Work hard – play Hard – Der neue Mitsubishi L200

Seit 40 Jahren ist der L200 eine feste Größe im Modell-Programm von Mitsubishi. Jetzt geht der Pick-up in die nächste Runde – mit altem Konzept und neuer Technik.

„Rugged“ und „tough“, also „robust“ und „zäh“ – wenn Osamo Masuko über den L200 spricht, dann nutzt der Mitsubishi-Chef gerne martialisches Vokabular. Schließlich ist der Pick-up auch ein vergleichsweise martialisches Auto: Während selbst der Mitsubishi Pajero zunehmend von der Zivilisation vereinnahmt wurde, gibt der Pritschenwagen seit genau 40 Jahren den harten Hund und hat sich so in 150 Ländern von der Sahara bis nach Sibirien als zuverlässiger Partner für Arbeit, Sport und Spiel etabliert.

Genauso wenig stand der zuschaltbare Allradantrieb samt Untersetzung zur Diskussion

Doch auch an einem solchen Dinosaurier geht die Zeit nicht spurlos vorüber: Wenn im kommenden Sommer bei uns schätzungsweise ab etwa 24.000 Euro die nächste Generation an den Start geht, sieht die deshalb zwar noch rustikaler aus: Die Flanken tragen jetzt massive Muskeln, die Front ist kantiger und die Haube höher geworden. Aber innen hält ein bisschen smarte Technik Einzug und auch der Pick-Up bietet erstmals Assistenz- und Komfortsysteme, wie sie im Pkw längst Standard sind. So überwachen Kameras nun den toten Winkel und helfen mit einem 360-Grad-Panorama beim Parken und Rangieren, eine mit der Bremse gekoppelte Abstandsmessung verhindert Parkrempler, es gibt eine automatische Notbremse und ein Keyless-go-System.

Dass die Japaner allerdings selbst die zwei USB-Buchsen als Errungenschaft feiern, scheint dann doch ein wenig übertrieben – zumal der Rest des Infotainments eher mau ist. Dem kleinen Touchscreen-Navi fehlen Apple Carplay oder Android Auto und statt digitaler Instrumente gibt’s nur einen winzigen Monitor für den Bordcomputer.

So modern sich der L200 bei Ausstattung geben möchte, so traditionell ist das Ambiente, selbst wenn ein paar Chromrähmchen etwas Glanz in die Hütte bringen: Grobe Schalter, einfache Kunststoffe, schlichtes Leder – ein Pick-Up muss nicht vornehm sein, sondern unverwüstlich. Und was ihm an Prestige fehlt, macht er mit Platz wieder wett: Vorn, weil die Kabine, die es bei uns auf jeden Fall als Club-Cab mit Notsitzen in der zweiten Reihe und wahrscheinlich auch als Double-Cab mit vier echten Türen und vollwertiger Rückbank geben wird, geräumiger ist als bei jedem konventionellen Geländewagen. Und hinten, weil die Pritsche der Traum jeden Lademeisters ist. Selbst wenn Mitsubishi noch keine Daten zur Zuladung nennt, werden Nutzlast und Volumen ganz sicher jedes SUV ausstechen.

Seit 40 Jahren ist der L200 eine feste Größe im Modell-Programm von Mitsubishi. Jetzt geht der Pick-Up in die nächste Runde – mit altem Konzept und neuer Technik

Das Design modernisiert, die Ausstattung üppiger als bisher und jetzt sogar LED-Technik im markanten Gesicht – da mag sich der Zeitgeist Einfluss verschafft haben. Aber bei der Technik machen die Japaner weder Kompromisse und noch Zugeständnisse. Weil ein Pick-up zuallererst Arbeitstier ist, ordentlich was wegstecken und noch mehr wegschleppen muss, standen weder der Leiterrahmen noch die Blattfedern zur Diskussion. Genauso wenig wie der zuschaltbare Allradantrieb samt Untersetzung, selbst wenn der mit 5,30 Metern Länge ohnehin schon ziemlich unhandliche Wagen dann noch sperriger wirkt und der Wendekreis langsam Lkw-Niveau erreicht.

Doch auch hier hält ein wenig Moderne Einzug: Immerhin gibt es jetzt fast so wie im Range Rover eine Art Terrain Response System, mit dem man den Antrieb für Schlamm oder Schnee, Sand oder Felsen optimieren kann. Und im steilen Gefälle bremst die Elektronik den Wagen jetzt auf Knopfdruck ein.

Innen hält ein bisschen smarte Technik Einzug und auch der Pick-Up bietet erstmals Assistenz- und Komfortsysteme, wie sie im Pkw längst Standard sind

Treibende Kraft ist dabei wie bisher ein 2,4-Liter-Diesel, der daheim in Thailand, wo der L200 als Triton verkauft wird, mit 133 kW/181 PS und 430 Newtonmetern startet, für Europa aber vielleicht noch eine etwas andere Kalibirierung bekommt. Er schüttelt sich zwar beim Anlassen erst einmal kräftig und macht aus seiner schweren Arbeit akustisch keinen Hehl, geht dafür aber kräftig zur Sache und treibt den Pritschenwagen tapfer durch den Dreck. Natürlich ist er dabei lange nicht so schnell wie ein SUV, dürfte es kaum in weniger als zwölf Sekunden auf Tempo 100 schaffen und viel mehr als 180 Sachen werden auch nicht drin sein. Aber dafür hat er ein Durchhaltevermögen, von dem sich Tiguan & Co eine dicke Scheibe abschneiden können: Matsch und Modder jedenfalls konnten den L200 bei der ersten Testfahrt genauso wenig stoppen wie die mächtigen Bodenwellen oder künstlichen Hügelketten, die die Japaner auf dem Demo-Parcours aufgebaut haben. Da hat der L200 in den letzten 40 Jahren schon größere Hürden gemeistert.

Eine neue Welt – Mercedes-Benz X-Klasse

Entdecker leben mit der Überraschung

Mit dem ersten Pick-Up, der einen Stern am Kühlergrill trägt, betreten die Stuttgarter endgültig ein völlig neues Segment. Nachdem man dem Coupé vier Türen gab, den SUVs die Coupé-Form und das auch alles durch alle Fahrzeugklassen durchmischte, ist nun das Pick-Up Segment an der Reihe. Willkommen bei der X-Klasse. Mercedes-Benz ist stolz auf den erste…

Nissan Navara – Lifestyle für Fortgeschrittene

Pick-ups sind die kernigen Cousins des SUV. Eigentlich als ehrliche Geländearbeiter konzipiert, werden sie in Westeuropa im Windschatten des Crossover-Booms vor allem als bullige Lifestyle-Mobile vermarktet. Wer Autos wie den Nissan Navara als eindrucksvollen Pkw für den Alltag nutzen will, muss jedoch wissen, worauf er sich einlässt. Zunächst einmal eine Entwarnung: Vor dem Einparken braucht im Navara niemand Angst z…

Nissan Navara Trek-1° – Herr der Finsternis

Ab Frühjahr 2017 bietet Nissan den Navara als Sondermodell Trek-1° an. Der rund 48.000 Euro teure Pick-up ist europaweit auf 1.500 Fahrzeuge limitiert und wird ausschließlich mit Doppelkabine in Kombination mit dem 140 kW/190 PS starken 2,3-Liter-Vierzylinderdiesel wahlweise in einer schwarzen und weißen Außenlackierung ausgeliefert. Passend respektive im Kontrast dazu gibt es schwarz lackierte 18-Zoll-Räder und schwarze Einstiegsleisten. Zusätzlich zu…

