Ein Ableger trumpft auf – VW T-Cross

Jeder neue Tag steckt voll großer und kleiner Herausforderungen. Der heutige beginnt mit der Suche nach einer sogenannten Schnittstelle im neuen VW T-Cross. Wie alle Modelle von Volkswagen zeigt sich auch das jüngste und gleichzeitig kleinste SUV aus Wolfsburg betont smart beim Thema Vernetzung.  Damit der Kommunikation zwischen Fahrer und Auto perfekt funktioniert, ist es zunächst erforderlich, kostenfrei die App Volkswagen Connect auf sein Smartphone zu laden und sich mit dem T-Cross über den VW Data Plug (eine Art Blindstecker) zu verbinden. Das geht dann per Bluetooth, sofern Stecker und Schnittstelle physischen Kontakt haben.

Ab 17 975 Euro – zwar ohne Klimaanlage, aber mit vielen Assistenten

Da das leichter gesagt ist als getan, haben die Entwickler in die App gleich eine Taschenlampe für die Suche nach der erwähnten Schnittstelle mit eingebaut. Das erleichtert die letztendlich dann erfolgreiche Suche nach dem Stecker für die Onboard-Analyse irgendwo tief unter dem Armaturenbrett inmitten von düsterem Hartplastik. Dessen weitreichender Einsatz ist dem Preis des hochbeinigen Polo-SUV mit dominanter Motorhaube und breitem Kühlergrill geschuldet: Wie das Auto, so der Preis: Mit 17 975 Euro als Einstiegshausnummer hochattraktiv. Das sind im Schnitt nur etwa 500 Euro mehr, als man für einen vergleichbar motorisierten und ausgestatteten Polo investieren muss.

Zum Wiedererkennen: Quer über dem Heck spannt sich das Reflektorband mit schwarzer Blende.

Flexibler Innenraum bietet bis zu 1.281 Liter Volumen für das Gepäck

Dabei bietet der T-Cross mit 4,11 Metern über fünf Zentimeter mehr an Länge als der ihm zugrunde gelegte Polo. In der Höhe überragt er ihn sogar um fast 14 Zentimeter. Der Einstieg fällt leichter, der serienmäßig höhenverstellbare Fahrersitz bietet aus sechzig Zentimetern Höhe den bei SUVs so geschätzten Überblick über das Geschehen auf dem Asphalt. Mittels der um 14 Zentimeter verschiebbaren Rücksitzbank vergrößert sich entweder der Fußraum für die Passagiere im Fonds oder das Gepäckabteil von 385 auf 455 Liter. Klappt man die Rückbank um, entsteht eine ebene Ladefläche mit bis zu 1281 Liter Stauvolumen. Für ein kleines SUV ein ordentlicher Wert. Zum Vergleich: Der Golf bietet da nur 1270 Liter.

Auf einen Allradantrieb kann und muss man verzichten

Unter der Haube des in Pamplona in Spanien gebauten T-Cross arbeitet zunächst ein aufgeladener 1,0-Liter Dreizylinder; entweder mit 95 PS und manuellem Fünfganggetriebe oder in der stärkeren Version mit 115 PS und wahlweise manueller Sechsgang-Schaltung, alternativ auch mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Später folgt noch ein Diesel, der bekannte 1,6-Liter-TDI mit manueller Fünfgangschaltung. Für Allrad gibt es in dem kleinen SUV weder Platz noch unterstellten Bedarf.

Eine schonende Fahrweise punktet in der App

Der 115-PS-Benziner mit der Sechsgang-Schaltung geht etwas knurrig zu Werke, wenn er drehen muss. Der Durchschnittsverbrauch von etwas über fünf Litern wird in der  VW Connect App als schonende  Fahrweise quasi lobend bewertet.  Der Beschleunigungswert von 10,2 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von 193 km/h seien für das ausgewogen abgestimmte Mini-SUV ebenso lobend erwähnt.

Wendig und flink zeigt sich der T-Cross in den engen Straßen von Palma.

Preiswerte Vernetzung von Auto und Fahrer

An dieser Stelle gilt es den Einstiegspreis noch einmal zu würdigen, denn die sehr sinnvollen Helfer wie Spurhalte-Assistent, Totwinkel-Warner, Berganfahr- und Auspark-Assistent sowie den proaktiven Insassenschutz bringt der T-Cross ab Werk mit. Die zusätzliche Investition von knapp 40 Euro in den Data Plug dürfte sich als eine der preiswerteren Lösungen zur Vernetzung von Fahrer und Auto lohnen. Die VW App informiert nicht nur über den Zustand des Fahrzeugs, erklärt Warn- und Kontrollmeldungen und schlägt Reaktionen darauf vor, sie drängelt zum notwendigen Reifenwechsel, erstellt ein Fahrtenbuch und sorgt bei Bedarf auch gleich für den Kontakt zum nächsten Servicepartner. Sie lotst den Nutzer per Handy auch zum letzten Standort des Fahrzeugs, sollte der entfallen sein. Das Fahrverhalten wird konstant beobachtet, bewertet und mit Punkten belohnt.  Abhängig davon, wie viele man sich fahrend sammelt, schaltet der digitale Aufpasser dann zur „Belohnung“ zusätzliche Nutzungen frei.

Die großen Radausschnitte betonen die markante Erscheinung des kleinen SUV.

Leider reichte die kurze Testfahrt auf Mallorca noch nicht aus, um beispielsweise den Zugriff auf die hinterlegte Stadtführung durch Barcelona oder Bilbao freizuschalten. Es bleibt also eine Herausforderung für das nächste Mal und etwas, das mit Vernunft fahrende T-Cross-Besitzer sicher ergattern werden….   

Basisversion ist der TSI-Dreizylinder Benziner mit 95 PS und manueller 5-Gang-Schaltung.

Text und Fotos: Solveig Grewe

Innenaufnahme: Hersteller

Mallorca ist nur einmal – Der VW T-Cross aber gern öfter

Wer braucht denn schon Genf, wenn er Mallorca haben kann. 20 Grad, Sonne pur und der neue Volkswagen T-Cross erwartete eine gespannte Meute an Journalisten vergangenes Wochenende. Dieses Jahr wollen es die Wolfsburger nochmals wissen und starten mit ihrem Crossover in das begehrte Segment der Mini-SUVs. Der mit dem Polo eng verwandte T-Cross vermittelt optisch ein wenig Offroad-Romantik, bietet viele Individualisierungsmöglichkeiten und bleibt doch solide auf dem Boden, was die Preise angeht. Perfekte Voraussetzungen also, um die hügelige Landschaft auf Mallorca zu erkunden. Und tatsächlich gab es auch eine kleine Überraschung: Der neue T-Cross kommt nämlich in meiner absoluten Lieblingsfarbe auf den Markt: Türkis. Bei Volkswagen heißt es dann „Makena Türkis“, aber wie sollte es anders sein, die Auswahl war eingeschränkt, sodass für mich erstmal nur der 1.0 TSI-Dreizylinder mit 85 kW / 115 PS und optionalem 7-Gang-DSG in Reflexsilber Metallic blieb. War auch ok, zumal das automatische Antriebssystem in den kurvigen Strassen Mallorcas wirklich Spaß gemacht hat. Doch kaum wurden die Strassen enger, kam stets ein leicht panisches Gefühl auf. Denn der T-Cross wirkt wesentlich größer, als er eigentlich ist. Stets hat man das Gefühl, auf den engen Routen Mallorcas gleich gegen die nächstbeste Mauer zu ratschen, was glücklicherweise nie passierte. Der Grund liegt vor allem im großzügigen Raumgefühl.

Großzügiges Raumgefühl

Mit seinen steilen Dachsäulen und Fensterflächen wirkt der VW T-Cross außen massiver. Im Innenraum sorgt diese Architektur für viel Schulterfreiheit, zu der noch ganze sechs Zentimeter mehr an Sitzhöhe kommen und weitere acht in der Karosseriehöhe. Es ist also reichlich Kopffreiheit vorhanden, auch für die hinteren Fahrgäste. Ein tiefer Fußraum sorgt für eine entspannte Position auch auf langen Reisen. Je nach Bestuhlung kann auch reichlich Gepäck eingeladen werden. Die Rücksitzbank lässt sich um 14 Zentimeter in der Länge verschieben, was das Grundvolumen des Kofferraums von 385 auf 455 Liter steigen lässt. Im Vergleich: beim T-Roc sind es  392 – 445 Liter. Hier ist aber die große Reserveradmulde eingerechnet, die unter dem arretierbaren Ladeboden steckt. Egal, ob Stau oder freie Fahrt: Man sitzt einfach bequem. Die ausreichend großen Sitze im T-Cross Style sind mit schönem Stoff bezogen, gut gepolstert, ohne zu weich zu sein. Der gute Seitenhalt unterstützt den Komforteindruck des Fahrzeugs.

Das Gefühl der Sitzfreiheit sorgt natürlich für Ängste in engsten Strassen, aber dank ausgeklügelter Sicherheitsassistenten kann eigentlich so gut wie nichts passieren. Diese sind so gut, dass es sogar möglich ist, das automatisierte Fahren zu testen und das angeblich nur mit Zuhilfenahme einer halb vollen Flasche. Ich habe das nicht ausprobiert und rate auch allen ab, dies zu tun, aber aus zuverlässiger Quelle wurde das wohl erst kürzlich mit einem Volkswagen ausgetestet. Die halb volle Flasche wird dazu mittig im unteren Bereich des Lenkrades eingeklemmt, sodass sie die üblichen Bewegungen des Fahrers am Lenkrad „nachahmt“. Und schon unterstützen die Fahrassistenten das Fahren, lenken das Fahrzeug stets in die Mitte der Spur, auch in Kurven, und bremsen ab, wenn ein anderes Fahrzeug davor auftaucht. Natürlich war der Fahrer stets bereit einzugreifen, sollte es nötig sein, aber er ist wohl eine gute Strecke so „gefahren“. Wie gesagt, ich rate davon ab, dies auszuprobieren, dennoch zeigt es, wie genau und sicher die heutigen Assistenzsysteme doch schon funktionieren. Auch im T-Cross kam ich in den Genuss, dies auszuprobieren. Man muss im Grunde nur noch lenken, das System tut sein übriges. Sehr entspannend. Bis man etwas zu forsch ins Lenkrad greift, denn dann kann es passieren, dass man sich plötzlich im manuellen Schaltmodus wiederfindet, weil man gegen die doch sehr eng an das Lenkrad verbaute Schaltung gelangt.

Mallorca ist nur einmal im Jahr

Das Wetter tat sein übriges. Auch wenn der Volkswagen T-Cross kein Dachfenster oder gar Panorama-Glasdach hat, reichte es die Fenster herunter zu fahren, um das frühlingshafte Wetter genießen zu können. Ein kleiner Abstecher an den Strand und schon kam Urlaubsfeeling auf, besonders am nächsten Tag, als ich den T-Cross in Makena-Türkis fahren konnte. Welche Farbe lässt sich sonst noch so gut mit Strand und Meer verbinden wie ein sattes Türkis?

Die kurzen Touren über die Mittelmeerinsel machen Spaß, keine Frage, aber ein besonderes Fahrvergnügen stelle ich mir eine Spur dynamischer vor. Der kleine SUV von VW ist genügsam und zeugt von solider Machart. Nach einigen Stunden über Landstraßen und Autobahnen, durch Städte und kleinen Strandabschnitten zeigt mir der Bordcomputer einen durchschnittlichen Verbrauch von 6,9 Litern auf 100 Kilometer. Das ist absolut in Ordnung und bleibt wie die Fahrleistungen im guten Rahmen. Die optionale Fahrprofilauswahl lässt ein bisschen mehr Fahrspaß zu. Vier verschiedene Modi — Eco, Comfort, Sport und Individual — lassen sich anwählen, was das Fahrverhalten des T-Cross ändert, aber nur minimal. Trotzdem besitzt er sehr gute Fahreigenschaften, die im direkten Zusammenhang mit einem gleichermaßen komfortablen wie auch straffen Fahrwerk stehen. Wer ein bisschen mehr will, kann sich neben den drei Motoren auch beim Aussehen des T-Cross austoben. Neben den drei Ausstattungsvarianten T-Cross, Life und Style gibt es 12 Außenlackierungen. Passende Designpakete sorgen im Innenbereich mit farbigen Dekoren und Elementen in den Stoffsitzbezügen für Abwechslung. Wobei auch die regulären Ausführungen der drei lieferbaren Ausstattungslinien mit jeweils eigenständigen Designs schick aussehen.

Mehr ist mehr

Der Crossover von Volkswagen startet mit 95 PS und der manuellen Fünfgang-Schaltung bei 17.975 Euro. Die serienmäßig mit einem Sechsgang-Getriebe ausgestattete Variante mit 115 PS startet bei 19.400 Euro. In der nächsten Ausstattungsvariante Life kostet er 21.500 Euro, als Style werden 23.700 Euro fällig. Das optionale 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gibt es für einen Aufpreis von 1.500 Euro. Noch im Lauf des Jahres wird die Motorenpalette mit einem kräftigen 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS sowie einem 1,6-Liter-Diesel mit 95 PS ergänzt. Für eine jederzeit komfortable und sichere Fahrt stehen modernste Assistenzsysteme zur Verfügung, die sowohl serienmäßig als auch optional zu haben sind. Dazu gehören das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive Fußgängererkennung und City-Notbremsfunktion, der Spurhalteassistent Lane Assist, der Berganfahrassistent, das Proaktive Insassenschutzsystem sowie der Spurwechselassistent Blind Spot Detection und der damit kombinierte Ausparkassistent. Optional erhältlich sind die Assistenzsysteme Müdigkeitserkennung, die automatische Abstandsregelung ACC und der Parklenkassistent Park Assist.

Fazit

Mit der richtigen Musik von Sunshine Radio im Ohr ging es wieder zurück zur Basis. Ein warmes Gefühl von Urlaub im Bauch und ein leichtes Lächeln im Gesicht. Der T-Cross ist ein solides Mini-SUV mit der richtigen Kombination aus Fahrspaß und Entspannung. Er bietet reichlich Platz, gefühlt deutlich mehr als seine Kollegen und auch wenn es das kleine SUV nicht mit Allradantrieb gibt, stört das nicht weiter, ist es doch eigentlich in der Stadt zu Hause. Ob in Makena- Türkis oder im soliden Silber: Dort dürfte er sich schon bald zu einem beliebten Blickfang auf der Strasse entwickeln, der dem einen oder anderen ein Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Text: Simone Amores
Bilder: Simone Amores / Volkswagen

Fahrbericht Volkswagen T-Roc: Crossover mit Identitätskrise

Was bin ich: Dieses ach so lustige Ratespiel, das Mitte der 1950er Jahre im TV startete und erste Ende der 1980er sein Ende fand. Passender könnte es im Falle des Volkswagen T-Roc kaum sein. Diesel-Thematik, Einsparmaßnahmen, Elektrifizierungswelle und der persistente Drang ein Premium-Hersteller sein zu wollen. Kein einfaches Pflaster für den Volkswagen T-Roc. Der SUV oder Crossover – das weiß man ja heutzutage nicht so genau – möchte aus dem etwas biederen Image, das die wahrlich nicht schlechten Modelle Golf, Passat und Co. geschaffen haben, ausbrechen und der Welt zeigen, dass man in Wolfsburg auch richtig hip und cool sein kann. Stellt sich allerdings die Frage: Ist die gewollte Coolness auch wirklich vorhanden?

Design – Same same but different

Irgendwie kommt er einem bekannt vor, der VW T-Roc. Ein bisschen Audi Q2 hier, was vor allem an der C-Säule auffällt, ein wenig Volkswagen-Identität hier und das Ganze garniert mit einem flotte, angesagten SUV-Look. Dazu eine Bi-Color-Optik mit andersfarbigem Dach und fertig ist der nächste MQB-Klon.

