Und ja, natürlich hatte ich dem Italiener die größte Portion Emotionen zugestanden. Ja, Leidenschaft in Blech, Karbon und Edelmetall. Auch martialischen Sound habe ich erwartet. Was ich nicht erwartet hatte war die Perfektion mit der dieser Ferrari sein Leistungsversprechen erfüllt. Die Zusammenarbeit der Sportreifen mit dem Fahrwerk. Diese pedantische Präzision am Lenkrad, die unfassbare Traktion.  Mit dem Ferrari F458 speciale gibt es endlich ein Auto dem man zu Recht das Prädikat: Rennwagen mit Straßenzulassung zusprechen kann. Jeder der das zuvor über ein Auto schrieb, dass kein „speciale“ war, hat sein Pulver zu früh verschossen und wird wie ein Depp aus der Wäsche schauen, wenn ihm später keine Superlative mehr einfallen …

 —-> Zur Ferrari F458 speciale Galerie!

[=“ “ ]Wer bei #radical14 alles dabei war:
radical-mag.com | V12media | asphaltfrage.de | passiondriving.de | Chromjuwelen | motorkultur.com

Alle Fotos: Tobias Heil

Ferrari Racing Days 2013

In einer Woche ist es nun soweit, vom 30. August bis zum 1. September steht der Hockenheimring ganz im Zeichen des Mythos Ferrari.

Die Ferrari Racing Days bieten Rennaction und Ferrari Faszination pur,

zu sehen gibt es die Ferrari Challenge Rennserien Trofeo Pirelli und Coppa Shell, Testfahrten der 599XX und FXX Programme, Formel 1 Action des F1 Clienti Programms und geschätzte 1000 Ferrari Kundenfahrzeuge im Fahrerlager sowie weitere Attraktionen für Groß und Klein. Die Ferrari Racing Days sind der Höhepunkt für alle Anhänger des Cavallino Rampante und Sportwagenenthusiasten. Alle aktuellen Informationen zu Programm, Tickets und Rennstreckenaktivitäten sowie Fotos und Videos erhalten Sie unter: www.ferrari-racingdays.de

Ferrari Racing Days begeistern Ferraristi und Fans seit 1996

Seit 1996 stehen die Ferrari Racing Days für Ferrari-Faszination und Emotion pur, kein anderer Hersteller ist so eng mit dem Rennsport verknüpft wie Ferrari. Das erfolgreichste Formel 1 Team in der Geschichte und auch das einzige Team, das von Anfang an dabei ist. 221 Grand Prix Siege, mehr als 207 Pole Positionen, 15 Fahrertitel und 16 Konstrukteurstitel seit dem Einstig in die Formel1 im Jahr 1950. Die Racing Days bringen die Ferrari Welt hautnah zu den Besuchern. Hier treffen sich traumhafte Autos und tiefe Leidenschaft, feiern sich Rennfahrer, Sammler und Bewunderer aus ganz Europa.

Die Mischung aus echtem Rennsport, action-geladenen Demonstrationsläufen und der Anblick von fast 1000 Kundenfahrzeugen begeistern nicht nur eingefleischte Fans.

Das zuschauerfreundliche Konzept mit Zugang zum Fahrerlager ist auch attraktiv für Familien, der Eintritt für Jugendliche unter 14 Jahren ist frei.

Zum elften Mal finden die Ferrari Racing Days in Deutschland statt, zum dritten Mal am Hockenheimring. Dieses Jahr feiern sie ihr Revival in Deutschland und sind zugleich die einzigen Ferrari Racing Days in Europa in 2013.

Das Fahrerlager wird zur größten Ferrari Ausstellung mit 1000 erwarteten Fahrzeugen

Wie in den vergangenen Jahren wird das Fahrerlager gefüllt sein mit Ferrari Modellen verschiedenster Jahrgänge und Versionen. Erwartet werden 1000 Exemplare über das Wochenende, die für die Zuschauer den Modellen entsprechend angeordnet werden und einen traumhaften Anblick versprechen.

