Stolz und Vorurteil: Erster Test des VW Golf Variant 1.5 TSI

Stolz und Vorurteil

Erste Fahrt im VW Golf Variant 1.5 TSI Evo. Aus zwei Blickwinkeln.

Erster Teil: Das Vorurteil

Golf Variant? Echt jetzt? Spießiger und spaßbefreiter habt Ihr es gerade nicht bei mein-auto-blog? Bjoern hat doch erst vor ein paar Tagen hier mit einem posiert, da zumindest als schneller R. Und jetzt der Allerweltskombi. Gute Nacht, ich leg mich hin.

Zweiter Teil: Der Stolz

Ein herrlich befreiendes Gefühl. Wenn man tun und lassen kann, worauf man Lust hat. Nicht unbedingt finanziell, aber befreit vom Geltungsdrang. Zudem hat die richtige Portion Sport (nicht zu viel, nicht zu wenig) dafür gesorgt, dass der Rücken noch nicht zwickt. Sollen also ruhig die Nachbarn in der Reihenhaussiedlung Tiguan fahren. Hohes Sitzen, entweder weil man muss (der Rücken!) oder mag (das Image). Oder Passat. Weil man halt Größe zeigt, auch wenn die Kinder schon aus dem Haus sind. Dass dabei ein halber Meter unnützer Platz im Fond ständig leer um Kurven gewuchtet wird: Egal!

„Sag doch einfach, wir fahren Golf!“ – dieser stilbildende Satz eines früheren VW-Werbespots passt wunderbar in die Jetztzeit. Der Golf hat seine Auffrischung bekommen. VW „demokratisiert“ man wieder, diesmal „innovative Technologien“. Was aber auch bedeutet, dass man sich nicht mehr nach oben orientieren muss.

Haken wir kurz die neuen Stoßfänger an Front und Heck ab, drücken bei den modellabhängigen Pseudo-Endrohrblenden beide Augen zu und notieren LED-Leuchten an beiden Enden des 4.567 Millimeter langen Variant: Hinten ab Werk, vorne gegen Aufpreise ab 1.085 Euro, je nach Version. Der getestete Highline hat sie serienmäßig, weitere 930 Euro kostet die adaptive Steuerung.

Jetzt aber rein: So richtig neu wird der Golf mit seinem Update erst, wenn man fleißig Kreuzchen auf dem Bestellzettel macht. Ach so, ´tschuldigung , es muss natürlich Eingabemaske heißen. Der Golf wird ja jetzt digital.

Das Active-Info-Display zieht in ihn ein: 510 Euro für großes Kino hinter dem Lenkrad. Dann nämlich, wenn man die unzähligen Anzeigemodi links liegen lässt und sich die Navigationskarte zwischen Tacho und Drehzahlmesser legt. Schneller Überblick, ohne dass das Auge zu lange von der Fahrbahn blickt. Rechts daneben die ganze Sache nochmal in groß.

Im neuen „Discover Pro“-Navigationsmodul. 9,2 Bildschirmdiagonale und einer State-of-The-Art-Auflösung des Displays. Neu sind ein konfigurierbarer Home-Bildschirm und eine Gestensteuerung. Die funktioniert nur in einigen Menus (z.B. bei der Auswahl eines Radiosenders oder eines Musikalbum-Covers), das aber nur manchmal. Also ist sie verzichtbar. Verzichtet haben die Wolfsburger aber leider auf den Drehregler für die Lautstärke. Das ist unnötig kompliziert. Also auch etwas Neues: Das erste Mal gilt bei einem VW: Die Funktion folgt der Form.

Unter der Haube des Testwagens findet sich ein neuer Motor wieder: Der 1.5 TSI mit 110 kW/150 PS löst in einigen Wochen den gleich starken 1.4 TSI ab. Und empfiehlt sich als erste Wahl für den Golf Variant-Kunden. Genügend Kraft in allen Lebenslagen, ein ruhiges Laufgeräusch und ein akzeptabler Verbrauch von knapp über sieben Litern auf 100 Kilometern laut Bordcomputer machen ihn zur Empfehlung. Wenn es etwas mehr sein darf.

Dass der neue TSI bei hohen Drehzahlen seine Stimme deutlich erhebt, dürfte die Zielgruppe nicht stören. Ist man dem Dynamikwahn doch längst entwachsen. Und ruht in sich. Da freut man sich lieber über die feinen neuen Technikbausteine im Innenraum, bei denen sogar der Schwiegersohn staunt. Dass der dunkelblaue Variant auf dem Supermarkt-Parkplatz nebenan mit seinem „Gebäudereinigung Potzblitz“ Aufkleber nicht weniger aufregend aussieht als der eigene? Mehr Genugtuung als Hindernis.

Technische Daten, Volkswagen Golf 1.5 TSI

Hubraum 1.498 ccm
Zylinder 4 in Reihe
kW / PS 110 / 150 bei 5.000 – 6.000 U/min
Max. Drehmoment 250 Nm bei 1.500 – 3.500 U/min
Beschleunigung 0-100 km/h 8,7 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 218 km/h
NEFZ-Verbrauch kombiniert 5,1-5,2 Liter / 100 km
Bordcomputer-Verbrauch 7,2 Liter / 100 km
Grundpreis Noch nicht bekannt

 

 

 

 

Text und Fotos: Bernd Conrad

Erste Fahrt im neuen Toyota Auris 1.6D

Brüssel – Erster Test

Der Dieselmotor ist nicht überall auf der Welt gleich relevant.Schon gar nicht, wenn es um ein Fahrzeug aus dem C-Segment geht, der so genannten Golf-Klasse. Die Entwicklung einer Motoren-Generation ist aufwendig und teuer und wenn es auf dem Markt einen Motor gibt, der vom Charakter her gut zum eigenen Fahrzeug passt, warum nicht eine Win-Win-Kooperation eingehen? Toyota macht das nun auch beim neuen Auris.

Herz-Operation gelungen

Erste Testfahrt im neuen Toyota Auris 1.6 Diesel

Foto: Toyota Presse
Foto: Toyota Presse

Von Herzen gerne – BMWs 1.6 Liter Diesel im Auris

Der von BMW zugekaufte 1.6 Liter Selbstzünder ist ein sehr kultiviert laufendes Aggregat, der Charakter passt also durchaus zum seriösen, aber braven Japaner. Mit nur 1.6 Litern übernimmt der Vierzylinder aus München nun die Rolle des „großen“ Dieselmotors im Auris. Der bisherige 2.0 Liter wandert ins Museum. Mit 112 PS und 270 Nm ist der neue Dieselmotor dennoch kräftig genug, um den frischen Auris souverän genug über die Straße zu schieben.

Die Uhr bleibt da!