Ein „Servus“ nach Ingolstadt: Die Seitenlinie erinnert an den Audi Q2

Nun, ganz so einfach ist die Sache nicht. Natürlich lässt sich über Geschmack streiten, doch kann man zweifelsohne sagen, dass der Volkswagen T-Roc ein hübsches Kerlchen geworden ist. Vorausgesetzt man nimmt etwas Geld in die Hand und lässt die leider bieder wirkende Basis-Ausstattung außen vor. Denn nur wer zum Sport oder Style greift, darf auch das Dach und ein paar Anbauteile in einer Kontrastfarbe wählen – Lifestyle eben. Oder haben Sie schon mal einen günstigen Mini Cooper gesehen?

Glücklicherweise bringen die gehobenen Ausstattungen auch gleich viel fürs Auge mit. Da wäre etwa das Tagfahrlicht: Abgesetzt von den Hauptscheinwerfern übernimmt es bei Bedarf die Funktion des Blinkers und ist in seiner rechteckigen Form  eine gekonnte Abwechslung. Auch, wenn die Blinkmuffel auf unseren Straßen mittlerweile ein unerträgliches Maß angenommen haben. Vielleicht ist das ja auch der Grund dafür, dass sich Audi das Lauflicht hat einfallen lassen? Etwas Neues? Das muss man doch ausprobieren! Aber wir driften vom Thema ab.

Das Heck wirkt zurückhaltend. Bei den Auspuffrohren ist der T-Roc ein Blender

Zurück zum T-Roc: Mit kräftigen Radhäusern, dezenter Kunststoff-Beplankung und angedeutetem Unterfahrschutz vorn wie hinten macht er es sich bequem in der SUV-Schublade. Dabei bleibt der Wolfsburger mit einer Außenlänge von 4,32 m angenehm kompakt und überfordert nicht im Großstadtdschungel. Schließlich werden hier die meisten SUV eingesetzt. Hinzu kommen – je nach Geldbeutel, 16- bis 19-Zoll große Leichtmetallräder, farblich abgesetzte Elemente, wie das Dach oder die Außenspiegel und die stark „AUDI“ schreiende C-Säule. Die MQB-Verwandtschaft zeigt sich in diesem Detail deutlich, was in Anbetracht der hübschen Optik aber kein Makel ist. Am Heck hat die Designer der Mut hingegen verlassen: Auffälligkeiten oder herausragende Elemente sucht man hier vergebens. Einzig die Chromblende, die so tut, als würde sie zwei Auspuffrohre einrahmen, ist ein Blender.

Innenraum – Klopf, klopf!

Der Volkswagen T-Roc möchte also ein Lifestyler sein, wie es so schön heißt. Eine junge, urbane Klientel soll mit dem SUV angesprochen werden, der ein Tiguan zu groß ist, die aber den Gelände-Look schätzt. Diese Kundschaft vermag jedoch zu wissen, was Premium ist und hier kommt der Neuling etwas ins Straucheln.

Viel Hartplastik, aber hübsch verpackt: Das Interieur des Volkswagen T-Roc

Der Grifftest bringt schließlich zu Tage, dass sich im Interieur fast ausschließlich Hartplastik befindet. Der obere Teil des Armaturenbretts? Hart. Die Mittelkonsole? Hart. Die Türverkleidungen? Hart. Das wird manch einer monieren und den Premium-Preis des Wolfsburgers entgegenhalten. Andererseits muss man sich aber auch fragen, wie oft man den oberen Teil des Armaturenbretts wirklich berührt. Wenn man ehrlich ist… nie! Dafür bekam der T-Roc großflächige Blenden spendiert, die man nach Lust und Laune in verschiedenen Farben – passend zum Außenlack – kolorieren lassen kann. Schade nur, dass das Finish zumeist matt ausfällt und nicht in Hochglanz ausgeführt ist.

Und sonst? Nichts zu meckern! Die bisherigen Nörgeleien sind ohnehin so hochgestochen, dass sie wenig ins Gewicht fallen. Schließlich steht hier ein richtig gutes Auto. Die Bedienbarkeit? Bestens! Das Infotainment mit 8-Zoll-Display verzichtet angenehmerweise nicht auf seine Drehregler und ist in kürzester Zeit verstanden. Außerdem ist es angenehm hoch angebracht. Und noch etwas bringt der VW T-Roc mit: Digitale Instrumente, die sich frei konfigurieren lassen. Das macht Laune und passt zum Styler-Charakter des Niedersachsen.

Ohne Fehl und Tadel: Die Bedienung des 8-Zoll-Infotainments gelingt kinderleicht

Selbst beim Platz muss der T-Roc, trotz seiner 25 Minder-Zentimeter zum Tiguan, kaum federn lassen. Vorn sitzt es sich bestens und alle notwenigen Elemente lassen sich großzügig justieren. Sind die Passagiere in Reihe eins zudem keine Riesen, lässt es sich auch in Reihe zwei gut aushalten. Zumal man – natürlich optional – auf hübschen, mehrfarbigen Polstern platznimmt. Der Kofferraum passt ebenfalls zum Format und zum Lifestyle-Cluster: Je nachdem, ob man eine Variante mit oder ohne Allradantrieb 4Motion bestellt, beläuft sich das Basisvolumen auf 392 bis 445 Liter. Umgeklappt bietet der Wolfsburger bis zu 1.290 Liter bei dachhoher Beladung. Das sind keine Fabelwerte, gehen aber in Ordnung.

Fahrgefühl – Ein echter Volkswagen

Es war zu erwarten: Der Volkswagen T-Roc fährt sich bestens und tendiert in keinerlei Extrem. Weder gibt er sich über-sportlich, noch sofa-weich. Der Crossover ist einer, der beim Fahren viel Talente miteinander verbindet. Sogar die Motorenwahl ist so aufgestellt, dass man sich niemals so vorkommt, als hätte man auf irgendetwas verzichten müssen. So bietet das Einstiegsaggregat zwar nur drei Zylinder und 999 ccm Hubraum, doch ist das Output von 115 PS durchaus passabel. Zumal die Fahrleistungen mit 10,1 Sekunden für den Spurt auf 100 km/h und 187 km/h Topspeed absolut ausreichend sind.

Mehr Spaß bringt dennoch der 2.0 TDI mit seinen 150 PS. Zwar wird aus dem – bei diesem Motor stets serienmäßig allradgetriebenen – T-Roc kein Racer, doch bringt das Drehmoment von 340 Nm gute Laune. Leider schaltet das 7-Gang-DSG etwas verhalten und reagiert müde auf spontane Gasbefehle. Auch im Stop-And-Go-Verkehr neigt es dann und wann dazu, sich zu verschlucken. Die Empfehlung geht also zur 6-Gang-Handschaltung.

Der 2.0 TDI ist kräftig und sparsam. Mehr Spaß macht aber klar der 2.0 TSI mit 190 PS

Wenn man aber unbedingt auf das Selbstschalten verzichten mag, dann sollte man sich auch gleich den Top-Motor, den 2.0 TSI mit 190 PS gönnen. Der Vortrieb passt erst hier so richtig zur dynamischen Optik und lässt sich auch auf dem Datenblatt gut lesen. Nach 7,2 Sekunden liegen 100 km/h an und ein Ende ist erst bei 216 Sachen angesagt. Durchaus sportlich.

Und so lässt sich der VW T-Roc auch gerne von links nach rechts scheuchen, gefällt mit seiner zielgenauen Lenkung und dem fein ansprechenden Fahrwerkt. Grundsätzlich dynamisch ausgeprägt, lässt es nie auch nur die Idee aufkommen, unkomfortabel zu sein. Criusen mit mäßiger Geschwindigkeit? Easy! Und das sogar ohne verstellbare Dämpfer, Chapeau!

Fazit – Der VW T-Roc und die werten Mitstreiter

Erwachsener Auftritt eines Lifestylers. Aber hat er das Zeug zum Kassenschlager?

Die Wolfsburger wollen mit dem VW-Troc ein junges Publikum ansprechen, indem sie ihm ein hippes Äußeres verpassen, ohne jedoch auf ein Markengesicht zu verzichten. Angesichts der Preise, die bei 20.390 Euro starten und erst bei nahezu dem Doppelten enden (mit Vollausstattung), kann man das ein wenig in Frage stellen. Modern ist er ja, bietet eine ganze Armada an Assistenten (größtenteils gegen Aufpreis) und lässt sich nett ansehen. Aber ist er auch stark genug, um es mit der Konkurrenz aus den eigenen Reihen aufzunehmen? Der Audi Q2 ist längst zum Standard im Straßenbild geworden und der Seat Arona ist – weiß Gott – auch nicht von schlechten Eltern. Und so steckt der Volkswagen T-Roc vielleicht nicht in einer Identitätskrise, dürfte es aber auch nicht unbedingt leicht haben.

 

I´ll be back! Der VR6 lebt im Volkswagen Arteon R

Es könnte so viele schöne Wortspiele zum Thema geben. „I´ll be back“, „Nummer 6 lebt”, “Totgesagte leben länger” und was weiß ich. Schwamm drüber, denn wie es scheint, passen sie alle: Der VR6-Motor – eine Legende im VAG-Geflecht – scheint allen Unkenrufen zum Trotz wieder da zu sein. Manche liebten ihn, manche hassten ihn, sagten ihm Sauf-Attribute zu, doch der Drang der Unvernunft siegte: Im Volkswagn Arteon R soll der verblichene VR6-Motor zum turbogeladenen Muskelprotz werden. Wäre ja auch zu schade um die dynamische Form, wenn das Wolfsburger Flaggschiff nicht auch einen adäquaten Antrieb bekäme.

Der legendäre VR6 für das Topmodell

Die Kollegen vom britischen „Drivetribe“ wollen es von ihren gaskranken Freunden von „Car Throttle“ wissen: Der Volkswagen Arteon soll als R kommen und einen aufgeladenen VR6-Motor unter seiner profilierten Haube tragen. All we know: He´s called… äh, nein, das war etwas anderes.

Bereits jetzt wirkt der Volkswagen Arteon dynamisch. Kann der VR6 Turbo auch die passenden Fahrleistungen bieten?

Wie der VW Arteon Produkt Manager Martin Haube bestätigt, soll die Kraft des Limousinen-Coupés in der R-Variante aus einem Sechszylinder-Motor in VR-Anordnung stammen. Der besonders kleine Winkel des V6 macht ihn dabei nahezu zu einem Reihen-Motor und ist für den unnachahmlichen Klang verantwortlich. Die Fangemeinde weiß, was gemeint ist.

Der Audi A7 des kleinen Mannes?

Zunächst, nachdem der VR6 aus dem Golf R und anderen Modellen verbannt wurde, glaubte man an das finale Ende des nahezu historischen Antriebs. Zu dominant waren (und sind) die Elektrifizierungswelle und das Downsizing mitsamt Turbo- und Kompressor-Doping, als dass man einen trinkreudigen Hubraumriesen im Portfolio hätte behalten können. 3,6 Liter Hubraum in der letzten Ausbaustufe und eine Leistungsausbeute von rund 300 PS, die sich linear entfalteten, waren einfach nicht mehr en vogue genug. Aktuell ist das letzte frei atmende Pendant noch im VW Atlas zu finden, der für den chinesischen Markt vorgesehen ist.

Zum Glück – für alle PS-Liebhaber – besann sich Volkswagen: Der verschriene VR6 wird anscheinend in den Motorraum des Volkswagen Arteon R verpflanzt, allerdings nicht ohne ein paar entscheidende Modifikationen spendiert zu bekommen. Wie Car Throttle wissen will, soll das Aggregat kein reiner Sauger sein, sondern dank Turboaufladung auf 400+ PS kommen. Die Kraftübertragung soll ein DSG-Getriebe besorgen und die Power an alle Viere schicken. Damit dürfte Vortrieb in nahezu jeder Lebenslage garantiert sein.

Seine eigene Interpretation eines Volkswagen Arteon R zeigt Veredler „Abt“

Ob der Arteon damit aber tatsächlich zum Audi RS7 des kleinen Mannes wird, ist fraglich. Immerhin ist das aktuelle Topmodell, der Volkswagen Arteon 2.0 TSI 4Motion, schon nicht günstig und kostet mehr als 50.000 Euro. Können der Klang und der Turboschub des neuen Volkswagen Arteon R dies vergessen lassen? Oder werden wir Zeugen des letzten Aufbäumens eines Relikts aus der „guten, alten Zeit“?

Quelle: Drivetribe
Fotos: Jens Stratmann

Weltpremiere am Comer See: Der neue VW T-Roc !

Der T-Roc für die nächste SUV Attacke

Innerhalb den nächsten Jahren sollen insgesamt 19 SUVs auf dieser Welt die beiden Buchstaben im Markenlogo präsentieren, die aus Wolfsburg kommen. Nach dem Tiguan, Tiguan Allspace (Tiguan mit verlängertem Radstand) sowie Atlas/Teramont schicken die Wolfsburger nun den T-Roc um die Welt. Nach dem nicht nur hier zu Lande das SUV und Crossover Segment bis auf ein Drittel Marktanteil boomt, verspricht sich VW einen großen Anteil des Kuchens für sich zu beanspruchen. Den schmalen Kühlergrill von seinen großen Brüdern übernommen, zeigt sich der T-Roc mit weit nach unten gezogener Motorhaube, eingepassten aggressiven Scheinwerfern, die nach dem vorderen Radkasten mit einer Sicke starten. Seine Außenmaße mit einer Gesamtlänge von 4.234 mm, einer Breite von 1.819 mm und einer Höhe von 1.573 mm lassen den kleinsten SUV, der im portugiesischen Werk Setúbal (bei Lissabon) produziert werden soll, im Kompakt SUV Segment ganz groß erscheinen. Unterstützung fanden die Ingenieure im bereits im Konzern bekannten Modularen Querbaukasten (MQB), der unter anderem im neuen Polo seine Anwendung findet. Sind die äußeren Proportionen nicht groß geraten, lassen seine „inneren Werte“ aufhorchen. Ganze 445 Liter Gepäck nimmt der vollbestuhlte Klein-SUV auf. Um der digitalen Welt gerecht zu werden, wird der T-Roc serienmäßig mit einem 6,5-Zoll Touchscreen ausgestattet. Optional kommen außerdem ein glasüberbautes 8,0-Zoll Display zum Einsatz, das außer dem Infotainmentsystem auch dem Navigationssystem Platz zur Darbietung lässt. Die im Trend liegenden und im Konzern genutzten Fahrerassistenzsysteme halten im T-Roc ebenfalls Einzug. Das Gesamtpaket des Neuen aus Wolfsburg soll in der 20.000-Euro-Klasse platziert werden.

VW T-Roc – kleiner SUV, ganz groß.

Volkswagen T-Roc, digitalisierter SUV ?

Cernobbio (Italien), Villa Erba, rund 50 Kilometer vom Flughafen Malpensa Mailand am schönen Comer See gelegen. Volkswagen präsentiert seinen neuen Kompakt SUV rund dreihundertfünfzig geladenen Medienvertretern. Spannend für die Verantwortlichen, denn es ist auch für Volkswagen ein Neueinstieg in für sie neues Terrain. Zielgruppen- Ansprache ist nicht, wie üblich bei SUVs, nur der erfahrene Fahrer. Mit dem T-Roc sollen gleichermaßen auch die jungen und unerfahrenen Fahrer begeistert werden. Dazu gehören ein Maß von Funktionalität, Sportlichkeit und peppigem Design, das der T-Roc auf den Laufsteg der Eventlocation der Villa Erba vertreten muss. Der erste Eindruck bringt genau diese Themen rüber. Zusätzlich vertritt der kleine SUV die Philosophie der Digitalisierung aus dem Hause Volkswagen. Der T-Roc wird generell optional mit der von VW neuen Generation des „Active Info Display“ bestellbar sein. Dahinter verbergen sich ein 8,0-Zoll Touch Screen in der Mitte des Armaturenbretts sowie die volldigitale Instrumententafel hinter dem Lenkrad. Seinen Verkaufsstart wird der kleine VW nach der IAA in Frankfurt dieses Jahr ankündigen. Die dynamischen Tests beginnen zeitnah bereits im September. Der verbindliche Einstiegspreis bleibt weiterhin noch offen, soll aber im 20.000 Euro Bereich liegen. Durch die versprochene Digitalisierung und den Einsatz von Fahrerassistenzsystemen vermuten wir Endpreise jenseits der 30.000 Euro Marke.

