Europa lenkt bei den Stromern auf die Überholspur

Lange wirkte es so, als hätten China und die USA in Sachen Elektromobilität Europa und Deutschland abgehängt. Doch neue Marktzahlen deuten nun auf das Gegenteil hin.

Immer wieder haben in den vergangenen Jahren Wirtschaftsexperten davor gewarnt, dass Deutschland und seine Autoindustrie bei der E-Mobilität global den Anschluss verlieren könnten. Doch wirft man einen Blick auf jüngere Marktzahlen, entsteht ein gegenteiliger Eindruck. Wie etwa der von der Unternehmensberatung AlixPartners herausgegebene Automotive-Electrification-Index 2020 zeigt, haben Deutschland und Europa vergangenes Jahr kräftig aufgeholt und teilweise sogar schon überholt.

Über alle Märkte hinweg ist demnach der Marktanteil von Elektroautos vergangenes gegenüber 2019 deutlich gestiegen. Waren im vierten Quartal 2019 nur 2,7 Prozent aller weltweit verkauften Autos Stromer, stieg ihr Anteil im vierten Quartal 2020 auf 5,8 Prozent. Europa, traditionell drittgrößter Autoweltmarkt, hat 2020 mit 1,4 Millionen verkauften E-Autos erstmals China als größten Absatzmarkt für Stromer abgelöst. Im Reich der Mitte kamen vergangenes Jahr nur 1,3 Millionen E-Autos neu auf die Straße. Nordamerika liegt mit 0,4 Millionen Einheiten weit zurück.  

Im vierten Quartal 2020 ist es VW zudem erstmals gelungen, bei den weltweiten Absatzzahlen von E-Autos an Tesla vorbeiziehen. Inklusive ihrer Plug-in-Hybride haben die Wolfsburger demnach in den Monaten Oktober bis Dezember rund 192.000 E-Autos abgesetzt. Laut dem Datendienstleister Statista waren es im gleichen Zeitraum bei Tesla nur 180.667 Einheiten, für den US-Konzern ist dies aber trotzdem das bislang absatzstärkste Quartal in seiner noch relativ jungen Geschichte.

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