Ferrari FF Fahrbericht

Italien im Juni, es ist heiß – das Thermometer lässt die 30° Marke hinter sich, die Sonne brutzelt die Bitumenschichten weich. Auf einem Plastik-Campingstuhl im Schatten vor einer kleinen Osteria sitzend, lasse ich die Eindrücke der letzten halben Stunde auf mich wirken. Ein Espresso und ein Glas mit kühlem Aqua naturale helfen dabei, meinen Puls wieder zu beruhigen.

30 Minuten die meine Einschätzungen über italienische Sportwagen mächtig auf den Kopf gestellt haben. Doch ich bin nicht alleine unterwegs und wir haben beschlossen, die Erfahrung „FF“ soll jeder für sich machen dürfen.

Ferrari FF Italien Roadtrip

Es ist Tag 2 des #iThunder Roadtrips und dieser Tag steht vollkommen im Zeichen des Cavallino Rampante.

Ferrari  FF  – Momentaufnahmen

Ob wir zu Besuch kommen könnten? Si. Ob wir die Ferrari Fabrik besichtigen könnten? Si. Ob wir auch ein wenig Ferrari fahren dürften? Si, si.  Ein Kindheits-Traum geht in Erfüllung. Ferrari, die rote Göttin aus Italien.

Vor dem Werk steht ein Ferrari FF für uns bereit. Ein roter Sportwagen-Traum mit 660 PS aus einem vorne längs montierten, 6.2 Liter großen V12. Der FF ist vermutlich der untypischste Ferrari aller Zeiten und zugleich ein grandioses Sinnbild für die Entwicklung, die der Marke Ferrari in den letzten 20 Jahren zuteil geworden ist.

Ferrari V12 FF Blog Fahrbericht#

Ein Ferrari für vier? Ein Ferrari mit Allradantrieb? Ein Ferrari der easy zwei Golfbags auf Tempo 335 km/h beschleunigt!

Ferrari fahren, in Italien – Glücksmomente für die Ewigkeit

In Italien ist „bella macchina“ der Begriff für schöne Autos und an jeder Straßenecke winkt ein Lächeln. Neid? CO²-Debatte? Der Italiener an sich diskutiert bei „bella macchina“ nicht über diese Themen, er erfreut sich am Design, am Klangbild, am sein.

Diese Freude geht im gleichen Augenblick auf den Fahrer über. Erleben was Auto fahren bedeutet, Glückshormone in der Großabnehmer-Packung einkassieren. Sobald der Finger den Knopf mit der Aufschrift „Engine Start“ gedrückt hat, öffnen sich die Schleusen der Glückseligkeit. Schnöde Physik geht in Kunst über.  Während sich der 660 PS Motor warm läuft, läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter. Das muss der Himmel für Automobil-Liebhaber sein – willkommen am Ziel.

Der Ferrari FF vereint alle für die Bedienung notwendigen Knöpfchen, sauber sortiert, auf seinem Lenkrad. Allen voran das Manettino, dieser kleine Drehhebel der auf Wunsch den Berserker im Sportwagenkleid loslässt. Als ich vom Ferrari-Hof rolle, ist meine Ehrfurcht noch so groß, dass ich gar nicht daran denke, etwas anderes als den „Comfort“ Modus und seine gezügelten Regelmechanismen für Motor, Getriebe und ESP einzuschalten.

Ferrari FF Innenraum

Spielerisch leicht lässt sich der 660 PS Sportwagen auf die Hauptstraße einfädeln. Star-Allüren sind ihm fremd.

Das Doppelkupplungsgetriebe schaltet im „Comfort-Modus“ mit der Nachsicht einer feinen Reise-Limousine. Der V12 dreht kaum mehr als 2.000 Touren und binnen eines Wimpernschlages liegt die Stadtgrenze hinter uns. Den Moment genießen, ich versuche mich immer wieder zu konzentrieren – ich will den Moment genießen doch in mir tobt ein Kampf. Je langsamer ich fahre, desto länger sitze ich auf diesen wundervollen Sportsitzen, lasse mich beeindrucken vom weichen Leder im Innenraum und träume vom Alltag in einem V12-Ferrari. Meine Benzin-Seele jedoch schreit um Vollgas, lass doch endlich die Symphonie der 12-Zylinder beginnen, höre auf zu träumen und inhaliere die volle Packung der automobilen Wollust. Jetzt und bis 8.000 Touren.