Gehört in die 20.000-Euro-Klasse.

Volkswagen im SUV-Fieber.

Wolfsburg hält auch mit dem T-Roc am Diesel fest

Mit drei Benzinern (1.0 TSI, 1.5 TSI und 2.0 TSI) und zwei Diesel Aggregaten mit 3 Leistungsstufen (1.6 TSI und 2.0 TSI) kommt der neue T-Roc recht aufgeräumt daher. Alle Motoren erfüllen die neuesten Abgasemissionen und sind serienmäßig mit einem Start-Stopp-System ausgestattet. Dass die „Spritschraube“ nach unten gedreht wird, ist ein Grundversprechen des deutschen Konzern. In Kombination kommen sowohl ein 6-Gang-Schaltgetriebe als auch ein 7-Stufen-DSG-Getriebe zum Einsatz. Bei den Dieselaggregaten wird Volkswagen mit den eingesetzten SCR-Katalysatoren Nachhaltigkeit demonstrieren. Wer seine Fahrkünste im Gelände auch mit einem Frontantrieb bewältigen will, kann dies bei den Benzinern mit einem 1.0 TDI und 1.5 TDI oder bei den Diesel Motoren mit einem 1.6 TDI und 2.0 TDI unter Beweis stellen. Seine Top Motorisierung stellt der T-Roc mit einem 2.0 TDI Diesel bei einer Nennleistung von 140 kW (190 PS) und 400 Newtonmeter zur Verfügung.

T-Roc mit Benzin- und Diesel Aggregaten.

Fazit: Ob der neue T-Roc wie seine SUV Kollegen aus dem Hause Volkswagen ein Verkaufsschlager wird, kann er ab Ende des Jahres unter Beweis stellen. Seine Eckdaten und Aussehen sind jedoch vielversprechend.

Text: Stefan Beckmann

Bild: Stefan Beckmann, Studio-AUTOmativ.de (Danke Benne) und Hersteller (Volkswagen AG)

Wie geht das? Über die „Nervennetzwerke moderner Fahrzeuge“

Wolfsburger Neurologen für Kabel, Stecker und Kontakte

Über die Nervenbahnen des modernen Automobils

Thomas Schmidt dreht die Startkurbel an seinem Oldtimer. Langsam erwacht der Motor mit mechanischem Rumpeln zum Leben. Schmidt ist leidenschaftlicher Automobilist. Mit seinem Klassiker aus den 1920er Jahren fährt er jedes Wochenende. Schmidt nennt das „artgerechte Haltung“: „Der Reiz liegt für mich in den alt hergebrachten und bewährten Technologien. Auch das Fahren mit Zwischengas und ohne elektronische Helfer, wie zum Beispiel eine Servolenkung, hat etwas Nostalgisches“, schwärmt er von seinem Hobby. Doch im Alltag möchte Thomas Schmidt dann doch nicht mehr auf moderne Annehmlichkeiten verzichten, die seine langen Dienstfahrten quer durch Deutschland so entspannt machen. Schon vor Fahrtantritt werden 90 Jahre Entwicklungsarbeit im Automobilbau deutlich.

So genügt heute – KESSY sei Dank – ein Knopfdruck, um einen modernen Volkswagen zum Leben zu erwecken. Wenn der Wagen mit dem optionalen „Keyless Entry and Start System“ ausgerüstet ist, entfällt die lästige Suche nach dem Autoschlüssel.

Starten per Knopfdruck: KESSY macht‘s möglich.

Tritt der Fahrer an das Fahrzeug und greift nach dem Türgriff, sucht eine der bis zu drei Außenantennen das Funksignal des passenden Schlüssels. Erst nach dem erfolgreichen und blitzschnellen Dialog der Systeme werden Türen und Kofferraumklappe entriegelt. Sobald der Fahrer dann hinter dem Lenkrad Platz genommen hat und den „Start-Engine“-Knopf gedrückt hat, beginnen maximal drei Innenraum-Antennen ihre Arbeit: Sie senden Funksignale an den Schlüssel. Wenn der dann seine positive Antwort geschickt hat, wird das Nervensystem des Volkswagen zum Leben erweckt. Dieser Prozess kann in Zukunft noch deutlich komfortabler gestaltet werden: Dann kann der Kunde seinen Volkswagen per Smartphone öffnen und starten. „Vor 90 Jahren dachte noch niemand an solche Innovationen“, schmunzelt Thomas Schmidt, während er die Tür zuzieht und mit seinem Passat vom Hof rollt.

„Meterware“ für Milliarden von Varianten

Steuergeräte und Verteilungssysteme gelten als Hirn- und Nervensystem des modernen Automobils. Sie sind die Schaltzentralen und verwalten die verfügbare Energiemenge. Sie steuern den Stromkreislauf, der im Fahrzeug für jede Funktion benötigt wird.

Aus der Sicht eines klassischen Automobils aus den 1920ern gehören solche technischen Errungenschaften in den Bereich der Science Fiction. Aber ähnlich wie bei den einzigartigen Fahrzeugaufbauten der „Carrossiers“ von vor 90 Jahren ist heutzutage wahrscheinlich jedes Automobil aufgrund der Vielfalt der elektrischen Funktionen für Sicherheit, Komfort und Unterhaltung ebenfalls ein Unikat – insbesondere beim Kabelstrang.

Kein Kabel zu viel und kein Kabel zu wenig: Jeder Leitungsstrang ist ein Unikat.

Volkswagen stellt die Leitungsstränge kundenspezifisch her. Dabei werden für sämtliche Wünsche individuelle Leitungen gelegt und miteinander verbunden. Kein Kabel zu viel und kein Kabel zu wenig. Aus den Kennzahlen aller verwendeten Kabel, Stecker und Kontakte entsteht dann ein Code. Er repräsentiert den einmaligen Leitungsstrang und ein ebenso einmaliges Fahrzeug. Dabei gibt es Milliarden von Varianten – eine für jeden Polo, Golf oder Passat. Diese unglaublich hohe Anzahl ist allerdings nur aufgrund eines ausgeklügelten Entwicklungs- und Steuerungssystems beherrschbar.

Leidenschaftliche Ingenieure wie Melanie Sohnemann und Andreas Boy sind im Bereich der technischen Entwicklung für Leitungsnetze und entsprechenden Komponenten verantwortlich. Statt „Kabel“ sprechen die Spezialisten von „Meterware“.

Meterweise Meterware: Heike Baranek aus dem Versuchsbau braucht aber nicht ganz so viel.

In einem Golf 1 wurden 1980 insgesamt 191 Leitungen mit einer Gesamtlänge von 214 Metern verbaut. Im aktuellen Golf sind es fast 1.000 verschiedene Leitungen. Inzwischen wird aber eher in Kilometern gemessen: Die Länge des Kabelnetzes eines durchschnittlich ausgestatteten Golf beträgt fast 1,6 Kilometer.

Da fehlt doch was? Ein aktueller Golf mit durchschnittlicher Ausstattung benötigt fast 1,6 Kilometer Kabel.

1980 gab es in Deutschland für den Golf – je nach Ausstattung – rund 460 verschiedene Leitungssätze. Heute wird nach der Bestellung eines Polo, Tiguan oder Touran der spezifische Kabelstrang produziert und direkt an die Fertigungslinie geliefert. Allein für den Golf sind – theoretisch – 425 Milliarden Varianten möglich. Und auf speziellen Wunsch und für die speziellen Bedürfnisse eines Kunden könnte eine dieser Varianten dann auch gebaut werden. Vielleicht nur dieses einzige Mal in der gesamten Modellgeschichte?

Leben mit dem Widerspruch: Weniger Gewicht, aber mehr Innovationen

Bis vor wenigen Jahren nahm das Gewicht der verbauten Leitungen stets zu. Inzwischen sorgen nachhaltige Materialien für leichtere Fahrzeuge und damit für niedrigeren Verbrauch.

In Zeiten des technischen Wandels und vor dem Hintergrund Emissionen einzusparen, sind Leichtbau und Kraftstoffersparnis unabdingbar. Solche Gedanken spielten zur Geburtsstunde von Thomas Schmidts Oldtimer nur eine untergeordnete Rolle, kam es doch bei damaligen Automobilen primär auf Eleganz und Schönheit an. Melanie Sohnemann, technische Entwicklerin in der Abteilung Bordnetze und Komponenten, unterstreicht: „Wir wollen natürlich mit jedem neuen Modell mehr Innovationen zeigen. Dabei sehen wir immer noch unwahrscheinlich viel Potential, das Gewicht kontinuierlich weiter zu reduzieren.“

Frisch von der Rolle: Dr. Thomas Hänsel und Melanie Sohnemann suchen nach dem optimalen Kabel.

Beispielsweise wurde der Querschnitt der Signalleitungen in aktuellen Testfahrzeugen von 0,35 (Kupfer) auf 0,13 (Kupfer-Zinn) Quadratmillimeter verkleinert. Dazu kam eine neuartige Kupfer-Zinn-Legierung. Insgesamt brachten diese Maßnahmen eine Einsparung von rund einem halben Kilo.

Einfach geht anders: Immer weniger Kabel für immer mehr Funktionen.

Zum Vergleich: Eine Signalleitung besteht aus sieben Drähten, plus Isolation. Sie ist einen Millimeter dick. Das ist ungefähr so viel wie ein Bündel von 14 menschlichen Haaren. Sohnemann ergänzt: „Wir fragen uns täglich: Welches Material kann ich an welcher Stelle einsetzen, um weitere Gramm zu sparen?“

Draußen: Minus 40 Grad und drinnen 200 Grad plus

Umfangreiche Tests, drinnen im Klimalabor und draußen auf den Straßen, in heißen und kalten Ländern, gehören zum Alltag. Produktionsbedingt gibt es zwar eine Trennung zwischen dem Kabelbaum im Motorraum und dem für den Innenraum. Nicht jedes Kabel muss also Temperaturen von weit über 200 Grad Celsius in der Nähe des Zylinderkopfes aushalten. Aber alle Kontakte müssen ihre Signale korrekt übermitteln, sowohl in der Hitze der Wüste, als auch im arktischen Winter. Allein diese Anforderung führt, je nach Einsatzort am Fahrzeug, zu verzinnten, versilberten oder auch vergoldeten Bauteilen. Der größte Feind der Entwickler ist jedoch das Wasser. Als ultimativer Extremtest wird ein Eimer Wasser in den Fußraum gekippt, um den Schneematsch des kanadischen Winters an den Schuhen der Insassen zu simulieren.

Neben der permanent angestrebten Gewichts- und Kostenreduzierung ist auch der Raum für den Einbau der Kabel begrenzt.

Perfektion auf engstem Raum: Golf sieben und sein Kabelbaum.

Autonomes Fahren bringt neue Herausforderungen

Im Extremfall muss sogar das Design eines neuen Modells der Funktion der vor Ort notwendigen Kabel folgen. Die Experten nennen dies „form follows function“. Vor mehr als 90 Jahren war das teilweise umgekehrt. Zugegeben: bei Klassikern wie dem von Thomas Schmidt ist noch genug Platz unter dem Blech, da beim Bau seines Autos nicht den Sicherheitsvorschriften der heutigen Zeit mit diversen elektronischen Helfern wie ABS oder ESP gefolgt werden musste. Zurück in die Gegenwart: Auch das autonome Fahren wirft bei den „Bordnetzern“, wie sie sich selbst mit einem Augenzwinkern nennen, seine Schatten voraus. Andreas Boy, aus dem Bereich der Bordnetzverlegung, berichtet: „Die Fertigung und Verlegung der Kabelstränge muss hohen Ansprüchen genügen. Zu diesem Anspruch kommt dann bei den selbstfahrenden Autos noch ein Aspekt dazu: Doppelt vorhandene Systeme würden eine deutlich höhere Zuverlässigkeit bieten, zur Sicherheit der Menschen, innerhalb und außerhalb des Fahrzeuges. Wir werden also in Zukunft auf engstem Raum noch mal deutlich mehr Leitungen als heute schon unterbringen müssen.“

Lampen, Schalter, Knöpfe: Andreas Boy (links) und Andreas Thiele am Prüfstand für Steuergeräte.

Auch in Zukunft spielt er eine Hauptrolle: Der Strom im Fahrzeug

Das autonome Fahren beweist: Die Träume von gestern sind die Realität von morgen. Dafür müssen jedoch zahlreiche Energien gebündelt werden – die persönlichen wie die elektrischen. Denn speziell das vernetzte Automobil muss vorher „ordentlich verdrahtet“ werden. Thomas Schmidt ist dabei mit seinem Passat up to date. Aber bei den Ausfahrten mit seinem Oldtimer genießt er das Erlebnis der historischen Technik. Sie stammt aus der Zeit des amerikanischen Visionärs und Strompioniers, Thomas Alva Edison (1847 -1931). Ihm gelang es im neunzehnten Jahrhundert, den Alltag mit Hilfe der Elektrizität grundlegend neu zu gestalten: Strom treibt uns an, er überwacht und schützt, rettet und reguliert.

Gestern, heute und in Zukunft: Kabel und Leitungen werden auch im nächsten Golf eine Hauptrolle spielen.

Seine Energie wird genutzt, um den menschlichen Herzschlag zu steuern, genau wie den Antrieb der Automobile. Er erweckt die Funktionen zum Leben. Nichts bewegt sich ohne Strom und die passenden Leitungsstränge, die ihm, wie ein Verkehrsnetz, den Weg ebnen, um auch in den Fahrzeugen von morgen eine Hauptrolle zu spielen.

 

Anzeige: Mit ZF auf der Straße zur „Vision Zero“

Im Driving Camp Pachfurth bei Wien konnten Bjoern, Jan von Ausfahrt TV und Jens von rad-ab.com einmal sehen, woran ZF gerade arbeitet. Der Friedrichshafener Automobilzulieferer hat Pressevertreter aus der ganzen Welt eingeladen um an seiner Vision teilzuhaben: „On the road to Vision Zero“. Dieser Leitspruch steht für null Unfälle und null Emissionen – und das bis Zum Jahr 2025. Dabei hat sich Bjoern auf die Experten von ZF Friedrichshafen gestürzt, um ihnen ihr Wissen zu entlocken, während Jens die Technik beim Fahren erleben durfte. Und Jan? Der musste moderieren.

On the Road to Vision Zero

ZF Friedrichshafen hat bei seinem Weg zur „Vision Zero“ sogar ein eigenes Auto entwickelt. Was zunächst aussieht wie ein handelsüblicher Volkswagen Touran, verhüllt bestens, dass unter dem Blech eigententwickelte Technik steckt. So verfügt der Technologieträger über eine aktive Vorder- und Hinterachslenkung, über einen Elektroantrieb und Assistenzsysteme noch und „nöcher“. Dabei hat Jens die Möglichkeit das Vision Zero Vehicle auszuprobieren.

Los geht es mit der Imitation eines Falschfahrers. Jens kann es nicht lassen: Schilder warnen zwar mit „STOPP, FALSCH! Einfahrt verboten!“, aber er muss einfach mit Vollgas in die falsche Richtung brettern. Doch das Auto, das mit einem riesigen Touchscreen à la Tesla, ausgestattet ist, bremst selbsttätig herunter und hält an. Und das, obwohl Jens voll auf dem Gas steht. So geht es nur noch rückwärts heraus – ein echter Sicherheitsgewinnt. Bei Bedarf lässt sich das System aber auch ausschalten. Ein weiterer Test: Bodenschwellen. Nähert man sich fiesen Verwerfungen, erkennt das Vision Zero Vehicle diese und strafft die Gurte, und verhindert damit, dass man das Lenkrad verreißt.