Und auch wenn die LCD-Digital-Uhr im Innenraum an sich in Rente gehen musste, das Design des klassischen Zeitmessers hat Toyota beibehalten. Es gibt eben Dinge, die ändern sich nicht. Der Rest des Cockpits wurde ordentlich aufgefrischt.  Das große Touchscreen mit kapazitiver Bedienung lässt sich gut ablesen, die Benutzerführung und die Grafik bleiben – nun sagen wir es höflich – mit Potential für Verbesserungen in der nächsten Auris-Generation. Doch der erste Eindruck überrascht nun mehr als positiv!

Toyota Auris new 03 habby erster  test fahrbericht
Foto: Harald Dawo

So fährt sich der neue Toyota Auris mit dem 1.6 Liter Dieselmotor

Locker bleiben. Auch mit 112 PS und 270 Nm wird der Auris nicht zum Sportler. Und das ist gut so. Wobei, nicht ganz so gut ist: Der Auris hat nicht einmal einen sportlichen Bruder. Dementsprechend ist das gesamte Fahrzeug-Setup des Auris vor allem auf eines ausgelegt: Auf eine ruhige Fahrweise. Auf Komfort. Auf einen entspannten Alltag. Damit kann man durchaus leben!

Unaufgeregt lässt sich der Diesel im Alltag bewegen. Dank seines früh anliegenden Drehmoments lässt sich der Auris 1.6 D-4D schaltfaul fahren. Den Standard-Sprint von 0 auf 100 erledigt der Japaner mit dem BMW-Diesel in 12.7 Sekunden.

Dank des nützlichen Drehmoment-Verlaufs des Diesel-Aggregates fährt es sich entspannt und mit gut nutzbarem Zug aus den Kurven. Landstraßen-Verwerfungen und Asphaltflicken dämpft das überarbeitete Fahrwerk zu großen Teilen erfolgreich aus. Die Geräuschdämmung des Auris wurde zudem weiter verbessert, die Abrollgeräusche der Reifen und das sonore Brummeln des Diesels sind in dieser Fahrzeugklasse kaum besser zu vertuschen.

Bei  Tempo 186 verlässt den Dieselmotor der Mut und die Beschleunigung wird eingestellt. Auf den belgischen Strecken sind diese Geschwindigkeiten jedoch ohnehin illusorisch. Der Brüsseler Stadtverkehr und das belgische Tempolimit stehen bei der Frage nach der möglichen Effizienz im Widerspruch, eine erste Testrunde lässt die Werksangabe von 4.5 Litern auf 100 Kilometer jedoch als „machbar“ erscheinen.

Und so fährt sich der vollkommen neue 1.2 Liter Turbo-Benziner

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Foto: Harald Dawo
Fazit

Der sinnvolle Streber

Wer sich eigentlich für einen Golf interessiert, weil das eigene Interesse für Autos nicht besonders ausgeprägt ist, aber die deutschen Tugenden von Praktikabilität, Wertigkeit und Langlebigkeit schätzt, ohne den Nachbarn gleich einen Grund zum Lästern zu geben, der kann sich ebenso guten Gewissens den neuen Toyota Auris anschaffen.

Und mit dem von BMW gelieferten Dieselmotor wird der Auris nun auch für Menschen interessant, die keinen Hybriden wollen und eher mehr denn weniger fahren! 

 

Toyota Auris

1.4 D-4D 6GM

Bauart 4-Zyl Reihenmotor, Turbo, Direkteinspritzer
Hubraum 1.598 ccm³
Leistung 112 PS / 4.000 U/min
Kraft 270 Nm / 1.750 U/min
Getriebe 6-Gang manuell
Antriebsachse Vorderachse
Länge, Breite, Höhe 4.330, 1.760, 1.475
Radstand 2.600
Leergewicht 1.270
 Wendekreis 11.2 m
Höchstgeschwindigkeit 186 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 12.7 sec
Normverbrauch 4.5 l/100 km
Basispreis
Testwagenpreis
Versicherung
KFZ-Steuer  –
Rabatt-Chance mittel
Wiederverkaufswert gut

KFZ-Versicherungsrechner

Premiere: Der neue Opel Astra

Aus die Maus, die Krisen sind vorbei. Zumindest in Rüsselsheim. Bei Opel dampft man mit Vollgas voraus, es geht wieder vorwärts – Kopf hoch! Das Ergebnis der guten Stimmung in Rüsselsheim ist ein Opel Astra, der in seiner jüngsten Generation näher am Segments-König dran ist als je zuvor  – oder ist der neue ASTRA gar der bessere Wagen für das Volk?

Schlägt Rüsselsheim jetzt endlich Wolfsburg?

Der neue Astra, der beste Golf aller Zeiten?

Die fünfte Opel Astra Generation, der fünfte Anlauf, den Volkswagen Golf vom Sockel zu stoßen. Aber nicht, wenn es nach Opel selbst geht, da will man sich nur auf dem Podium der „3 besten Kompakten“ wiederfinden. Wir haben uns den neuen Astra genauer angeschaut und haben Talente und Fähigkeiten gefunden, die für eine Zeitenwende sprechen. Der neue Astra könnte der beste Golf aller Zeiten werden.

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Das Design – den kürzeren gezogen?

Design kann man schön schreiben und man kann es schlecht reden. Fakt ist, der neue Astra läutet auch einen Philosophie-Wechsel ein. Er ist kleiner als sein Vorgänger, in der Länge fehlen fünf Zentimeter, in der Höhe fehlen zwei Zentimeter und im ganzen wirkt er deutlich straffer. Fast würde man dem Designer das Wort „sehnig“ nachplappern.

Dass der neue Astra nicht mehr die Plattform für ein Cabrio (Cascada) und auch nicht für einen Van (Zafira) spielen muss, lässt sich auf der Waage ablesen – nicht nur beim „empfundenen Design“.

Von vorne wirken die optional erhältlichen Matrix-Led Scheinwerfer extrem edel und wertig, die Chromspange des Kühlergrills verbindet beide Leuchten und lässt die Front drahtig wirken. Beim Dach wollten die Designer in Rüsselsheim die neue Leuchtigkeit des Fahrzeuges darstellen. Eine flüchtig verlaufende Chromleiste lässt das Dach oben schweben und sorgt für eine neue Dynamik. An der C-Säule verleiht eine schwarze Blende den Eindruck eines fliegendes Dachs. Der neue Astra wirkt geduckt, er wirkt sportlich. Dynamisch. Ziel erreicht.

Dass dabei ein wenig Hyundai, ein wenig Kia, ein wenig BMW, ein wenig „irgendwas“ mitschwingt, geschenkt!

