Infiniti QX30 und Simone Amores

Fahrbericht Infiniti QX30 – GLA auf Japanisch

Infiniti QX30 und Simone Amores

Bis zur Unendlichkeit und zurück? Mit Infiniti, einer Premium-Tochter von Nissan, vorstellbar, allerdings mit ein paar kleinen Abstrichen. Basierend auf dem Mercedes GLA begann die Nobelmarke des japanischen Herstellers Ende 2015 in England mit der Produktion des kompakten Q30 und des QX30. Dass sich viele Mercedes Gene unter dem Infiniti QX30 verstecken, erkennen allerdings wirklich nur die Kenner. Diese zeigen sich besonders auf Basis der Technik und an einigen Knöpfen und Reglern. Von außen lässt sich die grazile japanische Hand erkennen. Die markante Infiniti Linie ist deutlich wahrnehmbar. Von vorn zeigt sich ein aggressiver Grill mit bösem Blick und dem in Deutschland noch nicht so bekannten Infiniti-Logo: eine Straße, die ins Unendliche geht. Scharfe Kanten umrahmen die große Motorhaube, setzen sich über die Seiten fort und enden in schmalen Heckleuchten. Ein Rücken, der zu entzücken weiß, wie beim GLA auch, den ich ebenfalls schon testen durfte.

Zu viel Sicherheit?

Auf der knapp fünfstündigen Fahrt nach Hessen schaute ich mir die japanische Luxus-Karosse mal genauer an. Mit ausreichend Fahrsicherheits-Assistenten ausgestattet, hatte man das Gefühl, nichts mehr machen zu müssen. Einfach entspannt zurücklehnen und hin und wieder mal lenken. Wenn es nur so einfach wäre. Manche der Sicherheitssysteme waren aber ein wenig zu eifrig bei der Sache. Da piepte und blinkte es schon, noch ehe eine wirkliche Gefahr bestand. Das hält zur frühen Morgenstunde, in der ich unterwegs war, natürlich hervorragend wach, doch es erschreckt auch immer mal wieder und führt zu Verunsicherungen. Nett ist das Toter-Winkel-Warnsystem, das sich an der Innenseite des Fahrzeugs befindet, angekuschelt an die kleine Bose-Box, aus der hervorragender Sound kommt. Normalerweise befindet sich diese Anzeige immer am Aussenspiegel. Wer auf solche High-Tech Assistenten steht, dürfte sich über die 360°-Rückfahrkamera freuen, die einem das Auto auch aus der Vogelperspektive zeigt und bei sich bewegenden Objekten sofort anspringt. Wenn man steht, natürlich. Was auf längeren Fahrten neben dem Spurhalteassistenten den Fahrer noch bei Laune hält, sind die Sitze. Der Fahrersitz ist auf Dauer sehr hart, auf dem Beifahrersitz dagegen deutlich bequemer. Ob das eine gewollte „Funktion“ ist oder mein Popo-Meter einfach keine längeren Fahrten in sonst sehr anschmiegsamen Sitzen aus Nappaleder mehr gewöhnt ist, werden wir wohl so schnell nicht erfahren.

Infiniti QX30 Interieur

Im Interieur zeigt sich trotzdem all das, was man sich im Premiumsegment einer Automarke vorstellt. Die verwendeten Materialien sind optisch und auch gefühlt sehr ansprechend. Zweifarbiges Leder und kontrastierende Ziernähte und genügend Platz sorgen für Premiumwohngefühl. Alles im Stylepaket enthalten, natürlich. Wenn schon, denn schon. Das Lenkrad fasst sich gut an und liegt perfekt in der (Damen-) Hand. Einzig der Blinker ist zu kurz geraten. Aber das Beste: Holzapplikationen sorgen für weitere Wohlfühlatmosphäre. Das Cockpit kennt man bereits aus dem GLA und ist klar strukturiert. Die Grafik des Navigationsgerätes ist ein wenig gewöhnungsbedürftig und auch die Bedienung nicht ganz intuitiv. Leider findet es auch die Zieladresse nicht, so dass ich auf das gute alte Google Maps auf meinem Smartphone ausweichen muss. Screensharing ist nämlich auch nicht vorhanden. Schade. Das DAB-Radio macht es aber wieder gut und zum Glück gibt es in fast jedem Fahrzeug einen USB-Anschluss, so dass das Smartphone recht schnell wieder auf 100% schnellt.Infiniti QX30

Aussen sportlich, innen entspannt

Die Fahrt mit dem Infiniti QX30 gestaltet sich sehr entspannt. Der Sportmodus verschafft zwar ein kurzes Gefühl von „Wow“ , aber das reicht nicht, um die Sinne zu beflügeln. Dafür fühlt sich der SUV einfach zu schwerfällig an. Dabei sollte das mit einem Gewicht von 1.651 Kilogram eigentlich nicht so sein. Das Ansprechverhalten des Motors ist im Eco-Modus recht langsam, was sich noch durch die langsame Reaktion des Start-Stopp-Systems verstärkt. Im S-Modus reagiert er danke seiner 170 PS (125 kW ) schaltfreudiger, doch es reicht einfach nicht aus, will man ein bisschen sparsamer fahren. In 8,5 Sekunden schafft er die 100 km/h und bei 215 km/h ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht. Dabei soll sich der Verbrauch laut Infiniti im Schnitt bei 5,4 Liter Diesel belaufen (kombiniert, innerorts). Bei mir pendelte sich der Infiniti QX30 bei 6,4 Liter ein.

Ab 44.360 Euro gibt es den Japaner zu kaufen. Die Topausstattung „Premium Tech“ ist nur in Verbindung mit dem Dieselmotor erhältlich und kostet dann um die 47.308 Euro. Dafür hat er sicherheitstechnisch und komfortmäßig alles, was in der Premiumliga gewünscht ist. Das zu genießen fällt natürlich nicht schwer. Auch der Kofferraumvolumen von 430 Litern macht eine längere Reise angenehmer.

Infiniti QX30

Fazit: Der Infiniti QX30 ist ein SUV für Individualisten, die ein charakteristisches Fahrzeug fahren, aber nicht auf Großserientechnik und das „Mercedes-Feeling“ verzichten möchten, ohne Mercedes Preise auch bezahlen zu müssen. Mit dem Infiniti QX30 sind sie absolut gut beraten, doch wer auch den Fahrspaß eines Mercedes erwartet, muss seine Erwartungen ein wenig nach unten korrigieren. Der Japaner hat zwar die Gene, aber nicht die Sportlichkeit. Dennoch ein elegantes, solides Auto im Premiumsegment mit dem gewissen Etwas.

Fahrbericht & Fotos: Simone Amores

Erste Fahrt: Infiniti Q50S Hybrid

Infiniti Q50S Hybrid Fahrbericht

Straßenkreuzer mit F1-Boost

Der seit 2008 auf dem europäischen Markt agierende japanische Luxus Automobilhersteller Infiniti stellt mit dem Modelljahr 2018 seinen Mittelklassewagen Q50 nicht nur äußerlich als Facelift vor. Gerade unter der Haube präsentiert der Q50 mit der „S“-Version ein neues 3,5 Liter Hybrid Aggregat, das zwar ökonomisch mit kleinen Zahlen daher kommt, aber vor allen Dingen eines tun soll : Spaß machen. Gerade weil der Markt im D-Segment sehr stark umkämpft ist, will Infiniti ein Zeichen der Aufmerksamkeit mal anders setzen. Der Infiniti Q50 Modelljahr 2018 steht ab sofort mit insgesamt 4 Motorisierungen und vier Ausstattungsvarianten beim Infiniti Händler zur Kundenschau parat. Dort zeigt er sich mit einem Einstiegspreis von 38.900 Euro.

Ganz im F1-Fieber

Gleich nach unserer Ankunft in Porto konnten wir uns auf den ersten Testkilometern von der Performance des neuen Q50S Hybrid AWD überzeugen. Enge kurvige Straßen sowie Autobahnstrecken nimmt der Mittelklasse Infiniti, der im japanischen Tochigi produziert werden soll, sehr leicht und souverän. Spurtreu spurtet der Hybrid von Kurve zu Kurve und lässt uns dabei ganz vergessen, dass wir nicht in einem F1-Boliden sitzen. Denn dies wollen uns die japanischen Ingenieure in Zusammenarbeit mit Renault Sport Formula One näher bringen. Nicht wie üblich dient die Hybrid Technologie als Spritsparunterstützer, sondern wie beim DRS-Fenster während der Renntage als Boost für den bereits starken 3.5 Liter V6 Benziner. Wahlweise ist der angehende Bolide mit seinen 364 Pferdestärken Gesamtleistung mit einem permanenten Allradsystem erhältlich. Dass die Verbrauchswerte konträr zu seiner sportlichen Performance stehen, zeigt uns das Datenblatt vom Hersteller. Dort steht eingetragen der kombinierte Wert von 6,8 Liter. Ob wir diese Zahlen auch erreichen können, werden wir zu einem späteren Zeitpunkt testen.

Der Infiniti Q50S mit Genen aus der Formel 1.

Formschöne Kurven

Das angekündigte Facelift in der Außendarstellung des Q50 bezieht sich im großen und ganzen auf drei markante Punkte, die auch für den Nicht-Infiniti Kenner deutlich zu erkennen sind. Während die zentrale Front des Q50 mit einem doppelt geschwungenen Bogen am Kühlergrill aufwartet, kommen die Scheinwerfer mit den deutlichen Zügen eines menschlichen Auges daher. Abschließend finden wir die C-Säule des Fahrzeuges als Darstellung eines Halbmondes. Die von uns getestete Hybridversion steht auf 19-Zoll-Aluminium Rädern sehr breit und selbstbewusst auf der Straße und besticht von der Seite mit kurzen Überhängen. Die Außendynamik übernimmt der Q50 im Interieur gleichermaßen. Materialien und Verarbeitung wirken standesgemäß hochwertig. Sein Cockpit präsentiert sich nicht verspielt und versorgt uns mit allen notwendigen Informationen. Bei voller Bestuhlung  – das Umklappen der Rücksitzlehnen ist nicht vorgesehen – lädt der Q50S bis zu 400 Liter zu. Dies entspricht nicht viel mehr Volumen als für zwei Bordtrolleys, was gerechtfertigt wird durch den dort benötigten Platz für die Batterien.

Geschwungene Formen prägen den Q50S.

 

Interieur stimmig zum Außenkleid.

Wird auch mit konventionellen Motoren geliefert

Außer dem bereits beschriebenen Hybridsystem bietet Infiniti zwei weitere Benzinaggregate und einen Dieselmotor im Q50 zum Kauf an. Beide Benziner stammen aus eigener Entwicklung und werden ausschließlich mit einem Sieben-Stufen-Automatikgetriebe angeboten. Der vom Kooperationspartner Daimler gelieferte Diesel wird sowohl mit dem Sieben-Stufen-Automatikgetriebe als auch mit einem Sechs-Gang-Schaltgetriebe kombiniert. In allen Fällen der Motorisierungen baut Infiniti auf eine Turbo geladene Version. Der 2.0 Liter Benziner leistet 155 kW (211 PS) und bringt starke 350 Newtonmeter auf die Straße. Beim kombinierten Spritverbrauch von 6,5 Liter pro 100 Kilometer ergeben sich 151 Gramm CO2. Die Listenwerte von 9,1 Liter pro 100 Kilometer und 206 Gramm CO2 sind beim stärkeren 3.0 Liter V6 Benziner notiert. Der 2.2 Liter Diesel mit seiner Leistungsstufe 125 kW (170 PS) bringt ordentliche 400 Newton auf den Asphalt. Beim kombinierten Verbrauch von 5,2 Litern pro 100 Kilometer ergibt sich ein Ausstoß von 123 Gramm Emissionen.

Hybrid mit satten 364 Pferdestärken.

Beim Startpreis von 38.900 Euro liegt der Q50 zwar im oberen Drittel unserer persönlichen Wertungsliste, aber der japanische Automobilhersteller besticht mit besten Materialen und Verarbeitung.

Fazit: Bei der Bereitstellung des Mittelklasse Hybrid ist dem Luxusableger des Automobilherstellers Nissan ein guter Wurf gelungen. Dabei gelingt die Kombination aus Spritersparnis und Fahrspaß.

Q50S als Top Alternative im Mittelklasse Segment.

Mit dem Infiniti Q50S Hybrid durch die Lande zu ziehen macht Spaß und bringt ein tolles Fahrgefühl. Zudem spart er auch noch Sprit, was will man mehr ?

Text: Stefan Beckmann, Beitragsbild: Hersteller Bild: Stefan Beckmann und Hersteller

Das Leben ist schön – Infiniti Q60

Es gibt Autos, die kauft man nur aus einem Grund: Weil man sie schön findet. Die Premium-Marke von Nissan, Infiniti, hat genau so ein Fahrzeug im Programm. Ein zweitüriges Coupé, elegant, sportlich, dynamisch im Design, einfach schön. Mit allen Nachteilen eines Zweitürers – aber hey, wir leben nur einmal. Warum also nicht einfach ein schönes Leben leben Auto fahren?

Fahrbericht

Infiniti Q60 3.0t AWD – Das Leben ist schön

Dass man sich bei der Marke Infiniti bei einem Premium-Brand befindet, merkt man schnell und deutlich. Nichts an diesem Q60 ist so, weil es einfach nur so sein müsste, sondern weil es schön und gut ist, so wie es eben ist. Alleine die Entscheidung als Nischenmarke, noch ein weiteres Nischenmodell zu bringen, muss mit Respekt belohnt werden. Der kleine Ableger der japanischen Marke Nissan, Infiniti, verkaufte 2016 gerade einmal knapp 3.000 Autos in Deutschland. Weit weg von dem, was man bereits in den USA erreicht. Aber sich da mit einem Luxusgerät, einem Coupé, weiter profilieren zu wollen, ist eine klare Ansage. Hier geht es einfach nur um eine Tatsache: Das Leben ist schön. Also fahren wir Autos, die dazu passen.

Schöne Schale

Der Q60 trägt die Handschrift von Alfonso Albaisa. Und was der Chef-Designer mit den kubanischen Wurzeln bei der asiatischen Marke mit der Limousine Q50 angefangen hat, führt er mit dem Q60 fort. Ein emotionales Design. Dabei doch so klassisch. Neu interpretiert. Eine lange Motorhaube, eine flache und dynamisch verlaufende Dachlinie, elegante Fensterlinien mit einem Charakter-Knick vor der C-Säule. Ein breiter Hintern, dennoch sportlich knackig, markiert den Abschluss. Darunter liegend, eine fette doppelflutige Auspuffanlage.

Während der Basismotor des Q60, ein Zweiliter-Vierzylinder Turbo mit 211 PS, vom Kooperationspartner Mercedes-Benz kommt und mit reinem Hinterradantrieb erhältlich ist, fährt das mit einem 3.0 Liter V6 Bi-Turbo und 405 PS starkem Triebwerk ausgerüstete Top-Modell mit Allradantrieb und Siebengangautomatik vor. Und genau diese Kombination passt zum unwiderstehlichen Luxusgedanken eine Zweitürers. Ein Autos, unnötig wie dem Papst seine Eier. Aber attraktiv wie Penelopé Cruz und sündig wie Katy Perry. Eventuell eine der sündigsten Versuchungen, derer man in dieser Preisklasse erliegen kann.

Kleiner Kern

Dass so  eine sexy Linie und deren ebenso klassischen Proportionen von Natur aus so unpraktisch sind wie High-Heels für die Wanderung auf den Watzmann, verständlich – aber akzeptiert. Die Rücksitzbank darf zum Beispiel mehr als Zeichen des guten Willens verstanden werden denn als Angebot, dort wirklich Platz zu nehmen. Mehr als Sitz-Pygmäen wird man dort nicht unterbekommen und bereits für Schulkinder wird es deutlich zu klein. Lassen wir den Bereich als großzügige Erweiterung des Handschuhfaches gelten. Und wie gesagt: Das hier ist ein automobiles Date, in dem der Q60 klar die Rolle von Penelopé Cruz in High-Heels spielt – wer fragt da nach dem schnöden Alltag und Wanderstiefeln? Praktischer Rucksack? Brauchen wir nicht – Selbstvertrauen und eine gut gedeckte Kreditkarte sind da viel wichtiger.

Potenz hilft

Der 3,0 Liter große V6-Bi-Turbo hat gemeinsame Wurzeln mit dem 3.8er aus dem Nissan GT-R, verfügt aber über eigene Kolbengrößen und man packt an Motorentechnik rein, was heute angesagt ist. Nur von einer Elektrifizierung bleibt er verschont. Klassischer Benziner, druckvoller Turbo, laufruhig und willig bei der Arbeit. Beim Sound bleibt der optisch zu auffällige Q60 jedoch auffallend unauffällig. Dafür hat er mächtig Zug an der Kette.

405 PS sorgen für ein souveränes Leistungsgefühl und sind ein gutes Argument, um mit den etablierten Mitbewerbern um die Aufmerksamkeit der Prestige gewohnten Kundschaft zu buhlen. BMW 440i und Mercedes C43 Coupé haben beide deutlich weniger Leistung und kosten dennoch deutlich mehr. Und auch die Ingolstädter Alternative Audi S5 ist nicht nur schwächer und teurer, sondern auch noch geradezu unterkühlt im Design. Da wird aus Penelope Cruz dann schnell einmal Frau Oberschwester aus dem Alten-Pflegeheim. Und das Date mit dieser Dame, das wollen wir doch noch ein wenig aufschieben.