Wenn man nicht ganz bei der Sache ist

Eine weitere große Gefahr beim Fahren ist ein abgelenkter Fahrer. Jens kann das bestens simulieren und schaut für längere Zeit auf das große Infotainment. Das Fahrzeug erkennt dies, gleichzeitig aber auch, dass eine Kurve vorausliegt. Also passt es die Geschwindigkeit automatisch an, obwohl Jens mal wieder Vollgas gibt. Das Vision Zero Vehicle wird langsamer, lenkt optimal ein und beschleunigt am Ende der Kurve wieder. Und Jens? Der ist schon wieder beim nächsten Highlight: Den integrierten Kindersitzen. Zwar keine Neuheit, doch wurden diese um eine sehr sinnvolle Erfindung ergänzt – ein höhenverstellbares Gurtschloss. Oftmals ist es, gerade bei sperrigen Kindersitzen, zu tief angebracht. Doch hier reicht ein kurzes Einknicken des Sitzes und das Schloss fährt automatisch hoch.

Das Heck lenkt mit: Die ZF Hinterachslenkung

Eines der Highlight für Bjoern, das ZF Friedrichshafen entwickelt hat, ist die aktive Hinterachslenkung. Als bekennender Pick-Up-Fan freut er sich besonders über dieses Gimmick. So schlagen die Hinterräder des 5,80 m langen Ford F150 um bis zu 12 Grad ein. Das sieht zunächst so aus, als wäre die Hinterachse gebrochen, erhöht die Agilität des Goliaths aber immens. Als Test-Fahrer durfte Jens ans Steuer und einen Parcours absolvieren: Hier verhielt sich der riesige Ford 150 eher wie ein Kompakt-Auto, denn wie ein LKW. Frank Berger, Experte in diesem Thema, erklärt, dass dafür der Hub vergrößert wurde, was die Kunden in Zukunft integrieren würden. D.h. dass das Radhaus vergrößert und Platz freigehalten werden muss. Kunden sind dabei aber keineswegs die Endverbraucher wie Max Mustermann oder Otto Normal, sondern Automobilhersteller. ZF spielt also im Pool der ganz Großen mit!

Safety First für relaxtes Fahren

Ganz groß sehen die Friedrichshafener auch die Verkehrssicherheit: 1,25 Millionen Verkehrstote gibt es jährlich zu beklagen – weltweit versteht sich. Insgesamt 50 Prozent aller Unfälle in Deutschland würden durch den Fahrer verursacht. Und um diese recht hohe Zahl zu senken gebe es nur eine Möglichkeit – der Fahrer als Gefahrenquelle muss eliminiert werden. Bjoern sprach dazu mit dem Experten Dr. Gumpoltsberger, der erklärte, was für die „Abschaffung des Fahrers“ innen und außen am Fahrzeug verändert werden müsse. Zum einen seien neue Sensoriken für automatisiertes Fahren nötig. Nur so können Unfälle rechtzeitig erkannt werden. Zum anderen müssen neue Airbagsysteme erfunden werden. Darüber hinaus bräuchte es immer bessere Innenraumkameras zur Erkennung des Fahrers und dessen Handelns – wie Jens im Test eindrucksvoll gezeigt hat. Wenn diese Systeme flächendeckend etabliert und ausgereift seien, könne man das autonome Fahren dafür nutzen, um im Auto komplett zu relaxen. Der Ansatz von ZF für die Zukunft ist, dass der Fahrer schlafen, arbeiten, oder einen Film schauen kann, während das Auto fährt. Und egal in welcher Position er sich befindet – es besteht immer Schutz im Falle des Unfalls.

Neben diesen Themen befasst sich ZF Friedrichshafen mit der E-Mobilität und zeigt Plug-In Fahrzeuge sowie zahlreiche neue Exponate. Dazu zählt etwa das Porsche PDK mit Elektromotor, wie es im Porsche Panamera e-Hybrid arbeitet. Hier arbeitet die E-Mobilität als Boost und macht Spaß. Die Kraft des E-Motors ist stark spürbar. Betrachtet man das Schnittbild des 8-Gang-PDK, entdeckt man diesen E-Motor und ist erstaunt, wie klein er eigentlich ausfällt. Michael Wetzel von ZF erklärt, dass dieses E-Aggregat 100 kW / 136 PS an Leistung bringt. Ein großer, ausgestellter E-Motor schafft es auf 150 kW. Der Größenunterschied liegt im System selbst erklärt: Der kleine Motor ist für Hybride geeignet. Der große Antrieb hingegen für reine Stromer und ist damit auf eine höhere Dauerleistung ausgelegt. Diese entspricht 150 kW, die Kurzleistung liegt hingegen bei 75 kW.

See, Think, Act mit ZF Friedrichshafen

All diese höchst-spannenden Themen stehen unter einem Motto: „See, Think, Act“. Das Auto soll in Zukunft Infos aufnehmen, auswerten und daraus Handlungen erfolgen lassen. Ein Beispiel für das Sehen: Die Kamera-Technologie. Einst begannen Kameras mit einem Blickwinkel von 52 Grad, während man heute bei rund 100 Grad angekommen ist. Das funktioniert mit Hilfe der Three-Cam. Für das „Think“ könne man das gläserne Steuergerät heranziehen, das alle Informationen verarbeite. Hier entwickelt NVidia stark mit – ein Hersteller, der Vielen von Grafikchips bekannt sein dürfte. Beim Thema „Act“ können die Hinterachslenkung, Servopumpen oder viele andere Teile, die wir so oder in ähnlicher Form bereits aus dem Fahrzeug kennen, herangezogen werden. Sie führen die Tätigkeiten des „See“ und vor allem des „Think“ aus.

Eine große Menge an Neuerungen und Erfindungen. Was gefällt Euch am besten? Welche Innovationen interessieren Euch am meisten? Lasst es uns wissen und lasst einen Kommentar da. Wir freuen uns auf regen Informationsaustausch!

Volkswagen Arteon – Der Klassen-Patient

#läuft – ein Hashtag, der bei Volkswagen nicht immer passend scheint. Der Volkswagen Phaeton? Ein Prestige-Objekt, ein tolles Auto, aber dennoch ein Flop. Der Volkswagen Passat CC bzw. nur „CC“ – wie er später hieß? Auch nicht gerade das, was man einen Kassenschlager nennen würde. Die Diesel-Thematik wollen wir jetzt nicht auch noch hervorkramen. Und dennoch: Volkswagen ist einer der erfolgreichsten Automobil-Konzerne der Welt, der allerdings ohne ein echtes Flaggschiff auskommen musste – bis jetzt! Dieser Aufgabe möchte sich der neue Volkswagen Arteon annehmen und gleichzeitig den CC wie auch den Volkswagen Phaeton beerben.

Fahrbericht Read more

Seat Alhambra: Taxi des Jahres 2017

Wer bei Taxen ausschließlich Fahrzeuge mit Stern auf der Haube vor Augen hat, sollte umdenken. Der Seat Alhambra erhielt die Auszeichnung als „Taxi des Jahres 2017“ und ging damit als Gesamtsieger aus einem Testfeld von 21 Fahrzeugen hervor. Das Branchenmagazin „taxi heute“ rief 41 Taxiunternehmer zum vierten Mal zur Wahl, die in Fulda die Fähigkeiten der Fahrzeuge unter die Lupe nahmen. Read more

Märchenhaftes Reichweitenabenteuer – mit dem VW e-up! auf großer Reise

Alles eine Frage der Planung : Trotz der geringen Reichweite schafft der VW e-up! es bis nach Amsterdam.

Bis 2020 sollte eine Million Elektroautos in Deutschland auf der Strasse sein. So wollte es die Bundesregierung. Viel zu hoch gegriffen. Jetzt hat die Kanzlerin den Stecker gezogen und das Millionen-Ziel für Elektroautos erst mal kassiert. Kein Wunder: Von etwa 45,8 Millionen in Deutschland zugelassenen PKW sind gerade mal 34 022  reine Elektroautos (Stand: 1.1.2017). Immer noch fehlt die Akzeptanz für die lautlose und – falls tatsächlich sauberer Strom genutzt werden kann – doch so umweltfreundliche Variante der Mobilität auf vier Rädern. mein-auto-blog hat sich der Frage nach dem „warum eigentlich ?“ angenommen und dem kleinen VW e-up! ,  der auf dem up!  basiert, mal auf das Zähnchen gefühlt.

Ein Abstecher zur Tulpenblüte nach Holland. Mit einem Elektroauto. Genauer gesagt mit einem VW e-up! Das Ausrufezeichen gehört zum Namen des kleinsten Stromers aus Wolfsburg und betont nicht etwa den Durchsetzungswillen für diese Reise. Die wird schon im Vorfeld von Kollegen und Bekannten, selbst in der Familie als hirnrissige Idee eingestuft. Wie soll ein von Volkswagen als Stadtauto konzipiertes Feigenblatt für elektromobilen Fortschritt es jemals weiter als bis zur nächsten Stadt oder gar über eine Staatsgrenze schaffen.

Gerade mal 1,2 Tonnen wiegt der elektrische up!, 230 Kilo davon gehen auf die Lithium-Ionen Batterie.

Das Fehlen eines fest eingebauten Navigationssystems und einer Ladekarte scheint verschmerzbar

Der e-up! Kommt an einem Dienstagmorgen auf einem Hänger, gezogen von einem Muskeln zeigenden VW Touareg. Den lautlos von der Rampe rollenden kleinen Bruder scheint er nicht mal eines Blickes zu würdigen. Ein kurzer Check des elektrisierten Kleinstwagens offenbart schnell das Fehlen eines eingebauten Navigationssystems und der vom Hersteller zugesagten Ladekarte, um den mit einem 60 kw/82 PS starken Elektromotor und einer 18,7 kWh Lithium-Ionen-Batterie ausgestatteten Testwagen immer wieder zu Kräften bringen zu können. Die Nacht vor der großen Reise nuckelt der Zwerg vor der Haustür über sein gut 10 Meter langes durch den Briefkastenschlitz am Garagentor geführtes Kabel brav am Hausstrom, um dann morgens mit einer ausgewiesenen Reichweite von 152 Kilometern den hinterherwinkenden Zweiflern zunächst mal den Wind aus den Segeln zu nehmen. Damit soll der Weg vom heimischen Soest in das 96 Kilometer entfernte Oberhausen doch locker machbar sein.

Bei solch einer Reichweite kommt doch erstmal Freude auf.

130 km/h in der Spitze wird angesichts schnell schrumpfender Reichweite schnell graue Theorie

Die auf das private Smartphone heruntergeladene VW App weist dort eine Ladestation und google maps überdies ein Servicecenter der dortigen Stadtwerke aus. Doch nach etwa 50 Kilometern schrumpft die Restreichweite empfindlich zusammen, obwohl die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h graue Theorie bleibt und weder Klimaanlage, Radio oder sonstige Verbraucher Energie für sich beanspruchten. Knapp vier Kilometer weist der Tacho kurz vor dem Ziel noch aus, glücklicherweise ist dort der Parkplatz vor der Ladestation frei. Die altmodisch wirkende abschließbare Metallkassette, aus der die junge Mitarbeiterin im Büro der Oberhausener Stadtwerke die mit einem Guthaben von fünf Euro ausgestattete LadeKarte umständlich gegen handschriftliche Quittung herausgibt, lässt erste Rückschlüsse auf die steinzeitliche Handhabung des Themas Elektromobilität hierzulande erahnen.

Das Netz von Schnellladestationen ist in Deutschland so löcherig wie ein Schweizer Käse

Das Aufladen – überraschenderweise an dieser Aufladesäule dann doch ohne Karte, aber nur mit einem Typ 2 Kabel möglich – dauert zweieinhalb Stunden Geduld. Dabei hat der E-Up! eine zusätzliche Buchse zum Schnellladen und kann an einer Drehstrom-Zapfsäule bis zu 50 Kilowatt Strom zapfen. Leider ist das Netz von Schnelladestationen in Deutschland nicht so dicht wie in den Niederlanden. Was wiederum ebenso wie die dortige Topografie eigentlich für den Ausflug zu unseren westlichen Nachbarn spricht. Die erste dort avisierte Schnellladesäule im 96 Kilometer entfernten Doetinchem kurz hinter der Grenze scheint mit der 80 Prozent Aufladung in Oberhausen und einer Reichweite von 132 Kilometern locker machbar. Fehlanzeige. Ein schneller Check der auf dem Tacho ausgewiesenen Restreichweite und der Entfernung laut Google Maps macht schnell klar, dass das Ziel immer mehr aus dem noch erreichbaren Radius gerät. Obwohl der gerade mal 1340 Kilogramm leichte Up! die letzten Meter auf der Autobahn weitestgehend im Windschatten eines 80 km/h schnellen LKW verbringt, endet diese Etappe diesmal unfreiwillig wieder auf einem Hänger.

Die rettende Schnellladesäule um sechs Kilometer leider verpasst.

Ohne weitere Verbraucher liegt die realisierbare Reichweite für den e-up! bei knapp 100 km

Danach ist man immer schlauer. In Zeiten, in denen die Elektromobilität weltweit noch in den Kinderschuhen steckt, bedarf es nun einmal einer sorgfältigen Vorbereitung einer solchen Tour. Die muss gar nicht mal an der Reichweite scheitern, die Volkswagen für den kleinen Up! vollmundig mit 160 Kilometern angibt. Realisierbar sind bei unaufgeregter Fahrweise, angenehmen Temperaturen und ohne die ohnehin völlig überbewertete Annehmlichkeiten eines Radios knapp 100 Kilometer. Damit lässt sich in den Niederlanden in jedem Fall einer der 63 Stationen der Fastned – Schnellladestationen direkt an der Autobahn erreichen. Keine ist von der nächsten mehr als 40 Kilometer entfernt und kann über eine App mit Bezahlfunktion Tag und Nacht angesteuert werden. Das Schnelladen an den zur Verfügung gestellten Aufladekabeln mit CS, ChAdeMo, AC-Steckern und Tesla Adapter dauert maximal 20 Minuten. Genug Zeit für einen Spaziergang mit Hund in die grüne Umgebung der Ladestationen, deren Strom ausschließlich aus alternativen Quellen stammt.

Perfekt für einen Spaziergang: eine knappe halbe Stunde an der Schnelladestation von Fastned, dann ist der e-up! wieder aufgeladen.

 

Die überdachten Fastned Schnellladestationen sollen bald auch in Deutschland Einzug halten.

 

Ohne (Reichweiten-)Sorgen durch den holländischen Frühling gleiten, die nächste Ladestation ist in greifbarer Nähe.

 

Optional gibt es auch eine Rückfahrkamera, aber eigentlich ist der Kleine ganz übersichtlich.

 

Der viersitzige VW e-up! zählt mit seinen 3,54 Metern Länge zu der Kategorie der Kleinstwagen.

 

Der kleine Stromer verfügt über Reise taugliche gute Sitze, ist handlich und lässt sich gut lenken.

 

Das gute Umweltgewissen und die Reisekasse bei Laune zu halten sprechen für das Reisen auch mit einem elektrischen „Stadtauto“.

Dank 4000 Euro Förderprämie ist der elektrische VW Up! für etwas mehr als 22.000 Euro zu haben. Das ist immer noch viel mehr als das Doppelte des knapp 10.000 Euro teuren Basismodells des up! mit Benzinmotor. Im Gegenzug hat der rein elektrische Ausflug in die Niederlande hin – und zurück an reinen Fahrtkosten knapp 20 Euro gekostet und eine wichtige Erkenntnis gebracht: Man kann mit einem Elektroauto, so klein es auch ist, auch mal weiter weg in Urlaub fahren. Man sollte aber nicht einfach drauflosfahren. Es sein denn, der Weg ist das Ziel und Zeit und Nerven sind belastbarer als die Batterie….

 

Text und Fotos: Solveig Grewe

Skoda Karoq – Das Trio ist komplett

Kaum war die Ankündigung des neuen Skoda Karoq erschienen, flimmerten auch schon die ersten Bilder des getarnten SUV über den Bildschirm. Klar dürfte sein, dass er den Skoda Yeti beerbt, der mit seinem Namen nicht mehr in die SUV-Nomenklatur der Tschechen passt. Eingeleitet wurde diese mit dem Skoda Kodiaq, der seinen Namen ebenfalls aus der Mundart der Ureinwohner Alaskas bezieht. Angesiedelt ist der neue Skoda Karoq auf Augenhöhe mit dem Seat Ateca und dem Volkswagen Tiguan. Ausblick auf dem Kompakt-SUV der Tschechen. Read more

VW Beetle – Kein Coupé mehr in Deutschland

VW hat die Coupé-Variante des kompakten Retromodells Beetle in Deutschland aus dem Programm genommen. Die Neuauflage des legendären Käfer sei bereits nicht mehr bestellbar, bestätigt Volkswagen einen entsprechenden Bericht der „Automobilwoche“. Weiterhin erhältlich ist hingegen das Cabrio, das Ende Mai leicht renoviert in ein neues Modelljahr geht.