Fiat Fullback Cross – Vom Nutztier zum Lifestyler

Fiat nimmt eine spezielle Pkw-Variante seines Pick-ups Fullback ins Programm. Erkennbar an dem Namenszusatz „Cross“, wartet sie unter anderem mit veredeltem Außendesign, verbesserter Ausstattung und aufgemöbeltem Innenraum auf. Zur Serienausstattung zählen unter anderem Xenonlicht, beheizbare Ledersitze und Zwei-Zonen-Klimaautomatik. Einzige Karosserievariante ist die fünfsitzige Doppelkabine, die kleinere Extended-Cab mit Notsitzen in Reihe zwei bleibt den Nutzfahrzeugmodellen vorbehalten. Für den Antrieb sorg…

Ford Ranger Great Barrier Reef Beach Patrol – Der Rettungsschwimmer von Rüttenscheid

Mit einem Rettungsschwimmer-Showcar auf Basis des Pick-ups Ranger bewirbt Ford auf der Essen Motor Show (26. November bis 4. Dezember) sein Zubehörprogramm. Die Studie „Ranger Great Barrier Reef Beach Patrol“ trägt neben der auffällig bunten Lackierung unter anderem Stahl-Unterfahrschutz, Rammbügel und Ansaugschnorchel, die den Allrader im Gelände noch robuster machen. Nicht im Zubehör-Shop der Marke zu haben sind hingegen di…

Nissan Navara – Pick-up mit Komfort

Mit dem neuen Navara will Nissan seine 80-jährige Erfahrung im Bau von Pick-ups zumindest vorläufig krönen. Vor allem die Fahreigenschaften des ab 26.470 Euro erhältlichen Japaners auf Asphalt wie auch die abseits befestigter Wege sind in der jetzt zwölften Generation verbessert worden. Das gilt vor allem für die Versionen mit Doppelkabine (Double Cab), die nun statt der bisherigen Lösung mi…

5x: Diese Autos wollen wir auch – Exotisch-erotisch

Unsere Konsumwelt wird immer mehr zu einem globalisierten Einheitsbrei. Fußgängerzonen sind, von wenigen Details abgesehen, international austauschbar geworden. Auch in der Autoindustrie gibt es diese Gleichmacherei, da zunehmend mehr Hersteller auf Modelle für möglichst viele Märkte setzen. Und doch verlangen einige Regionen noch immer nach ganz speziellen Autos, die anderen vorenthalten bleiben. Wir stellen fünf Mobile vor, die das Straßenbil…

10 Fragen zum neuen Mercedes-Benz Pick-Up

Weltpremiere für ein Konzept. Großer Bahnhof in den Schärengärten in Schweden. Was wohl irgendwie einen Sinn ergibt, denn Steine und Bäume können die Schweden – und Steine und Bäume wirken gerade genug rustikal und „down to earth“, um einen Pick-Up zu präsentieren. Nicht irgendeinen – den Mercedes unter den Pick-Ups. Vorhang auf, für einen ganz zarten unter den Harten: Den Premium-Pick-Up aus Stuttgart!

Mercedes-Benz X-Class Concept

Ganz egal, ob GLT, GLX oder X-Class, was Mercedes in der Nähe von Stockholm präsentiert hat, gehört zu den Dingen, die eigentlich niemand mehr braucht. Aber vermutlich die Hälfte der Anwesenden direkt mitgenommen hätte, weil es eben dieses „will ich haben“ Gefühl auslöst. Egal, wie sinnfrei es sein mag. Eine Premium-Pick-Up Klasse? Mal ehrlich. Ein Hirngespinst von Marketing-Schulabrechern, oder? Oder nicht. Einfach nur eine logische Konsequenz. SUVs hat jeder. Will jeder. Und der Pick-Up? Der verliert gerade sein hemdsärmeliges Image und wandelt sich zum Lifestyle-Kumpel. Wie der Kombi, vor bald 40 Jahren. Das stellt einen natürlich vor ein paar Fragen. Zehn davon beantworte ich in diesem Artikel! 

weltpremiere-mercedes-benz-042-x-class-konzept-glt-glx

1.) Braucht es dieses Ungetüm wirklich?

Nein. Oder doch? Fakt ist: Es gibt Märkte, auf denen diese Pick-Up Fahrzeuge unfassbar gut verkauft werden. Süd-Amerika, Australien, Russland und auch die USA. Aber bislang gibt es keinen echten Trend zu Premium Pick-Ups. Das will Mercedes-Benz ändern und mit der X-Class ein Angebot etablieren, mit dem man neue Bedürfnisse weckt. Die Premiere der beiden Varianten in Stockholm hat darauf einen Vorgeschmack geliefert. Sowohl der „goldene“ als auch der Perlmutt-Weiße haben die Blicke auf sich gezogen. Und ja, beim Design sprechen wir noch vom Concept-Status, aber die Richtung ist klar. Maskulin oder elegant. Offroad oder urban. Hot oder cool – und nein, über die „sinnliche Klarheit“ sagen wir an dieser Stelle kein Wort. Das tun andere bereits genug. Natürlich ist ein Pick-Up keine Antwort auf die Fragen der modernen Mobilität in den hochkonzentrierten urbanen Lebensumfeldern – aber, die Frage stellt eben nicht jeder. Es gibt Märkte, da braucht es mehr als einen elektrischen smart. Und Mercedes-Benz sieht sich in der Rolle, alle Antworten liefern zu können. Auch wenn die Frage noch nicht gestellt wurde.

weltpremiere-mercedes-benz-005-x-class-konzept-glt-glx

2.) Welche Motoren werden kommen?

Mercedes wird den bekannten V6 Diesel in den Pick-Up packen. Das garantiert zuverlässige Technik, genug Druck und einen annehmbaren Verbrauch. Dass man damit den Lebenszyklus der V6-Triebwerke noch ein wenig verlängert, im Controlling dürfte das gut angekommen sein. Denn klar ist auch: Mercedes-Benz steht gerade an der Schwelle zu einer neuen Motorengeneration.

Neben dem 250+ PS starken Diesel wird es auch den 2.3 Liter Nissan Dieselmotor geben. So als Einstieg in die Premium Pick-Up Klasse. Preislich attraktiver, aber widersprüchlich zur Idee des Premium Pick-Up, oder?

weltpremiere-mercedes-benz-025-x-class-konzept-glt-glx

3.) Kann der Laster auch Last, oder was?

Ja. Bis zu 1.2 Tonnen Zuladung sollen sich auf der Pritsche breit machen können. Das sind Zielwerte und weil man bei Mercedes-Benz auf eine Einzelradaufhängung an der Hinterachse vertraut, könnte der V6-Diesel auch eher bei 1.05 Tonnen landen. Das wird man abwarten müssen. Bei der Premiere wurde Mercedes-Benz jedoch nicht müde zu betonen, wie ernst man den Einstieg nehme. Und auch wenn man ein neues Segment schaffen will – muss auch ein Premium Pick-Up die Leistungswerte der Mid-Size Pick-Up Klasse erfüllen. Auch ohne rustikale Starrachse. Warten wir mal ab – vermutlich landen auf der Ladefläche der „X-Class“ am Ende doch nur Rotwild-Mountainbikes, Surfboards und hin- und wieder ein Billy-Regal.

weltpremiere-mercedes-benz-010-x-class-konzept-glt-glx

4.) Wie ernsthaft nimmt man die Allradtechnik?