Zaghaft – der verantwortungsbewusste Teil in mir warnt vor der Unvernunft – lasse ich den Spieltrieb zu. Dritter Gang bis 5.000, ein zaghafter Zug am rechten, in kühlem Alu gefertigten, Schaltpeddal – der V12 mit dem Hubraum von 6 Fiat 500 springt durch die Drehzahlleiter und wirft den knapp 1.900 kg schweren Zweitürer erneut mit Wucht nach vorne. Vierter Gang 6.500 Umdrehungen.  Es bedarf keiner weiteren Beschreibung. Mit dem FF ist man immer und überall zu schnell unterwegs.

Ferrari FF Kurvenfahrt

Zu meinem Glück bin ich unterwegs im Heimatland der „bella macchina“ und so empfangen mich beim einfliegen in die kleinen Dörfer keine grimmigen Gesichter Tempo verdrossener Spießbürger, sondern ein von Faszination geprägtes Lächeln – mit diesem schauen einem die Menschen hinterher. Sie gönnen dem Fahrer seine elegant in Aluminium gehüllte Automobile-Schönheit.

Italien du bist zu beneiden um diese Kultur.

Meine Roadtrip-Kollegen folgen mir im Bentley GTC, in ihren Augen kann ich die Sehnsucht ablesen, die Sehnsucht diesen Zwölfzylinder-Sportwagen selbst zu fahren. Ich entscheide mich für eine akustische Dusche. Das Manettino auf Sport, am linken Paddel einen Gang hinunter geschaltet, Vollgas. Im zweiten Gang sieht sich mein Mittelohr ganz neuen Herausforderungen gegenüber. Wenn 660 PS auf welligen Asphalt treffen, sollte dann nicht wenigstens das Gefühl von vollständigem und nicht zu bändigendem Leistungsüberfluss einsetzen?

Nicht im FF. Beeindruckender als die einem Berserker gleiche Beschleunigung in 11 Sekunden auf Tempo 200 ist die Traktion des Grand Coupé.

Allradantrieb in einem Ferrari. Und dazu mit einem Transaxle-Getriebe? Ferrari ging bei der Entwicklung des FF besondere Wege. Damit von dem, an der Hinterachse montierten Getriebe keine zweite Kardanwelle wieder nach vorne gehen muss und der idealen Platzierung des Schwerpunkts, eines  tief und hinter der Vorderachse versenkten V12 Motors nichts entgegen steht (53% des Gewichtes liegen auf der Hinterachse) – hat der Ferrari FF ein zweites Getriebe an der Stirnseite des V12 Motors. Stirnrunzeln bei mir.

Diese von Ferrari entwickelte und patentierte Lösung umfasst ein Getriebe mit zwei Gängen, das bei Bedarf und gesteuert durch eine aufwendige F1 Regel-Elektronik, den einzelnen Vorderrädern genau so viel Kraft zuleitet wie benötigt. Das Ergebnis ist ein Allrad-Ferrari der auch aus engen Kehren heraus mit einer Traktion besticht, die man für unreal hält. Zugleich fährt sich der FF nicht wie ein Allradler. Die mit Pirelli P Zero bereifte Vorderachse greift sich jedes Asphalt-Atom einzeln, das Wort „untersteuern“ kommt in der italienischen Übersetzung nicht vor. Die mit 295er Pirelli bereifte Hinterachse pflügt eher knapp 30 Zentimeter breite Furchen in den Asphalt anstatt auch nur einmal unkontrolliert auszukeilen.

Ferrari FF Seitenlinie

Nie zuvor waren 660 PS so kontrolliert zu verwalten. Power ohne Ende. Traktion im Überfluss und dabei bleibt der Viersitzer spielerisch kontrollierbar. Das Ganze schien den Ferrari-Technikern so unspektakulär, dass Ferrari für die zweite Reihe sogar ein „Rear-Seat-Entertainment“ anbietet. Monitore für ein digitales Unterhaltungsprogramm? Der FF ist so völlig anders als ich das erwartet hatte.