Hintergrund der Entscheidung ist die hierzulande geringe Nachfrage nach dem Coupé. Dessen Anteil an den 14.700 im vergangenen Jahr zugelassenen Beetle-Neuwagen lag bei weniger als einem Drittel. Weltweit gesehen ist das Verhältnis zwischen den beiden Karosserievarianten umgekehrt. Die Produktion des Coupés im mexikanischen Puebla läuft daher für andere Märkte unverändert weiter. (Holger Holzer/SP-X)

VW I.D. Crozz – Der Dritte im Bunde

VW präsentiert auf der „Auto Shanghai 2017“ (19. bis 29. April) das mittlerweile dritte Modell der I.D.-Reihe. Bei dem I.D. Crozz handelt es sich um ein vollelektrisches CUV – ein „Crossover Utility Vehicle“. Der Hersteller beschreibt das Auto als „viertüriges Coupé und SUV zugleich“.

Das Fahrzeug soll als sportlicher und interaktiver Allrounder auftreten, der mit einer Reichweite von 500 Kilometer auch für längere Touren geeignet ist. Ein Allradantrieb soll außerdem Fahrten abseits befestigter Routen ermöglichen. Der E-Antrieb leistet 225 kW/306 PS und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h. Die Batterien sollen sich innerhalb von 30 Minuten wieder zu 80 Prozent aufladen lasen.

Neben dem Elektro-Antrieb setzt VW bei der neuen I.D.-Studie auf einen vollautonomen Autopiloten. Dieser wird durch einen leichten Druck auf das VW-Logo im Lenkrad aktiviert, das anschließend im Armaturenbrett verschwindet und eine Einheit mit den volldigitalen Anzeige- und Bedienelementen bildet. Außerdem ist ein Clean-Air-System (ähnlich wie im Tesla Model X) an Bord. Die Scheinwerfer verfügen über LED-Technik und sollen als „Augen“ im Autopilot-Modus mit anderen Verkehrsteilnehmern kommunizieren. Der Innenraum wird – trotz kompakterer Außenmaße – auf dem Niveau des Tiguan Allspace liegen.

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke VW, zeigt sich selbstbewusst: „Bis 2025 wollen wir den Absatz von reinen Elektrofahrzeugen auf eine Million Einheiten pro Jahr steigern. Der I.D. Crozz übernimmt dabei eine Schlüsselrolle. Die Produktion wird 2020 anlaufen“. (Max Friedhoff/SP-X)

VW Golf 1.5 TSI – Neuer Evo-Motor bestellbar

Ab sofort ist der frisch geliftete VW Golf auch mit dem völlig neuen Benzinmotor 1.5 TSI Evo bestellbar. Für den ab der mittleren Ausstattungslinie Comfortline erhältlichen Standard-Golf liegt der Grundpreis bei 24.350 Euro, der Variant 1.5 TSI kostet mindestens 26.400 Euro.

Unter anderem dank variabler Zylinderabschaltung (ACT) und Common-Rail-Direkteinspritzung soll das Turboaggregat zugleich kraftvoll und effizient sein. In Kombination mit dem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe beschleunigt der 110 kW/150 PS und 250 Newtonmeter leistende Vierzylinder den Golf in knapp über 8 Sekunden auf Tempo 100, maximal sind 216 km/h möglich. Den Verbrauch gibt VW mit fünf Litern an. Für 2.000 Euro Aufpreis ist das siebenstufige Doppelkupplungsgetriebe erhältlich. Es senkt bei gleichen Fahrleistungen den Verbrauch auf 4,9 Liter.

Ab Mitte des Jahres wird VW den 1.5 TSI Evo zusätzlich in einer schwächeren Variante mit 96 kW/130 PS anbieten. (Mario Hommen/SP-X)

Erste Fahrten: VW Nutzfahrzeuge mit Off-road Kompetenz

VW Nutzfahrzeuge im Fahrbericht

Geländefähig ? Mit Sicherheit !

Bereits seit 1984 bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge seine Ikone, den „Bulli“ – damals als „T3“ mit einem Allradantrieb mit der Zusatzbezeichnung „syncro“ – an. Eine technische Neuausrichtung des Allradantriebs nahmen die Nutzfahrzeugbauer aus Hannover im Jahr 2003 beim Modellwechsel „T4“ zum „T5“ vor. Die Viscokupplung „syncro“ musste der moderneren Lamellenkupplung  und dem Namen „4MOTION“ weichen. Im laufenden Jahr 2017 wird VW Nutzfahrzeuge sein Portfolio nun um das Thema „4MOTION“ mit dem Caddy, Transporter und Amarok nicht nur ausbauen. Mit verschiedenen Motorisierungen, Getrieben und Zusatzsystemen stellen sie Ihre Geländetauglichkeit künftig unter Beweis.

Nutzfahrzeuge für Geschäfts- und Privatkunden

Im Referat der Verantwortlichen von Volkswagen Nutzfahrzeuge lesen sich die angegeben Verkaufs- und Absatzahlen mit einem gewissen „Wow“-Effekt. Demnach wächst der Kundenstamm von Geschäfts- und Privatkunden gleichermaßen. Von 477.000 ausgelieferten Nutzfahrzeugen der Marke waren 88.500 Fahrzeuge mit einem „4MOTION“-Allradsystem ausgerüstet. Im Umkehrschluss war dies fast jedes fünfte Fahrzeug der Baureihen Caddy, T-Baureihe und Amarok. Die größten Zahlen schreiben dabei die sogenannten Allradmärkte wie Norwegen, Schweiz und Österreich.

Dürfen wir vorstellen: Caddy Edition 35, Transporter Rockton und Amarok.

Transporter Rockton und Co. im schweren Gelände

Zum Test der Allrad- bzw. Off-road-Tauglichkeit seiner Modelle lud das Team der Produktkommunikation um Jens Bobsien, Andreas Gottwald und Miriam Heuchler in die Nähe des beschaulichen Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis in Hessen) ein. Rund um das Hofgut „Weiherhof“, einem privaten Forst mit ca. 9.000 Quadratmeter Waldfläche, gibt es ca. 800 Kilometer Waldwege, die zumindest teilweise zu befahren waren. Aus den zur Wahl stehenden Fahrzeugen Caddy Edition 35 und Alltrack, Transporter Rockton und Amarok wählen wir die letzten beiden Fahrzeuge für jeweils eine geführte Tour durch den Wald. Am Vormittag geht es los mit dem Transporter Rockton, der serienmäßig mit dem „4MOTION“ Allradantrieb vom Band rollt. Weiter serienmäßig an Bord sind ein um 30 mm höher gelegtes Fahrwerk und eine mechanische Hinterachs-Differenzialsperre. Optional erhältlich sind separate Unterfahrschutz-Elemente für Motor, Getriebe, Hinterachs-Differenzial, Hauptschalldämpfer, Seitenschweller und Tank. Zusammengefasst bietet Volkswagen diese Elemente auch im Paket „Protection“ für alle Allrad- Transporter an. Der variabel gestaltete Innenraum des Rockton ist mit optionalen Schienen durchzogen. Hier können zum Beispiel drei weitere Einzelsitze oder eine verschiebbare Gittertrennwand integriert werden. Unsere Kolonnenfahrzeuge präsentieren sich mit einem 2.0 Liter TDI und einer Kombination aus 110 kW (150 PS) und einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe. Die 340 Newtonmeter Drehmoment bei 1.500 – 3.000 Umdrehungen sind für den Straßenverkehr auf allgemein zugelassenen Straßen völlig ausreichend, werden uns aber im Laufe unserer „Off-road-Fahrt“ immer wieder mal an die Grenzen bringen.

Geführte Tour mit dem Transporter Rockton.

Geführte Touren

Die ersten Hinweise für das Fahren im Gelände erteilt uns Heiko Schultze vom „Driving Experience“ –  Team der Volkswagen Nutzfahrzeuge AG. Danach geht es los mit drei Fahrzeugen direkt auf den nächstgelegenen Waldweg, der sich ganz schnell als tiefer Schlammweg entpuppt. Diverse Matschdurchfahrten, Anhöhen und Abfahrten sowie Watfahrten durch größere Wasserlöcher. Mit dem Transporter Rockton eigentlich eher keine Herausforderung. Doch, denn an etwas zu tief geratenen Matschschichten wühlt sich der Lastesel aus Hannover doch ein wenig fest. Unter Anleitung unseres Tourguides Heiko geht es dann doch wieder weiter. Nicht planlos bis zur letzten Minute durchwühlen ist sein Motto. Mit der Regel: rechtzeitig loslassen, nach hinten rollen und mit mehr Schwung wieder drauf los kommt man immer noch ein Stück weiter. Die Fahrt mit dem Rockton ist nach kurzweiligen 90 Minuten zu Ende und wir treffen wieder am Ausgangspunkt ein.

Der Rockton kennt keine Herausforderung.

Amarok mit V6 Aggregat

Die zweite Tour des Tages führt am frühen Nachmittag mit einem Amarok ins Gelände.  Als klassischer Pickup auf den Markt gekommen, verordneten die Hannoveraner Autobauer dem Amarok 2016 einen Sechszylinder Motor, um ihn annähernd zum klassischen SUV-Segment zu führen. Die Kolonne zieht los mit drei Fahrzeugen, die allesamt mit einem V6 TDI mit einer Leistung von 150 kW (204 PS) und 500 Nm Drehmoment ausgerüstet sind. Das 3.0 Liter Diesel Aggregat ist serienmäßig kombiniert mit einem 4MOTION – Antrieb und einem automatischem 8-Gang- Automatikgetriebe. Der permanente Allradantrieb im Amarok verteilt über ein zentrales Torson-Differenzial die Motorkraft automatisch zwischen Vorder- und Hinterachse. Darüber hinaus verfügt der deutsche Pickup über eine elektronische Differentialsperre (EDS). Sie verhindert per aktivem Bremseingriff das einseitige Durchdrehen eines Rades und lenkt die Antriebskraft stets zu dem Rad mit der besten Traktion. Optional bietet Volkswagen Nutzfahrzeuge für alle Amarok eine mechanische Hinterachs-Differenzialsperre an. Die zweistündige Tour mit dem Amarok bleibt genauso kurzweilig wie die vorangegangene Tour. Passagen mit tiefem Boden „durchschwimmt“ der Amarok eher, da er gerade durch den V6 Motor schwergewichtiger als der Rockton durch Gelände kommt.

Der Amarok als echter Allrounder.

Fazit: Mit den zusätzlichen Modellen Caddy Edition 35 und Alltrack, Transporter Rockton und dem Amarok bauen die Volkswagen Nutzfahrzeuge AG ihr Portfolio nochmals sinnvoll aus. Hier geht es nicht nur um Fahrzeuge, die gerade mal einen Feldweg entlang fahren können. Die Nutzfahrzeugschmiede aus Hannover beliefert ihre Kunden mit Highend Fahrzeugen für den professionellen Einsatz.

Nutzfahrzeugflotte completed.

Die geländefähige Nutzfahrzeugflotte ist mit dem Transporter Rockton, Caddy und Amarok nahezu perfekt bestückt. Für den professionellen Alltag ein absolutes MUSS und für Geschäfts- und Privatkunden nicht mehr wegzudenken.

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller

VW Golf GTE – Neue Spar-Strategie

VW hat die GTE genannte Plug-in-Hybrid-Version des Golf überarbeitet. Künftig soll der rund 37.000 Euro teure Teilzeitstromer mit Hilfe des Navigationssystems vorausschauender fahren und dadurch seinen Hybridantrieb intelligenter einsetzen.

Der GTE unterscheidet sich von seinem Vorgänger unter anderem durch neue sogenannte Winglets in der Frontschürze und neue LED-Scheinwerfer. Der Antrieb besteht weiterhin aus einem 1,4-Liter-TSI mit 110 kW/150 PS und einem 75 kW/102 PS starken E-Motor. Im Zusammenspiel leistet das Duo 150 kW/204 PS, was eine Sprintzeit von 7,6 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 222 km/h erlaubt. Dank zumindest theoretisch 50 Kilometer rein elektrischer Reichweite liegt der Normverbrauch des GTE bei 1,6 bis 1,8 Litern.

Um den Teilzeitstromer im Alltag effizienter werden zu lassen, hat VW die Hybridstrategie verfeinert. Diese bezieht jetzt auch GPS- und Streckendaten in die Regelung mit ein. Die Navigation erkennt, wann beispielsweise eine Kreuzung kommt, ob es hinter der Kuppe bergab geht, ob ein Tempolimit oder eine Ortschaft folgt und passt den Einsatz der Motoren entsprechend an. (Mario Hommen/SP-X)

VW Golf R – Der Wolf im Golf

Vor 17 Jahren erfand VW den Golf R32, damals ein Power-Paket mit 3,2 Liter Hubraum, sechs Zylinder und 241 PS. Zehn Jahre später war Schluss mit sechs. Aus R32 wurde im Zuge einer neuen Plattform Golf R, unter dessen Haube fortan ein Zweiliter-Turbo-Vierzylinder seine Leistung (270 PS) zum Besten gab. Die Fans blieben ihrem Super-Golf trotzdem treu, zumal VW dem R mittlerweile weitere 30 PS spendierte.

Doch auch die 300 sind Geschichte. Mit der aktuellen Modellpflege, bei Volkswagen offiziell Produktaufwertung (PA) genannt, kitzelten die Motoren-Ingenieure jetzt 310 PS aus dem TSI-Aggregat. „Nie zuvor war ein serienmäßiger Golf stärker und beschleunigte schneller“, sagt Arne Hinze, Entwicklung Gesamtfahrzeug. Und konnte nie zuvor so herrlich Fahrer in doppelt so teuren Sportwagen ärgern. Besonders, wenn der R-Käufer das optionale Performance Paket in der Preisliste angekreuzt hat. Es hebt die 250-km/h-Sperre auf und lässt den neuen Golf R stramme 267 km/h schnell werden. Da dürfte selbst mancher Porsche-Fahrer verwundert auf seinen Tacho schauen, sollte der R im Rückspiegel auftauchen.

Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Kompaktwagen mit einer Leistung von 310 PS, 380 Newtonmeter Drehmoment und Allradantrieb abgeht wie die sprichwörtliche „Schmidts Katze“

Erkennbar ist der neue Power-Golf dann an einem nochmals geschärften Gesicht, den schwarz unterlegten LED-Scheinwerfern und dem glänzend schwarzen Wabengrill. Sieht man einen Golf mit vier weit außenliegenden Doppelendrohren und Diffusor, zeigt auch dies unmissverständlich, von wem man da gerade überholt wurde. Wer den Golf R im Stand betrachtet wird zudem die gelochten Bremsscheiben und die silberne Logo-Platte auf dem Bremssattel ausmachen. Sie sind Teil der optionalen R-Performance Bremsanlage. Und auch die speziellen, 19 Zoll großen Leichtmetallräder „Pretoria“ (ebenfalls gegen Aufpreis) weisen auf den stärksten Serien-Golf in der Geschichte dieses Autos hin.

Es liegt in der Natur der Sache, dass ein Kompaktwagen mit einer Leistung von 310 PS, 380 Newtonmeter Drehmoment und Allradantrieb abgeht wie die sprichwörtliche „Schmidts Katze“. Das Schöne am Golf R aber ist seine schon fast unverschämte Souveränität. Es scheint völlig egal zu sein, in welchem Gang man sich gerade befindet, der Motor spricht sofort an und zieht mit Nachdruck los. Hinzu kommen eine Lenkpräzision und eine Kurvenfreudigkeit, die nur wenige Autos bieten. Dabei erkauft sich der Golf R seine Sportlichkeit nicht mit einem harten Rennfahrwerk, das einen im Alltag nerven würde. Der Komfort bleibt ausgewogen, die Abrollgeräusche sind niedrig. Viel besser lässt sich das bei dieser Sportlichkeit nicht unter einen Hut bringen.