Und mit den 475 Nm des Dreiliter-Turbo lässt es sich ebenso gut auskommen. Seine Leistung packt der Q60 als 3.0t AWD immer über die Siebengangautomatik (nein, nicht von Mercedes-Benz) in Richtung der vier Räder. Allradantrieb mit Torque-Vectoring Kraftverteilung ist inklusive. Es ist Penelope Cruz in Bestform. Der Q60 bleibt so – so lange die Stabilitätskontrolle mit Traktionskontrolle aktiviert ist – ein sexy Traumtänzer. Der allerdings allzu heftige Dynamik-Tests frühzeitig unterbindet. Er versteht sich eher als klassischer GT. Ein langes Date. Die Nächte durchtanzen, feiern, glücklich fühlen. Es ist ein Genuss, die Zeit im Q60 abzusitzen.

Ehrliche Liebe

Mit der „steer-by-wire“ Lenkung macht Infiniti dann endgültig alles anders als die sonstigen Mitbewerber. Das „DAS“ „dynamic adaptive steering 2.gen“ getaufte System besitzt die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern nur noch für den Notfall. Im Alltag übernehmen drei Steuergeräte, die sich gegenseitig prüfen, ein Lenkwinkelsensor und elektrische Aktuatoren die Lenkarbeit. Das Ergebnis? Eine Lenkung, die sich unabhängig vom Fahrer selbst justieren kann. Fiese Schläge von Bodenwellen und das ständige „Lenkradwedeln“ gehören der Vergangenheit an. Bis zu 1.000 Lenkkorrekturen, je Sekunde, kann das System durchführen. Und natürlich ist es voll variabel. Sowohl in der Einstellung der Lenkkräfte also auch der Lenkwinkel. Die Lenkung lässt sich damit komplett auf den Fahrerwunsch adaptieren und ganz nebenbei, das ist die Zukunft.

Kombiniert wird das „direct adaptive steering“ System mit einem adaptiven Dämpfungssystem. Auch hier lassen sich die individuellen Vorlieben einstellen. Komfortabler? Oder sportlich direkter? In Verbindung mit dem steifen Q60-Chassis und dem „Active Noise Cancelling“ System, eine Variante, die viele von teuren BOSE-Kopfhörern kennen, lässt sich der Q60, so auf Komfort getrimmt und per Fahrdynamikschalter programmiert, als grandioser Komfort-Kumpel für die lange Tour identifizieren. Der jedoch immer die Reserven seines Doppel-Turbo V6 in der Hinterhand hat.

 

Was noch erwähnt werden muss

Das Cockpit wurde gegenüber dem Q50 nicht verändert, mit den beiden Touchscreens wirkt es noch auf der Höhe der Zeit und die analogen Rundinstrumente vor der Nase des Fahrers sind adrett – aber wer hier mehr auf Gadgets und neben gutem Sound auch auf eine ansehnliche Grafik des Multimediasystems setzt, der wird vermutlich wenig Freude empfinden.

Es ist ganz so, als würde uns am Ende des Dates das echte Geburtsdatum von Penelope Cruz verraten. Lässt das die Stimmung kippen? Sicher nicht. Während sich das Date dem Ende nähert, vertieft es noch einmal das Glücksgefühl und die Sinne für das Erlebte. Genießen wir es, so lange es diese Form der Dates noch gibt.

DATEN Infiniti Q60 3.t AWD

Preis: ab € 44.500 2.0t AT RWD  bis € 63.490 3.0t AWD AT Sport Tech
Antrieb Benziner: VR30DDTT 2.997 ccm, V6, Turboaufladung, CVVT, 405 PS bei 6.400 U/min, 475 Nm bei 1.600 bis 5.200 U/min
Dimensionen: 5 Sitze, L/B/H 4690, 1850, 1395 mm, Radstand 2850 mm, Gewicht 1874 kg, Kofferr. 342 l,
Fahrleistungen: 0-100 km/h 5,0 sec, Spitze 250 km/h, Normverbrauch 9,1l/100km

Test: Infiniti Q50

Die 1989 gegründete Luxusmarke des japanischen Autobauers Nissan Motor Co., Ltd. sollte zunächst in den Vereinigten Staaten und Kanada für ein Imagebewusstsein der Marke stehen. Nach getaner Arbeit weitete Nissan das Engagement ab 2008 unter anderem auf Europa aus. Mittlerweile drängt INFINITI mit seinen Modellen Q30, Q50, Q60 und Q70 sowie den analog dazu passenden QX Modellen sehr stark auf den europäischen Markt. Was mit einem Achtungserfolg startete, endet nun in einem Marktanteil zwischen 0,1 und 0,5 % in Deutschland. Mit dem Q50, der Mittelklasse Sportlimousine, starteten die Japaner im Sommer 2013 auch mit einem neuen Namen ihres Fahrzeug Portfolios weltweit. 2016 als Facelift neu aufgelegt, erfuhr der Q50 nicht nur kleinere kosmetische Korrekturen, er fasste als erstes Fahrzeug der Marke seine Fahrerassistenzsysteme im Marken eigenen Entwicklungsnamen „ProPILOT“ zusammen. Die Systeme sollen das Fahrzeug spätestens 2018 zum autonomen Fahren führen. Mit gerade mal zwei Benzinern, einem Diesel und einem Hybridantrieb schicken Nissans Ingenieure die Q50 Limousine auf den deutschen Markt. Der von uns getestete Q50 2.2d Sport Tech mit Automatikgetriebe startet in den Autohäusern mit einem Preis von 52.800 Euro.

Testbericht: Infiniti Q50 2.2d Sport Tech AT

Japanisch sportliche Reiselimousine
Der Q50, ein Auto fürs D-Segment.

Die Vermarktung der Luxusmarke in Deutschland findet in bislang 10 Infiniti-Zentren des japanischen Herstellers statt. Änderungen hierzu laufen beim in der Schweiz ansässigen Mutterkonzern auf Hochtouren. Sie sollen bis April 2018 abgeschlossen sein sollen. Im D-Segment startet  Infiniti seit Mitte 2013 mit dem Q50, einer Sport- und Reiselimousine. Zum Update des Q50 durften die Designer nochmals Hand anlegen. Der Infiniti typische Doppelbogen-Kühlergrill macht ersichtlich dabei den Anfang. Von dort aus ziehen die Japaner eine Linie, die über die am Ende der Scheinwerfer beginnende Sicke bis zu den Heckleuchten reicht. LED-Leuchten vorn und hinten geben dem Fahrzeug eine elegante Note, während eine geringe Bodenfreiheit gegenüber den Basisvarianten dem Q50 Sport Tech die sportliche Anmutung verleiht.

Breite und selbstbewusste Performance.

Innenraum mit durchdachtem Konzept

„Der Fahrgastraum des Q50 wurde mit künstlerischem Geschick gestaltet und ermöglicht den Insassen komfortabel und stilvoll zu reisen. Beim Q50 des neuen Modelljahres werden diese Eigenschaften durch handgearbeitete Materialen, die ein noch stärkeres Gefühl für die Verarbeitungsqualität als je zuvor vermitteln, auf eine neue Ebene gehoben.“, so Alfonso Albaisa, Executive Design Direktor von INFINITI. Von dieser Verarbeitung haben wir uns ausgiebig überzeugen können. Der Testwagen zumindest gab uns zwar das Gefühl, jedoch müssen wir gegenüber anderen Marken feststellen, dass auch die Mitbewerber bereits dort angekommen sind. Das erwartete Hartplastik bei japanischen Fahrzeugen ist längst weich geschäumten Kunststoff- und Lederoberflächen mit filigranen Nähten gewichen, die zur Prüfung ihrer Haptik einladen. Auch der Rest des Interieurs wirkt hochwertig verarbeitet. Das Cockpit ist zudem übersichtlich gestaltet und intuitiv zu bedienen. Dabei dient das in der Mitte des Armaturenbretts sitzende Display zur Darstellung der Navigationskarte, Rück- Front- und Overviewkamera sowie Telefoneinstellung und Mirrorlink für Applikationen. Bei genauer Einstellung der Bestuhlung gewährleistet dies eine ordentliche Rundumsicht. Das Ambiente wirkt stimmig, es gibt auch großzügigen Platz für Arme, Beine und Kopf und das auf den Vordersitzen wie auch im Fond. Die Sitze geben uns angenehmen Seitenhalt. Der Ein- und Ausstieg ist zudem bequem dank recht großer Türausschnitte. Im Kofferraum können ohne Umbau bis zu 450 Liter verstaut werden. Ein problemloses Unterbringen von zwei großen Koffern ist durch die recht breite Heckklappe gewährleistet. Größeres Ladegut kann durch die im Verhältnis 60:40 geteilte umklappbare Rückbank gut verstaut werden. Ein elektrisches Öffnen und Schließen der Heckklappe fehlt uns beim heutigen Trend. Ob seiner großzügigen Abmessungen und seinem Radstand von 2,85 m kommen wir mit dem Q50 im dichten Stadtverkehr gut zurecht.

Interieur mit Lederausstattung.

Durchzugsstarker 2.2 Diesel

Seinen im Hause Daimler entwickelnden turboaufgeladenen 2,2 Liter Diesel mit seinen 125 kW (170 PS), dem elastischen Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe und Start-Stopp-Automatik verdankt der Q50 Sport Tech schmale 4,5 Liter Diesel im Durchschnittsverbrauch, was einer Kohlendioxidemission von 119 Gramm pro Kilometer dank optimierter Windschlüpfrigkeit (Cw-Wert von 0,27) entspricht. Dabei ist das Aggregat im gesamten Test nie überfordert und bringt zwischen 1.600 bis 2.800 Touren satte 400 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, was ihm eine souveräne Laufruhe einträgt. Während unserer Fahrten steckt der Q50 zudem Unebenheiten locker weg, wirkt insgesamt sehr stabil und bietet ein komfortables Fahrverhalten. Immerhin liegt er auf der Liste der effizienten Fahrzeuge mit den angegebenen Werten im oberen Drittel. Im alltäglichen Verkehrsfluss lässt sich der angegebene Verbrauchswert gerade wegen des Fahrspaß nicht immer halten. Wir benötigen im Testverlauf (Nutzung von Stadt-, Land- und Autobahnverkehr) von 14 Tagen rund 5,9 Liter.

Diesel mit 400 Newtonmeter Drehmoment.

Viel Ausstattung mit hohem Preis

Die Ausstattungsliste des Infiniti Q50 ab Werk ist reichhaltige bestückt. In seiner „Basis“-Version stehen bereits sechs Airbags, Touchscreen – Infotainmentsystem, Bordcomputer, Bremsassistent, Berganfahrhilfe, elektronische Feststellbremse, Außenspiegel mit LED-Blinkeranzeige, Aktive Spursteuerung (ATC), Geschwindigkeitsregelanlage und Geschwindigkeitsbegrenzer zur Verfügung. In den Ausstattungsvarianten „Premium“ und „Premium Tech“ kommen Komfortfeatures wie LED-Tagfahrlicht, 19-Zoll-Aluminiumfelgen, Zweizonen Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, Adaptives Kurvenlicht (AFS – Adaptive Front-lighting System), Smart Beam (automatische Umschaltung Fern-/Abblendlicht) und LED-Scheinwerfer mit automatischer Niveauregulierung hinzu. Die Aufpreispolitik von Infiniti ist in nach unserem Ermessen leider sehr gewagt, denn das Update vom „Basis“ zur „Premium“-Variante schlägt mit 3.300 Euro zu Buche und der weitere Abstand zur „Premium Tech“ – Ausstattung gar mit 8.150 Euro. Der Q50 2.2d Sport Tech dient bei der Dieselmotorisierung als Topmodell. Er rundet das Gesamtpaket Q50 ab. Infiniti ruft für diese Variante 52.8000 Euro auf.

Der Q50 ist ganz Business like.

Fazit: Der Q50 zeigt das Bild einer gelungenen sportlichen Reiselimousine. Der japanische Automobilhersteller bietet mit dem D-Segment-Fahrzeug in der Sport Tech Variante ein Rund-um-Sorglos-Paket. Hier verdient sich nicht nur das Fahrzeug, sondern auch die Marke das Prädikat „Premium“.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Infiniti

Q50 2.2d Sport

Motor Diesel
Hubraum 2.142 ccm³
Leistung 170 PS @ 3.200 – 4.000 U/min
Kraft 400 Nm @ 1.600 – 2.800 U/min
Getriebe 7-Stufen-Automatikgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

[/toggle]

[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.800, 2.084, 1.445   mm
Radstand 2.850 mm
Leergewicht 1.862 kg
Wendekreis 11,4 m
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 8,7 sec
Normverbrauch 4.5 l/100 km

[/toggle]

[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 5.5 l / 100 km
Öko-Experte 4.7 l / 100 km
Außendienst-Modus 5.8 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (Infiniti Center Europe) – Beitragsbild: Hersteller (Infiniti Center Europe)[/notification]

[/toggle]

Infiniti QX30 – Jetzt auch als Benziner

Das Kompakt-SUV Infiniti QX30 ist ab sofort auch mit Ottomotor zu haben. Der bereits aus den größeren Modellen der Nissan-Tochter bekannte 2,0-Liter-Turbobenziner leistet 155 kW/211 PS und ist serienmäßig an ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe sowie Allradtechnik gekoppelt. Den Verbrauch gibt der Hersteller mit 6,7 Litern an. Der Preis für die neue Variante beträgt 39.800 Euro und liegt damit um 700 Euro über dem des bisher alternativlos angebotenen Dieselmodells mit 125 kW/170 PS. Technisch basiert der Infiniti QX30 auf dem Mercedes GLA. Dieser kostet in der Ausführung mit dem 2,0-Liter-Turbobenziner, Automatik und Allradantrieb 38.960 Euro. (Holger Holzer/SP-X)

Erste Fahrt: Das neue Infiniti Q60 Coupé

Mit dem Infiniti Q60 in der zweiten Generation führt der japanische Luxusmarkenhersteller aus dem Hause Nissan eine kleine, wenn auch feine Tradition der Coupés seit 2002 fort. Damals schickte Infiniti den G35 bzw. G37 ins Rennen, um Marktanteile in der Mittelklasse  weltweit zu gewinnen. Anfang 2014 rollte dann die erste Generation des Q60 Coupé auf Basis des Q50 auf den Markt. Nur drei Jahre später präsentiert Infiniti nun die zweite Generation des Q60, der gleichermaßen seinen Ursprung im Q50 Mittelklasse Wagen findet. Mit den Modellen Q30, Q50, Q60 Coupé und Q70 sieht Infiniti sein Portfolio nahezu gedeckt. Der Q60 soll hierbei eine kleine Lücke zwischen Q50 und Q70 schließen. Seine Motorisierung, bestehend aus zwei Benzinern mit 2.0 Liter und 3.0 Liter Hubraum, sind bereits in den vorhandenen Modellen im Einsatz. Das Basispaket des Q60 bietet Infiniti ab sofort seinen Kunden zum Kauf an. Bestellbar ist das Mittelklasse Coupé zu einem Einstiegspreis von € 44.500. Read more

Test: Infiniti Q30

Um die Spreu vom Weizen zu trennen, gründete der japanische Autobauer Nissan 1989 seine „Luxusmarke“ INFINITI. Ab 2008 dann der Verkaufsstart in Europa. Anfänglich wirkten die Versuche Fahrzeuge zu vermarkten eher abwartend. „Erstmal nur anwesend sein“. Mit der Q-Serie allerdings möchte man das Blatt drehen. Zunächst in der Oberklasse mit den Modellen Q50, Q60 und Q70 präsent, runden die Japaner ihr Portfolio, vertreten durch den Q30, nach „unten“ in die Kompaktklasse ab. Seit Januar 2016 geht der auf der Mercedes Benz A-Klasse basierende Kompakte auf Europatour und mit dem Q30 Sport sowie dem Crossover QX30 ist das Paket nun komplett. Die Ambitionen der japanischen Luxusingenieure sind selbstbewußt und mutig. Laufen sie doch mit nur jeweils zwei Benzin- und Dieselmotorisierungen und zwei Getrieben auf. Der von uns getestete Q30 2.0t AWD Sport startet in den Autohäusern mit einem Preis von 40.290 Euro.

Testbericht: Infiniti Q30 2.0t DCT AWD

Japanischer Stern in der A-Klasse
Fahrzeug mit starkem Auftritt.

In bislang 10 fertiggestellten Infiniti-Zentren in Deutschland vermarktet der japanische Hersteller sein überschaubares Angebot. Aus diesem Grund möchte der in der Schweiz ansässige Mutterkonzern bis April 2018 drastische Änderungen durchführen. Es sollen insgesamt bis dann 25 Zentren im Bundesgebiet installiert sein. Im C-Segment startet seit Beginn letzten Jahres der kompakte Q30 mit seinem dynamisch progressiven Design. Unübersehbar wirkt dabei der Doppelbogengrill, der den Kompakten mit seiner Frontansicht massiv und breit auf der Straßen stehen lässt. Die markant geschwungene Sicke, die den Frontbau und das Heck verbindet, plus eine geringere Bodenfreiheit gegenüber den Basismodellen verpassen dem Q30t 2.0 DCT AWD zudem seine sportliche Note.

Ambiente im Luxusbereich.

Hohe Dynamik

Der turboaufgeladene 2.0 Liter Benziner mit seinen 155 kW (211 PS) und dem sehr elastischen Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe und Start-Stopp-Automatik verbraucht im Normtest sparsame 6,7 Liter Super Benzin, was einer Kohlendioxidemission von 156 Gramm pro Kilometer entspricht. Dabei wirkt das Aggregat im Test nie überfordert und bringt zwischen 1.200 bis 4.000 Touren kraftvolle 350 Newtonmeter auf die Kurbelwelle, was ihm eine überzeugende Souveränität einträgt. Im Test steckt der Q30 zudem Schlaglöcher und Unebenheiten souverän weg, wirkt insgesamt sehr stabil und bietet ein komfortables Fahrverhalten. Dennoch liegt er auf der Liste der effizienten Fahrzeuge mit den angegebenen Werten eher im guten Durchschnitt. Im alltäglichen Verkehrsfluss lässt sich der angegebene Verbrauchswert, auch dem Fahrspaß geschuldet, nicht ganz halten. Wir benötigen im Gesamt-Testverlauf (Nutzung von Stadt-, Land- und Autobahnverkehr) von 14 Tagen im Schnitt rund 7,4 Liter auf 100 Kilometer.