Ernst. Zumindest die V6-Dieselvariante wird mit einem Allrad-Antriebsstrang von Mercedes-Benz kommen. Zwei Differentialsperren und ein Untersetzungsgetriebe inklusive. Und mit einem permanenten 4matic-Allradantrieb. Aber – ja – es wird auch eine „Einstiegsvariante“ mit Allradantrieb-System vom Kooperationspartner geben, bei der primär die Hinterachse angetrieben wird.

weltpremiere-mercedes-benz-015-x-class-konzept-glt-glx

5.) Hat der Daimler einen Konkurrenten?

Laut Daimler erfindet man das Segment gerade neu. Was natürlich nur die halbe Wahrheit ist. Ein Volkswagen Amarok mit V6-Diesel wird in der gleichen Preisklasse liegen und dürfte die gleiche Zielgruppe adressieren. Ansonsten ist die neue X-Class eben durchaus eine Kombination, die man sonst eher nicht kennt.

Auch das Interieur des Concepts zeigt die Richtung gut an. Eine Mischung aus V- und C-Klasse. Ein Hauch E-Klasse und eine Anmutung, die deutlich oberhalb der gängigen Pick-Up Erfahrungen liegt.

weltpremiere-mercedes-benz-021-x-class-konzept-glt-glx

6.) Wie steht es um die Sicherheit des Pick-Up?

Da lässt es sich Mercedes-Benz natürlich nicht nehmen, alles an Bord zu stopfen, was man gerade so in den Schubladen hat. Bei den Sicherheits- und Assistenzsystemen wird man sich an der neuen E-Klasse orientieren. Abstandshalter, blind-spot-warner und wie die Dinger sich nennen. Bei der Frage der Crashsicherheit wird man kurz mal den Atem anhalten, denn die Basis für den GLT / GLX / „die X-Klasse“, der Nissan Navara hat nur 4-Sterne im EuroNCAP Crashtest. Und 4-Sterne für einen Daimler? Da hatte man sich beim CITAN bereits blamiert – ich bin gespannt, wie man hier vorgeht!

weltpremiere-mercedes-benz-037-x-class-konzept-glt-glx

7.) Machen die das jetzt nur wegen den Amis?

Pick-Up = Amerika. Nein. Lustigerweise kommt einem beim Thema Pick-Up sofort der US-Markt in den Sinn. Und ja, in den USA sind Pick-Ups so etwas wie der VW Käfer bei uns nach dem Krieg. Aber: In den USA kauft man „Full-Size Trucks“. Die haben dann gerne mal 3.5 Tonnen Zuladung und sind eine andere Klasse. Deutlich rustikaler. Deutlich günstiger. In dieses Segment will Mercedes-Benz (aktuell) nicht. Also: Nein – der GLT / GLX / „die X-Klasse“ wird nicht wegen den Amis oder für die Amis gebaut. Die Zielmärkte sind Australien, Russland und Süd-Amerika. Fertigen wird man den Pick-Up im übrigen in den Nissan Werken in Barcelona und in Argentinien.

weltpremiere-mercedes-benz-046-x-class-konzept-glt-glx

8.) Wird es eine AMG-Variante geben?

Schaut man sich den Perlmutt-Weiß lackierten an, dann kann man das AMG-Badge schon förmlich riechen. Eine Variante mit 4.0 Liter V8-Bi-Turbo und 500 PS? Ja, warum denn nicht.

weltpremiere-mercedes-benz-068-x-class-konzept-glt-glx

9.) Wie teuer wird dieser Pick-Up?

Natürlich hat Mercedes-Benz noch keine Preise genannt. Es ist noch ein Concept. Aber. Orientieren wir uns am Volkswagen Amarok, dann würden ich mit einem Einstiegspreis von 42.205,50 € für den „kleinen“ Nissan-Diesel rechnen – und knapp 60.000 € für den V6-Diesel mit Mercedes-Antriebsstrang.

weltpremiere-mercedes-benz-023-x-class-konzept-glt-glx

10.) Und was ist jetzt Nissan daran? Und warum?

Buh! Nur ein „re-badged“ Nissan. Das ist ja gar kein Mercedes. Das war auch meine Befürchtung – und ja, unter den Konzeptfahrzeugen in Stockholm war die pure Nissan-Welt zu finden. Aber ich glaube, Mercedes-Benz ist sich bewusst, was es bedeutet, das Wort Premium in das Produkt einfließen zu lassen. Und bei den Technik-Themen hat man sich scheinbar deutlich mehr ins Zeug gelegt, als beim CITAN-Projekt. Eigene Achsen, eigene Motoren, eigene Getriebe, eigene Elektronik, eigene Sicherheits- und Assistentenzsysteme. Und eine deutlich veränderte Blechhaut. So sind zum Beispiel die Türen in der Oberfläche verändert. Nicht die Form, die bleibt dem Spender-Chassis treu, aber die Blechhaut, die man sieht. Im Prinzip spart man sich die Entwicklung eigener Leiterrahmen. Man nimmt die moderne Plattform von Nissan und adaptiert dann die Elemente, die das Fahrgefühl und die Wahrnehmung beeinflussen.

Das spart Kosten und lässt den Einstieg in ein neues Segment mit einem überschaubaren Kostenrisiko zu. Aber ist es ein Risiko?

Vor der Premiere hätte ich diese Frage anders beantwortet – jetzt suche ich nach Gründen, weswegen ich einen Pick-Up brauche … 

Dr. Jekyll and Mr. Hyde – Die neue Mercedes X-Klasse

Vor ein paar Stunden war es soweit: In Stockholm wurde die neue Mercedes X-Klasse gezeigt. Natürlich entspricht das, was wir aktuell noch zu sehen bekommen, nicht dem endgültigen Modell. Doch das Conceptcar ist schon sehr nah dran an der Serie, schließlich ist Ende 2017 die Marktreife geplant. Die Stuttgarter sprechen beim neuen Modell vom ersten Pickup der Firmengeschichte und wollen mit ihm eben dieses Segment umkrempeln. Das haben sie vor 20 Jahren schon einmal geschafft, als sie mit der M-Klasse die Riege der reinen Geländefahrzeuge zum Segment der SUV umfunktionierten. Werfen wir einen Blick auf die Details der neuen Mercedes X-Klasse.

Read more

Ssangyong Actyon Sports Facelift – Mehr Power für den Pick-up

Zum Modelljahr 2017 hat der koreanische Hersteller Ssangyong seinen Pick-up Actyon Sport in einigen Details aufgefrischt. Wichtigste Neuheit: Ein stärkerer und zugleich effizienterer Euro-6-Dieselmotor. Statt des bisherigen 114 kW/155 PS starken Zweiliter-Diesels kommt im koreanischen Lasttier künftig ein 2,2-Liter-Vierzylinder mit 131 kW/178 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment zum Einsatz. Wahlweise lässt sich der Selbstzünder mit einem manuellen Schaltgetriebe oder ein…

Ram Trucks geben ihr internationales Debüt in Hannover – Der Rammbock drängt in neue Märkte

Während die Vision des ehemaligen Daimler-Chefs Jürgen Schrempp, im Zusammenschluss mit der amerikanischen Marke Chrysler unter schwäbischer Führung eine „Welt AG“ zu erschaffen, jämmerlich gescheitert ist, hat sich die Fiat-Chrysler-Allianz zu einer echten Erfolgsstory entwickelt. Speziell die nach wie vor boomende Marke Jeep hat den Italienern schon ein ums andere Mal die Bilanz gerettet. Zum Inventar des übernommenen US-Konzerns gehör…