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Platz genommen

Der erste Eindruck zählt und der ist gut. Bei der Gestaltung des Innenraums ist den Opel-Mannen ein großer Sprung gelungen. Klar und aufgeräumt, gar richtig funktional wirkt das Cockpit. Vorbei das Knöpfchen-Massaker rund um Radio und Mittelkonsole und auch die Königsfuge wirkt nun wie aus einem Guss. Königsfuge? Nie gehört? Es beschreibt den Bereich zwischen Armaturenträger und Türverkleidung. Der Vorgänger konnte sich in diesem Bereich nicht entscheiden, was er sein wollte, Sägezahn-Tiger oder Riesen-Schlucht. Das ist nun Geschichte. Gut gemacht, Opel.

Das Cockpit bekam eine schicke Blende über die gesamte Breite verpasst, ein gern genutztes Instrument im Bereich Innenraum-Design, um die Breite zu betonen und den Raum luftiger wirken zu lassen. Im Falle des neuen Opel Astra kommt noch eine zierliche, leicht geschwungene Chromleiste hinzu. Das sieht nicht nur gut aus, es wirkt auch gut!

Das moderne Multimedia-Display verbindet sich dank Apple Car Play und Android Auto fast nahtlos mit dem eigenen Smartphone und die hohe Platzierung im Cockpit sorgt für wenig Ablenkung beim Blick darauf.

Schalter haben die Rüsselsheimer nur noch fein dosiert über das Cockpit verteilt und dabei clever sortiert. So lässt es sich auf den optionalen „AGR-Sitzen“ (Sitze entwickelt, um den Rücken ideal zu stützen) aushalten. Nichts verwirrt. Alles fühlt sich eine Klasse besser als bisher an! Selbst das noch immer verwendete Hartplastik wirkt weniger billig. Muss man auch erst einmal hinbekommen.

Die Ladeluke hinten ist breit, die Ladekante jedoch ein wenig zu hoch – gefühlt – und auch der Laderaumboden zu tief. Da dürften Wasserkästen im Auto liegen bleiben – vermutlich fehlte beim ersten Presse-Fahrzeug jedoch ein Einlegeboden, am Rande der Verkleidung sah es so aus, als wäre dort Platz für eine „Zwischenebene“ gewesen. (Bei den sommerlichen Temperaturen während der Präsentation haben wir das vergessen zu klären!)

Moderne Zeiten – Moderne Technik

Der Opel Astra wird der erste Opel sein, der in Serie mit dem neuen Assistenzsystem „Opel OnStar“ ausgeliefert wird. Er wird zudem der erste Kompakte sein, der mit einem hochmodernen Matrix-LED Licht erhältlich ist. Mit dieser Lichttechnik spielt Opel im Segment der Kompakten eine Führungsrolle. Zum ersten Mal gibt es überhaupt ein Matrix-LED-Licht für diese Fahrzeugklasse.

Und dazu gesellen sich moderne Motoren unter der Haube. Vom Flüsterdiesel bis zum Turbo-Benziner, mal mit drei, mal mit vier Zylindern. Insgesamt sieben Leistungsstufen stehen vom Start weg im Angebot.

Bei den alternativen Antrieben, Hybrid, Plug-In oder gar Elektro schweigt Opel im Augenblick noch, hier bleibt aber zu erwarten, dass erst einmal nichts passiert. Dazu sind die Rüsselsheimer zu sehr auf Kosten und Nutzen getrimmt.

Effizienz ist ein gutes Stichwort für den neuen Astra. Mit einem sehr guten cW-Wert von 0.27 lässt sich der neue Astra auch auf der Langstrecke sparsam durch den Wind schieben, die sparsamste Variante belässt es bei 90 Gramm CO² je Kilometer.

Fehlt uns:

Das adaptive Fahrwerk steht derzeit nicht in den Aufpreislisten, bleibt abzuwarten, ob diese Dämpfertechnik später nachgereicht wird. Auch ein Hybrid wäre eine zusätzliche Botschaft in Richtung Zukunft und dass man bei Opel einem Wandlerautomaten in dieser Klasse den Vorzug gibt, verwundert. Aber hier wird eine erste Testfahrt nach der IAA für Klarheit sorgen!  Dann fehlen die „Aha-Momente“ im Motorenbereich. Ja, aktuelle Triebwerke, aber wo bleiben die Emotionen? Denkt noch jemand an GSI und OPC?

Opel OnStar - Nur echt mit "german angst button" ...
Opel OnStar – Nur echt mit „german angst button“ …
Fazit:

Der neue Astra wirkt „solide“ und „deutsch“. Pragmatisch und sinnvoll, im Innenraum überzeugt er durch Sachlichkeit und Konzentration auf das Wesentliche. Das sind typische Golf-Werte. Erstmalig wirkt der neue Astra bei der Präsentation auf der „Höhe“ der Golfzeit – allerdings wird man in Rüsselsheim schnell nachlegen müssen, mit nur einem Überaschungs-Treffer wird man nicht die ganze Schlacht entscheiden!

 

Kurz gefahren: Peugeot 308 SW mit neuer Automatik

Effizienter Franzose mit feinen Manieren

Der Peugeot 308 SW mit 1.2 Liter Dreizylinder-Turbo und 6-Gang-Automatik im kurzen Fahrbericht

Ausgerechnet ein japanischer Zulieferer lässt den französischen Golf gefährlich nahe an die deutsche Premium-Kompaktwagenklasse rücken. Es ist ein neues Getriebe vom Spezialisten Aisin,  mit dem der Peugeot 308 SW erneut punkten kann. Seine Qualitäten in Bezug auf Fahrkomfort, Geräuschniveau und Verarbeitung hatte er bereits bei der Präsentation nicht mehr verbergen können. Mein Fazit im Fahrbericht zum neuen 308 war damals entsprechend positiv.

Das neue 6-Gang-Automatikgetriebe ist eine Automatik mit Wandler und folgt damit nicht dem Trend hin zur Doppelkupplung. Der Spezialist aus Japan und die Kompaktwagen-Experten aus Frankreich sind jedoch überzeugt davon, dass  dieses Getriebe so schnell schaltet wie eine Doppelkupplung und dennoch so komfortabel ist wie eine klassische Wandler-Automatik. Und effizient soll der Antrieb auch noch sein.