VW hat den Golf R geliftet

Manchmal ein Quäntchen zu viel Lärm macht da höchstens die Hochtemperatur-Titan-Abgasanlage, die VW erstmals für den Golf R anbietet. Sie stammt von dem slowenischen Spezialisten und Ex-Rennfahrer Igor Akrapovic. Gegenüber der Serienversion werden sieben Kilogramm eingespart. Weitere zehn kommen von den bereits erwähnten „Pretoria“- Rädern, zwei Kilo Ersparnis bringt die Performance-Bremsanlage. Für Kunden, die ihre Wochenenden häufig auf abgesperrten Rennstrecken verbringen, sind das verlockende Werte, dürften sie doch zusammen mit den gesondert erhältlichen Semi-Slicks die Rundenzeiten um die eine oder andere Zehntelsekunde verbessern.

Das nötige Rennsportgefühl sollen auch der auf Knopfdruck aktivierbare Race-Modus (strafferes Fahrwerk, spontanere Gaspedalreaktion und schnellere Gangwechsel), das abschaltbare ESP (hat kein anderer Golf) und die Launch-Control (serienmäßig bei DSG-Getriebe) vermitteln. Letztere ermöglicht den optimalen Kavalierstart und katapultiert den Golf R statt in 5,1 in nur 4,6 Sekunden von null auf 100 km/h.

Erkennbar ist der neue Power-Golf dann an einem nochmals geschärften Gesicht

Passend dazu hat Volkswagen das Cockpit eingerichtet. Im Display werden Ladedruck, die Längsbeschleunigung, die Kräfte in den Kurven oder auch die abgerufene Leistung sowie die Rundenzeiten angezeigt. Auch der restliche Innenraum setzt deutlich auf sportliches Flair. Die Sitze tragen den Stoff „Race“ in Verbindung mit grauen Ziernähten und Alcantara-Innenflanken. Die Dekoreinlagen sind in „Carbon Touch“ gehalten, die Pedale mit Edelstahlkappen versehen und bei Einschalten der Zündung erscheint im Bildschirm das große R-Logo.

VW lässt sich das alles mit mindestens 40.675 Euro bezahlen. Da mag mancher trocken schlucken, doch in Anbetracht, was der Golf R an Fahrdynamik auf die Straße bringt, ist das geradezu ein Schnäppchen. Falls es etwas weniger sein darf. Auch hier hat Volkswagen Passendes im Programm. Wie zum Beispiel den Golf GTI in der Performance-Version. Seit neuestem mit 245 PS (plus 15) und Differenzialsperre. Er kostet 32.475 Euro und lässt mit seinen traditionellen Karo-Sitzen sofort wieder die Erinnerungen an den ersten GTI von 1976 wach werden. (Michael Specht/SP-X)

Skoda-Pläne – Elektroauto kommt 2020

Skoda will 2020 sein erstes Elektroauto auf den Markt bringen. Das hat die VW-Tochter nun im Rahmen der Bekanntgabe seiner Geschäftsergebnisse erklärt. Eine Studie wird im April auf der Auto Shanghai gezeigt. Das Modell wird den Modularen Elektrobaukasten (MEB) des VW-Konzerns nutzen, der auch für die zeitgleich geplanten Elektroautos der Marken VW und Seat zum Einsatz kommt.

Darüber hinaus haben die Tschechen in Form eines Teaser-Bildes einen Ausblick auf ihre künftige Designlinie gegeben. Das Foto zeigt eine langgestreckte Silhouette mit einem nach nach hinten abfallenden Dach und könnte auf das bereits bestätigte Kodiaq Coupé hindeuten. (Holger Holzer/SP-X)

Die Macht der Farben

Die Macht der Farben

„Auf dieses Gelb haben wir lange gewartet!“ Vorsichtig schiebt Astrid Göring ein Schälchen mit dem Gewürz Kurkuma beiseite, um Platz zu machen für das sogenannte „Moodboard“. Diese Schautafel zeigt unterschiedliche Gelbtöne: unter anderem ein Foto von leuchtenden Maisfeldern, das Etikett einer französischen Zitronenlimonade und die Stoffprobe einer italienischen Gardine. „Für die erste Inspiration sammeln wir alles! Diese Beispiele nutzen wir als Grundlage für das erste Gespräch mit dem Lacklieferanten. Dabei müssen wir ihm unsere Vorstellung vom finalen Farbton vermitteln: Mit feinem Charakter. Oder mit lebhaftem Funkeln, sobald die Sonne darauf scheint.“ erklärt Astrid Göring.
Sie ist bei Volkswagen für das Farbdesign der Kompaktklasse zuständig. Dazu gehört unter anderem der Golf. „Kurkumagelb Metallic“ heißt eine der neuen Trendfarben, die die gebürtige Hamburgerin für den neuen Golf entwickelt hat. „So ein lebendiges Gelb wie Kurkuma wäre vor zwölf Jahren technisch noch nicht möglich gewesen. Aber bei der Zusammensetzung der Farbpigmente hat sich einiges getan. Jetzt können wir es endlich anbieten“, freut sich Görings Kollegin, Susanne Gerken.
Gemeinsam arbeiten die Designerinnen in der sogenannten „Color und Trim“-Abteilung. Hier entwickeln die Kreativen ihre Konzepte: Farben, Stoffe und Materialien für die verschiedenen Modellgruppen. Susanne Gerken ist mit ihrer Gruppe für das Farbdesign im „B-Segment“ zuständig. Dazu gehören zum Beispiel der Passat, der Sharan und der Arteon.

Die Qual der Wahl im Innenraum
Die Mitarbeiter entscheiden über Farbe und Material von allen Flächen, die von den Interieur- und Exterieur-Designern gestaltet wurden. Für den Innenraum bedeutet das die Qual der Wahl: Lederqualitäten, Stoffsorten und auch Holz, Aluminium oder Lack für Dekorleisten müssen ausgewählt werden. Außerdem gehört natürlich die Farbauswahl für die Außenhülle dazu, inklusive der Felgen. Beim Beetle Cabrio kommen die verschiedenen Varianten der Stoffverdecke hinzu. Kurzum: Das Team belegt alle Flächen am Fahrzeug, die man innen und außen sehen und fühlen kann, mit passenden Materialien. Und das für alle Modelle und Märkte von Volkswagen. Für diese komplexe Aufgabe können sie aus einem Spektrum von rund 80 unterschiedlichen Außenfarben wählen. Und Lack ist nicht gleich Lack. Es gibt ihn als Uni-Variante, mit Metallic- oder Perlmutteffekt. Darunter sind Klassiker wie Tornadorot, Pure White oder das spektakuläre Oryxweiß.–Preislich gesehen die absolute Spitze der gesamten Farbpalette: Aufwendig entwickelte Farbpartikel erzeugen brillianten Glanz und eine beeindruckende Tiefenwirkung.
Mit dieser großen Auswahl an Farben und Materialien trägt Volkswagen dem Individualisierungstrend Rechnung. Neben der Wohnung und dem Arbeitsplatz, ist das Auto inzwischen der dritt-wichtigste Ort im Leben vieler Kunden. Sie wollen diesen sogenannten „Third Place“, genau wie ihre Wohnung, individuell gestalten. Dabei ist die Auswahl nicht mehr auf die Farbe der Karosserie beschränkt. Beispiel Up: Der Kunde kann aus mehreren Kombinationen wählen und zusätzlich die Farbe der Außenspiegel, der Räder und des Daches entscheiden. Auch hier gilt: Hinsichtlich ihrer zeitgemäßen Ausstrahlung werden alle Farben und Kombinationen von den beiden Designerinnen und ihren Kollegen in regelmäßigen Abständen überprüft und gegebenen falls an neue Entwicklungen angepasst.


Rosige Zukunft für alle Grüntöne
Solche Entwicklungen können gesellschaftlicher Art sein, wie zum Beispiel wachsende Mobilität, Digitalisierung oder auch Nachhaltigkeit. Sie beeinflussen neue Farbtrends. Diese werden zunächst in der Mode sichtbar, dann auf Möbeln und später in der Auto-Welt. „Solche Veränderungen werden auch von unseren Kunden wahrgenommen. Ihr Geschmack wandelt sich entsprechend.“, erläutert Susanne Gerken. Jährlich entwickeln die Volkswagen Designer deshalb neue Trendfarben. Neben dem bereits erwähnten „Kurkumagelb Metallic“ (unter anderem für den neuen Arteon) heißen die aktuellen Trendsetter „Atlantic Blue Metallic“(verfügbar zum Beispiel für den Touran) oder „Bottle Green Metallic“ am Beetle und Beetle Cabrio. Grüntöne insgesamt- von Moosgrün über Flaschengrün bis Viperngrün – sehen Gerken und Göring als neue Trendfarben. „Grün war für Volkswagen nie eine wichtige Farbe. Das hat sich geändert. Durch Vernetzung und Globalisierung werden Gesellschaften durchlässiger und toleranter. Farben stigmatisieren nicht mehr“, prognostiziert Gerken der ehemals als Jägergrün verspotteten Farbe eine rosige Zukunft.

Bevor aber eine neue Farbe angeboten wird, vergehen mindestens zwei Jahre vom ersten Entwurf bis zum fertigen Lack. Daher müssen die Designerinnen mental quasi in der Zukunft leben. Inspiration findet Astrid Göring überall: „Ich gehe mit offenen Augen durch die Welt: Wie weit geht das Spektrum eines dramatischen Herbsthimmels? Welches Licht- und Schattenspiel bietet eine neue Glasfassade? Oder ich sortiere Knöpfe in einer Schachtel und denke: Die drei lassen sich toll kombinieren!“

Welchen Einfluss haben Farben und Materialien auf das Gesamtpaket?

Manche Farben können die Formgebung eines Fahrzeugs verstärken. Andere können die Formgebung aber auch schwächen oder komplett ruinieren. Im besten Fall bieten sie perfekte Unterstützung für jede Linie, jeden Radius und jede Kurve im Blech. Allerdings zeigt erst die Kombination von Farben mit den passenden Materialien im Innenraum, ob das Gesamtpaket seine Wirkung entfaltet. „Wir wollen unsere Autos nicht verkleiden, sondern mit Hilfe von Farben und Materialien perfektionieren. Wir versuchen die Details so zu betonen, dass sie eine stimmige und starke Gesamtwirkung unterstützen.“, erklärt Textildesignerin Gerken. Deshalb muss die Abstimmung innerhalb des Teams präzise funktionieren. Farbe ist ein hochkomplexes Industrieprodukt und daher eine Diva: „Am Schluss des Entwicklungsprozesse können wir an der Farbe nichts mehr ändern. Beim Sitzbezug kann man das Nähgarn nochmal wechseln.“, erklärt Astrid Göring die Herausforderung für alle Beteiligten. Gerken und Göring arbeiten mit eng mit ihren Kollegen aus der Lackiererei, der Materialforschung und der Produktionsplanung zusammen. Gemeinsam wird beraten, welche Design-Aspekte betont, welche Ausstrahlung zum Fahrzeug passt und was in der Großserie umgesetzt werden kann.
Nicht jede Farbe passt allerdings zu jedem Modell.
Zur Ausstrahlung von Up und Beetle passen Unifarben ohne aufwendige Metallic-Effekte. Der Farbton Denim Blue unterstützt die Formgebung des Beetle. Für die größeren Fahrzeuge aus dem Verantwortungsbereich von Susanne Gerken würde dieser Farbton nicht in Frage kommen: Das Hellblau würde die großen Flächen des Touareg komplett neutralisieren. „Das würde dann wie ein fahrender Legostein wirken“, schmunzelt Göring.

Die beiden Farbexpertinnen haben nur kleinen Spielraum für große Experimente: Nach ersten Gesprächen mit den Lacklieferanten bekommen sie innerhalb von fünf Wochen eine 10 mal 15 cm große Farbkachel. Um zu sehen, ob die Farbe auch tatsächlich zum Fahrzeug passt, arbeiten sie mit Visualisierungen und 3-D-Modellen. Der Test mit einem Wagen in Originalgröße wäre zu zeitintensiv. Die tatsächliche Wirkung auf dem jeweiligen Fahrzeugmodell erleben die Designerinnern erst am Ende des Entwicklungsprozesses. Dieses komplexe Abstimmungsverfahren ist durch zahlreiche Ansprüchen und Vorgaben gekennzeichnet. Für den perfekten Abschluß brauchen Gerken und Göring all ihre Erfahrung, Kompetenz und Intuition. Dabei erhöht eine enge Zusammenarbeit mit den Kollegen aus der technischen Entwicklung die Erfolgsaussichten.

Einen rosa Beetle für die Amerikaner
Gerken und Göring benötigen Erfahrung, Kompetenz und Intuition aber nicht nur für die Farben der Modelle auf europäischen Märkten. Sie arbeiten für alle weltweiten Märkte, in denen Volkswagen verkauft werden: Immerhin mehr als 150 Länder. Diese zusätzliche Herausforderung grenzt die Arbeit einerseits ein, andererseits bietet sie neue Gestaltungsmöglichkeiten. Jedes Land hat farbspezifische Präferenzen und Einschränkungen. Beispielsweise gab es für nordamerikanische Kunden ein Sondermodell des Beetle in rosa.–Auf dem europäischen Markt wäre das Fahrzeug unverkäuflich.

Manchmal verblüffen sie mit einer Farbe sogar die eigenen Kollegen. Astrid Göring überraschte mit dem „Kurkumagelb Metallic“: In der Frühphase prüfte sie zunächst das bestehende Angebot. Was könnte verbessert werden? Was passt zum Fahrzeug? „Da fehlte Gelb! Ich wollte aber einen auffälligen, brillianten Farbton mit warmer Ausstrahlung. Dann sah ich das lackierte Probestück. Der sieht gewürzig aus, dachte ich. Aber nicht ganz so viel Orange wie im Curry. Ich fand Kurkuma als Farbbezeichnung prima. Das hatte intern allerdings niemand erwartet. Da waren dann noch einige Wochen Überzeugungsarbeit notwendig.“

Maximale Strapazen für einen zehntel Millimeter

Aus diesen Gesprächen mit anderen Fachbereichen wissen Susanne Gerken und Astrid Göring genau: Die optische Anmutung muss passen und die chemische Zusammensetzung muss strapazierfähig sein: Niederschlag, UV-Strahlung sowie Hitze und Kälte.–Um nur die wichtigsten klimatische Belastungen zu nennen. Außerdem müssen die Lacke auf unterschiedlichem Blech und Kunststoff identisch wirken. Deshalb folgt die komplette Lackierung der Karosse, mit allen Türen und Klappen als wichtiger, zweiter Schritt, direkt nach dem Karosseriebau. Dabei ist höchste Präzision erforderlich: Roboter bringen den Lack schichtweise auf das frische Blech. Während der Veredlung und Lackierung legen die Karosserien auf Förderbändern rund sechs Kilometer zurück. Erst wenn alle Schichten aufgetragen wurden, bekommt der Lack seine Qualität. Die fünf Schichten messen insgesamt gerade mal einen zehntel Milimeter – das entspricht der Dicke eines menschlichen Haares.

Neben dem zeitgemäßen und widerstandsfähigen Charakter ihrer Farbtöne sind die Designerinnen stolz auf den umweltschonenden Fertigungsprozess: Volkwagen arbeitet fast ausschließlich mit Lacken auf Wasserbasis. Zusätzlich wird der Lackierprozess kontinuierlich überprüft und weiterentwickelt. Das Ziel heißt: CO².Emissionen zu reduzieren, um damit Energie und Kosten zu sparen.

Nur der Lack, der sich selbst repariert und reinigt, der müsste noch erfunden werden, lachen Astrid Göring und Susanne Gerken.