VW Amarok Canyon – Im Macho-Look

Von seinem jüngst gelifteten Pick-up-Modell Amarok stellt VW auf der Nutzfahrzeug-IAA (22. – 29. September) die Neuauflage des Sondermodells Canyon vor. Zu seinen Ausstattungsdetails zählen Allradantrieb, 17-Zoll-Alus sowie einige Anbauteile in Schwarz. Außerdem sorgen schwarze Radlaufverbreiterungen sowie abgedunkelte Rückleuchten für einem Hauch mehr Macho-Optik. VW bietet das Amarok-Sondermodell Canyon mit Doppelkabine und 150 KW/204 PS-V6-Diesel ab Frühjahr 2017 an. De…

Anzeige: Einer fürs Abenteuer: der Volkswagen Nutzfahrzeuge Amarok

Wenn ich an einen Pickup denke, dann denke ich an Abenteuer in der Wildnis. Fischen in irgendeinem majestätischen Canyon in den Weiten der USA oder Waschbären retten in irgendeinem weitläufigen Naturpark. Apropos USA: Hier gehören die Pickups quasi schon zur Grundausstattung und werden jedem Amerikaner in die Wiege gelegt. Dieses abenteuerliche Gefühl schwappt nun immer mehr nach Europa. Besonders mit dem neuen Amarok will Volkswagen Nutzfahrzeuge im Premium-Segment auf Bärenjagd gehen, auf Goldbärenjagd, versteht sich. Der Pickup ist sowohl auf der Straße als auch im Gelände unterwegs. Mit 224 PS sind bis zu 193 km/h möglich und der Spurt von 0 auf 100 in nur 7,9 Sekunden möglich. Die neue, agilere V6-Dieselmotorisierung des Amarok erfüllt die Kundenwünsche nach hoher Durchzugskraft bei niedrigen Drehzahlen. Fahrspaß auf hohem Niveau und Drehzahlen, versteht sich. Noch mehr Power kommt mit der Overboost-Funktion, die je nach Fahrsituation kurzzeitig die Leistung des V6 TDI mit 165 kW um bis zu weitere 15 kW / 20 PS erhöht. Dabei erfüllen alle Leistungsstufen die neueste EU-6-Abgasnorm.

AM0784

Große und kleine Großwildjäger haben es mit dem Amarok leichter, denn dank seiner hohen Sitzposition und guten Übersicht sowie einem hochwertigen Innenraum ist der Pickup eine attraktive Alternative und der Einstieg in den Amarok fällt leicht. Weit aufschwingende Türen sowie – ausstattungsabhängig – Haltegriffe an A- und B-Säulen unterstützen das Entern der Kabine. Und diese bietet ebenfalls allerhand für das geneigte Auge. 14-fach elektrisch verstellbare ergoComfort-Sitze für Fahrer und Beifahrer mit großer Kopf- und Beinfreiheit, eine neu gestaltete Instrumententafel erstrahlt in neuem Design, zahlreiche Ablagen, ein Multifunktion-Lederlenkrad, eine 3D-Darstellung auf dem farbigen Display, optionale Schaltwippen und ein ebenfalls optionales Licht- & Sicht-Paket, das die Wertanmutung und Sportlichkeit des neuen Amarok-Interieurs weiter steigert.

Natürlich fährt hier auch ein Auto der Zukunft. Der Amarok verfügt über alle Connections, die man in der echten Wildnis oder Großstadtwildnis so benötigt. Ausgestattet mit Features wie App Connect oder Guide & Inform lassen sich so beispielsweise Smartphone-Apps über eine USB-Schnittstelle integrieren, um auf deren Inhalte über den Touchscreen des Infotainment-Systems zugreifen zu können. Guide & Inform erweitert das Navigationssystem um online-basierte, hochaktuelle Informationsdienste wie zum Beispiel Online-Verkehrsinformationen. Das Navigationssystem ‚Discover Media‘ erhält zudem serienmäßig digitalen Radio-Empfang DAB+.

AM0797

Wer sich öfter mitteilen muss, braucht nun nicht mehr zu brüllen wie ein Löwe. Mit an Bord bei den Infotainment-Systemen ‚Composition Media‘ oder ‚Discover Media‘ ist ein ‚Digital Voice Enhancement‘. Diese elektrische Sprachverstärkung erleichtert die Kommunikation während der Fahrt und Mitfahrer auf der Rückbank hören den Sprechenden verstärkt über die hinteren Lautsprecher. Auch das von der Rückfahrkamera ‚Rear View‘ unterstützte Einparkassistenz- System ‚Park Pilot‘ macht das Leben und auch das Abenteuer leichter.

Die Preise des neuen Amarok in Deutschland starten für die heckgetriebene Ausstattung Trendline mit Doppelkabine, V6 TDI und 120 kW (EU6, ab 2. Quartal 2017 erhältlich) bei 25.720 Euro netto. Ein kleiner Preis für das große Abenteuer.

AM0806 AM0798 AM0785 AM0782 AM0783

Volkswagen Amarok – Nutztier macht auf Lifestyle

Nach seinem Facelift nimmt der VW Amarok mit seiner Topversion insbesondere SUV-Käufer ins Visier: Im ab September erhältlichen Launchmodell Aventura ist der neue V6-Diesel in seiner kräftigsten Ausbaustufe mit 165 kW/224 PS montiert und mit Allradantrieb kombiniert. Darüber hinaus wird der so mindestens 46.525 Euro teure Pick-up komfortabel ausgestattet. Zum Facelift sechs Jahre nach Markteinführung bekommt der Amarok zudem ab der Basisversion (25.720 Euro) eine Front im Pkw-Stil und einen schickeren Innenraum.

Das Multifunktionsdisplay zwischen den Rundinstrumenten ist beim Launchmodell farbig und hat eine 3D-Anzeige, bedient wird es über das Multifunktions-Lederlenkrad
Das Multifunktionsdisplay zwischen den Rundinstrumenten ist beim Launchmodell farbig und hat eine 3D-Anzeige, bedient wird es über das Multifunktions-Lederlenkrad

Zum Ausstattungsumfang des Amarok Aventura gehören neben Klimaanlage, Bluetooth-Anschluss fürs Telefon und Edelstahl-Pedalerie auch besonders rückenfreundliche, 14-fach verstellbare Komfortledersitze mit Sitzheizung. Das Multifunktionsdisplay zwischen den Rundinstrumenten ist beim Launchmodell farbig und hat eine 3D-Anzeige, bedient wird es über das Multifunktions-Lederlenkrad. Die Achtgang-Automatik kann über Schaltwippen gesteuert werden. Über den Touchscreen des Infotainmentsystems greift man zudem bei Bedarf auf Apps des Smartphones zu.

(Hanne Schweitzer/SP-X)

Toyota Hilux – Von Grund auf neu

Der Toyota Hiux ist so etwas, wie der japanische Volkswagen Amarok. Nun steht die achte Generation bereit für ihren Stapellauf und ist von Grund auf neu konstruiert. Erhältlich ist der Pick-Up in verschiedenen Versionen, die sowohl auf Heck-, wie auch auf Allradantrieb vertrauen. Zudem sind unterschiedliche Karosserie-Varianten erhältlich: So kann man den Toyota Hilux, je nach Bedarf, entweder als Single Cab, Extra Cab oder Double Cab bekommen. Allen voran steht aber die Robustheit, die sich die Japaner für ihr neues Modell auf die Fahne geschrieben haben. Aber ist Toyota nicht ohnehin schon robust und solide? Read more

News: Toyota Hilux – die achte Generation steht bereit.