Dreizylinder-Turbo und das 6-Gänge-Menü

Hinter dem neuen und dezent gehaltenen Kühlergrill des frischen Peugeot 308 arbeitet ein Dreizylinder-Turbo mit 1.2 Liter Hubraum, Benzin-Direkteinspritzung und 130 PS. Dass man mit einem kleinen Turbo-Dreizylinder durchaus ordentliche Fahrleistungen auf den Asphalt legen kann und dennoch effizient bleibt, hatte Ford mit der EcoBoost-Generation bereits bewiesen. Nun also auch die Franzosen.  Deren Fahrzeugflotte gehört mit durchschnittlich 111,1 Gramm CO2 je Kilometer eigentlich schon zu den sparsamsten. Damit man derart effizient unterwegs ist, müssen einige Autos im Programm tüchtig unter die 100 Gramm-Marke rutschen. Bei 13 Modellen erzielt Peugeot bereits die geplanten CO2– Normen von 2020. Der Peugeot 308 SW (Active-Ausstattung) THP 130 mit EAT6-Automatik gehört  mit 114 Gramm je CO2 noch nicht zu den sparsamsten im Peugeot-Programm, wenn gleich ein kombinierter Verbrauch von 4.9 Liter auf 100 Kilometer nicht als Völlerei falsch verstanden werden dürfte.

Bei der Premiere des neuen Automatikgetriebes sprach Peugeot davon, dass der  Komfortgewinn der Automatik nicht von einem Mehrverbrauch bezahlt werden würde.  In der gefahrenen Variante mit dem 1.2 Liter Turbo-Benziner kann dies leider nicht bestätigt werden. Zumindest auf dem Papier ist der Benziner mit Automatik um 0.2 Liter je 100 Kilometer durstiger als der Handschalter. Während der ersten kurzen Testfahrt Ende November konnte ich diese Werte jedoch nicht nachvollziehen. Dazu war das Zeitfenster für den ersten Eindruck einfach zu kurz. Und jetzt mal ehrlich. Ganz ehrlich. 0.2 Liter Mehrverbrauch ? Das ist für mich unwichtig. Ein schlechter Tag hinter dem Lenkrad, ein wenig zu forsch gefahren und schon verbraucht man mehr Sprit als an guten Tagen. Nein – wichtiger war der erste Eindruck der neuen 6-Gang Automatik.

Peugeot 308 sw 03 130 thp eat6

6-Gang mit Sternchen

Die 230 Nm des kleinen Turbo-Benziners serviert die 6-Gang Automatik mit viel Gefühl. Aber auch ordentlich direkt. Die Schaltpausen der neuen Aisin-Automatik sind tatsächlich unmerklich kurz geraten. Nicht so sämig und schlüssig im Zug wie die Schaltvorgänge einer modernen Doppelkupplung, aber erstaunlich nah dran. Zudem sind die sechs Gänge anscheinend, so der Eindruck nach ein paar Test-Kilometern, in ihrer Übersetzung sinnvoll für den Alltag abgestimmt.

Fazit:

Peugeot bietet mit dem kleinen Turbo-Dreizylinder einen modernen Motor, kombiniert diesen mit einer ebenso modernen Automatik und packt das alles in die wiederum moderne Hülle des neuen Peugeot 308. Heraus kommt ein extrem gelungener Familien-Kombi in der Golf-Klasse. Design, Qualität, Leistung und Verbrauch – nie war ein Peugeot-Kombi näher am Klassen-Primus dran!

Leistung: Preis:
110 bis 205 PS ab 19.450 €

Der Löwe brüllt wieder – Peugeot geht zuversichtlich in die Zukunft

Es liegt in der Natur des Menschen, wenn er sich auf Probleme fokussiert und die schlechten Nachrichten vor den guten verkündet. Bei Peugeot sollen die schwierigen Zeiten nun so langsam vorbei sein. Zeit sich auf die Zukunft zu konzentrieren. Und in der Tat, schaut man sich an, was Peugeot in diesem Jahr geschaffen hat, so scheinen die Weichen richtig gestellt zu sein.

2013 war für Peugeot ein Jahr mit glanzvollen Präsentationen

Peugeot 308 Premiere10 iaa 2013

Peugeot 308

In einer Fahrzeugklasse in der ein Wolfsburger Kompakter seit Jahrzehnten den Ton angibt, war der französische Mitbewerber nie so erfolgreich wie man sich das als Peugeot-Freund wohl gewünscht hätte. Lag es am Design? Lag es an der Verarbeitung? Ganz egal worin der Hund begraben lag, Peugeot macht mit dem neuen 308 vieles anderes und vor allem, alles besser.

Ich konnte den Peugeot 308 vor einigen Monaten fahren und war begeistert. Ja, der neue 308 konnte mich tatsächlich überzeugen.(sic!) Einen großen Anteil daran haben die neuen Materialien im Innenraum, das aufgeräumte Cockpit und vor allem das cleane Außendesign. Zusätzlich hat Peugeot bei den Assistenzsystemen nachgelegt und bietet vielerlei Hilfen. Ein guter cW-Wert hilft ebenso beim Sprit sparen, wie die neue Motoren-Generation.

Und der Kunde scheint dies zu honorieren.  Der 308 könnte zum ersten Mal ein echter Gegner für den VW Golf werden.

 

Peugeot 208 Hybrid FE

Peugeot 208 Hybrid FE Aerodynamik

Während der 308 bereits Realität ist, präsentierten die Franzosen mit dem 208 Hybrid FE in diesem Jahr ein Konzept für einen besonders sparsamen, aber dennoch fahraktiven Kleinwagen. Während die Karosserie vor allem im Heckbereich einen futuristischen Touch bekam, den man so leider nicht in der Serie wiederfinden wird – spielt unter der Motorhaube bereits die motorische Zukunft im Dreizylinder-Takt, die man ähnlich schon im nächsten Jahr im neuen 308 wiederfindet. Das Ergebnis aus konzentriertem Leichtbau an der Karosserie, aerodynamischem Feinschliff und motorischer Reduktion überzeugt mit einem Verbrauch von 1.9 Liter auf 100 Kilometern und einem CO²-Ausstoß von nur noch 46 g/km.

Peugeot 208 Hybrid FE Heckdesign

Peugeot 208 Hybrid FE Die Zukunft

Peugeot 208 GTI

Peugeot 208 GTI in den Herzen der Fans

Power to the people. Mit 200 PS stürmte der kleine Franzosen-GTI in diesem Jahr die Herzen seiner Fans. Während die einen verklärt zurück denken an den legendären 205 GTI, freuen sich die anderen über die Effizienz des 1.6 Liter großen Vierzylinder-Turbos. Effizienz und Fahrspass, beides in einem handlichen Kompaktwagen mit starkem Optik-Paket. Der Innenraum des 208 GTI bekam ordentlich sportliche Noten verpasst, die (wie immer) „zu französischen“ Sportsitze sind eine optische Augenweide und das kleine Lenkrad liegt optimal in der Hand. Wer hätte gedacht, dass man den kleinen Löwen noch einmal so brüllen hört? Und er tut es mit einem großen Herzen und trotz seiner sportlichen Ausrichtung bleibt ein Plus an Fahrkomfort erhalten. Eben ein echter Franzose.