Während ich beim Espresso dem Motorensound der davon stürmenden Kollegen lausche, die ihrerseits alleine, die Erfahrung „FF“ machen dürfen, lasse ich mir die Worte von Matteo Torre (Pressesprecher Ferrari Italia) noch einmal durch den Kopf gehen:

Der FF bietet im Kofferraum genug Platz für einen Kinderwagen. Oder für zwei vollständige Taucherausrüstungen.

Ferrari FF Kofferraum

Ich muss schmunzeln. Wie die Bedienung der Osteria als der nächste Kollege viel zu schnell über die Landstraße in die Ortschaft hinein geflogen kommt.

Ach Italien, du hast es gut!

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Die wichtigsten technischen Daten des V12-Frontmotor-Ferrari hier im Überblick:

Technische Daten Ferrari FF
Motor 65° V-Motor 12 Zylinder (front)
Hubraum 6262 ccm
Bohrung/Hub 94 mm x 75.2 mm
Leistung max. 660 PS bei 8000 U/min
Drehmoment max. 683 Nm bei 6000 U/min
Spezifische Leistung 105 PS/L
Drehzahl max. 8000 U/min
Gewicht 1880 Kg
Gewichtsverteilung 47% vorne, 53% hinten
Fassungsvermögen Kofferraum 450 Liter
Räder und Bereifung
Vorne 245/35 ZR 20 8,5 J x 20″
Hinten 295/35 ZR 20 10,5 J x 20″
Antrieb und Getriebe Ferrari Allradantrieb 4RM
7-Gang F1-Doppelkupplungsgetriebe
Fahrleistungen:
0-100 km/h 3,7 Sekunden
0-200 km/h 11 Sekunden
100-0 km/h 35 Meter
Höchstgeschwindigkeit 335 km/h
Verbrauch (Werksangabe) 15.4 L/100 km
CO2 Emissionen 360 g/km
Kaufpreis 258.000 Euro

iThunder – die italienischen Momente des Roadtrips

Einen „Roadtrip für PS-Suchtkranke hatte ich diesen einzigartigen Trip genannt und bereits auch einen ersten Einblick gegeben. Die Kollegen Ralf und Camillo hatten derweil ihren jeweils zweiten Artikel über diese ganz besondere Woche veröffentlicht.

Ralf schrieb in „Italienisch für Wahnsinnige“ über seine Ausfahrt im Ferrari FF und auch Camillo hatte, chronologisch korrekt: „rot gesehen“ und damit seine Sicht auf den Tag bei Ferrari und die Zeit im FF wieder gegeben.

Der erste Tag des Roadtrips war für das Team mit dem Bentley ein Erlebnis auf den Hoch-Alpenstraßen und für Fabian und mich im CLS, ein Besuch bei Pagani. Über diese Stätte der automobilen Kunst, Pagani, werde ich noch gesondert eingehen – von mir nun:

Tag 2 – #iThunder

Ferrari. Vermutlich gibt es auf der ganzen Welt keinen Automobil-Hersteller der mit einer größeren Aura gesegnet ist. Das liegt nicht nur an den roten Rennern aus Maranello, das liegt vor allem am Firmengründer Enzo Ferrari. Über ihn, sein Lebenswerk und das Geheimnis der lila Tinte, werde ich auch einen gesonderten Artikel veröffentlichen.

Ferrari – Formula Uomo

Im Museum in Modena wurde das alte Büro von Enzo Ferrari nachgebaut.
Im Museum in Modena wurde das alte Büro von Enzo Ferrari nachgebaut.