 Toyota will seine Marktführerschaft bei den Pick Ups mit dem neuen Hilux verteidigen und weiter ausbauen.

23,1 Prozent Marktanteil in Europa. Was für Toyotas PKW-Palette reine Utopie ist, seit Auris, Avensis und Co. nicht mehr an die einst hohen Absatzzahlen ihrer etablierten Vorgänger anknüpfen können, schüttelt der japanische Hersteller im Pick Up – Segment locker aus dem Ärmel.

Denn in seinem Segment ist der Toyota Hilux mit eben diesem Anteil klarer Marktführer. Ziehen wir die Mengenlehre zu Rate und übersetzen das in 34.000 verkaufte Autos im Jahr 2015. Das sollen zukünftig bis zu 40.000 im Jahr werden. Und das trotz einer wachsenden Schar an Mitbewerbern von Mercedes und Renault (beide Allianzpartner entwicklen einen Pick Up auf Basis des Nissan Navara), dem Fiat Fullback auf Basis des Mitsubishi L200 und dem modellgepflegten VW Amarok.

Auch mit feinem Chromschmuck lässt sich der Hilux schmutzig machen.
Auch mit feinem Chromschmuck lässt sich der Hilux schmutzig machen.

Letzterer kommt mit Dreiliter-Diesel als Sechszylinder. Diese Hubraumgröße, obgleich verteilt auf vier Töpfe, gab es bisher auch für einige Hilux-Versionen, daneben einen 2,5 Liter Vierzylinder. Damit ist bei der achten Generation Schluss, sämtliche Hilux-Versionen, egal ob Single Cab mit zwei Sitzplätzen, Extra Cab für vier oder Double Cab für fünf Pasagiere, egal ob eine oder zwei angetriebene Achsen. In Zukunft nagelt stets ein 2,4 Liter großer Vierzylinder-Turbodiesel mit 110 kW/150 PS unter der neuen Haube.

Die spannt sich nun über eine deutlich prägnantere Frontpartie. Der längere Überhang mit dem steilen Kühlergrill verpassen dem Hilux einen deutlich maskulineren Auftritt. Auch das Profil mit den ruhigeren Blechflächen wirkt moderner. Innen zieht ein neues Cockpit mit großen Touchscreen (als Option) ein. Leider aber auch die antiquiert wirkenden Lüftungsdüsen aus dem PKW-Bruder Auris.

Das Cockpit wirkt nun moderner als bisher.
Das Cockpit wirkt nun moderner als bisher.

Egal, ein Nutztier wie der Hilux soll keine Schönheitspreise gewinnen, sondern überall seinen Mann stehen. Nach wie vor baut der Toyota auf einem Leiterrahmen auf, der nun nochmals steifer sein soll. Eine knapp elf Zentimeter breitere Ladefläche und größere Ein- und Ausfederwege für bessere Geländefähigkeit empfehlen den Hilux weiterhin als Fahrzeug für Förster, Bauherren und Hüttenbesitzer. Für die ist auch eine maximal Anhängelast von 3,2 Tonnen eine wichtige Währung.

Aktuell kostet der Vorgänger des neuen Toyota Hilux ab 22.134 Euro für die Einzelkabine mit zwei Sitzplätzen und ebenso vielen angetriebenen Rädern. Der Nachfolger dürfte sich im annähernd gleichen Preisrahmen bewegen, wenn er im Laufe des Jahres zu den deutschen Toyota-Händlern kommt. Genaue Informationen zur Ablösesumme gibt es aktuell noch nicht.

Nissan Navara King Cap – Der robuste Pick-Up

Die zwölfte Modellgeneration von Nissans Klassiker, dem Navara, ist ab Mai auch als King Cab bestellbar. Aber was heißt das eigentlich? Ganz einfach: Die Kabine des Pick-Ups schrumpfte und ist nun nicht mehr als Doppelkabine ausgelegt, sodass die Ladefläche für noch mehr Nutzwert wachsen konnte. Das japanische Nutztier startet bei schlanken 25.000 und kann auf eine längere Tradition zurückblicken. Read more

Nissan Navarra King Cab – Günstiger Einstieg

Nissan erweitert ab sofort das Angebot seines Pick-ups Navara um die Karosserievariante King Cab. Anders als beim bereits im Januar vorgestellten Double Cab öffnen sich die hinteren Türen gegenläufig. So kommt der Pick-up ohne B-Säule aus, der Einstieg wird erleichtert. Die beiden hinteren Einzelsitze sind hochklappbar, um sperrige Gegenstände einfacher im Inneren transportieren zu können.

Die Ladefläche des King- Cab ist 21 Zentimeter länger als die des Double Cab und kommt auf 1,79 Meter. Für den Antrieb sorgt ein 2,3-Liter Diesel mit 118 kW/160 PS, der seine Kraft an die Hinterachse erteilt. Der King Cab 4×2 kostet 25.095 Euro, 5.000 Euro weniger als die allradbetriebene Double Cab-Variante.

(Dirk Schwarz/SP-X)

VW Amarok – Nun auch mit sechs Zylindern

Zum Facelift spendiert VW dem Pick-up Amarok einen Sechszylinder: Der ab September erhältliche V6-Diesel leistet in seiner kräftigsten Ausbaustufe 165 kW/224 PS und hat ein Drehmoment von 550 Newtonmetern, das bereits ab 1.500 Touren anliegt. Der Normverbrauch liegt nach vorläufigen Werten bei 7,6 Liter/100 km. Später werden zwei weitere Leistungsstufen mit 120 kW/163 PS und 150 kW/204 PS erhältlich sein. Preise für den neuen Motor sind noch nicht bekannt, der günstigste Amarok liegt derzeit bei 25.900 Euro brutto (103 kW/140 PS).

Abhängig von der Motorleistung gibt es als klassischer Heckantrieb oder mit Allradantrieb. Der wird beim manuellen Getriebe mit zuschaltbarer Vorderachse realisiert. In der 8-Gang-Automatikversion kommt ein permanentes Allradsystem samt Torsen-Differential zum Einsatz. Mit der neuen, hierzulande serienmäßigen geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung soll sich der Pick-up präzise steuern lassen.

Zum Facelift sechs Jahre nach Markteinführung bekommt der Amarok zudem eine Front im Pkw-Stil und einen schickeren Innenraum. Auch wenn der 5.23 Meter lange Wolfsburger nun auch SUV-Kunden ansprechen soll, gehen die klassischen Pick-up-Tugenden nicht verloren: So passt auf die Ladefläche des viertürigen Amarok beispielsweise immer noch eine Europalette quer und Nutzlasten von über einer Tonne sind je nach Ausstattung möglich. Zudem kann der geliftete Pick-up nun in einigen Varianten bis zu 3,5 Tonnen ziehen.

VW Amarok – Mehr SUV als Arbeitstier

Eine Front im Pkw-Stil, ein schickerer Innenraum und ein V6-Diesel: VW hat den Pick-up Amarok sechs Jahre nach Markteinführung gründlich modernisiert. In den Handel dürfte das geliftete Nutzfahrzeug im Spätsommer kommen.