2.0 Liter Turbo Benziner.

Angenehmes Ambiente mit viel Platz 

Dank seiner kompakten Abmessungen und seinem Radstand von 2,7 Metern kommt man mit dem Q30 im dichten Stadtverkehr gut zurecht. Bei der Innenraumgestaltung fällt die gute Verarbeitung der Sitze auf, die u.a. wirkungsvollen Seitenhalt bieten. Auch der Rest des Interieurs wirkt hochwertig verarbeitet. Das erwartete Hartplastik bei japanischen Fahrzeugen ist längst weichgeschäumten Kunststoff- und Wildlederoberflächen mit filigranen Nähten gewichen, die wiederum zur Prüfung der Haptik einladen. Das Cockpit ist zudem übersichtlich gestaltet und intuitiv zu bedienen. Dabei dient das in der Mitte des Armaturenbrett sitzende Display zur Darstellung der Navigationskarte, Rück- Front- und Overviewkamera, sowie Telefoneinstellung und Mirrorlink für Applikationen. Bei genauer Einstellung der Bestuhlung gewährleistet dies eine ordentliche Rundumsicht. Dabei wirkt nicht nur das Ambiente stimmig, es gibt auch großzügigen Platz für Arme, Beine und Kopf, und das auf den Vordersitzen wie auch im Fond. Der Ein- und Ausstieg ist zudem bequem dank recht großer Türausschnitte. In seinem Kofferraum können ohne Umbau bis zu 430 Liter verstaut werden. Die breite Heckklappenöffnung gewährleistet das Unterbringen von zwei großen Koffern. Die im Verhältnis 60:40 geteilt umklappbaren Rücksitze schaffen zusätzlichen Platz für größeres Ladegut. Entgegen dem derzeitigen Trend muß die Kofferraumklappe noch manuell betätigt werden.

Lange Serienausstattungsliste.

Ausstattungsvarianten mit viel Serienausstattung

Der Infiniti Q30 besitzt bereits ab Werk eine reichhaltige Ausstattung. Die erste Ausstattungsvariante „Basis“ verfügt über sieben Airbags, Touchscreen – Infotainmentsystem, Bordcomputer, LED-Tagfahrlicht, adaptiven Bremsassistenten, Berganfahrhilfe, elektronische Feststellbremse, Außenspiegel mit LED-Blinkeranzeige und Umfeldbeleuchtung am Außenspiegel. In den Ausstattungsvarianten „Premium“ und „Premium Tech“ kommen Komfortfeatures wie 18-Zoll-Aluminiumfelgen, Geschwindigkeitsregelanlage mit Geschwindigkeitsbegrenzer, Zweizonen Klimaautomatik, beheizbare Vordersitze, Adaptives Kurvenlicht (AFS – Adaptive Front-lighting System), Smart Beam (automatische Umschaltung Fern-/Abblendlicht) und LED-Scheinwerfer mit automatischer Niveauregulierung hinzu. Leider betreiben die Japaner generell eine harte Aufpreispolitik. So sind das Update vom „Basis“ zur „Premium“-Variante für 2.890 Euro und der weitere Sprung zur „Premium Tech“-Ausstattung für 4.570 Euro zu haben. Der Q30 2.0t AWD Sport dient über allem als Topmodell. Er rundet das Gesamtpaket Q30 ab mit 19-Zoll-Aluminiumfelgen, Sportbremsanlage und Sportfahrwerk und einem Gesamtsportdesignpaket. Infiniti ruft für diese Variante 40.290 Euro auf. Weitere Optionspakete wie das „Technikpaket“ (€ 1.170 – Automatischer Parkassistent mit Rundumsicht-Monitor und Bewegtobjekterkennung) und das „Sicherheitspaket“ (€ 2.050 – Toter-Winkel-Assistent und adaptive Geschwindigkeitsregelanlage) sind zusätzlich erhältlich.

Fazit: Der Q30 macht das Bild der Infiniti Familie richtig rund. Der japanische Automobilhersteller bietet mit dem Kompakten in der Sportvariante eine hohe Individualisierung. Dabei steht nicht nur das Fahrzeug selbst für das Prädikat „Premium“.

[toggle title=“Motor und Getriebe“]

Infiniti

Q30

Motor R4, Benzin
Hubraum 1.991 ccm³
Leistung 211 PS @ 5.500 U/min
Kraft 350  Nm @ 1.200 – 4.000 U/min
Getriebe Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe
Antriebsachse Vorderradantrieb

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[toggle title=“Abmessungen und Fahrleistungen“]

Länge, Breite, Höhe 4.425, 1.805, 1.490   mm
Radstand 2.700 mm
Leergewicht 1.545 kg
Wendekreis 11,4 m
Höchstgeschwindigkeit 230 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 7,3 sec
Normverbrauch 6.7 l/100 km

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[toggle title=“Verbrauch im Test“]

Alltagsfahrer 7.2 l / 100 km
Öko-Experte 6.6 l / 100 km
Außendienst-Modus 7.5 l / 100km

[notification type=“notification_info“ ]Text: Stefan Beckmann, Bild: Stefan Beckmann und Hersteller (INFINITI CENTER EUROPE) – Beitragsbild: Hersteller (INFINITI CENTER EUROPE)[/notification]

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Infiniti Q60 3.0t AWD – Der erste Test

Bevor wir alle in autonom fahrenden Ü-Eiern unterwegs sind, lässt sich der Q60 noch einmal als die pure, die lustvolle Alternative erfahren. Ein Coupé fährt man nicht, weil man muss – sondern weil man es will.

Erste Fahrt und erster Test:

Infiniti Q60 – Weil man es will

Dass man sich bei der Marke Infiniti bei einem Premium-Brand befindet, merkt man schnell und deutlich. Nichts an diesem Q60 ist so, weil es einfach nur so sein müsste, sondern weil es gut ist, so wie es ist. Alleine die Entscheidung, als Nischenmarke noch ein weiteres Nischenmodell zu bringen, ringt einem Respekt ab. Infiniti verkaufte 2016 gerade einmal knapp 3.000 Autos in Deutschland. Sich da mit einem Luxusgerät, einem Coupé, weiter profilieren zu wollen, ist eine klare Ansage. Hier geht es um die Wahrnehmung der Marke, nicht um Absatzrekorde. Dabei steht gerade dieser Q60, also 3.0t AWD, in einem besonderen Wettbewerbsumfeld. Audi A5/S5, BMW 4er und C400 Coupé sind die gedachten Mitbewerber. Im Alltag aber vermutlich eher die Derivate von Lexus. Der Edeltochter von Toyota.

[notification type=“notification_info“ ]Quick-Info: Die sexy Alternative zu den etablieren Coupés der dt. Premium-Hersteller.[/notification]

Mit dem Q60 bietet Infiniti eine interessante Alternative zu Audi Q5 und BMW 4er.

Schöne Schale

Der Chefdesigner von Infiniti ist Alfonso Albaisa. Und was er mit der Limousine Q50 angefangen hat, führt er mit dem Q60 fort. Ein emotionales Design. Eine klassische Form hat er neu gezeichnet. Eine lange Motorhaube, ein flaches und dynamisches Greenhouse (der sichtbare Bereich des Innenraums), gepaart mit einem knackigen Heck und einer – natürlich – doppelflutigen Auspuffanlage. Die C-Säule trägt den mittlerweile charakteristischen Knick der Infiniti-Modelle.

Während der Basismotor des Q60, ein Zweiliter-Vierzylinder Turbo mit 211 PS vom Kooperationspartner Mercedes-Benz kommt und mit reinem Hinterradantrieb erhältlich ist, fährt das mit einem 3.0 Liter V6 Bi-Turbo und 405 PS starkem Triebwerk ausgerüstete Top-Modell mit Allradantrieb und Siebengangautomatik vor.

Kleiner Kern

Sexy Linie mit klassischen Proportionen? Kommen leider einher mit den klassischen Nachteilen. Der Innenraum ist in Reihe 1 mit der Q50-Limousine identisch, ab der nicht vorhandenen B-Säule wird es jedoch deutlich knapper. Dass im Q60 eine Rücksitzbank verbaut ist, darf als guter Wille verstanden sein. Mehr als Sitz-Pygmäen wird man dort nicht unter bekommen und bereits für Schulkinder wird es deutlich zu klein. Lassen wir den Bereich als großzügige Erweiterung des Handschuhfaches gelten. Und wie gesagt: Praktisch muss ein Coupé nicht sein. Nur schön.

Potente Darbietung

Der 3,0 Liter große V6-Bi-Turbo hat gemeinsame Wurzeln mit dem 3.8er aus dem Nissan GT-R, verfügt aber über eigene Kolbengrößen und man packt an Motorentechnik rein, was heute angesagt ist. Nur von einer Elektrifizierung bleibt er verschont. Klassischer Benziner, druckvoller Turbo, laufruhig und willig bei der Arbeit. Beim Sound bleibt der optisch zu auffällige Q60 jedoch auffallend unauffällig.

Die 405 PS sorgen für ein souveränes Leistungsgefühl. Und mit 475 Nm lässt es sich ebenso auskommen. Die Leistung packt der Q60 als 3.0t AWD immer über die Siebengangautomatik (kein Mercedes-Produkt) in Richtung der vier Räder. Allradantrieb mit Torque-Vectoring Kraftverteilung ist inklusive. Der Q60 bleibt so – so lange die Stabilitätskontrolle mit Traktionskontrolle aktiviert ist, ein gutmütiger Cruiser, der allzu heftige Dynamik-Tests frühzeitig unterbindet. Er versteht sich eher als klassischer GT. Lange Touren und dabei gut aussehen.

Ehrliche Liebe

Mit der „steer-by-wire“ Lenkung macht Infiniti dann endgültig alles anders als die sonstigen Mitbewerber. Das DAS „dynamic adaptive steering 2.gen“ getaufte System besitzt die mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderrädern nur noch für den Notfall. Im Alltag übernehmen drei Steuergeräte, die sich gegenseitig prüfen, ein Lenkwinkelsensor und elektrische Aktuatoren die Lenkarbeit. Das Ergebnis? Eine Lenkung, die sich unabhängig vom Fahrer selbst justieren kann. Fiese Schläge von Bodenwellen und das ständige „Lenkradwedeln“ gehören der Vergangenheit an. Bis zu 1.000 Lenkkorrekturen, je Sekunde, kann das System durchführen. Und natürlich ist es voll variabel. Sowohl in der Einstellung der Lenkkräfte also auch der Lenkwinkel. Die Lenkung lässt sich damit komplett auf den Fahrerwunsch adaptieren und ganz nebenbei, das ist die Zukunft.

Kombiniert wird das „direct adaptive steering“ System mit einem adaptiven Dämpfungssystem. Auch hier lassen sich die individuellen Vorlieben einstellen. Komfortabler? Oder sportlich direkter? In Verbindung mit dem steifen Q60-Chassis und dem „Active Noise Cancelling“ System, eine Variante, die viele von teuren BOSE-Kopfhörern kennen, lässt sich der Q60 so auf Komfort getrimmt und per Fahrdynamikschalter programmiert, als grandioser Komfort-Kumpel für die lange Tour identifizieren. Der jedoch immer die Reserven seines Doppel-Turbo V6 in der Hinterhand hat.

[notification type=“notification_info“ ]

Für wen das Q60 Coupé die richtige Wahl ist:

Wer beim Anblick des S5 gähnt und einen BMW 440i zu alltäglich findet, der greift zum Q60 3.0t AWD.

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Was noch erwähnt werden muss

Das Cockpit wurde gegenüber dem Q50 nicht verändert, mit den beiden Touchscreens wirkt es noch auf der Höhe der Zeit und die analogen Rundinstrumente vor der Nase des Fahrers sind adrett – aber wer hier mehr auf Gadgets und neben gutem Sound auch auf eine ansehnliche Grafik des Multimediasystems setzt, der wird vermutlich wenig Freude empfinden.

DATEN Infiniti Q60 3.t AWD

Preis: ab € 44.500 2.0t AT RWD  bis € 63.490 3.0t AWD AT Sport Tech
Antrieb Benziner: VR30DDTT 2.997 ccm, V6, Turboaufladung, CVVT, 405 PS bei 6.400 U/min, 475 Nm bei 1.600 bis 5.200 U/min
Dimensionen: 5 Sitze, L/B/H 4690, 1850, 1395 mm, Radstand 2850 mm, Gewicht 1874 kg, Kofferr. 342 l,
Fahrleistungen: 0-100 km/h 5,0 sec, Spitze 250 km/h, Normverbrauch 9,1l/100km

Infiniti Q60 – Alte Schule

Schon seit Jahrzehnten versucht Toyotas Edel-Ableger Lexus in Deutschland Fuß zu fassen, und kommt doch nicht so recht auf einen grünen Zweig. Ein Schicksal, das man 2008 auch der Nissan-Nobeltochter Infiniti vorausgesagt hat, als sie meinte, Deutschland erobern zu müssen. In den ersten Jahren schien es, als sollten die Kritiker recht behalten. Doch inzwischen kommen die Japaner in Fahrt: Immerhin 2.179 Fahrzeuge wurden 2016 unters Volk gebracht. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr und keine 300 weniger als Lexus absetzen konnte. Damit dieser Trend anhält, baut Infiniti sein Modell-Angebot weiter aus: Ab sofort steht das Mittelklasse-Coupé Q60 bei den bundesweit elf Händlern. Zu Preisen ab 44.500 Euro tritt der Infiniti gegen Audi A5, 4er BMW und Mercedes C-Klasse Coupé an.

Elegante Erscheinung: Der Q60 kann sich definitiv sehen lassen

Der Q60, also die zweitürige Ausgabe der Limousine Q50, ist ein Coupé alter Schule. Das heißt, die Proportionen stimmen, die Motorhaube ist lang, das Heck kurz, das Dach fällt schnittig ab und überhaupt ist die geschwungene 4,69-Meter-Karosserie ein Hingucker. Zumal das muskulöse Heck, die scharfen Scheinwerfer und der große Kühlergrill durchaus für einen kraftvollen Auftritt sorgen. Gleichzeitig verkörpert der Q60 aber auch bilderbuchmäßig die Nachteile eines Coupés: Er ist eng, unpraktisch und unübersichtlich. Die beiden Rücksitze sind eine bessere Ablage, wobei man schon größere Taschen nur schwer in den Fond befördern kann; der Kofferraum schluckt mit 342 Litern nicht gerade viel Gepäck und auch das Cockpit ist keinesfalls großzügig geschnitten. Dazu kommen wenig Ablagen und keine besonders gute Rundumsicht. Das alles machen die deutschen Premium-Hersteller mittlerweile besser. Aber wer solche Maßstäbe anlegt, kauft ohnehin keinen Infiniti. Den Q60 bestellt man, weil man etwas Besonderes will. Und das ist er auf jeden Fall, schließlich ist – Aufschwung hin oder her – vielen Deutschen nicht mal die Marke ein Begriff.

Mit dem Q60 bietet Infiniti eine interessante Alternative zu Audi Q5 und BMW 4er

Während die Japaner bei ihren kleineren Modellen Q30 und QX30 auf die Plattform der Mercedes A-Klasse und des GLA zurückgreifen, haben sie für den Mittelklässler nur den Motor in Stuttgart bestellt: den 155 kW/211 PS starken Zwei-Liter-Turbo-Benziner, der im Q60 als Einstiegsaggregat arbeitet und seine Kraft serienmäßig über eine Siebengang-Automatik an die Hinterräder abgibt. 350 Newtonmeter Drehmoment versprechen eigentlich kräftigen Antritt und ordentlichen Durchzug, doch müssen hier über 1,7 Tonnen Leergewicht bewegt werden. Heißt in Zahlen: Der Standardsprint dauert mindestens 7,3 Sekunden, und der Normverbrauch von 6,8 Litern ist Utopie.

Der Q60 bietet ein schickes Ambiente mit vielen wertigen Materialien

Deutlich mehr Überholprestige – und Durst – hat der doppelt aufgeladene 3,0-Liter-V6 aus eigenem Hause, der ab April für mindestens 56.990 Euro erhältlich ist. Damit steigt das Gewicht zwar weiter auf über 1.870 Kilogramm, dem stehen aber auch 289 kW/405 PS und 475 Newtonmeter gegenüber. Die bewegen das Coupé spürbar souveräner und erlauben auch spontane Überholmanöver oder Zwischensprints, ohne dass die Automatik hektisch runterschalten muss. Da der V6 stets mit Allrad ausgerüstet ist, sind Traktionsprobleme ein Fremdwort. Zumindest, solange es geradeaus geht. Wer in der Kurve Gas gibt, und das vielleicht auch noch auf leicht nassem Asphalt, der ruft schnell das Stabilitätsprogramm auf den Plan.

Vorne ist das Platzangebot gut, der Fond des Viersitzers bietet sich allerdings vor allem als zusätzliche Gepäckablage an

Abgesehen von der trägen Masse fühlt sich der Infiniti in der Kurve aber ziemlich wohl. Es gibt ein adaptives Fahrwerk mit ordentlicher Spreizung, welches das sonst sanft dahin gleitende Coupé im Sportmodus spürbar strafft und einen direkteren Kontakt zur Fahrbahn herstellt. Und die zweite Generation der elektrischen Lenkung (teilweise Serie), die ohne mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern auskommt, wirkt deutlich angenehmer und weniger synthetisch als bisher. Gleichwohl fühlt sie sich um die Mittellage noch immer ein wenig trocken an. Oder, wie es Infiniti sagt: Sie reagiert nicht auf jede minimale Lenkradbewegung, um die Fahrt ruhiger zu gestalten. Auf Wunsch greift die Lenkung automatisch ein und hält das Coupé in der Mitte der Fahrspur, außerdem überwacht der Q60 den toten Winkel und das Geschehen vor dem Auto. Der Clou: Der radarbasierte Auffahrwarner sieht quasi durch das direkt vorausfahrende Auto hindurch und reagiert schon auf eine Vollbremsung das davor fahrenden Wagens.