 

Ganz ehrlich? Wenn ich an eine italienische Automobil-Produktion denke, dann kann der Kontrast zu dem, was ich in den Werkshallen von Maranello gesehen habe, nicht größer sein.  Vermutlich war Ferrari nie perfekter aufgestellt, als heute. Vermutlich gibt es keinen zweiten Sportwagen-Hersteller der mit einem solch besonderem Anspruch, ein umfangreicheres Programm für die Work-Life Balance seiner Mitarbeiter aufgestellt hat – als Ferrari mit: „Formula Uomo“ 

Werkshalle Ferrari

Man kann die Konstruktion, die Fertigung und den gesamten Prozess hinter der Entstehung eines Super-Sportwagens als die Essenz der Philosophie verstehen, die die Seele eines Automobil-Herstellers ausmacht. Ferrari baute schon immer Sportwagen. Aber heute wird der Mensch als wichtiges Bindeglied, bereits bei der Fertigung gewürdigt und nicht nur als zahlende Kundschaft in Betracht gezogen. Ein Ferrari entsteht heute in einer der modernsten Fertigungsstätten der Welt und perfekten Arbeitsbedingungen. Das merkt man einem modernen Ferrari an!

Fertigung Ferrari

 

Ferraris waren schon immer die Blech gewordene Hülle automobiler Sportwagenträume.

Ferrari Superleggera

Doch seit 1997 stehen hinter der Idee des emotionalen Sportwagen, auch die Gedanken nach der Vollkommenheit im Kreislauf der Sportwagen-Produktion. Formula Uomo. Der Mensch wird zum Mittelpunkt der Philosophie. Das durch diese Verschiebung des Fokus in der Fertigung, das Produkt nicht schlechter wird, davon zeugen im vergangenen Jahr fast 8.000 neue Ferrari. Nie zuvor hat Ferrari so viele Fahrzeuge produziert und verkauft, wie in den letzten Jahren.

Werkshallen Ferrari Maranello

 

Rezession? Emotionslose Perfektion? Nicht bei den Modellen aus dem hochmodernen Ferrari-Werk in Maranello. Und nach den Einblicken in diese Wunderwelt der Produktion war es an der Zeit für uns, den Mythos Ferrari bei einer Ausfahrt des V12-Modells Ferrari FF zu erforschen.

FERRARI FF – 6.3 Liter konzentrierte Faszination

Ferrari FF faszination pur

Seit 2011 bietet Ferrari ein Fahrzeug an, das auf den ersten Blick völlig untypisch für einen Ferrari ist. Denn es ist nicht einfach nur bildschön, verbrennt seinen Kraftstoff durch zwölf Zylinder und zieht dem Asphalt bei Bedarf die Falten aus dem Gesicht – nein, es ist auch noch ein praktischer Viersitzer.

Ferrari FF - Foto

Den Fahrbericht und die Foto-Galerie zum Ferrari FF wird es in einem gesonderten Artikel geben. 

Für uns war die Fahrt im Ferrari FF aus vielerlei Gründen etwas besonderes. Bei unserer Tour von Modena in Richtung Abetone haben wir uns in einem kleinen Bergdorf nahe Serramazzoni einen Ausgangspunkt gesucht, der es jedem von uns ermöglichte, die Zeit mit dem FF alleine zu genießen.  Eine kleines Café in der hügeligen Landschaft der Emilia Romana war unser Ausgangspunkt.

Während jeder von uns die Gelegenheit bekam, das Wesen des Ferrari FF, alleine –  fast schon intim –  kennen lernen zu dürfen, saßen die anderen bei „Tagliatelle funghi“ und „mehreren Espressi“ beisammen und versuchten die Sprachlosigkeit der ersten Stunden zu überwinden.

Italien – das Land in  dem man dem Temposünder zuwinkt!

Es ist diese völlig von Neid befreite Freude die einem zuteil wird, wenn man in einem exclusiven Auto durch die kleinen Dörfer zwischen Toskana und Emilia Romana bläst. Das einem das Gros der pupertierenden Halbstarken, auf ihren frisierten Moppeds, mit hypnotisiertem Blick, Odysseus gerecht dem Bann der Motoren-Gesänge lauschend,  hinterherschaut – war zu erwarten.