 

Allianz von VW und Tata – Kooperation beim Billigauto

Der Volkswagen-Konzern und der indische Autohersteller Tata wollen kooperieren. Beide Unternehmen haben nun auf eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel der Zusammenarbeit ist die Entwicklung gemeinsamer Komponenten und Fahrzeuge für den indischen Subkontinent. Die Projektleitung innerhalb des VW-Konzerns übernimmt die tschechische Tochter Skoda.

Die Kooperation soll Volkswagen den Weg auf den indischen Markt erleichtern. Bislang konnten die Wolfsburger in der Wachstumsregion noch nicht Fuß fassen, hauptsächlich, weil im großen Produktportfolio ein richtiges Billigauto fehlt. Frühere Versuche einer entsprechenden Allianz mit dem in Indien starken Suzuki-Konzern scheiterten.

Die Tata-Gruppe gehört zu den größten Konzernen auf dem Subkontinent, die Automobiltochter Tata Motors zählt neben Maruti-Suzuki, Hyundai und Mahindra zu den wichtigsten Pkw-Herstellern im Land. In Europa ist Tata vor allem als Muttergesellschaft von Jaguar Land Rover und als Hersteller des Kleinstwagens Nano bekannt. Das Modell galt bei seiner Markteinführung 2009 als billigstes Auto der Welt. (Holger Holzer/SP-X)

VW Golf GTI Performance – Mehr Power, coole Extras

Ab sofort ist der VW Golf GTI Performance zum Preis von 32.475 Euro bestellbar. Für den Kompakt-Sportler haben die Wolfsburger nochmals an der Leistungsschraube gedreht und die Ausstattung aufgewertet.

Künftig darf der Golf GTI in der Performance-Version 180 kW/245 PS und 370 Newtonmeter Drehmoment allein auf die, mit einer Differenzialsperre nicht ganz wehrlose, Vorderachse loslassen. Das sind 15 PS und 20 Newtonmeter mehr als bisher, was sich auch auf die Fahrleistung auswirkt: Der Standardsprint verkürzt sich von 6,4 auf 6,2 Sekunden.

Dank einer kleinen Leistungsspritze verkürzt sich die Sprintzeit des Golf GTI Performance von 6,4 auf 6,2 Sekunden

Für das gehobene Performance-Niveau verlangt VW einen entsprechenden Preis: 32.475 Euro kostet die Basisversion mit manuellem Handschaltgetriebe. Das sind gut 700 Euro mehr als beim Vorgänger. Neben zusätzlicher Leistung bietet der Performance künftig serienmäßig das digitale Cockpit-Display, für das VW beim normalen Golf GTI gut 500 Euro Aufpreis verlangt. Außerdem hat der Top-GTI unter anderem Licht- und Regensensor, einen automatisch abblendenden Innenspiegel sowie das Radio Composition Media mit Telefon-Schnittstelle an Bord. (Mario Hommen/SP-X)

VW Arteon – Edel-Ableger ab 35.000 Euro

Für den gerade auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März) vorgestellten VW Arteon hat der Verkauf begonnen. Bestellbar sind die beiden Topmotorisierungen. Das Basismodell, der 34.475 Euro teure 1.5 TSI mit 110 kW/150 PS, kommt erst im Sommer in den Handel.

Aktuell hat man die Wahl zwischen dem 2.0 TSI mit 206 kW/280 PS sowie dem 2.0 TDI mit 176 kW/240 PS. Beide Motorisierungen werden serienmäßig mit Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe bestückt. Die Preise starten ab 49.325 beziehungsweise 51.600 Euro. Die Basisausstattung steht für die beiden Topmotorisierung nicht zur Wahl. Vorläufig kann sich Kunde deshalb nur zwischen den Ausstattungslinien Elegance und der sportlich akzentuierten R-Line (rund 600 Euro Aufpreis) entscheiden. Zudem ist der coupéhafte Passat-Ableger unter anderem noch mit Massagesitzen, Lenkradheizung, Panorama-Ausstell-/Schiebedach oder Drei-Zonen-Klima aufwertbar. (Mario Hommen/SP-X)

VW Arteon –  mehr als nur ein Passat Coupé

Weltpremiere in Genf: Der VW Arteon. Die Wolfsburger bringen einen fünftürigen Gran Turismo mit in die Schweiz, der oberhalb des Passat angesiedelt wird. Der Fünfsitzer soll Designelemente eines Sportwagens mit der Eleganz und dem Raum eines Fastbacks – also einem Fließheck – vereinen. Mit seinen serienmäßigen LED-Scheinwerfern und weiteren neuen Elementen ergibt sich eine völlig neue Frontpartie. Damit es im Inneren luftig zugeht, bietet der Wolfsburger einen langen Radstand sowie eine große Heckklappe, hinter der sich mindestens 563 Liter Kofferraumvolumen verbergen. Wir schauen uns den neuen VW Arteon genauer an. Read more

VW Tiguan Allspace – XL-Version des SUV-Bestsellers

Mit 4,50 Metern Länge ist der VW Tiguan bereits ein durchaus stattliches Auto. Wer noch mehr Platz benötigt, kann künftig die Langversion „Allspace“ wählen. Die bietet wahlweise extra viel Gepäckraum oder Platz für zwei zusätzliche Passagiere. Die Markteinführung erfolgt im September zu Preisen ab rund 30.000 Euro. Bestellbar ist der Neue bereits ab Mai, Europapremiere feiert er auf dem Genfer Salon (9. bis 19. März).

VW legt den Tiguan in einer Langversion auf

Erstmals vorgestellt wurde der lange Tiguan bereits Anfang des Jahres auf der Messe in Detroit. Kein Wunder, soll er doch vor allem in den USA die Lücke zwischen dem dort als winzig empfundenen Tiguan und dem Fünf-Meter-Modellen Atlas und Touareg füllen. Aber auch hierzulande gibt es einen Markt für Mittelklasse-SUV, wie nicht zuletzt Konkurrenten wie Skoda Kodiaq und Nissan X-Trail zeigen.

Statt Allradantrieb gibt es verschiedene Traktionsprogramme

Die 21,5 Zentimeter Zuwachs strecken den Tiguan auf 4,70 Meter Länge. Der um elf Zentimeter gewachsene Radstand sorgt vor allem auf der Hinterbank für ein besseres Raumgefühl. Zudem wächst der Gepäckraum um bis zu 265 Liter gegenüber dem Standardmodell, maximal passen 1.920 Liter in den Tiguan Allspace. Der gewonnene Raum kann alternativ für den Einbau einer dritten Sitzreihe genutzt werden. Aus dem Fünf- wird dann ein Siebensitzer. Für die Optik des Tiguan bedeutet das Längenwachstum eine sichtbare Veränderung, zumindest ab Höhe der hinteren Türgriffe. Das dritte Seitenfenster ist deutlich größer, endet mit einem kecken Knick nach oben. Der hintere Überhang wurde gestreckt und trägt damit optisch ebenfalls zum neuen Erscheinungsbild bei.

Im besten Fall passen fast 2.000 Liter hinter die Klappe

Die übliche Qual der Wahl herrscht bei den Motoren: Hier bietet das gut gefüllte VW-Regal neben dem 1,4 Liter kleinen Einstiegsbenziner mit 110 kW/150 PS die allseits bekannten 2,0-Liter-Triebwerke bis hin zum 176 kW/240 PS starken Top-Diesel. Allradantrieb und Doppelkupplungsgetriebe müssen nur bei den Basismotorisierungen extra bestellt und bezahlt werden, ansonsten sind sie serienmäßig.

Das Cockpit entspricht dem Standard-Tiguan

Bei der Infotainment-Technik legt VW den Fokus auf gute Vernetzung. Wer ein Navigationsgerät bestellt, bekommt auch im langen Tiguan automatisch diverse Apps dazu. Das System versteht sich auch mit Smartphones aller Betriebssysteme. Bedient wird die Technik per Touchscreen und erstmals auch durch Gestenteuerung. In der Aufpreisliste locken darüber hinaus die üblichen Assistenten, darunter ein Stauhelfer, der dem vorausfahrenden Auto selbsttätig um Kurven folgt. Wie auch beim Standard-Tiguan gibt es für die XL-Ausführung zwei unterschiedliche Front-Designs zur Auswahl, ein eher bulliges für den Stadtverkehr und ein unten abgeschrägtes mit besserem Böschungswinkel für Fahrten im Gelände. (Holger Holzer/SP-X)

Facelift? Update? Das ist der neue Golf VII!

Anzeige

Wir schreiben das Jahr 1974: Giorgetto Giugiaro wird zum größten Krisenlöser der Konzerngeschichte im Hause VW. Der italienische Stardesigner wusste nicht recht, wie ihm geschah, als er den Auftrag bekam, mit dem Golf den angeschlagenen Konzern zu retten. Doch der Plan ging auf und der Golf I schlug 1974 mit Nachdruck ein. 2017 ist es wieder ein alter Bekannter: Der Golf VII. Dabei hat dieser nicht einmal ein Facelift bekommen – zumindest im Volkswagen-Deutsch. In Wolfsburg spricht man von einem Update. Wir schauen uns einmal an was Update mit sich bringt.

Das Exterieur wirkt vorsichtig geschärft

Man sieht das Golf VII Update aktuell schon in Wolfsburg über die Straßen ziehen und stellt fest: Man muss schon zwei Mal hinsehen, um es als Modellpflege auszumachen. Die Vor-Update-Variante sieht dadurch immer noch frisch aus und wirkt keineswegs veraltet. Ein typisches VW-Mittel: Die Evolution anstelle der Revolution. So kommen beim Golf VII Update neue Lackfarben zum Tragen, die die Spanne vom klassischen Weiß oder Schwarz über hübsche Grautöne bis hin zum neuen, auffallenden Kurkuma-Gelb abdecken. Wer nicht im grauen Einheitsbrei untergehen will, darf diesen Farbton als gelungene Alternative betrachten.

Kurkuma-Gelb – Ein Farbton, der dem Golf VII Update bestens steht.

Ansonsten kommen natürlich neue Felgendesigns zum Tragen, die die Formate von 15- bis 18, bei den Sportlern à la GTI und GTD sogar in 19 Zoll, abdecken. Auffälliger sind da eher die neuen und markanteren Scheinwerfer des Kompakten. Optional sind sie mit Voll-LED-Technik erhältlich. Am Heck fallen die neuen Rückleuchten ebenso auf wie das nun erhältliche Blinker-Lauflicht, das wir in ähnlicher Form bereits von Audi kennen. Je nach Ausstattung kommen Chromleisten hinzu, während die typische Golf-Formensprache unangetastet blieb. Das bedeutet eine gehabt dynamische Silhouette mit breiter C-Säule.

Interieur: Infotainment im TV-Format

Großartige Änderungen wird man genauso wenig feststellen, wenn man den neuen Golf in der Basisausstattung bestellt. Allerdings ist hier nun das Radio Composite Color mit Farbbildschirm, Touchscreen, AUX-in und SD-Kartenleser serienmäßig. Richtig spannend wird das Interieur des Update Golfs mit dem Active Info Display. Dieser 12,3-Zoll-Bildschirm ersetzt die gewöhnlichen Rundinstrumente und zeigt die fahrtrelevanten Daten wie etwa Tempo und Drehzahl an. Zudem werden die Fahrassistenzsysteme oder die Navigationskarte angezeigt, sodass man nur noch einen Blick braucht, um alles zu erfassen, anstatt auf die Instrumente und anschließend nochmals auf das Infotainment zu schauen. Ansonsten tat sich nicht viel im Innenraum zum Golf VII Update; Geblieben sind hochwertige Materialien und eine tolle Verarbeitung – wie man es eben von einem Volkswagen gewohnt ist.

 

Mehr erfahren zum Golf Update: klick mich

 

Das geht was rein – der Variant bietet nach wie vor viel Laderaum.

Neues gibt es aber sehr wohl an der Front des Infotainments. Fährt die Basis bereits mit einer ansehnlichen Touchscreen-Lösung mit 6,5-Zoll-Display vor, verfügt das nächst bessere System – das Composite Media – schon über eine USB- und Bluetooth-Schnittstelle zur Koppelung von Mobiltelefonen. Zudem bekommt man hier ein 8-Zoll-Display, also das höchste der Gefühle bei der Pre-Update-Variante. Auf dieses Display greift mit der Auffrischung nun das Einstiegs-Navigationssystem zurück – das Discover Media. Richtiges TV-Format hat indes das neue Top-Gerät, das Discover Pro. Sein 9,2 Zoll großer Touchscreen mit Annäherungssensor bietet ein gestochen scharfes Bild und gefällt mit seiner klaren Bedienung. Ergänzen kann man die beiden Navigationsgeräte mit „Car Net Guide & Inform“. Diese Erweiterung bietet die Möglichkeit, sich über nützliche Ziele in der Umgebung schlau zu machen, wie etwa Parkplätze oder Tankstellen. Zudem bietet es Echtzeit-Verkehrsinformationen auf Internetbasis. Eine Schippe drauf legt man mit dem „Guide & Inform Plus“, das Zugriff auf Satellitenbilder, detailgetreue Google Earth Aufnahmen und 360° Google Streetview Bilder zulässt.

Auf Nummer sicher – Die Assistenten

Natürlich war der VW Golf VII bereits vor dem Update ein sehr sicherer Zeitgenosse. Mit der Aufwertung wurde aber nochmals Hand angelegt. So wurde der Front Assist, der nun nicht mehr sichtbar im unteren Bereich des vorderen Stoßfängers untergebracht ist, attraktiv hinter dem Markenzeichen versteckt. Das Umfeldbeobachtungssystem ist bereits ab der mittleren Ausstattungslinie „Comfortline“ serienmäßig an Bord und hält eine City-Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung parat. Daneben gibt es natürlich den ACC, den adaptiven Abstandstempomaten. Jener lässt sich um den komfortsteigernden Stau-Assistenten ergänzen, der den Abstand zum Vordermann nicht nur konstant hält, sondern darüber hinaus wieder beschleunigen kann und in der Spur bleibt. Das System bremst den Golf sogar bis zum Stillstand ab und nimmt anschließend wieder Fahrt auf, wenn es der Stau erlaubt.

Weiterhin im Programm ist der Golf GTE mit 204 Hybrid-PS.

Ein nützliches Assistenzsystem stellt darüber hinaus der Emergency Assist dar, der die Teilsteuerung des Fahrzeugs übernimmt, sobald das System erkennt, dass der Fahrer nicht mehr fahrtauglich zu sein scheint. Wer sich nicht sicher ist, seinen Golf ohne Schaden in enge Parklücken bugsieren zu können, wird sich über den Park-Lenk-Assistenten freuen. Ergänzt wird er durch die integrierte Ausparkfunktion – schließlich muss man die enge Parklücke auch irgendwann wieder verlassen. Bekannt und beim Golf VII Update selbstverständlich mit von der Partie sind der Blind-Spot-Sensor sowie der Spurhalte-Assistent.

Antriebe – für jeden etwas dabei

Es war eigentlich schon immer so und es bleibt beim Update dabei: Die Motorenpalette des Golf ist schier riesig. Den Einstieg macht man bei den Benzinern mit einem 1.0 Liter Dreizylinder mit 85 PS. Darüber rangiert ein weiterer Dreizylinder, der 110 PS leistet und den Golf VII bereits ordentlich antreiben dürfte. Etwas mehr Fahrdynamik verspricht hingegen der 1.4 Liter Turbo-Benziner mit 125 PS, während der neue 1.5 Liter Vierzylinder mit seinen 150 PS für die meisten Fahrer durchaus sportlich wirken dürfte. Wem das nicht reicht, der kann auch weiterhin zum Golf GTI mit 230 PS oder zur um zehn PS erstarkten Top-Version Golf R greifen. Der serienmäßig mit Allradantrieb ausgestattete Sport-Golf holt 310 PS aus einem aufgeladenen 2.0 Liter Vierzylinder.

Man muss schon genau hinsehen, um das Facelift auszumachen.