Die Mittelkonsole des Q60 beherbergt ein modernes Touch-Tastenfeld, darüber befindet sich außerdem der Bildschirm fürs Infotainment-System

Weniger Fortschrittlich ist dagegen die Connectivity-Technik im Auto: Zwar gibt es in der Mittelkonsole ein modernes Touch-Tastenfeld, der Infotainment-Bildschirm darüber wirkt allerdings ein, zwei Generationen zurück. Gleiches gilt auch für die analogen Rundinstrumente. Nichts zu meckern gibt’s dagegen an der Qualität. Hier wird Infiniti seinem Anspruch als Edel-Sparte gerecht, alle Materialien fassen sich gut an und sind sauber verarbeitet. Warum sich die Ingenieure allerdings zu einem billig wirkenden Plastik-Gurtreicher haben hinreißen lassen, bleibt ihr Geheimnis. (Michael Gebhardt/SP-X)

Infiniti QX50 Concept – Mit Co-Pilot und Spar-Benziner

Bereits im April 2016 hat Infiniti mit der Studie QX Sport Inspiration einen Ausblick auf die Neuauflage des Midsize-SUV QX50 gegeben. Anfang 2017 wird die Nissan-Tochter konkreter und zeigt auf der Detroit Motor Show eine weiterentwickelte, schon bereits seriennahe Variante namens QX50 Concept.

Ein mächtiger Kühlergrill flankiert von scharf blickenden Scheinwerfern, schicke Charakterlinien und das nach hinten wie heute üblich coupéhaft abfallende Dach – der QX50 gibt sich kraftvoll und edel. Infiniti nennt die Designsprache entsprechend „Powerful Elegance“.

Unter anderem gegen Mercedes GLC wird der neue Infiniti QX50 antreten

Um im harten Wettbewerb unter anderem gegen den Mercedes GLC bestehen zu können, braucht es allerdings mehr als nur schicke Schale. Unter anderem rüstet Infiniti den QX50 technisch für teilautomatisierte Fahrkünste auf. So wird das künftige Serienmodell auf der Autobahn mit Hilfe eines elektronischen Co-Piloten die Spur halten oder im Stop-and-go-Verkehr selbstständig dem Vorderwagen folgen können.

Als weiteren Innovationsbaustein hat Infiniti das Konzeptfahrzeug mit seinem neuen Zweiliter-Turbobenziner mit variabler Verdichtung bestückt. Der VCT genannte Vierzylinder soll mit 200 kW/272 PS und 390 Newtonmetern die Power eines V6-Benziners bieten, zugleich aber zumindest in der Theorie effizient wie ein Dieselmotor arbeiten.

Powerful Elegance nennt Infiniti die neue Designlinie des QX50

Wohl in diesem Jahr dürfte Infiniti den QX50 in den USA in den Markt bringen. Ob die Baureihe auch in Deutschland die derzeit zwischen QX30 und QX70 klaffende Lücke schließen wird, ist noch ungewiss.
(Mario Hommen/SP-X)

Infiniti Q60 Coupé – Stolzer Preis

Zum Start im Oktober wird Infiniti das Mittelklasse-Coupé Q60 in Deutschland zunächst nur mit Zweiliter-Turbomotor anbieten. Der Vierzylinder leitet seine 155 kW/211 PS Leistung sowie 350 Newtonmeter Drehmoment allein an die Hinterräder. Für diese Einstiegsversion werden mindestens 44.500 Euro aufgerufen. Zum Vergleich: Das BMW 4er Coupé startet bei knapp über 37.000 Euro.

Zu einem späteren Zeitpunkt will Infiniti den zweitürigen Q60 in einer Topversion mit V6-Motor nachreichen. Der neu entwickelte Dreiliter-Benziner, der es dank Turboaufladung auf 298 kW/405 PS bringt, ist serienmäßig an einen Allradantrieb gekoppelt. Den genauen Marktstarttermin und einen Preis für die V6-Variante will die japanische Premiummarke erst zu einem späteren Zeitpunkt verraten. (Mario Hommen/SP-X)

Infiniti: VC-T oder Vorsprung durch Technik

Es ist eine Sensation. Zumindest für Menschen, die sich für die Technik eines Autos interessieren. Infiniti stellt den ersten Motor mit variablem Verdichtungsverhältnis vor. Eigentlich ist das Verdichtungsverhältnis immer fix. Es ergibt sich aus Hubraum und Kolbenweg und bislang konnte man das nicht variieren. Es gibt Forschungs-Triebwerke bei anderen Herstellern (zum Bsp. Audi), aber die Nobel-Tochter von Nissan stellt jetzt diese bahnbrechende Neuheit für die Serie vor. Damit stellt sich Infiniti in die erste Reihe und präsentiert eine Motorentechnik, die den Verbrennungsmotor über ein paar weitere Jahre retten könnte. Leistung wie ein V6, Verbrauch wie ein Vierzylinder.

Sechszylinder-Power, Vierzylinder-Durst

Der VC-T Motor wurde jüngst vom obersten Motoren-Entwickler bei Infiniti, Shinichi Kiga-San, präsentiert. Ein Triebwerk, in dem 20 Jahre Forschungsarbeit und über 300 Patente stecken. Die Abkürzung VC-T steht für „variable compression“ und für „turbo“. Denn das Triebwerk kann nicht nur die Kompression verändern, und das nicht wie bei anderen „Forschungstriebwerken“ zwischen zwei Werten, sondern voll variabel zwischen8:1 und 14:1. Zudem wird der VC-T auch über eine Turboaufladung verfügen. Leistungsdaten sind bislang nicht bekannt. Aber wenn man bei Infiniti von den Leistungswerten eines „Highpower 4 Cyl.-Turbomotors“ spricht, dann wird man wenigstens 280PS, eher knapp 300 PS, vorweisen müssen. Das alles soll dann dennoch den Verbrauch eines „super-effizienten“ Vierzylinders erreichen. Auf Dieselniveau? Erwarten wir 280 PS und 4.5 Liter Verbrauch? Kombinieren will man dies zudem mit der Laufruhe und dem Komfort eines V6-Benziners. Und das in einem SUV? Denn auch das ist ein offenes Geheimnis, Infiniti wird die eigene SUV-Palette weiter ausbauen und als nächstes auf der Agenda steht ein modernes „Midsize-SUV“. Der passende Name? QX50?

Für Infiniti ist dieser Motor ein Durchbruch. Er macht unabhängig vom Dieseltriebwerk, das man in der Welt kaum leiden mag und nur bei uns wirklich braucht. Noch. Der Motor wird die Drehfreude und Kraft eines modernen Turbo-Triebwerkes mit der Sparsamkeit eines Diesels verbinden. So zumindest der Ausblick. Und passt damit ideal in die nächste Generation von SUVs.

Infiniti VC-T Motor 003 variable Vedichtung

Die Wippe machts

Möglich wird dies, vereinfacht dargestellt, über eine Wippe auf der Kurbelwelle. Diese Wippe führt auf der einen Seite das Pleuel und auf der anderen Seite wird der Verstellmechanismus des „Harmonic Drives“ befestigt. Während diese Wippe, genannt Multi-Link, auf der Kurbewelle sitzt und dort die Kraft vom Kolben überträgt, ist sie zugleich variabel in der Position. So verändert sich der mögliche Hub des Kolbens und damit das Verdichtungsverhältnis. Stufenlos und für jeden Zylinder einzeln gesteuert.

Niedrige Verdichtung im Bereich hoher Leistungsanforderung und hohe Verdichtung für maximale Effizienz. Zudem wurde eine Ventilsteuerung umgesetzt, um die Ventilzeiten auf der Einlassseite variabel zu gestalten. Während die Einlass-Seite elektronisch gesteuert wird, erhält die Auslass-Seite eine hydraulische Ventilsteuerung. Der Motor ist somit auch in der Lage, stufenlos zwischen einem Atkinson-Verbrennungsverfahren und dem klassischen Viertakt-Verfahren umzuschalten.Infiniti VC-T Motor 001 variable Vedichtung

Kraft, Verbrauch, Komfort – eine neue Dimension?

Infiniti verspricht die Power eines sportlichen High-End Vierzylinders, den Verbrauch eines Diesels und die Laufruhe eines V6. Für den Chef der Marke, Roland Krüger, ist klar:Der VC-T Motor hat das Zeug, um zum Diesel-Ersatz zu werden. Und natürlich kann man die VC-T Technik mit jedem Hubraum und jeder Zylinderanzahl kombinieren – auch mit einer Hybrid-Technik.“

Das Triebwerk wird seine Weltpremiere auf dem Automobil-Salon in Paris erleben, wir sind gespannt auf weitere Einblicke. In Serie soll das neue Triebwerk ab 2018 gehen, damit wird Infiniti der erste Hersteller mit dieser Technik sein.

Test und Fahrbericht: Infiniti Q30 1.5d (+ 2.0T AWD)

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Inhalt:

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Premium in zackig

Infiniti Q30 – „Der andere Premium-Kompakte“

Test des 1.5 Liter Diesel und des 2.0 Liter Benziner

Premium-Kompakter. Hört sich gut an. Auf der einen Seite so bescheiden, der Kompakte, auf der anderen Seite so wertig. Nicht billig, sondern Premium. Wen wundert es da, wenn da jeder Hersteller mitspielen will? Die Premium- (da war das Wort wieder) Tochter von Infiniti ist in den USA eine feste Größe. Bei uns muss man noch ein wenig am Erfolg arbeiten. Nach der schicken Business-Limousine Q50 und den SUV-Modellen FX, jetzt QX, hat man jetzt auch was „Kompaktes“ im Programm. Den Q30. Dass dieser Q30 einen bekannten Zwilling hat, sieht man nicht auf den ersten Blick. Erst beim Blick unter das Blech oder in den Innenraum wird deutlich: Gute Gene sind auch bei Autos nichts, worauf man verzichten will. Die Basis für den Q30 findet man in Stuttgart. Die A-Klasse von Mercedes spielt Teilespender und Infiniti schneidert ein zackiges Kleid und mischt den Charakter des Kompakten neu ab. Wir sind den Q30 als 1.5 Liter Diesel und – für ein paar Tage – als 2.0 Turbo-Benziner gefahren.

Test Fahrbericht 033 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Einleitung“]

Test des Infiniti Q30 1.5d & 2.0t

Sie teilen sich die Basis, die Bodengruppe, die Elektrik und zu großen Stücken die vielen anderen wichtigen Bausteine, aus denen so ein modernes Auto besteht. Die A-Klasse von Mercedes-Benz und der Premium-Kompakte von der Nissan-Tochter Infiniti. Man sieht dem Q30 die Nähe zum Stuttgarter im Innenraum schnell an. Instrumente und Schalter, alle bekannt. Unter der Haube des Q30 spannt sich eine breite Palette an Triebwerken. Von 109 bis 211 PS, manuelle Getriebe und 7-Gang Doppelkupplungstriebe sind erhältlich, ebenso Frontantriebsmodelle und Varianten mit Allradantrieb. Für den Test haben wir uns zwei Top-Seller herausgesucht. Der 1.5 Liter Turbodiesel, ein Renault-Aggregat (Renault-Nissan Allianz) und das 2.0 Liter Turbotriebwerk aus dem Benzinmotorenangebot der Stuttgarter.

Test Fahrbericht 028 Infiniti Q30

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[wpanchor id=“Dynamik“]

Ausgewachsen

Solide und frei von nervenden Störgeräuschen. Der Abrollkomfort des Q30 vermittelt den Eindruck einer großen Limousine. Abgekapselt von der Welt da draußen, überrollt der Q30 auch fiese Strecken, ohne den Fahrer zu nerven. Dass sich der Q30 so „erwachsen“ anfühlt, ist nicht nur die NVH-Idee hinter Premium (NVH?), sondern auch Ergebnis des leichten Übergewichts, das  dem der Q30 nachhängt. Mit 1.464 Kilogramm gehört der von Hand geschaltete 1.5d noch zu den leichteren Q30. Der später gefahrene Q30 2.0t mit Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb kommt gar auf 1.545 Kilogramm. Dank ausgeprägtem  Turbopunch und sattem Drehmomentverlauf wirkt der 2.0t, den Erwartungen entsprechend, deutlich lebendiger. Was die Leistung des 1.5d nicht mindern soll. Er hängt ausreichend fröhlich am Gas, schiebt auch aus dem Keller gut an und bleibt bei alledem immer noch sparsam. Eigentlich reicht der 1.5d mit seinen 260 Nm durchaus aus – der 2.0t macht aber deutlich mehr Laune. Allrad ist indes nicht notwendig.

Die Hilfsmaßnahme per Lamellenkupplung sorgt im Winter für Traktion, wird aber auch beim 2.0t nicht vermisst, so lange die Straße trocken ist. Der „kleine“ Diesel ist für Tempo 190 km/h gut, der 350 Nm starke 2.0t treibt, dank der 211 PS, den Q30 auf Tempo 230 km/h. Ja, der „Zwoliter-Turbo“ wirkt in allen Belangen souveräner – aber, der „kleine“ Diesel wirkt nie ärmlich oder untermotorisiert. Und 12.0 Liter auf 100 km sind keine GTI-Werte, dafür besitzt der kleine Diesel aber die gleiche Ruhe und den gleichen Fahrkomfort wie der große Benziner.

Test Fahrbericht 022 Infiniti Q30

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[wpanchor id=“Komfort“]

Privatsphäre

Eng geschnitten ist die freundliche Umschreibung von „wenig Platz“. Der Q30 lebt von seiner dynamischen Abstimmung, den guten Sitzen, der ordentlichen Gestaltung des Innenraums und der steifen Karosse. Fraglos geht man einen Kompromiss ein. Das Raumgefühl ist nicht weitläufig und der Rundumblick eingeschränkt. Dafür kann er bei den Qualitäten des Fahrkomforts punkten. Gleichzeitig ist der Q30, gleichwohl basierend auf der A-Klasse, eher so hoch wie der GLA der Stuttgarter. Das hilft beim Einsteigen. Die Klimaanlage und die Belüftung des Q30 arbeiten vorzüglich und schnell. Der Touchscreen erweitert dabei die Bedienmöglichkeiten des Fahrers.

Der Geräuschkomfort des 1.5d ist gut. Nur direkt nach dem Kaltstart bemerkt man ein zackiges Nageln. Wobei auch der moderne 2.0t, dank der Direkteinspritzung, nicht viel komfortabler an sein Tageswerk geht. Schaltfaul im 1.5d unterwegs zu sein ist, trotz des geringen Hubraums, kein Problem.

Der Kofferraum fasst 368 bis 1223 Liter und ist damit sogar ein wenig größer als der vom Stuttgarter Bruder. Doch auch der angemessene Platz des Kofferraums kann nicht darüber hinwegtäuschen, wie kuschelig es wird, wenn in beiden Sitzreihen Erwachsene Platz genommen haben. Die Privatsphäre der Rücksitzbank ist da dann überschaubar.

Test Fahrbericht 001 Infiniti Q30

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[wpanchor id=“Emotionen“]

Außenseiter-Bonus

Die schönere A-Klasse. Das war auch unser Urteil, kurz nach der Premiere des Q30. Sein bulliges Design, die zackigen Linien, die wachen Augen und die starke Schulter wecken Begehrlichkeiten, die dem weniger verspielten Design der A-Klasse abgehen. Zudem erhält der Q30 den Außenseiter-Bonus.

Der 2.0t lebt vom Temperament seines 211 PS Turbobenziners, der 1.5d entspannt mit der Unaufgeregtheit eines modernen Dieselmotors. Beide Triebwerke passen den Charakter des Q30 an und verändern die Ausrichtung des Premium-Kompakten. Während man den 1.5d gut und gerne als „sinnvollen“ Alltagsbegleiter sehen kann, wird mit dem großen Benziner eher der GTI-Verschnitt aus dem Q30. Diese Insignien verkneift sich Infiniti bislang, man versteht sich eher als unaufgeregt und luxuriös. Dass dem 211 PS Q30 dabei auch eine Portion Sportlichkeit anhängt, dürfte niemanden stören.

Test Fahrbericht 064 Infiniti Q30

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[wpanchor id=“Multimedia“]

Rundumblick

Die Grafiken des Multimedia-Systems sind allerdings in die Jahre gekommen und wurden nicht vom Kooperations-Partner übernommen. Während das Display im Cockpit frisch wirkt, sind die Anzeigen im Multimedia-System eher hausbacken. Die Bedienung ist in ihrer Logik nicht ganz so simpel zu erlernen, wer sich aber mehr als nur eine Woche mit so einem Auto befasst, der kommt schnell hinter die Möglichkeiten. Ein wenig merkwürdig die Kombination aus Infiniti Intouch System und Verkehrszeichenerkennung. Den Bose-Sound sollte man sich gönnen, ebenso das Tech Paket mit Keyless-Go und 360°Ansicht sowie einem Park-Assistenten.