Peugeot 208 GTI Heckdesign Engelskirchen Fahrveranstaltung

Peugeot 208 GTI Lenkrad emblem

 

Peugeot RCZ-R

Peugeot sport 01 RCZ R 2014

Der jüngste Knaller im Programm der Marke mit dem Löwen. Meinen Fahrbericht zum RCZ-R habe ich erst vor kurzem im Blog veröffentlicht und ich kann mich nur wiederholen; Dieses Auto hätte ich den, bereits abgeschrieben geglaubten, Franzosen nicht zugetraut.

Mit 270 PS aus einem 1.6 Liter großen Vierzylinder, einer echten Sperre an der Vorderachse und viel Feinarbeit am Fahrwerk – konnte sich der RCZ-R auf Anhieb einen Top-Platz in meiner persönlichen Automobilen-Hitliste sichern.  Wer den Artikel zum RCZ-R noch nicht gelesen hat, sollte dies nun tun!

Peugeot sport 08 RCZ R 2014

Einen weiteren Artikel über den Peugeot RCZ-R gibt es drüben bei autogefuehl.de.

 

Ausblick 2014

Es sind nur vier Modelle die ich exemplarisch für die neue Zukunft der Marke Peugeot herangezogen habe. Unterschlagen will ich nicht, dass man den 5008 einem Facelift unterzogen hat. Den 3008 um 1.000 € im Preis gesenkt hat und das man mit dem kompakten Crossover 2008 einen Verkaufsschlager konzipiert hat, der Stand heute, sogar Lieferzeiten hat. Lieferzeiten bei einem Peugeot, der Sarkast in mir würde sagen, dies ist das letzte untrügliche Zeichen für den geschafften Anfang, eines möglichen „Turn-Around“ der „Löwenmarke“.

Wie sich der 2008 fährt und was den 5008 ausmacht, das will ich 2014 heraus finden. Es bleibt also spannend!

Technische Daten – Peugeot 308 THP 125

Peugeot 308 THP 125
Verkaufsstart: Okt. 2013
Motortyp: Vierzylinder-Reihenmotor, 16 Ventile (DOHC), Turbomotor, Benzindirekteinspritzer
Hubraum in ccm³: 1.598
max. Leistung bei min-1: 92 kW / 125  PS – 6.000 U/min
max. Drehmoment bei min-1: 200 Nm – 1.400 U/min
Elektro-Motor kW
Elektro-Motor Nm
Antriebsart, serienmäßig: Vorderachsantrieb
Antriebsart, optional:
Getriebeart, serienmäßig: 6-Gang Manuell
Getriebeart, optional:
Leergewicht: 1.375 kg (inkl. Fahrer)
maximale Zuladung: 395 kg
Beschleunigung 0–100 km/h: 10.4 Sek
Höchstgeschwindigkeit Hersteller: 203km/h
Höchstgeschwindigkeit GPS Messung:
Kraftstoffverbrauch auf 100 km (kombiniert): 5.6 l / 100 km Super bleifrei E10 (95 ROZ) – Nach NEFZ
CO2-Emission, kombiniert: 129 g/km
Abgasnorm EU 5
Effizienzklasse: B/C
cW-Wert: 0,28
Stirnfläche:
Verbrauchsangaben Euro-NEFZ Herstellerwerte
Städtisch  7.7 l / 100km
Außerstädtisch  4.4 l / 100km
 –
Gefahrene Testkilometer  ~ 200 km
Bereifung: Sommerräder 205/55-16 H
Garantie: 2 Jahre
Basispreis: Active 20.850 € – Allure 22.700 €

Zum Fahrbericht – Erste Ausfahrt im neuen Peugeot 308



Škoda Rapid Spaceback – Erste Ausfahrt

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Take me with you

Die Autos der Tschechen sind vor allem treue Begleiter. Keine lautmalerischen Blender, sondern Automobile zum Leben, Autos für den Alltag. Und so verstehe ich auch den Rapid Spaceback.

Natürlich gibt es Dinge die man am Spaceback vermissen kann und kein Mensch versteht, weshalb der SEAT Leon zuerst das LED-Licht im Konzern bekam, oder weshalb man Škoda-Kunden das kleine Navi zumutet. Aber vermutlich wäre ein Spaceback mit Voll-LED-Frontscheinwerfern und dem großen Navi-Multimediasystem aus dem aktuellen Golf, einfach zu perfekt.

Skoda Rapid Schnauze

Günstiger – nicht schlechter

Die Taktik dürfte aufgehen. Mit dem Spaceback bieten die Tschechen im VW-Konzern das günstige Golf-Gegenmodell. Diese ist nicht schlechter als der aktuelle Golf, zumindest wenn man das Fahrwerk der zwei nicht Kopf-an-Kopf vergleicht und auch nicht mit Herzblut für eine bessere Haptik im Innenraum kämpft. Viel Platz, gutes Design, clevere Ideen und das ganze mit einem fairen Preis auf dem Etikett. Das ist die Konzern-Alternative die gegen Koreaner und Europäer in diesem Segment auf Kundenfang geht.

Skoda Rapid Spaceback Instrumente

Instagram-Video:

Kritik:

Vor allem die Entscheidung, dem Kunden das große 8-Zoll Multimedia-System zu verwehren finde ich verkehrt, zeigt aber vermutlich, wie eng der Kampf um die Kunden im Golf-Segment ist.  Das im Cockpitbereich verwendete Hartplastik ist optisch völlig in Ordnung, nur der Kontakt mit den Fingerkuppen enttäuscht. Damit kann man leben, wenn man den Preis-Unterschied zum Primus im Hinterkopf behält.  Was nicht schön ist, sind die zum Teil scharfen Hartplastik-Kanten in den vorderen Türtaschen.

Skoda spaceback Glasdesign

 

Instagram-Video 2:

positivPositiv:

Der Spaceback hat ein sehr niedriges Leergewicht, das sorgt für agiles Handling und niedrigen Spritverbrauch.

NegativNegativ: 

Die Auswahl im Bereich der Motoren und Getriebe ist  noch sehr beschränkt. DSG ist aktuell nur für zwei Motoren im Angebot.

skoda rapid spaceback glasheck

Fazit:

Clevere Golf-Alternative

Wem das saubere und kühle Design der Tschechen gefällt, der hat ab sofort im Segment der Kompaktwagen eine völlig neue Alternative. Viel Platz zu einem fairen Preis – irgendwie nichts neues für einen Škoda, aber in der Form des Steilheck-Rapid ein Golf-Gegner ohne Preis-Handicap.

  Alle technischen Daten – Škoda Rapid Spaceback (folgt!)