Die Diesel starten, wie gewohnt, mit 1.6 Litern Hubraum. Das Basis-Aggregat leistet hier 115 PS und erfüllt, wie seine größeren Brüder, die Euro 6-Abgasnorm – die Einfahrt nach Stuttgart stellt also kein Problem dar. Darüber liegen die beiden 2.0 TDI mit 150 bzw. beim sportlichen GTD mit 184 PS. Die Verbräuche sollen sich – je nach Modell – zwischen 3,9 und 4,9 Litern einpendeln. Ebenfalls erhältlich ist eine TGI-Variante. Diesen Golf kann man alternativ mit Erdgas oder Benzin befeuern, sodass eine Gesamtreichweite von rund 1.300 km erreicht werden kann, wenn beide Tanks randvoll sind. Damit ist und bleibt der Golf ein klassenloses Vergnügen – egal, mit welcher Ausstattung oder Motorisierung.

Ergänzung, Kraftstoffangaben und DAT-Hinweis:
Golf GTI:
Kraftstoffverbrauch Golf GTI, l/100 km: innerorts 8,2 – 7,8 / außerorts 5,5 – 5,3 / kombiniert 6,4 – 6,3; CO2-Emission kombiniert, g/km: 148 – 145; Effizienzklasse: D*
Golf GTD:
Kraftstoffverbrauch Golf GTD, l/100 km: innerorts 5,6 – 5,2 / außerorts 4,5 – 4,0 / kombiniert 4,9 – 4,4; CO2-Emission kombiniert, g/km: 129 – 116; Effizienzklasse: B – A*
Golf GTE:
Kraftstoffverbrauch Golf GTE, l/100 km: kombiniert 1,8 – 1,6; Stromverbrauch, kWh/100 km: kombiniert 12,0 – 11,4; CO2-Emission kombiniert, g/km: 40 – 36; Effizienzklasse: A+*
e-Golf:
Stromverbrauch e-Golf, kWh/100 km: kombiniert 12,7; CO2-Emission kombiniert, g/km: 0; Effizienzklasse: A+*
Golf R:
Kraftstoffverbrauch Golf R, l/100 km: innerorts 10,1 – 8,7 / außerorts 6,6- 6,0 / kombiniert 7,9 – 7,0; CO2-Emission kombiniert, g/km: 180 – 160; Effizienzklasse: E – D*
Golf R Variant:
Kraftstoffverbrauch Golf R Variant, l/100 km: innerorts 8,9 / außerorts 6,2 / kombiniert 7,2; CO2-Emission kombiniert, g/km: 164; Effizienzklasse: D*

DAT-Hinweis:
Hinweis nach Richtlinie 1999/94/EG in der jeweils gegenwärtig geltenden Fassung: Weitere Informationen zum offiziellen Kraftstoffverbrauch und den offiziellen spezifischen CO2-Emissionen neuer Personenkraftwagen können dem „Leitfaden über den Kraftstoffverbrauch, die CO2-Emissionen und den Stromverbrauch neuer Personenkraftwagen“ entnommen werden, der an allen Verkaufsstellen und bei der DAT Deutsche Automobil Treuhand GmbH, Hellmuth-Hirth-Straße 1, D-73760 Ostfildern oder unter www.dat.de unentgeltlich erhältlich ist.

VW Arteon – Die Kunst des Kaschierens

VW wird auf dem Genfer Autosalon (9. bis 19. März 2017) die neue Modellreihe Arteon präsentieren. Technisch handelt es sich um ein Passat-Derivat, das allerdings Kunden mit gehobenen Ansprüchen locken soll. Die coupéhafte Limousine ist damit Ersatz für gleich zwei Modelle: Einerseits als direkter Nachfolger des CC, ist der Neuling zugleich auch als Phaeton-Ersatz gedacht.

Die große Heckklappe mit integriertem Spoiler soll einen großzügigen Zugang zum Kofferraum des VW Arteon erlauben

Um sich optisch klar vom Passat abzuheben, kommt der Arteon mit einem aristokratisch gestalteten Gesicht vorgefahren, bei dem die verchromten Kühlergrillrippen von LED-Elementen in den dreidimensional gestalteten Scheinwerfern fortgeführt werden. Ein vor der Genf-Premiere veröffentlichtes Bild der Front deutet an, dass der Arteon stark der 2015 ebenfalls in Genf vorgestellten Studie „Sport Coupé GTE“ ähneln wird.

VW hat ein erstes Bild vom Gesicht des neuen Arteon veröffentlicht

Einen eigenständigen Charakter soll der Arteon auch dank seiner Fastback-Karosserie vermitteln. Ähnlich wie bei den GT-Modellen von BMW oder den Sportback-Varianten von Audi A5 und A7 bietet der Arteon eine große Heckklappe. Das Portal mit integriertem Heckspoiler soll einen guten Zugang zu einem großen Gepäckraum ermöglichen.

Das Sport Coupé Concept GTE vereint Elemente von Limousine und Coupé

Weitere Details zur Technik des Arteon hat VW noch nicht verraten. Doch dürfte das künftige Modell den Passat in den Außenabmessungen leicht überragen, in Hinblick auf die Antriebe und die Infotainment-Technik hingegen weitestgehend auf Regallösungen von Passat und dem frisch gelifteten Golf zurückgreifen. (Mario Hommen/SP-X)

Gelifteter VW E-Golf – 100 Kilometer für 1.000 Euro

Zu Preisen ab 35.900 Euro ist ab sofort der geliftete VW E-Golf bestellbar. Die Elektroversion des kompakten Fünftürers ist im Zuge der Überarbeitung 1.000 Euro teurer geworden, bietet im Gegenzug aber eine um 100 auf 300 Kilometer gewachsene Maximalreichweite. Im Alltag sollen ohne Probleme etwa 200 Kilometer möglich sein. Außerdem steigt die Leistung des E-Motors um 20 PS auf 100 kW/136 PS, die Serienausstattung wird unter anderem um einen City-Notbremsassistenten sowie ein Multifunktionslenkrad ergänzt.

Darüber hinaus profitiert der E-Golf von den Neuerungen der Modellpflege. Unter anderem wurde das Design von Front und Heck sowie der LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten überarbeitet. Im Innenraum kommt das digitale Kombiinstrument Active Info Display zum Einsatz. Zu den Konkurrenten des elektrischen Golf zählen der Nissan Leaf (ab 29.265 Euro) und kommende Opel Ampera-e (zirka 40.000 Euro). (Holger Holzer/SP-X)

Test: VW Nutzfahrzeuge Caddy Alltrack

Flottes Design, solide Verarbeitung, sparsame Motoren: Volkswagen Nutzfahrzeuge aus Hannover hat in die vierte Generation des Caddy viel investiert. Der „Lastenesel“ öffnet dem deutschen Autobauer alle Optionen der Zielgruppen – vom Privatkunden über den Kleinunternehmer bis hin zum Großkonzern. Mehr als 1,5 Millionen Einheiten fanden seit seiner Einführung vor 13 Jahren Käufer aus aller Welt. Mit neuen Derivaten, Fahrsicherheitssystemen sowie Motorisierungen will sich VW Nutzfahrzeuge weiter mit seinem Stadtlieferwagen nicht nur im Heimatmarkt festsetzen. Zum 14-tägigen Test kam der Caddy Alltrack mit einem 150 PS Diesel Aggregat und einem Doppelkupplungsgetriebe. Der Allradler findet seinen Einstiegspreis bei 20.560 Euro.

VW Caddy Alltrack 4MOTION 2.0-l-TDI

Nutzfahrzeug mit Laufstegcharakter

Einsatzgebiet: Privat- und Großkunden.

Mit einem Nutzwagenanteil von rund 55 Prozent verlassen im Schnitt 100.000 Fahrzeuge das Werk in Poznan (Polen). Damit bedient Volkswagen unter anderem DHL und die Telekom, um nur zwei der Großabnehmer zu nennen. Volkswagen möchte aber mit noch mehr Individualisierung weiter auf seine Kunden eingehen. Er kann nicht nur optisch sowohl Interieur als auch Exterieur gestalten. Man reagiert auf individuelle Ansprüche mit einem breit gefächerten Motoren- und Antriebsprogramm. Insgesamt stehen ein TGI- (Erdgas), vier TDI- (Diesel) sowie drei TSI- (Benziner) Motoren mit vier Antrieben zur Verfügung. Wahlweise kann hier ein 5- oder 6-Gang-Schaltgetriebe sowie ein 6- oder 7-Stufen-DSG-Getriebe genutzt werden.

Frontpartie dem Konzern angepasst.

Das Außenkleid des Klein-Nutzwagen-PKWs haben die deutschen Ingenieure trotz seines hohen Aufbaus in die Gesamtkonzern Design-Sprache eingebetet. Dabei ist der Caddy von vorn unverkennbar ein Modell aus dem Hause Volkswagen. Der mit Chromleisten besetzte Kühlergrill mit seinen sich anschließenden eleganten Scheinwerfern trägt das Firmenlogo sehr prominent vorne weg. Die an den Endungen der Scheinwerfer beginnende Sicke verbindet in einem Fluss Vorderbau und Heck des Fahrzeuges. Die auffälligen Rückleuchten und horizontalen Linien strecken das Heck optisch und lassen das Fahrzeug visuell nicht nur  breiter, sondern auch höher auf der Straße stehen.

Einsatzgebiet…..überall.

Geschmeidiger Diesel

Die von uns getestete Alltrack 2.0 TDI Variante mit dem 150 PS starken Diesel und Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe sowie Start-Stopp-Automatik verbraucht im Normtest gerade mal 5,4 Liter Diesel, was einer Kohlendioxidemission von 143 Gramm pro Kilometer entspricht. Die Angaben des Herstellers haben wir auf unseren Teststrecken leider nicht ganz so erfahren können. Der Caddy nahm uns im Gesamttest doch einen guten halben Liter mehr im Schnitt ab. Dennoch wirkt das Aggregat im Fahrtest nie überfordert und bringt zwischen 1.750 bis 3.000 Touren kraftvolle 340 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, was ihm eine überzeugende Laufruhe einträgt. Durchfahrene Schlaglöcher und Unebenheiten steckt der Allrad Caddy gut weg, wirkt insgesamt sehr stabil und bietet ein komfortables Fahrverhalten.

2 Liter TDI Diesel.

Platzangebot vom Feinsten

Trotz seiner optisch großen Abmessungen kommt man mit dem Caddy Alltrack im dichten Stadtverkehr gut zurecht. Bei der Innenraumgestaltung fällt die gute Verarbeitung der Sitze auf, die angenehmen Seitenhalt bieten. Auch der Rest des Interieurs wirkt hochwertig verarbeitet. Das Hartplastik von einst bei Nutzfahrzeugen ist längst weichgeschäumten Kunststoffoberflächen mit Carbon-Optik-Elementen gewichen, die man gerne anfasst. Oberhalb des Fahrers und Beifahrers erstreckt sich über die gesamte Breite der Front ein großes Ablagefach, wo beispielsweise Papiere für Handwerker und Auslieferungsdienste ihren Platz finden. Das Cockpit ist zudem übersichtlich gestaltet und gut zu bedienen, die Rundumsicht mehr als großzügig. Dabei wirkt nicht nur das Ambiente stimmig, es gibt auch viel Platz für Arme, Beine und Kopf, und zwar auf den Vordersitzen wie auch im Fond. Hinten finden auch größere Insassen ausreichend Platz. Der Ein- und Ausstieg ist zudem bequem dank der Schiebetüren auf beiden Seiten. Im Caddy-Kofferraum können ohne Umbauten bis zu fünf Reisekoffer bequem verstaut werden. Wird die Rücksitzbank umgelegt, vergrößert sich der Stauraum auf 3.020 Liter. Die Kofferraumklappe lässt sich leider in unserem Fall nur manuell entriegeln und anheben. Dabei genügt der Platz unter der offenen Heckklappe auch größeren Personen, denn sie schwingt mehr als 2,00 Meter über dem Boden auf. Eine niedrige Ladekante macht es möglich, schwere Gepäckstücke einzuladen.

Große Heckklappe für bequemes Einladen.

Vollausstattung inklusive Fahrerassistenzsysteme

Beim Thema Sicherheit und Komfort richtet man sich in Hannover auch nach den unterschiedlichen Lebens- und Arbeitsszenerien seiner Kunden. Sind solche Dinge wie ein Curtain-Airbag oder ABS bereits Standard, so halten auch beim Nutzfahrzeug Caddy immer mehr elektronische Helfer Einzug. So wartet VW Nutzfahrzeuge mit dem Umfeldbeobachtungssystem „Front Assist“ auf. Mittels Radar erkennt das System kritische Abstände zum Vordermann und hilft, den Anhalteweg zu verkürzen. In zwei Stufen warnt der Helfer, damit beim Eingreifen des Fahrers die volle Bremsleisteng ansteht. Zudem beinhaltet das System die City-Notbremsfunktion. Sie unterstützt bei niedrigen Geschwindigkeiten unterhalb von 30 km/h. Übersieht der Fahrer ein Hindernis, bremst das System automatisch ab und sorgt für eine Verringerung der Aufprallgeschwindigkeit. Im Idealfall wird der Auffahrunfall so gänzlich vermieden.  Um weitere Risiken bei Unfällen mit Personenschäden vorzubeugen, kommt eine Multikollisionsbremse zum Einsatz. Sie verhindert, sollte der Fahrer nicht mehr eingreifen können, Folgekollisionen. Das System wird aktiv, wenn zwei voneinander unabhängige Sensoren einen Unfall erkannt haben. In diesem Fall wird das Auto nach voreingestellte Verzögerung schubweise auf 10 km/h abgebremst. Der Fahrer kann die Kontrolle über das Fahrzeug jedoch jederzeit wieder übernehmen. Zusätzlich erhältlich sind eine Geschwindigkeitsregelanlage (GRA) inklusive eines Speedlimiters, der eine Beschleunigung zum Beispiel in der Stadt über die voreingestellte Geschwindigkeit nicht erlaubt. Optional hierzu kann auch eine Distanzregelung (ACC) geordert werden. Eine Fernlichtregelung (Light-Assist) und ein Park-Assist mit  optischem 360 Grad Parksystem (OPS) runden das Kapitel Sicherheit und Komfort ab.

Rückfahrkamera darf nicht fehlen.

Ausstattungslinien mit viel Serie

Einstieg beim Caddy bildet die Ausstattungslinie „Conceptline“ mit einem Grundpreis von 18.243 Euro. Den Kunden erwartet bereits hier eine üppige Ausstattung wie Fahrer-, und Beifahrerairbags inklusive Seiten-Kopf-Airbags, Tagfahrlicht, Berganfahrassistent, Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Heckklappe mit Fensterausschnitt und Dachreling-/Dachträger-Vorbereitung. Über die Ausstattungslinien „Trendline“ und „Comfortline“, kann die Variante „Highline“ weitere Kundenwünsche erfüllen, sodass nur wenig Platz für Zusatzausstattung bleibt. Der Alltrack bedient mit seinem Allradantrieb und der 4MOTION Getriebe Variante ein alternatives Kundenklientel im Bereich von 20.560 bis 24.466 Euro.

Fazit: Der VW Nutzfahrzeuge Caddy Alltrack ist nicht nur ein weiteres Nutzfahrzeug. Mit dem Caddy in der PKW Variante wird ein Fahrzeug mit hohem Aufbau auch im Lifestyle Ambiente gesellschaftsfähig und zur ersten Wahl für Familien und Extremsportler.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

VWN

Caddy Alltrack

Motor R4, Diesel
Hubraum 1.968 ccm³
Leistung 150 PS @ 3.500 – 4.000 U/min
Kraft 340  Nm @ 1.750 – 3.000 U/min
Getriebe Sechs-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsachse Allradantrieb

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.506, 1.793, 1.858   mm
Radstand 2.682 mm
Leergewicht 1.764 kg
Wendekreis 11,1 m
Höchstgeschwindigkeit 189 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 9,9 sec
Normverbrauch 6.0 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 6.4 l / 100 km
Öko-Experte 5.9 l / 100 km
Außendienst-Modus 6.2 l / 100km

[=“ “ ]Text und Bild: Stefan Beckmann

[/toggle]