Am Heck ändert sich weniger
Am Heck ändert sich weniger

Erste nun veröffentlichte Skizzen zeigen eine selbstbewusstere Front, die an die SUV-Modelle Tiguan und Touareg erinnert. Dazu kommt ein komplett überarbeiteter Innenraum mit neuem Instrumententräger. Auch dort dürften die Pkw-Cockpits das Vorbild sein. Denn nicht zuletzt soll der aufgewertete Amarok künftig neben Gewerbetreibenden auch SUV-Fahrer ansprechen. Dabei könnte auch ein neuer V6-Diesel helfen, der die bislang ausschließlich vierzylindrige Motorenpalette ergänzt. Weitere Details zum Amarok will der Hersteller in den kommenden Wochen veröffentlichen.

Der Innenraum wird deutlich aufgewertet
Der Innenraum wird deutlich aufgewertet

Ein Grund für das recht aufwendige Facelift dürfte der wachsende Druck der Konkurrenz sein. Mit Nissan Navara, Ford Ranger und Mitsubishi L200 sind drei starke Wettbewerber gerade in neuer Generation aufgelegt worden. Zudem drängen mit Fiat Fullback sowie den Navara-Ablegern von Mercedes und Renault in Kürze weitere Modelle auf den Markt.

News: Ford Ranger – Für alle Fälle

Ford hat sich den Ranger vorgeknüpft. Der bis zu 5,35 Meter lange Pick-up kostet jetzt mindestens 27.850 Euro, dann allerdings nur mit Heckantrieb. Unter der wuchtigen Haube, deren Design jetzt an die US-Ikone F150 erinnert, werkelt ein Fünfzylinder-Diesel mit 147 kW/200 PS, der schon nach der Papierform eine gute Figur macht. Die Durchzugskraft von 470 Newtonmetern steht dem Riesen gut. Die mögliche Spitze von immerhin 175 km/h ist für die Fans, die für diese Version gut 44.000 Euro ausgeben müssen, eher Nebensache.

Natürlich rollt der Ranger im Normalbetrieb mit Heckantrieb. Sollte der Wunsch aufkommen, mal ins Unwegsame abzubiegen, reicht ein kleiner Dreh am Schalter in der Mittelkonsole. Die Vorderachse kommt ins Spiel, die Elektronik verteilt die Antriebskraft gerecht auf alle vier Räder. Dann allerdings ändert sich das Fahrverhalten abrupt. Bleibt man auf griffigem Untergrund müht sich der Zweitonner nur widerwillig um enge Kurven und beansprucht einen recht üppigen Wendekreis. Die Lehre daraus: Allrad nur, wenn´s schlammig, sandig oder glatt unter den Rädern wird. Denn der Ranger ist ein lupenreiner Geländewagen, den auch Wasserdurchfahrten bis zu 80 Zentimetern Tiefe nicht schocken, der über Böschungen krabbeln kann und der eine Schräglage bis zu 35 Grad akzeptiert.

Unser Ranger hatte eine Doppelkabine -eine von drei Karosserievarianten, es gibt auch eine zweisitzige Version und eine mit schmaler Rückbank. Hier bietet er fast schon PKW-Komfort, auf Wunsch beledert und mit vielen weiteren zeitgemäßen Details. Die Preisliste bietet Internet-Anbindung mit speziellen Ford-Apps, Satellitenradio oder ein neues Navigationssystem mit Sprachsteuerung und jetzt 20,3 Zentimeter großem Monitor. Bestellbar sind auch Abstandsradar, Rückfahrkamera, Einparkhilfe und manches mehr. So soll der Riese auch für Freizeitsportler interessant werden, die auf der 1,55 Meter langen Ladefläche diverse Geräte transportieren können. Auch die Zugkraft von bis zu 3,5 Tonnen spricht für den Ford als Spielgefährten.

Die Bilanz nach einer Tour, die auch mal ins Gelände führte: Der Ranger ist geeignet für Profis und Individualisten mit besonderem Anspruch. Er fährt sich problemlos, solange man sich nicht in verwinkelte Altstädte verirrt oder einen Parkplatz in der City sucht. Der Verbrauch des starken Diesels von im Schnitt zehn Litern auf 100 Kilometer ist erträglich, der Komfort besser als das klobige Äußere vermuten lässt. Kritiker solcher Mobile können dennoch beruhigt sein: Man muss sich schon lange an einen Straßenrand stellen, bis man einen Ranger in freier Wildbahn erspähen wird.

Autor: Peter Maahn/SP-X

News: Nissan Navara – Vom alten Schlag

Pick-ups bilden eine kleine, aber wachsende Nische im Pkw-Markt. Rund 17.000 Einheiten wurden zuletzt in Deutschland zugelassen, fast doppelt so viele wie noch vor vier Jahren. Neuester Vertreter in der Pritschenwagen-Klasse ist der ab sofort erhältliche Nissan Navara. Die Basisversion mit 2+2-sitziger King-Cab-Kabine gibt es inklusive Allradantrieb ab 27.395 Euro, die geräumige Double-Cab-Ausführung startet bei 29.295 Euro.

Für den Antrieb steht ein 2,3-Liter-Dieselmotor mit 120 kW/160 PS oder – als Biturbo – mit 140 kW/190 PS zur Wahl. Die Kraftübertragung läuft über ein Sechsgang-Handschaltgetriebe, für den stärkeren Diesel ist alternativ eine Siebengangautomatik zu haben. Der manuell zuschaltbare Allradantrieb ist wie auch eine Bergfahr-Automatik und ein Sperrdifferenzial am Heck Serie, lediglich das wenig relevante King-Cab-Basismodell (ab 25.095 Euro) muss mit Heckantrieb und ohne die Geländehelfer auskommen.

Hauptzielgruppe im Pick-up-Geschäft sind Gewerbekunden, die das Auto als Arbeitsmittel nutzen. Doch neben Landwirten, Gartenbauern und Montan-Industrie sollen die bulligen Offroader nach Willen der Hersteller zunehmen auch Privatpersonen ansprechen, denen die modernen SUV zu weichgespült sind. Locken will der Navara diese Klientel vor allem mit seinen manierlichen Fahreigenschaften auf Asphalt. Dank einer neuen Hinterachs-Konstruktion mit Schrauben statt Blattfedern liegt der Nissan besser auf der Straße als viele Konkurrenten. Hinzu kommen ein wohnlich gestaltetes Cockpit im Stil des Crossover-Modells X-Trail und eine gut gefüllte Optionsliste mit Notbremsassistent, LED-Licht und Ledersitzen.

Trotzdem bleibt der Navara vor allem eines: nützlich. Der Allrader nimmt bis zu 3.500 Kilogramm an den Haken, erlaubt rund eine Tonne Zuladung und kommt auch in schwerem Gelände weiter als die meisten Allrad-SUV, die er zudem bei den Preisen unterbietet. Nicht zuletzt, weil die Technik aus dem Nutzfahrzeugregal bewährt, aber verglichen mit der von Pkw eher simpel ist. Auch für die Hersteller sind Pick-ups daher ein gutes Geschäft. Entsprechend stark ist die Konkurrenz selbst in der Nische. Neben den Bestsellern Ford Ranger und VW Amarok droht dem Navara daher sogar von zwei Konzernkollegen Konkurrenz. Denn auf gleicher technischer Basis wollen auch die Kooperationspartner Renault und Mercedes ein Pick-up-Modell entwickeln.

News: Pick-ups auf der IAA – Die geheimen Goldesel

In Deutschland sind sie immer noch Exoten, weltweit gesehen aber echte Bestseller: die mittelgroßen Pick-ups. Auch auf der global wichtigen Branchenschau IAA sind sie in diesem Jahr prominent vertreten. Und werden immer zahlreicher.