Foto-Galerie Spaceback | Eigene Fotos | Hersteller-Fotos

Audi A3 – Hightech im Detail

Wir werden die ersten Fahrtests mit dem neuen Audi A3 am 1. Juni durchführen können, bis dahin halten wir Sie mit einer Serie über die neuen Detail-Lösungen des Premium-Kompakten aus Ingolstadt auf dem Laufenden.

Der Audi A3 – Hightech im Detail

Die Karosserie:

Sportlich bis athletisch soll der Eindruck des Audi A3 sein, den er beim ersten Blick vermittelt. Eine niedrige Motorhaube und markant gezeichnete Schultern helfen ihm hierbei und betonen eine sportlich breite Karosserie.

  • Länge: 4,24 Meter
  • Breite: 1,78 Meter
  • Höhe: 1,4s Meter
  • Radstand: 2,60 Meter

Und endlich ist der vordere Überhang kürzer geraten – das vermeidet den frontlastigen Eindruck von der Seite.  Mit einem Leergewicht von 1.175 Kilogramm für den A3 1.4 TFSI scheint die stete Aufwärtsspirale in der Gewichtsentwicklung der Kompakt-Modelle nicht nur gestoppt. Nein, bis zu 80kg leichter als der Vorgänger ist zugleich der richtige Weg in der weiteren Entwicklung.

25kg weniger Gewicht geht alleine auf die Fahrgastzelle des neuen A3. Getreu dem neuen Leichtbauprinzip der Ingolstädter „Audi ultra“ wurden viele Detail-Lösungen gefunden, bei denen der A3 durch den Einsatz von Aluminium leichter werden konnte.

Die Motoren:

Downsizing als Stichwort für die zum Start weg erhältlichen Benzinmotoren und den angebotenen Diesel. Von 1.4 Liter Hubraum bis 2.0 Liter reichen die Brennraum-Volumen der 4 Zylindermotoren. Dabei wird eine Leistung von 122PS  bis 180PS abgedeckt.  Dank der konsequenten Verfolgung der Spritsparziele, kommt der 2.0TDI mit nur 4,1 Liter Diesel auf 100km aus.

Gemeinsame Basis für den Audi A3 bildet der „Modulare Querbaukasten“ (MQB) aus dem Volkswagen-Konzern. Diesem MQB ist auch der verkürzte vordere Überhang zu verdanken, in dem die Vorderachse nach vorne gerückt worden ist.

Die gesamte Motorenpalette wird sukzessive ausgebaut.

Die Getriebe:

Der 1.4 TFSI Benziner und der 2.0 TDI werden in Serie mit einem manuellen Sechsganggetriebe angeboten. Der 1.8 Liter TFSI bekommt die Siebengang S-Tronic (Doppelkupplungsgetriebe) in Serie. Erstmals bietet dieses Getriebe auch eine „Segel-Funktion“, eine Art Freilauf  der notwendig für effizienten Antriebslösungen ist.   Audi wäre nicht Audi, würde es keine „quattro“ Lösung im Fahrzeug geben. Der Allradantrieb wird noch in diesem Jahr nachgeschoben.

Infotainment:

Wissen und Unterhaltung. Der neue Audi A3 erhält eine umfangreiche Palette an Multimedia, Navigations und Unterhaltungs-Bausteinen. Das obere Ende der Möglichkeiten beschreibt das MMI Navigation plus System, mit einem Siebenzoll großen und ausfahrbaren Display.  Der Bedienknopf für das MMI-System wurde hierbei um eine Touch-Fläche erweitert.

Assistenzsysteme:

Auch in der Kompaktwagenklasse sind Assistenzsysteme nicht mehr wegzudenken. So wird im neuen A3 nicht nur ein Tempomat mit Abstandsrader-Einzug halten, auch die Spurhaltefunktion und der Tot-Winkel-Warner sind als Option möglich. Zusätzlich wird Audi ein System mit dem Namen „pre sense basic“ anbieten.  Hierüber werden wir in einem späteren Beitrag noch genauer eingehen.

 

Mitsubishi Lancer Sportback – eine Golf-Alternative?

Kein Grund grimmig zu schauen.

Bei Mitsubishi sind Power-Diesel Zeiten angebrochen. Nachdem es einige Zeit und viele unterschiedliche Motorenlieferanten (u.a. VW)  gab, hat Mitsubishi mittlerweile einen eigenen 1.8l Direkteinspritzer-Diesel entwickelt. Dieses vor moderner Technik nur so strotzende Aggregat kommt nun auch dem Mitbewerber aus der unteren Mittelklasse zu gute. Die Lancer Familie wird geprägt durch einen eindrucksvollen Kühlergril…

Audi A3 – Fahreindruck auf Mallorca

Was ist typisch deutsch? Der neue Audi A3? 

Fragt man unsere Europäischen Nachbarn, dann gibt es ein paar Charakter-Eigenschaften, die scheinbar so richtig typisch deutsch sind. Wenig schmeichelhaft kann die Antwort hierbei ausfallen, spricht man über den typischen Mallorca-Urlauber.

Das heimelige Balearen-Eiland unter der Sonne des westlichen Mittelmeeres war indes der Tatort für eine Prämiere eines ganz anderen „typischen Deutschen“:

Der Audi A3 – Ein erster kurzer Fahreindruck

Audi A3 - Präsentation in Fahrt autobahn

  • Gefahren:  Audi A3 – 1.4TFSI COD, 1.8TFSI, 2.0TDI, quattro und Frontantrieb, Handschaltung und S-Tronic
  • Marktstart:  Verkauf startet am 31.Mai – Auslieferung ab Sommer 2012
  • Basispreis ab:  21.600€ (Motorvariante jedoch noch nicht verfügbar!)
  • Zeitraum:  Freitag und Samstag 1./2. Juli 2012
  • Ort:  Mallorca
  • Gefahrene KM:  190km 

Der neue Audi A3 - Die Vorstellung

Karosserie: Qualität, Platz, Funktionalität, Sicherheit

Der erste Punkt bestätigt bereits, weshalb man dem neuen Audi A3 eine besondere deutsche Tugendhaftigkeit unterstellen möchte. Geht man um den A3 herum, beeindrucken die Spaltmaße durch eine absolutes Minimum an Präsenz und eine gnadenlos elegante Komposition der einzelnen Design-Elemente. Dank des neuen Modularen Querbaukasten bekommt der erste Vertreter dieser neuen Plattform-Technik endlich das sportliche Layout, dass er verdient hatte. Kurze Überhänge und ein gewachsener Radstand, der vollständig für den Innenraum zur Verfügung steht, sorgen für cleveres Wachstum ohne die schwere Last der ständig steigenden Außendimensionen. Und zum ersten Mal erreicht Audi im Kompaktwagen-Segment nicht nur das Ende einer sich bislang immer schneller drehenden Gewichts-Spirale, sondern dreht diese Entwicklung sogar um! Der neue Audi A3 ist trotz gestiegener Steifigkeit, mehr Komfort und einem wahrhaftig fürstlichem Kompaktwagen-Innenraum, leichter geworden. Bis zu knapp 80kg konnte man in Ingolstadt,  auch dank der MQB-Plattform im VW-Konzern, einsparen.