Das aber auch Greise, Mütter mit Kindern, junge Frauen, alte Männer und selbst der Padre ehrfürchtig am Zebrastreifen stehen bleiben und sich weigern – eher die Straße zu überqueren, bis man nicht dem Zwölfender die Seele aus dem Leib gepresst hat, das –

dass gibt es nur in Italien. In der Emilia Romana,   der Terra die Motori.

 

 

Ferrari FF in Fahrt

Logo_Pirelli

 

 

 

 

 

 

 

 

Roadtrip für PS-Suchtkranke

Völlig leere, aber das war zu erwarten. Seitdem ich wieder von diesem Roadtrip zurück bin, frage ich mich – was soll da noch kommen? Nach diesem Roadtrip kann einfach nichts mehr kommen. Das dieser Roadtrip alle Grenzen sprengen würde, dass war klar nachdem die Planung stand.

#iThunder

Wir wollten in zwei Teams los fahren, das eine von Hamburg, das andere von Frankfurt und geplant war die Anreise in das „Centro di motori“ am Montag. Für das Team aus Hamburg wäre das eine Strecke von 1.300 Kilometer gewesen – die Fahrzeugwahl für diesen Roadtrip innerhalb des Roadtrips auch entsprechend gelungen:

Bentley Continental GTC V8

Bentley GTC Roadtrip Start
Foto: Camillo Pfeil

Das zweite Team wollte direkt in Frankfurt starten, nachdem Team 1 aus Hamburg kommend bereits den ersten „Stint“ hinter sich gehabt hätte. Gemeinsam sollte es im schnellen Tiefflug über die deutschen Autobahnen in Richtung Nord-Italienische Hochebene gehen und hinab in die Po-Ebene rund um die Emilia Romana.

Das Reisemittel der Wahl für das zweite Team, wurde mit einem großen Stern versehen:

Mercedes-Benz CLS 63 AMG Shooting Brake

CLS 63 AMG Drift

Der Schöne und der Dynamische – der Brite und der Schwabe – das Cabrio und der Kombi. Egal wie man dieses Kombination von zwei außergewöhnlichen und extraordinären Fahrzeugen nennen will, alleine die Reise mit diesen zwei Benchmarks des Automobilbaus wäre eine besondere Geschichte wert gewesen. Doch auf dem Plan stand noch viel mehr:

Montag: Die Anreise. Dienstag der Besuch des Ferrari Werks, der Abteilung für klassische Ferrari und Testfahrten im Ferrari FF und dem California. Mittwoch: Besuch in der Manufaktur von Pagani und Testfahrt mit dem Huayra. Donnerstag: Besuch im Lamborghini Werk, dem Lamborghini Museum und Testfahrt mit den beiden aktuellen Modellen von Lamborghini, dem Aventador und dem Gallardo. Als i-Tüpfelchen, das schnüffeln am Vergasermix des allerersten Lamborghini Countach „ever“ – Dem Countach Numero Uno.  Am Freitag sollte es einfach nur – einfach schreibt sich schwer, nach dieser Planung, zurück nach Hause gehen.

Partner:

Ich hatte es in meiner Ankündigung zu diesem Trip bereits geschrieben, ohne Partner ist ein solcher 5-Tages Trip nicht durchführbar.  Besonderen dank gilt dem Reifen-Hersteller Pirelli, der meine Idee vom ersten bis zum letzten Tag der Planung unterstütze und für Rückfragen immer ein offenes Ohr hatte.  Später kamen noch hinzu: Der Mobilfunkprovider Vodafone der mich bereits bei den zwei Roadtrips mit Citroën und Porsche im letzten Jahr unterstützte und ganz neu, der Kraftstoff-Lieferant: Shell.

Die Partner des Roadtrips
Die Partner des Roadtrips

Planung auf italienisch

Wenige Stunden vor dem Trip war dann klar: Nicht alles ist planbar. Ein Anruf aus dem Hause Pagani lies die gesamte Planung über den Haufen purzeln. Der Huayra und Mr. Pagani himself waren am Mittwoch nicht mehr verfügbar – ein lakonisches: „Da ist etwas dazwischen gekommen„, führte mich an den Rand des Nervenzusammenbruchs.  Hotels waren gebucht. Autos für den Trip organisiert. Und Fabian hatte sogar seine Freundin davon überzeugt, dass er an seinem Geburtstag nicht zu Hause würde sein.