Test Fahrbericht 023 Infiniti Q30

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[wpanchor id=“Sicherheit“]

Gutes Gefühl

Vom Notbrems-Assistenten über Toter-Winkel-Warner bis hin zum 360°-Monitor mit Bewegungserkennung und Querverkehr-Signalisierung. Der Kompakte von Infiniti fährt das gesamte Programm auf. Basierend auf der steifen Karosse der A-Klasse, kommt der Q30 selbstverständlich in Serie mit 7 Airbags und auch der Spurverlasswarner ist ab der Premium-Variante (Ausstattungsname) in Serie verbaut. Ab der Premium City-Black Version ist das auf LED-Scheinwerfern basierende adaptive Kurvenlicht auch Serie. Ein gutes Gefühl? Der Q30 vermittelt einem viel Sicherheit.

Test Fahrbericht 026 Infiniti Q30

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[wpanchor id=“Preis“]

Billiger ist anders

Der Spaß wird nicht ganz billig. Zumindest nach Listenpreis. Der 1.5d kostet in der Grundausstattung 26.250 €. Spannend wird er jedoch erst ab der Premium Tech-Ausstattung. Dann besitzt der Q30 die Ausstattungsfülle, die man sich wünscht und kostet, inklusive BOSE-Sound und getönten Scheiben in Reihe zwei, wenigstens 35.690 €. Unser Testfahrzeug (1.5d) war in der Farbe Liquid Copper zum Test gekommen. Eine edle Farbe für den Kompakten.

Test Fahrbericht 036 Infiniti Q30
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Kommentare zum Infiniti Q30:

Der Q30 ist der hübschere GLA und glänzt mit einem ausgewogen abgestimmten Fahrwerk. Da reicht der 1,5d als Motorisierung zwar, verleiht aber nicht die Souveränität, die dem Q30 zusteht. Darum ist der 2,0t (oder 2,2d) die bessere Wahl. – Axel Griesinger, Autor auf mein-auto-blog über den Infiniti Q30.

Glaubt man dem Marketingsprech, vereint der Infiniti Q30 das dynamische Design und die Sportlichkeit eines Coupés mit der Geräumigkeit einer Limousine und dem anspruchsvollem Innenraum eines Crossovers. Herzlichen Glückwunsch, Infiniti baut also die Eierlegendewollmilchsau auf der Mercedes-Benz GLA Basis. Schade nur, dass man in Deutschland derzeitig die Infiniti Händler noch länger suchen muss als die bekannte Nadel im Heuhaufen, sonst kämen vermutlich noch mehr in den Genuss, sich das Fahrzeug einmal näher anzusehen. – Jens Stratmann, Blogger auf rad-ab.com über den Infiniti Q30

Ihr extravagantes Design geben die Japaner kein bisschen aus der Hand, technisch bedient man sich bewährter Antriebsstränge aus dem Daimler – Renault/Nissan Fundus. Damit ist nicht nur die Optik, sondern auch die Technik noch mehr ins Premiumfeld gerückt. – Matthias Luft – Blogger auf motoreport.de über den Infiniti Q30

Wer einen Mercedes GLA sucht, sollte den Infiniti Q30 kaufen. – Matthias Gill, Blogger auf ubi-testet.de über den Infiniti Q30

Der Infiniti Q30 bietet den außergewöhnlichsten Style im Kompakt-Segment, außen wie innen. Erstaunlich, dass Mercedes sich auf der technischen Seite auf einen Zulieferer-Deal eingelassen ist, bei Infiniti sind sie darüber sehr happy. Thomas Majchrzak über den Infiniti Q30

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Test Fahrbericht 027 Infiniti Q30

[wpanchor id=“Fazit“]

Fazit

Infiniti? Noch immer zucken viele Menschen bei dieser Marke mit den Schultern. Der Q30 hat das Potential, die Marke weitaus bekannter werden zu lassen. Das Kompakt-Segment ist nicht nur in Deutschland enorm wichtig. Die Strategie, auf Basis einer erfolgreichen Premium-Plattform eine Alternative zu schaffen, auf erfolgreiche Triebwerke und Getriebe zurückzugreifen, wird dem Q30 hilfreich sein. Allenfalls der Preis ist für einen „Newbie“ ein wenig ambitioniert.

[notification type=“notification_mark“ ]Das ideale Auto für:

Einzelpersonen und Menschen, die eher alleine als zu dritt im Auto unterwegs sind. Menschen mit dem Drang zu einer emotionalen Designsprache, mit dem Wunsch nach dem Besonderen – aber dennoch in der Klasse der „klassischen Kompakten“ zuhause sind.
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[notification type=“notification_info“ ]

„Zackiger Premium-Kompakter“

Alternative zu: Mercedes A-Klasse, Audi A3 und BMW 1-Serie.
Passt zu: Menschen mit dem Gefühl für das Besondere.
Das überzeugt: Die Optik und die Reife, die das Fahrzeug ausstrahlt. [/notification]

Test Fahrbericht 011 Infiniti Q30

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[wpanchor id=“technik“]

Test Fahrbericht 057 Infiniti Q30

Alle technischen Daten im Überblick:

Der Fahrzeugschein für den Infiniti Q30 1.5d Premium

Verkaufsstart:  erfolgt
Basispreis:  Ab 29.140 €
Motorleistung:  109 PS / 260 Nm
Antrieb und Getriebe:  6-Gang manuell
Beschleunigung:  12,0 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  3,9-4,2l (Radgrößenabhängig) 100 km NEFZ-Norm
Höchstgeschwindigkeit:  190km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4425, 1805, 1495, 2700 mm

Alle technischen Daten des Q30 2.0t im Überblick:

Der Fahrzeugschein für den Infiniti Q30 2.0t Sport

Verkaufsstart:  erfolgt
Basispreis:  Ab 40.290 €
Motorleistung:  211 PS / 350 Nm
Antrieb und Getriebe:  7-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung:  7,3 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  6,7 l/ 100 km
Höchstgeschwindigkeit:  230 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4425, 1805, 1475, 2700 mm

[notification type=“notification_info“ ]Stand vom 01.08.2016[/notification]

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[wpanchor id=“Galerie“]

Große Galerie des Infiniti Q30 1.5d

Test Fahrbericht 067 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 060 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 055 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 054 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 050 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 046 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 039 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 035 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 032 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 031 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 021 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 019 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 016 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 014 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 008 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 003 Infiniti Q30 Test Fahrbericht 002 Infiniti Q30

 

[notification type=“notification_info“ ]Text: Bjoern Habegger;  Foto-Nachweis:  Bjoern Habegger [/notification]

Zurück nach oben!

Erste Fahrt: Infiniti QX30 – Japanischer Crossover mit Sternennote

Mit Infiniti gründete der japanische Automobilhersteller Nissan 1989 seine Luxusmarke, um die Spreu vom Weizen zu trennen. Damals ursprünglich für Absätze auf dem nordamerikanischen Kontinent geplant, startete Infiniti 2008 mit einer überschaubaren Stückzahl letztendlich in Europa. Anfänglich wirkten die Versuche, Fahrzeuge zu vermarkten, eher abwartend. „Erstmal nur präsent sein“. Mit der Q-Serie allerdings, unterstützt durch den Partner Mercedes-Benz, möchte man das Blatt drehen. Mit den Modellen Q50, Q60 und Q70 schickt Infiniti zunächst die eigene Oberklasse auf den Markt. Der Q30 soll das Portfolio nach „unten“ in die Kompaktklasse abrunden. Seit Januar 2016 geht der auf der Mercedes Benz A-Klasse basierende Japaner auf Europatour und mit dem Q30 Sport sowie dem Crossover QX30 ist das Paket nun komplett. Die Ambitionen der japanischen Luxusingenieure sind selbstbewußt und mutig, wollen sie doch mit nur einer Motorisierung und einem Getriebe aufwarten. Das Gesamtpaket bietet Infiniti ab sofort seinen Kunden zum Kauf an. Bestellbar ist der Klein-SUV zu einem Basispreis von € 38.600.

Der neue Infiniti QX30 im ersten Fahrbericht

Q30 Familie, ready for Europa

Nissan definiert mit seiner Luxusmarke Infiniti eine neue Premium Kundschaft, die es zu binden gilt. So die Aufgabenstellung an den europäischen Vertrieb. Bislang werden diese erst in 7 fertiggestellten Infiniti-Zentren Deutschland weit bedient. Aus diesem Grund möchte der in der Schweiz ansässige Mutterkonzern bis April 2018 drastische Änderungen durchführen. Es sollen bis dorthin insgesamt 25 Zentren im Bundesgebiet installiert sein. Auffallen soll der QX30 mit einem dynamisch progressiven Design. Unübersehbar wirkt dabei der Doppelbogengrill, der den Crossover mit seiner Frontansicht massiv und breit auf der Straße stehen lässt. Die markant geschwungene Sicke, die den Frontbau und das Heck verbindet, verpassen dem QX30 zudem eine gefühlte Coupéansicht. Dennoch liegen gegenüber dem Q30 30 mm und dem Q30 Sport sogar 45 mm Bodenfreiheit Differenz. Dabei bleibt sein Gesamterscheinungsbild sportlich und kraftvoll. Um einen ersten Eindruck seiner Gesamtperformance zu bekommen, lud Infiniti ins Umland von Bonn ein. Dort hat mein-auto-blog Redakteur Stefan Beckmann den neuen QX30 zum ersten Mal auf Herz und Nieren getestet.

Lifestyle Crossover
Lifestyle Crossover – Infiniti QX30.

Elegantes Interieur

Der Innenraum des QX30 Premium Tech ist mit hochwertigem Nappaleder bestückt und mit schwarzen Nähten filigran verarbeitet. Die komplexen Informationen des Fahrzeugs, wie die der Fahrerassistenzsysteme bzw. des Bordcomputers, zeigt das Cockpit übersichtlich und unkompliziert an. Eye-Catcher ist das serienmäßige Navigationssystem, das im Optionspaket „Technik“ eine Rückfahrkamera mit „Around-View“-Ansicht abbildet. Die komfortablen Ledersitze nehmen Fahrer und Beifahrer gut auf und geben beim sportlichen Fahren den nötigen Halt. Für ausreichend Beinfreiheit ist sowohl auf den Vordersitzen als auch im Fond gesorgt. Die gute Rundumsicht beim Fahren gewährleistet die erhöhte Sitzposition des Crossovers.  Bei voller Bestuhlung fasst das Kofferraumvolumen stattliche 430 Liter. Für den Einkauf im Möbel- oder Baumarkt sind die 1.223 Liter bei umgeklappten Rücksitzen völlig ausreichend.

Mit einem Motor an den Start

Beobachtungen und Analysen des Marktes ergaben für die Verantwortlichen von Infiniti nur eine Schlussfolgerung. Zum Verkaufsstart stellt der Automobilhersteller aus dem schweizerischen Rolle bislang nur eine Motorisierung für den QX30 zur Verfügung. Den Antrieb bestreitet ein 2.2 Liter Vierzylinder Turbodiesel. Die Leistung beträgt 125 kW (170 PS), das maximale Drehmoment 350 Newtonmeter bei 1.400 – 3.400 Umdrehungen in der Minute. Das ergibt eine CO2-Emission von 128 Gramm. Diese Leistungsdaten beschleunigen den japanischen Crossover in 8,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h. Kombiniert wird der Euro-6 Motor mit einem Sieben-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe und einem adaptiven Allradantrieb, der im Bedarfsfall die Kraft zu 50 % zwischen Vorderachse und Hinterachse verteilt.

Effizienz mit viel Drehmoment

Das Doppelkupplungsgetriebe macht sich bei unserer ersten Fahrt positiv bemerkbar. Direkt ansprechend, sportlich und agil führt es uns quer durch die Gegend um Bonn. Die ausgesuchten Strecken auf der kurzen Fahrpräsentation von Infiniti meistert der QX30 mit einer souveränen Leichtigkeit in Verbindung mit der elektronisch gesteuerten Servolenkung. Trotz des erhöhten Schwerpunkts lässt sich der Crossover zügig über die Landstraßen bewegen und vermittelt eine ebenso erhöhte Fahrfreude. Der Drehmoment starke, zuweilen ein wenig knurrige Motor trägt ebenso zum Fahrspaß bei und besitzt mit seinen 350 Newtonmetern immer ausreichend Kraft. Da wir gleichermaßen im Stadtverkehr von Bonn unterwegs waren, lässt sich der nach NEFZ ermittelte Verbrauchswert von 4,9 Liter an diesem Tag leider nicht bestätigen.

Auch der schöne Rücken kann entzücken
Auch der schöne Rücken kann entzücken.

Preise, kurz und knackig

Den Einstieg findet der „Mini-SUV“ aus dem Hause Infiniti in der Basisversion, dem QX30  „Premium“, bei einem Listenpreis von € 38.600. Im Serienpaket enthalten, liefern die Japaner das Intelligente Allrad System (AWD – All Wheel Drive), ein Stopp-Start-System, Eco Modus-Schalter, Geschwindigkeitsabhängige Servolenkung, Spurverlassenswarner (LDW – Lane Departure Warning), Auffahrwarnsystem mit Stopp-Funktion, Berganfahrhilfe, Sieben-Zoll-Navigationssystem und 18-Zoll-Leichtmetallbereifung. Der Aufpreis zur einzigen Ausstattungsoption „Premium Tech“ von 4.570 Euro beinhaltet unter anderem die Nappalederausstattung, eine Rückfahrkamera, Keyless-Entry-System, LED-Scheinwerfer mit automatischer Niveauregulierung, adaptives Kurvenlicht (AFS – Adaptive Front-lighting System) und das Smart Beam-System, was das automatische Umschalten von Fern- und Abblendlicht steuert. Weitere Optionspakete, wie das „Technikpaket“ (€ 1.170 – Automatischer Parkassistent mit Rundumsicht-Monitor und Bewegtobjekterkennung) und das „Sicherheitspaket“ (€ 2.050 – Toter-Winkel-Assistent und adaptive Geschwindigkeitsregelanlage) runden den QX30 ab.

Eleganter Crossover mit Lifestyle Charakter
Eleganter Crossover mit Lifestyle Charakter.

Infiniti bietet mit dem Crossover Individualisierung pur, nun auch in der Kompaktklasse. Dabei steht nicht nur das Fahrzeug selbst für das Prädikat „Premium“.

Text und Bild: Stefan Beckmann

Titelbild: Matthias Luft und Anja Hager – Vielen Dank

Was macht eigentlich Infiniti? Interview mit Francois Goupil de Bouillé

Infiniti ist auf anderen Märkten eine echte Größe. Nur in Europa und speziell in Deutschland spielt der Premium-Ableger von Nissan nur eine untergeordnete Rolle. In Europa findet man sich mit 0.4% Marktanteil unter „ferner liefen“ wieder. Die Problemstellen sind klar: Mangelnde Flächenabdeckung durch Händler und in den vergangenen Jahren auch eine unstete Führungspolitik. Ob Fintan Knight oder Christian Blank, die Direktoren der Marke für Europa hielten sich oftmals nicht lange genug – um die gegebenen Interviews noch in der gleichen Position zu lesen. Hinzu kommt ein Portfolio an Fahrzeugen, dessen Akzeptanz auf Märkten wie den USA oder Fernost ausgeprägt ist, nicht aber in Europa! Baustellen über Baustellen. Das will François Goupil de Bouillé, seines Zeichen Vice President Infiniti EMEA-Region, nun ändern. Oder bereits zum Teil geändert haben.

Neue Modelle, mehr Händler und eine Zeitenwende

Interview mit François Goupil de Bouillé

Eine der Stärken von Infiniti ist die Kooperation mit Mercedes-Benz. Ein erstes Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen der Renault-Nissan Allianz und dem Deutschen Premium-Hersteller Mercedes-Benz ist der Infiniti Q30. Ein Kompaktmodell mit Wurzeln in Stuttgart und Paris, dennoch eigenständig und entwickelt für den Premium-Markt in Europa. Neben dem Q30 der bereits jetzt ein Großteil der Infiniti-Verkäufe ausmacht, steht noch die Kompakte Crossover-Variante QX30 in den Startlöchern. Gemeinsam mit der etablierten Limousine Q50, dessen Turbo-Benziner und Dieseltriebwerke, sowie das Automatikgetriebe, ebenfalls aus Mercedes-Entwicklung stammt, warten weitere spannende Fahrzeuge auf den Premium-Kunden. Das Q60-Coupé wartet nur noch auf die Markteinführung und wird ein sportlich-eleganter Gegner für den 4er von BMW sein und mit einem SUV-Concept (QX Sport) hat man im April in Peking einen Ausblick auf die nahe SUV-Zukunft bei Infiniti gegeben.

Test Fahrbericht025 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Q30 und QX30 läuten bei Infiniti die Zeitenwende ein.

mein-auto-blog hat den Vice President für die EMEA-Region von Infiniti, François Goupil de Bouillé, in Frankfurt getroffen und über die Zukunft von Infiniti in Europa im allgemeinen und Deutschland im speziellen, gesprochen.

m-a-b: Was unterscheidet einen Infiniti Q30 von einer A-Klasse, mit der er sich so viele Komponenten teilt? 

François Goupil de Bouillé: Als erstes Mal ist es gut zu wissen, dass wir innerhalb der Renault-Nissan Allianz eine starke Basis für moderne Entwicklungen haben. Die Zusammenarbeit mit Herstellern wie Mercedes-Benz erlaubt unseren Entwicklern die Umsetzung von fantastischen Modellen. Ein Q30 lebt vor allem von seinem emotionalen Design und der besonderen Atmosphäre im Innenraum. Aber natürlich ist gerade die Kooperation mit Mercedes-Benz ein spannendes Instrument um den Kunden zu erklären, auf welchem Level sich eine Marke wie Infiniti befindet, aber dennoch möchten wir ein Automobil anbieten, für Menschen die sich vom Mainstream differenzieren wollen.