2016 kommt der neue Toyota Hilux
2016 kommt der neue Toyota Hilux

Auf dem Ford-Stand in Frankfurt präsentiert sich der Deutschland-Bestseller des Segments in neuem Outfit. Der zuletzt etwas zurückhaltend gestaltete Ranger trägt nun stolz einen großen Chrom-Kühlergrill, der an seine amerikanische Verwandtschaft erinnert. Mit diesen übergroßen und mächtig motorisierten „Full-Size“-Modellen haben er und Klassenkameraden wie der VW Amarok allerdings nichts zu tun. Solche mittelgroßen Pick-ups spielen in den USA keine Rolle, sind jedoch in Südamerika, Asien, Afrika und Australien wahre Erfolgsmodelle. 2014 gab es etwa allein in Brasilien rund eine halbe Million Neuzulassungen. In Thailand sind vier von zehn Neuwagen Pick-ups. Und der Toyota Hilux ist in über 40 Ländern der Welt das meistverkaufte Kraftfahrzeug. 2016 kommt die neueste Generation nach Europa.

Entsprechend wichtig sind die Modelle für die Hersteller, auch wenn die deutsche Messekundschaft wohl in der Regel an Neuheiten wie dem gelifteten Ranger, dem neuen Nissan Navara und dem ebenfalls komplett überarbeiteten Mitsubishi L200 vorbei eilen wird. Dabei haben auch die beiden letztgenannten ihre Nutzfahrzeug-Raubeinigkeit längst abgelegt. Dem L200 etwa spendiert Mitsubishi für den deutschen Markt eine serienmäßige Klimaanlage – bei reinen Nutzfahrzeugen sonst eher selten. Und Nissan bietet den Navara sogar künftig mit Einzelradaufhängung an der Hinterachse an. Die ist zwar nicht so robust wie die übliche Starrachse mit Blattfedern, aber deutlich angenehmer zu fahren.

Auch Mercedes will in das Geschäft mit den Pritschenwagen einsteigen
Auch Mercedes will in das Geschäft mit den Pritschenwagen einsteigen

Längst hat sich der Pick-up in Europa – wenn auch auf niedrigem Niveau – als Freizeitfahrzeug etabliert. Und dann darf es auch etwas mehr Ausstattung sein. Und auch die Karosserieversion Doppelkabine hat ihren Siegeszug neben bequemen Gewerbekunden nicht zuletzt den Privatnutzern zu verdanken. Vor der Jahrtausendwende war diese fünfsitzige Ausführung noch eher selten anzutreffen – in der Regel wurden Pick-ups damals mit zwei oder drei Sitzen in einer Einzelkabine ausgeliefert. Auch SUV-Boom dürfte dem Pick-up weiteren Schwung geben. Denn umso mehr weichgespülte Softroader an die Stelle von Geländewagen treten, desto attraktiver werden kernige Alternativen wie die Pritschenwagen.

Ford zeigt auf der IAA den gelifteten Ranger
Ford zeigt auf der IAA den gelifteten Ranger

Für die Hersteller sind Pick-ups Goldesel: Die Technik ist eher einfach und robust, was Entwicklungs- und Produktionskosten niedrig hält. Zudem sind die Modellzyklen deutlich länger als bei normalen Pkw, Generationswechsel gibt es oft erst nach zehn statt nach sechs bis acht Jahren. Dass der Pick-up wirtschaftlich immer interessanter wird, zeigen die Pläne von Mercedes. Die Stuttgarter wollen noch vor 2020 erstmals in ihrer Geschichte ein eigenes Modell auf den Markt bringen, das dann auf dem Navara von Kooperationspartner Nissan basieren soll. Auch Nissans Allianzpartner Renault plant einen entsprechenden Ableger, wie auf der IAA die Studie Alaskan Concept belegt. 2017 könnte das Serienmodell folgen.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Ford Ranger Facelift – Jetzt richtig bullig

Der Pick-up Ford Ranger erhält ein umfangreiches Lifting. Europapremiere feiert der optisch wie technisch aufgefrischte Pritschenwagen auf der IAA in Frankfurt (17. bis 27. September). Die Auslieferungen dürften Ende 2015 oder Anfang 2016 starten.

Optisch wurde der Ranger ungewöhnlich stark modifiziert. Auffälligste Änderung ist der nun trapezförmige Chromkühlergrill mit flankierenden breiten Scheinwerfern. So soll sich der Pick-up äußerlich an seine gerade in Asien vorgestellte geschlossene Geländewagen-Variante anpassen. Nach Deutschland kommt der robuste Allrader aber wohl nicht.

Beim Wildtrak ist der Innenraum hübsch gestaltet
Beim Wildtrak ist der Innenraum hübsch gestaltet

Innen gibt es neue Materialien und ein neues Acht-Zoll-Farbdisplay. Passend dazu wird das Infotainment-System auf den neuesten Stand gebracht, beherrscht nun Sprachsteuerung und Handy-Anbindung. Aufgerüstet präsentiert sich die Liste an Assistenzsystemen, die nun Spurhaltehelfer, Auffahrwarnsystem und eine Rückfahrkamera aufführt.

Wie gehabt wird es den gelifteten Ranger wahlweise mit Hinterrad- oder Allradantrieb geben. Als Motoren stehen zwei 2,2-Liter-Vierzylinderdiesel mit 96 kW/130 PS und 118 kW/160 PS sowie ein 147 kW/200 PS starker 3,2-Liter-Fünfzylinderdiesel zur Wahl. Als Aufbauvarianten gibt es eine Einzelkabine, eine Einzelkabine mit Rückbank und eine Doppelkabine.

Design und Technik wurden stark überarbeitet
Design und Technik wurden stark überarbeitet

Die Preisliste startet bei 27.132 Euro für die Variante mit Hinterradantrieb. Die günstigste Allradausführung kostet 29.631 Euro, das Top-Modell Ranger Wildtrak gibt es ab 49.787 Euro. Zu den Konkurrenten zählen VW Amarok, Mitsubishi L200 und Nissan Navara.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Nissan NP300 Navara – Mehr Komfort für den Pick-up

Nissan präsentiert auf der IAA in Frankfurt (17. bis 27. September) die vierte Generation des Pick-up-Modells Navara. Ende des Jahres dürfte der mittelgroße Pritschenwagen auch hierzulande gegen VW Amarok und Ford Ranger antreten.

Vor allem beim Fahrkomfort soll sich der Navara weiter entwickelt haben. So gibt es bei der vor allem als Freizeitfahrzeug beliebten Version mit Doppelkabine nun eine Einzelradaufhängung an Stelle der hinteren Starrachse mit Blattfedern. Das Karosseriedesign wirkt ein wenig schwungvoller als bisher und passt sich stärker dem der Crossover-Modelle an. Auch innen sollen Pkw-Fahrern weniger Zugeständnisse an Komfort und Ambiente abgerungen werden. Neben besonders ergonomischen Sitzen und Mehrzonen-Klimaanlagen ist nun auch ein Umfeld-Beobachtungssystem für leichtere Rangieren zu haben.

Der Innenraum wurde aufgewertet
Der Innenraum wurde aufgewertet

Aber auch die praktischen Aspekte will der Hersteller nicht vernachlässig haben. So steigt die Anhängelast auf 3,5 Tonnen, die Nutzlast liegt bei einer Tonne. Zusätzlich wächst die Ladefläche: In dem Modell mit Doppelkabine auf 1,58 Meter Länge, in der King-Cab-Ausführung auf 1,79 Meter.