Eine Terminverschiebung kam jedoch auch für Ferrari und Lamborghini nicht mehr in Frage und so suchten wir eine Lösung. Am Ende war klar, wir mussten bereits am Montag gegen 13h in Modena sein, wollten wir die Fabrik von Pagani besuchen und wenigstens einen Zonda C12 testen.

Die Nacht von Sonntag auf Montag endete für mich, wenige Stunden nachdem ich ins Bett gestiegen war und brachte nur wenig Schlaf zusammen. Zu groß war die Aufregung. Nachts um 1 den CLS 63 AMG zum Leben zu erwecken, ein Genuss den meine Nachbarn vermutlich zu diesem Zeitpunkt nicht teilen konnten. Zu pupertär und eindringlich rotzt der V8 seine Lebensfreude aus den vier Auspuffrohren um kurz darauf in einen brabbelnden Leerlauf zu verfallen.

CLS 63 Gotthard Pass

In 8 Stunden von Frankfurt nach Modena

Die kurzen Nachtstunden zwischen Frankfurt und der Schweizer Grenze verlieren ihren Reiz – der CLS lässt seinen V8 dezent grollend zwischen Vertreter-Kombis, Baustellen und Tempolimits nur für kurze Momente zum 557 PS Biest werden, das er ist. Was für ein Biest der CLS wirklich ist, das sollte er in den kommenden Tagen noch zeigen.

Der Sonnenaufgang innerhalb der Schweizer Landesgrenzen wird untermalt vom souveränen blubbern des mit Tempomat 120 dahin gleitenden Shooting Brake. Die Massage-Sitze kneten die Rückenmuskulatur durch und der Pilot am Volant verflucht das Tempolimit.

Montag 13h – Der Termin passt!

CLS vor dem Pagani Haus

Ganz easy und mit genug Zeitpuffer beginnt am Montagmittag um 13h bereits einer der Höhepunkte des Trips: PAGANI. Wer Pagani einen Automobil-Hersteller nennt, der sieht im BigMäc vermutlich auch die Krönung der frischen Küche.

PAGANI

Huayra

Über die Manufaktur, die Verbindung von Kunst, Kultur und Technik im Hause Pagani wird es einen gesonderten Artikel geben. Ebenso über die Testfahrt im Pagani Nummer 3 – einem Testträger mit mehr als 1 Millionen Kilometer auf der Carbon-Karosse. Am Steuer, kein Geringerer als der Pagani-Testfahrer: Testi. Teile des Videos aus dieser Testfahrt werden allerdings für immer im Archiv verschwinden. Besser ist das.

Pagani Testfahrer Testi

Wie sich ein 730 PS starker Zonda C12 ohne ABS und ESP fährt – werde ich ebenso in einem gesonderten Artikel beschreiben.

Zonda C12 Zapfsäule

 

Erfahrungen der besonderen Art

Man kann auf verschiedenen Routen von Norden aus in den Süden fahren. Während Fabian und ich sehr früh  in der Nacht die Route durch die Schweiz und den Gotthard-Pass gewählt hatten, fuhren Camillo und Ralf mit dem Bentley unter anderem über das Stilfser Joch. Mit dem offenen Briten und 507 PS durch diese malerische Landschaft zu gleiten – das war vermutlich ein halbwegs verdaulicher Ersatz für das Vollgas-Fest das Fabian und ich zu dieser Zeit bereits bei Pagani feierten.

Bentley an der Schneegrenze
Foto: Camillo Pfeil

Über den ersten Tag des Roadtrips der Bentley-Boys könnt ihr Euch auf den Seiten von Ralf und Camillo einen Eindruck verschaffen!

Während ich meine Eindrücke weiter sortiere und die passenden Bilder heraus suche, könnt ihr bei den drei Kollegen vorbei schauen und schon bald auch bei mir mehr lesen. Über den Ferrari FF. Über Lamborghinis Museum. Die Manufaktur von Pagani und und und und …

 

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