Mit dem Q30 scheint uns das auch sehr gut zu gelingen. Über 4.000 verkaufte Einheiten im ersten Quartal in Europa. 500 Q30 wurden in Deutschland verkauft. Der März war für Infiniti ein Rekordmonat.

m-a-b: Das größte Problem scheint jedoch die mangelhafte Flächenabdeckung an Händlern zu sein. Fährt man einen Q30 oder Q50 wird man oftmals auf das Fahrzeug angesprochen, doch die Menschen können mit dem Begriff Infiniti noch immer nichts anfangen. Und es gibt zu wenige Händler. 

François Goupil de Bouillé: Wir verfolgen einen eindeutigen Plan und der bedeutet auch, es wird keine Gemischwaren-Verkaufsräume geben. Es gibt eine Vielzahl an Anfragen von etablierten Autohäusern, die sich dafür interessieren, einen Infiniti-Store zu eröffnen. Mit dem Q30 sehen wir nun aber auch eine neue Zeitrechnung für uns. Der Q30 ermöglicht uns einen völlig neuen Zugang, gerade zum Deutschen Markt. Aktuell haben wir 9 Infiniti-Center in Deutschland, wir sehen ein Wachstum auf 20-30 in der nahen Zukunft (binnen 12-19 Monate) als umsetzbar an. Wobei es uns besonders wichtig ist, eine durchgehende Service- und Premium-Dienstleistung zu bieten. Infiniti steht noch immer für eine besondere Exclusivität, bei allen Wünschen nach Wachstum, müssen wir uns diese Exclusivität bewahren. Es wird daher keine gemischten Marken-Erlebnisse geben. Ein Infiniti-Verkaufsraum ist ein Infiniti-Verkaufsraum und auch bei Service & Wartung legen wir viel Wert auf das Infiniti-Erlebnis. In den nächsten 2 bis 4 Wochen soll sich die Anzahl der Service-Werkstätten auf 20 erhöht haben. Die Verträge hierfür sind unterzeichnet. Das Ziel sind rund 20 Händler und 30 Service-Center in der nahen, sehr nahen, Zukunft.

Wir differenzieren zwischen „Stores“ und „Service-Center“ und verfolgen auch einen Plan von so genannten Pop-Up-Stores. Infiniti-Verkaufsräume die in urbanen Gegenden öffnen und den besonderen Infiniti-Stil gekonnt umsetzen.

m-a-b: Manch ein „Herausforderer“ für Deutsche Premiumfahrzeuge will eigentlich nur auf dem Deutschen Markt vertreten sein. Wenn der Erfolg ausbleibt, bleibt er aus und manch dieser „Herausforderer“ akzeptieren dies. Ist das auch die Premium-Strategie von Infiniti?

François Goupil de Bouillé: Niemand hat auf Infiniti gewartet. Der Premium-Markt wird geradezu überrannt. Jeder will jetzt „Premium“ sein. Die Deutschen sind es, die Engländer und Franzosen wollen es sein. Wir sind die Herausforderer, wir müssen unser ganz eigenes Kapitel schreiben.

m-a-b: Ein ganz eigenes Kapitel war auch die Werbung mit der F1-Ikone Sebastian Vettel. Als er noch bei RedBull war, fuhr er dort ein Infiniti-Triebwerk. Was ist ihre Marketing-Strategie in diesem Bereich für die Zukunft? 

François Goupil de Bouillé: In der Formel 1 sind wir auch weiterhin der Hybrid-Experte. Wir bringen die Erfahrungswerte zum Thema Hybrid und entwickeln für die Renault-Triebwerke die Hybrid-Komponenten. Unser Q50 Hybrid ist unter den Hybrid-Fahrzeugen am Markt auch weiterhin der Hybrid mit der stärksten Performance. Wir fokussieren uns hier auf die Technik.  Um diesen Fokus zu kommunizieren und die eigene Wettbewerbsposition zu stärken, haben wir die Engineer Academy ins Leben gerufen. Es ist wie eine „Rennfahrer-Schule“, nur für Hochqualifizierte Techniker und Ingenieure.

Studenten aus Europa und Russland wird die Möglichkeit einer beispiellosen Karriere innerhalb der Formel Eins und im Bereich der Fahrzeugtechnik durch das F1-Werksteam und dem Premium-Automobilhersteller Infiniti geboten.

[notification type=“notification_info“ ]Über François Goupil de Bouillé:

Der gebürtige Franzose ist seit über 25 Jahren in der Automobilbranche tätig und seit 2014 Infiniti Vice President für Europa, den nahen Osten und Africa.

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Vielen Dank François Goupil de Bouillé für das Gespräch

 

 

 

Infiniti QX Sport Inspiration – Ausblick auf das neue Mittelklasse-SUV

Mit dem Konzeptfahrzeug QX Sport Inspiration zeigt Infiniti auf der „Auto China“ (bis 4. Mai) in Peking einen Ausblick auf eine Neuauflage des seit 2009 angebotenen Mittelklasse-SUV QX50. Auf einer Länge von 4,60 Metern weist die seriennahe Studie auf ein deutlich sportlicheres Design als bisher hin.

Mit seiner kraftvollen Front inklusive aufrecht stehendem Kühlergrill, stark modellierter Seitenlinie und zum breiten Heck hin abfallendem Dach mit kleinem Heckfenster wirkt die Studie dynamischer als das aktuelle Modell
Mit seiner kraftvollen Front inklusive aufrecht stehendem Kühlergrill, stark modellierter Seitenlinie und zum breiten Heck hin abfallendem Dach mit kleinem Heckfenster wirkt die Studie dynamischer als das aktuelle Modell

Mit seiner kraftvollen Front inklusive aufrecht stehendem Kühlergrill, stark modellierter Seitenlinie und zum breiten Heck hin abfallendem Dach mit kleinem Heckfenster wirkt die Studie dynamischer als das aktuelle Modell. Der Innenraum wird geprägt von einer breiten Mittelkonsole und ein um den Fahrer herumgebautes Cockpit. Statt Rückbank hat das Konzept zwei Einzelsitze, die Serienversion dürfte aber weiterhin ein Fünfsitzer sein. Sie könnte 2017 auf den Markt kommen. Technische Details hat Infiniti noch nicht veröffentlicht. Beim kleineren QX30 setzen die Japaner dank einer Kooperation mit Mercedes auf die Technik des kompakten Mercedes GLA.

Der Innenraum wird geprägt von einer breiten Mittelkonsole und ein um den Fahrer herumgebautes Cockpit
Der Innenraum wird geprägt von einer breiten Mittelkonsole und ein um den Fahrer herumgebautes Cockpit

Zu den Konkurrenten des QX50 gehören Premium-SUV der Mittelklasse wie Porsche Macan oder Mercedes GLC. Nissans Edeltochter fährt hierzulande noch unter dem Radar, im vergangenen Jahr verkaufte Infiniti in Deutschland nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes gerade mal 1.057 Autos.

Infiniti QX30 – Teuer, aber günstiger als ein Mercedes GLA

Mit einem Basispreis von 38.600 Euro steht nun der Infiniti QX30 beim Händler. Der japanische Ableger des Mercedes GLA wird in Deutschland zunächst ausschließlich als Allrader mit starkem 125 kW/170-PS-Diesel und Doppelkupplungsgetriebe angeboten. Die „Premium“ genannte Basislinie umfasst unter anderem Klimaautomatik, Navigationssystem und Rückfahrkamera. Für 43.170 Euro gibt es das Modell „Premium Tech“ mit Nappaleder-Sitzen, Tempomat und Rückfahrkamera. Auf der kurzen Optionsliste finden sich unter anderem ein Premium-Audiosystem, Metallic-Lack und ein Panorama-Glasdach.

Der direkte Wettbewerber Mercedes bietet seinen GLA mit schwächeren Motoren und Frontantrieb schon ab knapp 28.000 Euro an. Infiniti hat sich für einen höheren und exklusiveren Einstieg entschieden. Eine detaillierte Ausstattungsliste liegt noch nicht vor, insgesamt scheint der QX30 aber mehr aufpreisfreie Technik an Bord zu haben als sein Teilespender. Der GLA kostet in der Variante mit vergleichbarem Antrieb 39.710 Euro

So fährt sich der Infiniti Q30 2.2 Diesel mit 170 PS

Stattliche 41.390 Euro kostet dieser Testwagen. Motorisiert mit dem „großen Diesel“ dazu das optionale Premium Tech Paket und die Ausstattungslinie „Gallery White“ gewählt, sowie den knapp 2.000 Euro teuren Allradantrieb geordert. Und selbst geschaltet wird dann auch nicht mehr.

Verwöhnt wird man dann jedoch mit Traktion auf allen Wegen, sowie viel Luxus aus weichem weißem Leder mit roten Nähten im Innenraum. Doch aufgepasst, derartig viel Ausstattung treibt das Gewicht des Q30 auf stattliche 1.622 kg. Da freut sich der Fahrer über 350 Nm aus 2,2 Liter Hubraum. Kaum hörbar nagelnd stehen die schon kurz über der Leerlaufdrehzahl zur Verfügung. Das serienmäßige Doppelkupplungsgetriebe gibt die Kraft geschmeidig in Richtung Asphalt weiter.  Und die Traktionsstarken 235/50er Pneus auf 18-Zoll-Alufelgen garantieren, dass der Q30 nach 8,5 Sekunden Landstraßentempo erreicht. Der Selbstzünder ist ein sehr angenehmer und durchaus sparsamer Begleiter (Infiniti verspricht kombiniert einen Verbrauch von 4,9 Liter) und passt hervorragend zum “Active Compact“ Konzept von Infiniti, das wir interpretieren als: „Hier sitzt Du ein wenig höher, fährst ein wenig entspannter, aber schaust trotzdem coupéartig dynamisch aus“.

Der Fahrzeugschein für den Infiniti Q30 2.2D

Verkaufsstart:  Ende 2015
Basispreis:  Ab 24.200 – 43.700 €
Motorleistung:  170 PS / 350 Nm
Antrieb und Getriebe:  Allradantrieb, 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung: 8.5 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  4.9l/100km
Höchstgeschwindigkeit:  215 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.425, 1.805, 1.495, 2.700 mm

Erfahren Sie mehr zum neuen Infiniti Q30 nach dem „klick“.

So fährt sich der Infiniti Q30 2.0 Turbo mit 211 PS

Aufgeladene 2,0l Benzinmotoren, das sind heutzutage so etwas, wie die Brot-und-Butter Antriebe vom Kleinwagen bis hin zu der oberen Mittelklasse. Das Schlagwort „Turbo“ ist dabei schon lange nicht mehr ein Inbegriff für Sportlichkeit, sondern der Garant für viel Drehmoment und wenig Verbrauch. Es ist aber auch nicht mehr dem Zwang zum Nebensatz: „Turbo läuft, Turbo säuft“.

Auch im neuen Q30 2.0T steckt so ein Antrieb. Unscheinbar verrichtet der von Mercedes-Benz übernommene 211 PS Motor im „Active Compact“ seinen Dienst. Hier bläst kein Wastegate spektakulär überschüssigen Ladedruck ab, hier nölt nur etwas belanglos der Vierzylinder seine Abgase zu den zwei Endrohren hinaus. Trotzdem fühlt sich dieser Antrieb genau richtig an.

Unaufgeregt liefert er seine Leistung ab und macht den Q30 bei Bedarf zu einem Landstraßen-Sprinter, um auf kurzen Geraden langsamere Verkehrsteilnehmer zu schnupfen. Da kommt Freude auf, auch wenn die versprochenen 6,7l Verbrauch dann nicht mehr realistisch sind.

Der Fahrzeugschein für den Infiniti Q30 2.0T

Verkaufsstart:  Ende 2015
Basispreis:  Ab 24.200 – 43.700 €
Motorleistung:  211 PS / 350 Nm
Antrieb und Getriebe:  Allradantrieb, 7-Gang Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung:  7.3 Sekunden für 0-100 km/h
Verbrauch – kombiniert:  6.7 l/100km
Höchstgeschwindigkeit:  230 km/h
Länge, Breite, Höhe, Radstand  4.425, 1.805, 1.475, 2.700 mm

Erfahren Sie mehr zum neuen Infiniti Q30 nach dem „klick“.

Yoidesu! Erste Fahrt im neuen Infiniti Q30

Stellen sie sich vor, sie wären Automobilhersteller. Erweitern sie diese Vorstellung um die Tatsache, dass sie ein relativ junges Unternehmen sind, erst 1989 gegründet und dass sie 2015 immerhin etwas mehr als 200.000 Einheiten weltweit verkaufen werden. Seit Anbeginn ist Nordamerika ihr wichtigster Markt und seit ein paar Jahren klappt auch der Verkauf in China immer besser. Kein Wunder, schließlich setzen sie voll und ganz auf Premium. Nur in Europa, da kennt man sie eigentlich gar nicht. Schade, wenn man bedenkt, dass gerade dort der Absatz von Premium Produkten speziell im C-Segment über die nächsten Jahre deutlich wachsen soll. Noch viel ärgerlicher: Sie haben nicht einmal eine Plattform, auf der sie ein solches Fahrzeug entwickeln könnten. Da hilft es ihnen als Luxus-Ableger einer großen japanischen Marke nicht einmal, dass sich ihre Konzernmutter um die Jahrtausendwende mit einem ebenfalls großen französischen Hersteller zu einem richtig großen Konzern verbandelte. Es fehlt einfach eine vernünftige Premium-Plattform. „Ja, aber“ fällt ihnen da ein „da war doch was“. Richtig, die Allianz mit dem Premium-Hersteller Mercedes-Benz. Denn sie heißen Infiniti, sind Tochter von RenaultNissan und wollen mit ihrem neuen Fahrzeug auf der modularen Frontantriebsarchitektur (MFA) von Mercedes endlich auch in Europa durchstarten. Und autohub.de sagt ihnen, ob das mit dem Q30 genannten Kompaktfahrzeug klappen könnte.

Der Japaner mit dem schwäbischen Dialekt – Ein ganz neuer Stil in der Premium-Golfklasse?

Der neue Infiniti Q30 im ersten Fahrbericht

Zugegeben, wir wissen, unsere Herleitung zur Marke Infiniti war nicht einfach, doch sie ist wichtig, um zu verstehen, wo die japanische Edelmarke heute steht und wohin sie möchte. Klar, wie jeder Hersteller will auch Infiniti mit dem Verkauf von Autos Geld verdienen. In Deutschland gelingt das Infiniti mit derzeit rund 1.000 veräußerten Einheiten pro Jahr definitiv nicht. Mit dem ab Januar 2016 erhältlichen Q30 könnte sich das jedoch schlagartig ändern. „Schuld“ daran ist vor allen Dingen ein Gen-Pool aus dem Schwabenland. Infiniti macht keinen Hehl daraus, dass der Q30 auf der Mercedes-Benz Frontantriebsplattform basiert, auf der auch A-Klasse und GLA erfolgreich im Segment der unteren Mittelklasse am Start sind. Und genau zwischen A und GLA positionieren die Japaner ihr jüngstes Produkt auch, wobei Bodenfreiheit, Sitzhöhe und Bauhöhe sich mehr am Daimler Crossover orientieren. Dies verdient durchaus eine Erwähnung, denn 2016 wird auch noch ein QX30 nachgeschoben, der sich dann als echtes SUV mit robusterem Erscheinungsbild oberhalb des GLAs positionieren will.

Test Fahrbericht047 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Links: Das „Kompakt-SUV“ GLA von Mercedes-Benz. Rechts der neue Infiniti Q30. Beide teilen sich viele Komponenten der Plattform.

Respekt und Attacke in der Golfklasse
Diese leichte Positionierungsschwäche deutet vielleicht auf den Respekt hin, den die Japaner vor dem europäischen Kompaktmarkt haben, darum auch keinen Frontalangriff auf Golf & Co. wagen wollen und sich lieber noch ein wenig in der Crossover Ecke ducken. Nur zu gut erinnert sich Mutter Nissan bestimmt noch an das Debakel in Europa mit dem Tiida, von dem man sich mit dem Nachfolger Pulsar nur langsam erholt. Wahrscheinlich waren diese Erfahrungen auch ausschlaggebend, warum man den Q30 nicht einfach auf die äußerst erfolgreiche Plattform von Qashqai und X-Trail für den Angriff ins Premium Segment setzte. Ein Premium Schuss in dieser Klasse muss beim ersten Anlauf sitzen und dafür bieten die Schwaben in ihrem Bauchladen schon eine vorzügliche Auswahl von Motoren und Getrieben, die den Q30 vor allen Dingen eins machen: souverän.

Test Fahrbericht034 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Ein wertiges Cockpit. Der Premium-Anspruch des Q30 wird ganz deutlich!

Getriebe mit Gefühl
Doch der Q30 ist mehr als nur ein umgestalteter GLA. Da man schon früh in die Entwicklung der Plattform mit eingebunden war, konnten auch eigene Wünsche eingebracht werden, die durchaus spür- und fühlbar sind. Beispiel gefällig? Das Doppelkupplungsgetriebe, das mit nahezu allen angebotenen Motorisierungen kombinierbar ist, schaltet spürbar sanfter. Wo speziell die A-Klasse manchmal etwas ruppig eine der sieben Fahrstufen durch die Getriebeglocke rammt, fühlt sich das gleiche Bauteil im Q30 fast so verschliffen an, wie bei einem Wandlergetriebe, was durch eine Drehzahlanhebung beim Gangwechsel auch akustisch untermalt wird.

Test Fahrbericht041 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Prägnante Tagfahrlicht-Signatur am Q30.