Audi A3 Präsentation Mallorca

Antrieb: Performance, Motor, Getriebe, Effizienz

Audi bringt den neuen A3 zum Start mit 3 Motoren auf den Markt. Ein 4.ter und 5.ter steht jedoch auch bereits in den Startlöchern. Den Anfang macht der 1.4TFSI mit 122PS, der 1.8TFSI mit 180PS und der 2.0l TDI mit 150PS. Für die recht nahe Zukunft stehen ein besonders interessanter 1.4 TFSI mit 140PS und Zylinderabschaltung und ein 105PS starker 1.6 TDI in den Startlöchern – ebenso wie eine neue Basis-Motorisierung, die einen 1.2l TFSI und 105PS in Vorbereitung hält.

Effizienz ist das Stichwort der gesamten Automobil-Industrie und besonders beeindrucken konnte der von uns gefahrene 140PS starke 1.4 Liter kleine Vierzylinder mit Turboaufladung, Benzin-Direkteinspritzung und der „Cylinder on demand“ Technik. Hierbei ist die Motorsteuerung in der Lage, 2 von 4 Zylindern im Bereich zwischen 1.400 und 4.000 Umdrehungen zu deaktivieren und somit nur als 2-Zylinder unterwegs zu sein. Binnen 13 bis 36 Millisekunden schaltet die Motorsteuerung hierbei zwischen 2- und 4-Zylinderbetrieb um. Fahrer und Mitfahrer merken hiervon nichts. Abgesehen von der Cockpit-Meldung: „2 Zylinder Betrieb“. Wäre dieser Hinweis nicht – würde es niemand bemerken. Selbst strenge Auto-Tester Popometer sind nicht in der Lage, diese Technik zu entlarven.

Im Zusammenspiel mit dem perfekten Doppel-Kupplungsgetriebe, dürfte dieser Motor zum eindeutigen Liebling der Baureihe avancieren – verdient hätte es dieser intelligente Motor auf jeden Fall.

Was die Performance angeht, so hinterlässt der 180PS TFSI-Benziner einen zweigeteilten Eindruck. Auf der einen Seite ist das Merkmal der Turboaufladung auf ein Minimum reduziert – er spricht relativ verzögerungsfrei auf das Gaspedal an und bietet eine enorme Laufruhe, auf der anderen Seite vermissen sportlich orientierte Fahrer ein wenig den Dampf in der kleinen Hütte.  Mit 250Nm zwischen 1.250 und 5.000 Umdrehungen wird dann auch deutlich, dass man in Ingolstadt den Schwerpunkt des 1.8 TFSI eher im Bereich der Komfort betonten Fortbewegung über ein weites Drehzahlband, denn in der sportlichen Hatz sieht. Hier werden sich die Freunde des sportlichen Kompakten noch ein wenig in Geduld üben müssen.

Die überzeugendere Variante für den Freund von Drehmoment-Hügeln stellt da im Augenblick noch  der 150PS starke 2.0TDI Motor da.  Mit 320Nm ab 1.750Nm erfüllt er die Erwartungshaltung von Drehmoment-Liebhabern deutlich souveräner.

Audi A3 Mallorca rückansicht

Komfort: Materialqualität Innenraum, Federung, Geräuscheindruck, Sitzposition

Veni, vidi, vici.  Es gibt keine Disziplin die man in Ingolstadt derweil so beeindruckend durch Bestleistungen besetzt, wie die Herausforderung der Qualität im direkten Umfeld der Insassen. Es ist dieses satte Geräusch einer Tresor-Tür, die ehemals für die Qualität der Mercedes S-Klasse bürgte, schloss man die Türen. Audi hat dieses Niveau bereits vor einigen Produkt-Generationen erreicht. Es erfreut das Tester-Ohr mit einem zufriedenen: Wumms. Satt und kräftig. Bei geschlossenen Augen wäre man nicht in der Lage zu beurteilen, ob das Türgeräusch von einem Audi A8, oder einem A3 stammt. Das umschreibt die erreichte Qualitäts-Stufe. Auf die Spitze treibt es Audi nun jedoch, in dem auch das Schließgeräusch des Kofferaumdeckels durch die gleiche Tonlage überzeugt.  Gäbe es Punkte im Crash-Test für das subjektive Gefühl, beim Schließen der Türen – oder könnte man davon auf die Crash-Sicherheit Rückschlüsse ziehen, Audi müsste die Erweiterung des Euro-NCAP Maßstabes fordern.

Im Innenraum durften sich die Entwickler völlig frei von Zwängen aus dem Konzern-Controlling für die „Best of-“ Lösungen entscheiden. Stellt man die Frage nach der Erfüllung der Kriterien für eine Beschreibung von Premium-Merkmalen, so beantwortet der Audi A3 diese mit der, klaren Erkenntnis von mangelnden Superlativen in der Deutschen Sprache.

Audi A3 - Innenraum Qualität

Haptik? Sie baden gerade Ihre Hände darin.

Schalter, Module, Elemente – wer als Kind mit modularem Spielzeug von Lego oder Playmobile spielte, oder in seiner Kindheit die Modellfahrzeuge aus dem Hause Herpa besaß und versuchte diese erst zu zerlegen und dann wieder zusammen zu bauen – der wird sich verwundert die Fingerkuppen betasten, erklärt man ihm das der Innenraum nicht aus einem Stück gemeißelt, sondern aus vielen Hundert Elementen zusammengesetzt wurde.

Der neue Audi A3 setzt hier die viel gepriesene Benchmark im Bereich „fühlbare Qualität“.

Audi A3 - Innenraum - Tornado-Düsen

Audis neue Lüftungsdüsen, mit verstellbarer Luftstrom-Fokussierung. Grandios.

Fahrdynamik: Lenkung, Bremsen, Fahrverhalten, Traktion

Audi bietet im neuen A3 einen Fahrerlebnis-Schalter der für die sensible Abstimmung des gesamten Pakets dienlich sein soll. Als Fahrer wählt man zwischen dem Fokus auf Effizienz, Komfort, Dynamik oder belässt die Einstellungen auf Automatik. Ebenso möglich: 3 ganz eigene „Audi dynamic drive“ Kompositionen. Dank elektrischer Servolenkung, adaptiven Dämpfern und einer Vielzahl an einstellbaren Parametern, lässt sich die feine Definition des Fahrgefühl im A3 in der Tat justieren. Im Dynamik-Modus gefällt die Lenkung durch feinnerviges Feedback der Fahrbahnoberfläche und selbst die adaptiven Dämpfer bleiben, dank der multiplen Abstimmungs-Möglichkeit, weit entfernt von der staksig, hölzernen und vor allem nervende Pseudo-Sportlichkeit der Vorgänger-Generation.