Angetrieben wird der robuste Nissan von einem neuen 2,3-Liter-Dieselmotor, der mit 118 kW/160 PS und als Biturbo mit 140 kW/190 PS zu haben ist. Für die Kraftübertragung stehen ein manuelles Sechsganggetriebe und eine Siebenstufenautomatik zur Wahl. Allradantrieb ist bei allen Motor- und Karosserieversionen die Regel, für Spezialaufgaben gibt es aber auch eine Variante mit Hinterradantrieb.

Den Pick-up gibt es mit Doppel- und großer Einzelkabine
Den Pick-up gibt es mit Doppel- und großer Einzelkabine

Auf dem deutschen Markt trifft der Navara Konkurrenten wie VW Amarok, Ford Ranger oder Mitsubishi L200. Künftig will auch Fiat in den Markt einsteigen. Und auch von anderer Seite droht Konkurrenz: Renault-Nissan-Kooperationspartner Mercedes plant ein eigenes Modell mit Navara-Technik.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Nissan NP300 Navara – Neuer Pick-up auf der IAA

Die vierte Generation des Nissan Navara feiert auf der IAA in Frankfurt (17. bis 27. September) Premiere. Der in Thailand gebaute Pick-up dürfte Ende des Jahres auf den Markt kommen und rund 27.000 Euro kosten. Optisch macht Nissan keine Experimente, gestaltet den bulligen Arbeiter nur eine kleine Spur dynamischer als den Vorgänger. Für den Antrieb dürfte eine überarbeitete Version des 2,5-Liter-Diesels mit bis zu 190 PS sorgen. Für Traktion ist weiterhin ein zuschaltbarer Allradantrieb zuständig. Ebenso erhalten bleibt die robuste Konstruktion mit Leiterrahmen und hinterer Starrachse.

Auf dem deutschen Markt trifft der Navara Konkurrenten wie VW Amarok, Ford Ranger oder Mitsubishi L200. Künftig will auch Fiat in den Markt einsteigen. Und auch von anderer Seite droht Konkurrenz: Renault-Nissan-Kooperationspartner Mercedes plant ein eigenes Modell mit Navara-Technik.

Autor: Holger Holzer/SP-X

Mitsubishi L200 im Men-Stylecheck

PickUp your Style – Der neue Mitsubishi L200 im Men & Women Test!

Fortschritt, Modernität, gar hipper Lifestyle, das sind Wörter, die der Mitsubishi L200 nicht kennt. Er ist ein Worker, ein reines Arbeitstier, das beim Straßenbauamt oder im Wald beim Förster zuhause ist. Zumindest sagen das die Zulassungszahlen. Mitsubishi nennt selbst eine hohe Zahl von 80% Gewerbekunden, die den L200 im harten Einsatz bewegen.

In den USA ist das anders. Dort ist PickUp fahren Kult, ja sogar „cool“ bei den jüngeren Fahrern. In Deutschland bewegen sich in dieser Nische des Fahrzeugmarktes der Ford Ranger und der noch recht junge VW Amarok. Beide mit mächtigen verchromten Überschlagrohren zu bekommen, breite Walzen zu mehr Show als Zweck.

Wir machen in und um Weimar den Lifestyle-Check aus der Sicht eines Mannes und aus der Sicht unserer Lifestyle-Kollegin Katharina. Wie kommt der überarbeitete L200 an?

„Echte Kerle“ lesen hier einfach weiter, „Zarte Damen“ klicken hier zu Katharinas-Stylecheck

Test-L200-Mitsubishi-men - 1 (4)

Der neue L200 ist bereits die fünfte Generation des „Weltautos“ ,wie man intern bei Mitsubishi sagt. Global setzt die japanische Marke mit den drei Diamanten im Logo, die seit der Übernahme in Deutschland durch die Emil Frey Gruppe wieder kräftig wächst, wieder mehr Fahrzeuge ab. Rund 200.000 Einheiten in 150 Ländern sind das aktuelle Absatzziel für den L200.

Noch vor dem Marktstart im September erhält der neue L200 die Auszeichnung „Pick-up of the Year“ in Großbritannien. Eine besondere Auszeichnung, da sie im größten und wettbewerbsintensivsten europäischen Markt des L200 erteilt wurde.

Ich wähle für meinen Ritt raus ins „Outback“ einen L200 im schillernden Lifestyle-Blau. Ein wenig Farbe kommt zwischen schlammbraun und kieselerdegrau gut zur Geltung. Ich fahre den L200 ja nicht als Arbeitstier der Straßenmeisterei. Also Tür auf und in die neuen Sättel geschwungen.

Test-L200-Mitsubishi-men - 1

„Mehr gefühlter PKW“ soll er sein, der neue L200, lernen wir auf der Pressekonferenz. Zumindest die Sitze verdienen das Prädikat absolut. So bequem sitze ich nicht oft, angenehm weich, aber ohne darin zu versinken. Ohne Seitenhalt, aber wir fahren ja auch nicht mit hohen G-Kräften um die Kurven. Der Rest im Cockpit kann seine eher rustikale Abstammung und seinen dafür bestimmten Einsatz nicht verleugnen. Aber das ist ok, dafür ist er gebaut.

Vorne tuckert der neue Vollaluminium 2,4 Liter „Clean Diesel“ mit 154 PS, den es auch in einer stärkeren Variante gibt wie in Katharina’s Einsatzfahrzeug. Der hat aber eine Automatik. Ich möchte nach maskuliner Art und Weise die Gänge des neuen manuellen Sechsgang-Schaltgetriebes lieber einzeln durchziehen. Leichtes Trucker-Feeling, irgendwo zwischen kanadischem Holzfäller und kalifornischem High-School-Boy, der im PickUp zum McDrive fährt.

Das Fahren selbst ist „PKW-ähnlich“, aber doch noch etwas distanziert davon. Sehr weich abgestimmt, eben perfekt fürs Gelände, schaukele ich in hoher Sitzposition über die Straße, bis ich endlich etwas Feldweg erreiche. Lachhaft für den L200 mit seinem „Super Select 4WD II“- Allradsystem. Wenn’s nach ihm geht, könnten wir auch ohne weitere Spezifikation durch die Kalahari fahren, aber heute belasse ich es mal bei dem Feldweg am Rande von Weimar.

So bleibe ich irgendwo im Nirgendwo stehen, an rostigen Bahngleisen, wo ich nicht weiß, kommt hier noch jemand oder ist das das Ende der Zivilisation? Das Seitenfenster runter, die Beine durchgestreckt und eine kühle Dose alkoholfreies Bier geöffnet. Gedanken und Blicke sind frei. So frei, wie man sich auch im großen Innenraum des L200 fühlt, da das Raumangebot gegenüber dem Vorgänger deutlich erhöht wurde.

Ein L200 in der „Privatkäufer“-Konfiguration ist weiterhin ein spezielles Auto. Eines, was etwas kann, was nicht jeder Privatmann braucht. Aber für die Autokäufer, die wirklich etwas Individuelles suchen, individueller als eine andersfarbige Zierleiste am Dach, die Outdoor-Aktivitäten mögen und ein Fahrzeug, das mehr ist wie ein guter Kumpel, mit dem man mit Grill, Steaks und einer Kiste Bier Fass auf der Ladefläche zum Zelten und Grillen fährt, der findet im neuen L200 einen „lässigen“ Begleiter.

 

 

 

Text: Bernd Schweickard | © Foto: Bernd Schweickard