Premium Sound
Die Verwandtschaft setzt sich jedoch auch im Innenraum fort. Wer jemals in den letzten drei Jahren in einer A-, B-, CLA- oder GLA-Klasse unterwegs war, wird nun im Q30 viele Bauteile wiedererkennen: Fensterheber, Spiegelverstellung, Lenkrad Multifunktionstasten, elektrische Sitzverstellung, Lenkstockhebel, Bedienleiste in der Mittelkonsole oder Infodisplay im Cockpit sind nahezu 1:1 aus dem Mercedes Teilelager in den Q30 gewandert. Nur der Griff zum Getriebewählhebel geht für die Daimler Fahrer/innen ins Leere, denn die Gangwahl findet im Infiniti auch bei den Automatikvarianten klassisch in der Mittelkonsole statt und nicht rechts hinterm Lenkrad. Jedoch ist auch hier ein überraschender Unterschied fühlbar: die Materialanmutung wirkt stellenweiser hochwertiger als bei den „das Beste oder Nichts“ Vertretern. Dazu zählen vor allen Dingen in den aufpreispflichtigen „Premium“ oder „Sport“ Varianten der Alcantara-Dachhimmel sowie viel feines Leder auf Armaturenbrett und Türverkleidungen. Dadurch wird der Innenraum fast zur Wohlfühloase verwandelt, was zusätzlich noch durch einen auffallend geringen Geräuschpegel im Innenraum unterstrichen wird. Dies haben die Infiniti Entwickler durch den intensiven Einsatz von geräuschabsorbierenden Materialien und einem Active Noise Cancellation System (ausschließlich im 2,2l Diesel Serie) erreicht, das über vier Türlautsprecher aktiv Schallwellen emittiert, um dem Verbrennungsgeräusch des Selbstzünders entgegenzuwirken. Nur das verbaute Gestühl trübt an dieser Stelle das Gesamtbild. Ihm fehlt es an Länge in der Oberschenkelauflage und an Tiefe in der Sitzposition für das völlig relaxte Cruisen. Keinen Abbruch tut die Sitzposition jedoch bei der Bedienung des Infotainment Systems, bei dem die Japaner auf ihre eigene Entwicklung vertrauen. Dies bringt im Vergleich zum Daimler Bedienkonzept Vor- und Nachteile mit sich. Zum einen kann das (heutzutage fast schon klein wirkende) sieben Zoll Display per Sprache, Drehrad und Touchscreen in der Mittelkonsole bedient werden, jedoch wirkt das Navigationssystem etwas träge bei den Routenhinweisen und den Graphikwechseln bei den Detailansichten.

Test Fahrbericht012 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger
Modernes Design. Mutiges Design.

Dämpft sich gut!
Sehr angenehm fällt hingegen das Fahrwerks Setup auf. Selbst in der 20 mm tiefer gelegten Sport-Variante will der Q30 kein Dynamiker sein und seine Insassen mit grober Härte bestrafen. Trotzdem ist der kompakte Infiniti kein Kurvenverweigerer und zieht speziell als Allradvariante stoisch durch jeden Kurvenradius, so dass einem sogar das eine oder andere Mal ein fahrspassiges Schmunzeln über das Gesicht huscht. In Summe ist der Q30 also ein sehr ausgewogenes Auto, das mit seinem extrovertiertem Design auffallen und mit einer großen Anzahl von Motorisierungsmöglichkeiten glänzen möchte. Los geht es mit einem 1,5l Diesel mit 109 PS. Topmotorisierung ist ein 211 PS starker Turbo-Benziner, der ausschließlich mit Automatik und Allrad angeboten wird. Optional ist der Vierradantrieb ansonsten nur noch für den 2,2l Selbstzünder mit 170 Pferdestärken erhältlich. Dazwischen liegen noch zwei 1,6l Benziner mit 122 bzw. 156 PS. Wer sich bei den kleineren Mercedes-Benz Antrieben auskennt, dem werden all diese Vierzylinder-Aggregate bekannt vorkommen, denn vom Stern oder vom Renault Rombus werden sie beigesteuert.

Premium im Preis
Durchaus selbstbewußt sind dabei die Preise der Japaner. Bei 24.200 Euro geht es mit der Basis beim Q30 los, ausgestattet mit dem kleinsten Benziner. Die Spitze der Fahnenstange ist danach erst bei 43.720 Euro erreicht für den Q30 Sport mit der City Black Edition und dem stärksten Benziner. Infiniti macht sich somit preislich genau zwischen der technischen Verwandtschaft von A- und GLA-Klasse breit. Doch man muss die Preisfindung der Japaner relativieren, denn speziell mit der opulenten City Black Edition erhält der Kunde quasi eine Vollausstattung, die nicht nur auf Luxus setzt, sondern auch auf Sicherheit. Dazu gehören Totwinkel-Warner, Spurhalteassistent, Auffahrwarnsystem mit Notbrems-Assistent, adaptiver Tempomat mit automatischer Einhaltung des gewählten Abstandes zum vorausfahrenden Fahrzeug, Verkehrszeichenerkennung, LED Scheinwerfer und ein automatischer Parkassistent samt Rundumsicht-Monitor, um nur ein paar Highlights zu nennen.

Test Fahrbericht023 Infiniti Q30s Fotos Axel Griesinger

Fazit: Yoidesu!

Der Infiniti Q30 bietet eine polarisierende Abwechslung im C-Segment!
Yoidesu! Das ist japanisch und bedeutet: Gut! Und das ist ganz klar der erste Eindruck. Mindestens!

Eine leicht erhöhten Sitzposition in Verbindung mit einem coupéartigen Erscheinungsbild ist derzeit schwer nachgefragt und weil der Q30 nicht nur diesen Wunsch erfüllt, kann autohub.de dem neuen Infiniti Q30 mit seinem Claim „Active Compact“ durchaus gute Marktchancen attestieren.

Wäre da nicht ein „klitzekleines“ Problem: in Deutschland gibt es aktuell nur sechs(!) Infinti Händler (Bremen, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Dresden, Düsseldorf). Dieser Umstand bremst den Erfolg des durchaus gelungenen Q30 vom Start weg. Das weiß man auch in der Firmenzentrale in Hongkong und arbeitet derzeit fieberhaft an der Erweiterung des Händlernetzes. Hoffentlich mit schnellem Erfolg.

 

 

News: Infiniti Q30 – Nach europäischem Geschmack

Nissans Edel-Tochter Infiniti hat auf der Internationalen Automobilausstellung mit dem Q30 ihr erstes Kompakt-Modell vorgestellt und will damit vor allem in Europa auf Kundenfang gehen. Der Fünftürer wird Ende des Jahres hierzulande auf den Markt kommen. Der Einstiegspreis für die Benzinerversion beginnt ab 24.200 Euro, mit Dieselantrieb startet das SUV ab 26.250 Euro.

Entstanden ist der Q30 im Rahmen der Kooperation von Renault-Nissan mit Daimler. Er nutzt die Technik der aktuellen Mercedes A-Klasse, deshalb wird es für den Japaner auch Front- beziehungsweise Allradantrieb, Vierzylindermotoren und Siebengang-Automatik geben. Optisch hat sich Infiniti klar am Q30 Concept orientiert, das bereits vor zwei Jahren auf der IAA gezeigt wurde. Produziert wird der neue Infiniti beim Mutterunternehmen Nissan im britischen Werk Sunderland.

Zum Start bieten die Japaner die vollausgestattete Edition Q30 City Black Edition für 31.670 Euro an. Ab Mitte September beginnt der Verkauf für das nur in Europa erhältliche Sondermodell.

Autor: Adele Moser/SP-X

News: Infiniti QX70 Ultimate – Sondermodell für die letzte Runde

Mit zahlreichen Design-Extras wartet das SUV-Sondermodell Infiniti QX70 Ultimate auf. Erkennungszeichen des großen Allraders sind unter anderem Heckdiffusor, Frontsplitter und 21-Zoll-Felgen. Innen gibt es Ledersitze mit violetten Ziernähten und schwarzen Klavierlack. Für den Antrieb stehen ein 3,7-Liter-V6-Benziner mit 235 kW/320 PS sowie ein 175 kW/238 PS starker 3,0-Liter-Diesel zur Wahl. Die Preise starten bei 64.250 Euro.

Der QX70 ist das Top-Modell von Nissans Edel-Tochter. Bis 2012 hieß der auffällige schwungvoll gestaltete Porsche-Cayenne-Konkurrent noch Infiniti FX. Für die zweite Jahreshälfte 2016 wird ein Nachfolger erwartet.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Infiniti Q30 – Europa ins Blech geschneidert

Ausdrucksstark und sportlich: So geht Infinitis neuer Q30 zunächst in Europa auf Kundenfang. Premiere feiert das Kompaktmodell auf der IAA in Frankfurt (19. bis 27. September). Ein erstes Bild zeigt ein erwachsenes, leicht verspieltes Design, das aber einen sportlichen Eindruck vermittelt.

Auf den Markt kommt das erste Kompaktfahrzeug der Nissan-Edelmarke Ende des Jahres zunächst in Europa, später im Rest der Welt. Der Fünftürer ist im Rahmen der Kooperation von Renault-Nissan mit Daimler entstanden und nutzt Technik der aktuellen Mercedes-Benz A-Klasse. Entsprechend wartet der Q30 mit Front- beziehungsweise Allradantrieb, Vierzylindermotoren und Siebengang-Automatik auf. Gebaut wird das neue Einstiegsmodell der Marke bei Nissan im englischen Sunderland.

Neben dem Q30 wird Infiniti auch eine SUV-Variante unter dem Namen QX30 anbieten. Preise sind noch nicht bekannt. Üblicherweise bleiben die Japaner in Deutschland in dieser Hinsicht leicht unter Mercedes-Niveau und bieten zudem eine umfangreichere Ausstattung. Die Mercedes A-Klasse startet aktuell bei knapp 25.000 Euro.

Der Q30 ist das erste Infiniti-Modell aus der Kooperation mit Daimler. Aus der Zusammenarbeit mit Renault gibt es schon den Kangoo (Mercedes Citan) und Twingo (Smart Forfour). Zudem nutzt die A-Klasse Motoren der Franzosen. Bereits angekündigt ist darüber hinaus die Produktion eines Mercedes-Pick-ups auf Basis des Nissan Navara.

Autor: Hanne Lübbehüsen/SP-X

News: Infiniti Q30 – Nippon-A-Klasse auf der IAA

Der Infiniti Q30 feiert auf der IAA in Frankfurt (19. bis 27. September) Premiere. Auf den Markt kommt das erste Kompaktmodell der Nissan-Edelmarke Ende des Jahres zunächst in Europa, später im Rest der Welt. Der Fünftürer ist im Rahmen der Kooperation von Renault-Nissan mit Daimler entstanden und nutzt Technik der Mercedes-Benz A-Klasse. Entsprechend wartet der Q30 mit Front- beziehungsweise Allradantrieb, Vierzylindermotoren und Siebengang-Automatik auf. Gebaut wird das neue Einstiegsmodell der Marke bei Nissan im englischen Sunderland.

Vor zwei Jahren auf der IAA gab es bereits eine Studie des Q30 zu sehen
Vor zwei Jahren auf der IAA gab es bereits eine Studie des Q30 zu sehen

Neben dem Q30 wird Infiniti auch eine SUV-Variante des Kompaktmodells unter dem Namen QX30 anbieten. Der Ableger des Mercedes GLA dürfte in der zweiten Hälfte 2016 starten. Preise für die Modelle sind noch nicht bekannt. Üblicherweise bleiben die Japaner in Deutschland in dieser Hinsicht leicht unter Mercedes-Niveau und bieten zudem eine umfangreiche Ausstattung. Die Mercedes A-Klasse startet aktuell bei knapp 25.000 Euro.

Der Q30 ist das erste Infiniti-Modell aus der Kooperation mit Daimler. Bei Renault gibt es in Kangoo (Mercedes Citan) und Twingo (Smart Forfour) bereits gemeinsame Modelle. Zudem nutzt die A-Klasse bereits Motoren der Franzosen. Bereits angekündigt ist darüber hinaus die Produktion eines Mercedes-Pick-ups auf Basis des Nissan Navara.

Autor: Holger Holzer/SP-X

News: Mit dem Infiniti QX80 durch die Emirate – Nashorn im Smoking

BMW plant einen X7, Audi stellt dem neuen Q7 bald einen Q9 zur Seite und Mercedes rückt den GL näher an die S-Klasse – auch diesseits von Bentley und Rolls-Royce können Geländewagen offenbar gar nicht groß und luxuriös sein. Während die deutschen Nobelmarken in dieser Kategorie noch einen gewissen Nachholbedarf haben, sind die vornehmen Töchter der japanischen Massenhersteller für den Boom auf der Buckelpiste bereits gerüstet und profitieren davon entsprechend. Zumindest am anderen Ende der Welt.

Kaum jemand weiß das besser als Jürgen Schmitz. Denn der deutsche Manager ist Statthalter für die noble Nissan-Schwester Infiniti im arabischen Raum und hat entsprechend gut Lachen: Während seine Kollegen in Europa im letzten Jahr gerade einmal 3.900 Autos verkauft haben, stehen in seiner Bilanz rund 7.500 Autos und mit einem Marktanteil von knapp sechs Prozent steht er im Infiniti-Imperium weltweit an Nummer Zwei.

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Diesen Erfolg verdankt er vor nicht zuletzt dem urgewaltigen QX80, der sich Dubai, Abu Dhabi und andernorts in den Emiraten wacker gegen die Übermacht von Range Rovern und G-Klassen behauptet. Denn in einer Region, in der die Straßen breit und die Wüsten weit sind, ist man einfach gut aufgehoben in einem Geländewagen, der außen so imposant ist wie die Hochhäuser in der Sheik Zayed Road, innen so viel Platz bietet wie ein Beduinenzelt, es in Sachen Luxus mit den Palästen der Scheichs aufnehmen kann und sich auf Knopfdruck so weit herunter kühlen lässt wie das Regionallager von Bofrost.

5,3 Meter lang, 2,7 Tonnen schwer und von einem 5,6 Liter großen Achtzylinder angetrieben, mag das Auto für europäische Maßstäbe alle gängigen Dimensionen sprengen. Doch in Dubai, Katar oder dem Oman fühlt man sich darin ausgesprochen gut aufgehoben. Weich gebettet in einem von sieben dicken Ledersessel gefühlte drei Meter über dem Boden steht man buchstäblich über den Dingen und verliert deshalb nie den Überblick. Wie ein Elefant im Streichelzoo wirkt man plötzlich schier unverwundbar, wenn ein paar Kleinwagen um einen herum flitzen. Und es dauert keine 20 Kilometer, schon ist man so tief in die wohlige Welt aus Lack und Leder hinab gesunken, dass der Alltag immer weiter an die Wahrnehmungsgrenze rückt und einen die schläfrige Gelassenheit erfasst, die den Wüstensöhnen zu eigen ist.

Vorn thront man in Ledersesseln von Pullman-Format, hinten hat man mehr Beinfreiheit als in einer Mercedes E-Klasse und selbst die dritte Reihe ist geräumiger als die zweite in einem VW Tiguan. Dazu gibt es quadratmeterweise samtweiches Leder, vornehme Holzkonsolen und für die niedrigen Hilfstätigkeiten so viele Elektromotoren, dass andere damit ganze Autos antreiben könnten. Allein der Fahrersitz lässt sich zehnfach verstellen, die Plätze sechs und sieben falten sich auf Knopfdruck in den Wagenboden, und natürlich verstellt man auch das Lenkrad mit einem leisen Surren. Nur der Fußhebel für die Feststellbremse wirkt da seltsam antiquiert.

Hinter dem wuchtigen Bug und seinem imposanten Chrom-Ornat, das den QX80 aussehen lässt wie ein Nashorn im Smoking, steckt ein traditioneller V8-Motor mit 5,6 Litern Hubraum. Dieses Triebwerk ist wie gemacht für die Emirate. Denn mit 400 PS und 560 Nm kann man hinreichend Eindruck schinden und den Giganten wenn es sein muss unter wütendem Geheul auch überraschend schnell auf Trab bringen. Immerhin wuchtet das Kraftpaket den Koloss in knapp acht Sekunden auf Tempo 100 und schafft zur Not über 200 Sachen. Aber vor allem kann man damit wunderbar gelassen über die breiten Wüstenpisten cruisen und sich dann darüber wundern, dass die Sitzlüftung fast lauter ist als das Kraftwerk unter der Haube.

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Dass der riesige Tank dabei für kaum mehr als 400 Kilometer reicht, dass die Bremsen nicht unbedingt darauf ausgelegt sind, den fast drei Tonnen schweren Koloss in Rekordzeit zu stoppen, dass man beim Lenken die Weitsicht eines Tankerkapitäns braucht und dass die riesigen Sitze und Sofas so wenig Seitenhalt bieten, dass man sich hinten am besten zwischen der Tür und der riesigen Mittelarmlehne festklemmt, wenn es mit dem Fahrer mal durchgehen sollte, das stört dabei keinen. Denn wer wirklich sportlich fahren möchte in den Emiraten, der hat auch genügend Geld, sich neben einem Luxus-SUV noch einen echten Sportwagen als Spielzeug zu leisten. Autos wie der QX80 dagegen sind so etwas wie der VW Golf des gemeinen Scheichs und passen perfekt in ein Land, in dem der schöne Schein wichtiger ist als alles andere, der Liter Sprit keine 50 Cent kostet und man offiziell ohnehin nicht schneller als 120 km/h fahren darf.

Zwar weiß Schmitz um die Bedeutung des QX80 für sein ehrgeiziges Ziel, den weltweit größten Infiniti-Marktanteil zu erreichen. Und natürlich helfen ihm dabei auch der unkonventionelle QX60 als eigenwillige Kreuzung zwischen Van und SUV, der in Dubai fast schon handliche QX70 sowie die Limousinen der Q50 und Q70. Doch damit er es tatsächlich an die Spitze der Tabelle schafft, hat er noch ein paar Wünsche offen. Zum Beispiel eine sportliche Luxuslimousine wie die in Paris gezeigte Studie Q80, die gut zum schillernden Schaulaufen am Golf passen würde. Weil das aber, wenn überhaupt, erst in ein paar Jahren klappt, baut er weniger auf Schützenhilfe aus Japan als auf Unterstützung aus Stuttgart. Schließlich kooperiert Konzernmutter Renault-Nissan mit Daimler und denkt dabei immer wieder auch mal an Infiniti.