Wer den Audi A3 – gerade als quattro – in kritische Fahrsituationen katapultieren will, der muss mit grober Motorik am Volant Handwerken – Tante Erna auf dem Weg zwischen Kindergarten und großer Urlaubsfahrt im Vorarlberg wird hierzu vermutlich nicht in der Lage sein.

Audi A3 Dynamik im Bild

Umwelt: Leergewicht, CO2, Verbrauch, 

Bis zu 80kg leichter – das freut nicht nur das Techniker-Herz und die Sportfahrer-Seele, das hilft vor allem auch in der Umsetzung der ehrgeizigen Verbrauchsziele.  So setzt Audi für den A3 2.0TDI mit 150PS den kombinierten Durchschnittsverbrauch bei 4.1l auf 100km an.  Das entspricht einem CO2 Ausstoß von 106g je KM und hier reden wir nicht über ein spezielles Spritspar-Modell, sondern schlicht über die erste Charge des kommenden Motorenfeuerwerks im neuen Audi A3.

Audi A3 auf Mallorca

Kosten: Basispreis, Testwagenpreis, Aufpreisliste, Wartung

Der neue Audi A3 startet bei überschaubaren 24.400€. Das Gegenteil von überschaubar bildet, ganz traditionell bei den Deutschen Automobil-Herstellern die Aufpreisliste. Diese ist so lange, wie raffiniert und 39.500€ für einen „netten“ Audi A3 mit 1.8l TFSI Motor, 7-Gang DSG und Frontantrieb ist eher eine bescheidene Wahl.

Audi A3 - Seitenansicht

Max. 25 Worte, über:

Design:

Der Golf in seinen schönsten Kleidern. Die klassische Sportback-Karosserie wird dank der kürzeren Überhänge zu einer eleganten Erscheinung.  Premium-Qualität sichtbar gestaltet.

Image:

Audi spielt weiterhin die Karte des progressiven Automobil-Herstellers.  Modern, nicht zu sachlich nüchtern, gerne sportlich und weltoffen. Verpackt auf 4,23m. Ziel erreicht.

Performance:

Das Klassenziel nicht erreicht, die Versetzung ist gefährdet. Der A3 steht jedoch nicht am Ende seines Schuljahres, sondern am Beginn. Mehr Performance wird kommen. Sicher!

Happiness:

Seine Besitzer dürften einen kleinen Teil des Entwicklerstolzes verspüren, auch noch Jahre nach dem Erwerb. Dank der Qualität auf hohem Niveau, fällt glücklich sein leicht.

 

Ist der Audi A3 nun so typisch deutsch wie das Sommer-Urlaubsziel Nummer 1?

Mallorca ist an vielen Stellen die Karikatur eines typisch deutschen Ferien-Ortes – doch abseits von Ballermann und Palma, gibt es eine Urlaubs-Insel auf der man entschleunigt Urlaub machen kann, die Seel baumeln, durch Orangen-Haine wandern und in einsamen Küsten-Abschnitte die Weite beim Blick auf das Mittelmeer genießen kann. Audi schafft mit dem neuen A3  einen ganz ähnlichen Spagat. Typisch deutsch mag man sagen beim Eindruck der Perfektion und des wenig aufgeregten Techno-Look – ungemein entspannt erlebt man den A3 jedoch, lässt man sich von ihm verführen.

Mal einfach so, eine entspannte Runde über die Sonnenseite der Insel touren? Irgendwie gar nicht typisch deutsch, oder? Aber das kann der neue A3 trotzdem!

Audi A3 auf Mallorca präsentation

 

Blogger-Berichte:


Die Kosten für Reise und Übernachtung wurden vom Hersteller übernommen. Mein Testurteil ist jedoch unverkäuflich und wurde ohne Einfluss und Kontrolle des Herstellers erstellt!

Dennoch: Danke an die Audi AG  für die Einladung.

Text/Foto: Bjoern Habegger | auto-bloggerei.de | 2012 |  by-nc-nd

Mercedes-Benz A-Klasse – Erster Eindruck

A wie angekommen?Der Stuttgarter Neu-Anfang in der Kompaktwagenklasse. Nur selten erlebt man einen Generationswechsel innerhalb einer Modellklasse eines Herstellers, bei dem der Name zwar gleich bleibt - das gesamte Fahrzeugkonzept jedoch über den Haufen geworfen wird und der Nachfolger völlig neu auf die Straße gestellt wird. Mercedes-Benz hat genau dies mit der "Neuen A-Klasse" getan und präsentiert nun ein…

Seit 40 Jahren eine große Klappe!

Natürlich denkt bei der Überschrift erst einmal jeder der meinen Blog liest: Jetzt redet der Herr Habegger über sich selbst. Nein!  Ich bin Jahrgang 1975 – bis zum 40.sten dauert es also noch ein wenig.

Happy Birthday Honda Civic!

1972 kam in Japan der erste Honda Civic auf die Straße und seit dem hat sich vieles verändert beim Kompaktwagen aus Japan, nur die große Heckklappe und der Frontantrieb, der ist geblieben. Der Honda Civic wird zu Recht als der „Golf“ aus Japan verstanden, sind doch die Geburtsstunden der beiden nicht weiter voneinander entfernt.

Mittlerweile befindet sich der Honda Civic in seiner 9.ten Generation und kann stolz auf über 20 Millionen verkaufte Fahrzeuge zurück blicken. In Deutschland kam der Civic zusammen mit dem Volkswagen Golf auf den Markt, der die Marke der „mehr als 20 Millionen mal“ verkauften Modelle allerdings bereits vor 10 Jahren überschritt.

Mit einem 1.2 Liter großen und 54PS starken Frontmotor begann es 1972 – heute gibt es die 9.te Generation unter anderem mit einem 150PS Diesel-Motor und knackigem 6-Gang Getriebe, einen Fahrbericht über diesen aktuellen Premium-Civic findet man hinter diesem Link!

Honda feiert den Geburtstag des Civic mit einem Jubiläumsangebot und bietet noch bis 31. Juli einen neuen Honda Civic 1.4i für 13.590 Euro an! Das sind 3.360€ Preisvorteil! Na wenn das mal keine gute Nachricht ist? Der Civic feiert Geburtstag, aber die großen Geschenke gehen an die Käufer!