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Diese Hoffnung ist eine der wenigen Gemeinsamkeiten mit seinen Infiniti-Kollegen in Europa. Aber sie richtet sich auf ganz unterschiedliche Modelle. Während der Vertrieb bei uns sehnsüchtig auf die ersten Infiniti-Kleinwagen als Ableger von Mercedes A-Klasse und GLA wartet, hofft Schmitz auf ein paar dicke Dinger aus dem Daimler-Imperium und liebäugelt mit stärkeren Motoren, die seinetwegen gerne auch ein AMG-Logo tragen dürften. „Denn ein paar Performance-Modelle würden hier am Golf gut in unser Portfolio passen“, sagt der Deutsche in Dubai und muss darauf womöglich gar nicht mehr lange warten. Im November ist Motorshow in Dubai und eine lose Einladung hat er dazu schon ausgesprochen.

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

News: New York 2015 – Infiniti versucht es kompakt

Nissans Edelmarke, Infiniti, präsentiert auf der New York Auto Show (-12.4.2015) das kompakte SUV QX30.

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Das Fahrzeug mit Aluminiumkarosserie soll als Antriebe für die Baureihe mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum ausgestattet werden, die von Mercedes-Benz kommen sollen. Das Modell soll im Jahr 2016 auf den Markt kommen.

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Autor: Auto-Medienportal.Net/Manfred Zimmermann

News: Infiniti Q70 – Hybrid Elektrisierter Exot

Gegen den VW Golf anzutreten, ist in Deutschland schon schwer. Aber es gibt hierzulande kaum eine größere Herausforderung, als es ausgerechnet in ihrer Heimat mit den noblen Geschäftslimousinen aus dem Süden aufzunehmen. Mercedes E-Klasse, BMW 5er, Audi A6 – das ist eine Bastion, an der sich schon mächtigere Marken als Infiniti die Zähne ausgebissen haben. Doch die Japaner geben nicht klein bei und stellen sich dem aussichtslosen Wettbewerb. Wer also partout mal was anderes fahren will und schon einen Lexus GS für ein gewöhnliches Auto hält, dem sei der Infiniti Q70 empfohlen. Vor drei Jahren noch als M-Serie präsentiert, wurde er jetzt zum Jahreswechsel ein wenig überarbeitet und ist so ziemlich die exotischste und exklusivste Alternative, die man in der gehobenen Business-Klasse fahren kann – nicht umsonst wurden im letzten Jahr gerade einmal 44 Exemplare zugelassen.

Dabei ist das Auto durchaus ein Statement – von außen, weil die Limousine mit ihren 4,98 Metern ein stattliches Format hat und nicht erst seit der serienmäßigen Einführung der LED-Scheinwerfer zur Modellpflege frischen Glanz ins Einerlei der gehobenen Mittelklasse bringt. Von innen, weil alles zwar ein bisschen barock und schwülstig aussieht, aber dafür piekfein gestaltet und auf maximalen Verwöhnkomfort ausgelegt ist. Und unter der Haube, weil dort ein Hybrid-Antrieb steckt, der um Längen mehr Spaß macht als die Doppel-Herzen, die bislang bei Audi und bei Mercedes angeboten wurden. Ein V6-Motor mit 3,5 Litern Hubraum und 225 kW/306PS und eine E-Maschine von 50 kW/68 PS – dieses Paket kann sich sehen lassen.

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Natürlich geht es auch Infiniti beim elektrischen Hilfstriebwerk ums Sparen – nicht umsonst erzählen die Japaner stolz von mageren 6,2 Litern Normverbrauch. Dafür haben sie sogar einen Eco-Modus programmiert, bei dem sich das Gaspedal so zäh und teigig anfühlt, dass man den Fuß gar nicht mehr darauf abstellen möchte. Und wer das Pedal sanft genug streichelt, der kann sogar ein, zwei Kilometer rein elektrisch durch die Stadt surren, wenn er sich nicht am genervten Blick der ungeduldigen Hintermänner stört.

Doch schon wenn man in den Normalmodus wechselt, zeigt der Q70 sein wahres Gesicht und das Tandem spannt merklich die Muskeln an. Dreht man den Fahrregler noch eine Raste weiter, wird es tatsächlich richtig sportlich – dann spürt man die Systemleistung von 268 kW/364 PS und mehr noch das gemeinsame Drehmoment von 546 Nm und der Sparer wird zum Sportler. Von 0 auf 100 in 5,3 Sekunden, spielend auf 250 km/h und Überholen mit einem Wimpernschlag – da soll noch einer sagen, Hybrid-Autos seinen Spaßbremsen. Nur mit dem Sparen ist das dann halt so eine Sache – einstellig jedenfalls fährt den Q70 auf diese Weise natürlich nicht.

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Zwar macht der Hybrid zumindest diesseits des nervigen Öko-Modus einen rund herum gelungenen Eindruck. Doch das beste Argument gegen den Teilzeitstromer liefern die Japaner selbst – mit ihrem Diesel. Erst recht, seitdem sie mit dem Facelift den 238 PS starken V6-Motor hinaus geworfen und durch einen 2,2 Liter-Motor mit 170 PS ersetzt haben. Der ist zwar nicht ganz so stark und spritzig wie der Benzin-Elektrische Doppelpack, ist aber mit einem Normverbrauch von 4,9 Litern noch sparsamer und nach einer Preissenkung um rund 10.000 Euro obendrein deutlich billiger. Denn statt mindestens 57.300 Euro gibt es ihn schon ab 44.500 Euro.

Autor: Benjamin Bessinger/SP-X

Test: Infiniti Q50s Hybrid mit Allradantrieb

Da stellt die Tochter eines großen Automobil-Herstellers eine Limousine auf die Räder, die progressiver im Design ist als die aktuelle C-Klasse. Sich dynamischer fahren lässt als ein Dreier BMW und mehr Fortschritt durch Technik unter das Blech packt als ein Audi – und? Kaum einer kennt diese Limousine. Und beim Absatz bleiben die Zahlen hinter allen Erwartungen zurück. Warum ist das so? Am Auto liegt es nicht, oder doch?

Spart nicht am Spaß

Im Test- und Fahrbericht:

Infiniti Q50s Hybrid AWD

Leistung, Effizienz und Fahrspaß. Diese drei Stichpunkte ziehen sich durch den gesamten Testzeitraum. Bereits bei der Premiere des Q50 war ich angetan. Dass der Q50 von Anfang überzeugt hat, zeigt ein Zitat aus dem ersten Artikel:

Die Zeichen in der Klasse der Firmenwagen stehen auf Sturm, der Q50 ruft die Revolte aus! Ich bin gespannt auf seine Erfolge!

Bislang ist die „Revolte“ ausgeblieben. Und die Erfolge bleiben, so zeigen es die Absatzzahlen der Marke Infiniti,“überschaubar“. Freundlich umschrieben. Dabei liegt es nicht am Q50 an sich. Denn nach dem Q50 2.2d (Testbericht) und dem Q50 2.0t (Vorstellung) konnte nun auch der Q50 Hybrid im Test überzeugen.

Als Premium-Ableger der Renault-Nissan-Allianz ist Infiniti für den Mischkonzern aus Frankreich und Japan das, was Lexus für Toyota ist. Und auch hier ist der deutsche Premium-Limousinenkäufer bislang eher als „Feigling“ bekannt. Keine Experimente, lautet die Devise der Flottenkunden und Dienstwagenberechtigten. Völlig zu Unrecht.

test fahrbericht 56 infiniti q50s awd hybrid

So fährt sich der 364 PS starke Hybrid

Infiniti kombiniert im Q50s AWD Hybrid einen vollständig eigenen Antriebsstrang. Keine Mercedes-Schaltbox und eben auch kein Motor mit Mercedes-Genen wie in den 2.2d und 2.0t Modellen. Ein klassischer 3.5 Liter V6-Saugmotor aus dem Nissan-Konzern, ein 7-Gang Automatikgetriebe vom japanischen Getriebespezialisten JATCO und dazu gesellt sich ein 50 kW starker Elektromotor, der direkt in der „Kupplungsglocke“ untergebracht wurde. Dort, wo sich eigentlich der Wandler des Automatikgetriebes befindet. Anstelle des Wandlers besitzt der Q50 Hybrid zwei Kupplungen. Eine zwischen dem 302 PS starken Saugmotor und dem E-Motor und eine zwischen Elektromotor und Getriebebox. Der Q50 Hybrid kommt damit ohne leistungschluckenden Wandler aus. Und das spürt man.

Selten hat sparen so viel Spaß gemacht

Der Q50 Hybrid nutzt beim sanften Anfahren rein die Kraft des E-Motors. Lautlos rollt man aus der Parklücke, ohne lokale Emissionen fädelt man sich in den Verkehr ein. Wird mehr Kraft gefordert, schaltet sich der V6-Benziner ruckfrei hinzu. Benziner und Elektromotor ergänzen sich im Q50 Hybrid auf gespenstisch perfekte Art und Weise. Der Elektromotor spielt dem Benziner ein Zusatz-Drehmoment von bis 290 Nm zu, der Benziner packt Drehfreude und klassische Tugenden wie „Motorsound“ oben drauf und gemeinsam verwöhnen sie den Q50-Fahrer mit einer verführerischen Mischung aus Leistung, Kraft, Klang und Schub. Man erwischt sich des öfteren dabei, wie man mit ordentlich Drehzahl aus einer Ortschaft hinaus bläst, während man kurz zuvor noch lautlos bei Tempo 50 durch die Ortschaft gerollt ist. Am Ortsschild dann Kick-down, der V6 dreht auf, der E-Motor schüttet seine Drehmoment-Expertise über den Antriebsstrang aus und das Ergebnis beglückt das Herz und die Ohren des Fahrers.

Kein Hybrid – nochmal – kein anderer Hybrid auf dem Markt ist derart fahraktiv, derart voller Spaß, derart genial! Keiner! 

Fahrspaß braucht Leistung. Fahrspaß braucht aber auch Kontrolle. Und der Q50 ist das erste Auto auf dem Markt, bei dem die klassische Lenkstange, die Verbindung zwischen den Händen des Fahrers am Lenkrad und den Vorderrädern ausgedient hat. Das Stichwort: „Drive-by-wire“ lässt an Zukunftsmusik denken, ist im Q50 aber bereits Alltag und ab der Ausstattung Q50 Sport in Serie an Bord. DAS (Direct adaptive Steering)  nennt man das System bei Infiniti und packt es zusammen mit einer aktiven Fahrspurüberwachung in ein so genanntes „Lenkkomfort-Paket“.

Und wer sich nicht am „Fahrdynamik-Schalter“ in der Mittelkonsole vergreift oder durch das Menü des Bordcomputers switcht, der fühlt von dieser Revolution des Lenksystems vor allem eines: Nichts. Keine Spurrillen, keine Unebenheiten, kein Gepolter. Die elektrischen Steuerelemente erkennen den Unterschied zwischen „Reifen-Feedback“ bei der Kurvenfahrt und störenden Vibrationen durch Spurrillen oder Unebenheiten. Alles, was den Komfort mindern würde, wird ausgefiltert. Die Wirkung ist in der Tat gespenstisch. Man glaubt an Magie. So genial ist die Wirkung des gesamten Lenksystems.

Und man stellt sich unweigerlich die Frage: Warum hat das noch kein anderer Hersteller, darunter auch die Mitbewerber der so genannten Premium-Marken, umgesetzt?

test fahrbericht 146 infiniti q50s awd hybrid

Effizienz:

[tabgroup]
[tab title=“Alltagsfahrer“]Im Alltag sind Verbrauchswerte rund um die 7.6 Liter machbar..[/tab]
[tab title=“Öko-Experte“]Wer sich mit den 364 PS Systemleistung arrangiert und nur kleine Teile davon nutzt, der drückt den Verbrauch auf 6.4 Liter hinab.[/tab]
[tab title=“Ohne Rücksicht“]Die ganze Power nutzen? Dann sind 11.5 Liter normal. Bei über 350 PS aber ein völlig vertretbarer Wert![/tab]
[/tabgroup]

Der Alltag im Infiniti Q50s Hybrid AWD

In 5.4 Sekunden auf Tempo 100? Macht er. Aber man muss nicht. Der Alltag im Q50 Hybrid ist durch das umfangreiche Sortiment an Assistenzsystemen, das unmerkliche Zusammenspiel der beiden Motoren, den unschlagbaren Lenkkomfort und den völlig auf Premium-Niveau liegenden Fahrkomfort geprägt. Wenn man sich erst einmal mit den beiden großen Displays im Innenraum angefreundet hat, dann empfindet man auch die vornehmlich via „Touch“ ablaufende Bedienung als vorteilhaft. Infiniti hat mit der unterschiedlichen Gestaltung der beiden Monitore eine klare Trennung zwischen dem primär darstellenden Bildschirm und dem vorrangig für die Interaktion gedachten Touchscreen geschaffen. Dabei überzeugt das Multimediasystem mit augenblicklicher Reaktion.

Die Allrad-Version des Q50 Hybrid bringt zusätzliche Sicherheit und Traktion im Winter. Wobei sich die Abstimmung der unterschiedlichen Fahrprogramme in das Gefühl für die Straße deutlich einmischt. Der Sport-Modus ist für glatte Straßen zu aggressiv. Die Lenkung spürbar schwergängiger und direkter übersetzt, denn im Gegensatz zu den System der Mitbewerber lässt das „Steer-by-Wire“ System nicht nur die Adaption der Lenkkräfte zu, sondern auch das Übersetzungsverhältnis. Im „Normal-Modus“ verteilt das System Komfort-Sternchen an die Insassen und wer auf „Schnee“ umstellt, der wird von den Elektronik-Gehirnen des Q5o in Watte gepackt. Neben dem Lenkrad ist natürlich auch das Gaspedal elektronisch übersetzt. Im Q50 kann es dem Fahrer zusätzliche Fahrtipps durch einen Gegendruck vermitteln. Auf der Autobahn flott unterwegs? Der Vorausfahrende kommt schnell näher – das Gaspedal erhöht den Druck, automatisch geht man ein Stück runter und wird langsamer. Diese Wirkung ist Teil des „Safety Shields“, das auch bei deaktiviertem Tempomaten den Abstand zum Vordermann überwacht und bei Bedarf auf Gefahren hinweist und diese auch versucht abzuwenden.

Dass die Sitze des Q50 zudem zusammen mit der NASA entwickelt wurden und einen grandiosen Sitzkomfort bieten und dass man sich natürlich per BOSE-Sound auf den Tag eingrooven kann, das ist nur das Sahnehäubchen auf der Erfahrung: „Q50 Hybrid“.

test fahrbericht 94 infiniti q50s awd hybrid

Anschaffung und Wiederverkauf

Keine Experimente. Die Gründe für den mangelnden Erfolg des Q50 liegen also nicht am Fahrzeug an sich. Nicht am Technik-Paket oder der coolen Mischung aus Hybrid-Spar-und-Fahrspaß, sondern einzig und alleine an einem Grund: Keine Experimente. So denken Flotten-Kunden. Und so denken die Verantwortlichen bei der Konfiguration von Dienst- und Firmenwagen. Dabei bietet der Q50 mehr Platz als ein Dreier BMW. Länge und Radstand des Q50 liegen schon fast auf dem Niveau des Fünfers. Den Q50 gibt es mit den gleichen Motoren wie die C-Klasse, das aber deutlich günstiger. Und der Q50 bietet deutlich mehr Fortschritt durch Technik als ein Audi A4 oder A5. LED-Scheinwerfer, Kurvenlicht, NASA-Sitze und ein Riesenpaket an Sicherheits- und Komfort-Assistenten pumpen den Q50 auf Hightech-Niveau.

Und dann der Preis – ab 35.300 € für den 2.2 Diesel, 60.350 € für den gefahrenen Hybrid-Sportler mit Allradantrieb. 3 Jahre oder 100.000 Kilometer Garantie inklusive. Da wird es schon sehr schwer, einen dt. Premium-Mitbewerber zu finden. Dennoch – keine Experimente, lautet der Slogan unter den Fuhrpark-Managern und so bleibt die Revolution aus. Noch.

test fahrbericht 57 infiniti q50s awd hybrid

Fazit:

Nein. Nein. Und nochmal nein. Am Auto liegt es einfach nicht. Der Q50 wird derzeit unter Wert geschlagen. Ausstattung und Fahrkomfort sind bei den Q50-Limousinen auf dem Niveau der dt. Premium-Hersteller. Und einen lustvolleren Hybriden wird man dort in diesem Segment gar nicht erst im Programm finden.

Der Q50s Hybrid AWD kombiniert auf beeindruckende Art und Weise, wie Fahrspaß und Effizienz unter ein Blechkleid passen. Der Q50 Hybrid spart am Sprit, nicht am Fahrspaß – das ist die gute Nachricht! Die schlechte? Es gibt einfach zu wenige Händler, zu wenig Engagement im Vertrieb. Wenn sich das nicht ändert, dann wird man sich eines Tages an den Q50 erinnern als: „Der hätte es werden können, wenn … “

Hier geht es zur Infiniti-Q50 Preisliste

Weitere Link-Tipps: griin.de zum Q50 Hybrid, Hightech-Sportlimousine, autophorie.de, Edel-Attacke, autorevue.at zum 2.2 Q50

Klick: Infiniti Q50s AWD Hybrid – Testwagen-Galerie

Fotos im Artikel: Bjoern Habegger Titelbild: Bjoern Habegger

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